Der Duden führt neben der historischen Bedeutung ausdrücklich eine zweite an: „besondere [jemanden bevorzugende] Behandlung“. Genau darum geht es auf dem FPÖ-Plakat. Noch deutlicher wird die Bundeszentrale für politische Bildung. Sie beschreibt die Verwendung des Wortes durch Gestapo, SS und Einsatzgruppen, hält für die Gegenwart aber fest: „Im allgemeinen Sprachgebrauch spielt die NS-Bedeutungsfacette keine Rolle“, der Begriff werde „völlig unproblematisch“ für eine besondere oder bevorzugende Behandlung verwendet.
Es ist wohl nicht von ungefähr, daß in der massenmörderischen und massenverbrecherischen nationalsozialistischen Diktatur gerade „Sonderbehandlung“ diese verbrechensverschleiernde Verwendung fand, hat doch bereits im Winter 1917 Kriegsminister von Stein mit seiner Erklärung, das hier noch einmal zu zitieren ist, ein Wort zur gesinnungsgemäßen Umdeutung und zum gesinnungsgemäßen Mißbrauch offeriert:
„Der Herr Kriegsminister von Stein hat mit Bestimmtheit erklärt, daß alle begründeten Beschwerden über Sonderbehandlung von Juden auf Eingehendste geprüft werden und daß gegebenenfalls Abhilfe geschaffen wird.“
wie dieser bereits im Kapitel „Von der Sonderbehandlung zu Sonderbehandlung“ zitiert wurde, und es wird nicht überraschen, daß der Anlaß, mit „Sonderbehandlung“ sich zu beschäftigen, schon einmal die Aufregung um einen Parteikameraden der Landeshauptmann-Stellvertreterin …
Also deshalb braucht es überhaupt ein Verbotsgesetz in Österreich, derart wird an diesem 29. August 2026 es auf der Konzernplattform X erklärt:
Wer trägt die Verantwortung dafür, dass es kein Verbotsgesetz gegen den politischen Islam gibt? Die ÖVP und die anderen Systemparteien.
Und wer trägt die Verantwortung dafür, dass wir überhaupt ein solches brauchen? Die ÖVP und die anderen Systemparteien. Denn sie verteufeln all jene als rechtsextrem, die unsere Heimat schützen wollen, und importieren zugleich die wahren Gefährder.
In Berlin steht in unmittelbarer Nähe zum Reichstag ein Denkmal zum Gedenken an die im deutschen reich ermordeten Menschen, die heutigentags noch, wenn von ihnen auf Brauchtumsart gesprochen und geschrieben wird, besonders in Österreich weiter als „Zigeuner“ —
In Berlin in unmittelbarer Nähe zum Bundestag ist zu lesen, was ein deutscher Bundespräsident bereits vor neunundzwanzig Jahren sagte:
Der Völkermord an den Sinti und Roma ist aus dem gleichen Motiv des Rassenwahns, mit dem gleichen Vorsatz und dem gleichen Willen zur planmäßigen und endgültigen Vernichtung durchgeführt worden, wie der an den Juden. Sie wurden im gesamten Einflussbreeich der Nationalsozialisten systematisch und familienweise vom Kleinkind bis zum Greis ermordet.
Bundespräsident Roman Herzog, 16. März 1997
Und auch das, bereits am 17. März 1982 sagte Bundeskanzler Helmut Schmidt:
Den Sinti und Roma ist durch die NS-Diktatur schweres Unrecht zugefügt worden. Sie wurden aus rassischen Gründen verfolgt […]. Diese Verbrechen haben den Tatbestand des Völkermords erfüllt.“
[…] Juden, Zigeuner, körperlich oder geistig Behinderte, Homosexuelle, Angehörige von Minderheiten, politisch oder religiös Andersdenkende – sie alle wurden Opfer. […] Dennoch haben auch viele Österreicher den „Anschluss“ begrüßt, haben das nationalsozialistische Regime gestützt.
In Österreich hingegen, in Österreich, im Portschyland, gab es einen Bundespräsidenten, dem auch nach Jahrzehnten diese Klarstellungen durch einen Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland und durch einen deutschen Bundeskanzler nicht einmal der Begriff „Antiziganismus“ ein auszusprechender war, dafür aber konnte dieser österreichische Bundespräsident klare Worte an Eltern in Österreich richten, muß jetzt, im Sommer 2026, die Klarstellung eines Bundespräsidenten in Berlin lesend, gedacht werden, ihren Kindern zu erlauben, länger aufzubleiben, weil in den trumpisch regierten Vereinigten Staaten von Amerika Österreich ein Fußballspiel …
Was in Berlin in diesem Sommer 2026 in zentraler Lage, in unmittelbarer Nähe zum Bundestag gelesen werden kann, ist beispielsweise auch das:
Adam Ujvary wird am 23. Juli 1941 im burgenländischen Halbturn geboren. Sein Vater Stefan arbeitet als Taglöhner und unterstützt seine Frau Katharina, eine Marktfahrerin, bei der Ausübung ihres Gewerbes. Im Sommer 1941 wird die Familie mit dem neugeborenen Adam und seinem Bruder Walter nach Lackenbach, ein Zwangslager für Roma, verschleppt. Die Eheleute Ujvary wenden sich in einem Brief an den Bürgermeister ihres Heimatdorfes: ‚[…] wir haben uns das nicht verdient, wo wir immer in der Arbeit gewesen sind und 6 Jahre gedient haben in der Gemeinde keine Schulden weder sonst nichts ankommen lassen haben.‘ Sie bitten darum, zurückkehren zu dürfen. Der Bürgermeister vermerkt „unbeantwortet lassen“ und lässt das Haus der Familie Ujvary veräußern. Die Eltern und Adams einjähriger Bruder Walter sterben im Dezember 1941 an Typhus. Seine drei Schwestern werden im April 1943 in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert und ermordet. Weil Adam Ujvary als ‚Zigeunerstämmiger‘ nicht in einem Waisenhaus untergebracht werden darf, wird das fünf Monate alte Baby in das Wiener Spital Am Spiegelgrund gebracht. Das Krankenhaus ist eine „Euthanasie“-Einrichtung, in der medizinische Versuche und gezielte Tötungen an Kindern vorgenommen werden. Adam Ujvary wird hier als vermeintlich ‚erbkrank‘ eingestuft und am 30. März 1944 im Alter von zweieinhalb Jahren ermordet.
Nun, am 26. August 2026, können Identitarian wieder einmal einen ihnen leichtgemachten Triumph ernten, diesmal durch die Urteilsverkündigung des Landesgerichts für Strafsachen Wien, Abt. 113, am 25.8.2026:
Wir haben in einer Stellungnahme zur Pressekonferenz der FPÖ am 28.1.2026 behauptet, Privatdozent Dr. Stefan Weber habe geäußert, die Anzahl der Anzeigen nach dem Verbotsgesetz stehe für gar nichts, denn jeder Hitlergruß werde schon als rechtsextrem bezeichnet. Wir widerrufen diese Behauptung als unwahr.
Stiftung Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes Dr. Andreas Kranebitter
Wie leicht wäre es gewesen, auch diesen Triumph den Identitarian nicht zu säen. Einfach etwa dadurch, was Stefan Weber tatsächlich in dieser Pressekonferenz am 28. Jänner 2026 zum „Hitlergruß“ sagte, es könnte kenntlicher nicht sein:
Irgendwann bleibt nur noch ein Kriterium übrig, sozusagen in aller Radikalität des DÖW, dann kann ich sagen, jeder, der in einer Volksgemeinschaft denkt, ist in Österreich ausgeprägter Rechtsextremer, ja, dann muß ich sagen, dann haben wir eine komplette Neudefinition dieses Begriffs, und dann müssen wir das auch transparent machen, daß wir den Begriff Rechtsextrem dann so als Art Heimatliebe oder ähnliches verstehen, ja, und damit wird er leer, dann können wir gleich Heimatliebe sagen.
Stefan Weber in der Pressekonferenz von Christian Hafenecker, 28. Jänner 2026.
Es hätte wohl vieles gegeben, auf das das DÖW in seiner Reaktion auf die hafeneckerische Pressekonferenz entschieden eingehen, fundiert entgegentreten hätte können, stattdessen jedoch die Entscheidung, ein gerichtlich zu widerrufendes weberisches Zitat zu riskieren, die, das mit ein wenig Weitsicht vorhersehbar gewesen wäre, nur zum Einfahren einer neuerlichen Triumphernte für die Identitarian führen konnte, und wohl zum persönlichen Triumph von einem der ihren, dem u. a. das DÖW lange schon eine der „Denunziazionsplattformen“ —
Ein Generalsekretär und ein Abgeordneter im österreichischen Parlament wird schon genau es sich überlegt haben, weshalb er „Denunziazionplattformen“ schreibt und nicht nach der Rechtschreibung Denunziation… Ebenso genau wird er es sich überlegt haben, welche recht besondere Blume er in seine österreichische Reversfahne steckt, mit der er die Ankündigung seiner Pressekonferenz am 28. Jänner 2026 schmücken läßt — wohl zum weithin sichtbaren auch seines Bekenntnisses …
Zwei Beispiele für jene, die an diesem selbstverschuldeten Urteil zum Geschenk an die Identitarian ihre rechte Freude haben: Daß sich in dieser Sache für Michael Scharfmüller sofort Fragen darüber hinaus stellen, wie er gleich am 26. August 2026 auf der Konzernplattform schreibt, verwundert nicht. Desselben Tages auf derselben Plattform „Glückwünsch!“ von Norbert Weidner, unausbleiblich, somit für ihn wohl erwiesen,
daß Burschenschaften nicht so sind, wie er es dem DÖW vorhält, sondern so, das hat Norbert Weidner nicht geschrieben, wie sie dem zurzeitigen Nationalratspräsidenten erscheinen, die für alles zu haben seien, so wie er selbst für alles zu haben sei, „wenn es eine Mehrheit gebe“,
So kann der Begriff des Neutralisierens verwendet werden, ein Denkmal neutralisieren, aber nicht wie es heutigentags schöngeredet verwendet wird, Menschen zu neutralisieren, also zu töten, zu morden. Sie sind, wie bereits Tucholsky schrieb, keine „Neutralisierer“ und keine „Neutralisiererinnen“, sondern —
Menschgemäß sind Soldaten und, das muß heutigentags hinzugefügt werden, Soldatinnen „Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft“, aber auch Täterinnen und Täter, und nicht nur bloße Opfer. Mit dem Begriff „Opfer“ sind alle, alle bedacht, die unter „Krieg und Gewaltherrschaft“ leiden, die durch Krieg und Gewaltherrschaft zu Tode gebracht werden, also nicht der Soldat, die Soldatin allein, die Täter und Opfer zugleich …
red, ORF.at/Agenturen: 3. September 2021. Neues Mateschitz-Medienprojekt gestartet.
Nun im Beauty Salon in der Warteecke sitzend und einen Flug nach „zeuter“ suchend, fallen auf dem Warteecktisch die zwei Exemplare des „Pragmaticus“ auf, und da kein Flug nach „zeuter“ zu finden ist, kein Flughafen „auf zeuter“ zu finden ist; „zeuter“ selbst nicht zu finden ist, wird das Taschensuchgerät weggelegt, und darüber nachgedacht,
Das Kunstprojekt der Florentina Holzinger und das Forschungsprojekt der Elke Gaugele haben eines gemeinsam, es werden erregt die Falschen der Förderung bezichtigt, beim Kunstprojekt Andreas Babler, der zum Zeitpunkt der Fördervergabe nicht dafür verantwortlicher Minister war, beim Modeforschungsprojekt Eva Maria Holzleitner, die zum Zeitpunkt der Fördervergabe nicht dafür verantwortliche Ministerin war, jedoch das hindert etwa das selbst geförderte Medium „Exxpress“ nicht an der aufgeregten Verbreitung, daß Eva Maria Holzleitner …
Millionen Steuergelder aus Holzleitners Wissenschaftsministerium
Finanziert wird das Projekt vom Österreichischen Wissenschaftsfonds FWF mit fast 400.000 Euro. Der FWF wiederrum wird finanziert durch Steuergelder. 2024 vergab der Wissenschaftsfond rund 349 Millionen Euro für wissenschaftliche Projekte aus. Das ist ein deutlicher Sprung gegenüber 2022, als der FWF Förderungen in der Höhe von 273 Mio. vergab. Verantwortlich für den FWF ist Eva-Maria Holzleitners (SPÖ) Ministerium für Frauen, Wissenschaft und Forschung.
Exxpress. 400.000 Euro Steuergeld für Modestudie: Polohemd könnte rechtsextrem sein. 4. August 2026.
Was bislang im Gegensatz zum Kunstprojekt bei der Modestudie ausblieb, ist ein hochgeistiger Erguß, noch fiel den geistig Hochprozentigen nichts entsprechend Hochprozentiges ein, wie beim Kunstprojekt, als die dagegen im Anzug und im Kostüm Auftretenden so Hochgeistiges von sich gaben, wie „Tuttelmonster“,
Auf der Website des Österreichischen Wirtschaftsfonds FWF, ist am 6. August 2026 zu lesen, wird über dieses Forschungsprojekt unter „Vom rechten Rand zum Hipster“ berichtet, wobei auch Thor Steinar erwähnt wird:
Während sich Rechtsextreme in den 1990ern vielfach bestehende Marken, wie etwa Lonsdale, als Szenekleidung aneigneten, begannen sie Anfang der 2000er, eigene Modelabels zu gründen. Eines der bekanntesten jener Anfangsjahre ist Thor Steinar, das nordische Mythologie (Thor), einschlägige Nazi-Symbolik (Felix Steinar war ein ehemaliger SS-General) mit subkultureller Ästhetik, etwa aus dem Bereich der Hooligan- oder der Bikerszene, kombiniert. „Thor Steinar hat sehr früh damit begonnen, die Vielfalt jugendkultureller Stile zu vermarkten, und damit auch Biker oder Surfer abgeholt“, erklärt Gaugele die Strategie der Produzenten.
Felix Steiner trat nach 1945 nicht in seiner gesinnungsgemäßen Uniform oder im T-Shirt auf — vielleicht trug er solche beispielsweise beim Grillen, in der Freizeit —, sondern im Anzug, im Anzug und der Anzug ist nicht erst seit Felix Steiner diegesinnungsgemäße Arbeitskleidung der Identitarian …
Ob das heute, 5. August 2026, von Christian Stocker auf der Plattform eines tech bro verbreitete Video von einer dieser Veranstaltungen for his party mit Vera Rußwurm oder Arabella Kiesbauer ist, vielleicht am 4. August 2026 in Graz aufgenommen?
Wir wollen Herr im eigenen Haus bleiben und wo wir es nicht mehr sind, werden.
Wie noch mehr trifft das, was Sigmund Freud dem Ich bescheinigte, auf Staaten zu, und das nicht erst seit von einer sogenannten globalisierten Welt gesprochen wird, es sollte das Wir ebenfalls die Phantasie, die Täuschung des Selbsts, being master, aufgeben …
Es ist nicht von Belang und ungenügend für eine Empörung, was Heimo Lepuschitz auf dieser Konzernplattform schreibt, sondern das Bild, mit dem Heimo Lepuschitz diesmal sein Geschwefel schmückt,
„Extrem parasitär“. Die Dauerempörten über die Sprache der Identitären? Der Standard wird auch immer mehr zum linken Hufeisenmagazin. Mit Systemmillionen künstlich am Leben gehalten.
Ebenso reichlich sind sie geschichtlich versorgt, sie wissen auch Geschichte recht zu deuten, und träten sie nackt auf, an ihrer Geisteskleidung sind sie stets zu erkennen, ähneln in ihrem Gesinnungsstile keiner zweiten Seite im politischen Spektrum.
Wenn die Insel „zeuter“ bisher vielleicht ein Geheimtipp vor allem für Arbeitsermüdete war, wird es jetzt wohl nicht mehr dabei bleiben, so begeistert die Kurzurlaubsstrippe von ihrem Kurztrip „auf zeuter“ berichtet, wie herzlich sie aufgenommen: „der wirklich minutenlange Applaus, die unglaublich vielen Schulterklopfer, dankbaren Blicke von Jungen und alt auf zeuter“ —
Ja, das ist ein Trip, von dem lange, lange gezehrt werden kann, von dem immer wieder erzählt werden kann, der sich hervorragend als Gesprächsstoff eignet, wenn zum Beispiel auf der Straße eine im österreichischen Parlament recht hoch gehievte Person erkannt wird, und vielleicht aus Verlegenheit nicht gleich gewußt wird, was mit ihr reden … Tripgeschichten bieten sich dafür immer an, werden stets recht gern gehört, noch dazu, wenn es sich um eine tatsächliche Neuigkeit in bezug auf noch nicht selbst ausprobierte Tripplätze handelt —
Wer kennt schon „zeuter“ und, Hand aufs Herz, wer war je schon „auf zeuter“?
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