„Hans Kloepfer, Arzt, Dichter, Mensch und tote Kinder“

Es gibt in Österreich die Menschen, ja, diese Menschen gibt es in Österreich, denen zum Namen Hans Kloepfer sofort „Nazi“ einfällt, und die es nicht verwundert, wer sich um sein Werk bemüht, wer sein Ansehen hochhält, wer treu zu ihm hält, wer für seine Ehre eintritt,

die es nicht überrascht, daß zu denen etwa ein Verlag aus Graz gehört, die ihn verlegen

Es gibt in Österreich die Menschen, die sich daran erinnern, daß sie als Kinder in der Volksschule Gedichte von Hans Kloepfer lernen mußten, ihn in ihren Lesebüchern für die Volksschule abgedruckt hatten, wie etwa eine Zeitzeugin auf Twitter schreibt, die Hans Kloepfer von ihrer Volksschulzeit her ihn aber nicht als Nationalsozialist kannte, ihn aber nicht als „wesentlichen ideologischen Wegbereiter des Nationalsozialismus in der Weststeiermark“, ihn aber nicht als „Kämpfer der Verbotszeit“

Von diesen Gesinnungsschaften, die heute noch für Hans Kloepfer eintreten, und es keinen Menschen wundert, weshalb sie für ihn eintreten, soll in diesem Kapitel nicht gesprochen werden. Sondern von jenen Menschen soll gesprochen werden, die – und das kann nur Verwunderung auslösen – das Andenken an Hans Kloepfer nach wie vor wachhalten, geradeso, als wäre das Geschreibe von Hans Kloepfer bloß ein harmloses, ein liebliches, ein lustiges —

Womit beginnen, das nur Verwunderung auslösen kann? In welchem Jahr? Vielleicht mit dem Jahr 1966, als ein sozialdemokratischer Landtagsabgeordneter einem christlichsozialen Landeshauptmannstellvertreter dankt

Abg. Zinkanell: Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Erlauben Sie mir, ein paar Sätze zum Heimat- und Klöpfermuseum in Eibiswald. Ich habe in diesen Tagen eine Pressenotiz zur Kenntnis nehmen dürfen, daß die Höhe Landesregierung sehr kräftige Hilfe leistet und — insbesondere durch die Einflußnahme des Herrn Landeshauptmannstellvertreters Prof. Dr. Koren — sichert, und ich habe mich wirklich sehr gefreut, Weil dieses Geld für eine gute Sache gegeben wird. Eine gute Sache an sich schon und vor allem auch deswegen, weil doch für das nächste Jahr ein Gedenkjahr für Klopfer vorbereitet wird und wir hoffen, daß damit das besonders gut gestaltet werden kann. Es ist aber auch deswegen sehr erfreulich, weil damit die Arbeit eines Menschen Anerkennung findet, der sehr selbstlos und in ungemein emsiger Art Sammler- und Betreuertätigkeit draußen betreibt, nämlich Herr Reg.-Rat Dr. Kreuzwirt sen. wenn ich das sagen darf, der wirklich mit Liebe und Sorgfalt einige hundert Exponate zum Teil selber mit dem Rucksack zusammengetragen hat und sie dort sehr sehr schön zusammengestellt hat. Es sind nun noch einige Räume in Gestaltung, wir hoffen, daß das bis zum nächsten Jahr fertig sein wird und ich würde nur wünschen, daß das Heimat- und Klöpfermuseum etwas mehr Publizität hätte. Ich möchte sehr gerne bei dieser Gelegenheit der Hohen Landesregierung, insbesondere dem Herrn Landeshauptmannstellvertreter Prof. Dr. Koren, aber auch dem Betreuer draußen, dem Herrn Regierungsrat Doktor Kreuzwirt recht sehr für die Arbeit draußen und die Unterstützung hier danken. Bei dieser Gelegenheit möchte ich vielleicht nur kurz darauf hinweisen, daß voriges Jahr hier im Hohen Hause eine ausführliche Naturschutzdebatte geführt wurde […]

19. Sitzung des Steierm. Landtages, VI. Periode — 13., 14., 15. und 16. Dezember 1966 627

Hanns Koren, zu dem sonst vor allem der „Steirische Herbst“ einfällt, und zu seinem Geburtsort Köflach die „Frauenbewegung“ mit ihrem Ausflug in das „Museum unseres Heimatdichters“ zum „gemeinsamen Mittagessen“ im „Kloepferkeller“ …

Im Oktober lud die Frauenbewegung Köflach unter Ortsleiterin […] zu einem Ausflug in das Museum unseres Heimatdichters Hans Kloepfer in Eibiswald. Nach einem sehr interessanten und informativen Vortrag ging es in den Kloepferkeller zum gemeinsamen Mittagessen. Im Anschluss führte der Schlatzer-Bus die Frauen zu Strutzmühle, die in der TV-Sendung „9 Plätze – 9 Schätze“ zum schönsten Platzerl Österreichs 2020 gewählt wurde.

In Köflach wurde Hanns Koren geboren, in Köflach starb Hans Koepfler. Eine Wanderempfehlung darf nicht fehlen; auf dem „Hans-Kloepfer-Weg“ mit seinen Mundartgedichten, vielleicht hören sich manche auf dem „Hans-Kloepfer-Weg“ über Kopfhörer Werner Slazmar an, wie dieser die kloepferischen Mundartgedichte interpretiert …

Der Verlag F. Sammler „betreut auch das dichterische Werk von Hans Kloepfer“, beworben wird das kloepferische Mundartwerk mit Franz Xaver Steiner „vulgo ‚Steiner Franz‘, der viele Jahre lang die Volkskultur im ORF geleitet hat“, der nun mit „seiner malerischen Seite“ auftrete; seine literarische Seite ist die Kloepfer-Seite, wie im „Kloepferjahr 2017“

Berührend, würdig und einfühlsam – alles in allem ein stimmungsvoller Abend, organisiert von der Eibiswalder Veranstaltungsinitiative (EVI) unter Obmann Christoph Kremser. Professor Franz Steiner, ein ausgesprochener Kloepfer-Kenner, brachte einen bunten Mix aus Hans Kloepfers Werken, gespickt mit lebendigen Erzählungen aus dem Leben des Dichters. Musikalisch hervorragend untermalt wurden die Texte vom „Drei Dirndl Takt“ – Juliana und Magdalena Pauritsch sowie Anna Pühringer. Mucksmäuschenstill war es während der literarischen und musikalischen Darbietungen im voll besetzten Pfarrsaal. Besonders still war es während der Lesung von Kloepfers Prosa- Werk „Sein Vater“. Wohl kaum ein Auge blieb trocken bei der tief berührenden Geschichte vom kleinen Moosbrugger Bertl, der am Heilig‘ Abend voller Freude seinem, ihm noch unbekannten Vater entgegenging und dabei erfror. Was könnte da musikalisch darauf besser passen als „Heidschi Bumbeitschi“ – wundervoll gespielt und gesungen vom „Drei Dirndl Takt“. Den Organisatoren, Prof. Franz Steiner und den Musikerinnen ein herzliches Danke für den würdigen Abschluss des Kloepfer-Gedenkjahres.

Gekauft werden kann das „dichterische Werk von Hans Kloepfer“ auch über den „Faltershop„, und über den Faltershop nicht nur das kloepferische Buch, beispielsweise

auch ein Buch von Erich Körner-Lakatos,

ebenfalls verlegt vom „Verlag F. Sammler“, der zu dem oben erwähnten ehrenreichen Verlag in Graz gehört

mit seinem recht besonderen Staatsspitzenwerber

dessen Titel „So war das alte Wien – Geschichten über vergangene Tage“ vielleicht Inspirationsquelle für einen Landesrat und seinen eben erst geäußerten Ausspruch gegen eine Jugendliche war, am 31. Jänner 2023: „Dann wäre Wien noch Wien“ —

Die kurzfristige Absage des seit langem geplanten Festabends führte zu einigem Unmut in der Bevölkerung. Dass der „Festabend“ in abgespeckter Form schließlich dennoch stattfanden konnte, ist dem Bürgerkomitee „Sechs Eiben“ zu verdanken. „Vorweg stelle ich klar und unmissverständlich fest, dass wir heute hier keine parteipolitisch motivierte Feier und auch keinen Ersatz für den abgesagten Festabend feiern wollen. Das hier und heute ist eine kultur- und gesellschaftspolitische Wertschätzungs-, Gedenk- und Mahnveranstaltung aus Anlass des Geburtstage von Dr. Hans Kloepfer vor 150 Jahren.“ so Johannes Eisner vom Bürgerkomitee „Sechs Eiben“. Hans Kloepfer als Lebensbegleiter Der Kloepferpark gegenüber dem Geburtshaus des Dichterarztes füllte sich zusehends. Bei Kaiserwetter, wie „Bergeibe“ Johannes Eisner, der durch den Abend führte, konstatierte. Meteorologisch begünstigt vielleicht, weil auch Kaiser Franz Joseph I. an einem 18. August – allerdings im Jahr 1830 – geboren wurde. „Hans Kloepfer war ein Lebensbegleiter“, formulierte es ein Besucher. Mit Harmonikaklängen und bekannten Gedichten, gekonnt vorgetragen von Karl Wöss, wurde das Leben und Wirken von Hans Kloepfer gewürdigt. Wie auch in der aktuellen Ausstellung im Lerchhaus wurde dabei auf dessen politische Einstellung eingegangen. In der Chronik geblättert Heimatforscher Herbert Blatnik erinnerte aber ebenso an die karitative Gesinnung Hans Kloepfers. „Jahr für Jahr beschenkte er zwanzig Rothweiner Schulkinder mit Schuhen und Kleidung.“ Blatnik blätterte auch in der Chronik: „Seit 1954 gibt es das Kloepfermuseum und den Kloepferkeller.“ Zu den Gedenktagen von Hans Kloepfer wurden stets eindrucksvolle Feiern abgehalten – die bisher größte im August 1967, als in der so genannten „Kloepfer-Woche“ der 100. Geburtstag mit Dichterlesungen, Konzerten und Theaterveranstaltungen begangen wurde. „Ungefähr 6.000 Besucher zählte man damals, davon viele aus Graz und Köflach. Der damalige Landeshauptmann Josef Krainer nannte bei einem Festabend unseren Ort erstmals ‚Kloepfermarkt Eibiswald’, so Blatnik.

„Die kurzfristige Absage des seit langem geplanten Festabends führte zu einigem Unmut in der Bevölkerung“. 2017. „In der Bevölkerung“ – zu solch einem Satz muß nichts hinzugefügt werden, wessen Geist dieser verströmt — Und 1967 „nannte bei einem Festabend unseren Ort erstmals“ ein christlichsozialer Landeshauptmann: „Kloepfermarkt Eibiswald“ —

Unter den rund 100 Gästen in den Stadtsälen in Voitsberg befanden sich unter anderem der Voitsberger Gemeinde- und Bundesrat Markus Leinfellner, Landtagsabgeordneter Patrick Derler sowie Nationalrat a. D. Günther Kumpitsch und LAbg. a. D. Christian Cramer. Zudem gelang es dem Kulturforum Steiermark erneut, hochkarätige und versierte Experten für seine Veranstaltung zu gewinnen. Prof. Dr. Ernst Lasnik thematisierte in seinen Ausführungen den Werdegang Kloepfers, sein Wirken als Arzt in Eibiswald und Köflach sowie dessen Hinwendung zur Mundartdichtung. Untermalt mit Bildmaterial gelang es Prof. Lasnik eindrucksvoll, Kloepfer auch im Kontext seiner Zeit darzustellen. DPTS Dipl. Päd. Thomas Reischl wiederum brachte als Vortragender dem Publikum zahlreiche bekannte und beliebte Gedichte dar, die Kloepfer vornehmlich in der damals gebräuchlichen weststeirischen Mundart schrieb und die Reischl – in der Region aufgewachsen und lebend – perfekt beherrschte und wiedergab. Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von der Fuchsbartl-Banda. Der Vorsitzende des Kulturforums Gerald Deutschmann zeigte sich nicht nur über die Expertise der Vortragenden und deren Ausführungen, sondern auch über die Annahme der Veranstaltung in der Region hocherfreut. „Die zahlreichen Gäste beweisen, welch außergewöhnliche Rolle Hans Kloepfer für die gesamte Region spielte und immer noch innehat. Es war uns angesichts seines 155. Geburtsjahres sowie der Diskussionen in Graz rund um die Wiederaufstellung der Kloepfer-Büste ein besonderes Anliegen, mit Experten nochmals die Rolle und das Wirken des Heimatliteraten zu beleuchten und ihn dabei auch in einen historischen Kontext zu setzen, war Kloepfer doch neben seiner Rolle als Arzt und Heimatdichter auch ein Kind seiner Zeit mit all ihren Erschwernissen und politischen Irrwegen.“

Kulturforum Steiermark:Expertenrunde beleuchtete das Leben Hans Kloepfers sowie dessen literarisches Wirken. 15. Dezember 20222

Das ist auf der Website Landtags- und Parlamentspartei zu lesen, an diesem 6. Februar 2023, auf der Website also, von der aus auf Hans Kloepfer gekommen war, auf der Hans Kloepfer mit seinem „großartigen Werk“ Otto Mühl als „Kinderschänder“ gegenübergestellt wird,

mit Otto Mühl als Straftäter abgerechnet wird, wobei sie allerdings, das nur nebenher, eines eint, eine Vorliebe für das Voranstellen von „direkt“; vielleicht ist der Einfluß der Gruppe mit Otto Mühl auf diese Partei größer als diese Partei es selbst …

Hans Kloepfer, der ausgewachsene und auf dem Weg zum alten Mann, „ein Kind seiner Zeit mit all ihren Erschwernissen und politischen Irrwegen“, auch diesen „Experten“ dieser Partei fällt es schwer, diese Zeit klar und deutlich zu benennen, stattdessen „Zeit mit all ihren Erschwernissen und politischen Irrwegen“. Vielleicht muß so lieblich formuliert werden, um eingeladen zu werden. Auch das nichts Neues. Fällt hierzu ein weiterer hochangesehener Mundartwerker so nebenher gleich ein. Mitglied der NSDSAP zu sein, und das schon seit 1933, sind dann bloße „Verwicklungen mit dem NS-Regime“ …

Es gibt dann ein Buch über Hans Kloepfer vom Vitalis-Verlag: „Aber Arzt bin ich geblieben“. Auf der Website dieses Verlages sind Pressestimmen veröffentlicht, die für dieses Buch werben sollen. Eine ist von Georg Immanuel Nagel, der über dieses Buch schreibt:

Der von vielen verehrte und zu Lebzeiten mit zahlreichen Würdigungen überhäufte „Dichterarzt“ wird heute gerne aus politisch korrekten Gründen verfemt, doch die Vita des bodenständigen Mediziners verdient eine tiefere Betrachtung als das pauschalisierende Verdikt der Volks- und Heimatlosen.

Hans Kloepfer, „verfemt, das pauschalierende Verdikt der Volks- und Heimatlosen“ Das genügt als Zitat, um zu wissen, wessen Geist hier die Treue gehalten wird. Etwas anderes von Georg Immanuel Nagel zu lesen, würde auch überraschen. Und, auch das würde überraschen, würde er das woanders schreiben, als in der ZZ der Familie Mölzer, dessen Vater Mölzer in seinem Werke einem Hermann Nitsch in keiner Weise nachsteht, bloß, daß Andreas Mölzer dem Christian Hafenecker näher ist als Hermann Nitsch … Christian Hafenecker, das nur nebenher, werden „Experten“ oder einst „Historiker“, wie sie es dem Werke Hans Kloepfers bestätigten, bestätigen, daß er sich nicht „antisemitisch“ geäußert hat: Denunziation mit zwei z zu schreiben, also „Denunziazion“ — Denunia-zion — ach, heutzutage bloß ein, Tippfehler, oder, bloß eine alte, ganz alte Schreibweise, wie sie etwa galt den Habsburgischen im 18. Jahrhundert, oder wie Heinrich Heine sie im 19. Jahrhundert anwandte. Es wird bloß ein Verschreiber sein, gerade bei einem Wort, wie das von Christian Hafenecker geschriebene „Denunziazionsplattformen„, um darin „zion“ zu entdecken, muß ein Mensch schon ein schriftstellender Künstler wie Mölzer oder Nitsch sein — Das aber ist für nebenher schon zu viel …

Von „Kindesmissbrauch“ und „Kinderschänder“ führte der Weg zu Hans Kloepfer, schließlich zum Buch „Aber Arzt bin ich geblieben“, für das mit Georg Immanuel Nagel, der über die „Zersetzung des deutschen Volkes“ gar recht weiß, geworben wird und zugleich auch damit:

Die Jahre des Krieges machten aus dem Heimatdichter gewissermaßen einen weit über die Grenzen hinaus bekannten Volkspoeten. 1938 mit dem Wolfgang-Amadeus-Mozart-Preis in der Grazer Universität geehrt, spricht das Gutachten der Reichsschrifttumskammer davon, dass Kloepfer „wertvolle Bücher“ geschrieben habe, von besonderer Bedeutung seien seine Gedichte in steirischer Mundart und seine Heimaterzählungen.

Salfellner schildert die Auftritte Kloepfers in der Weststeiermark schonungslos. In diesen Leseabenden beschwor der Dichter etwa die „Gefolgschaft und Treue zum Führer“. Sein 1941 verfasster Gedichtband „Dahoam“ wurde Wehrmachtssoldaten an die Front geschickt. Noch 1944 wurden von seinem Band „Erntedank“ 100.000 Bände für Wehrmachtsangehörige gedruckt.

Buchtipp

Alle, die keine „Nazis“ sind und das Werk von Hans Kloepfer seit Jahrzehnten treu pflegen und hegen, in der Steiermark, in Österreich, können allen, die etwas gegen Hans Kloepfer vorzubringen sich genötigt fühlen, das „Gutachten der Reichsschrifttumskammer“ unter die Nase halten: er, Kloepfer, habe „wertvolle Bücher geschrieben, von besonderer Bedeutung seien seine Gedichte in steirischer Mundart und seine Heimaterzählungen“.

Und hat Hans Kloepfer, „Arzt, Dichter, Mensch“, wie es so ehrlich auf dem Kloepferjahr-Plakat steht, nicht das Edelste getan, was ein Arzt, ein Dichter, ein Mensch tun kann? Er dichtete – Lesefutter für das „Kanonenfutter“ … „Noch 1944 wurden von seinem Band ‚Erntedank‘ 100.00 Bände für Wehrmachtsangehörige gedruckt.“ Und der Tod wird ihm wohl auch heute noch in guter Erinnerung haben, allein schon für sein „Erntedank“, ihm vielleicht seit damals Jahr für Jahr seinen Dank schicken für die reiche Ernte, die ihm auch dieser Arzt, Dichter, Mensch beschert …

NS Es war nicht die „Zeit mit all ihren Erschwernissen und politischen Irrwegen“, es war die Zeit der nationalsozialistischen Massenmordverbrecher, die Zeit der nationalsozialistischen Massenverbrecherinnen, und so auch die Zeit der größten Kindheitsschändung.

NNS Wie gut seit damals die Zeit geworden ist. Hans Kloepfer ist kein Lesefutter für das „Kanonenfutter“ mehr.

Nun ist Hans Kloepfer nur mehr Stoff für das „Stimmvieh“. Von so vielen ihm verabreichter Stoff. Ein Stoff aber, der ihm auf dem Wahlzettel nur mehr eine einzige Partei zum Ankreuzen sehen läßt —

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„Trotz Fall“ Hitler: Parlamentspartei FPÖ „wirbt für“ Hans Kloepfer – „könnte einem speiübel werden“, so LAbg. Stefan Hermann“

Einen Kontextualisierungstext zum „Künstler“ Otto Mühl oder Hinweise auf seine schwerwiegenden Straftaten, findet man im Rahmen der von der Stadt Graz propagierten Ausstellungsankündigung vergeblich. Für die Grazer Freiheitlichen ein völlig inakzeptabler Zustand. „Es ist nicht hinzunehmen, dass eine Ausstellung mit Werken von Otto Mühl vom Kulturamt der Stadt Graz unreflektiert beworben wird. Während die Büste des unbescholtenen Arztes und Heimatdichters Hans Kloepfer mit einer Kontextualisierungstafel ausgestattet wird und man hier keinesfalls die Person von seinem – in diesem Fall großartigen – Werk trennen möchte, wirbt man für den verurteilten Kinderschänder Otto Mühl ohne jeglichen Hinweis auf dessen furchtbare Taten. Kulturstadtrat Riegler sollte die Bewerbung dieser Vernissage sofort von der offiziellen Homepage nehmen. Die Steuerzahler haben wohl wenig Verständnis dafür, dass auf einer von ihnen finanzierten Internetseite eine Veranstaltung mit Werken von Otto Mühl völlig unkritisch und ohne jede Kontextualisierung beworben wird. Bei einer derartigen Ignoranz gegenüber dem Thema Kindesmissbrauch – gerade angesichts des Falles Teichtmeister – könnte einem speiübel werden“, so FPÖ-Landesparteisekretär LAbg. Stefan Hermann.

Es kann nicht ausbleiben, daß die gesinnungsgemäß zensurierte Website die auf der Website der steiermärkischen FPÖ verbreitete Lobpreisung des Hans Klopfer durch Stefan Hermann am 30. Jänner 2023 wiederholend weiterverbreitet und gesinnungsschuldig um den eigenwilligsten Freispruch für Hans Kloepfer ergänzt

Historiker bestätigten aber, dass sich der steirische Dichter in seinen Werken nie antisemitisch geäußert habe. Während also bei Kloepfer ein Zusatztext über sein Engagement für den Anschluss angebracht werden musste […]

Muß eine Nationalsozialistin sich dann noch in ihren Werken antisemitisch äußern, wenn sie dichtet, wie Hans Kloepfer dichtete?

„Schreibm tuat er si Hitler,/ und uns so guat gsinnt,/wia ma weit in der Welt/ net an liabern wo findt.“

Muß ein Nationalsozialist, der wie Hans Kloepfer im hohen Alter gesinnungserfüllt 1944 als Nationalsozialist „dahoam“ stirbt, sich dann noch in seinen Werken antisemitisch äußern? Zu dessen Begräbnis Adolf Hitler und Joseph Goebbels Kränze schicken, Gauleiter Sigfried Uiberreither ihn in seiner Grabrede als „Kämpfer der Verbotszeit“ lobt

Antisemitismus: Taufname Adolf Hitler.

Stefan Hermann und die gesinnungsgemäß zensurierte Website rücken aus gegen die „Ignoranz gegenüber dem Thema Kindesmissbrauch“ und bringen dafür Hans Kloepfer in Stellung, der ihnen Inbegriff eines „unbescholtenen Arztes und Heimatdichters“ ist. Freilich war Hans Kloepfer ein unbescholtener – nach den nationalsozialistischen Gesetzen

Und weil ihr Heimatdichter auch Arzt war, darf in diesem Zusammenhang auf den vielfachen und mannigfachen massenmörderischen Kindesmißbrauch zu Lebzeiten von Hans Kloepfer erinnert werden, auch durch medizinischen Personal, etwa durch Dr. Josef Mengele

Kindesmißbrauch: Taufname Adolf Baldur Hitler.

Die gesinnungsgemäß zensurierte Website weist daraufhin, und das wohl zur Bekräftigung des Freispruchs für ihren heimatdichtenden Arzt, Otto Mühl sei „im Krieg übrigens Wehrmachtssoldat“ gewesen, ach, wenn sogar Otto Mühl Wehrmachtssoldat war, was kann dann Hans Kloepfer —

Als Otto Mühl zur Wehrmacht eingezogen, war er ein Jugendlicher von achtzehn Jahren, und Hans Kloepfer ein alter Mann von sechsundsiebzig Jahren. Wäre, wenn dies auch müßig zu fragen ist, das straffällige Leben des Otto Mühl anders verlaufen, wäre er nicht Kind in Zeiten der zwei Diktaturen gewesen, wäre er nicht Jugendlicher in der Zeit des größten Mißbrauches von Kindern, Jugendlichen gewesen, gedrillt zu unbedingtem Gehorsam, dazu erzogen, im Undemokratischen, im Autokratischen, im Diktatorischen, im Totalitären das höchste Kulturgut auf Erden

Es bedurfte also keiner „von außen über Österreich hereinbrechenden deutschen Truppen“, um den nationalsozialistischen Machtwechsel vor Ort zu bewerkstelligen. Die zahlreichen Funktionäre und Sympathisanten vor Ort reichten dafür aus. Unterdessen war Hans Kloepfer weiterhin propagandistisch für die neuen Herrscher tätig und schwor die Bauern auf den Nationalsozialismus ein. Zwei Wochen später sprach er sich für ein Ja bei der kommenden Volksabstimmung, welche den „Anschluss“ legitimierten sollte, aus.

Im Dezember 1939 wurde das Opferbuch im Kreis Voitsberg aufgelegt. […] Im selben Monat fand Hans Kloepfers erster propagandistischer Auftritt nach Kriegsausbruch statt. Er las sein Gedicht „Der Führer“ für die Hitlerjugend des Kreises. In diesem schrieb er wohl beeindruckt vom schnellen Sieg über Polen zur Person Hitler: „Ich fasse deines Wesens Allmacht nicht“ und „was wir in der Welt an Großem schauen, es ist dein Werk und seine Kraft bist du“.

Hans Klopfer las also sein Gedicht „Der Führer“ der Hitlerjugend – „Ich fasse deines Wesens Allmacht nicht – was wir in der Welt an Großem schauen, es ist dein Werk und seine Kraft bist du“. Das Eingezogenwerden in die Hitlergjugend erfolgte nicht erst, wenn ein Mensch ein Jugendlicher geworden war, sondern er mußte bereits als Kind in die Hitlerjugend, als Kind mußte er in die Hitlerjugend einrücken, um dann auf diese Weise auch von einem Hans Kloepfer mißbraucht zu werden.

Zu Hitlers Geburtstag [1940] verfasste Hans Kloepfer ein weiteres verherrlichendes Gedicht für diesen.

Im Winter 1941/1942 erlitt die Wehrmacht ihre ersten großen Niederlagen. Diese Rückschläge, der Kriegseintritt der Vereinigten Staaten von Amerika und die steigende Zahl der Gefallenen wirkten sich natürlich negativ auf die Stimmung in der Bevölkerung aus. Die Nationalsozialisten im Kreis mussten auf diese veränderte Stimmungslage reagieren. Auf die Lage an der Front gingen sie dabei allerdings nicht ein. Vielmehr reagierte die NSPropaganda vor Ort mit Aufrufen an die Bevölkerung an der Heimatfront, „für den Sieg zu kämpfen“. Der erste Aufruf des neuen Kreisleiters Huber Eissner behandelte ebenfalls diese Thematik. Er forderte die Kreisbevölkerung auf, alles für den „Sieg gegen den Bolschewismus, die jüdische Pest des 20. Jahrhunderts“ zu geben und bedankte sich für die rege Teilnahme an der Sammelaktion „Woll- und Wintersachen für die Front“. Auch Hans Kloepfer schrieb wieder im Sinne der NS-Propaganda und grüßte die steirischen Frontsoldaten in Gedichtform.

Der August stand außerdem im Zeichen des 75. Geburtstages von Hans Kloepfer. Gauleiter Uiberreither besuchte zu diesem Anlass den Kreis und übermittelte sogar Glückwünsche von Propagandaminister Goebbels.

Am 27. Juni 1944 verstarb Hans Kloepfer, ein wesentlicher ideologischer Wegbereiter des Nationalsozialismus in der Weststeiermark. An der Trauerkundgebung nahmen 3.600 Personen teil, darunter auch die Kreisleiter von Voitsberg und Deutschlandsberg, Gauleiter Uiberreither und Regierungspräsident Müller-Haccius. Es sollte Uiberreithers vorletzter
Besuch im Kreis Voitsberg sein. Im Juli fand eine „Kampfkundgebung“ in Voitsberg statt, bei der Eissner unbeirrt von der Lage und im Sinne der nationalsozialistischen Durchhalteparolen meinte: „Wir wollen uns nun mehr denn je um den Führer scharen, noch besser kämpfen, arbeiten und unsere Pflicht tun“.

Der Nationalsozialismus im Kreis Voitsberg zwischen 1938 und 1945. Dissertation zur Erlangung des Doktorgrades der Philosophie an der Karl-Franzens-Universität Graz, eingereicht von Mag. Martin Amschl. 2015

Christian Hafenecker betrachtet

„Mit beinahe ruckhaften Bewegungen näherte sich der Graue der Bronzehäutigen. […] Seine Hände gierten nach ihren Brüsten, seine Knie versuchten, ihre Schenkel auseinanderzudrücken, sein Mund saugte sich in die Haut ihres Halses. […] Mit Armen und Beinen versuchte sie ihn wegzudrängen, sie biß ihn in die Schulter, riß ihn an den Haaren. […] Der Graue aber war wie von Sinnen – er erhob sich halb über den Körper der Frau und begann mit beiden Händen, auf sie einzuschlagen. […] Hart warf er sie zu Boden, wo sie wimmernd liegenblieb. Und nun, da die Bronzehäutige willenlos unter ihm lag, drang er mit einem Ruck in sie ein – und nach einigen heftigen Stößen brach er auf ihr zusammen. Als er sich wieder aufrichtete, blickte er aus leeren Augen auf die Frau unter sich. Ihre vorher bronzeschimmernde Haut war mit Schweiß und Blut verschmiert, blaue Schwielen und Kratzspuren zogen sich über die Brust […]. Die Augen in dem zerschlagenen, blutunterlaufenen Antlitz waren geschlossen, und den Mund umspielte ein Zug von tödlichem Frieden.“

Christian Hafenecker läßt in dem von der gesinnungsgemäß zensurierten Website am 25. Jänner 2023 verbreiteten Video Passagen aus Gedrucktem vorlesen, die er dann kommentiert

Aus seinem Buch […] bringen, einfach nur, um bissel einen Blick zu ermöglichen auf die krause Gedankenwelt dieses Künstlers.

Christian Hafenecker rezitiert nicht selbst, er läßt rezitieren, und nach der jeweiligen durch einen Engagierten vorgetragenen Passage die Werkbetrachtung durch Christian Hafenecker

Massiv verstörend ist für mich auch das Frauenbild von […], das ebenso in diesem Buch dargestellt wird. Auch da wiederum Texte, wo ich mir denk, wem fällt so etwas eigentlich ein und warum ist dann eine Frau wie […] keinen Termin ausgelassen, um sich mit diesem Herrn auch noch abzubilden. Welche Signale möchte man angesichts dieses vollkommen krankhaften Textes eigentlich an die Frauen in diesem […]land senden […] So etwas zu Papier zu bringen, ist unerträglich und zeigt einmal, wessen Geistes Kind dieser Herr […] Für mich ist nur eines klar, so etwas darf auf die Gesellschaft nicht losgelassen werden und so etwas hat vor allem nicht die höchsten Auszeichnungen […] Sondern, da müßte man eigentlich andere Maßnahmen treffen.

Christian Hafenecker betrachtet aber nicht Andreas Mölzer, sondern Hermann Nitsch, von dem jedoch nicht das diesem Kapitel vorangestellte Zitat ist, sondern von Andreas Mölzer.

Was Christian Hafenecker zu Hermann Nitsch und zur ÖVP sagt, könnte ein Christian Hafenecker anderer Parteizugehörigkeit aus parteipolitischer Gefolgschaft ebenso zu Andreas Mölzer und zur FPÖ sagen, ohne dabei etwas an den Kernaussagen ändern zu müssen

Und was ebenfalls auf beide zutrifft, beide, Mölzer und Nitsch, wurden ausgezeichnet, auch von der ÖVP, wenn auch nicht von der ÖVP allein —

Eine Passage von Hermann Nitsch, die Christian Hafenecker von einem Engagierten hat vorlesen lassen, hier ebenfalls zu zitieren, erübrigt sich, genügt doch das obige Zitat von Andreas Mölzer vollauf, um zu verstehen, weshalb dieses Frauenbild Christian Hafenecker massiv verstört

Um seine Frage zu wiederholen, welche Signale möchten die Männer an die Frauen in diesem Land senden?

Weder im Besitz eines Buches von Hermann Nitsch noch von Andreas Mölzer — Christian Hafenecker wird wohl von beiden ihre Bücher in seiner Bibliothek haben oder nur von einem und vom anderen hat vielleicht der engagierte Idealist oder idealistische Engagierte selbst diese zum Vorlesen mitgebracht —, mußte für das obige mölzerische Zitat als Quelle ein Archiv herangezogen werden, das dem Christian Hafenecker eine „Denunziazionsplattform“ …

He got the Nobel Prize in Literature

Es kann ins Grübeln gebracht werden — das ist wohl die Absicht, heißt die von „Österreich 1“ ausgestrahlte Sendung doch „Gedanken für den Tag“ —, wenn am Morgen „Literaturnobelpreisträger James Baldwin“ verlautbart wird.

Das wäre, wie es so schön gesagt wird, nobel zu übergehen, zu übergehen, daß der Verfasser und Sprecher dieser „Gedanken für den Tag“ am 26. Jänner 2023 James Baldwin den Literaturnobelpreis zuspricht, zu übergehen, daß die für diese Sendung verantwortliche Redaktion von „Ö1“ das nicht korrigiert; ein Irrtum kann nun einmal passieren, ein Irrtum kann nun einmal übersehen werden.

Ach, es soll nichts Schlimmeres passieren, als einmal einen Menschen Literaturnobelpreisträger zu nennen, der den Literaturnobelpreis nicht bekam. Die Morgen müßten nicht mit Furcht erwartet werden, was wird diesmal gesendet werden.

Der Verfasser und Sprecher nennt in seinen „Gedanken für den Tag“ noch einen weiteren Schreibenden. Er sagt: „Schriftsteller Elias Canetti“. Die Redaktion hat daran nichts auszusetzen. Dabei, wie rasch wäre das zu berichtigen gewesen. Sie hätten im Manuskript bloß – zu erledigen in zwanzig Sekunden auch noch kurz vor Sendungsbeginn – bei Elias Canetti „Schriftsteller“ durch „Literaturnobelpreisträger“ und bei James Baldwin „Literaturnobelpreisträger“ durch „Schriftsteller“ …

Und das kann ein Grübeln auslösen.

Passierte das einfach aus Irrtum? Eine schlichte Verwechslung? Canetti mit Baldwin und Baldwin mit Canetti? Die Redaktion im Vertrauen darauf, es werde alles seine Richtigkeit haben, darauf verzichtet, wenigstens einen prüfenden Blick auf die Fakten im Manuskript zu werfen?

Wenn Tage später der Irrtum ohne Berichtigung auf der Website dieses Senders weiterhin gelesen werden kann, wie heute am 31. Jänner 2023, nicht einmal Tage später der Text ohne Richtigstellung und also mit dem Irrtum veröffentlicht bleibt, war es dann doch mehr als ein Irrtum, ein durch die gegenwärtige Weltsicht moralisch dominiertes Bewußtsein mehr unbewußt als willentlich in Gang gesetzte Absicht

Aus einem Literaturnobelpreisträger einen bloßen Schriftsteller zu machen und aus einem Schriftsteller einen Literaturnobelpreisträger. Was ist der Sinn davon? Der Zweck? Was will damit, wie es gar so modern heißt, kommuniziert werden?

Eine Wiedergutmachung an James Baldwin, weil er, wie Verfasser und Redaktion womöglich ehrenwert meinen, ungerechterweise den Nobelpreis nicht bekam? Eine Zurechtstutzung des Elias Canetti, weil er, wie Redaktion und Verfasser womöglich meinen, den Literaturnobelpreis bekam, er, der weiße alte Mann — 1981 war er tatsächlich ein alter und tatsächlich ein weißhaariger Mann, von 76 Jahren –, und nicht er, der junge und nicht weißhaarige Mann — er wäre im Gegensatz zu Elias Canetti tatsächlich jung gewesen, hätte er den Nobelpreis bekommen; er starb mit 63 Jahren.

Aber vielleicht hätte James Baldwin es gar nicht als Auszeichnung empfunden, den Nobelpreis zu bekommen. Vielleicht hätte er es mehr als Auszeichnung empfunden womöglich hatte er, wenn er sich je damit beschäftigte, es als Auszeichnung empfunden, zu jenen Schreibenden zu gehören, die nicht den Nobelpreis bekamen. Und das sind nicht nur wenige, sondern die Besten der Besten, zu denen durchaus, das soll nicht in Abrede gestellt werden, auch die eine und der andere mit dem Literaturnobelpreis Belohnte gehören, und wie bei den anderen im exklusiven Klub der Literaturnobelpreislosen gab es auch bei James Baldwin viele außerliterarische Gründe vor allem moralisch deformierter Natur, ihn nicht mit dem Literaturnobelpreis zu belohnen. Auszuschließen ist nicht, daß bei James Baldwin seine Hautfarbe noch hinzukam, bekam doch erst 1986 ein Mann mit der gleichen sogenannten Hautfarbe den Nobelpreis für Literatur; ein Jahr vor dem Ableben des James Baldwin —

Einem weißhaarigen James Baldwin wäre wohl die Literaturnobelpreisbelohnung ebenfalls versagt geblieben. Um die sich zu verdienen, hätte er in seinen Werken die Vorhänge zuziehen müssen, um den weltsichtigen, den ethischen Ansprüchen des moralisch einwandfreien Nobelpreiskomitees —

„In der Finsternis wird alles deutlich.“

Im Aufwachen. Nacht. Der Fernsehapparat eingeschaltet. Der Bildschirm, Dunkelheit. Eine Fernseharbeit von Samuel Beckett. Gestalten in der Finsternis. Schlecht sehen. Nicht hören. Anlaß? Kein Todestag von Samuel Beckett. Kein Geburtstag von ihm. Was veranlaßt den ORF, am 25. Jänner 2023 Fernseharbeiten von Samuel Beckett zu senden? Und welche? Oder nur eine Fernseharbeit? Nicht auszumachen. Noch nicht wach genug? Im Traum wachgeworden?

Welche Fernseharbeit ist zu sehen

Im Traum

Im ORF

„Nacht und Träume

Was Wo

Geister-Trio

Schatten

… nur noch Gewölk …

He, Joe“

Versuchen, zu erinnern.

Eingeschlafen, sofort nach der Beurteilung, als was diese in das Schlafzimmer oder in das Anziehzimmer oder in eine sonst imperiale Kammer gestellte „Black Box“, dieser mitgebrachte“Kubus“:

Geht fast als modernes Kunstwerk durch.

Who says this and calls — I?

Das entbehrt nicht eines gewissen, wenn auch — es doch bloß fast durchginge — vorsichtigen Mutes, zu einem Mann zu sagen, es ginge fast als modernes, fast als Kunstwerk durch, birgt es doch die Gefahr für den Sagenden in sich, von diesem Mann seine Aufgabe als eine zu betrachten, die nicht erwähnenswert; das, es ginge fast als Kunstwerk durch, zu einem Mann zu sagen, der zwar nicht bestreiten wird, daß es Künstler gibt, aber für ihn die Aufgaben der Künstlerinnen nicht zu den „wichtigen Aufgaben, die in Summe unseren Erfolg als Gemeinschaft ermöglichen“, zählen, deren Tun so unerwähnenwert ist, daß es für ihn wohl deren ungerechtfertigte Bevorzugung wäre, sie, die Künstler gleich welcher Kunstform, sie, die Künstlerinnen jedweder Kunstform, aufzunehmen in die von ihm kurz davor genannte Schar der Erfüllenden von „Aufgaben, die in Summe …“

Tage später der Versuchung erlegen. Es doch anzusehen. Es ist keine Fernseharbeit von Samuel Beckett, die der ORF am 25. Jänner 2023 pflichtschuldigst aussandte.

Wer sprach so? Es war Hanno Settele.

Sein Fast – wären nur alle Träume so leicht erklärbar – ließ also davon träumen, der ORF sendete eine moderne und nicht nur eine fast moderne Fernseharbeit. Dabei war es bloß, das ist, wie es Hanno Settele einmal im Kubus in bezug auf Zumutbarkeit sagte, die Wahrheit oder die Realität, eine der berühmten oder berüchtigten von sogenannten Privatfernsehanstalten bevorzugten Realityshows als Zumutung, die er im öffentlich-rechtlichen Rundfunk Österreichs —

„In der Finsternis wird alles deutlich. So ist es nicht nur mit den Erscheinungen, mit dem Bildhaften, es ist auch mit der Sprache so.“

Tatsächlich, es darf ihm geglaubt werden, dem Weltschriftsteller in Österreich, deutlich sind sie zu sehen, die drei Menschen an einem Tisch, deutlich sind zu hören, die zwanzig Fragen, die zwanzig Antworten.

Nicht einschlafen, nicht wieder einschlafen.

Der Präsident: Das Nichttun. Beschönigend. Die Sprüche vom Strache in dem berühmt-berüchtigten Ibiza-Video waren nach damaliger Rechtslage strafrechtlich irrelavant, weil er nicht im Amt war.
Hanno Settele: Haben wir ein Korruptionsproblem im Land.
Der Präsident: Ja, sicher, das hat sich ja anhand der Chat-Protokolle herausgestellt.

Erinnern, wieder erinnern. Vor nachgerade acht Monaten waren ihm die Ibiza-Spüche noch „glatter Betrug“ … und bei den Chat-Protokollen hingegen, sah er „deutliche Unterschiede“ —

Nicht einschlafen. Weiter.

Der Präsident: Freundliche Gespräche in solchen Fällen geführt, weil Sebastian Kurz ja berühmt, berüchtigt sagen welche, war für die Versuche der sogenannten Message-Control. Also nur das, was er sozusagen unter das Volk bringen will, das gehört unterstützt, alles andere mhm, nur jetzt bin ich aber ein bissel schwerer zu kontrollieren als, Kraft Amtes, als Minister beispielsweise aus der eigenen Fraktion.

Erinnern, wieder erinnern. Einfach kurz gesagt, weiter erinnern. Kontrollieren ist nicht stets zielführend, effektiver zumeist, einen Menschen sich dienstbar zu machen, einsetzbar, nicht selten dadurch, diesen Menschen glauben zu machen, eine Person unterschätzen zu können … und wie viele wurden von dem dienstbaren Menschen schon unterschätzt?

Der, das letzte Beispiel, Festungskommandant wurde von ihm unterschätzt.

Eine Unterschätzung ist es auch, sich täuschen zu lassen …

Eine Unterschätzung ist es auch, einen Menschen zu überschätzen, was dieser leisten wird können, und dabei ihm, ohne von ihm getäuscht worden zu sein, dienstbar zu sein, etwa durch überschwängliche Grußbotschaften

Nicht einschlafen. Erinnern, weiter erinnern. Auch für ihn, der noch vor seiner Angelobung an einem Donnerstag schon an die Nachred‘ auf seine Amtszeiten

Ja, es gibt für ihn keine Wahl mehr, wie er selbst sagt, in dieses Amt, nur noch die Geschichtsbücher, und das kann Sorge bereiten, was in diesen einst stehen wird, vielleicht, er habe seine späte Liebe zum Gewissen

Der Präsident: Karl Nehammer und ich haben uns, wir haben ein, finde ich, sehr gutes Arbeitsverhältnis entwickelt. Im Laufe der Zeit. Ich habe ihm im großen und ganzen sehr geschätzt schon als Innenminister. Jetzt Bundeskanzler zu sein, ist noch einmal ganz was anderes, ein riesiges Arbeitsfeld, also ich beneide niemand, der tagaus, tagein da Politik machen muß. Ich unterschätze das in keiner Weise.

Schlafen. Weiterschlafen.

Dennoch bald wieder aufgewacht, zu früh aufgewacht, als Hanno Settele

Susanne, geh du voran!

lustig — lustig aber, wirklich lustig wird es einst sein, wenn wieder wer vorangehen wird müssen, damit alle ihr Gewissen

27. Jänner, Tag der Erinnerungen

Am 27. Jänner erinnern sich Menschen unterschiedlich.

Es gibt die Menschen, die an diesem 27. Jänner ’23 recht stolz an einen Ball sich erinnern werden, der genau am 27. Jänner stattfand

Am 27. Jänner vor elf Jahren.

An den Ball eines Schaftkreises für Patrioten, in der Patriotinnen als Patrioten mitlaufen, deren Hauptpartei es allenthalben mit Parteinamenänderungen versuchte, wie auch der Ball selbst Titeländerungen unterworfen wurde, die, da die Gesinnung sich nicht änderte, nicht zu verstehen sind.

Es wird noch Menschen geben, die sich in an diesen 27. Jänner erinnern, an den 27. Jänner vor zwei Jahren.

Und es wird noch viel mehr, recht viel mehr Menschen geben, die sich an keinen der 27. Jänner erinnern werden, wenn sie zur Urne schreiten.

Und dann gibt es die Tafeln, nicht nur die Tafel in der Salesianergasse 33 im dritten Bezirk Wiens, die zum wunderschönen Erinnern einladen, wie eben die Tafel im wunderschönen Haus Salesianergasse 33, zur wunderschönen Erinnerung an Josef Hoffmann, der in diesem Haus bis zu seinem Tod lebte, vor sechsundsechzig Jahren …

Eingezogen ist er in dieses Haus, als es Österreich, wie es zur wunderschönen Gewissenserleichterung heißt, nicht gab, bloß einen Österreicher, der das deutsche reich regierte. Wie es Josef Hoffmann selbst mit diesem Regime, dem Auschwitz ein wunderschönes Haus gewesen sein wird, hielt, in einer Ausstellung mit einem für Österreich bezeichnenden Titel war einiges zu erfahren, vor bald zwei Jahren.

Der Gedenktext zur wunderschönen Erinnerung an dieses wunderschöne Haus lautet:

„In diesem Hause wohnte von 1939-1956 der Architekt und Begründer der Wiener Werkstätte Josef Hoffmann 1870-1956 Kulturamt der Stadt Wien Österreichische Gesellschaft für Architektur

Es würde die wunderschöne Erinnerung an dieses wunderschöne Haus zerstören, erinnerte die Josef-Hoffmann-Tafel daran, daß er wohl recht luxuriös in einem „arisierten“ Haus

In diesem Haus wohnte in einer arisierten Wohnung
von dem hitlerischen Österreich an auch
Architekt Josef Hoffmann, Begründer der Wiener
Werkstätte, bis zu seinem Tod am 7. Mai 1956

Es gibt zu den Arisierungen im von einem Österreicher geführten deutschen reich ein Buch, das nicht Arisierungen auf Deutsch heißt, sondern dessen Titel für Österreich bezeichnend und so zutreffend „Arisierungen auf Österreichisch“ —

Es war ihm in seinem schon recht hohen Alter wohl recht bequem, seinen Auftrag zum Umbau zum „Haus der Wehrmacht“ in unmittelbarer Nähe seiner „arisierten Luxuswohnung“ erfüllen zu können. Das seit 1918 als „Deutsche diplomatische Vertretung“ und nach 1938 als „Dienststelle des Auswärtigen Amtes“ verwendete Palais befand sich bezeichnenderweise in der nach dem Spitzelwesenmeister heute noch so benannten Metternichgasse auf Nummer 3. Das Palais wurde beginnend mit 1957 abgerissen. Fertigstellung des Baus eines neuen Botschaftsgebäudes 1964, beauftragt war Rolf Gutbrod. 2019 Abriß dieses Neubaus und mit 2021 Beginn eines Neubaus, der 2024 fertiggestellt sein soll.

Nicht allzu weit von der Metternichgasse 3 und von der Salesianergasse 33 entfernt, in der Josef Hoffmann seit 1939 oder, gemäß einer anderen Quelle, die in einem Artikel vor achtzehn Jahren an einem 27. Jänner genannt wird, seit dem 28. Mai 1940 in einer „arisierten Luxuswohnung (2/7)“ lebte, also sechzehn oder siebzehn lange Jahre lang, soll ein Mann wohnen, dem das späte Glück der Entdeckung des Gewissens beschieden ist …

Vielleicht werden sich eines nicht fernen Tages Menschen daran erinnern, es wird kein 27. Jänner sein müssen, wenn wieder einmal Angelobungen auf der Tagesordnung stehen werden, an gleich welchem Wochentag, der ein Montag sein wird

Und kurz davor die Beteiligten, oder wie sie auch genannt werden, die Verantwortlichen der Regierungsausmachung, der Regierungsbildung, der Regierungsangelobung sich daran erinnern werden, wie das geht, mit der Gewissenswahrung —

Auf der Suche nach der Antwort auf die von Scharfmüller unbeantwortete Frage nach der Vorsatz-Erkundigung des Volksanwaltes ein Video „für Patrioten“ auf „Info-Direkt“ gefunden und dabei „auch Privates“ erfahren, etwa von …

Aber das darf Michael Scharfmüller nicht als Kritik verstehen. Denn. Zu dankbar für seine Kritik anstelle einer Antwort.

Deine Texte sind so grottenschlecht, ich würde diese an deiner Stelle nicht veröffentlichen, sondern nur auf Klopapier schreiben und dann runterspülen.

Auch dafür zu dankbar, daß er, wohl durch seine Textkritik ausgelöst, einen weiteren Woken – es sollte bei dieser Gesinnung doch ein deutsches Wort verwendet werden –, einen weiteren Wachen wohl dazu animierte, ebenfalls eine Textkritik abzugeben,

und zwar Christian Hafenecker:

Das ist ja wirklich unlesbar, stilistisch und grammatikalisch völliger Mist!

Wie berufen dazu Christian Hafenecker ist, hat er vor Jahren bereitwillig bewiesen, als er in einem persönlich zugestellten Zeugnis das „Talent“ schriftlich benotete, wie in einem Kapitel erzählt werden durfte, und dabei auch noch die Freundlichkeit hatte, „DÖW“, „SOS-Mitmensch zu bewerten: „Denunziazionsplattformen“

Schreibende wissen, wie notwendig Textkritik ist, um sich, wie es so schön heißt, zu entwickeln, nicht in eine falsche Richtung sich zu bewegen. Und für ihre Kritik ist Michael Scharfmüller, ist Christian Hafenecker aufrichtig zu danken; mit ihrer Textkritik weisen sie den Weg in die, wie es ebenfalls so schön heißt, richtige Richtung …

Wer könnte dann noch je monieren, daß Michael Scharfmüller eine einfache wie kurze Frage nicht beantwortete? Zwar ungeschrieben von ihm, hat er mit seiner Textkritik doch den Weg gewiesen, also selbst nach der Antwort zu suchen.

Und diese seine Antwort gibt es. Es ist ein Video auf der Plattform seines Mediums „Info-Direkt – Das Magazin für Patrioten“. Es gibt bereits viele, zu viele Kapitel zu diesem Magazin, so kann in diesem Kapitel auf eine neuerliche Vorstellung des Magazins verzichtet werden —

Es wird, das soll noch gesagt sein, ein Magazin sein, daß sich wohl einer Schaft an Lesenden weltweit erfreuen wird dürfen, unter ihnen sich vielleicht sogar patriotische Berühmtheiten befinden, vielleicht sogar der zur Zeit berühmteste Patriot, der selbst ein Mann nicht nur eines Magazins, sondern der Magazine ist, die er in seiner Großzügigkeit verteilt, mit denen er selbstlos die Menschen des von ihm beherrschten Landes ausrüstet, damit diese ein gutes Leben in Frieden

Diesem Patrioten der Magazine muß „das Magazin für Patrioten“, wenn er dessen Abonnent denn ist, nicht einmal übersetzt werden in seine Muttersprache, die ihm Vatersprache ist, ist er doch ein Mann, der auch deutsch spricht —

Das Video des „Magazins für Patrioten“ vom 15. Jänner ’23 ist die Antwort auf die Frage, ob auch der fahnentragende Volksanwalt nach seinen Vorsätzen befragt wurde.

Der Volksanwalt wurde nicht befragt, jedenfalls nicht vor laufender Kamera, vielleicht aber waren es auch derart „private Vorsätze“ des Volksanwalts, daß diese nicht in das Video —

Recht wunderbare Vorsätze gaben vor laufender Kamera aber die Befragten preis …

Christian Hafenecker: Eine Re-Demokratisierung Österreichs, das wäre, glaube ich, das große Ziel.

Wolfgang Zanger: Ich glaube, es ist ganz wichtig, sich politische Vorsätze zu nehmen. Da sind mir in diesem Jahr die familienpolitischen Anliegen ganz ganz wichtig, mit den Themen, die ich schon angesprochen habe, das werde ich auch in diesem Jahr weiter verfolgen.
Michael Scharfmüller: So wie Herbert Kickl gesagt hat: „Kinder statt Inder.“
Wolfgang Zanger: Ja, ich würde sagen, eine Geburtenoffensive für Österreich, das habe ich auch schon im Dezember gesagt. Des muaß ma mochn und do muaß ma die Leit dazu motivieren. Um des geht’s.

Es sind alles recht besondere Vorsätze, die in diesem Video für Patrioten von Patrioten geäußert werden, ja, von Patrioten allein, Patriotinnen wurden nicht nach ihren Vorsätzen befragt, aber es darf angenommen werden, daß der Patriotinnen Vorsätze keine anderen Vorsätze sein werden als die der Patrioten einer Partei für Patrioten

Es ist zwar ungerecht, nur einen einzigen dieser Vorsätze herauszuheben, aber der Vorsatz einer „Geburtenoffensive“ ist doch ein Vorsatz der recht besonderen Weise. Damit nicht auch eines Tages über Österreich ein solches Buch geschrieben werden muß, das dann auch über Werbung auf „Info-Direkt“ bestellt werden könnte, wie zur Zeit das Buch zur Schweiz: „Warum die Schweizer aussterben werden“ —

Peter Aschauer: Wo wir das letzte Jahr aufgehört haben, nämlich mit dem Themenschwerpunkt Remigration. Wir haben schon im vergangenen Jahr eine Website vorgestellt: Bevölkerungsaustauschpunktat, wo wir quasi die die Bevölkerungsaustausch ja belegt hobn, graphisch dorgestellt hobn. Und den Themenschwerpunkt werden wir vollgas weiterführen.

Christian Ries: Vielleicht a bissel gesünder essen, oba ansonsten vollgas für Österreich.

Herbert Kickl: Es geht um die ormen Teifln do draußen, und da werden wir unsere Prioritäten setzen.

Michael Scharfmüller: Haben Sie überhaupt Zeit, daß Sie sich persönliche Neujahrsvorsätze vornehmen?
Udo Landbauer: Nein, aber das stört mi net besonders, aber ich habe das in der Vergangenheit auch nicht gemacht. Wenn ich mal der Meinung bin, daß etwas schlau wäre, zu tun, dann moch ich’s unterm Johr.

Michael Schnedlitz: Daß man Aktionen mocht, die einfach Sinn ergeben, und lieber unterstütze ich Fußballvereine, als irgendwelche Inserate in linken Medien zu scholtn.

Peter Aschauer: Jo, das Klassische, mehr Sport mochn, gesünder ernähren usw. Aber ich werde das Jahr 2023 auch meiner persönlichen Weiterentwicklung widmen, auf jeden Foll, ja.
Michael Scharfmüller: Das heißt, Praktikum bei Info-Direkt.
Peter Aschauer: Unter anderem, ja. Genauso is es, ja ja, einfach schaun, daß man persönlich wieder Fokus bekommt und selber an sich arbeitet, sich neue Sachen beibringt, Sprachen etc., Bücher liest, solche Sochn, ja. Französisch, ja, oder Spanisch, muß ich mich noch entscheiden, eine von den beiden Sprachen, und überleg, daß ich mit Sachen Multimedia, daß ich mich dort ein bissel weiterbild‘, weil grad in den Sochn politischer Aktivismus ist es sicha von Vorteil, wenn man da Kenntnisse erlangt hot.

Es wird vielleicht doch eher die spanische Sprache werden, um einen auch in diesen Schaften recht fleißig Gelesenen gar im Original lesen zu können, oder doch die französische Sprache, um einen im Original lesen zu können, der ebenso viel zum Austausch … Oder im Jahr ’23 doch – wie es halt Vorsätzen so ergeht – noch nur bei der deutschen Sprache bleiben? In dieser noch so viele Bücher darauf warten, gelesen zu lesen werden, empfohlen von Männern dieser Partei für Literatur —

Und am Ende des Videos die John-Otti-Band, die zwar ungefragt, aber ihren Vorsatz dennoch singend verrät: „Immer wieder Österreich“, zu dem Fahnen geschwenkt werden. Nicht auszumachen ist, ob der Volksanwalt zum Auszug auch wieder die Fahne schwang, wie er es beim Halleneinmarsch tat.

Wohin es nach dem Auszug ging? Das ist nicht zu erfahren. Ob es noch, wie es nach allen großen Veranstaltungen Tradition, eine Afterparty gab? Vielleicht. Ob gar die Band dafür eine passende Restauration empfahl? Auch das nicht. Jedoch, das zu erfahren, das ist nicht wesentlich. Das Wesentliche ist beantwortet, durch Vorsätze, die —

„Ihr woken Quälgeister“

Der Volksanwalt reiste im Jänner ’23 eigens nach Wiener Neustadt, der x-te stellvertretende Bürgermeister von Wiener Neustadt mußte, falls er in Wiener Neustadt wohnt, gar nicht eigens nach Wiener Neustadt anreisen, der Landtagsabgeordnete reiste wohl von irgendwoher aus Niederösterreich an, um sich das anzuhören, was Herbert Kickl auszurichten hat: „Ihr woken Quälgeister …“

Aber der Volksanwalt reiste im Jänner ’23 von woher immer auch darum eigens an, nicht nur einziehende Fahnen zu sehen, in Wiener Neustadt nicht nur schwenkende Fahnen wiederzusehen, sondern auch selbst eine Fahne zum Einmarsche zu schwenken, als Fahnenträger dem Kommandanten hinterher, um den Verdienst, hören zu dürfen,

was der Kommandant auszurichten hat: „Ihr woken …“

Das muß ich jetzt in die Kamera hineinsogn, weil ich weiß, sie schaun zu, und drittens, weil ich mir von Euch, Ihr woken Quälgeister, nicht vorschreiben lasse, was ich anziehe, Ihr könnt’s mir den Buckel hinunterrutschen.

Und sofort wird feste applaudiert, in der Arena Nova in der Rudolf-Diesel-Straße, kaum daß der zum Festungskommandanten ausplakatierte kleine Gebirgsjäger

die „woken Quälgeister“

Und damit: Sie beklatschen sich selbst. Denn zu ihrer Gesinnung gehört es seit jeher, sich als Erwachte zu sehen, zu ihrer Gesinnung gehört seit jeher die Parole, die sie jedem Menschen entgegenschleuern: Erwache

Es muß ihnen eine recht besondere Auszeichnung sein, der sie so heftig applaudieren: Erwachte Quälgeister … derart von ihrem plakativen Kommandanten geadelt —

Vielleicht werden sie sich fragen, meinte er mit „Buckel“ einfach wie kurz den Rücken, oder, das bei einem geschichtlich versierten Philosophenfestungskommandanten wie ihm nicht ausschließen ist, stopfte er in den „Buckel“ weitere seiner Bedeutungen, etwa die Kyphose, die Buckelung, die Rückgratverkümmerung, den Schildknauf …

Vielleicht werden sie sich fragen, was er wohl damit gemeint haben könnte: „Ihr könnt’s mir den Buckel hinunterrutschen.“ Sie werden sich, wenn sie sich je etwas erklären, das wohl damit erklären, daß dies eben die seit jeher einem harten Kommandanten innewohnende Herzlichkeit, seine gesinnungsgemäße Weise ist, seinen Wachen seine Liebe zu zeigen. Und schamvoll wie ein Rauhbeiniger nun einmal ist, statt es ihnen direkt ins Gesicht zu sagen, statt ihnen offen seine Gefühle zu zeigen, sagt er es in die Kamera, aber sie wissen, es gilt ihnen, sie sind gemeint.

Ein schelmisches Ihr-woken-Quälgeister – sprach jemals wer liebreicher zu den Seinen?

Derart ausgezeichnet, derart geadelt auf die Straße wieder entlassen, auf die Rudolf-Diesel-Straße

Fällt als Kontrast unweigerlich Rudolf Diesel

Armin Wolf belegt Herbert Kickl, daß der österreichische Bundespräsident sagte: „Stimmt, das war ein Fehler.“

„Stimmt, das war ein Fehler.“

Gesteht Alexander Van der Bellen gegenüber Corinna Milborn am 5. Oktober 2022 ein.

Am 18. Jänner 2023 kommt Armin Wolf, so gut vorbereitet, wie es Journalisten in Österreich auf ihre Interviews vor allem seit dem Aufstieg von Jörg Haider, wie es Journalistinnen in Österreich auf alle ihre Interviews mit Freiheitlichen sind, in seinem Interview mit Herbert Kickl auf diesen von Alexander Van der Bellen eingestandenen „Fehler“ zu sprechen, und er hält Herbert Kickl diesen „Fehler“ vor.

Armin Wolf: Sie haben noch ein Problem. Selbst wenn Sie einen Koalitionspartner finden würden, gibt es einen Bundespräsidenten, der Sie als Innenminister entlassen hat und sagt, auch ihre Angelobung war schon ein Fehler. Der wird Sie wohl kaum als Regierungschef angeloben?

Herbert Kickl: Diesen Satz hätte ich jetzt gerne von Ihnen belegt, den zweiteren.

Armin Wolf: Das kann ich Ihnen jetzt leider nicht vorstellen, vorspielen, aber diese Aussage gibt’s.

Herbert Kickl: Den zweiten Satz, den kenne ich nicht.

Noch in derselben Nacht reicht Armin Wolf nach, was Herbert Kickl nicht kennt, aber er, Armin Wolf um so genauer, weil er, Wolf, einer der journalistisch genauest Arbeitenden im Lande ist, und womit er ein weiteres Mal eindrücklich belegt, wie gründlich er sich auf jedwedes Interview vorbereitet:

Nachtrag zur heutigen #ZiB2: Das Zitat des Bundespräsidenten, das FPÖ-Chef Kickl gezeigt haben wollte: „Es sei ein ‚Fehler‘ gewesen.“

Und damit Herbert Kickl diesen Satz nicht überlesen kann, er endlich auch das kennt, was Armin Wolf kennt, markiert Armin Wolf ihm diesen ganzen einfachen wie kurzen Satz.

Die Bundespräsidentin gestand am 5. Oktober 2022 gegenüber Alexander Van der Bellen ein, daß es ein Fehler gewesen sei, Herbert Kickl als Innenminister anzugeloben.

Corinna Milborn: Bundeskanzler Kurz hat Ihnen damals die Entlassung von Innenminister Herbert Kickl vorgeschlagen, und er hat das damals, zumindest öffentlich damit begründet, daß Kickl als Innenminister nicht die Ermittlungen gegen sich selbst leiten oder verantworten könnte. Sie haben damals gesagt zu diesem ganzen Ibiza-Komplex: „So sind wir nicht.“ Das spiele ich noch einmal kurz ein. Wahrscheinlich Ihr bekanntester Satz aus dieser Amtszeit. Man wirft Ihnen jetzt vor, besonders natürlich vonseiten der FPÖ, daß Sie das zwar zum Ibiza-Video gesagt, wo Strache und Gudenus zwar über Korruption reden, dann aber nicht mehr zu den ÖVP-Chats und auch nie in Frage gestellt haben, ob ein ÖVP-Innenminister für Ermittlungen verantwortlich sein könne, die gegen seine Partei gehen. Was sagen Sie dazu?

Alexander Van der Bellen: Dem einen ist’s zu viel, dem anderen ist’s zu wenig. Für mich ist ganz klar, daß diese Aussagen, die wir in dem Video gesehen haben, an einem Freitag im Mai 2019, derart skandalös waren, eine offene Darstellung von Korruptionsmöglichkeiten, Hintertreibung von öffentlichen Aufträgen zulasten österreichischer Unternehmen zugunsten von Unternehmen, die Strache nahestünden, solche Dinge, daß das Folgen haben wird, war für mich außer Zweifel.

Corinna Milborn: Die Chat-Protokolle sind aber ein ähnliches Bild von –

Alexander Van der Bellen: Sind moralisch ein ähnliches Bild, was strafrechtlich dabei herauskommt, werden wir erst sehen. Da würde ich die Justiz in Ruhe arbeiten lassen, wünsche mir aber auch, daß es rascher geht, damit wir das Problem nicht ewig vor uns hertragen. Daß Kickl und ich keine Freunde sind, tut mir leid, das ist ebenso. Er wird mir das nie verzeihen, daß ich dem Vorschlag von Sebastian Kurz nachgekommen bin.

Corinna Milborn: Sie haben ja, hört man, bei der Angelobung dieser Regierung Vorbehalte gegen Johann Gudenus und Harald Vilimsky geäußert. Bei Herbert Kickl sagen Sie jetzt, sie werden nie Freunde werden, sie sagen auch, das war immer eine Belastung. Wieso haben Sie gegen ihn keine Vorbehalte geäußert damals?

Alexander Van der Bellen: Was glauben Sie, wie oft ich mich danach die genau selbe Frage gestellt habe. Ob das anders ausgegangen wäre, das wissen die Götter. Aber ich habe ihn unterschätzt in seinem konkreten Handeln als Innenminister. Stimmt, das ist aber das Problem. Wie soll ich sagen? Was ist die Rolle des Bundespräsidenten in diesen Fällen, ja? Bei Gudenus wußte ich, daß er, das muß nicht lange vorher gewesen sein, daß er gesagt hat, wenn wir mal in der Regierung sind, heißt das nicht Tischlein deck dich, sondern Knüppel aus dem Sack. Da habe ich signalisiert, diskret, nicht in der Öffentlichkeit, bei der Regierungsbildung, bitte, Gudenus kann nicht Innenminister werden, das werde ich nicht akzeptieren, ja, solche Dinge. So, jetzt sind wir aber bei einer größeren Frage: Und welcher Minister ist jetzt wofür geeignet? Ich bemühe mich, mit jedem Bundesminister, bevor er sein Amt antritt, bevor ich ihn angelobe, wenn ich ihn nicht schon persönlich kenne, wenigstens ein einstündiges Gespräch oder so zu führen, zu sehen, wo kommt er her, wie tickt er usw. Aber Sie werden mir doch recht geben, daß man in einem einstündigen Gespräch keine umfassende letzte Meinung darüber haben kann, wird der oder die das richtig machen oder nicht.

Corinna Milborn: Nur eine Nachfrage, wir sind am Ende der Zeit, mir Ihrer Zeit nämlich […] Jetzt ist Herbert Kickl Parteichef. Wenn nach den nächsten Wahlen die FPÖ eine Koalition bildet. Was machen Sie dann, nach allem, was Sie jetzt gesagt haben darüber, daß es ein

Bundespräsidentin: Fehler war, ihn als Innenminister anzugeloben, oder daß sie darüber nachgedacht haben.

Alexander Van der Bellen: Eine sehr hypothetische Frage, Frau Milborn –

Corinna Milborn: Wieso? Nach den Umfagen ist es durchaus möglich, daß bei den nächsten Wahlen die FPÖ in eine Regierung kommt.

Alexander Van der Bellen: Wie Sie wissen. Nach den Umfragen ist Verschiedenes möglich. Bei den Tiroler Landtagswahlen hat es sich gezeigt, daß die Umfragen alle daneben lagen, die einen mehr, die anderen weniger.

Corinna Milborn: Die FPÖ hat gut abgeschnitten. Das kann man jedenfalls feststellen.

Alexander Van der Bellen: Ich vertraue schon auch auf die Bürger und Bürgerinnen dieses Landes, daß sie auch bei der nächsten Nationalratswahl richtige Entscheidungen treffen. Wie ich mich im Falle des Falles verhalten werde, werde ich Ihnen jetzt nicht verraten, sondern ich werde diese Entscheidung treffen, wie man im Englischen sagt, when I come to this bridge.

Bundespräsidentin: Aber das ist ja dieselbe Person, über die wir sprechen, über die sie gerade gesagt haben, es war ein Fehler, und sie haben oft darüber nachgedacht, ob es richtig war, ihn als Innenminister anzugeloben. Wie gehen Sie mit dem um, wenn er Vizekanzler oder Kanzler?

Alexander Van der Bellen: Wie geht Kickl damit um, daß ich der der nächste Bundespräsident in der zweiten […]

Es könnte menschgemäß gesagt werden, er, Van der Bellen, hat nicht widersprochen, als Corinna Milborn von einem „Fehler“ sprach, und nicht er, sie hat zweimal gesagt, daß es ein „Fehler“ gewesen sei, Herbert Kickl als Innenminister anzugeloben, und er hat eben zweimal dem nicht widersprochen, und darüber hinaus könnte menschgemäß auch noch gesagt werden, er hat nicht von einem „Fehler“ gesprochen, sondern um Verständnis für sich geworben, um vor sich selbst zu entschuldigen —

Wie hätte Alexander Van der Bellen diese Angelobung auch als „Fehler“ bezeichnen können, sagt er doch so richtig, nach einem einstündigen Gespräch kann kein Mensch eine umfassende letzte Meinung haben. Zumal, das dürfte Corinna Milborn, vergessen haben, kein Mensch in Österreich Herbert Kickl bis zum Tag seiner Angelobung kannte, die sogenannten Spitzen seiner Partei werden ihn vielleicht schon am Tag zuvor, an einem Sonntag, eine einfache wie kurze Stunde gekannt haben, er ihnen plötzlich von der Vorsehung eingegeben worden, sie sollen einen bislang unerkannt in seiner Festung allein Wohnenden, ihnen und allen Unbekannten im Land zum Innenminister —

Fünf Tage nach diesem Interview – falsch, ein Jahr und fünf Tage später vor diesem Interview, am 10. Oktober 2021, dankt der Bundespräsident auch Herbert Kickl,

Ich bedanke mich an dieser Stelle auch ausdrücklich bei Werner Kogler, Pamela Rendi-Wagner, Herbert Kickl und Beate Meinl-Reisinger sowie vielen weiteren Entscheidungsträgerinnen und -trägern in Bund und Ländern, die in dieser Situation mit Hochdruck an möglichen Lösungen im Interesse unseres Landes und seiner politischen Stabilität gearbeitet haben.

(ist auf der Website des Bundespräsidenten weiterhin zu lesen ist, an diesem Montag, 23. Jänner 2023) den er bis dahin Zeit genug hatte kennenzulernen, seit dem Montag der Angelobung, sich eine umfassende letzte Meinung zu bilden, die er dann im Dezember 2021, es ging im Grunde schon gegen Wiederwahl, zum Ausdruck brachte

Nicht mit dem Wort „Fehler“, sondern mit dem Wort „Belastung.

Und wie recht doch Alexander Van der Bellen damit hatte, Johann Gudenus zu verweigern, der doch kurz davor sagte, wenn wir in die Regierung … was wäre das für eine gemeingefährliche Koalition geworden, wie gut, daß Alexander Van der Bellen diese Türkis-Gudenusse-Koalition abgewendet und dafür die ÖVP-FPÖ-Koalition angelobt …

Gerade in diesem Interview belegt Alexander Van der Bellen mehrmals, daß er nichts wegredet, nichts abtut, sondern er „Fehler“ eingestehen kann, er keine Scheu hat, das Wort „Fehler“ auch auszusprechen, diese frank und frei zu benennen.

Bundespräsident: Stimmt, das war ein Fehler: Es waren weniger politische Entscheidungen im übrigen, sondern kommerzielle Entscheidungen seitens der OMV, die ich bis zu einem gewissen Grad verstanden habe, wie es sich auch im Video gezeigt hat, und auch heute noch verstehe, nämlich, wenn sie jetzt einen Geschäftspartner haben, mit dem sie über fünfzig Jahre gute Geschäftsverbindungen gehabt haben, der seine Verträge eingehalten hat, und der im Übrigen gutes und billigeres Gas als die Konkurrenz geliefert hat, ja dann denken sie sich, warum soll ich auf Teufel komm raus, neue Lieferanten suchen. Das war ein Fehler. Ein typischer Fehler für einen Ökonomen, auch für mich.

Corinna Milborn: Wenn ich dazwischen fragen darf. So klar haben das Ökonomen nie gesehen, auch der vorige OMV-General hat gewarnt davor, eine so hohe Abhängigkeit zu machen und aus rein ökonomischer Sicht macht es wenig Sinn, sich von einem diktatorisch geführten Regime, wie Sie es jetzt ja auch nennen, abhängig zu machen. Auch als Ökonom hätten Sie das sehen müssen.

Bundespräsident: Hätte ich sehen müssen, ja. Die Nicht-Diversifizierung der Gaslieferungen nach Österreich war ein schwerer Fehler. Stimmt.

Nun, Alexander Van der Bellen ist es wieder geworden, und wie wird Herbert Kickl damit umgehen?

Diese Frage ist Alexander Van der Bellen so einfach wie kurz zu beantworten, gegeben schon vor weit zwanzig Jahren: Susanne, geh du voran! Was ein Sonntagsbergsteiger wie H. J. wußte, wie dann zu handeln ist, damit alle ihre Gesichter nicht verlieren, weiß ein ausgebildeter Gebirgsjäger wie K. H. umso recht erst mehr – er, nun zum Kommandanten aufgestiegen, wird ihnen allen gnädig sein, ihnen allen ihr Gesicht wahren lassen und sagen: „Geh du voran! Welchen Vornamen wird er voranstellen? Vielleicht Michael, vielleicht Walter, vielleicht …

Und dann werden alle, wenn ihnen diese Brücke gebaut, im Chor mit dem Bundespräsidenten anstimmen, wieder anstimmen, in einem Ton wieder, als wäre dies ihnen als ihr Kreuz zu tragen auferlegt: I cross that bridge

Ein tapffeiger kleiner Gebirgsjäger, Parteigänger verlorener Sachen in letzter kärglicher Festung, führt als Kommandant den Kampf gegen den Kommunismus an – in Österreich

„Rechts wird man nicht, wenn man Rechten, sondern wenn man Linken zuhört.“

Das wird das Original sein, das Herbert Kickl zitierte. Seine Quelle nannte er nicht. Vielleicht hat er es auf der Plattform des Konzerns Twitter gelesen, auf der dieser Randspruch auch verbreitet wird, zugeschrieben Nicolás Gómez Dávila.

Weder Twitter noch Dávila aber nannte er, Herbert Kickl sagte bloß ohne Quellenangabe, aber dafür auswalzend

Stimmt schon, stimmt schon, was ein sehr gescheiter Mensch einmal gsogt hot, der sogt, ein Rechter wird man meistens nicht dadurch, daß man einem Rechten zuhört, nein, ein Rechter wird man ganz oft dadurch, daß man einem Linken zuhört oder zuschaut bei dem, wos sie so treiben. Und do is schon wo dran, oder?

Es darf vermutet werden, weshalb er seine Quelle nicht nannte. Twitter allein kann er nicht nennen. Twitter ist kein „sehr gescheiter Mensch“. Als „sehr gescheiter Mensch“, und das muß er sein, denn nur sehr gescheite Menschen zitieren sehr gescheite Menschen, hätte er anders formuliert seine Einleitung zu Rechter wird man nicht

Daß er seine Quelle nicht nannte, kann nur vermutet werden. Gar viel redet er am 14. Jänner ’23 in Wiener Neustadt von Tapferkeit, Mut, Kampf und dabei doch zu feige, einfach wie kurz und also mit oder ohne twitterische Quellenangabe den Namen Nicolás Gómez Dávila oder noch einfacher und kürzer Dávila als seine Quelle zu nennen. Zu feige, weil die Furcht zu groß, es könnte wieder einmal offenbar werden, aus welchen Quellen er seine Gesinnung auch speist,

in welchen Kreisen Dávila Gott ist? Seine Kirchen Namen tragen wie Antaios

Junge Freiheit, Sezession, in denen, wie eine Tageszeitung in Deutschland bereits 2009 berichtete, etwa

Seit knapp einem Jahr lehrt Dr. Till Kinzel an der Technischen Universität Braunschweig. Nun haben Studenten, die journalistische Beiträge Kinzels in der „neu-rechten“ Jungen Freiheit und der Sezession entdeckt haben, bei der Universität nachgefragt. „Leider kann ich nur sagen, dass wir Herrn Kinzel wegen den Vorwürfen um eine Stellungnahme gebeten haben“, sagte eine Pressesprecherin der Universität der taz. Kinzel hält auch Vorträge beim Institut für Staatspolitik. Antimodernismus gehört dort zum Gestus: Es wird die „ausnahmslose Gleichheit“ kritisiert, sich jedoch im Vagen gehalten, wenn Demokratie und Emanzipation angegriffen werden. Der emeritierte Professor Wolfgang Gessenharter bezeichnet diese Szene als „Scharnier“ zwischen Rechtsextremismus und Konservatismus. Mit seinem Buch „Nicolás, Gómez Dávila – Parteigänger verlorener Sache“ machte Kinzel sich in der „neu-rechten“ Szene 2003 einen Namen. Das Werk über den sich selbst als „Reaktionär“ bezeichnenden kolumbianischen Philosophen erschien bei der „Edition Antaios“ der „neuen Rechten“. Mit großen Worten schwelgt Kinzel über Dávilas „literarische Stahlgewitter im Kampf gegen die Moderne“, in der Paraphrase wird gegen die der „Massengesellschaft“ innewohnenden „ästhetisch und ethisch nivellierenden Tendenzen“ gewettert und beklagt, dass das „aristokratische Prinzip der Rangunterschiede“ nicht mehr anerkannt wird. In Rezensionen für die Sezession diffamiert Kinzel den Islam als den „gefährlichsten Terrorismus“ und klagt über die „Kollektivschuldideologeme“. Multikulturalistische Theorien und das „feministische Establishment“ findet er in „Freiheit der Wissenschaft“ nicht minder gefährlich. Eine Professur Kinzels, so befürchten Studenten, könnte wissenschaftliche Mitarbeiterstellen für „neu-rechten“ akademischen Nachwuchs mit sich ziehen.

Es darf gesagt werden, daß er wohl zu feige, Twitter oder Dávila zu nennen, denn seine anderen Quellen nannte er beim Namen – George Orwell, Hugo Portisch, Schiller

auch Schiller, der in seinem Gesinnungskreis eine besondere Stellung —

Wen er nicht brachte, seinen Hölderlin

Dabei hätte er in Wiener Neustadt viele Gelegenheiten gehabt, etwas von seinem Hölderlin zu zitieren, etwa, als er über Corona … oder als er dem anwesenden Volksanwalt für seinen Kampf im letzten Herbst dankte, der sich dafür wieder aufstehend bei ihm artig bedankte; der Volksanwalt, der mit Wiener Neustadt wohl selbst recht beschauliche Erinnerungen verbinden wird, als er draußen am Platze im Fahnenmeer mit ident…

Aber Herbert Kickl hätte sich nicht fürchten müssen, Dávila zu nennen, Vorhaltungen hätte er beispielsweise mit Botho Strauß oder mit Martin Mosebach entgegentreten können, mit einem Verlag wie Eichborn

Nicolás Gómez Dávila ist in Deutschland viel früher bekannt geworden als in seiner Heimat. […] Der kleine Wiener Karolinger Verlag wagte daraufhin die Veröffentlichung einer größeren Auswahl unter dem Titel Einsamkeiten […] Der Karolinger Verlag paßte glänzend zu Gómez Dávilas Stil der Verborgenheit; seine Geschäftsführer Peter Weiß und Jean-Jacques Langendorf, die von Günter Maschke beraten werden, veröffentlichen nur, was ihnen selber interessant erscheint […] Von Wien aus gelangte Gómez Dávila nach Frankreich und Italien […]

Das schreibt Martin Mosebach in seiner Einleitung „Schöner Zweifel, schönere Wahrheit“, und unmittelbar davor:

Niedermayer veröffentlichte die Übersetzung einer kleinen Auswahl von Escolios in der von Casper von Schrenck-Notzing herausgegebenen Zeitschrift Criticón.

Ein Mann aus Deutschland, der einen sehr gescheiten Menschen in seiner Zeitschrift veröffentlicht, hat selbst auch viel zu schreiben, etwa zur Bildung der „Umerziehung“, und er verdient es, in Österreich aufgenommen zu werden, Heimat zu finden in einem Verlag

Und auch ein Till Kinzel ist in Österreich ein Mann zum Verlegen. Vom Karolinger-Verlag … vielleicht wollte Herbert Kickl nicht auf einen Mann aufmerksam machen, über den Till Kinzel ein Buch schrieb, nicht weil Till Kinzel das Buch schrieb, nicht weil es ein Buch über Gómez Dávila ist, das 2023 in fünfter Auflage erscheinen wird, wie auf der Website Thalia zu lesen ist, sondern weil „Parteigänger verlorener Sachen“ im Titel …

Auf der Website des Verlages Karolinger ist ein Randspruch von Gómez Dávila zu lesen, den Herbert Kickl wohl nie und nimmer zitieren würde, in seiner Festung:

“Die vollständige Ablehnung der demokratischen Doktrin ist die letzte kärgliche Festung der menschlichen Freiheit.”

Parteigänger verlorener Sachen in letzter kärglicher Festung, das macht sich, das weiß der sehr gescheite Mensch Herbert Kickl, in keiner Bewerbung gut, mit solch einer Bewerbung wird Arbeitslosigkeit nicht überwunden.

Aber ein Friedrich kommt doch vor, zwar von Herbert Kickl ungenannt, daß er, Kickl, werden möchte, was Friedrich war, was so manche in Nachfolge von Friedrich auch schon waren

Und ein freiheitlicher Bundeskanzler, das kann ich Euch guten Gewissens versprechen, das wird der erste Diener dieses Volkes sein, der erste Diener. Ich glaub, da haben ein paar eine Vermutung, wie der erste Diener des Volkes heißen könnte mit Vornamen.

Er spricht viel vom „Volk“ in Wiener Neustadt,

Dieser Großauftrag, den wir hier zu erledigen haben, wenn wir das alles umsetzen wollen, was ich jetzt in den Überschriften kurz aufgerissen hob, dann heißt das, daß dafür die Freiheit mehr und nicht immer weniger werden muß. […] Konzept, da ist der Volk, äh, da ist das Volk der Chef und niemand anderer. Das Volk ist der Chef. Und ein freiheitlicher Bundeskanzler, das kann ich Euch […]

und auch der oben zitierte „sehr gescheite Mensch“ schreibt viel zum „Volk“, nicht auf Twitter, zu lesen beispielsweise in Das Leben ist die Guillotine der Wahrheiten, herausgegeben vom Verlag Eichborn …

Das Volk ist weniger pervers als stumpf.

„Volk“ ist die Summe der Mängel des Volkes. Alles andere sind schönfärberische Wahlreden.

Der kleine Gebirgsjäger in seiner Festung, die zu kommandieren ihm in einem Traumplakat erschien, redet auch davon, was alles mit ihm und seiner Kameradschaftspartei „einziehen“ werde, die „Freiheit“ und dies noch und das noch und auch dies noch und das auch noch und … ein in einer Festung Festsitzender möchte also als „Befreier“ sein, und dann einziehen mit … dafür muß er aber zuerst einmal ausziehen, damit er, aber wo, einziehen kann mit Freiheit und und und … in seine Festung?

Das Heil eines „Befreiers“ wird der kleine Gebirgsjäger nicht bringen, dennoch hier soll ein Satz, ein letzter einfacher wie kurzer Satz noch von Gómez Dávila hier festgehalten werden:

Jeder „Befreier“ präsentiert am Ende die Rechnung.

Das Heil kann er nicht versprechen, dafür aber kann er versprechen, daß er es wieder tun werde, seine Jacke anziehen, wenn er in Niederösterreich, in Salzburg, in Kärnten wahlkämpferisch unterwegs sein wird, und in Kärnten besonders in einer Pizzeria in Millstatt, weil es eine Jacke einer kärntnerischen Firma und weil seine Frau ihm sagte, sie, die Jacke, stehe ihm gut, auch wenn es, wie er sagt, keine Uniform —

Wenn man sein Hirn benutzt, den Hausverstand benutzt und ein Herz hot man donn, ein Herz am rechten Fleck und ein Gespür für Zusammenhänge und für Ursächlichkeiten und für Wechselwirkungen, aber alles das, das sind aussterbende Kategorien bei den politisch Handelnden, dafür kommt etwas anderes gerade wieder in einer schrecklichen Ort und Weise zur Welt. Und das ist das Monster des Kommunismus. Und ich sage das ganz bewußt, der Kommunismus erlebt gegenwärtig seine Wiedergeburt, als gutmenschlicher Meinungskommunismus, als Gesundheitskommunismus, als Asylkommunismus und als Ökokommunismus, und das ist die Spaltung der Gesellschaft, dort die selbsternannte Elite als Bonzen dieses neuen Kommunismus und dort das Volk dort unten, das zu kuschen hat und des alles ausbaden soll. Und da weiß ich, wo ich als Freiheitlicher hingehöre, auf welche Seite. Und deshalb ist es so wichtig, daß wir Freiheitliche hier einen umgekehrten Ansatz haben, genau den gegenteiligen […]

Das ist seine Glosse zu einem Text von einem „sehr gescheiten Menschen“ aus dem südlichen Bollwerk, der nicht auf Twitter, sondern vor ihm sitzt, wohl recht zufrieden, daß seine Ausführungen zum Kommunismus von seinem Festungskommandanten anerkannt und fortgeschrieben wird.

Gar recht viele Glossen hat „ein sehr gescheiter Mensch“ mit Namen Gómez Dávila zu einem inexistenten Text geschrieben,

über Kommunismus,

über Marxismus

Doch keine dieser Scholien, keine einzige dieser Randbemerkungen war von Herbert Kickl in Wiener Neustadt zu hören;

Ihr müßt’s entschuldigen, das wor jetzt ein kleiner Exkurs, aber eigentlich wors kein Exkurs, weil wir sind jo mit dem, wos

vielleicht wollte er sich nur nicht noch einmal bei seinen Zuhörenden entschuldigen, seine Hörigschaft in Wiener Neustadt nicht noch einer Abschweifung aussetzen, nach seinem eigentlich keinem Exkurs Rechter wird man nicht …