Die Gebildeten schelten die Ungebildeten für das, was sie von den Gebildeten als bare Münzen in die Wahlurnen werfen

In der Tageszeitung „Die Presse“ wird über den „untypischen Wähler“ geschrieben, und das ist endlich die Gelegenheit, den letzten Epilog zu schreiben, die Trilogie der in Österreich geschriebenen Schmutzromane mit Epilogen und einer Appendix endlich endgültig zu beenden, ohne aber, das kann geschrieben werden, allen Figuren dafür je danken zu können, mit ihnen diese Trilogie zu schreiben war, die je nicht geschrieben werden wollte.

Der presseische Artikel gibt auch die Gelegenheit, daß der letzte Epilog der Trilogie nicht die FPÖ zum Inhalt hat, auch wenn im presseischen Artikel vom „untypischen Wähler der FPÖ“ gesprochen wird. Es geht hier um mehr als nur um den untypischen Wähler und die untypische Wählerin der FPÖ. In diesem Zusammenhang ist die FPÖ bloß ein Beispiel, eine Nebenfigur der nebensächlichsten Art, wie in diesem Land die Gebildeten auf die Ungebildeten herabblicken, und das mit welchem Recht, mit welcher Kompetenz?

Was den Gebildeten recht, ist den Ungebildeten nur billigWer in dieser Trilogie nur ein wenig blättert, wird bald feststellen, wer tatsächlich für das Klima in diesem Land verantwortlich ist, das beispielsweise eine FPÖ begünstigt, wer all das schreibt, was beispielsweise für eine FPÖ ein stimmgünstiges Klima erzeugt, und nicht nur in bezug auf Wahlen ist in Österreich eine sogenannte gebildete Schicht dafür verantwortlich, daß es in Österreich um das Geistige derart karg bestellt ist, daß, um einen südamerikanischen Romantitel auszuborgen, gesagt werden kann, der treffendste Titel für einen Roman über Österreich wäre: „Karges geistiges Leben“. Dafür ist wohl auch bezeichnend, daß eine Umsonst sich „Österreich“ nennt, die andere „Heute“. Das ist Österreich heute.

Wer in dieser Trilogie nur ein wenig blättert, wird bald feststellen, wie auf jene herabgeblickt wird, die bloß das von den sogenannten Gebildeten Verbreitete aufnehmen, es zur Grundlage ihres Denkens machen, und einzig in dieser Hinsicht sind sie tatsächlich ungebildet, weil sie das von den Gebildeten Verbreitete tatsächlich ernst nehmen, das von den Gebildeten Verbreitete auch für ihr Wahlverhalten heranziehen, aber dafür von den Gebildeten keinen Dank zu erwarten haben, sondern bloße Häme, Häme dafür, daß sie der Gebildeten Verbreitetes als bare Münze nehmen …

Wer in dieser Trilogie nur ein wenig blättert, wird auch immer wieder auf die Tageszeitung „Die Presse“ stoßen, die zwar nicht umsonst vertrieben wird, aber es ebenso billig gibt.

Und ist nicht mehr noch als die FPÖ exemplarisch für die sogenannte gebildete Schicht in diesem Land der Unternehmer, der einst auswanderte um an Geld reich in ein geistig armes Land zurückzukehren? Wer machte diesen Mann erst zu einem wählbaren Mann? Waren es die Ungebildeten, die ihn jahrelang hofierten, vor ihm auf dem Bauch lagen, seine Untertanen sein wollten, um ihn auf der kitschigsten Pferderennbahn der Welt herumliefen, ihn zu einem großen Mann hochschrieben? Die Ungebildeten nahmen das von den Gebildeten aus Politik und Medien über ihn Verbreitete ernst und …

Was könnte nicht alles noch aufgezählt werden, aber es will nicht weitergemacht werden, weder mit dem letzten Epilog, noch mit dieser Trilogie insgesamt … Daher als letztes alles zusammenfassende Wort über Österreich:

Das Unerträglichste an diesem Land, das alles weitere Unerträgliche gebiert, ist, daß die Gebildeten den Ungebildeten das von den Gebildeten Verbreitete zum Vorwurf machen.