Es ist eine ehrenreiche Gesellschaft, in der Josef Weinheber bewegt wird, es sind zu viele, es würden zu viele zu vergessen sein, die genannt werden wollten, so sollen stellvertretend nur genannt sein. Da ist einmal der Bundespräsident, der im Parlament launig von Josef Weinheber erzählt, wenn er nicht gerade beim Schreiben eines Persilscheins ist.
Und da ist ein weiterer Präsident, der nämlich die Gesellschaft anführt, dem sein Amt aber genügend Zeit läßt, Fragen zu stellen, ob „deutsche Dichter als Opfer des Traditionsbruches im 20. Jahrhundert“ …

Und wo stellt er, der Präsident, seine Fragen? In der „Neuen Ordnung“. Diese Zeitschrift heißt inzwischen, genauer, seit 2020, „Abendland“ … Abendland, genausogut hätte diese auf „Alte Ordnung“ umbenannt werden können, so alt und überholt und verbraucht ist das Abendland …

Der Gesellschaft des Josef Weinheber ist ein Krieg Anlaß, im März 2023 an Wilhelm Franke zu erinnern: „Heute tobt wieder ein Krieg in der Ukraine. Aus diesem aktuellen Anlaß stellt der Vortrag das eindrucksvolle“ — Nein, sie erinnert nicht an den Lehrer Wilhelm Franke, sondern an den dichtenden „Dorfschullehrer“
Wilhelm Franke (1901–1979) wurde mit den Gedichtbüchern „Wanderer im Waldland“ (Julius Reich-Preis 1937) und „In dunklen Wäldern, auf silbernen Straßen“ (1939) bekannt. Als moderner Regionalist verschrieb er seine Lyrik fast ausschließlich dem niederösterreichischen Waldviertel, in dem er als Dorfschullehrer lebte. Josef Weinheber wurde früh auf ihn aufmerksam und trat nachdrücklich für ihn ein: „Wilhelm Frankes Gedichte haben die eingeborene, schlichte Größe und Herbheit des Landes, das sie besingen […]“. Von Oktober 1942 bis zum Zusammenbruch im Mai 1945 gehörte Franke als Gefreiter einer Wachkompanie der Wehrmacht an. Entlang des Dnjepr in der Ukraine, später in Rumänien, Ungarn und der Slowakei war sein Trupp im unmittelbaren Hinterland der Front mit der Bewachung von Kraftwerken und Brücken, dem Schutz von Fähren und Zügen und der Sicherung von Pässen betraut. Während dieser Zeit führte er ein Tagebuch, in dem sich poetische Schilderungen der östlichen Landschaften mit nüchternen Berichten über den Alltag des Krieges, das entbehrungsvolle Ausharren auf einsamen, versprengten Posten und das Elend von Flucht und Zerstörung verbinden. Zugleich dokumentiert er das eigene Ringen um das seelische Überstehen auf dieser vom Grauen überschatteten soldatischen Wanderschaft, die auch für sein Künstlertum zur großen Erschütterung wird: „Schwarze Gedanken nisten im Herzen. Gnadenarm huschen die Tage hin.“
Wilhelm Franke im Niederösterreichischen …
Und die neue ordnung feiert ihre Umbenennung mit Friedrich Hölderlin: „Was bleibt, stiften die Dichter“ …
Was wird der Anstifter, dem Hölderlin ein Vorbild, noch stiften gehen, zu was noch anstiften?
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