Wofür wird FPÖ gewählt? Zum Gefährden von allem

FPÖ-Unzensuriert schaut auch heute nach Deutschland und bringt einen Kommentar mit dem Titel „Gefährden Asylwerber die Umwelt und den Tierschutz?“

Das gefällt FPÖ-Unzensuriert. Der Brief einer Vogelschutzgruppe aus Altenstadt, aus einem Ort mit um die 11.000 Einwohner und Einwohnerinnen, wird gesinungsgemäß recht genüßlich zitiert und die kleine Ortsgruppe aus einem kleinem Ort wird für die FPÖ-Unzensuriert gleich hochgeschrieben zu „Deutsche Umweltschützer“ …

Aber wer die FPÖ-Unzensuriert kennt, weiß seit ihrer Gründung schon, was auch von dieser Website zu halten ist, wie von ihr alles zum bloßen Verheizen verkommt … Soher wäre es sogar unverantwortlich, dafür nur einen Buchstaben zu schreiben. Denn es diente bloß zur unfreiwilligen Verbreitung.

Interessant und bemerkenswert daran aber ist das, worüber FPÖ-Unzensuriert kein Wort schreibt, oder genauer, bloß allgemein und herablassend über die „Gutmenschen“, die den Brief der kleinen Vogelschutzgruppe aus einem kleinen Ort nicht …

FPÖ Unzensuriert - Untätig - Ideenlos - VerantwortungslosInteressant sind die ganz konkreten Reaktionen, sowohl von dem Bürgermeister von Altenstadt, als auch der Bericht in der „Wetterauer-Zeitung“, die über das Befremden von Mitbürgerinnen und Mitbürgern berichtet, das „einige Vogelschützer“ auslösten. „Einige Vogelschützer“ lösten also mit ihrem Brief ein Befremden aus, und die Reaktionen darauf waren dementsprechend. In der Collage sind der Kommentar der FPÖ-Unzensuriert und der Artikel der „Wetterauer-Zeitung“ und das Schreiben des Bürgermeisters gegenübergestellt. Zum Vergleich, wie darüber berichtet werden kann, wie darauf reagiert werden kann. Aber die FPÖ-Unzensuriert ist doch keine Zeitung, könnte gesagt werden. Es ist schlimmer, es ist die Website einer Partei, die von vielen, viel zu vielen gewählt wird, und die sich eine NR als Kolumnistin hält, die nebenher auch Abgeordnete im österreichischen Parlament ist und sogar einmal Bundespräsidentin werden wollte, und dafür von viel zu vielen gewählt wurde, auch wenn es bei weitem nicht reichte, das höchste Amt im Staat zu erringen …

Wenn Sie eine Wählerin, ein Wähler der FPÖ sind (oder es noch vorhaben zu werden), lesen Sie, wie konkret und verantwortungsvoll und tätig der Bürgermeister einer kleinen Stadt in Deutschland damit umgeht, und denken Sie dabei daran, haben Sie je von Funktionären und Mandatarinnen der FPÖ, also von He.-Chr. Strache aufwärts, etwas gehört oder gelesen, das nur annähernd so verantwortungsvoll, konkret und tätig geklungen hat? Fällt Ihnen von Mandataren und Funktionärinnen der FPÖ dazu auch nichts anderes ein, als das allgemeine, verantwortungslose und untätige und ideenlose Gekrähe?

Auf der Website des kleinen Ortes Altenstadt schreibt Bürgermeister Norbert Syguda:

Flüchtlingssituation in Altenstadt

Bürgermeister Syguda zur Situation der Unterbringung und Betreuung der Flüchtlinge in Altenstadt

„Unter Bezugnahme auf unseren Zuweisungsbescheid teilen wir Ihnen heute mit, dass Ihnen die in der Anlage aufgeführten Personen zugewiesen werden“ heißt es im Brief des Fachbereichs Migration in Friedberg an den Gemeindevorstand Altenstadt, nicht ohne den freundlichen Zusatz „Für Rückfragen stehen wir Ihnen gern zur Verfügung“. Von da an haben die Mitarbeiter der Gemeinde, die für die Aufnahme und Unterbringung von Flüchtlingen und anderen ausländischen Personen zuständig sind, noch kaum 14 Tage Zeit, alles Nötige vorzubereiten und sicher zu stellen, dass die Ankömmlinge, die am genannten Tag vor der Rathaustür stehen, am Abend auch ein Dach über dem Kopf haben. Alle 25 Wetterau-Kommunen erfahren auf diese Weise kurz und bündig, wie viele Asylbewerber ihnen am Soundsovielten „zugewiesen“ werden, ob es sich dabei um alleinstehende Frauen oder Männer handelt, um Ehepaare oder Familien mit Kindern samt deren Alter, Herkunftsland und Religionszugehörigkeit. Im März beispielsweise kamen jede Woche zwei oder drei Asylbewerber nach Altenstadt, aus Syrien, dem Irak und Albanien – alles junge Männer. Da kann man die Schlafplätze notfalls zusammenlegen, aber bei Eltern mit Kindern wird’s schwieriger, denn die kann man ja nicht auseinanderreißen. Klar, dass dies monatelange organisatorische Vorbereitungen erfordert, wobei sich zurzeit die Unterbringungsfrage leider als der problematischste Teil der  Flüchtlingsarbeit erweist. Manche potentiellen Vermieter winken ab, wenn sie erfahren, dass ihre Wohnung oder ihr Haus mit Flüchtlingen, welche der Gemeinde Altenstadt zugewiesen wurden, belegt werden soll. Andere Räumlichkeiten sind vom Zustand oder Zuschnitt her nicht geeignet, und nicht wenigen Eigentümern mangelt es schlicht an Kooperationsbereitschaft nach dem altbekannten Sankt- Florian-Prinzip.

Leider wird dabei die Tatsache ignoriert, dass wir Kommunen per Gesetz dazu verpflichtet sind, diese heimatlosen Leute bei uns aufzunehmen. Die Mindest-zuweisungszahlen stehen fest, sie richten sich nach dem Anteil an der Gesamtbevölkerung des Wetteraukreises, und der beträgt im Falle Altenstadts knapp 4 Prozent, sprich derzeit 57 Personen, die es 2015  ohne wenn und aber zu beherbergen gilt. Und zwar „in Unterkünften, die einen menschenwürdigen Aufenthalt, ohne gesundheitliche Beeinträchtigung, gewährleisten“, wie es das Landesaufnahmegesetz vorschreibt.

In dieser Situation wurde eine pragmatische Alternative gefunden. Zuvor wurde ohne Erfolg  ein Jahr lang nach herkömmlichen Unterkünften gesucht.

Mehrmals hatten wir zu einem „runden Tisch“ ohne greifbares Ergebnis eingeladen, zu welchem natürlich auch die Ortsbeiräte und Vertreter der Kirchengemeinden geladen waren. Deshalb entschieden wir uns für die Anmietung sogenannter „modularer Wohneinheiten“. Wir hatten dringenden Handlungsbedarf und waren erleichtert, auf diesem Wege eine akzeptable Lösung für bis zu 22 Personen gefunden zu haben, die uns ab Juni 2015 zugeteilt werden. Doch beim vorgesehenen Standort für die Wohnanlagen gab’s  Ärger, selbst ein weniger geeigneter Ausweichplatz führte zu Beschwerden der Anwohner. Dies kann ich jedoch schlecht nachvollziehen, da wir doch täglich von entsetzlichen Flüchtlingskatastrophen hören und die verzweifelten Menschen im Fernsehen sehen, die aus purer Existenznot alles aufs Spiel gesetzt haben. Allein aus humanitären Gründen verdienen sie Anteilnahme und nicht Ablehnung.

Diese „Solidaritätslücke“ wiegt umso schwerer, als der Asylantenstrom mit Sicherheit nicht so schnell abebben wird und die Kommunen in den nächsten Jahren mit großer Wahrscheinlichkeit noch mehr Unterkunftsmöglichkeiten als bisher bereitstellen müssen. Aus diesem Grunde werbe ich erneut um Verständnis für die nun einmal unumgänglichen Maßnahmen und bitte um aktive Unterstützung bei der Wohnungssuche. Niemand verlangt, dass der Wohnraum kostenlos zur Verfügung gestellt wird. Gezahlt wird die ortsübliche Miete, die jeweils individuell vereinbart wird, und wenn das Mietverhältnis endet, übernehmen wir erforderlichenfalls auch die Renovierung. Es ist aber auch durchaus möglich, dass Vermieter bei der Übernahme sämtlicher Unterbringungskosten nach den Vorgaben des Wetteraukreises Flüchtlinge direkt unterbringen können. Hierfür würde der vom Kreis festgelegte Tagessatz von 6,80 € je Flüchtling eins zu eins an den Vermieter weitergegeben.

Bei der Vielzahl anderer Aufgaben, die der Gemeinde mit der Integration der neuen Mitbürger übertragen werden, packen dankenswerterweise viele Bürgerinnen und Bürger kräftig mit an. Für dieses ehrenamtliche Engagement bin ich sehr dankbar. Jedoch muss dieses aufgrund der noch zu erwartenden Aufnahmen von Flüchtlingen weiter ausgebaut werden. Ich würde mich freuen, wenn wir hier weitere Unterstützung von Bürgerinnen und Bürgern, wie aber auch von den Kirchengemeinden aller Ortsteile, erhalten würden. Nicht zuletzt zeigt der von der Natur- und Vogelschutzgruppe Lindheim veröffentlichte Artikel im Kreis-Anzeiger auf, dass wir alle den Neuankömmlingen mit Rat und Tat zur Seite stehen müssen. Wünschenswert wäre es, wenn die aktiven Naturschützer diesen neuen Mitbürgern mit den hier vorherrschenden Gepflogenheiten für die Natur vertraut machen und womöglich noch neue Mitglieder gewinnen könnten.

Mein eindringlicher Appell richtet sich daher an alle Bürgerinnen und Bürger von Altenstadt: Bitte melden Sie sich, wenn Sie aktiv bei der Betreuung der Flüchtlinge mitwirken möchten oder eine ungenutzte Wohnung oder gar ein leerstehendes Haus haben. Denn wie man’s dreht oder wendet, eins ist doch klar, wir müssen reagieren und uns der Herausforderung stellen. Schließlich können wir die Menschen, die bei uns Zuflucht suchen, nicht im Regen stehen lassen!“

Ihr Bürgermeister Norbert Syguda

Von diesem Deutschland ist auf FPÖ-Unzensuriert gesinnungsgemäß nichts zu lesen. Keine Überrraschung. Es wird ja ein anderes Deutschland gewollt, aber eines, das niemand mehr wollen kann, wenn es noch eine Vernunft gibt.
Und was hat FPÖ-Unzensuriert zu bieten? Was haben Sie als Wählerin und Wähler der FPÖ vor? Die Gefährdung von allem. Das ist nicht zu hoch gegriffen, zusammengefaßt (verlinkt zum Lesen vor allem zum Überdenken): „Richtig bewaffnen und richtig wählen“ für den „totalen Krieg“ “ – „Seits schon bewaffnet?“

Vogelschützer in Sorge: Flüchtlinge könnten Tiere stören

Altenstadt (dab). In Lindheim sorgen einige Naturschützer für Befremden bei ihren Mitbürgern. In einem Schreiben an den Gemeindevorstand betonen Mitglieder der dortigen Natur- und Vogelschutzgruppe, sie bangten um die Erfolge ihrer ehrenamtlichen Arbeit. Gefahr geht in ihren Augen von den Flüchtlingen aus. Manche Flüchtlinge, die nach Deutschland kommen, haben gerade noch ihr Leben retten können. Einige Naturschützer äußern nun die Sorge, die Fremden könnten durch ignorantes Verhalten das Leben von heimischen Vögeln in Gefahr bringen. Bei der Beschreibung der besonderen Natur in dem Ortsteil wird den Aktivisten wohl niemand widersprechen. »In der Gemarkung Lindheim befindet sich das größte Naturschutzgebiet des Wetteraukreises. Dazu gibt es einige Landschaftsschutzgebiete. Das gesamte Grünland zählt zum Auenverbund Wetterau. Es steht deshalb unter besonderem Schutz der EU.« Und weiter: Diese Gebiete hätten sich »insbesondere durch unsere ehrenamtlichen Arbeitskräfte und im Ehrenamt verdienten Finanzmittel überdurchschnittlich positiv entwickelt«. Lindheim sei die storchenreichste Wetteraukommune, zwei Kraniche lebten seit Kurzem dort, »den Wiesenpieper gibt es nur noch bei uns« – die Auflistung lasse sich beliebig fortsetzen.

»Wie Gäste benehmen«

Wenig Zustimmung ernten die Naturschützer allerdings für ihre Forderung, »rechtzeitig« dafür zu sorgen, »dass ankommende Gäste entsprechend informiert und angewiesen werden und sich auch wie Gäste benehmen«. Ihre Begründung: »Schon in der Vergangenheit hatten wir mit einigen Ignoranten und Fremdsprachlern zu tun, die trotz Absperrung und Verordnungen die Gebiete in den sensiblen Zeiten betraten, ohne Rücksicht auf die Brut- und Setzzeit. Wir befürchten durch die demnächst erfolgende Ansiedlung von Migranten, dass Übergriffe in die Natur gang und gäbe werden. Sprachschwierigkeiten, Unkenntnis, Analphabetentum und Ignoranz wird den Ehrenamtlichen das Ehrenamt erschweren, wenn nicht gar unmöglich machen.«
Das sehen die Vorsitzenden der Ortsgruppen von BUND und NABU anders. Sie distanzieren sich deutlich von den Äußerungen der Vogelschutzgruppe. »Das Ziel der beiden großen Umwelt- und Naturschutzverbände ist der Schutz von Umwelt, Natur und Gesundheit und Leben von Menschen hier und weltweit. Der Schutz der Natur und der Schutz von Flüchtlingen ist kein Gegensatz. Die Achtung der Menschenwürde ist oberstes Gut«, betonen Dr. Werner Neumann und Kurt Jungkind in einer Presseerklärung. »Wir kennen selbst viele Ausländer- und Flüchtlingsfamilien, die ein gutes Bewusstsein für die Umwelt und Natur haben. Wir bieten den Flüchtlingen – wie auch Einheimischen – gerne an, ihre Umgebung und die hiesige Natur kennenzulernen.« Zahlreiche Flüchtlinge kämen aus Ländern, deren Lebensgrundlage auch durch den Energie- und Rohstoffhunger der Industrienationen und hierdurch hervorgerufene Klimaveränderungen schwer geschädigt worden sei. »Wir haben daher auch eine besondere Verantwortung gegenüber den Flüchtlingen.«
Unbegründete Ängste vor Flüchtlingen könne man nur mit Willkommen und Begegnung abbauen, sind sich Neumann und Jungkind sicher. Diese Auffassung teilt auch Bürgermeister Norbert Syguda. »Wir können die Menschen, die bei uns Zuflucht suchen, nicht im Regen stehen lassen«, appelliert er in einem Rundschreiben an die Bürger, bei der Flüchtlingsbetreuung mitzuhelfen – und mehr Wohnraum zur Verfügung zu stellen. 95 Flüchtlinge sind derzeit in Altenstadt untergebracht, darunter etwa 65 in der kreiseigenen Einrichtung in der Kerngemeinde.

»Entspannter aufeinander zugehen«

»Willkommenskultur darf kein Lippenbekenntnis bleiben, sie muss erlebbar sein«, sagt Syguda der WZ. Neben hauptamtlichen Kräften seien dazu viele ehrenamtliche Helfer nötig. Bei den Vereinen sehe er großes Potenzial. »Wenn man entspannter aufeinander zuginge, könnte eine Win-win-Situation entstehen.« So wäre es wünschenswert, wenn die Naturschützer die neuen Mitbürger mit den hier vorherrschenden Gepflogenheiten mit der Natur vertraut machten und womöglich noch neue Mitglieder gewinnen könnten.
Das schlägt auch SPD-Landtagsabgeordnete Lisa Gnadl vor, die in Lindheim lebt. Die Naturschützer könnten den Flüchtlingen eine Führung durch die Auenlandschaft anbieten, dabei ihr berechtigtes Schutzanliegen vermitteln und zugleich einen Beitrag zur Integration leisten. Den Brief der Vogelschützer bezeichnet sie als »zynisch«: »Millionen Menschen sind (…) auf der Flucht vor Krieg und Verfolgung. Tausende ertrinken bei dem Versuch, sich über das Mittelmeer in Sicherheit zu bringen. (…) Ich kann nicht nachvollziehen, wie angesichts dieser Notlagen und menschlichen Tragödien die größte Angst, die Sie (…) umzutreiben scheint, die ist, dass die Flüchtlinge (…) beim Spazierengehen brütende Vögel stören könnten.«

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