Schellings Familie putzt österreichische Stimmung auf

Der aktuell laufende Werbespot der Firma XXX-Lutz zur besten Sendezeit im österreichischen Fernsehen kann herangezogen werden für die Beschreibung der Stimmung in diesem Land, für die Stimmung gegen Menschen, die nicht als sogenannte Einheimische …

Was wird in diesem Spot gezeigt?

xxxlutz räumungOffensichtlich hat sich ein Mann, der mit seinem bärtigen Aussehen sofort als sogenannter Ausländer zu erkennen sein soll, mit einer Frau die Bühne gekapert, aber die schelling’sche Familie Putz kehrt tapfer auf die Bühne zurück, um die zwei von der Bühne zu jagen. Die Frau an der Seite des sogenannten Ausländers scheint eine sogenannte Einheimische zu sein, vielleicht soll sie einen „Gutmenschen“ oder eine Bobo darstellen – wen auch immer, zu vertreiben sind beide. Das Insert stellt sie vor: ihn als „Klaus ein Graus“ und sie als „Uschi Gesangs-UNtalent“. Diese zwei Inserts sind aber die einzigen im gesamten Spot, die auf den Kopf gestellt werden (um ganz genau zu sein: „Sofa“ wird noch auf den Kopf gedreht …), und dann lesen sich „Klaus“ und „Uschi“ nicht mehr nach sogenannten einheimischen Vornamen, sondern … Vielleicht ist „Klaus“ bereits österreichischer Staatsbürger, aber einer mit Migrationshintergrund, einer aus der zweiten Generation? Steht die Welt dann Kopf, wenn so einer einen sogenannten einheimischen Namen sich anmaßt? Soll „Sualk“ ja nicht vergessen, woher er kommt? Aber Familie Putz läßt ihn nicht vergessen, was für sie nicht zu ändern ist. Es wurden noch andere Spots mit Inserts sogenannter einheimischer Namen angesehen, aber keiner der auf den Kopf gesellt wird, war dabei. Der Max Putz als „Rausschmeißer“ vorgestellt treibt die zwei mit „Gemma! Danke.“ fort. Als er es geschafft hat, zeigt er Gesten der Erleichterung, und es geschafft zu haben, die zwei zu vertreiben. Linda Putz, wie ein Insert zeigt, ist darüber „erleichtert“. Und die Bühne gehört wieder voll und ganz der sogenannten einheimischen Familie, mit Großmutter, Eltern, Sohn und seiner Freundin (oder schon Ehefrau?).

Harmlos, scheint es, lustig, österreichischer Humor halt, und ach so passend zu den brisanten Themen Asyl, Zuwanderung …

xxxlutz namen auf den kopf gestelltEs wird hier der Firma XXXLutz nicht unterstellt, in keiner Weise unterstellt, sie hat einen sogenannten ausländerfeindlichen Werbespot gedreht, oder, sie versucht mit sogenannter Ausländerinnenfeindlichkeit zu punkten, wie es etwa die identitäre Gemein-Schaft alias FPÖ macht, deren Programm, wenn es denn ein Programm genannt werden will, es ist, mit Stimmung gegen alle Menschen, die aus anderen Ländern nach Österreich kommen und die nicht der Meinung und der Gesinnung der FPÖ sind, Stimmen zu ködern.

Aber dieser Spot zeigt doch die verheerende Stimmung in Österreich. Wie weit verbreitet das gegen Menschen Gerichtete in Österreich bereits ist, wie tief es schon in das Unbewußte eingedrungen ist, Menschen müssen vertrieben werden, wenn eine Firma und mit ihr ihre Werbeleute nicht einmal bemerken, was sie mit diesem Spot produziert haben. Einen Spot, der von freiheitlichen Wählerinnen und Wählern, von der Schreibstaffel der FPÖ-Unzensuriert zu ihrem Lieblingswerbespot, das würde nicht verwundern, auserkoren werden müßte. Das wäre wohl kein Schaden für die Firma XXXLutz, im Gegenteil, darf angenommen, wenn sie nicht bereits Kunden sind, jetzt nach diesem Spot müßten sie wohl die Filialen der Firma XXXLutz stürmen und würden in diesen Wehrburgen der Vertreibung von sogenannten Ausländern mit ihren „Gutmenschen“ Einlaß … Werbeleute wissen aber auch genau, wie Werbung gemacht werden muß, um Produkte erfolgreich zu bewerben. Und auch das sagt viel über die Stimmung in diesem Land aus, wenn Werbeleute meinen, derartige Spots herstellen zu müssen, die widerspiegeln, wie in diesem Land gedacht wird … Und es sagt auch viel über die Stimmung in diesem Land aus, daß eine Partei mit einem Nichtprogramm und ausschließlich mit Verächtlichmachung Stimmen, viel zu viele Stimmen bekommen kann.

NS-Wiederbetätigung - Medien - Was ist da losUnd noch etwas darf nicht unerwähnt bleiben, wenn über die derzeitige Stimmung in diesem Land berichtet wird. „Stoppt die Rechten“ fragt sich aktuell, wie in der Collage ausschnittsweise zu lesen ist, wo denn die Medien seien, wenn es um NS-Wiederbetätigungsverfahren … „Faktisch ohne Öffentlichkeit fand … wegen NS-Wiederbetätigung gegen den früheren FPÖ…“ Damit hat „Stoppt die Rechten“ im Grunde bereits sich selbst die Antwort gegeben. Wer will noch groß von derartigen Prozessen berichten, muß doch damit gerechnet werden, daß gerade diese Partei von vielen, viel zu vielen mit ihren Stimmen in die nächsten Regierungen getragen werden könnte – im Burgenland ist sie schon …

Das ist also die Stimmung in diesem Land. Lustiger „Gemma“-Spot und Hinsichtl und Rücksichtl als Medien …

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