Falsches Mahnmal, richtiger Standort, also in Wien, in Österreich

Das schon lange geplante Projekt einer Namensgedenkmauer für die rund 66.000 in der NS-Zeit ermordeten Juden aus Österreich rückt der Realisierung einen großen Schritt näher. Statt der bisher geplanten 50-prozentigen Kostenbeteiligung will der Bund die Finanzierung nun fast zur Gänze übernehmen. Bis zu 4,5 Millionen Euro werden dafür laut Ministerratsbeschluss reserviert.

Am Dienstag hatte Bundeskanzler Sebastian Kurz den Initiator der Namensmauer, den Holocaust-Überlebenden Kurt Yakov Tutter, getroffen. Nach dem Ministerrat am Mittwoch betonte Kurz, es sei wichtig, ein würdiges Gedenken auch über das heurige Gedenkjahr hinaus möglich zu machen. Zuvor hatte er erklärt: „Als Bundeskanzler ist mir die Verantwortung der Erinnerung an die Ermordung der 66.000 österreichischen Jüdinnen und Juden durch das NS-Terror-Regime und die Mahnung an dieses dunkle Kapitel unserer Geschichte zu wichtig, um hier weiter Zeit zu verlieren.“ Tutter sei mit seinem Projekt fast 20 Jahre lang von einer Behörde zur nächsten geschickt worden. Nun sei sichergestellt, dass die Namensmauer endlich Wirklichkeit werde. Vizekanzler Heinz-Christian Strache nannte die Realisierung „wundervoll“.

Aus einem Bericht einer Tageszeitung in Österreich vom November 18. „Wundervoll“ die Reaktion des zurzeitigen Vizekanzlers in Österreich. „Wundervoll“ auch das Bekenntnis des zurzeitigen Bundeskanzlers in Österreich zu „Verantwortung der Erinnerung“ und „Mahnung“ an „Kapitel unserer Geschichte“, die in der Vergangenheit … „Wundervoll“ auch, daß die zurzeitige Regierung die „Finanzierung nun fast zur Gänze übernehmen will, statt der bisher geplanten 50-prozentigen Kostenbeteiligung“ …

Voll Wunder ist das freilich nicht, daß nun nach rund zwanzigjährigen Bestrebungen gerade diese schwarzidentitäre Regierung ein solche „Shoa-Gedenkmauer“ in Wien plötzlich und rasch errichtet gesehen haben möchte. Um etwas zu haben, über das „Gedenkjahr“ hinaus. Weil sie bleiben möchte, als Regierung, auch nach 18 …

Die jüdischen Menschen werden wieder gebraucht. Wie sie damals als „Sündenböcke“ gebraucht wurden, werden sie heute, recht besonders von dieser Regierung, als „Entlastungszeugen“ gebraucht. Auch wenn die Auswirkungen des Gebrauchs, des Mißbrauchs der jüdischen Menschen als „Sündenböcke“ und als „Entlastungszeugen“ in keiner Weise zu vergleichen sind, eines bleiben sie in beiden Fällen: Opfer.

Es ist wieder die Zeit der Denkmäler angebrochen. Das Mal auf der Melker Festung wird der zurzeitige Vizekanzler in Österreich wohl auch als „wundervoll“ aus vollem Herzen empfinden, auch wenn es ein massiver Stein gegen … wie eine bereits in Stellung gebrachte Abrißbirne gegen die nun geplante Namensmauer …

Wäre die zurzeitige Regierung in Österreich nicht gemacht, wie sie an einem Montag gemacht wurde, gäbe es diesen schnellen Entschluß für die rasche Errichtung dieser Namensmauer nicht, und wenn doch, das wäre dann ein volles Wunder, was würde ein NR dieser „wundervollen“ Partei zu solche einem Wunder gleich gefragt haben? Wohl das gleiche, wie bereits bei einem anderen Denkmal: wann werde dieser Beton weggeräumt

Nun aber, als NR einer montagsgemachten Regierungspartei, weiß er sich zu benehmen, stillzuhalten. Das reicht noch nicht, ihm dafür ein Denkmal zu errichten. Ein Denkmal allerdings verdient sich bereits zu Lebzeiten der zurzeitige Nationalratspräsident, für seine Geschwindigkeit des opportunen Erkennens, was der Zeit not tut, nämlich, kaum daß seine Partei eine Regierungspartei mit der „wundervollen“ Partei in einer Koalition ist, einen Preis zum Gedenken an einen Mann umbenennen zu wollen, das ihm, dem Nationalratspräsidenten, eine Sekunde zuvor noch ehrenvolle Aufgabe …

Darüber mögen sich die Menschen in Österreich nicht täuschen lassen, die in diesem Mahnmal ein Zeichen sehen wollen, diese Regierung wäre doch nicht so … sich gar dazu verleiten, locken lassen könnten, durch dieses Mahnmal Fürsprecher für diese Regierung …

Es reicht ein Blick in die Geschichte. Zurück in die Vergangenheit. Als der damalige Kanzler einer nun wieder gemachten Koalition die „Restitution“ forcierte, und dies viele der damaligen Regierung hoch anrechneten … was es dabei für einen Abtausch gab, nun, warum noch einmal erzählen, was bereits erzählt wurde …

Diesmal wird es vielleicht keinen Abtausch zwischen diesen beiden Parteien gegeben haben müssen, weil doch beide Parteien jüdische Menschen als „Entlastungszeugen“ dringend brauchen, und für das andere, für das „dunkle Kapitel“, um ein Wort des zurzeitigen Kanzlers aufzugreifen, für das „dunkle Kapitel“ der Gegenwart gibt es ohnehin einen Namen, mit dem weitergemacht werden kann wie bisher …

Wenn dieses falsche Mahnmal am richtigen Standort aufgestellt sein wird, also in Wien, in Österreich, wird stets, wann immer bei diesem falschen Mahnmal am richtigen Standort vorbeigekommen werden wird, an die Tafeln zur Gegenwart gedacht werden, die auch davon erzählen, wie falsch ein Mahnmal am richtigen Standort, also in Wien, in Österreich …

Kurz zusammengefaßt:

Falsches Mahnmal am richtigen Standort, also in Wien, in Österreich.

Das Holocaust-Mahnmal mit den Namen der ermordeten jüdischen Menschen ist deshalb ein falsches Mahnmal, weil es von einer Regierung in Österreich aus Entlastungsgründen gebraucht wird.

Das Holocaust-Mahnmal mit den Namen der ermordeten jüdischen Menschen ist auch deshalb ein falsches Mahnmal, weil es überholt ist, es ist überholt, weil es vollkommen unberücksichtigt läßt, daß der Holocaust ein zweifacher ist: Shoah und Porajmos …

Falsch, es wird nicht vollkommen unberücksichtigt gelassen, es will vollkommen nicht berücksichtigt werden, es sollen die Ermordeten des Porajmos nirgendwo in Österreich namentlich aufscheinen, kein Mensch soll deren Namen auf Mahnmaltafeln zu lesen bekommen.

Und hierbei könnte für die zurzeitige Regierung mit einem Wort von einem ehemaligen schwarzen Minister beinahe Verständnis aufgebraucht werden: Kind ihrer Zeit

Eine Mahntafel dieser Zeit wurde eben erst, im Herbst 18, zur unbeabsichtigten Warnung vor dieser Zeit aufgestellt …

Aber die Ermordeten des Porajmos sind keine zu gebrauchenden und keine zu mißbrauchenden „Entlastungszeugen“; eine Einschätzung nicht nur von der zurzeitigen Regierung in Österreich. Die Nachfahren der Ermordeten des Porajmos sollen bleiben, was ihre Vorfahren waren: keine zweifachen Opfer, sondern nur Opfer …

Sollten Sie dazu noch etwas wissen wollen, fragen Sie den Innenminister …

Shoa Namensmauern Wien

Die ÖVP produziert am Menschen vorbei.

Das hat die Wirtschaftsministerin nicht gesagt, daß die ÖVP am Menschen vorbei produziert.

Gesagt hingegen hat sie:

„Die Gymnasien produzieren oft am Markt vorbei.“

Das Gymnasium ist also nach der schramböckschen Aussage eine Fabrik, die zwar produziert, aber am Markt vorbei. Es bleibt Ihnen überlassen, sich vorzustellen, welche Produkte diese Fabrik erzeugt, herstellt, am Markt vorbei, Produkte also, die sich nicht verkaufen lassen.

Ihre auf Wissen basierende bisherige Vorstellung, das Gymnasium ist ein Ort, an dem Menschen Wissen vermittelt wird, kurz gesagt, eine Bildungseinrichtung, können Sie nun aufgeben. Das Gymnasium ist ein Produktionsbetrieb, aber einer, wie die schwarze Ministerin gar kritisch erkennt, der Produkte am Markt vorbei herstellt. Eine Produktionsstätte, die am Markt vorbei erzeugt, also Produkte, die sich nicht verkaufen, ist zugleich eine Friedhofsstätte für ihre Produkte. Ökologisch ist das ein vorbildhafter Betrieb: es fallen Null-Transportwege an.

Löschen Sie nun alle Bilder vom Gymnasium in ihrem Kopf.

Es sind falsche Bilder.

Die rechten Bilder des Gymnasiums sind die schramböckschen Bilder.

Das Gymnasium ist also kein Schulgebäude, in das junge Menschen hineingehen, um, kurz gesagt,  Wissen vermittelt zu bekommen, Bildung sich anzueignen, sondern das Gymnasium ist eine Produktionshalle, in der Produkte hergestellt werden, für die oft kein Absatzmarkt zu finden ist. Vielleicht ist das Gymnasium bereits eine ultramoderne Fabrik, in der die Produkte in vollautomatisierten Erzeugungsprozessen hergestellt und entsorgt werden, eine Fabrik, die ganz ohne Arbeiterinnen und Angestellte auskommt, die nur noch einen Fabriksdirektor hat, um die Roboter, die die Produkte fabrizieren, einmal im Jahr Tag einzuschalten, vielleicht noch eine Aufsichtsratsvorsitzende, die den Direktor kontrolliert, daß er ja auch pünktlich die Roboter in Gang setzt, sie zum flotten Produzieren ölt …

Die ÖVP ist kein robotorisiertes Fabriksgymasium. Dennoch produziert sie. Nun an den Menschen vorbei. Sie produziert zur Zeit an den Menschen vorbei: Konzepte, Programme, Gesetze …

Auf die Frage, ob sie, die Wirtschaftsministerin, zustimme, daß Österreich „überakademisiert“ sei, ist die schramböcksche Antwort:

„Das ist sicher ein Thema. Mit vielen Studienrichtungen fangen die Unternehmen nichts an. Ich glaube auch, dass die Gymnasien oft am Markt vorbei produzieren. Es müsste viel früher aufgezeigt werden, was es in den Betrieben gibt.“

Sie werden es selbst wissen, wie es um die akademische Quote in Österreich bestellt ist, auch und besonders im Vergleich mit anderen Ländern …

Nachdem die Wirtschaftsministerin weiß, daß das Fabriksgymnasium am Markt vorbei produziert, wird sie möglicherweise diesem schon geraten haben, welche Produkte nicht am Markt vorbei hergestellt wären, so ein Produkt wäre beispielsweise ein Vademecum, in dem schlicht wie kurz erklärt wird, wo und wo es nicht Studienrichtungen …

Margarete Schramböck selbst ist vom Gymnasium offenbar zu einer Zeit abgegangen, als das Gymnasium noch keine Fabrik war, die Produkte am Markt vorbei herstellt, sondern eine Bildungseinrichtung, in der auch ihr Wissen vermittelt wurde. Sie behielt davon, was sie konnte. Es wurde ihr also früh genug aufgezeigt, womit die ÖVP etwas anfangen kann, nämlich mit dem, sich als Mensch ins rechte Licht zu rücken, sich also zu produzieren. Und das Sich-Produzieren ist es, was es nun in der ÖVP zuhauf gibt.

ÖVP produziert an den Menschen vorbei

Aber wer sich der Gegenwart nicht stellt, wiederholt die Geschichte.

Wolfgang Sobotka, Nationalratspräsident, wird mit dem recht guten Gefühl Lackenbach verlassen haben, seine Pflicht, seine Gedenkpflicht erfüllt zu haben, fortan wird niemand ihm und seiner zurzeitigen Regierung vorwerfen können, auf die Menschen zu vergessen, die einst …

Bewegt – wie kann auch anders eine Gedenkrede gehalten werden, als bewegt? –, sprach er, der Nationalratspräsident, davon, wie darüber berichtet wird:

Das offizielle Österreich habe sich nach dem Zweiten Weltkrieg lange schwer getan mit der leidvollen Geschichte der Roma und Sinti, meinte Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka (ÖVP). „Das Leidvolle daran ist, dass sich die Österreicher ja lange Zeit mit ihrer Geschichte sehr schwer getan haben. Aber wer sich seiner Geschichte nicht stellt, den stellt irgendwann die Geschichte“, sagte Sobotka.

Sich bewegt zu zeigen, das sind die einzigen Kosten, die Gedenken verursachen. Sonst fallen beim Gedenken keine Kosten an.

Und der gegenwärtige Landeshauptmann wird zitiert mit einem ebenfalls bemerkenswerten Satz:

Auch im Burgenland wurde das dunkelste Kapitel der Geschichte lange ausgeblendet sagt Landeshauptmannn Hans Niessl (SPÖ).

„Ausgeblendet.“ Das Ausblenden kennzeichnet Gedenkveranstaltungen wohl am deutlichsten. Ausgeblendet wird beim Gedenken stets die Gegenwart. Und so ist der Satz von dem Nationalratspräsidenten über die Geschichte ein falscher Satz. Richtig lautet der sobotkaische Satz

„Aber wer sich seiner Geschichte nicht stellt, den stellt irgendwann die Geschichte.“

daher:

Aber wer sich der Gegenwart nicht stellt, wiederholt die Geschichte.

Gedenken an ermordete Sinti und Roma - Lackenbach - November 18

Wie bei keinem anderen gegenwärtigen Umgang trifft dieser Satz beim gegenwärtigen Umgang mit den Menschen zu, die im gegenwärtigen Europa Diffamierungen, Benachteiligungen, Verfolgungen, Pogromen und Morden …

Es wird im gegenwärtigen Umgang mit diesen Menschen, vor allem im Umgang mit diesen Menschen Geschichte wiederholt.

Ein Vorreiter der Geschichtswiederholung ist ein Innenminister, der ein Herzenskamerad der Regierungspartnerin der Partei des Nationalratspräsidenten ist.

Und die Frage, die dieser Innenminister geklärt haben will, beschäftigt auch eine Partei, die der Regierungspartnerin der Partei des Nationalratspräsidenten in einer Herzensgesinnungsgemeinschaft nahe …

Wer sich nicht der Gegenwart stellt wiederholt die Geschichte

Das sind also, kurz zusammengefaßt, gegenwärtige Parteien, die sich der Gegenwart nicht stellen wollen, weil sie aus der Geschichte nicht herauswollen, weil sie aus der Geschichte nicht herauskönnen, weil sie, im schlimmsten Fall, Geschichte auf die barbarischste Art und Weise wiederholen wollen.

Der Satz, wer der Gegenwart sich nicht stellt, wiederholt die Geschichte, kann auch erweitert werden. Wer der Gegenwart sich nur opportun stellt, stellt sich der Gegenwart nicht. Und das trifft auf den gegenwärtigen Nationalratspräsidenten zu, der aus regierungstechnischen Erfordernissen ach gar plötzlich für die Umbenennung eines Preises …

Hierzu reicht der Hinweis, daß die gesinnungsgemäß zensurierte Website der Regierungspartnerin der Partei des Nationalratspräsidenten wieder einmal, nicht irgendwann in der Vergangenheit, sondern am 18.11.18 gegen George Soros … und welchen Begriff dieser Name in diesen Gesinnungsbünden abgelöst hat, das muß kein weiteres Mal ausgeführt werden …

Wer der Gegenwart sich nur opportun stellt, stellt sich nicht der Gegenwart. Wer der Gegenwart sich nicht stellt, wiederholt die Geschichte.

Mit dieser kurzen Zusammenfassung könnte dieses Kapitel enden. Aber es gibt doch eines noch, das besonders zu erwähnen ist, und das ist das Talent im Burgenland für Inschriften für Menschen, denen der Nationalratspräsident nun bestimmt mit bewegter Anteilnahme und vielleicht sogar mit belegter Stimme gedachte.

Von einer Inschrift wurde erst vor kurzem erzählt, von einer Inschrift auf einer Tafel, die nicht irgendwann in der Vergangenheit aufgestellt wurde, sondern in diesem Herbst. In Kemeten.

Die Inschrift in Lackenbach, vor der nun der Nationalratspräsident stand, bestätigt nur ein weiteres Mal das Talent in diesem Land, besondere Inschriften verfassen zu können.

„Sie mussten leiden und sterben nur weil sie anders waren
Hier stand in der Zeit von 1940 – 1945
das von den Nationalsozialisten errichtete ‚Zigeunerlager‘

Hier starben Hunderte unter Qualen und Entbehrungen
Von hier aus wurden einige Tausend ‚Zigeuner‘ in Vernichtungslager deportiert
Gewidmet vom Land Burgenland“

Wie tief empfunden. „Sie mussten leiden und sterben, nur weil sie anders waren.“ Wer kann das nicht von sich sagen, wohl ein jeder Mensch, der lebt: leiden und sterben zu müssen. Und empfindet nicht ein jeder Mensch, daß er anders ist, seine Mitmenschen anders als er sind.

Diesen Menschen wurde aber das größte Leid, das gedacht werden kann, zugefügt, diese Menschen aber wurden ermordet, nicht weil sie anders waren, sondern weil sie waren.

Und es wäre ein Ausblenden der Gegenwart, diesen Satz in der Vergangenheit zu belassen.

Diesen Menschen wird Leid zugefügt, diese Menschen werden ermordet, nicht weil sie anders sind, sondern weil sie sind.

Das Land Burgenland, das diese Inschrift widmete, wird es sich wohl hoch anrechnen, diese Inschrift bei einer talentierten Verfasserin in Auftrag gegeben zu haben. Was für ein talentierter Einsatz der Anführungszeichen: „Zigeunerlager“ … „Zigeuner“ … ob es für „Zigeuner“ noch andere Namen gibt?

Das macht einen talentierten Mahnmalschreiber aus. Eine Inschrift verfassen zu können, vor der bewegt und mit ernster Stimme gedacht werden kann, und die zugleich eine tiefe Verbeugung vor dem weltberühmten Landeshauptmann …

Nicht nur das Burgenland ist reich mit Inschrifttalenten gesegnet, das ganze Land ist es, wie eben erst wieder bewiesen, mit der Tafel auf der Melker Festung …

Wer sich der Gegenwart nur opportun stellt, stellt sich der Gegenwart nicht

 

Ein Gesetz, das einem Solidarisierer als der Vorsehung auferlegte Bewährungsprobe erscheinen muß

Zu Gottfried Küssel fallen unweigerlich die letzten Regierungsverhandlungen in Österreich ein, als mit am Gabentisch Norbert Nemeth, ein Solidaritätsbekunder, dem ein Gesetz wohl ein von der Vorsehung auferlegte Bewährungsprobe … das fällt unweigerlich zur aktuellen Aufregung in Österreich ein um einen „Küssel-Vertrauten“, der als „Sicherheitsbeauftragter“ im Parlament während des „BVT-Ausschusses“ … der Gabentisch

also die letzten Regierungsverhandlungen, und Norbert Nemeth …

Küssel - Nemeth - Parlament

Nemeth, dessen Ehre Ehe von 1811 …

Nemeth, dessen Stolz seine Integrationsexpertise, nach der in der Integration nur eine Frage für eine erfolgreiche Integration zu beantworten ist, wie ist die Haltung der nach Österreich Kommenden zu einem Mann, der seit einhundertvier Jahren …

Nemeth, der Veränderer, und was für eine Veränderung — ein Gesprächskreis am Bach …

Nemeth, der Mann mit dem rechten Wissen um Qualitätsjournalismus, der jetzt ohne diesen auskommen muß, ist doch sein Empfohlener abberufen zur großen Bleistiftarmee …

Der „Sicherheitsbeauftragte“ ist „mittlerweile dienstfrei gestellt“ …

Welchen Dienst Norbert Nemeth zur Zeit wohl versieht? Oder ist er mittlerweile gar für eine hohe Aufgabe, für eine staatstragende Aufgabe freigestellt?

Es könnte auch noch einiges zu dieser Website erzählt werden, die nun wieder durch den Dienstfreigestellten erwähnt wird , etwa davon, was für ein Vulgo-Name für diese recht …

Wo Bürgerinnen für den Kanzler Vorbild, dieser für Bürger es nicht ist.

Die Ereignisse in Vorarlberg in dieser Woche im November 18 haben es noch einmal unmißverständlich verdeutlicht, der junge Herr in seiner zurzeitigen Funktion Bundeskanzler in Österreich ist kein Vorbild.

Die positive als auch negative Beurteilung über den Wert von einem Vorbild soll in diesem Kapitel unberücksichtigt bleiben, sondern bloß nüchtern festgestellt werden, nach wie vor kommen Menschen nicht ohne Vorbilder aus. Von dieser Feststellung ausgehend, kann gesagt werden, ein Bundeskanzler sollte als Bundeskanzler eine Vorbildfunktion einnehmen.

In Österreich ist es zur Zeit nicht so.

In Österreich müssen diese Vorbildfunktion – und das zeigen nicht nur die Ereignisse dieser Woche in und rund um Vorarlberg – Bürger übernehmen. Der zurzeitige Bundeskanzler ist aber nicht gewillt, Bürgerinnen als sein Vorbild anzunehmen.

Dabei gäbe es für diesen an Jahren doch noch einigermaßen jungen Mann kein besseres Vorbild, als all die vielen Menschen in Österreich, die gerade, um ein Beispiel herauszugreifen, auch deshalb dieses, weil es um dieses auch in dieser Woche in Vorarlberg ging, die sich in diesem Bereich, der dem zurzeitigen Bundeskanzler sein Monothema ist, vorbildlich auf mannigfache Weise verhalten, in diesem Bereich, auch in diesem Bereich vorbildhaft handeln.

Dieses ihm von so vielen Menschen in Österreich Vorgelebte aber will der zurzeitige Bundeskanzler nicht zu seinem Vorbild nehmen.

Es ist aber nicht so, daß der zurzeitige Bundeskanzler Vorbilder ablehnt.

Er will selbst ein Vorbild sein. Aber als Vorbild, auch als Vorbild ist er untauglich.

Diesem vom Alter her doch noch einigermaßen jungen Mann sind die Bürgerinnen nicht Vorbild, die Bürger als Vorbild flieht er. Wohin flieht er? Wohin floh er schon vor langer Zeit? Zum Autoritären. In diesem hat er sich festgesetzt. Das Autoritäre ist sein Vorbild, dem er Ebenbild sein will. Das mag abstrakt klingen. Aber alles Abstrakte kann auch an handfesten Beispielen gezeigt werden. Beispielsweise ist es noch nicht lange her, daß der zurzeitige Bundeskanzler in Österreich „Wahlwerbung“ machte – für Nikola Gruevski …

Und was ist Gruevski jetzt? Kein Ministerpräsident mehr, ein Verurteilter. Und wo ist Gruevski jetzt? Als Vorbestrafter, geflohen nach Ungarn, bei seinem ihm unterstützenden Fluchthelfer, oder wie es er und die Kameraderie um den zurzeitigen Bundeskanzler nennen würden, bei seinem Schlepper …

Zurzeitiger Bundeskanzler in Österreich - Kein Vorbild

Das Autoritäre ist dem zurzeitigen Bundeskanzler in Österreich Vorbild. Und zum Autoritären gehören unweigerlich als Rückseite oder als Vorderseite dieser Vorbildmedaille, die der zurzeitige Bundeskanzler als Talisman umgehängt, seine Regierungspartnerin tätowiert hat, Schäden, Schulden, Verurteilungen …

„Unsere Macht zuerst“ – Schäden und Schulden allen sofort

Keinen Platz in diesem Kapitel soll es auch für die Überlegung geben, wie ein doch noch einigermaßen junger Mann sich ein derartiges Vorbild — einhundert Jahre nach dem ersten November 18 … es hat wohl etwas mit dem österreichischen Untergrund zu tun, der ein autoritaristischer ist, nach wie vor …

Kurz - Kein Vorbild

 

„Unsere Macht zuerst“ – Schäden und Schulden allen sofort

Deutlicher, unmißverständlicher als mit dieser SMS kann der zurzeitige Vizekanzler den Menschen in Österreich nicht mitteilen, worum es seiner identitären Gesinnungsregierungspartei ausschließlich geht: „Unsere Macht zuerst“.

Und wo kommen in diesem Zuerst die Menschen vor, von denen sie gewählt? Wo bleibt da in diesem identitären Zuerst für die Menschen noch ein Platz? Wenn je, dann weit, weit, recht weit hinten, dort, im absoluten Finsteren, wo, wie es in einem alten Sprichwort heißt: alles grau ist, auch das Braune.

Kurz gesagt, im … das unflätige Wort muß nicht wiederholt werden, die magnetmodischen Dreieckstücher haben es eingestickt …

Selbstverständlich hat der zurzeitige Vizekanzler nach diesem unfreiwilligen Offenbarungseid eine Erklärung nachgereicht, die das relativieren und verharmlosen soll, worum es seiner Partei von ihm aufwärts geht: „unsere Macht“.

SMS Strache - Unsere Macht

Fortan ist ein jeder Mensch gut beraten, diese SMS „Unsere Macht“ als Kleingedrucktes zu jeder Rede, zu jeder Schreibe von allen in dieser Partei hinunter bis zum Vizekanzler mitzudenken. Denn „Unsere Macht“ ist ihnen, wenn sie unter sich sind, ihr Großgedrucktes, und wenn sie aus ihren Buden hinausgehen, wird es zum Kleingedruckten, damit Sie es nicht mitbekommen, weil Ihre Stimme als Wähler und als Wählerin gebraucht wird.

Aber das wissen Sie ohnehin, im Kleingedruckten lauert der Hund, der Ihnen alles wegschnappt, Ihnen alles wegbeißt, Sie bis auf den Knochen abnagt …

Es ist kein schlechter Rat, diese SMS „Unsere Macht“ auch bei der zurzeitigen zweiten Regierungspartei als Kleingedrucktes stets mitzudenken …

Es geht bei „Unsere Macht“ nie nur um Immaterielles, um Symbolisches, um Abstraktes, um weltanschauliche Ausrichtungen, um Gesinnungshinwendungen. es geht immer um Handfestes, um Materielles. Es geht ums Geld. Um Ihr Geld. Es geht um Zuwendungen im großen Stil, mit Ihrem Geld.

Und zu dieser SMS „Unsere Macht“ gibt es eben ein aktuelles Beispiel, einer aus der vizekanzlerischen Partei ist so eben zu einer auch zum Teil unbedingten Haftstrafe verurteilt worden. In Kärnten. Eine Verurteilung als Aufarbeitung der Vergangenheit. Das ist alles hypogut bekannt. Die verursachten enormen Schäden sind hypogut bekannt und von allen zu beheben, angerichtet von jenen, die vereidigt auf „Unsere Macht“ …

Auch, das ist stets mitzudenken. Wie schlecht es solche Parteien in der Vergangenheit trieben, und da können Sie weit in die Vergangenheit zurückgehen, so schlecht treiben es solche Parteien in der Gegenwart weiter, in der Zukunft weiter. Das ist ihre Tradition, aus der sie nicht herauskommen, gesinnungsgemäß zugerichtet zu schaden.

Was von solchen Parteien bleibt, das hat eben erst auch die Partei des Innenministers vorgezeigt, auf dessen Freundschaft so stolz und ehrenreich gebaut wird …

Was von solchen Parteien bleibt: Schäden, Schulden und Verurteilungen.

Macht statt Österreich zuerstUnd auch passend, recht aktuell, die Machenschaften ebenfalls einer Gesinnungskameradin der vizekanzlerischen Partei …

Kurz zusammengefaßt: „Zuerst unsere Macht“, dann die Schäden und Schulden für alle.

Ja, wahrlich, was für ein serienehrliches Umfeld des zurzeitigen Vizekanzlers in Österreich …

Dagegen ist es wohl tatsächlich eine akademische Frage, ob ein Odin-Wiesinger-Medaillenträger die ideale Besetzung für die Nationalbank in Österreich … ach, beinahe vergessen, er ist die Idealbesetzung, jedenfalls nach österreichischer Art …

„Im Oasch daham“

Stefan Magnet schreibt wieder mal einen Kommentar für die gesinnungsgemäß zensurierte Website der identitären Regierungspartei in Österreich.

Das ist nichts Besonderes. Auch der Inhalt ist nichts Besonderes. Es ist das Üb(e)liche. Ein Lobkommentar, ein Hurrakommentar auf Wochenblick, Info-Direkt und die Zensurierte.

Und auch die Kommentare der Schreibstaffel zu diesem magnetischen Kommentar nichts Besonderes. Wie stets, nichts Freundliches. Vor allem gegen die Abgeordnete, etwa von einem Herwig Seidelmann. Es ist derart das Üb(e)liche, das es weder angeführt werden muß, noch in die Collage aufgenommen werden muß.

Stefan Magnet, das ist der Mann, der Vertreiber von Heimatmode. Das nur zur Erinnerung. Wie sauber es beim Vertreiben der Magnetmode zugeht, das muß nicht noch einmal erzählt werden.

Es muß auch nicht ein weiteres Mal erzählt werden, mit welchen Symbolen bei der Magnetmode gespielt …

Ab und an gab es über die Magnetmode einen medialen Bericht, in dem davon gesprochen wird, es würde mit „rechten Codes“ — wie harmlos, wie verharmlosend das doch klingt.

Magnet - Mode

Diese „Codes“ ebenfalls nichts Neues. Nichts Besonders, Das halt gesinnungsgemäß Erwartbare von solch einer Magnetmode. Klüger ist es wohl, statt zu schauen, welche „Codes“ verwendet werden, einmal nachzusehen, welche Statements werden durch die Magnetmode zu Österreich abgegeben. Und dazu fällt ein angebotenes Strickdreieckstuch auf: das österreichische Wappen am Po. Was für ein Statement! Was für ein Bekenntnis! Was von Österreich wirklich gehalten wird in diesen Gesinnungskreisen! Würden sie dieses ihr Bekenntnis, was sie von Österreich wirklich halten, von Qualtinger und Heller singen lassen, dann wäre es augenblicklich und drastisch klar, was sie von Österreich halten: „Bei uns is Österreich im Oasch daham!“

„Bei uns is Österreich im Oasch daham!“

Das ist ihr Bekenntnis mit diesem Dreieckstuch …

NS Zum Hurrakommentar des Stefan Magnet patzt die Zensurierte ein Foto vom Wochenblick, das die Abgeordnete mit einem nicht zu ihr passenden Hintergrund zeigt, weil es deren eigener Hintergrund ist und nicht nur von ihr der gesinnungsgemäße Hintergrund ist, es ist auch beispielsweise der Untergrund eines kleinzarten Mannes, der aus diesem Untergrund zum Minister aufgestiegen ist, eines Mannes, der sich selbst vielleicht als zu kurz geraten empfindet, nun aber zufrieden sein kann, so mitfühlend gestreckt worden zu sein, zwar hat das an seiner Körpergröße nichts geändert, durch die amtsmäßige Streckung, und das war eine enorme Streckung, nun reicht er aus diesem Untergrund bis an die Oberfläche, und das kann einem Menschen schon empfinden lassen, auch körperlich gewachsen zu sein.

Ach, und wieder …

Magnetmode - Bei uns is Österreich im Oach daham.png