Antisemitismus, Reklame und Umfragen in Österreich: eine Wechselbeziehung —

„Gerald Grosz 42 %, Susanne Fürst 24 %, Alexander Van der Bellen 24 %, Marco Pogo 9 %“

So das Wahlergebnis am Freitag, 13. Mai 2022.

Von diesem Freitag, 13. Mai 2022, an dem auch Antisemitisches auf der Website geschrieben wurde, für die Susanne Fürst eine „regelmäßige Kolumne“ schreibt.

Ob inzwischen das Antisemitische auf der Website, für die Susanne Fürst, Abgeordnete im österreichischen Parlament, eine „regelmäßige Kolumne“ schreibt, gelöscht wurde?

Am gestrigen Tag, 16. Mai 2022, war es noch veröffentlicht. Ein zweites Mal wurden die Machenden dieser Website auf das Antisemitische auf ihrer Website, für die eine Nationalrätin des Parlaments in Österreich eine „regelmäßige Kolumne“ schreibt, direkt darauf hingewiesen, nach dem 15. Mai also auch noch am 16. Mai 2022. Die Verantwortlichen dieser Website wissen es nun und werden schon wissen, wie sie gesinnungsgemäß mit dem Antisemitischen auf ihrer Website, für die die „Verfassungssprecherin“ Fürst eine „regelmäßige Kolumne“ schreibt, umgehen …

Sie wissen es, wie damit umzugehen ist. Es veröffentlicht zu lassen. Auch am 17. Mai 2022. Nicht nur die zwei antisemitischen Kommentare, sondern auch den Kommentar, ebenfalls seit dem 13. Mai 2022, von Josef, der die erste und einzige Konsequenz des Antisemitismus einfach wie kurz zum Ausdruck bringt: das Morden.

Elendsky dir gehören die Augenlider geschlossen du mit deim Dreckigen Spiel

Da in dem einen antisemitischen Kommentar geschrieben steht, sie würden seit „Menschengedenken gehasst und verfolgt“, ist es nur folgerichtig, treuergeben der antisemitischen Heilsgeschichte daß jener, der Wolodymyr Selenskyj die „Augenlider“ schließen, also ermordet sehen will, sich den Namen „Josef“ gab – nach dem „heiligen Josef“, der für Papst Franziskus „Vorbild der Nächstenliebe“, der für Papst Franziskus „Fürsprecher und Vorbild für alle, die im Alltag, oftmals von der Öffentlichkeit unbemerkt, aufopferungsvoll ihren Dienst …“ Dem Mord vorausgehen muß aber stets auch die Verhöhnung des Menschen, der ermordet werden soll, so wie es am 13. Mai 2022 Josef wieder einmal exemplarisch belegt, auch mit der Verunglimpfung des Namens des Menschen, dem die „Augenlider geschlossen gehören“. Die Namenszerstörung geht der physischen Vernichtung voraus —

Josef formuliert mit seinem Mordaufruf auf der Website, für die eine Abgeordnete des österreichischen Parlaments eine „regelmäßige Kolumne“ schreibt, im Grunde nur eine Variation von „Das Judentum muß nicht vernichtet werden.“

Dieser einfache wie kurze Massenmordaufruf war die Reklame eines österreichischen Verlages, der nun die Bücher eines Mannes mit dem Ehrgeiz, in Österreich Bundespräsident werden zu wollen, verlegt —

Gerald Grosz wird über dieses Wahlergebnis vom Freitag, dem 13. Mai 2022, wohl ganz aus dem Häuschen sein. War er, Grosz, doch schon erst vor kurzem recht illuminiert von einer Umfrage, in der er zwar weit abgeschlagen hinter dem derzeitigen Bundespräsidenten, aber „ohne einen einzigen Tag Wahlkampf“ 19 % für sich lesen konnte, wenn zwischen drei Kandidaten, die ins „Feld“ geschickt“, zu wählen, für ihn immer noch auf 12,5 % bei vier in das Feld geschickte Kandidatinnen; bei dieser Umfrage mit vier Kandidaten 11 % für Susanne Fürst …

Gerald Grosz, einer aus der Familie von Haupt, Hartinger, Kickl, Fürst, der nun so auftritt, als käme er nicht aus dieser Familienschaft, als wäre er nicht Haiders Flaggenträger gewesen, stets bereit dazu, jenen „Stürmer-Qualitäten“ zu unterstellen, die es wagten, sein Vorbild kritisch zu hinterfragen, Kritik an seinem Fürsprecher sei mit „Hetze gegen Juden gleichzusetzen“

Einem Mann – er war für kurz Vizekanzler, wurde dies wohl zum Führungsgedanken, er und seine Gesinnungskameraderie seien die „neuen Juden“ … So ist Gerald Grosz wie Josef – im Gegensatz zu Josef er aber nicht passiv – zu einem Ziehsohn gekommen, der seinen Geistessamen in sich aufnahm und weiter austrug.

Fürst mit einer „regelmäßigen Kolumne“ auf einer Website mit antisemitischen Kommentaren, „Exportschlager“ Grosz mit Büchern in einem Verlag, dessen Exportschlager vor allem in den Jahren, an die mahnend zu denken gerade der derzeitige Bundespräsident nicht müde wird, nicht bloß antisemitische Kommentare, sondern ganze Bücher voll Antisemitismus

„Gerald Grosz 42 %, Susanne Fürst 24 %, Alexander Van der Bellen 24 %, Marco Pogo 9 %“ … Das ist das Ergebnis einer Umfrage einer österreichischen Umsonst-Zeitung, die Lesende zwar kostenlos konsumieren können, aber die doch nicht gratis ist, am 13. Mai 2022.

Es drängt sich die Frage auf, gerade bei diesem Ergebnis von 66 Prozent für Fürst und Grosz zusammen, ob es einen Zusammenhang gibt, eine Beeinflußung der geschalteten Reklame einer Zeitung auf das Abstimmungsverhalten der Lesenden in den Umfragen einer Zeitung gibt, wie beispielsweise bei dieser Umsonst, die am 24. März 2022 Reklame verbreitet für eine Gedenkarmbanduhr für „Hitlers Universalwaffe“, die durch Zwangsarbeit in Gusen …

Im Pool für Hofburgwahl in Österreich: Fürst, Hofer, Kickl und unzensurierter Antisemitismus

Norbert Hofer, ist am 13. Mai 2022 zu lesen, will erst 2028 in den Pool steigen. Wieder für das Amt der Bundespräsidentin erst 2028 kandidieren.

Was war er doch für ein Kandidat, seinerzeit, 2016 …

Er, Hofer, ist es, einfach wie kurz gesagt, knapp nicht geworden.

Regiert hat er in diesem Land Österreich dann doch, wenn auch für kurz … Ganz nach dem Redewunsch des André Heller, daß „Qualität unser Land regieren soll“, den ihm Alexander Van der Bellen dankbar erfüllt hat.

Herbert Kickl war noch kein Kandidat für dieses Amt. Es wird gemunkelt, seit Wochen, er könnte selbst in den Pool steigen, bereits in diesem Herbst. Regiert hat er in diesem Land dennoch schon, wenn auch nur für kurz … Ganz nach dem Redewunsch des Wortvirtousen, daß „Genauigkeit, Inspiration, Empathie, Qualität, Liebe da oben, unser Land regieren soll“, den hat ihm Alexander Van der Bellen dankbar erfüllt.

Und diese Regierungswunscherfüllung des Wortvirtuosen muß dem telegenen Poeten besonders gefreut haben, teilt er doch mit ihm, Kickl, die Genauigkeit der Geschichtsbetrachtung …

Herbert Kickl hat seinen eigenen Pool.

Für ihn, Kickl, könnte auch Susanne Fürst um das Amt des Bundespräsidenten schwimmen. Und das schon 2022. Susanne Fürst, die für den kurz Regierenden eine Ikone der Rechtsstaatlichkeit und der Schneid“ ist – Verfassungssprecherin seiner Partei, für seine Partei im „Korruptions-Ausschuss“, auch schon für seine Partei im „ORF-Publikumsrat“ war –, hat darüber hinaus eine „regelmäßige Kolumne“ auf der Website „Unzensuriert“. Sie besitzt also alles, was ein Telepoet sich für „da oben“ wünscht: „Qualität, Genauigkeit, Inspiration, Empathie, Liebe“.

Hätte der auch wenn für kurz nur seinerzeitige Vizekanzler, der selbst alle diese Eigenschaften aufs vortrefflichste in sich vereint, und dazu noch mit Korruptionsimmunität gesegnet, die der Poet von Regierenden in diesem Land sich gar nicht wünschte, dem Bundespräsidenten Susanne Fürst als Justizministerin vorgeschlagen, Alexander Van der Bellen hätte dem Poeten auch diesen Wunsch aus vollem Herzen dankbar erfüllt, Susanne Fürst „unser Land regieren“ zu lassen …

Susanne Fürst mit einer „regelmäßigen Kolumne“ auf der gesinnungsgemäß zensurierten Website, auf der seit dem 13. Mai 2022 das veröffentlicht ist, was, einfach und kurz gesagt: Antisemitismus, der auch heute, am 16. Mai 2022, weiterhin veröffentlicht zum Verbreiten …

Es könnte gesagt werden, den Verantwortlichen dieser Website wäre es nicht gesagt worden, sie wären darauf nicht aufmerksam gemacht …

Wie Sie in der Collage lesen können, sie wissen es, sie wissen es auch deshalb, weil es den Verantwortlichen auf der Plattform des Unternehmens Twitter direkt mitgeteilt wurde, am 15. Mai 2022, daß auf ihrer Website Antisemitisches seit dem 13. Mai 2022 – aber bis zu dieser abendlichen Stunde des Montags, 16. Mai 2022, ist das Antisemitische weiterhin veröffentlicht, kann gelesen, weiter verbreitet werden.

Es kann schon sein, daß dieses Antisemitische vom letzten Freitag irgendwann doch gelöscht werden wird. Das kommt vor, daß auf dieser Website etwas gelöscht wird. Das aber kann dauern. Einmal dauerte es vier Monate, es dauerte vier Monate, daß ein Wort der Wiederbetätigung gelöscht wurde, Obmann war damals ein Vizekanzler für kurz …

Bloß, was einmal gelöscht wird, wird wieder geschrieben und erfährt Zustimmung.

Das gelöschte Antisemitische gebiert wieder Antisemitisches, eine Erfahrung, die Verantwortliche dieser Website nicht missen dürften wollen, seit langer, langer Zeit …

Und kann es in einem Land wie Österreich auch anders sein, in dem der öffentlich-rechtliche Rundfunk das ausstrahlt, was recht stolze Zustimmung auch der gesinnungsgemäß zensurierten Website erhält, wenn etwa eine Ikone dieser Lagerschaft im österreichischen Fernsehen so dargestellt wird, wie es dieser Partei gesinnungsgemäß gar so recht, recht gefallen muß …

Der gesinnungsgemäß unzensurierte Antisemitismus in Österreich

Wo immer Der Jude seine gierigen,Geld raffenden Finger im Spiel hat, geschieht auf der ganzen Welt seit jeher nur Leid und Unheil , nicht umsonst werden sie seit Menschengedenken gehasst und verfolgt.

Das ist seit dem 13. Mai 2022 auf der gesinnungsgemäß zensurierten Website zu lesen. Es ist wahrlich eine Website des Dialoges. Deleted Account darf sich soher gleich auf eine Antwort von R. H gar recht, recht freuen:

Wo immer Der Jude seine gierigen,Geld raffenden Finger im Spiel hat, geschieht auf d… Sie haben vollkommen Recht, sie bekleiden alle wichtigen Positionen und wollen oder beherrschen bereits fast die ganze Welt.

Kurz nur war die Zeit, als die gesinnungsgemäß zensurierte Website meinte, auf die Unterstützung ihrer Schreibstaffel, ihr doch ihr unverzichtbares Volk, verzichten zu können. Der Verzicht auf die gesinnungsgemäße Unterstützung durch ihre Schreibstaffel fiel in die Zeit, als ihre Partei in der Regierung und sie wohl meinte, nicht mehr auf ihre Schreibstaffel angewiesen zu sein …

Für kurz nur war die Zeit in der österreichischen Bundesregierung, und nun braucht seit längerem die gesinnungsgemäß zensurierte Website mit ihrer Parlamentspartei wieder die Unterstützung ihrer Volksstaffel, auf die weiter traditionell Verlaß ist, auch mit Antisemitismus …

Rede zur bevorstehenden Wiener Hofburgwahl

Lieber Sascha, ich wach‘ in der Früh jetzt oft auf und denk‘ mir: Wie geht’s dir? Und wenn ich mich versuche einzufühlen, dann ist mir klar, dass

DU aufwachst in der Früh und dir denkst: Dieser unglaubliche Erwartungsdruck. Und es ist dir klar, dass es nur DU tun kannst.

Da gibt’s nicht drei andere, die man auf’s Feld schicken kann, die einspringen können. Diese ganzen Hoffnungen, diese ganze Verzweiflung, die erlöst werden will, diese Lust auf eine Qualität, die unser Land regieren soll, das konzentriert sich auf diesen Menschen Alexander Van der Bellen. Aber du bist nicht allein, das musst du dir dann denken in solchen Augenblicken.

Es gibt Hunderttausende und Millionen,

die energetisch daran arbeiten, dass es dir gelingt.

Und du bist ausgesucht worden

für diese Situation, weil du es KANNST. Du bist der einzige, der in der Lage ist, das zu derheben, sonst wärst du’s nicht geworden.

So denk‘ ich. Und ich glaub‘ noch was, was ich in 69 Jahren begriffen hab‘: Es wird uns nix zugemutet, das wir nicht derheben können. Und du kannst das derheben. Und du wirst das derheben. Ich leb‘ in Marokko am Fuß vom Atlas, da gibt’s die Berber, das sind die Ureinwohner von Marokko und

die haben eine eigene Sprache, eine eigene Schrift.

Und die haben eine Theorie, die sie jeden Tag leben: Wenn etwas in der Zukunft liegt, von dem sie zutiefst überzeugt sind, dass es geschehen muss und soll, weil es wichtig, richtig, kostbar ist für ihr Leben, dann beginnen sie NICHT zu sagen: Ich wünsche mir, dass das geschieht, sondern sie sagen: Ich danke dafür, dass es geschehen WIRD. Das ist eine ganz andere Einstellung. Das lässt keinen Raum für den Zweifel. Und so können wir, werden wir, müssen wir, sollen wir, dürfen wir, wir alle, die wir das zutiefst brauchen in unserem Leben, dass an der höchsten Stelle des Staates Qualität zu Hause ist, Genauigkeit, Inspiration, Empathie, so etwas Anrüchiges für andere wie Liebe ….

Wenn du den Hofer gestern gefragt hättest: Wie halten Sie’s mit der Liebe, hätte er wahrscheinlich auch auf dieses Glas gezeigt. Und ich verstehe und ich will dir das sagen: Ich hab‘ das gestern geseh’n und ich fand das auch nicht den geglücktesten Abend aller Zeiten. Aber ich hab mir gedacht: Gut, dass dir einmal der Zorn durchgeht. Weil niemand von uns will einen ferngesteuerten Roboter da oben sitzen haben. Wir wollen einen Menschen mit Emotionen, mit dem Recht, sich irren zu dürfen, mit dem Recht sich lernend zu verwandeln, gescheiter zu werden jeden Tag. Und ich bewundere dich dafür, wie lange du geduldig in der Lage warst, die immer gleichen Phrasen, die immer gleichen – doch in vielen Augenblicken – Zumutungen für Menschen, die lesen und schreiben können, zu ertragen. Und ich danke dir dafür, dass du es eines Tages NICHT mehr konntest.

Sascha, du bist wunderbar.

Du wirst getragen von der Begeisterung und von der Zuneigung und auch von der Zärtlichkeit von hunderttausenden Menschen in diesem Land. Und ich danke dafür und weiß es, dass du nächsten Sonntag um die Zeit Bundespräsident bist.

Wie hat es sich doch alles wunderbar erfüllt, das Weißgesagte, das der Virtuose des Wortes, dessen Name nicht Gerald Grosz ist, einst auf der Mörbischer Seebühne im Wiener Konzerthaus am 16. dieses bewegenden Monats —

Es ist ein Montag im Mai, der IHn, der ausgesucht worden ist, bewegte; einer der vielen Montage, die auf diesen noch kommen, an denen ER mit Qualität, Genauigkeit, Inspiration, Empathie jene, die wie ER voll des Anrüchigen wie Liebe sind, an SEine Seite stellt, das Land zu regieren, sie IHm geloben, ihr Zuhause sei ebenfalls das so etwas von Anrüchige wie Empathie, Inspiration, Genauigkeit, Qualität

Auch ER, wie die Millionen mit IHm, die energetisch daran arbeiten, ein Virtouse der Reden, aus denen die immer gleichen Phrasen verbannt, ein ERzieher der Jugend, sie solle sich nicht verführen …

EIner, der früh aufwacht und weiß, nur ER kann es tun, weil er es tun kann, ein MAhner der Vergangenheit …

Wie auch der einzufühlen versucht sich denkende Frühwache selbst ein Mahner …

Diese ganze Verzweiflung, die erlöst sein will.

Und in dieser ganzen Verzweiflung die hellen Augenblicke der Montagshoffnungen, am Montag lernend gescheiter … am Montag verwandelnd zu lernen: Es gibt Menschen, die lesen und schreiben können – die Berberinnen, die eine eigene Sprache, eine eigene Schrift haben, und dann sind die Ureinwohner von Österreich und die haben …

„Und ich danke dir dafür, dass du es eines Tages NICHT mehr konntest.“

Kurier des Deutschland der Höckes

Neben ihm der österreichische Exportschlager in der Disziplin Meinung Gerald Grosz. Wenige spielen so virtuos mit den Worten wie er. Ich freue mich jetzt schon auf seine Abrechung mit unserem Gesundheitsminister Karl Lauterbach. Die wird munter.

Nena Schink um „Viertel nach Acht“, am 24. März 2022 – Viertel neun wird vielleicht Gerald Grosz für sich übersetzt haben – in Österreich geläufiger; singt doch auch Michael Heltau von den „Alten“, die, sehen sie nach der Zeit, erstaunt merken, es ist schon viertel neun …

Es hat sich also ausgezahlt, einmal ins fellnerische Bild die Bild ins Bild zu halten, um auch in Deutschland um viertel neun … Nena Schink muß den ganzen 24. März 2022 über schon ganz gespannt gewesen, aufgeregt nahezu gewesen sein, irgendwann im Laufe dieses Tages konnte sie nicht mehr anders, als auf der Plattform des Unternehmens Twitter zu schreiben, wie gespannt sie sei, was Gerald Grosz um viertel neun … Gerald Grosz ist also, so Schink, ein „Exportschlager“. Wie wohl Fellner ihn charakterisieren würde? Vielleicht als der Aufschläger in der Disziplin Meinung. Ein Wortschläger, sozusagen, der verbal doch so virtous Bälle aufschlagen kann, die ihm nicht zurückgeschossen werden wollen.

Wenn Gerald Grosz, so Schink, ein Exportschlager ist, stellt sich die Frage nach der Kaufschaft in Deutschland. Es sind nicht so viele, die Grosz importieren, Grosz einkaufen, in Österreich Fellnerbild, und in Deutschland der Kurier des Deutschland der Höckes, der sich einfach wie kurz „Deutschland Kurier“

Es sollte dieser Kaufschaft ihr Einkaufsmonopol gänzlich überlassen werden, es sollte die österreichische Kaufschaft ihr Einkaufen des Grosz vollständig einstellen, Grosz nur noch für den Export nach Deutschland … In Deutschland käme Grosz nicht in Versuchung, sich noch mehr aufzuhalsen, als er es in Österreich noch vorzuhaben scheint, möchte er doch, wie es ihm träumt, seine Wortbälle auch in der Hofburg gegen die Schlafzimmerwände schlagen.

Vielleicht rät ihm der Kurier des Deutschland noch dazu, kein Kandidat zu sein, noch eine Kandidiatin als seine Autorin, die es nicht in das Hofburgschlafzimmer geschafft hat, noch einen Kandidaten als Autor, der gescheitert sein wird, im Hofburgschlafzimmer seine Wortbälle zu schlagen, ist nicht unbedingt ein Renommee für einen Kurier des Deutschland mit seiner wortschlägerischen Alternativschaft … Für den Kurier des Deutschland könnte aber auch das Argument, eine Hofburgschlafzimmerkandidatin als sein Renommee reiche recht aus, zumal er, der Kurier des Deutschland, derart viel Renommee eingekauft hat, von Steinbach etwa bis …

Es gibt noch einen Mann in Österreich, der als Exportschlager noch nicht so recht als Exportschlager eingeschätzt ist, auch wenn er sich recht bemüht, einer zu werden, mit Reisen zur Alternativschaft

100 Jahre Bauernrubbelkalender

Es geschah am 15. Mai 1625 … Das ist das von der „völkischen Nachwelt“ zum Vorschein gerubbelte Datum für ihre Gesinnung, für ihre gesinnungsgemäße Propaganda, zu einer Zeit, also 1925, als die „völkische Nachwelt“ noch als eine unschuldige angesehen werden konnte, als die „völkische Nachwelt“ sich noch, wenn auch mit einem ordentlichen Maß an Anstrengung, untatenlos präsentieren konnte, und doch schon nicht mehr mordlos … Am 26. März 1925 wurde von der „völkischen Nachwelt“ ein Schriftsteller, dessen Vater aus Lemberg, ermordet, der den Auftag, das „Frankenburger Würfelspiel“ zu schreiben, zu dieser Zeit nicht angenommen hat.

„Errichtet im Jahre 1925 von der völkischen Nachwelt“, steht geschrieben auf dem Gedenkschein am frankenburgerischen Würfelspielplatze …

Es sind zwar noch drei Jahre hin, schon bald aber beginnen, wie im vorherigen Kapitel erzählt, die Vorbereitungen für die frankenburgerische „Jubiläumssaison“ 2025, in der nicht einhundert Jahre Rubbelei gefeiert werden wird, sondern vierhundert Jahre …

Der „völkischen Nachwelt“ hat das Rubbeln es recht angetan, es muß ihr größte Entspannung in schweren Zeiten gewesen sein, nicht nur 1925, auch später, als die „völkische Nachwelt“ dieser 1925er „völkischen Nachwelt“ zu einer einzigen „völkischen Nachwelt“ ward geworden und ihr der geeinten die Zeit nicht mehr schwer, sondern die größte unter dem Firmament aller Zeiten …

Und es muß ihr, der „völkischen Nachwelt“, ein aus dem Kalender gerubbeltes Datum zu wenig gewesen sein, es mußten viele Würfel her. Wahrscheinlich war ihr, der „völkischen Nachwelt“ klar, es gibt nicht so viele Daten als Schmiermittel für ihr Gesinnungsspiel, die sich so dankbar gesinnungsgemäß mißbrauchen lassen. Aufträge wurden dafür vergeben, und freudig brachten Männer schreibend ihre Würfel ihrem Herrn, der sie gerne aufnahm, die ihm geradezu körperliche Freuden — etwa diesem Herrn, dessen Auftrag der 1925 ermordete Schriftsteller für die „XI. Olympiade Berlin 1936“ nicht bekommen hat, weil er so viele Jahre schon tot war, sondern auch dann nicht bekommen hätte, wäre er noch – wahrscheinlich nicht mehr lange – am Leben gewesen, weil er nicht „völkische Nachwelt“ …

In Berlin wurde der Würfelspieler Eberhard Wolfgang Möller gegeben – auf der Dietrich-Eckart-Bühne, die benannt nach dem Mann, dem der „völkische Nachweltler“ aus Oberdonau seinen „Kampf“ widmete, wohl dafür, genauso „auf gut deutsch“ …

In Frankenburg wurde der Würfelspieler Karl Itzinger gegeben. In Frankenburg wird der Würfelspieler Itzinger gegeben, um genau zu sein: in Frankenburg wird gegeben das blutgerichtliche Würfelspielnach Karl Itzinger“ — —

„Das Blutgericht am Haushamerfeld“: 100 Jahre 300 Jahre „Würfelspiel“ in Frankenburg addiert zu 400 Jahre – Lektüre für den 80 Jahre toten Führer für seine 50 Jahre

Was das für ein Jahr 2025 werden wird – in Frankenburg!

So eine „Jubiläumssaison“ vorzubereiten, damit muß menschgemäß schon beizeiten begonnen werden. Nach den heurigen Aufführungen für die Nutzung einer ordentlichen Vorbereitung eine Spielpause von drei Jahren dafür einzulegen – ob das für ein solches Jubiläumsjahr 2025 nicht zu kurz bemessen ist? Aber in Frankenburg werden sie das schon recht berechnet haben. Sie konzentrieren sich wohl deshalb, weil gewußt wird, wie schnell drei Jahre vorüber sind, auf nur ein Jubiläum, bloß eines mit der Zahl 400.

„400 Jahre Frankenburger Würfelspiel“ …

Sie werden darauf verzichten, das Jubiläum 100 Jahre „Das Blutgericht am Haushamerfeld“ zu feiern, das 1925 von einem Oberösterreicher gedichtet … Es werden in Frankenburg 80 Jahre Tod des Oberösterreichers kein Jubiläumsanlaß sein, obgleich dieser Österreicher aus dem Oberdonauischen untrennbar mit dem „Blutgericht“ verbunden ist. Schenkte doch sein für Schulung und Erziehung reichsbeauftragter Parteiphilosoph dem Österreicher, der 2025 vor achtzig Jahren seine in 56 Lebensjahren einzige anständige Tat beging, zu seinem fünfzigsten Geburtstag Bücher des Oberdaunischen.

Mit welchen Superlativen wird dann erst die Jubiläumssaison 2025 beworben werden, wenn schon für alltägliche Aufführungsjahre nicht mit Superlativen gegeizt wird:

Eines der Großereignisse des Theatersommers in Österreich ist „Das Frankenburger Würfelspiel“ – jenes historische Volksschauspiel, das ein trauriges Kapitel oberösterreichischer Geschichte zum Inhalt hat. Die Aufführungen finden jedes 2. Jahr auf der größten Naturbühne Europas statt. 500 LaiendarstellerInnen und weitere 300 HelferInnen garantieren ein beeindruckendes Schauspiel.

Auch bei einem beeindruckenden Schauspiel auf der größten Naturbühne Europas wird nicht auf den Stellenwert der Erziehung vergessen, wird traditionell auf Bildung der größte Wert – die Naturbühne als Schule des Volkes …

Für Schulklassen der Grund- und Sekundarstufe bieten wir Vermittlungsprogramme an.  Wenn Sie mit einer Reisegruppe anreisen helfen wir Ihnen gerne, neben einer Besichtigung Ihren Tag in und rund um Frankenburg abzurunden.

Zur Einweihung des Bauernkriegdenkmals auf dem Haushamerfeld am 15. August 1925 verfasste Itzinger ein Festspiel des deutschvölkischen Turnvereines Frankenburg. Im August 1938 wurde das Stück mehrmals auf der neu geschaffenen Thingspielstätte Oberdonaus in Leitrachstätten bei Frankenburg geboten. Es war eine der größen kulturellen Veranstaltungen nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten im Lande. Die Zuseher wurden mit Sonderzügen und Bussen befördert.

Wie viel besser doch seitdem die Zeit geworden ist. Wie mühsam damals es gewesen sein muß, zu Karten zu kommen, Gruppenreisen zu organisieren. Und heutzutage, wie anders, bequem mit dem Smartphone Tickets zu bestellen, Gruppen-Reservierungen durchzuführen, online von ganz Österreich aus, auf Banken

Aus welch einem anderen Dorf als Ried hätte Karl Itzinger auch stammen können, in dem bis in die Gegenwart herauf Menschen sich in eine extremgeistige Stellung bringen oder, ein Ort, der erst durch den Geist von Karl Itzinger bis herauf in die Gegenwart ein gesinnungsgemäßes Zentrum …

Der Rieder Karl Itzinger gehörte seit Mai 1938 der SA an und stieg bis zum Obersturmbannführer auf. Zwischen 1942 und 1944 trug er innerhalb der Landesbauernschaft Oberdonau die Verantwortung für die Schulung und Erziehung des bäuerlichen Nachwuchses. Als Günstling von Richard W. Darré, Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft, wurde er zum Leiter der weltanschaulichen Abteilung im Reichsnährstand.

1933 veröffentlichte Itzinger den Roman Das Blutgericht am Haushamerfeld, den die Behörden wegen seiner antikatholischen Haltung zwei Mal beschlagnahmten. Er bildet den ersten Band der Trilogie Ein Volk steht auf!, die bis 1937 um die Bände Es muß sein! Und Ums Letzte ergänzt wurde. 1939 schenkte Alfred Rosenberg die Romane Hitler zum 50. Geburtstag.

Itzinger interpretiert den oberösterreichischen Bauernkrieg im Sinne der NS-Geschichtsideologie bzw. Darrés Lehre von „Blut und Boden“.

„Ein Volk steht auf!“ Was für ein Ruf. Sendung für Generationen. Befehl der Nachkommenden, bis herauf in die Gegenwart, zu erteilen allen, die nun, so individuell wie sie geworden, je für sich Volk sind, einzeln gefordert sein wollen, aufzustehen.

Drei Jahre sind schnell um. Und doch genügend Zeit noch, um sich einzubringen, auch von Graz aus. Einzuwirken, etwa, daß auf die einhundert Jahre seit 1925 nicht vergessen wird, auf die Leistungen des Heimatverlags, der für Karl Itzinger gelitten, durchgehalten, bis die Freiheit ohne wenn und aber …

In drei Jahren wird es in Österreich, das ist gewiß, eine neue Regierung geben. Ob es in drei Jahren eine Bundespräsidentin geben wird, die nicht den amtlichen Namen des jetzigen Bundespräsidenten führt, ist ungewiß. Ein Traum in all dieser Gewißheit, in all dieser Ungewißheit dürfte aber bleiben, der Traum des Heimatverlags, daß einmal, eines Tages, stellen Sie sich das vor, eines Tages doch ein Mann des Buches des Heimatverlags, eines Tages eine Frau des Buches des Heimatverlags, eines Tages, dürfte im Heimatverlag geträumt werden, schon im Jahr 2025, endlich im Jahr 2025 aus seinem Haus in der Hofgasse in die Hofburg als …

Heuriges Fest der Freude – Die entstimmten Uneingeladenen, und dazu Musik von der hitlerischen Gottbegnadetenliste

Ein Blick auf das Programm des diesjährigen Festes der Freude zeigt wieder einmal, in Österreich ist die Welt noch in Ordnung. So werden es viele empfinden. Denn. Ein Zigeuner oder eine Zigeunerin ist nicht eingeladen, zu sprechen.

Bildungskorrekte werden jetzt wohl die Anführungszeichen einmahnen, aber Anführungszeichen und Zigeuner gehören in Österreich nicht zusammen, und es kann erspart werden zu schreiben, Zigeunerinnen und Anführungszeichen Zigeunerinnen sind in Österreich nur als Zigeuner

Einmal kam die Welt in Österreich fast in Unordnung. Aber ein Zigeuner durfte dann doch nur das tun, was ein Zigeuner tun darf: Musizieren. Also nicht reden. So blieb die Welt in Österreich recht in Ordnung. Es war nicht der 8. Mai. Aber auch auf dem Heldenplatz. Ein Gedenken an …

Und wer keine Stimme hat, hat kein Recht, etwa auf ein Denkmal in dieser Stadt, mit allen Namen der Ermordeten im Porajmos. Dabei gibt es einen Platz in Wien, dafür geeignet wie kein zweiter: KL-Platz.

Wie fein in Österreich es verstanden wird, zu gedenken.

Wie dem Programm des heurigen … Wie (das ist bis auf ein Wort gestohlen) ein großer Heuriger, nur getragener — Wie recht in Österreich die Welt in Ordnung ist, zeigt auch die Musikauswahl des heurigen Festes: Richard Strauß, der, wie Thomas Mann ihn beispielsweise nannte, „hitlerische Komponist“, Richard Strauß, der Musikant auf der hitlerischen „Gottbegnadetenliste“; Sergei Wassiljewitsch Rachmaninow, in dessen Werk, einfach wie kurz gesagt, das Antisemitische nicht fehlt, mit diesem einen Werk Vergleiche zu Wagner … so fein zu gedenken wird in Österreich verstanden; Wagner wäre für das Fest der Freude dann doch zu … Rachmaninow, der es vermittelte, daß Iwan Iljin 1938 in die Schweiz übersiedeln und sich bei Zürich niederlassen konnte … Iljin, von dem werden Sie inzwischen gehört haben, Iljin ist der Kopf oder der halbe Kopf des Kriegsherrn, für dessen Gas und wohl auch Geschenke er in Österreich …

Damit wieder am Anfang angelangt, bei den Menschen, denen ihre richtige Bezeichnung ihrer Ethnie verwehrt wird, bei den Menschen, denen sogar Anführungszeichen nicht zugestanden werden, bei den Menschen, die mit einem Geschlecht, mit dem männlichen, nach österreichischem Brauchtum auszukommen haben, Menschen, die wieder fliehen müssen, diesmal aus der Ukraine, die dabei Erfahrungen der ganz und gar nicht feinen Art machen, als wollten sie über das Mittelmeer, zu ihren im Land gemachten Erfahrungen der noch viel weniger feinen Art nun zusätzliche unfeine Erfahrungen auf ihrer Flucht aus diesem Land; Menschen also, die Zeitzeuginnen sind, Menschen also, die Zeitzeugen sind, Menschen also, mit welchem Geschlecht auch immer, das sie für sich als das richtige erkennen, Menschen also, zum Zeitzeugnis verurteilt, aber in diesem Land, so großzügig ist dieses Land, davon befreit, Zeugnis zu geben.

„Zeit für Sauberkeit“ …

Als ein paumgartterisches Buch vom Heimatverlag des Gerald Grosz beschlagnahmt und Stocker wegen seiner Verbreitung zu einer Strafe verurteilt wurde

Beschlagnahme einer antisemitischen Druckschrift von Karl Paumgartten. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft wurde durch das Landesgericht für Strafsachen in Graz die Beschlagnahme der Druckschrift „Judenfibel – das ABC der 4000jährigen Judenfrage“ von Karl Paumgartten, die im Verlag Leopold Stocker im Jahre 1922 erschienen war, verfügt. Die Beschlagnahme erfolgte unter der Anschuldigung, daß die Schrift ihrer ganzen Tendenz nach zu Feindseligkeiten wider die jüdische Religionsgesellschaft aneifere und zu verleiten suche und die Lehren der jüdischen Religionsgesellschaft herabzuwürdigen sucht. Der Verleger Leopold Stocker wurde wegen Verbreitung durch das Grazer Landesgericht zu 100 S Geldstrafe verurteilt. Karl Paumgartten, recte Dr. Karl Huffnagl, war Bibliothekar an der Wiener Parlamentsbibliothek; er ist seit mehreren Jahren tot.

Als einer, der für kurz Vizekanzler war, mit dem Mann, der seine Biographie herausbrachte, auf dem Weg im Graben darauf sich freute, gleich seine Biographie zu präsentieren, erzählt der Verlagsmann, sein Verlag habe zwar aber in den zwanziger Jahren einige antisemitische Bücher … Das sei Vergangenheit, erzählt also der Verlagsmann weiter, das sei, so darf er verstanden werden, doch nur in den zwanziger Jahren gewesen, und recht kritisch fügt er hinzu, das in den zwanziger Jahren sei kein Ruhmesblatt gewesen …

Von der Zukunft der von seinem Familienverlag in den zwanziger Jahren herausgebebenen Büchern erzählt der Verlagsmann nicht. Als hätte sein Familienverlag, kaum waren die zwanziger Jahre vorüber, darauf vergessen, diese Bücher herausgebracht zu haben, als wäre sein Familienverlag, kaum waren die zwanziger Jahre vorüber, schon zur Erkenntnis gelangt, daß diese Bücher kein Ruhmesblatt

Dabei begann erst nach den zwanziger Jahren der Aufstieg solcher Bücher zum Ruhm. Solch ein Ruhm ist stets hart zu erkämpfen, in der Vergangenheit ebenso wie in der Gegenwart, wenn auf den Gassen zu marschieren ist, wenn Bücher beschlagnahmt, Strafen zu bezahlen sind, wie vor 85 Jahren etwa, als des Verlagsmanns Vorfahre eine Strafe zu bezahlen, eines seiner Bücher beschlagnahmt – berichten am 6. Juli 1937 die „Innsbrucker Nachrichten“.

Wie finster muß im Sommer 1937 im Verlag doch die Stimmung gewesen sein. Das Buch beschlagnahmt. Zu einer Strafe verurteilt. Geradeso, als wären solche Bücher nur noch Bücher der Vergangenheit, Bücher ohne Gegenwart, als hätten solche Bücher bloß als Heizmaterial noch Zukunftsverwendung.

Doch dies währt nur kurz. Denn. Wie kann auch in diesem Familienverlag ruhmreich in die Zukunft geschaut werden. Und das schon nicht einmal ein ganzes Jahr danach. Mit Zuversicht und Vorsehungsvertrauen wieder an die Pressen, nicht um neue Bücher zu drucken, die zu lesen in dieser recht geschäftigen Zeit dem Volke nicht auch noch zugemutet werden kann, aber es mit Postkarten zu erfreuen, es einzustimmen auf einen ruhmreichen

Und so geht es voran, wächst der Ruhm solcher Bücher von Jahr zu Jahr. Wie groß muß die Freude auch in diesem Familienverlag gewesen sein, beispielsweise vor achtzig Jahren, besonders im März 1942, kaum war die Verlagsreklame „Das Judentum muß vernichtet werden.“ für ein Buch von Karl Paumgartten dem Reichsvolke verkündet, als zweieinhalb Wochen später in Birkenau, am 20. März 1942, die ersten — —

Das seit den zwanziger Jahren auch in diesem Familienverlag Ersehnte, das Wort möge Tat werden, endlich erfüllt: das Wort nun Tat. Wie hätte das wohl einem Mann des Wortes erfreut, dies ebenfalls noch erleben zu dürfen, daß Worte Taten, einem Mann des Buches, der mit Rat und Wort zu Gründung des Familienverlags am 13. April 1917 beiträgt, vor 105 Jahren es ihm wohl nicht mehr als ein Traum, ein von der Zukunft zu erfüllende Sehnsucht: Worte zu Taten …

Und nun, heutzutage, in der Worte wieder bloße Worte sind, die beispielsweise in das Parlament getragen werden, vielleicht vom Präsidenten höchstselbst liebevoll in ein Parlamentsbibliotheksregal gestellt werden, auch von diesem Familienverlag, kann gefragt werden, auf welchem Ruhmesblatt werden diese einst geschrieben sein, wenn wieder vergangen einhundertundein, fünfundachtzig, achtzig, nur zwei Jahre oder auch bloß ein Jahr …

Wie viele Stimmen hätte Karl Paumgartten, dessen Hausverlag der stockerische Familienbetrieb war, bekommen, wäre er je um das Amt der Bundespräsidentin geritten, mehr als Breitner, mehr als Burger, mehr als Rosenkranz, mehr als Scrinzi? Ein vom Stocker-Verlag recht ordentlich Verlegter ersehnt sich mehr Stimmen. Und eine erste Meinungsumfrage nährt seinen Traum, mehr Stimmen zu bekommen als Scrinzi, als Rosenkranz, als Burger, als Breitner, und vielleicht träumt er schon recht hoch hinauf, im Fall eines zweiten Durch… so viele Stimmen wie Hofer — —

Oder gar mehr als Alexander Van der Bellen, um dann wie er auch einen Vizekanzler der identitären Partei für wenn auch wieder bloß für kurz …

So mag er schon alle Tage träumen, aber wenn Hausarbeit ansteht, Böden zu fegen, es für ihn also wieder Zeit ist, sauberzumachen, kann es auch ihm passieren, für Momente ganz in der Wirklichkeit zu sein, zu wissen, Meinungsumfragen sind bloß Worte in Zahlen, und vielleicht ist er – Strohwedel, recht müde von seiner erfüllten Profession auf diesen aufgestützt das Lob des Gatten erwartend – in einem solchen Augenblick der Wahrheit fotographiert worden, für den Umschlag seiner „Zeit für Sauberkeit“ im Heimatverlag des Karl Paumgartten

Und des Karl Itzinger, der nicht erwähnt wird, um mit einem weiteren Manne zu spekulieren, wie viele Stimmen dieser Dichter bekommen hätte, wäre er je um das Amt der Präsidentin geritten, sondern, daß dem Familienverlag nicht nur die Verbreitung eines einzigen Buches, auch

[d]iese Bücher waren in der Zeit des Kampfes und des Leidensweges in den letzten 5 Jahren in System-Österreich vielen Zehntausenden Partei- und Volksgenossen in Deutsch-Österreich eine Stärkung zum Ausharren im Kampfe gegen die Regierung und im sieghaften Glauben, weil der Dichter Karl Itzinger in diesem Volkskriege leuchtende Vorbilder und Zeugen des opfer- und leidvollen Freiheitskampfes in Oberösterreich, der Heimat des Führers Adolf Hitler, zeigte, wo die klerikale Macht unter dem Habsburger Ferdinand II. mit Feuer und Schwert und Heimatvertreibung, das um die Freiheit des Geistes und Leibes ringende Volk verfolgte – damals genau so wie in der Jetztzeit. Daher wurden diese dem Dollfuß-System gefährlichen Freiheitsbücher von der Regierung schwer verfolgt. 16 Monate war das Buch „Blutgericht am Haushamerfeld“ beschlagnahmt; zuerst durch den Staatsantwalt und als der Prozeß nach 8 Monaten wegen Mangels an strafbarem Tatbestand eingestellt wurde, wurde durch die Schuschnigg-Regierung ein „Verbreitungsverbot“ ohne Begründung erlassen; nachdem wieder durch zahlreiche Historiker erwiesen wurde, daß das Buch historische Tatsachen schildere, wurde es nach weiteren 8 Monaten zufolge gesetzwidrigem Verbot freigegeben. Diese Bücher verdienen im ganzen Reiche, zum Verständnis für das jahrhundertlange Freiheitsringen der Ostmarkdeutschen, weiteste Verbreitung, weil sie zeigen, wie treudeutsch, wie opferbereit das Volk in Österreich seit Jahrhunderten um seine heiligsten Volksgüter kämpfte – und immer in gleicher Weise von undeutscher ultramontaner Macht mit Blut und Eisen und Drangsal verfolgt und unterdrückt wurde – in der Jetztzeit genau so wie vor 300 Jahren.

So die Reklame am 22. März 1938, im „Börsenblatt“.

Wie muß den nachfahrenden Verlagsmann die Jetztzeit schmerzen, die ihn hinaus auf die Straße jagt, auch seinen Sohn, der wohl einst das Verlagserbe … sie wieder marschieren müssen für —

In Frankenburg muß nicht auf die Straße gegangen werden, in Frankenburg wird auf der Wiese unter Bäumen gespielt, unter dem Gefühle schonenden Titel: „Das Frankenburger Würfelspiel“. Vielleicht auch aus Sorge um die Einnahmen. „Das Blutgericht am Haushamerfeld“ könnte doch zu abschreckend wirken, die Aufführungen mit Kind und Hund (auch die dürfen mit in die Vorstellungen) zu besuchen, und so manche Schule könnte die „Vermittlungsprogramme für Grund- und Sekundarstufe“ nicht in Anspruch nehmen wollen, aber zu „Würfelspiel“ kann ein noch so, wie es modern heißt, politisch korrektes, mehr noch, bildungskorrektes Lehrpersonal nicht nein … Leicht war es in der Jetztzeit

Nachdem die Spielsaison 2021 leider abgesagt werden musste, wäre eine turnusmäßige Aufführungspause bis zum 2023 entstanden. Die ist uns leidenschaftlichen Würfelspielern eindeutig zu lang. Deshalb haben wir uns dazu entschlossen, im Sommer 2022 eine Zwischensaison einzuschieben.

in Frankenburg auch nicht. Vielleicht waren so manche der Würfelspielenden durch die virenerzwungene Absage auch auf den Straßen unterwegs, und nun die Entscheidung, da für den heurigen Sommer kein Märsche angekündigt sind, gegen den Traditionsturnus zu spielen. Lang hin ist es noch bis zum Jahr 2025, dem wohl schon leidenschaftlich entgegengefiebert wird, in Frankenburg, diesem recht besonderen Jahr, und so rechtes Jahr – Frankenburg verdient sich für sein Jahr ein eigenes Kapitel.

Mit dem Verlagsmann leidet wohl auch recht der Besenmann besonders mit – an der Jetztzeit. Und wie damals, als die Zeit den Menschen ihre für kurz nur Jetztzeit war, erbittert sie Zensur, recte Verbreitungsverbote, Systemparteien, recte System-Österreich, Freiheit, recte Freiheit

Bundespräsidentschaftswahlen in Österreich

Bei der Frage, wie viele Stimmen würde Grosz wohl bekommen können, als Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten – so viele wie Hofer, so viele wie Rosenkranz, so viele wie Scrinzi, so viele wie Burger –, hätten noch weitere … aber ein Mann soll noch namentlich doch erwähnt werden; würde er, Grosz, so viele Stimmen wie Burghard Breitner bekommen können?

Burghard Breitner, ebenfalls ein Mann des Buches.

Burghard Breitner (1884–1956) – Chirurg und „Engel von Sibirien“, Präsident des Österreichischen Roten Kreuzes 1950 sowie Bundespräsidentschaftskandidat 1951, Rektor der Universität Innsbruck 1952/53 und Schriftsteller. Die Benennung einer Straße nach ihm im Innsbrucker Stadtteil Reichenau anlässlich seines 10. Todestages 1966 sollte die Erinnerung an einen angesehenen und hoch geschätzten Arzt aufrechterhalten. Mehr als 50 Jahre später muss aber gefragt werden: Will und kann man Burghard Breitner nach wie vor auf diese Art gedenken? Dem prominenten Mediziner, der als Klinikvorstand von 1932 bis 1955 zu den an der Innsbrucker Universitätsklinik für Chirurgie zwischen 1940 und 1945 durchgeführten Zwangssterilisationen offiziell „ermächtigt“ und damit für diese verantwortlich war? Das zentrale Ziel der nationalsozialistischen Gesundheitspolitik war die Schaffung eines „gesunden Volkskörpers“ – der durch die Ausgrenzung und Verfolgung von Menschen geschaffen werden sollte, die als „minderwertig“ angesehen wurden. Neben der Internierung in Konzentrations- oder Arbeitserziehungslagern sowie der euphemistisch als „Euthanasie“ bezeichneten Ermordung von Menschen mit (angeblichen) Beeinträchtigungen, wurden Zwangssterilisierungen zur Verhinderung der Fortpflanzung eingeführt. Anders ausgedrückt: Der NS-Staat fällte die Entscheidung darüber, wer eine Familie gründen durfte. Derartige Bestrebungen existierten in Österreich sowie in vielen anderen Ländern bereits lange vor der NS-Diktatur. Während es etwa in den USA oder Skandinavien bereits Sterilisationsgesetze gab, wurde im Dritten Reich 1934 und mit 1. Jänner 1940 auch im „angeschlossenen“ Österreich das Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses (GzVeN) eingeführt. Darin waren die „Erbkrankheiten“ definiert, die zu einem Zwangseingriff führen sollten: „angeborener Schwachsinn“, „Schizophrenie“, „manisch-depressives Irresein“, „erbliche Fallsucht“, „erblicher Veitstanz“, „erbliche Blindheit“, „erbliche Taubheit“, „schwere erbliche körperliche Missbildung“ sowie „schwerer Alkoholismus“. 1935 wurden zusätzlich die „freiwillige Entmannung“ von homosexuellen Männern sowie Schwangerschaftsabbrüche bis zum sechsten Schwangerschaftsmonat aus medizinischen und eugenischen Gründen legalisiert. Bevor ein Erbgesundheitsgericht über eine Zwangssterilisierung entschied, wurden Intelligenzprüfungen, medizinische Untersuchungen, Erkundigungen bei Arbeitgeber*innen, Orts- und Sicherheitsbehörden, Gesundheitseinrichtungen und Schulen angestellt. Im Gau Tirol-Vorarlberg gab es Erbgesundheitsgerichte in Innsbruck und Feldkirch sowie als Berufungsinstanz das Innsbrucker Erbgesundheitsobergericht. Zur „freiwilligen Entmannung“ war dagegen lediglich das Attest eines Amtsarztes notwendig, das die zu erwartende „Befreiung von einem entarteten Geschlechtstrieb“ bescheinigte. Real handelte es sich dabei keineswegs um eine freiwillige Maßnahme: Drohungen mit der Todesstrafe oder der Deportation in Konzentrationslager führten ebenso zu Anträgen, wie Aufforderungen von Behörden an Vormünder, einen entsprechenden Antrag für ihre Mündel zu stellen.

Das ist über Burghard Breitner auf der Website der Universität Innsbruck zu lesen. Und das Untere auf der Website FBI:

Bei der Bundespräsidentenwahl am 6. Mai 1951 stellte die Vorgängerpartei der FPÖ, der VdU Dr. Burghard Breitner als Kandidaten zu Wahl. Er erzielt 15,41 Prozent und rund 660.000 Wählerstimmen. Der Kandidat des Verbandes des Unabhängigen (VdU), Dr. Burghard Breitner, war Arzt und erfreute sich als „Engel von Sibirien“ großer Popularität, da er im 1. Weltkrieg als Arzt – dort selbst in Gefangenschaft – in Russland tätig war. Er erreichte über 15% der Stimmen.

Das wäre nicht Österreich, würde nur das identitäre Bildungsinstitut liebevoll an Burghard Breitner erinnern, auch andere, etwa der Landesverband des tirolerischen ÖRKs erinnert zum fünfzigsten Todestag des Kandidaten ehrend an den „Engel von Sibirien“, und auch für das Rote Kreuz gibt es Jahre, von diesen es zum „Engel“ nichts gibt, das berichtenswert wäre …

Burghard Breitner, ein Mann des Buches.

Und wo brachte Breitner seine Bücher unter? Zum Beispiel im Verlag von Amon Franz Göth. Er, der Sohn im Familienverlag, soll der Onkel von einem gewesen sein, der vor vier Jahren in Ungarn verstarb. Ob Onkel oder nicht nach dem Verwandtschaftsrecht, ein Blutsgesinnungsonkel wird Göth ihm recht gewesen sein.

Der Blutsgesinnungsonkel, ein Reiter aus Passion, wie es sie auch in der Gegenwart weiter gibt. Nicht ein talentierter und angstfreier Reiter scheint einer zu sein, trotz seiner offensichtlichen Liebe zu Pferden, aber, so wird nun auch seit Wochen in Österreich spekuliert, werde er oder werde er nicht – in den Sattel auf festem Bodenrücken steigen, um mit ins Rennen um das Amt der Bundespräsidentin

Allerdings, ritte er um das Amt der Bundespräsidentin, ohne Stocker-Stellung zuvor, dann wäre er ein tollkühner Reiter.

Er, der Lyriker in der Nachfolge Hölderlins, der von tiefem Humanismus erfüllte Philosoph, und doch, so scheint es, ohne ein selbstverfaßtes Buch, kein vom Stocker-Verlag ausgegebenes Buch noch von ihm.

Vielleicht seine Maxime: Er redet seinen Teil, und läßt die anderen schreiben.

Wie viele Stimmen würde er ohne Bescheid seines Tauglichkeitsgrades der Stocker-Stellung bekommen können? So viele wie Breitner, wie Burger, wie Hofer, wie Rosenkranz, wie Scrinzi? Einfach wie kurz gesagt, er würde selbst von Grosz um Längen geschlagen werden, kann dieser, Grosz, doch auf weitere liebevolle Worte von Stocker bauen, und dann wohl nicht nur am Wochenende, sondern an jedem Werktag.

Das Buch „Freiheit, ohne Wenn und Aber“ ist laut Verlagsaussendung ein „flammendes Bekenntnis zur Freiheit, eine Bestandsaufnahme dieses Zeitalters der Unfreiheit aber vor allem eine Handlungsanleitung, wie wir uns unsere Freiheit zurück erkämpfen“. Das Vorwort wurde von Claudia Haider geschrieben. „Wir freuen uns, nach den ersten beiden Büchern ,Was zu sagen ist’ und ,Im Karussell des Wahnsinns’, nun das dritte Buch von Gerald Grosz verlegen zu dürfen. Mit mehr als 100.000 Abonnenten auf YouTube und knapp 300.000 auf Facebook hat Grosz eine enorme Reichweite. Sein erstes Buch ist bereits in der vierten Auflage“, so Verleger Wolfgang Dvorak-Stocker, Chef des gleichnamigen Leopold Stocker Verlags.

Und wie recht muß nun, so knapp vor dem Rennen um das Amt der Präsidentin, die Freude sein, das vierte Buch am Ende dieses Monats Mai 2022 ausgeben zu dürfen, dessen Titel in freier Erinnerung: Eine Zeit des Sauber, eine Zeit der Keit

Für dieses Kapitel wurde, muß eingestanden werden, zu viel vorgenommen. Es hätte auch noch etwas zu Karl Paumgartten, einem weiteren Mann des Buches, seinen vom Stocker-Verlag ausgegebenen Büchern und auch zum Kurier des Deutschland aufgenommen werden sollen, aber, auch das muß eingestanden werden, ermattet von der Erinnerung an die sich Anstellenden um das Amt der Bundespräsidentin durch die Jahrzehnte Österreichs bleibt bloß der Kapitelabbruch — —