„Zu Küssel fällt mir kurz ein.“

Das ist literaturgemäß eine Anspielung auf den Satz von Karl Kraus – „Zu Hitler fällt mir nichts ein.“ –, mit dem er auf einen eigenen Satz anspielt: „Mir fällt zu jedem Dummkopf etwas ein.“

Für die Anspielung hätte auch der Satz formuliert werden können: „Zu Sellner fällt mir kurz ein.“

Gottfried Küssel und der Empfänger einer Spende von dem Mann mit der Rune auf der Waffe haben wieder eine mediale Bühne – mit Gebenedeites Corona, Amen! werden sie wohl ihre nächtlichen Gebete schließen.

„Zuschauen, wie Neonazis wie Gottfried Küssel oder die rechtsextremen Identitären eine neue Plattform finden, einen Mob hinter sich sammeln und Behörden angesichts deren äußerst beschränkter Handlungsmöglichkeit verhöhnen – und das genüsslich in ihren Medienkanälen breittreten?“

Dieser Satz ist zu lesen in „Kein freies Demo-Geleit für Rechtsradikale“ in der Tageszeitung „Die Presse“ von Christine Imlinger vom 8. Jänner 2021.

Es fällt zu Corona nicht Küssel ein, zu Küssel fällt nicht Demonstration ein, sondern Kurz am Verhandlungstisch zur Bildung der Bundesregierung in Österreich von der türkis getupften christschwarzen Partei und der identitären Parlamentspartei, an dem u.a. auch ein diese Koalition mitverhandelnder Mann der Solidarität mit Küssel und der Attacke gegen das Verbotsgesetz saß.

Was für ein damals – kurz ist es her – allseits in Österreich begrüßtes und gefordertes freies Geleit für …

Wie recht gut seit dem alles geworden ist, der „Mob“ auf der Straße, eine Regierung, der das Recht zumutbar ist, wie der Verfassungsgerichtshof es wohl meint, ein Parlament, das von der Regierung nicht verhöhnt wird, dafür ein Bundeskanzler, der nur „immer fast schon Aggressionen jedesmal“ kriegt …

… der Mob niemals die Macht. Das ist so eine der Theorien über die repräsentative Demokratie, daß diese dafür erfunden worden sei, den Mob von der Macht auf ewig fernzuhalten.

In Österreich findet diese Theorie ihre Bestätigung. Der Mob hat in Österreich keine Macht. Auch wenn dieser meint, diese zu haben, weil sie „unsere Sprache spricht“ …

PS Karl Kraus ist zu „jedem Dummkopf etwas“ eingefallen; einem davon gab er acht Jahre später einen Namen, wie in seiner „Dritten Walpurgnisnacht“ zu lesen ist …

PPS Zu dem Spendenempfänger wäre Karl Kraus weder etwas noch nichts eingefallen, nicht einmal Corona …

PPPS Und ebenso wäre Karl Kraus weder etwas noch nichts zum Schwimmer im Sitzen in den Alpen eingefallen, nicht einmal Corona …

Das Cabinet des J. Weinheber

Im Bezirksmuseum Landstraße im Amtshaus für den 3. Bezirk in Wien wird die Bildhauerin Margarete Hanusch mit einer Ausstellung geehrt, von der nur „das Wissensnetz aus Österreich“ meint, sie habe das Wandrelief „Gänseweide“ geschaffen.

Was das Bezirksmuseum Landstraße mit dem Bezirksmuseum Ottakring gemein hat, ist, auch dieses hat ein Zimmer eingerichtet zu Ehren von Josef Weinheber. Für das Bezirksmuseum Landstraße habe, schreibt es auf seiner Website, die Literatur einen hohen Stellenwert.

Es will damit nicht gesagt sein, daß Josef Weinheber keine Literatur schrieb, aber wenn bedacht wird, wer außer Josef Weinheber auch im dritten Bezirk von Wien lebte, würde nur dann auf Josef Weinheber verfallen, ihm im Bezirksmuseum ein Zimmer einzurichten, wenn sonst kein Mensch mit einem Werk von Bedeutung über Bezirksgrenzen hinaus, mit einem Werk gar von Weltrang im Bezirk je gelebt hätte, das womöglich auf Ottakring zutrifft und es verständlich macht, daß im Bezirksmuseum des 16. Bezirks in Wien ein Kabinett des Josef Weinheber aufgebaut, nachgebaut ist.

Außerhalb von Bezirksgrenzen und auch innerhalb von Bezirksgrenzen hat Josef Weinheber nur noch für wenige Bedeutung, und die, für die er noch wichtig ist, sind Gesinnungsmenschen von rechter Art, und vielleicht ist er nicht einmal ihnen persönlich wichtig, sondern die Zeit, in der auch er groß war.

Es könnte gerade im Bezirksmuseum Landstraße ein anderes Zimmer nachgebaut aufgestellt werden, in der in einem zum Museum passenden Rahmen ein digitale Ausstellung laufen könnte, über die österreichischen Nachbarn, etwa von dem „Nachbar“ in einem Zimmerl in einem Haus des Dritten, das nicht von ihm erbaut.

Unscheinbare, nichtssagende Josef-Weinheber-Kabinette in Bezirksmuseen Ottakring und Landstraße, und auf der Landstraße nun die Ausstellung für Margarete Hanusch, nicht nur im Bezirksmuseum, auf der Landstraße steht ihre „Blubo“-Plastik „Familie“, ein paar Hausnummern davor soll auf der Landstraßer Hauptstraße, jedenfalls nach dem „Austria-Forum“ eine Skulptur von Josef Bock stehen; sicher ist nur, seine Hitler-Büste im Looshaus gibt es nicht mehr, seine Weinheber-Büste im Schillerpark nach wie vor …

Nun, wie mit den Angaben von „das Wissensnetz aus Österreich“ zu verfahren ist, kann im vorherigen Kapitel gelesen werden … Und auch in bezug auf Josef Weinheber zeigt es sich, wie freundlich gefärbt „Austria-Forum“ manche Biographien …

„Heroische Metaphysik und die Opferrolle des Dichters bestimmten unter dem Nationalsozialismus sein künstlerisches Schaffen. Später erneuerte er seine Mitgliedschaft in der NSDAP, was nach zahlreichen Vorbehalten 1944 akzeptiert wurde.“

Daß Josef Weinheber zur gleichen Zeit in die „Gottbegnadetenliste“ des Adolf Hitler aufgenommen wurde, davon weiß „Austria-Forum“ nichts, „das Wissensnetz aus Österreich“ weiß überhaupt nichts von einer „Gottbegnadetenliste“, auf seiner Website läßt sich das Wort nicht finden; das ist nicht ungewöhnlich, schließlich, es ist ein „das Wissensnetz aus Österreich“

Und vor dem Amtshaus für den dritten Bezirk in Wien der K. L. weihende Brunnen, mit dem die Landstraße verlassen werden kann, um in den ersten Bezirk von Wien zu spazieren, auf den K.-L.-Platz, auf den das Denkmal mit allen Namen von allen Menschen hingehört, die keine „Opferrolle“ einnahmen, sondern tatsächliche Opfer waren von jenen, mit denen auch ein Josef Weinheber sitzend marschierte im Füllfederstechschritt …

„Gänseweide“

Es spricht doch mehr dafür, daß das Relief „Gänseweide“ von Margarete Bistron-Lausch (1906 bis 1995) ist und nicht von Margarete Hanusch (1904 bis 1993). Es gibt dafür einfach mehr Hinweise. Unklar dabei lediglich die Entstehungszeitangaben, es wird 1950/1951 angeführt, aber auch 1953.

Für die Verbreitung durch das „Austria-Forum“ hingegen, daß „Gänseweide“ von Margarete Hanusch ist, lediglich der Hinweis auf der Website „Austria-Forum“ allein.

Bei diesem Werk ist es jedoch nicht von Bedeutung, welche Künstlerin es tatsächlich schuf. Es ist ein Relief, vor rund siebzig Jahren geschaffen, zur Erfüllung der kollektiven Pflicht der Nichterinnerung, als Eigenbild des Landes Österreich – unschuldig wie eine Gans …

Es wird zwar seit langer Zeit schon gewußt, daß die Angaben von dem „Wissensnetz aus Österreich“ mit Vorsicht zu behandeln sind, was dessen allenthalben freundliche Färbung von Biographien anbelangt, nun kommt hinzu, daß auch seine Werkzuschreibungen nicht ungeprüft übernommen werden dürfen.

„Gänseweide“ vor 70 Jahren, als Österreich so unschuldig wie eine Gans sein wollte, nichts an die Massenmorde erinnern durfte.

Im dritten Bezirk in Wien wurde 1950 bis 1951 in der Kegelgasse ein Gebäude errichtet, mit der Hausnummer 44.

Mit einem Relief über dem Hauseingang: „Gänseweide“.

Zugeschrieben der Künstlerin Margarete Hanusch. Als Errichtungsdatum 1951 angegeben. Vor siebzig Jahren also.

„Gänseweide“.

Sechs Jahre nach dem Ende des nationalsozialistischen Massenmordstaates, sechs Jahre nach der Befreiung der gerade noch am Leben sich befindlichen Menschen aus dem Vernichtungslager Auschwitz war der Wille in Österreich groß, daß nichts an die grauenhaften Verbrechen erinnern darf. So ist es verständlich, daß in der Kegelgasse keine Gedenktafel angebracht wurde, sondern ein liebliches Relief mit Gänsen, die Auslöschung also der Tatsache, daß die „Gänseweide“ einst eine Hinrichtungsstätte für eine sehr lange Zeit war, auf der auch jüdische Menschen verbrannt, ermordet wurden.

Die Künstlerin kam diesem Ansinnen, daran nicht zu erinnern, nach.

Ein Ansinnen, das nicht ausgesprochen werden muß, so sehr ist es ein kollektives Ansinnen, eine kollektive Pflicht zur Nichterinnerung, unaufgefordert und freiwillig zu erfüllen.

Nicht daran zu erinnern, daß die „Gänseweide“ einst eine Hinrichtungsstätte war, auf der auch jüdische Menschen verbrannt, ermordet wurden. Es sollte nur diese eine Erinnerung geben, daß nämlich die „Gänseweide“ einmal eine Gänseweide war, auf der tatsächlich Gänse unschuldig weideten; als Eigenbild für Österreich, das sich ebenso unschuldig wie Gänse sehen wollte.

Und die Künstlerin kam dem vollends nach.

Ein Relief, das daran erinnert hätte, daß die „Gänseweide“ einst eine Hinrichtungstätte war, auf der auch jüdische Menschen ermordet wurden, hätte zu sehr daran erinnert, wie lange die Geschichte von Auschwitz besonders in Österreich zurückreicht; mit dem Verkauf Österreichs als unschuldige Gans wäre es augenblicklich vorbei gewesen.

Über Jahrhunderte der Antisemitismus in Österreich ein mörderischer …

Im kommenden März werden es 600 Jahre her sein, daß auf der „Gänseweide“ Hunderte von jüdischen Menschen ermordet wurden, sie wurden gleich in das Feuer geschickt, das „Gasduschen“ mit anschließender Verbrennung erfanden erst Jahrhunderte später die Nachkommen dieser Mordenden.

Die Künstlerin wird wohl auch aus persönlichen Gründe nicht ungern dieser Darstellung der „Gänseweide“ mit friedlich unschuldigen Gänsen nachgekommen sein. Sie hätte etwa nach ihrer Teilnahme 1937 und 1938 an der „Großen Deutschen Kunstausstellung“ im hitlerischen Massenmorddeutschland gefragt werden können …

So aber keine Fragen, die die Künstlerin zu beantworten hatte, dafür für sie weitere Aufträge im dritten Bezirk von Wien, etwa die „Blut-und-Boden“-Plastik „Die Familie“ fünf Jahre später, 1956, das war auch das Jahr, in dem der Rassengesetzejurist des massenverbrecherischen Staates des österreichischen Adolf Hitler den „zweithöchsten Orden der Republik“ Österreich erhielt …

Nun wird mit einer Ausstellung im Bezirksmuseum Landstraße im Amtshaus für den 3. Bezirk mit dem Karl-Lueger-Gedenkbrunnen davor an die Künstlerin der „Blut-und-Boden“-Plastik ehrend gedacht.

Es kann aber auch eine andere Künstlerin gewesen sein, die das Relief „Gänseweide“ schuf. Dazu mehr im nächsten Kapitel.

Von diesem besonderen Bezirksmuseum im Amtshaus für den dritten Bezirk sollte auch einmal erzählt werden, vielleicht im übernächsten Kapitel.

Gleich welche Künstlerin es war, die das Relief „Gänseweide“ tatsächlich schuf, eines bleibt unverändert, vor siebzig Jahren sollte kein Relief an die Hinrichtungsstätte, auf der auch jüdische Menschen ermordet wurden, erinnern. Es wäre das Eingeständnis gewesen, daß Österreich keine unschuldige Gans war, weder vor noch während der Auschwitzzeit.

Nach 1951, lange nach 1951, wohl sehr lange nach 1951 wurde dann doch eine Gedenktafel angebracht, nicht auf der Fassade des Hauses Kegelgasse 44, nicht statt des Reliefs „Gänseweide“, sondern auf der Fassade des Hauses Kegelgasse 40, die daran erinnert, daß die „Gänseweide“ eine Hinrichtungsstätte einst war, auf der auch jüdische Menschen ermordet, verbrannt wurden.

Es könnte nun gemeint werden, es hat gedauert, es hat in Österreich lange, sehr lange, sehr lange gedauert, bis es aufhörte, daß sich Österreich als unschuldige Gans der Welt zeigen will.

Als unschuldige Gans kann Österreich zwar nicht mehr durch die Welt watscheln, aber immer noch und weiter als eine Gans mit halbem Erinnerungsvermögen.

Auch noch im Beginn des dritten Jahrzehnts des 21. Jahrhunderts.

Es soll nun in Österreich, in Wien, ein Denkmal mit allen Namen der in der Shoah ermordeten Menschen errichtet werden, aber ohne alle Namen der im Porajmos ermordeten Menschen, und errichtet soll es auch nicht dort werden, wohin es tatsächlich gehört: in den ersten Bezirk von Wien, auf den Platz mit dem K. L.

In ein paar Tagen passiert …

Diese Aussage von Donald Trump im Telefonat mit dem Innenminister von Georgia vom 2. Jänner 2021

„We held the Senate, which is shocking to people, although we’ll see what happens tomorrow or in a few days.“

bekommt nach dem Sturm auf das Kapitol am 6. Jänner 2021 … nein, es will nicht hier darüber spekuliert werden, ob Donald Trump zu diesem Zeitpunkt bereits proaktiv in das eingebunden war, was ein paar Tage später mit Toten …

Aber John James in seiner „Analyse“ für Bachheimer.com dürfte, das ist im Zusammenhang mit dieser Aussage doch festzuhalten, es für seine „Analyse“ günstiger erachtet haben, es für Donald Trump günstiger erachtet zu haben, auch diese trumpsche Aussage in seiner „Analyse“, mit der er vorgibt, den einzig wahren Telefonmitschnitt zu liefern, wegzulassen.

Weshalb im fernen Österreich die zensurierte Website der identitären Parlamentspartei und die Website des Thomas Bachheimer es für notwendig erachten, für Donald Trump in den Ring zu steigen, in dem er endgültig angezählt im Staub liegt, ist nicht sehr unverständlich.

Unverständlich hingegen ist es, weshalb andere in Österreich, die nichts mit dieser verschwörerischen Gesinnungswelt gemein haben, mit einer derartigen Milde gegen Donald Trump sich hervortun müssen zu glauben …

Den Milden in Österreich würde es gut anstehen, um eine Fortbildung in Klarheit zu ersuchen, beispielsweise bei der deutschen Bundeskanzlerin, beim deutschen Bundespräsidenten …

Das Entsetzen über die Gewalt im US-Kapitol durch Anhänger des abgewählten Präsidenten Donald Trump ist groß – auch bei Kanzlerin Angela Merkel. Die „verstörenden Bilder“ hätten sie „wütend und auch traurig gemacht“. Sie gab Trump eine Mitschuld an der Eskalation. „Ich bedauere sehr, dass Präsident Trump seine Niederlage seit November nicht eingestanden hat und auch gestern wieder nicht. Zweifel am Wahlausgang wurden geschürt.“ Das habe die Atmosphäre dafür bereitet, dass die Ereignisse der Nacht möglich geworden seien.

Noch deutlicher wurde Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier: Er sprach von einem „bewaffneten Mob, aufgestachelt von einem amtierenden Präsidenten“. Die Szenen seien „Ergebnis von Lügen und noch mehr Lügen, Spalterei und Demokratieverachtung, von Hass und Hetze auch von allerhöchster Stelle“.

Faktencheck für „Faktencheck“

Es kann leicht verstanden werden, daß die gesinnungsgemäße zensurierte Website Donald Trump

„US-Präsident Donald Trump hat den Innenminister von Georgia nicht zum Amtsmissbrauch aufgefordert, wie vom ORF behauptet, sondern ihm vorgeworfen, illegale Handlungen zu decken.“

verteidigt, bringt es ihr doch wieder auch die Gelegenheit, den ORF zu attackieren. Ganz in Erfüllung ihrer Pflicht. Kurz erst ist es her, daß ihr Gesinnungsanführer stolz verkündete, wie gut, daß er sich von der GIS abgemeldet habe, also keine ORF-Gebühren mehr zahle.

Nicht mehr so leicht zu verstehen ist allerdings, weshalb Bachheimer mit seiner Website meint, Donald Trump verteidigen zu müssen. Eine Verteidigung von Donald Trump macht in Österreich keinen Sinn, ist in Österreich vollkommen ohne Belang. Die gesinnungsgemäße Attacke der zensurierten Website gegen den ORF basiert ja einzig auf der „Analyse“ der Bachheimer-Website, sie nennt das „Faktencheck“. Wenn das Umfeld von Bachheimer bedacht wird, ist es doch wieder leicht zu verstehen, weshalb Bachheimer meint, Donald Trump verteidigen zu müssen. Denn.

Die Verschwörungswelt von Thomas Bachheimer ist die Verschwörungswelt seines „Cheffe“ Walter Eichelburg ist die Verschwörungswelt des Donald Trump.

Wo sich zurzeit Walter Eichelburg aufhält, wurde, weil es nicht interessiert, vielleicht im Gefängnis, vielleicht in der Psychiatrie, vielleicht auch wieder entlassen, aber wo Thomas Bachheimer … nun, mit Thomas Bachheimer kann ein Rundgang in den sogenannten besten Kreisen in Österreich gemacht werden. Auf dem etwa ein Hayek-Institut mit seiner Vizepräsidentin der österreichischen Nationalbank anzutreffen ist.

Kurz wie einfach gesagt, mit Thomas Bachheimer sind die Gehätschelten in Österreich anzutreffen, mit ihrem eigenen „Kongress Verteidiger Europas“ …

Unter den Gehätschelten beispielsweise auch der für kurz gewesene Innenminister … Auch ein Landeshauptmann steht nicht an, solche Veranstaltungen zu verteidigen …

Sie werden vielleicht schon ungeduldig auf den Faktencheck des „Faktenchecks“, der auf der bachheimerischen „Analyse“ einzig basiert, warten. Einfach wie kurz gesagt: Es ist ein derart billig gemachte „Analyse“, die der gesinnungsgemäß zensurierten Website ein „Faktencheck“ ist, der nichts anderes als eine Attacke ist, daß der Faktencheck des „Faktenchecks“ gar nicht gemacht werden will. Machen Sie selbst den Vergleich. Dafür wurde in einem Dokument zusammengefaßt die bachheimerische „Analyse“ und die durch die Washington Post veröffentlichte Transkription des Telefonats von Donald Trump. In der direkten Gegenüberstellung werden Sie sogleich erkennen, wie billig das gemacht ist, wie einfach das zu durchschauen ist. Darin, um etwas Positives zu dieser „Analyse“ zu sagen, ist diese „Analyse“ als eine exemplarische anzusehen, wie einfach die Verschwörungswelt beschaffen ist.

Für den Faktencheck reicht bereits ein einziger Hinweis. In der bachheimerischen „Analyse“ fehlt der entscheidende Satz. Es wird der Satz unterschlagen, mit dem die gesinnungsgemäß zensurierte Website dem ORF vorwirft, „die Tatsachen bei einem Bericht über US-Präsident Donald Trump völlig verdreht zu haben.“

„So look. All I want to do is this. I just want to find 11,780 votes, which is one more than we have because we won the state.“

Und auch dieser Satz kommt in der bachheimerischen „Analyse“ nicht vor, mit der so getan wird, als wäre es die wahre Wiedergabe des Telefonats:

„So what are we going to do here, folks? I only need 11,000 votes. Fellas, I need 11,000 votes. Give me a break.“

Da „Give me a break“ viele Bedeutungen haben kann, fällt es schwer zu sagen, ob Donald Trump damit um die Chance bettelte, Präsident bleiben zu können, oder darum flehte, ihn zu verschonen, nicht mehr Präsident zu sein dürfen. Einerlei, ob ein Erbetteln einer Chance, ob ein Erflehen des Verschonens, er winselte um elftausend Stimmen.

Es wäre, ist abschließend zu sagen, stets eine trostlose Sache, sich mit solch billig zu durchschauenden Machenschaften zu beschäftigen, wäre da nicht doch immer auch eine heitere Sache. In diesem Fall in der bachheimerischen „Analyse“ die Falschschreibung des Vornamens des Rechtsanwalts von Donald Trump:

„Assistiert wurde Trump von seinem Kabinettchef Mark Meadows und zwei Rechtsanwälten,
Frau Cleta Mitchell und Kurz Hillberg.“

„Kurz Hillberg“. Das entschädigt doch ein wenig dafür, sich mit derart Trostlosem – Kurz Hillberg … Eine absolute Belohnung aber wäre es, wäre auch der Nachname des trumpschen Rechtsanwalts falsch geschrieben, beispielsweise Hillbang, Kurz Hillbang – wie herzhaft hätte gelacht werden können. Es konnte aber herzhaft gelacht werden, denn der Familienname des trumpschen Anwalts Kurt Hilbert ist in der bachheimerischen „Analyse“ konsequent falsch geschrieben: „Hillberg“ …

Verharmlosungen

„I am following with deep concern the populist prodded, anti-democracy attack on the #Capitol in #Washington, the heart of US democracy. The respect for the results of free elections and the peaceful transfer of government power is the foundation of democracy.

I am convinced the US will protect these democratic rules even if the current president hesitates. (vdb)“

Von einer lediglich „populistisch angestachelten Attacke“ zu schreiben, wie es der für knapp zwei Jahre noch amtierende Bundespräsident in Österreich nun tut, kann nicht anders als eine Verharmlosung genannt werden, und das von einem Mann mit einem VIP-Abonnement für Gedenkveranstaltungen.

Ebenso bitter und schlimm, wie die Vergangenheit zu verharmlosen, das vor allem aus dem Kreis der Partei immer wieder passiert, die dieser Bundespräsident als Regierungspartei angelobte, ist es die Gegenwart zu verharmlosen.

Selbstverständlich verharmlost der für knapp zwei Jahre noch den Bundespräsidenten gebende Mann nicht, er ist nur vorsichtig, wie damals bei der Partei, die er dann, so gut vorgebaut, leicht und herzlich als Regierungspartei angeloben konnte.

Der für knapp zwei Jahre noch im habsburgischen Schlafzimmer ein- und ausgehende Bundespräsident „zögert“ nicht, seine glasklare Analyse zu verbreiten, daß der „derzeitige Präsident zögert, die demokratischen Regeln zu schützen“, also der amerikanische Präsident, der knapp zwei Wochen noch Präsident sein wird, oder nur mehr kurz, weil er noch davor seines Amtes enthoben werden könnte, „zögert“. Wie glasklar die Analyse des derzeitigen Präsidenten, also des österreichischen Präsidenten ist, belegen die Worte des Noch-Präsidenten nach dem Sturm auf das Kapitol eindrücklich. Noch kein Mann war zögerlicher und von mehr Liebe beseelt als dieser Mann, der als „Erlöser“ mit ausgestrecktem Arm verehrt wird:

„Ich kenne euren Schmerz und weiß, dass ihr verletzt seid. Wir hatten eine Wahl, die uns gestohlen wurde. Es war eine Erdrutsch-Wahl. Und jeder weiß es, besonders die andere Seite. Aber ihr müsst jetzt nach Hause gehen. Wir müssen Frieden haben. Wir brauchen Gesetz und Ordnung. Wir müssen Respekt gegenüber unseren Leuten haben die für Gesetz und Ordnung arbeiten. Wir wollen, dass niemand verletzt wird. Es ist wirklich eine schwere Zeit. Es gab niemals eine Zeit, wie diese, in der Dinge wie diese passiert sind, in der man uns diese Dinge weggenommen hat, von mir, von euch, von unserem Land. Es war eine betrügerische Wahl. Doch wir können diesen Leuten nicht in die Hände spielen. Wir müssen Frieden haben. Geht nach Hause, wir lieben euch, ihr seid ganz besonders. Wir sehen was passiert, wir sehen, wie andere behandelt werden – so schlecht und so böse. Ich weiß, wie ihr fühlt. Aber geht nach hause und geht in Frieden nach Hause.“

So ist es nur christlich und recht, daß etwa der derzeitige Außenminister in Österreich für diesen Mann der Liebe und der Zögerlichkeit wirbt, „Vertrauen in diesen Partner“ …

Vielleicht kriegt ein junger Mann in Österreich bei dem Virus-Thema auch deshalb Aggressionen, weil er kein zweites Mal zu diesem wie ein Großvater zögerlich voller Liebe seienden Mann reisen konnte, er hätte doch, so schätzt sich der junge Mann wohl ein, mit seinem Besuch etwas beitragen können, daß ihm, dem Großvater, nicht „die Wahl gestohlen“ …

Beide verbindet darüber hinaus doch auch die Sprache, die der Großvater mit jenen gemein hat, die er liebt.

Einfach ohne Worte kurz erklärt

Die österreichische Bundesregierung ist, heißt es in einer Kundmachung, stets darum bemüht, die Covid-19-Schmutzmaßnahmen so verständlich wie nachvollziehbar zu formulieren, dabei aber diese so einfach wie kurz zu halten.

Dennoch kommt es seit bald einem Jahr unentwegt zu einem zusätzlichen notwendigen Klärungsbedarf.

Und vor allem seit dem 26. Dezember ´20 wird stärker denn je ein Erklärungsbedarf artikuliert, seit dem Tag also, an dem ein weiterer Lockdown in Kraft gesetzt ist. Besondere Schwierigkeit bereitet den Menschen die sogenannte 10-m²-Regel und die 1-Meter-Abstandsregel in Verbindung mit der Schutzmaskenregelung. Die österreichische Bundesregierung reagiert auf die bekanntgewordenen Unklarheiten wiederum in der von ihr so gewohnt zuverlässigen Schnelligkeit auf kurzem Wege.

Bereits einen Tag nach Inkrafttretung des Lockdowns haben es sich Bundeskanzler und Gesundheitsminister nicht nehmen lassen, es selbst vorzutragen. Am 27. Dezember ´20 haben sie sich zur Aufnahme von Bildern in einem geschlossenen Raum eingefunden, um die oben erwähnten Regeln höchstpersönlich bildlich darzustellen; diese Aufnahmen sollen als Schautafeln ohne Worte den Menschen zum besseren Verständnis und zur leichten Einhaltung der Regeln dienen.

Die sich ohnehin selbst erklärenden Schautafeln bedürfen zwar, wie die österreichische Bundesregierung in ihrer Kundmachung zurecht betont, nicht zusätzlichen Erkärungen in Wort und Schrift, dennoch sollen hier die Schautafeln besonders für die Freundinnen des Geschriebenen mit ein paar Bildbeschreibungen versehen werden.

Wie anhand der Schautafeln unmißverständlich erklärt ist, hat in einem geschlossenen Raum, der nicht größer als zehn Quadratmeter sein darf, von fünf Personen eine Person zu stehen, eine Person unbedingt eine Halsschutzmaske zu tragen, mindestens zwei Personen sich an den Händen zu halten, um eine für das Virus unüberwindliche Abwehrkette zu bilden, der Abstand zwischen den fünf Personen muß zugleich weit weniger als einen Meter betragen, wodurch endgültig garantiert ist, daß das Virus sich nicht frei im Raum bewegen kann. Lediglich als Empfehlung und nicht zwingend vorgeschrieben ist die körperliche Ertüchtigung zumindest einer Person; diese kann auch im Sitzen erfolgen, etwa durch Ausstrecken eines Armes bei gleichzeitigem leichten Hebens eines Beins.

Kurze Studie einer schaulustigen Person

Am 27. Dezember ’20 konnte kurz das Verhalten einer schaulustigen Person studiert werden, wie sie sich also benimmt, wenn sie gewahr wird, das Fernsehen ist da, es wird gefilmt, ein anderer Mensch steht im Mittelpunkt eines Interviews.

Nicht jede schaulustige Person möchte gleich als schaulustige erkannt werden. Sie verhält sich so, als würde es sie gar nicht interessieren, daß gefilmt wird. Ihr das so etwas von gleichgültig ist. Sie versucht alles, um den Eindruck zu vermeiden, sie will mit auf das Bild, auch interviewt werden. All das erzählen die Bilder dieses sonntäglichen Vormittags. Sie läßt sich nicht dazu verführen, in die Kamera zu winken. Am Abend desselben Tages aber wird sie ihre gesamte Familie dazu vergattern, die Nachrichten zu sehen, weil es um das gar wichtige, wird ihre Begründung dafür sein, Impfen geht, und sich stolz daran erfreuen, wenn Mami oder Papi dann doch ausrufen wird: „Schau, Du bist im Fernsehen!“

Eine schaulustige Person, die immer und überall anzutreffen ist, wo eine Kamera eingeschaltet ist — bevorzugt werden von schaulustigen Personen Fernsehkameras –, will jeden Eindruck vermeiden, bloß eine Zaungästin zu sein, also eine, die nicht eingeladen ist, die ein Geschehen nur aus einiger Entfernung beobachten darf, zumeist hinter einer polizeilichen Absperrung sich aufhalten darf, von dort aus in die Kamera winken darf, in der Hoffnung, in den Abendnachrichten doch im Bild zu sein. Deshalb versuchen schaulustige Personen alles, um den Schein zu erzeugen, sie seien doch eingeladen, sie seien Teil des Geschehens, sie gehören dazu, sie unternehmen alles, um Absperrungen zu überwinden, bis sie es schaffen, Mitten im Geschehen zu sitzen, sie trotzen jeder Gefahr, sie fürchten, um eine aktuelle Gefahr zu nennen, keine Ansteckung, sie stecken ihre Köpfe mit jenen zusammen, die ihre Mund-Nase-Schutzmaske als Halsschutzmaske …

Schaulustige Personen schlafen an einem solchen Tag, wenn es ihnen doch gelungen ist, bis in das unmittelbare Geschehen vorzudringen, im Ohr noch den Ausruf „Schau, Du bist im Fernsehen mitten unter den Wichtigen!“ von Mama haben, zufrieden „Es wird ein schöner Tag gewesen sein!“ murmelnd ein. Diesen Satz murmeln sie nicht. Weil, sie müßten diesen Satz kennen. Schaulustige Personen sind aber menschgemäß keine lesenden.

Schaulustige Personen sagen sich vielleicht „Mah! I woar im Fernsehn“ unentwegt vor, während sie mit ihrem Smartphone diese für sie historische Nachricht an ihre Spezln verschicken, bis ihnen ihre Augen und ihr Handy aus den Händen …

„Ich krieg‘ bei dem Thema immer fast schon Aggressionen jedesmal, weil ich mir denk‘, wie gibt’s denn das, das muß doch besser möglich sein.“

Aggressionen zu kriegen, ist – auch gegen sich selbst – niemals eine Lösung, weil Aggressionen, wie hinlänglich gewußt wird, niemals Lösungen sind. Oft gibt es für Menschen in prekären und sie überfordernden Situationen, um sie vor Aggressionen gegen sich selbst zu schützen, nur eine Lösung, sie von dem zu lösen, das sie nicht können. Sie von den Gefahren zu befreien, die ihnen die Aufgaben sind, die sie nicht erfüllen können. Denn. Die Spirale des Nichtkönnens dreht sich bedrohlich weiter. Nichtkönnen und Aggression bedingen einander. Je mehr solche Menschen meinen, es müsse ihnen etwas doch besser möglich sein, desto weniger und weniger wird es ihnen gelingen, je noch etwas zu machen, das zumindest im Ansatz unter ein wenig besser als bisher verbucht werden könnte. Bis sie schließlich im totalen Verhau in der totalen Aggression auch gegen sich selbst enden.

Das Thema, von dem er sprach, war C. Welches auch sonst.

Noch etwas hat der zurzeitige Das-muß-doch-besser-möglich-sein-Bundeskanzler in dieser Nachrichtensendung gesagt.

— Was das Freitesten betrifft, das ist natürlich ein neuer komplexer Bereich. Sie haben im Eingangsbericht schon Verfassungsexperten gebracht, die das skeptisch sehen. Was keine Überraschung ist, weil es gibt immer einen Verfassungsexperten, der jede neue Idee skeptisch sieht.

Martin Thür: Es ist aber auch nicht so, als hätten alle Verordnungen vor dem Verfassungsgerichtshof gehalten.

— Natürlich nicht. Das ist auch nie vorhersehbar.

Was der zurzeitige Das-muß-doch-besser-möglich-sein-Bundeskanzler so recht lieb „neue Idee“ harmlos nennt, ist in vielen Bereichen weder lieb noch harmlos, sondern ein Anschlag gegen …Wie gut, daß es den Verfassungsgerichtshof in seiner jetzigen Form noch gibt. Der auch die derzeitige Bundesregierung mahnt, daß das Recht der Regierung zumutbar ist.

Das Begleitschreiben für den Bundesminister für Gesundheit zum Entwurf einer Novelle des Epidemiegesetzes und des Covid-19-Maßnahmengesetzes, vorgelegt mit einer total kurzen Begutachtungsfrist, bringt es bereits in seinem Betreff auf den Punkt, was es ist: „Kurzbegutachtung“.

„Kurzbegutachtung“, kann auch so gelesen werden, Begutachtung von Kurz und von ihm für …

Allein diese aktuelle Vorgehensweise zur Begutachtung eines Gesetzesentwurfes der derzeitigen Bundesregierung mit der bewußten Mißachtung des Parlaments macht es einmal mehr deutlich, es geht um die Zerstörung der „repräsentativen Demokratie“. Während der noch knapp zwei Jahre amtierende Bundespräsident in Österreich nach wie vor meint, es gehe um die Verteidigung der „liberalen Demokratie“ … Von der auch wieder in seiner Neujahrsansprache am 1. Jänner 2021 sprach, dessen Rede, muß eingestanden werden, zuerst verwechselt wurde, weil nicht hingesehen, sondern nur zugehört wurde. So wurde an diesem Abend die Neujahrswerbung von einem Stromlieferanten für die Neujahrsansprache des Bundespräsidenten gehalten und die Neujahrsansprache des Bundespräsidenten für die Neujahrswerbung eines Stromlieferanten; erst die Erinnerung an die Stimme des Bundespräsidenten klärte die Verwechslung auf, daß die Neujahrswerbung des Stromlieferanten nicht die Neujahrsansprache des Bundespräsidenten und die Neujahrsansprache des Bundespräsidenten nicht die Neujahrswerbung des Stromlieferanten war. Welch ein Irrtum. Zu meinen, Reklame und Rede nicht verwechseln zu können.

Noch etwas sagte der zurzeitige Wie-gibt’s-denn-das-Bundeskanzler in dieser Nachrichtensendung.

Und zurück zum Freitesten, Herr Thür, ein letzter Satz. Wir haben in den letzten Wochen sehr intensiv daran gearbeitet, hier ein ausgeklügeltes Modell zu erarbeiten.

Was aus diesem zum Freitesten „erarbeiteten ausgeklügelten Modell“, an dem „in den letzten Wochen sehr intensiv gearbeitet“ wurde, geworden ist, das wird bereits an diesem Montag, 4. Jänner ’21, gewußt, ein Modell, das der zurzeitige Bundeskanzler sich zur Erinnerung an seine Zeit am Ballhausplatz rahmen lassen kann und sich selber, mit seinem Satz beschriftet, widmen kann:

Ich krieg‘ bei dem Thema immer fast schon Aggressionen jedesmal, weil ich mir denk‘, wie gibt’s denn das, das muß doch besser möglich sein.