Hakenkreuz, Ibiza und Alkohol

Es wurde bereits alles, was dazu zu schreiben ist, geschrieben, dazu, daß in Österreich alle mit Hakenkreuz gleich, manche aber gleicher sind.

Eine alles kenntlichmachende Geschichte ist aber in diesem Zusammenhang noch zu erzählen, eine, die das Hakenkreuz und Ibiza verbindet. Der Bindestoff ist Alkohol.

Es wird noch nicht vergessen sein, wie Heinz-Christian Strache als Vizekanzler versuchte sich herauszureden, es sei eine „besoffene Geschichte“ gewesen, seine Machtpläne auf Ibiza, und dann – immerhin – zurücktrat, freilich nur er mit seinem Adjutanten, nicht aber, kurz gesagt, sein ihm vorgesetzter Badengegangener …

Zur Zeit, und auch das soll je nicht vergessen werden, wird berichtet, Heinz-Christian Strache ist auf der Suche nach „seiner Unschuld“. Denn. Er will zurück in die Politik. Nein, nicht in die Politik. Er will wieder für sich ein gewichtiges Amt. Bis dahin soll ihm seine Frau seinen Stuhl warmhalten. Heinz-Christian Strache also auf der Suche nach seiner verluderten Macht. Und es gibt nicht wenige in seiner Partei, vor allem Männer in seiner Partei auf ihren recht gewichtigen Stühlen, die sein Begehren unterstützen, für sie das auf Ibiza auch nur, bloß eine „besoffene Geschichte“ war. Ach, und das ist verzeihlich, eine „besoffene Geschichte“, wer will sich da als Richter aufspielen, da kann doch niemand Richterin sein wollen. So einen Besoffenen kann doch nichts nachgetragen werden.

Das ist die „besoffene“ Ibiza-Geschichte. Und nun zur „besoffenen“ Klagenfurt-Geschichte.

„Dann wurde viel getrunken. Einige Bier, Wodka und Wein und auch über den Zweiten Weltkrieg wurde geredet. Später habe ein Freund zum Angeklagten gesagt, dass er sich nicht traue die Fahne auf dem Balkon aufzuhängen. Die Nachfrage der Vorsitzenden, ob er denn trotz des Alkoholkonsums wusste, was er tat und dass das verboten sei, bejahte der Angeklagte.“

Der siebenundzwanzig Jahre junge Mann, dessen Beruf nicht gekannt, aber von dem eines mit Gewißheit gewußt wird, er ist und war kein Kanzler mit etwas davor, bejahte, was er tat, trotz seines Alkoholkonsums, hingegen

Wie ging das im Jahr 18 für den jungen Mann aus? Kurz zitiert:

„Für zwei Stunden war die etwa zwei Meter lange Hakenkreuzfahne gut sichtbar am späten Nachmittag am Balkon angebracht. Mehrere Anrufe und Anzeigen gingen bei der Polizei ein. Sein Vater habe ihm gesagt, dass der 27-Jährige die Fahne abhängen soll. Sein Vater habe sie dann später auch zerschnitte, so der Angeklagte. Die Geschworenen haben ihn heute einstimmig für schuldig bekannt. Die Strafe lautet zehn Monate bedingte Haft auf drei Jahre zur Bewährung sowie eine Geldstrafe von 1200 Euro.“

Wie wird das für die identitäre Partei ausgehen? Nun, die Wählenden haben das zu entscheiden, daß es dabei bleibt, daß die Männer und Frauen dieser Partei auf ewig zur Suche nach der verlorenen Macht verurteilt bleiben, dieser aber je nicht mehr finden.

Damit auch wieder beim Beginn angelangt, beim ersten Hakenkreuz, das seit 85 Jahren gut sichtbar … für zwei Stunden also sei das 84 Jahre später aufgehängte Hakenkreuz sichtbar gewesen. Der Staat stritt nicht mit dem Hakenkreuzbesitzer, der Staat verurteilte ihn. Für das Vernichten des Hakenkreuzes übernahm der Staat nicht die Kosten. Im Gegenteil. Der Staat verlangte sogar eintausendzweihundert Euro. Das ist viel Geld, vor allem für einen Menschen, der zur Miete wohnt und keinen Burgbesitz hat.

Noch verantwortungsloser scheitern

Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka tadelt sich selber, einen identitären Verlagsmarschierer in das Parlament geladen zu haben

Nein, das käme Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka nicht in den Sinn, sich dafür selbst zu tadeln, der türkisgetupften schwarzen Partei käme es ebenso nicht in den Sinn, ihren Wolfgang Sobotka dafür zu tadeln, daß er in diesem Jahr einen identitären Marschierer in das Parlament einlädt …

Der Bote wird mit der möglicherweise zusätzlichen Sonderaufgabe des Badehosentrocknens von dem Mann, der seit dem 17. Mai 19 nur noch baden geht, vornehmlich auf Ibiza, hat aber getadelt, nämlich die Ibizapartei dafür, Martin Graf „in die jüngste Kuratoriumssitzung des Nationalfonds für die Opfer des Nationalsozialismus“ entsandt zu haben.

Was daran aber ist tadelnswert, Martin Graf zu entsenden? Wen sonst soll diese Partei entsenden. Gibt es andere in dieser identitären Partei, die im Bund mit weiteren identitären Parteien Europa … beispielsweise mit der Partei, deren Innenminister eine Frage stellt, die bereits einmal keine Frage war, sondern die Aufforderung zum massenweise …

Es wird nun auch davon gesprochen, geschrieben, dies sei eine Provokation, Martin Graf zu entsenden … Ist es nicht bereits und die entscheidende Provokation, daß derartige Männer und Frauen im österreichischen Parlament ihre Stühle … Für den Badehosentrockner scheinen es noch zu wenige zu sein, deshalb wohl die Einladung eines außerparlamentarischen identitären Marschierers

Es ist dem Boten des Badengegangenen auch keine tadelnswerte Provokation seiner türkisgetupfen schwarzen Partei von allen Menschen in Österreich gewesen, mit einer identitären Partei eine Koalition einzugehen.

Es ist dem Badehosenträger seines Gesegneten auch keine tadelnswerte Provokation, mit ebendieser identitären Partei nach wie vor, also nach der nächsten Nationalratswahl im September 19, eine Koalition wieder eingehen zu wollen, wie aus der türkisgetupften schwarzen Partei allenthalben zu hören ist, auch jetzt noch, nach Ibiza …

Es ist dem Boten seines mit dem Segen eines Drogendealers Versehenen auch keine tadelnswerte Provokation von allen Menschen in Österreich, erneut eine Koalition mit einer Partei eingehen zu wollen, die in wenigen Monaten ihr Jubiläum feiern kann: Zwanzig Jahre Regierungsunfähigkeit, zwanzig Jahre Regierungsunwürdigkeit …

Eine Koalition, ein Bündnis eingehen, mit solch einer Partei … Wie kann das je verantwortet werden? Allein die Redewendung „Etwas eingehen“ ist bereits für jeden verantwortungsbewußten und verantwortungsvollen Menschen Warnung genug. „Eingehen“, das heißt, scheitern, aber nicht besser scheitern, wie es bei Samuel Beckett heißt, sondern nur scheitern, verantwortungslos scheitern. Mit Beckett im Blick auf die türkisgetupfte schwarze Partei gesprochen, wenn es zu einem nächsten Eingehen mit der identitären Partei kommen sollte: Verantwortungslos gescheitert, wieder gescheitert, verantwortungslos gescheitert, wieder gescheitert, weiter scheitern, noch verantwortungsloser scheitern.

Ollis Videos

„Das mittlerweile berühmt gewordene Video des blaugelockten […] hat einige Dinge in Bewegung gebracht. Unter anderem hat die plumpe […] des Videos ein, in dem der junge Mann […] zur sakrosankten Wahrheit erklärt.

[…] Enthüllung[…]

Oliver Janich, seines Zeichens ehemaliger Systemmedien- und seit geraumer Zeit Alternativ-Journalist, Autor mehrerer, von Intellektuellen teils hochgelobter Bücher, nimmt nun dieses Video zum Anlass, um die […] zu einer öffentlichen […] Einladung richtet sich […]

[…]

Besonders interessant ist Janichs Herausforderung […] Janich ist ganz begierig […] Zahn zu fühlen.

[…] Wer im Besitz der alleinigen Wahrheit ist, scheint es also nicht nötig zu haben, sich mit kritischen Fragen auseinanderzusetzen.

[…] Troll-Armee

Doch Janichs Argument […] komplett […] Sie fordern diese Diskussion mittlerweile friedlich, aber sehr vehement ein, indem sie die Socialmedia-Kanäle von […] und Konsorten […] Meme überschwemmen. Kein Video, kein Tweet, kein Posting kann mehr veröffentlicht werden, ohne dass nicht sofort Dutzende Leute […] aufmerksam machen.

Und schön langsam zieht es immer weitere Kreise, dass die […] panisch[…]“

Das ist der Kommentar der FPÖ unzensuriert vom 20. Juni 19. Gekürzt. Und an österreichische Verhältnisse angepaßt, was die Verlinkung recht besonders zu einem aktuellen Video anbelangt.

„Janich mehrerer, von Intellektuellen teils hochgelobter Bücher“ … Allein diese „Werbeaktion“ kann einen todbringenden Lachanfall auslösen. Schützen Sie sich also, wenn Sie das lesen, vor einem Lachanfall. Es durfte bereits ein Kapitel über diesen „Autor“ veröffentlicht werden, das allein die tatsächliche Einschätzung von Janich bereits vollauf …

Von Belang ist aber weder Janich noch FPÖ unzensuriert. Es gibt aber einen Mann in Österreich, der für FPÖ unzensuriert auch schon schrieb, der einst sogar Bundespräsident werden wollte und nun als Videobegünstigter seine türkisgetupfte Partei wieder in die nächste österreichische Bundesregierung führen will, einen Mann, der durch Chemtrails blickend seine geistige Fähigkeiten, die sich ausschließlich mit denen von Janich messen lassen können, klar … einen Mann also, der nicht nur zum Teil, sondern ganz recht hochgelobt von „Intellektuellen“ vom Schlage eines Janich …

Und dann gibt es noch einen Mann in Österreich, den es ebenfalls wieder recht in die Bundesregierung zieht, einen einzigen Segen dafür hat er, der allerdings könnte Oliver Janich und seine chemtrailige „Konsorten“ seine Arbeitslast abnehmen, er, der jetzt recht bei den Tälern und Bergen ist, müßte ihm nur einmal persönlich das selbst sagen, das er in Österreich schon so vielen gesagt hat, in Deutschland aber, wo Janich vor seiner Videokamera …, noch nicht gehört wurde: „Wir hatten die Klimakrise“ …

Danach können die zwei intellektuell Ebenbürtigen recht entlastet im Sommer baden gehen …

Auf-die-Knie-Droge

Nachdem erst einige Tage zuvor Tausende von Gläubigen der Auf-die-Knie-Droge in der Wiener Stadthalle auf Anweisung ihres Drogendealers für einen aus ihren Reihen zu beten hatten, kam es gestrig am 20.06.19 wieder zu einer massiven Verkehrsbehinderung durch Abhängige von dieser Droge mitten in Wien.

Bei dieser gestrigen Verkehrsbehinderung durch die Abhängigen der Auf-die-Knie-Droge kann eine Auswirkung dieser Droge schön beobachtet werden: die Droge zwingt Menschen dazu, ohne auf ihre eigene Sicherheit zu achten, überall und augenblicklich auf die Knie zu fallen, auf der Straße, zwischen parkenden Autos, sie fallen einfach auf die Knie, und das nicht für kurz, sondern lange. Es dürfte eine der massiven Auswirkungen dieser Auf-die-Knie-Droge sein, sich nicht so leicht mehr erheben zu können, nur unter größten Anstrengungen und wohl auch Schmerzen wieder aufstehen zu können, möglicherweise nicht ohne Beihilfe durch Dritte, die sie stützen müssen, um wieder aufrecht stehen zu können.

Festzustellen ist auch bei der gestrigen massiven Verkehrsbehinderung durch Auf-die-Knie-Drogenabhängige wieder einmal gewesen, sie tragen eine bestimmte Kleidung, um einander sofort zu erkennen. Der Zweck dieser bestimmten Kleidung als Mittel soll wohl sein, den Drogenaustausch untereinander zu erleichtern, aber auch, ihre Drogendealer sofort zu erkennen, für das unkomplizierte Besorgen ihres Stoffes.

Festzustellen ist auch bei der gestrigen massiven Verkehrsbehinderung durch Auf-die-Knie-Drogenabhängige wieder einmal gewesen, diese Droge zwingt bei gewissen Wörtern, die den Süchtigen Signalwörter und Parolen sind, wie etwa Liebe im allgemeinen, Nächstenliebe im besonderen, wenn diese von ihren Drogendealern verkündet werden, augenblicklich ihre Degen aus den Scheiden zu ziehen und zur Bekräftigung der Parolen wie Liebet gen Himmel zu strecken, als Zeichen, bereit zu sein, ihre Nächsten mitten ins Herz zu treffen.

Polen ist das Hauptland der Auf-die-Knie-Droge Europas, ihre Haupstadt aber Wien …

Alle mit Hakenkreuz sind gleich, manche sind gleicher

95.000 Euro soll also die Entfernung des Hakenkreuzes kosten, zu zahlen von den Steuerzahlerinnen in Österreich. Es gibt in Europa Gegenden, in denen kann um 95.000 Euro ein Haus gekauft werden, in dem eine fünfköpfige Familie wohnen kann.

Als das Hakenkreuz vor 85 Jahren aufgemalt wurde, wie leicht muß das damals gewesen sein, ein paar beherzte „Patrioten“ liefen durch den Wald mit ein paar Eimern Farbe, und malten das Hakenkreuz auf die Burg. Sie erstellten wohl keine Kostenpläne, sie brauchten wohl kein Gerüst, im Handkehrum, vielleicht in einer Nacht des Besäufnisses einfach hinaus und hin zur Burg …

Die hakenkreuzburgruinenbesitzende Familie entfernte das Hakenkreuz vor 1938 nicht, sie ließ es nicht übermalen, obgleich sie, wie aus dieser Familie zu hören ist, keine nationalsozialistische …

Die hakenkreuzburgruinenbesitzende Familie entfernte das Hakenkreuz nicht nach 1945, da hatte sie, wie aus dieser zu hören ist, „andere Sorgen“ …

Was in einer Nacht so leicht und vielleicht auch im betrunkenen Zustande möglich war, ein Hakenkreuz zu malen, ist in fünfundachtzig Jahren nicht möglich gewesen zu entfernen, zu übermalen. In 85 Jahren fanden sich keine Menschen, die das Übermalen übernommen hätten, fand sich niemand, der die paar Groschen für einige Eimer Farbe ausgeben wollte, auch die hakenkreuzburgruinenbesitzende Familie sah ihre dafür aufzubringenden Groschen zu schade dafür.

Mit einem Menschen, der beispielsweise den Arm zum sogenannten Hitlergruß erhebt, betrunken und unzurechnungsfähig auf einem Fußballplatz, streitet der österreichische Staat nicht, diesen Menschen verurteilt er, einem Menschen, der sich beispielsweise ein Hakenkreuz auf den Oberarm tätowiert, streitet der österreichische Staat nicht, diesen Menschen verurteilt er und diesem Menschen zahlt der österreichische Staat nicht die Entfernung des Hakenkreuzes auf dem Oberarm oder die Übertätowierung des Hakenkreuzes mit einem anderen Motiv, dieser Mensch muß sich das selbst bezahlen, aber mit einer Familie, die auf ihrem Besitz ein Hakenkreuz seit 85 Jahren sichtbar bis zur adriatischen Küste aufgemalt hat, streitet der österreichische Staat seit Jahrzehnten und bezahlt ihr am Ende die Kosten für die Entfernung.

Es heißt, alle seien gleicher und manche seien gleicher. In diesem Fall könnte es ein wenig abgewandelt heißen: alle mit Hakenkreuz werden vom Staate gleich behandelt, nur manche noch viel gleicher.

Sichtschutz – Wahrzeichen von Kärnten

Nun soll also das Wahrzeichen Kärntens entfernt werden. Nach fünfundachtzig Jahren.

Aber es wird das Wahrzeichen Kärntens bleiben, auch als entferntes Wahrzeichen, wie es bereits Wahrzeichen Kärntens war, als es noch gar nicht auf die Burg aufgemalt, also vor 1934, so wird es auch nach seiner Entfernung Wahrzeichen bleiben, also nach 2019.

Das Hakenkreuz, angebracht bereits Jahre vor der totalitären Diktatur der Nationalsozialsten, das Hakenkreuz, angebracht gelassen Jahrzehnte weiter nach der massenmörderischen Totaldiktatur der Nationalsozialistinnen, unabhängig davon, ob weithin sichtbar, ob hinter Sichtschutzbäumen verborgen, ob hinter einem neuen Sichtschutz …

Der Umgang damit ähnelt frappant an den Eingang zu einem sogenannten Erotikkino zum Cruisen in Kärnten. Es wird angepriesen mit einem „Sichtschutz für einen diskreten Zugang“ …

Wer also in das Sexkino hineingeht, beim Hingehen aber nicht gesehen wird, ist niemals in das sogenannte Erotikkino hineingegangen, kennt das gar nicht, kann reinen Herzens sagen, nicht zu wissen, daß es so etwas überhaupt …

Und so verhält es sich auch mit dem Hakenkreuz in Kärnten. Wenn auf Tafeln kein Hakenkreuz zu sehen ist, dann ist alles recht, ist erfüllt, was der derzeitige Landeshauptmann eben erst erneuert fordert:

„‚Keinen Millimeter Platz‘ für Nazi-Symbole
‚Mit der Entfernung dieses Symbol des Nationalsozialismus wollen wir keineswegs unsere Erinnerung entfernen. Vielmehr geht es darum zu zeigen, dass wir aus der Geschichte gelernt haben und sich Kärnten bzw. Österreich heute in aller Deutlichkeit von allen nationalsozialistischen und faschistischen Tendenzen distanziert. Derartige fehlgeleitete Ideologien haben weder in Kärnten noch sonst irgendwo in Österreich auch nur einen Millimeter Platz‘, so“ der Landeshauptmann.

Es war keine Bildungsreise, die in diesem Juni 19 einen Aufenthalt in Klagenfurt notwendig machte, wie sie der Odalrunenwaffenträger aus Christchurch vor einiger Zeit machte, dabei auch das Stiegenhaus hinaufstieg, ehe er zum Mehrfachmörder wurde, sondern auf dem Rückweg aus dem Süden ein Getriebeschaden, der zum Aufenthalt in Klagenfurt nötigte.

Bei diesem erzwungenen Aufenthalt in Klagenfurt wäre es unverzeihlich gewesen, nicht Nachschau zu halten, ob im Stiegenhaus nach wie vor die Tafeln hängen, an denen die Landtagsabgeordneten vorüber müssen, wenn sie zu ihren Landtagssitzungen … sie hängen noch, wie vor Jahren, aber mit keinem Hakenkreuz verziert, die Worte auf diesen selbst sind Zierde genug …

Auch die Wörter auf weiteren Tafeln im Stiegenhaus, wie „Patrioten“ und „Selbstbestimmungsrecht der Völker“ – ja, in Kärnten haben nicht Demokratinnen „aus eigener Kraft die Demokratie wiederhergestellt“, es waren „Kärntner Patrioten“, nicht Demokraten, wie gemeint werden könnte, haben die Demokratie, die es auch davor nicht gab, wiederhergestellt, für die Wiederherstellung der Demokratie mußten sie viele Jahre vor 1938 auslöschen, diese für nie gewesen erklären …

Es gibt in Österreich eine Partei, die sich recht gerne patriotisch ruft, aber wird der Sichtschutz abgebaut, kommt zum Vorscheinnicht anders auch als beim „Selbstbestimmungsrecht der Völker“ … In Kärnten hängen eben die Signalwörter im Stiegenhaus zum patriotischen Sitzungssaal …

Der Getriebeschaden läßt sich nicht so schnell beheben. So bleibt nichts anderes über, als die Zeit irgendwie herumzubringen, mit Schlendern durch die Stadt.

Ach, was auf Tafeln in dieser Stadt zu lesen ist, worauf der Stolz Klagenfurts und somit Kärntens gebaut ist, etwa darauf – „als einzige deutsche Stadt Eigentum der Landstände“ …

Beinahe stellt sich Unzufriedenheit ein, daß der Getriebeschaden dann doch rascher behoben sein wird. So bleibt keine Zeit mehr, um den „Kärntner Artilleriebund“ ausfindig zu machen, diesen aufsuchen zu können, um von den „Kärntner Freiheitskämpfen 1914-1919 – 1939-1945“ zu erfahren. Es gab also zwei „Kärntner Freiheitskämpfe“, den einen von „1914-1919“ und den zweiten von „1939-1945“, aber nur einen „Weltkrieg“, so steht es auf dessen Denkmal geschrieben, in Klagenfurt. Wann aber dieser „Weltkrieg“ stattfand, wann Menschen „im Weltkriege“ waren – ein Datum, eine Dauer dieses „Weltkrieges“ ist nicht angegeben.

„Den im Weltkriege und in den Kärntner Freiheitskämpfen […]“

Erinnerungen an weitere Tafeln werden dabei unweigerlich wach, an einen anderen Aufenthalt, ebenfalls auf dem Rückweg aus dem Süden, in Kärnten, in Villach …

Bierlein, Bierlein im Amt, wer ist der Kanzler im ganzen Land?

Und als aus allen Tälern und von allen Bergen ihm die Antwort erschallte:

„Frau Bierlein, Ihr seid die Kanzlerin im Land.“

Da erschrak er und ward türkis und blau vor Neid. Von Stund an, wenn er an seine Frage dachte, kehrte sich ihm das Herz im Leibe herum – so haßte er die Frage. Und der Neid und Hochmut wuchsen wie ein Unkraut in seinem Herzen immer höher, daß er Tag und Nacht keine Ruhe mehr hatte. Da rief er einen Dealer und sprach:

„Gebet mir den Segen!“

Da war er zufrieden, denn erfüllt ward es ihm sogleich. Von dem Geistesfreunde Ben. Und aus dessen Munde nahm er den Segen an, ganz nach dem alten Wort gab er sich dem Segen hin: „Nehmet, und gehet hin!“ Aber es wuchs in ihm heran und wurde ihm immer drängender, und als er einen Tag mehr alt war, da trat er hin, vor die Täler, vor die Berge, fragte nicht, sondern er sprach selbst:

„Wurde schon als Bundeskanzler eingeladen und hab eben, wie es üblich ist, viele der Einladungen, die ich damals erhalten hab, jetzt nach wie vor noch wahrzunehmen.“

Da war er erst recht zufrieden. Getilgt seine sündige Frage an Bierlein im Amt. Wie konnte ihm das nur geschehen, solch eine Frage zu stellen, war doch die Antwort ewiglich in seinem Herzen eingeschlossen, ein heimlich schöner Schatz. Fortan lebte er zufrieden und glücklich, es scherte ihn nicht, was draußen im Land geschah, es kümmerte ihn nicht, wer was draußen im Lande war, für ihn selbst war die Antwort klar, wie ein klarer Tag. Und wann immer er vor einem Spiegel zu stehen kommt, und in seinem Häuschen sind gar viele Spiegel, daß sein Dealer, wann immer er vorbeikommt, sich wundernd fragt, wie können in einem so winzigen Häuschen gar so viele Spiegel sein, und vor jedem Spiegel in seinem Häuschen spricht er in den Spiegel hinein:

„Ihr allein seid der Kanzler im ganzen Häuschen.“