Endlich heraus aus der Geschichts- und Vergangenheitsfalle der FPÖ

Es ist nachvollziehbar, wenn bei diesem identitären Personal ein Vergleich passiert, wie der oder die sei wie der aus der Massenmordhitlerzeit, oder einfach ein „Des san olles nua Nazi“ … es ist deshalb so leicht nachvollziehbar, weil die FPÖ mit ihrer ständigen Bedienung der Nationalismus- und Revisionismus-Industrie beispielsweise mit ihrer Sperrfeder „Zur Zeit“ das auch provoziert, ebensolche Vergleiche, Feststellungen reflexartig zu machen … Wer allein das aus der von NR Wendelin Mölzer angeführten ZZ kennt, von den Überlegungen zum „Wiederbeleben des Faschismus“ bis zu den empfohlenen Wiederlesungen von Schriftstellerinnen und Schriftstellern, die einst nicht nur schrieben, sondern auch beispielsweise als SSler mordeten, wird es leicht nachvollziehen können …

Herbert Kickl - Endlich heraus aus der Geschichtsfalle der FPÖAber einem politischen Mandatar von einer anderen Partei als der FPÖ in Österreich darf das nicht passieren, also in die Geschichtsfalle der FPÖ zu tappen, der FPÖ damit immer wieder die Gelegenheit zu bieten, sich hinzustellen und über Verharmlosungen der totalitären NS-Massenmordmaschinerie sich entrüsten zu können, gar mit Antifaschismus aufmarschieren zu können … Und das passiert immer wieder, immer wieder wird in die Geschichtsfalle der FPÖ gegangen, und immer wieder müssen dann sogenannte Rückzieher gemacht werden, immer wieder wird der FPÖ es auf diese Weise derart leicht gemacht, zu punkten …

Deshalb: Endlich heraus aus dieser Geschichtsfalle der FPÖ. Endlich ein Ende mit derartigen Vergleichen, die oder der sei wie der aus, mit derartigen Rückgriffen …

Endlich heraus aus dieser Geschichtsfalle der FPÖ, weil die Geschichtsfalle der FPÖ auch ihr ständiger Versuch ist, alle in ihre Gegenwart zu zerren, und ihre Gegenwart ist nun einmal die Vergangenheit, und je mehr in diese Geschichts- und Vergangenheitsfalle der FPÖ, diesen toten Partei, getappt wird, desto mehr glaubt die FPÖ, ihre nur für sie gegenwärtige Vergangenheit existiert tatsächlich noch, hat tatsächlich noch irgend eine Bedeutung. Es soll endlich der FPÖ der besonders scheußliche Teil der Vergangenheit überlassen werden, denn mit ihr ist keine Gegenwart und keine Zukunft zu gestalten, schlimmer noch, mit der FPÖ gibt es keine Gegenwart und keine Zukunft.

Das ist generell einmal zu sagen, mehr, das ist tatsächlich generell zu fordern.

Es hat menschgemäß einen aktuellen Anlaß, diese generelle Forderung zu erheben: Ein Mandatar habe über Herbert Kickl gemeint, er, also NR Kickl, gelte als „der begnadetste Kommunikationsstratege seit …“

Was ist an dem, das Herbert Kickl, der nebenher auch Abgeordneter im österreichischen Parlament ist, abliefert, begnadet? Was ist an dem, das die FPÖ insgesamt abliefert, begnadet? Das aus der Gegenwart reicht bei weitem schon aus, um ihr ein Zeugnis auszustellen, in dem es nur eine Note gibt: Nicht genügend. Der Gemeinderat hätte also nicht die Geschichte bemühen müssen, hätte nicht in die Geschichtsfalle der FPÖ tappen müssen, um Herbert Kickl und mit ihm die FPÖ vernichtend beurteilen zu können.

Aber auch das, was Herbert Kickl und mit ihm die FPÖ abliefert, ist nicht das eigentliche Erschreckende und Abschreckende. Tatsächlich und wirklich erschreckend und abschreckend ist, daß das Erschreckende und das Abschreckende der FPÖ immer noch wirkt, auf viele, auf viel zu viele Wählerinnen und Wähler immer noch wirkt. Und hier wird die Erlaubnis gerne angenommen, in die Geschichte zu gehen. Wenn bedacht wird, wie viele Dummheiten die Massenmörder, als sie noch keine Massenmörderinnen waren, von sich gaben, wie lächerlich sie waren, wie zum Auslachen komisch sie waren, und dennoch wurden sie gewählt und wurden dann das, als die sie heute bekannt sind: Massenverbrecher und Massenmörderinnen. Bange kann die Frage gestellt werden, haben sich Wählerinnen und Wähler seit den 1920er Jahren gar nicht entwickelt? Sind sie auf dem geistigen Stand der frühen 1930er Jahre stehengeblieben, als sie Adolf Hitler, den sie noch nicht als Massenmörder kannten, wählten und ihn durch ihre Wahl zu dem machten, als der er heute bekannt ist: Massenverbrecher und Massenmörder?

Jörg Haider ist schon lange tot. Je länger er tot ist, desto klüger scheint Dr. Jörg Haider zu werden. Auch der Gemeinderat kommt nicht umhin, an dieser Legende mitzuschreiben. Es ist nachvollziehbar, der Gemeinderat möchte damit He.-Chr. Strache hinstellen als … Aber tatsächlich präsentiert sich bloß der Gemeinderat selbst nicht eben vorteihaft … Höher als unter He-Chr. Strache war die nicht nachvollziehbare Gunst der Wählerinnen und Wähler für die FPÖ noch nie. Es ist keine Frage der Intelligenz, keine Frage des Marketings. Es ist nicht nur vollkommen egal, wer der zurzeitige Obmann gerade ist, es ist auch vollkommen egal, wer die Reklamemaschine zur Zeit gerade bedient, ob ein Herbert Kickl oder ein (es mag nicht nachgeschaut werden, weil es ohnehin egal ist) Rumpolt (oder Rumpold mit Vornamen Walter oder Karl-Heinz?), denn auf einen Kickl folgt ein Kickl folgt ein Rumpold ein Kickl vielleicht mit Vornamen Gernot oder mit Nachnamen Petzner – bis endlich, ist zu hoffen, für Wählerinnen und Wähler es kein Kick mehr ist, diese identitäre Gemein-Schaft zu wählen.

Und dennoch meint der Gemeinderat, wer die FPÖ schlagen möchte, müsse es mit Herbert Kickl aufnehmen. Der Gemeinderat wird es nicht sein. Mit solch einer Notiz in seinem Facebook …. mit dieser gibt sich der Möchte-FPÖ-schlagen-Gemeinderat im Grunde die Antwort selbst, weshalb die FPÖ – zur Zeit halt mit Kickl und Strache Wahlen gewinnt, wie sie zur damaligen Zeit mit Meischberger und Haider Wahlen gewann und … aber das kann doch nicht immer so weitergehen, es muß doch Wählerinnen und Wählern endlich einmal ein FPÖ und tschüs …

Eines aber, um doch einmal noch die Geschichte erlaubterweise zu bemühen, ist doch erfreulich. Künstlerinnen, Schriftsteller, Geistesmenschen von Rang kann eine FPÖ nicht für sich gewinnen. Das schaffte Jörg Haider nicht. Und das schafft auch He.-Chr. Strache nicht. Aber weshalb sollte He.-Chr. Strache das auch schaffen wollen, wenn er sonst Jörg Haider in der nicht nachvollziehbaren Gunst bei Wählerinnen und Wählern bei weitem längst schon überflügelt hat? Das heißt nicht, es würde keine Künstler, keine Lyriker geben, die nicht für die FPÖ sind, aber sie scheinen doch in erster Linie Wähler zu sein … Für die Menschen im Land allerdings wäre es besser, die Wählerinnen und Wähler hätten sich seit den 1920er Jahren bewegt, also wegbewegt von Parteien, mit denen zwar beispielsweise Nationalistisches gekräht werden kann, aber keine Gegenwart und keine Zukunft zu haben und zu gestalten ist, zum Wohl der Menschen in einem Land.

Um die Wähler und Wählerinnen sollten also die Gedanken des Gemeinderats bei Tag und bei Nacht kreisen und politische Analysen in Notizbüchern eingetragen werden (aber vielleicht hat er nur noch facebook und kein notebook mehr), denn Sie entscheiden die Wahlen, Herbert Kickl kann nur reimen, was in den 1920er Jahren schon ausgelacht worden wäre, leider, wie die Geschichte belegt, von viel zu wenigen …

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