KI-Kollaboration

Es gibt nun in Österreich die große Aufregung um Latein, eine Rettungsaufregung für Latein, sogar Nobelbepreiste finden starke Worte für Latein, aber, was unberücksichtigt bleibt, je weniger Menschen der lateinischen Sprache mächtig, desto weniger können sich etwa durch die Inschrift auf dem Judenplatz in Wien zum Antisemitismus verführen lassen. Das jedoch sei nur nebenher gesagt. Was in dieser bildungsbürgerlichen Lateinrettungsanstrengung zu kurz kommt, überhaupt gar nicht berücksichtigt wird, ist das Positive an dem „Plan Z“ von Christoph Wiederkehr, derzeit österreichischer Bundesminister für Bildung …

Daß Christoph Wiederkehr nämlich ein Kollaborateur der KI ist, das auch seinem Interview mit Isabelle Daniel vom 3. Februar 2026 entnommen werden darf, er, Wiederkehr, will nichts anderes als Aufklärung, wenn er, wie unten aus den Interview-Auszügen zu entnehmen ist, von „Demokratiebildung“, „kritischen Umgang“, „Grundlagen der künstlichen Intelligenz“, „Mechanismen der Informatik“, „die Jugendlichen qualifiziert lernen“ lassen …

Hat es in Österreich je eine Bildungsministerin gegeben, die sich derart stark dafür einsetzte, daß Jugendliche in der Schule endlich lernen, was die „Kosten für Mensch und Umwelt“ sind, wie in diesem Fall: was die „KI Kosten für Mensch und Umwelt“ …

Mit diesem Bildungsminister werden Jugendliche nun endlich über die „KI-Kosten für Mensch und Umwelt“ unterrichtet werden. Christoph Wiederkehr wird in seinen „Plan Z“ vielleicht schon aufgenommen haben, daß beispielsweise die Dokumentation „KI – Kosten für Mensch und Umwelt“ („Weltjournal+“ vom 4. Februar 2026 des öffentlich-rechtlichen Rundfunks von Österreich) in allen Schulen den Jugendlichen zur Auseinandersetzung, zum Hinterfragen gezeigt werden wird, das ist eine Reportage, die auch in der Erwachsenenbildung mehr als berechtigt wäre. Jugendliche und auch Erwachsene könnten bereits aus dieser Sendung sehr viel lernen, und diese Sendung ist nur ein Beispiel aus den vielen für den wiederkehrisch geplanten Unterricht einsetzbaren vorhandenen Materalien zu dem Fall der KI-Kosten für Menschen und Umwelt. Christoph Wiederkehr selbst wird wohl aus diesen bereits sehr viel gelernt haben, wenn er nun darangehen will, die „Mechanismen“, die „Grundlagen“ …

So werden in den Schulen die Jugendlichen bald lernen, was Christoph Wiederkehr bereits wohl gelernt hat, vielleicht auch anhand dieser Sendung „KI – Kosten für Mensch und Umwelt“. Um es etwas konkreter zu veranschaulichen, ein paar Zitate aus dieser Sendung:

Es gibt einen Hype rund um künstliche Intelligenz und ihr Potential, unsere Welt zu verbessern. Statt zu untersuchen, was diese Technologie für unsere Gesellschaft leisten kann, stellen wir in diesem Film die Frage, was eigentlich nötig ist, um sie zu generieren. Zum Beispiel die Milliarden von Daten, die für das Funktionieren der sogenannten künstlichen Intelligenz notwendig sind. Wer erzeugt sie? Wer bereitet sie auf? Und unter welchen Bedingungen? Sind Systeme der künstlichen Intelligenz wirklich künstlich? Oder steckt doch viel harte menschliche Arbeit dahinter? Hinter den Kulissen braucht es tatsächlich Millionen sogenannter Dataworker, also Datenarbeiter, die die KI-Systeme mit Daten versorgen.

„Was ist künstliche Intelligenz? Das ist eine knifflige Frage und auch ein kniffliges Konzept. Allgemein versteht man unter KI intelligente Systeme, die Aufgaben selbständig ohne menschliche Hilfe erledigen sollten. Doch das ist nicht ganz korrekt. Wenn wir über KI und sogenannte intelligente autonome Systeme sprechen, sprechen wir auch über Menschen, die hinter den Kulissen arbeiten. Die meisten Menschen wissen nicht, daß künstliche Intelligenz viel menschliche Arbeit und Ressourcen benötigt, und Energie, um das zu erzielen. Es ist wahrscheinlich Absicht, daß die meisten das nicht wissen, so wird ein bestimmtes Narrativ, ein Mythos um dieses System erschaffen. Ich denke, es ist eine bewußte Entscheidung, die benötigte Arbeit und die Ressourcen vor den Augen der Öffentlichkeit zu verbergen.“

Auch Insassinnen dieses Frauengefängnisses in Finnland gehören zu den Menschen, die KI-Systeme trainieren. Ein Bauunternehmen hat ein KI-Modul entwickelt und sie als Dataworkerin engagiert. Zu ihren Aufgaben gehört es, Feedback zu den Antworten des Systems zu geben. „Ein Text erscheint und wir müssen bestimmen, ob er korrekt ist oder nicht, indem wir auf Ja oder Nein klicken. Dann erklären wir, was sich am Inhalt ändern sollte. Wenn wir anfangen, bekommen wir drei Euro, nach zwei Monaten Arbeit im Gefängnis bekommen wir 4,62 Euro.“ Für einen Tag Arbeit? „Ja.“

Offen über ihre KI-Jobs zu sprechen, birgt Risiken. Während der Dreharbeiten in Kenia hat ein KI-Gigant mit Sitz in Kalifornien viele unserer Interview-Partner unter Druck gesetzt, kein Interview zu geben. Um sie zu schützen, mußten wir neue Datenarbeiter finden, und in einigen Fällen ihre Identitäten anonymisieren. „Unsere wurde gesagt, daß wir nichts von unserer Arbeit in den sozialen Medien veröffenltichen dürfen. Wir dürfen auch unseren Verwandten nichts über unsere Arbeit erzählen. Dort, wo wir arbeiteten, wurden wir völlig abgeschirmt und durften niemanden sehen, der nicht an Projekten beteiligt war. Ich würde sagen, es war sehr abgeschottet, sehr verschwiegen. Die Daten, die wir verarbeitet haben, stammten größtenteils aus dem Internet, andere kamen aus dem dark web, mindestens neunzig Prozent der Daten. Der Prozentsatz der verstörenden Inhalte in den Datensätzen, die von Open AI übermittelt wurden, lag tatsächlich bei fast einhundert Prozent. Die Daten waren tatsächlich sehr verstörend und sehr toxisch.“ In Kenia wurde erst durch Klagen von Betroffenen das volle Ausmaß der Folgen dieser Arbeit bekannt. Im Zug der Gerichtsverfahren wurde öffentlich gemacht, daß bei vielen kenianischen Datenarbeitern schwerwiegende posttraumatische Belastungsstörungen diagnostiziert wurden. Aber warum? Warum beschäftigen die großen Tech-Konzerne Arbeitskräfte in Kenia, um für einen Hungerlohn Inhalte zu prüfen, die fast ausschließlich toxisch sind? Ziel dieser Arbeit ist es, KI-Systeme beizubringen, bestimmte menschliche Verhaltensweisen nicht nachzuahmen, dazu gehören verbale und physische Gewalt, Vergewaltigung, Mord. Um diese Verhaltensmuster zu erkennen, brauchen KI-Modelle Daten, je feiner und präzischer Menschen diese Daten kategorisieren, desto effektiver kann die KI lernen. Daß diese Arbeit vor allem in den Ländern des globalen Südens erledigt wird, bestimmt der Markt. Dort wird die Datenarbeit gemacht, die sonst niemand übernehmen möchte.

„Ich habe entschieden, aus dieser KI-Firma auszusteigen. Die Arbeit hat mich sehr mitgenommen. Ich hatte fast alle meine Team-Mitglieder verloren, an meinem letzten Arbeitstag war aus meinem Team niemand mehr da. Ich war die einzige Person, die zu diesem Zeitpunkt noch gearbeitet hat. Es ging mir nicht gut. Es hat mich psychisch sehr belastet, also habe ich beschlossen, bei dieser KI-Firma zu kündigen. Diese großen Firmen wissen, welche Art von Daten sie uns geben, aber sie ignorieren es, sie wissen, wenn sie uns zwanzig Euro, zwanzig oder zehn Dollar oder wie viel auch immer geben, werden wir die Arbeit annehmen, weil wir keine andere Wahl haben. Wir müssen es tun, weil wir kein Geld haben. Ich denke, sie verstehen und wissen sehr gut, was wir tun und welche Auswirkungen die Inhalte auf uns haben, die sie uns geben. Sie wissen, welche Art von Inhalten wir bekommen, sogar die mächtigen Leute, die Manager wissen es. Ich denke, es ist eine Art Opfer, wir werden geopfert, weil wir ihnen die Software bringen. Aber wir sehen im Fernsehen, daß sie Gewinn machen, es ist ein Milliarden-Dollar-Unternehmen, eine milliardenschwere Software, und was ist mit uns? Was haben wir von dieser Software? Das ist sehr unfair. Wir als Afrikaner werden geopfert, um das zu ermöglichen.“

Die Drecksarbeit hinter den Kulissen der KI wird bewußt in Ländern mit schwachen Arbeitsrechten und wenig Alternativen ausgelagert, um Kosten zu minimieren. Und die schockierenden Arbeitsbedingungen zu verschleiern. Es ist ähnlich wie mit dem Plastikmüll aus westlichen Ländern, der nach Kenia exportiert wird, weil die Entsorgung dort günstig möglich ist.

„Es wird Arbeit nach Kenia gebracht, toxische Arbeit. Große KI-Firmen in den westlichen Ländern werden ihnen sagen, daß sie Supersysteme haben, um Ihnen das Gefühl zu geben, daß KI gut und nicht toxisch ist. Aber ich kann sagen, daß ein Großteil der schmutzigen Arbeit hier in Kenia erledigt wird. Unsere Aufgabe ist es, diese Arbeit möglichst im Verborgenen zu erledigen, damit sie in den westlichen Ländern die Vorteile der KI genießen können. Der Datenmüll, der aus den USA nach Kenia gebracht wird, soll in Kenia gereinigt und sortiert werden. Erst wenn er beschlagwortet und bereit ist für die Verwendung in den USA ist, wird er zurückgebracht.“

Open AI ist sich bewußt, welche Auswirkung diese Arbeit auf die psychische Gesundheit der Dataworker in Kenia hat. Wir haben die Probleme, mit denen wir zu kämpfen hatten, angesprochen. Es lag an ihnen, die nötigen Maßnahmen zu ergreifen, aber sie haben nichts getan.“

„Die Problematik der Dataworker und der KI-Arbeit in Afrika, nicht nur in Kenia, ist eigentlich eine Fortsetzung der Apartheid oder des Kolonialismus in Afrika. Es ist etwas das zur Rechenschaft gezogen und gestoppt werden muß. Und das eher früher als später.“

Um die Arbeitsbedingungen der Dataworker zu verbessern, wurden mittlerweile erste Gewerkschaften gegründet. „Es wurde uns nicht erlaubt, Teil einer Gewerkschaft zu sein. Die KI-Firma, für die ich gearbeitet habe, sanktionierte jeden Versuch, den jemand machte, einer Gewerkschaft beizutreten. Machte man es trotzdem, wurde man umgehend gekündigt.“

„Es ist nicht legal, Arbeitnehmern zu verbieten, sich gewerkschaftich zu organisieren. Eines der wichtigsten Übereinkommen der internationalen Arbeitsorganisation ist die Freiheit, eine Gewerkschaft zu gründen und im Kollektiv zu verhandeln. Es ist nicht legal, wenn Unternehmen etwas verbieten. Und das beobachten wir nicht nur in Kenia, sondern in vielen anderen Ländern. Arbeitern wird verboten, sich zu organisieren. Zum Teil wurde ihnen nicht gestattet oder sogar verboten, sich über die Art ihrer Aufgaben miteinander auszutauschen. Was versuchen sie zu verbergen? Daß ihre angeblich bahnbrechenden Algorithmen doch nicht so bahnbrechend sind? Oder verstecken sie die Tatsache, daß ihre Technologien auf Ausbeutung basieren? Ich werde jetzt etwas Gewagtes sagen: Ich glaube nicht, daß es einen Weg gibt, neue Technologien zu entwickeln, ohne der Natur und dem Menschen zu schaden. Technologien basieren auf der Ausbeutung von natürlichen Ressourcen und menschlicher Arbeit. So ist es nun mal. Die entscheidende Frage ist, wie viel sind wir bereit, der Erde zu schaden. Wenn man an die Umweltkosten einer einzigen Chatgpt-Anfrage denkt, sollte man sich fragen, ob das wirklich so wichtig war oder hätte man einfach selber denken können.“

Auch die Umwelt zahlt einen hohen Preis, damit KI-Systeme möglich sind. Die Rechenzentren verschlingen gigantische Mengen an Metallen aus den Tiefen der Erde, Kupfer, Gold, Kobalt, Nickel, Lithium, Wolfram, aber auch eine ganze Liste von seltenen Erden.

„Die meisten Menschen verbinden KI nicht mit dem Abbau seltener Erden, da die Infrastruktur der KI im letzten Jahrzehnt unsichtbar gemacht wurde. Ein gutes Beispiel ist die Cloud. Während wir dieses Wolkensymbol auf unserem Laptop sehen, denken wir nicht darüber, daß es eigentlich keine Wolke am Himmel ist, sondern ein Lager mit einer Menge von Servern. Es ist schwer vorstellbar, daß die Cloud einfach ein riesiges Gebäude mit einer Menge von Computern ist. Ich denke, es war Absicht, daß die Infrastruktur, die hinter der künstlichen Intelligenz steckt, zu verbergen. Gäbe es mehr Transparenz in der KI-Lieferkette könnten wir die Umweltauswirkungen dieser Technologie besser berücksichtigen. Wenn wir volle Transparenz darüber haben, wie viele Wasser für den Abbau von Mineralien für die Herstellung von KI-Chips verwendet wird und wie viel Wasser die Stromversorgung der Rechenzentren verbraucht, wüßten wir, wie die KI und ihre Infrastruktur zum Klimawandel beitragen. Dabei geht es nicht nur um Wasser, sondern auch um Strom und Land. Dann könnten wir besser entscheiden, ob wir diese Technologie angesichts der Klimakrise wirklich brauchen. Wird das unsere gesellschaftlichen Probleme im nächsten Jahrzehnt lösen?“

Die großen Unternehmen der KI-Branche denken tatsächlich, daß die künstliche Intelligenz in der Lage sein wird, die Klimakrise und viele andere zukünftige Bedrohungen zu bewältigen. Der Entwicklung dieser Technologie wird alles untergeordnet. Auch die Kosten für Mensch und Umwelt.

„Manchmal muß man ein paar Eier aufschlagen, um ein Omelett zu machen. Das Leid der Menschen im globalen Süden ist schlimm, aber relativ gesehen sind ihre Opfer nur ein Molekül, ein Tropfen im Ozean. Sie sind sehr, sehr unbedeutend, wenn man sie mit den gewaltigen unergründlichen Wohlstand der Zukunft vergleicht. Mit diesem utopischen Aspekt des langfristigen Denkens wird die Ausbeutung der Menschen im globalen Süden moralisch gerechtfertigt. Das ist ein Grund, warum diese sehr langfristig orientierte Ideologie meiner Meinung nach sehr gefährlich ist. TESCREAL steht für eine Gruppe von Ideologien, die in Silicon Valley in den vergangenen zehn Jahren erheblichen Einfluß gewonnen haben. Das T steht für Transhumanismus. Diese Idee besagt, daß wir modernste Technologien einsetzen sollten, um den menschlichen Körper radikal zu verändern, und ein neues menschliches Wesen zu erschaffen, die superintelligent und unsterblich sind und so weiter. Das ist ein zentraler Gedanke des Transhumanismus und des Langfristdenkens oder Longtermismus, also das L in TESCREAL. Es steht für eine Ideologie, die um eine technofuturistische Zukunftsvision herum aufgebaut ist. In dieser Vision kolonisieren wir so viel Zugängliches vom Universum wie möglich. Und erschaffen die größte multigalaktische Zivilisation, die möglich ist.“

„Diese Ideologie hat in Silicon Valley großen Einfluß gewonnen. Elon Musk ist ein begeisterter Anhänger. Er hat gesagt, daß der Longtermismus mit seiner eigenen Philosophie übereinstimmt. Dieser Ansatz hat stark zu dem aktuellen Wettlauf um die Entwicklung von AGI, künstlicher Allgemeinintelligenz, beigetragen. AGI steht für Artificial general intelligence. Man kann AGI so definieren: Es gibt eine Art breite Klasse von künstlicher Intelligenz und AGI ist eine Untergruppe. Künstliche Intelligenz bezieht sich auf jedes künstliches Informationsverarbeitungssystem. Wie beispielsweise ein Taschenrechner. AGI hingegen ist mindestens auf menschlichem Niveau. Und dann gibt es noch eine Untergruppe, die Superintelligenz. Sie wird als ein System definiert, das in jedem kognitiven Bereich menschliche Fähigkeiten erreicht und dabei sogar das Beste übertrifft, das die Menschheit leisten kann. Viele in Silicon Valley, die an AGI arbeiten, wie Open AI, DeepMind, xAI, gegründet von Elon Musik, glauben, daß eine steuerbare küntliche Allgemeinintelligenz uns helfen könnte, eine utopische Zukunft zu gestalten. In dieser Zukunft kolonisieren wir den Weltraum und gestalten den Menschen durch eine fortschrittliche Technologie zu einer postmenschlichen Spezies um. Allerdings könnte eine unkontrollierbare AGI die Menschheit auslöschen. Daher wird AGI als möglicherweise wichtigste Technologie betrachtet, die wir entwickeln können.“

Den Begriff TESCREAL hat Emil P. Torres gemeinsam mit der ehemaligen Google-Mitarbeiterin Timnit Gebru geprägt. Damit wird eine Reihe von Ideologien zusammengefaßt, die die Entwicklung von KI vorantreiben. Das Ziel hinter dieser Ideologien hört sich an wie ein Science-Fiction-Projekt. Technologisch verbesserte unsterbliche Postmenschen sollen das bekannte Universum kolonisieren. Diese postmenschliche Zukunft liegt noch in weiter Ferne, aber die Vertreter der KI-Entwicklung denken in Jahrtausenden. Sie halten ihre Zukunftsvision für so verlockend, daß sie alle Schäden für Mensch und Umwelt rechtfertigt. Die Überzeugung, daß technologischer Fortschritt alle Herausforderungen der Menschheit lösen wird, hält Emil P. Torres für gefährlich.

„Die Technologie wird uns nicht vor den Gefahren retten, die durch vorherige Technologien entstanden sind. Tatsächlich hat das Streben nach künstlicher Intelligenz bereits weltweit Schäden verursacht, wie erhebliche Umweltauswirkungen, die Ausbeutung von Arbeitern im globalen Süden und so weiter. Es gibt keinen Grund zu glauben, daß noch leistungsfähigere Systeme als die derzeitigen KI-Modelle plötzlich alles verbessern und die Menschen von diesen Technologien profitieren, anstatt Schaden zu erleiden. Mehr Technologie bedeutet auch mehr Risiko. Die Vorstellung, daß alle Probleme durch noch fortschrittlichere Technologien gelöst werden, basiert meiner Meinung nach nicht auf historischen Fakten und hat keine Grundlage in der Realität.“

„Das Langfristdenken oder Longtermismus ist eine der einflußreichsten Ideologien unserer Zeit, von denen die meisten Menschen noch nichts gehört haben. Der Ansatz vertritt eine elitäre Zukunftsvision. Und der Drang, diese Vision zu verwirklichen, ist ein zutiefst antidemokratisch. Diese Sichtweise beeinflußt die Handlungen und die Entscheidungen der Menschen in Silicon Valley. Diese Entscheidungen gestalten nicht nur unsere aktuelle Welt, sondern auch die Zukunft unserer Kinder und wahrscheinlich unserer Enkelkinder. Das ist mein Argument, warum es so wichtig ist, dieses Thema zu verstehen.“

„Für den Technologiesektor war die Wiederwahl von Donald Trump ein echter Segen. Elon Musk ist schon im Wahlkampf mit ihm aufgetreten und hat Millionen von Dollar investiert. Wir können davon ausgehen, daß der Technologiesektor von dieser Regierung immens profitieren wird. Ich glaube, wir haben noch ein einzelnes Unternehmen oder eine Gruppe von Unternehmen mit so viel Macht, Geld und Einfluß gesehen wie heute mit den Tech-Unternehmen. Gibt es Wege, das besser zu machen? Ja, sehr einfach. Diese Unternehmen haben genügend Mittel, um ihre Mitarbeiter fair zu bezahlen, sie tun es aber nicht und glauben, damit durchzukommen, weil die Menschen nicht genug informiert sind, um zu verstehen, was wirklich passiert. Angesichts der menschlichen Kosten müssen wir uns fragen, ist das Leid der Arbeiter für ein vermeintlich größeres Wohl der Menschheit gerechtfertigt? Ich würde die Arbeiter selbst fragen.“

„Manchmal denke ich, die Welt ist ungerecht. Die am meisten arbeiten, verdienen am wenigsten. Daran kann man wohl nichts ändern. Man muß einfach weiterarbeiten, jeden Tag aufstehen und arbeiten, das ist alles. Es erfordert viel Energie, harte Arbeit und Opfer. Das kommt nicht von allein.“

Nach diesem Einblick hinter die Kulissen der künstlichen Intelligenz kehren wir zu den Aussagen der großen Tech-Bosse zu Beginn des Films zurück. Haben wir ihre Worte immer noch die gleiche Wirkung?

„Es ist tatsächlich ein Kontinent mit Hundertmilliarden kostenlosen Arbeitskräften entdeckt, für uns.“ Nat Friedman, KI-Labor Meta Superintelligence Labs

„Es ist nicht trivial. KI hat das Potential, unsere Zivilisation zu zerstören. Aber es würde nicht wie in dem Film Terminator ablaufen, weil die Intelligenz in Rechenzentren sitzt, Roboter sind nur Mittel zum Zweck. Elon Musk

„Einige Roboter werden Arbeitsplätze zerstören, einige Roboter werden Menschen töten, doch insgesamt halte ich den Trend für unglaublich positiv.“ Sam Altman, Ceo von Open AI

Diese Unternehmen propagieren eine unglaublich positive Zukunftsvision für die Menschheit dank künstlicher Intelligenz. Doch dieses technologische Paradies basiert auf Leid und Ausbeutung. Alles dreht sich um Optimierung. Optimierung von Prozessen, Optimierung von Dividenden, Ressourcen und die Optimierung von Menschen. Nach den ausgebeuteten Arbeitern im globalen Süden, nach den ausgetrockneten Flüssen, der aufgeheizten Atmosphäre stellt sich die Frage, wer werden die nächsten Opfer im Namen der künstlichen Intelligenz sein.

Das, was oben beispielhaft aus vorhandenen Materialien über KI zitiert wurde, wird wohl nicht auf dem wiederkehrischen Lehrplan zu finden sein, so kann die Ansicht, Christoph Wiederkehr sei ein Kollaborateur der Aufklärung wieder verworfen werden, ihn einen Kollaborateur der string puller behind AI zu nennen, käme wohl einer Überbewertung seiner Bedeutung in diesem Fall gleich, er ist wohl, einfach wie kurz gesagt, eine kostenlose Arbeitskraft, wie Nat Friedman sie nennt, die „für uns“ kostenlos arbeitet, also für Friedman und für alle anderen bros dieser kolonialistischen Branche. Es sind noch nicht „Hundertmilliarden kostenlose Arbeitskräfte“, aber wenn bedacht wird, wie viele, wie viele, gar viele kostenlos für KI werbend arbeiten, sind es weltweit wohl doch schon Millionen von Menschen, die kostenlos das Geschäft durch positive, allzu positive Darstellungen der KI der techbros betreiben, und Christoph Wiederkehr ist eben eine der kostenlosen Arbeitskräfte, freiwillig und unentlohnt freudig tätig im KI-Heer der broligarchs zum unerschöpflichen Füllen von deren Kassen, das menschgemäß kein demokratisches Heer ist, weil Heer und Demokratie einander ausschließen.

Christoph Wiederkehr kann stolz auf seine Freiwilligenarbeit für die Strippenzieherinnen hinter der KI sein, er füllt nicht nur mit seinem bescheidenen Beitrag ihre Taschen, sondern leistet auch seinen unentlohnten Teil zur Ausdehnung ihrer Macht, denn Geld allein reicht ihnen bei weitem nicht, sie träumen von einer staatenlosen Welt, in der ihr Wort Recht, Rechtsstaatlichkeit ausgelöscht ist, alle Menschen ihrer Willkür unterworfen sind, stimmlos und rechtlos wie ihre robots and apps.

Und wo überall auf der Welt sie es schon versuchten und weiter unerbittlich versuchen, staatliche Rechtssysteme auszuhebeln, von Honduras bis …

Christoph Wiederkehr kann nicht stolz auf seine unentlohnte Freiwiligenarbeit sein, denn er weiß nicht, daß er diese Arbeit leistet, oder, er ist überzeugt davon, eine ganz andere Arbeit zu leisten, Arbeit etwa für Demokratie, Bildung, während er im Fall KI tatsächlich seine kostenlose Arbeitskraft zur Verfügung stellt, in den Dienst von boy gangsters, die ihn mit höchster Wahrscheinlichkeit gar nicht kennen und soher gar nicht zu schätzen wissen werden, was er für sie und ihre KI-Ideologie in Österreich leistet, für sie wird er, einfach wie kurz gesagt, einer der vielen, vielen, vielen namenlosen und ihnen unbekannten menschlichen Arbeitskräfte sein, die ihnen nicht einmal einen Cent kosten, die sie nicht einmal anheuern müssen, denn diese vielen, vielen unentlohnten namenlosen menschlichen Arbeitskräfte heuern sich selbst an, ungefragt, lechzen danach, für die boy bros laufen zu dürfen, um deren Macht- und Geldmaschine KI in der Gesellschaft breitest zu implementieren, für diese kostenlosen Arbeitskräfte brauchen die cons nicht einmal Nummern zu vergeben, nicht einmal als Nummern sind die kostenlosen Arbeitskräfte den tech cons bekannt, und die kostenlosen Arbeitskräfte selbst meinen dabei, keine Nummern zu sein, sondern Menschen mit Namen und gar bedeutenden Aufgaben, wie sie beispielsweise eine Bildungsministerin zu erfüllen hätte, wenn sie nicht gerade ihre ganze Arbeitskraft zum Wohle der KI, genauer, zum Macht- und Geldwohl der string puller …

Jedes Wort, das Christoph Wiederkehr für sich am 3. Februar 2026 in der Tageszeitung „Der Standard“ veröffentlichen ließ, würden die string puller, würde es ihnen je vorgelesen werden, gerührt sich anhören und vorbehaltlos unterschreiben, sähen es ebenso und säten es zur KI-Preisung selbst ebenso aus, sehen sie sich doch selbst ebenso als Humanistinnen wie sich Christoph Wiederkehr als „Humanist“ sieht …

Warum weniger Latein im Gymnasium mehr Humanismus bedeutet

Der Vorschlag, die Lateinstunden im Gymnasium zu reduzieren, um Platz für Informatik, künstliche Intelligenz, Demokratie- und Medienbildung zu machen, hat zu viel Diskussion geführt. Kritisiert wurde dieser Vorschlag insbesondere von Personen, die Sorge um die humanistische Bildung haben. Doch als Humanist, der selbst eine humanistische Bildung genießen durfte, bin ich der festen Überzeugung, dass genau diese Änderungen notwendig sind, um den Humanismus zu retten.

Humanistische Bildung wird in Österreich leider häufig verkürzt mit einer starken Fixierung auf Latein im Gymnasium gleichgesetzt. Im Mittelpunkt des Humanismus steht allerdings die Idee der Humanitas – also die Bildung des Menschen zu einem freien, selbstbestimmten Individuum, das in der Lage ist, seine Welt zu verstehen und vernunftgeleitet zu gestalten. Heutzutage sind die Anforderungen, dieses Ideal zu erfüllen, andere als bei der Gründung des Gymnasiums in seiner jetzigen Form vor über 170 Jahren. Wir müssen die humanistische Bildung und damit auch das Gymnasium an die Anforderungen unserer Zeit anpassen, denn: Tempora mutantur, nos et mutamur in illis – die Zeiten ändern sich, und wir uns in ihnen.

Ein wichtiger Pfeiler humanistischer Bildung ist die Kritikfähigkeit. Früher lernte man vor allem an lateinischen Texten, den eigenen Geist zu schulen. Das ist aus meiner Sicht noch immer wertvoll, aber längst nicht mehr ausreichend. Heute findet der Kampf um die Wahrheit nämlich im digitalen Raum statt. Medienbildung und Informatik-Kompetenz sind daher die logische Fortsetzung der klassischen Philologie. Angesichts von Desinformation, Filterblasen und KI-generierten Inhalten ist die Fähigkeit, Quellen zu prüfen und Informationen einzuordnen, die wichtigste Voraussetzung für eine freie Meinungsbildung. Wer Medienkompetenz lehrt, schützt die Würde des Individuums im 21. Jahrhundert.

Antike Ideale

Zudem ist der Humanismus untrennbar mit der Idee des Bürgers verbunden, der Verantwortung für das Gemeinwesen übernimmt. Die antiken Ideale von Rhetorik und politischer Partizipation sind bis heute aktuell. Doch angesichts globaler Krisen und populistischer Tendenzen reicht es nicht mehr aus, über die römische Republik zu lesen; man muss die Mechanismen der eigenen Demokratie verstehen und praktizieren. Demokratiebildung befähigt zum Diskurs und zur aktiven Rolle in einer Gesellschaft, deren Zusammenhalt fragil geworden ist.

Die Feinde der Freiheit und des Humanismus kommen nicht nur von außen, sie sind vermehrt mitten unter uns. Wir müssen auf der Hut sein, um unsere humanistische Lebensweise zu verteidigen. Die Anpassung der Lehrpläne im Gymnasium ist ein Beitrag zu dieser kulturellen Selbstverteidigung. Wenn wir den Humanismus stärken wollen, müssen wir ihn an die Fragen der Gegenwart heranführen und die Jugendlichen in der Schule auf ein Leben in einer immer komplexeren und unsicheren Welt vorbereiten.

Isabelle Daniel, das Interview mit der politischen Chefredakteurin. Künstliche Intelligenz statt Latein, das ist unter anderem der Plan Z von Bildungsminister Christoph Wiederkehr und warum die NEOS gar nicht erfreut waren über den, wie Sie es nennen, unabgesprochenen Plan von Andreas Babler, dem roten Vizekanzler, ein Social-Media-Verbot für unter 14-Jährige zu machen. Überhaupt die Stimmung so in der Koalition ist. Das möchte ich jetzt den Neosbildungsminister Christoph Wiederkehr fragen. Schönen guten Abend.

Christoph Wiederkehr: Schönen guten Abend.

Äh fangen wir damit an. Ich glaube, es gibt wenige Schüler, die wahrscheinlich jetzt bittere Tränen weinen, weil sie nicht mehr Latein lernen müssen, sondern stattdessen äh künstliche Intelligenz. Aber was heißt das konkret eigentlich? Wie lernt man künstliche Intelligenz?


Es geht hier um eine größere Veränderung, die notwendig ist, weil sich unsere Gesellschaft auch rasant verändert hat. Der Plan ist, neue Themen, die in der Gesellschaft wichtig sind, mehr in die Schule zu bringen, damit die Jugendlichen noch gut auf das Leben vorbereitet sind. Das konkret mehr Medienbildung, das ist Demokratiebildung und das ist mehr Informatik. Informatik soll eine Stunde dazu gewinnen, um dort auch die Themen der künstlichen Intelligenz mehr hineinzubringen. Da geht’s um den kritischen Umgang, da geht’s darum, auch die Grundlagen der künstlichen Intelligenz zu verstehen, um so diese auch besser anwenden und kritisch hinterfragen zu können.

Das stimmt. Und drum ist es auch nicht mehr sinnvoll, eine Programmiersprache zu lernen. Noch vor 5 Jahren hätte man gesagt, Programmiersprachen lernen ist sinnvoll, braucht man mittlerweile nicht mehr, aber die Grundzusammenhänge. Und wir leben in einer informatischen Gesellschaft, das Internet ist überall. Die künstliche Intelligenz wird noch viel wichtiger auch im Berufsleben und es ist wichtig, daß die Jugendlichen qualifiziert lernen, damit umzugehen und auch die Mechanismen der Informatik verstehen, weil nur das, was man versteht, kann man auch hinterfragen und dann anwenden.

Ja, das ist ein guter Punkt. Sie sprechen jetzt auch quasi die kritischen Punkte vielleicht der KI ein bißchen an und die Medienkompetenz, die man aber auch in dem Bereich an Schüler weitergeben muß Jetzt sehe ich das fast tagtäglich, daß selbst Erwachsene sich sehr schwer tun mittlerweile auf Instagram oder TikTok oder ich weiß nicht wo, äh den Unterschied zwischen KI generierten Content und echten Content zu erkennen und wir wissen, daß die KI rasante Fortschritte machen wird. Wie wollen Sie das denn in den Schülern äh in den Schulen wirklich kompetent rüberbringen? Weil sind Sie sicher, dass die Lehrer Experten sind?

Sie sprechen einen sehr wichtigen Punkt an. Es wird immer schwieriger auch wahr von falsch zu unterscheiden. Geht mir manchmal so auf manchen Social-Media-Plattformen, wo nicht gekennzeichnet ist, daß es KI generiert ist und es unglaublich gefährlich ist für unsere Demokratie und deshalb müssen wir genau diesen kritischen Umgang mit Medien, mit Social Media beispielsweise, mit der KI in der Schule viel mehr etablieren.

Sind jetzt schon alle Lehrpersonen dafür super geschult? Sicher nicht, weil sich auch alles so schnell verändert. Es gibt aber eine große Bereitschaft auch des Lehrpersonals sich hier vorzubilden, weiterzubilden und es geht auch um einen gemeinsamen Austausch in der Klasse. Man kann sich z. B. Interviewsendung, man kann sich unsere Sendung anschauen und kritisch hinterfragen, wie wurden die Fragen gestellt, wie hat der Politiker geantwortet. Das soll auch in der Schule vorkommen und dafür werden wir in Zukunft ein Raum schaffen.

Mhm. Äh jetzt haben Sie ja haben wir schon über die Social Media geredet und wie heikel das ist. Jetzt ist in Frankreich ein Gesetz beschlossen worden schon, also und da gibt es nicht einmal eine Regierungsmehrheit für den Präsidenten Emmanuel Macron, äh ein Social Media Verbot unter 15. Das ist auch das, was schon Australien gemacht hat, sehr viele andere andenken. Jetzt ist der Medienminister, sagen wir mal so, und der rote Vizekanzler rausgegangen vor wenigen Tagen und hat gesagt, er bereitet jetzt auch einen Gesetzesentwurf für ein Socia-Media-Verbot für unter 14-Jährige vor. Das ist auch etwas, das zu Digitalisierungsminister Alexander Pröll z. B. Interviews bei mir wiederholt gesagt hat, ähm sie scheinen davon mäßig erfreut zu sein, auch weil es nicht abgesprochen war. Was heißt das?

Es gibt die gleiche Problemanalyse, nämlich daß wir bei unter 14-Jährigen zu wenig Kinderschutz im Netz haben. Da sehen Kinder auf Social Media brutalste Kriegsverbrechen oder pornografischen Inhalt. Vor dem müssen wir Kinder schützen. So oder extremistischen auch das ja massiv. Extremistische Influencer sind ganz stark und es gibt einen Jugendschutz im öffentlichen Raum, nämlich wie lange dürfen Kinder ausgehen und sowas braucht man auch im digitalen Raum.

„Wir brauchen in diesem Land die hellsten Köpfe und keine finsteren Gestalten“

René Benko and Mark Mateschitz could be the first winners of the Christian-Stocker-Award-for-Industriousness – Christian Stocker, who knows that „we need the brightest minds in this country and not sinister statures“

Am 30. Jänner 2026 hielt Christian Stocker, der in Erinnerung bleiben wird als der fleißigste saltoschlagende Bundeskanzler, eine aufmerkenswerte Rede, und die aufmerkenswerteste Passage daraus ist wohl diese:

Deshalb bin ich als Bundesparteiobmann der Volkspartei aus Überzeugung hier völlig klar. Es wird mit mir keine Vermögens- oder Erbschaftssteuer geben. Wir sind die einzige Kraft in diesem Land, die dafür steht und auch garantiert, daß man sich durch Arbeit und Fleiß etwas schaffen kann und es auch behalten kann. Wir werden das auch weiterhin tun.

So viel „Arbeit und Fleiß“ sollte nicht nur durch keine von ihm angesprochenen Steuern allein belohnt, für so viel „Arbeit und Fleiß“ muß eine eigene Auszeichnung für die Verdienten um „Arbeit und Fleiß“ geschaffen werden, die es verdient, den Namen jenes Mannes zu tragen, der das so klar erkennt und klar benennt, „daß man sich durch Arbeit und Fleiß etwas schaffen kann“, so eine Auszeichnung verdient einzig den Titel Christian Stocker —

Christian-Stocker-Award-for-Industriousness

Die ersten Preisträger des Christian-Stocker-Award-for-Industriousness könnten nur sein, darüber gibt es keinen Zweifel, jedwede Jury könnte keine anderen dafür as first erkoren, als René Benko und

Mark Mateschitz. Robert Vitek schreibt in der Tageszeitung „Kleine Zeitung“ in der ersten Februar-Woche 2026 zwar davon,

[w]enn man die Ungleichheit zwischen arm und reich auf die Kategorien faul und fleißig umlegt, bleibt nur mehr eine auf Permanenz gesetzte Beleidigung für 99,9 % der Bevölkerung[,]

aber es ist keine diffamierende, denunzierende „Beleidigung für 99,9 % der Bevölkerung“, sondern der Nächstenliebe christlich geprägt gemeinte Ansporn zu „Arbeit und Fleiß“, um eben auch das zu schaffen, was 0,1 % schaffen wie — oh, so viele bros, die für den Christian-Stocker-Award zu nominieren wären — einfach wie kurz beispielsweise genannt: Peter Thiel, also eine Ermunterung von all jenen, die Robert Vitek stellvertretend aufzählt:

Liebe Ärzte, Rechtsanwälte, Notare, Universitätsprofessoren, Geschäftsführer und sonstige Gutverdienende, ihr seid alle faule Hunde im Vergleich zu unseren Multimilliardären.

Ein weiterer aufmerkenswerter Satz soll aber doch noch von ihm zitiert sein, dieser fiel in der Rede gegen sein Ende hin:

Wir brauchen in diesem Land die hellsten Köpfe und keine finsteren Gestalten.

Ein Artikel macht noch keine Karriere

Menschgemäß kann in einer Kurzbesprechung von Gelesenem, wie in jener von Robert Misik in der Wochenzeitung „Falter“, Ausgabe 5/26, nicht differenziert werden, aber es einen „exzellenten Überblick“ zu nennen, „wer verstehen will, auf welche ‚Denker‘ sich die neue Rechte bezieht“, ist gewagt.

Selbstverständlich spielen die in seinem Buch „Politische ‚Klassiker‘ der neuen Rechten – Antidemokratische Denker aus der Weimarer Republik“ genannten sechs Männer eine wesentliche Rolle, doch die „neue Rechte“, wie sie Armin Pfahl-Traughber in seinem Titel nennt, in seinem Buch selbst eine Differenzierung versucht zu unternehmen, bastelt sich ein Bezugssystem, das weit über bloß sechs Männer hinausgeht, sie zieht alles heran, was sie nur heranziehen kann, und es würde überraschen, aus welchen Schriften sie ihre Weltanschauungen zieht. Eine Liste der Herangezogenen steht im Kapitel „Freiheitliche Gemein-Schaft zu wählen, ist freiwilliger Selbsteintritt in die Welt der Psychiatrie“, eine Liste von Schriften und Schreibenden, die weit über die sechs Männer …

Selbstverständlich sind etwa

Arthur Moeller van den Bruck,

Ernst Niekisch,

Carl Schmitt,

Ernst Jünger,

Oswald Spengler,

darunter, unter so vielen, wenn dazu noch an jene erinnert werden darf, die ein Lesekreis in seinen Lektürerunden durchnimmt, dann … Ein Lesekreis, für dessen Lesekreistitel nicht einer der sechs Männer Pate stand, sondern Ray Bradbury …

Oh, es sind so viele, daß diese nicht noch einmal aufgezählt zu werden brauchen, einen Einblick gibt das Kapitel „Vachement réalité“

Antonio Gramsci nicht zu erwähnen, wenn von diesen Kreisen gesprochen wird, trägt nicht dazu bei, zu verstehen, was für eine Bastelschaft das ist …

Es ist auch viel „Bildungsbürgerliches“ dabei, allein wenn an das von dieser Schaft recht geliebte Wort

„Metapolitik“ gedacht wird, ein Begriff, den sie von keinem der sechs Männer haben

Goethe selbstverständlich,

Hölderin natürlich,

Körner freilich,

Schiller,

Jahn,

Arndt

„Peter Thiel nennt sich Schmittianer“, schreibt Robert Misik, ja, aber, einfach wie kurz gesagt: ohne Mises und Hayek, also ohne den wirtschaftlichen Bezugsrahmen, der wesentlich, ist es unvollständig.

Und was das bedeutet, dafür braucht nur ein Land exemplarisch genannt zu werden: Honduras — Barbara Kolm nun mit Sitz im österreichischen Parlament kann darüber recht Auskunft geben.

„Jünger wiederum, später auch in der Bundesrepublik verehrt, startete seine Karriere beim Völkischen Beobachter.“ Schreibt Robert Misik.

„Sein erster dezidiert politischer Artikel erschien 1923 im NSDAP-Organ ‚Völkischer Beobachter‘, was Jüngers frühe Nähe […]“, schreibt Armin Pfahl-Traughber richtigerweise.

Aber die Karriere von Ernst Jünger begann weit früher, etwa mit „In Stahlgewittern“, 1920, „Der Kampf als inneres Erlebnis“, 1922 … Wessen Karriere, wenn es so gesagt werden darf, im „Völkischen Beobachter“ begann, ist die von Rudolf Bayr, die als Intendant des Landesstudios Salzburg vom öffentlichen-rechtlichen Rundfunk Österreichs endete.

„Eine neue Generation von Neonazis ist entstanden,

zugleich hat sich ein Milieu der radikalen Neuen Rechten verhärtet,

das immer stärker in die FPÖ hineinwirkt — das hat gerade der aktuelle ‚Rechtsextremismusbericht‘ im Auftrag von Innen- und Justizministerium verdeutlicht.“ Schreibt Robert Misik.

Wenn allein an die Gründung dieser Parlamentspartei gedacht wird, wäre es einmal der Überlegung wert, was aus dieser Partei über Jahrzehnte herauswirkt …

Und noch mehr und dringender zu überlegen ist es wohl, wie förderlich ist das Milieu, zum Beispiel in Österreich, für diese Kreisrechten, die stets nur um Altes, Verbrauchtes, Unbrauchbares, Vergangenes und nichts Neues, nichts Brauchbares und nichts Förderliches kreisen, daß diese so recht breit herauswirken und so recht breit und immer mehr hinwirken können in die Gesellschaft.

Armin Pfahl-Traughber spricht in seinem Buch auch das „Institut für Staatspolitik“ an, und mit diesem „Institut“ stellt sich unweigerlich die Frage ein, wer sind in der Gegenwart die „Denker“, auf die sich diese Kreise beziehen? Das „Institut für Staatspolitik“ wurde längst aufgegeben, und gegründet wurde „Menschenpark“ …

„Menschenpark“ — an Peter Sloterdijk hat der „Salonfaschist“ denken müssen, nicht an die sechs Männer einer untergegangenen Zeit, bei seiner Gründung, an Peter Sloterdijk, der ein neues Buch angekündigt hat,

das am 20. April, so hat es Peter Sloterdijk verkündet, am 20. April 2026 erscheinen wird.

Josef Müllner would be delighted to shake his hand

Das fragt James David Vance auf der Konzernplattform (platform of the bro’s concern, abbreviated: broscon) X am 30. Jänner 2026: „Would you gladly shake his hand if you ever met President Trump in person?“

Und zum Schütteln, Beuteln, Rütteln gehört menschgemäß ein Lied, zur traditionell nostalgischen Erinnerung an den Geschüttelten.

Was für ein Glück doch, es muß kein neues Lied geschrieben werden, das Lied gibt es schon, es braucht nur noch in das Englische übersetzt werden.

Vorschläge dafür gibt es, von KI, an diesem 2. Februar 2026:

Die englische Übersetzung für „Dr. Lueger hat mir die Hand gereicht“ (bekannt aus dem Lied, z.B. von Georg Kreisler) lautet: „Dr. Lueger shook hands with me“ oder „Dr. Lueger has shaken my hand“. Dr. Lueger = Dr. Lueger (Wiener Bürgermeister, 1844-1910) hat die Hand gereicht = shook hands / has shaken hands mir = with me / my hand  Die Zeile bezieht sich oft auf den umstrittenen Wiener Bürgermeister Karl Lueger und wird in Liedern als Zitat verwendet. 

Nun wurde er am 29. Jänner 2026 vom KL-Platz abtransportiert, der Geschüttelte, auf dem KL-Platz aber geblieben ist sein gesinnungsverwandter Schöpfer, der harrt seiner Säuberung und seines Herausputzens …

Menschgemäß hat Georg Kreisler das Lied weder getextet noch komponiert, aber für KI —

kompetent und gebildet wie die bros von Vance und Trump, die KI anschaffen

ist es eben Georg Kreisler und nicht Robert Katscher, der aus Österreich emigrieren mußte, als die recht patriotische Zeit des Lueger-Schöpfers gekommen war …

Der, der auf KL-Platz zum Herausputzen und zum Säubern weiter unverrückbar steht, würde die Frage von James David Vance wohl mit Begeisterung und gleich hingestrecktem Arm bejahen, würde sich recht freuen, ihm die Hand zu schütteln …

Finden Sie, daß KI sich richtig verhält

Bei KI muß die Frage genauer lauten: Finden Sie, daß die Strippenzieherinnen von KI sich richtig verhalten? Denn es gibt immer welche, die die Strippen ziehen, und so ist auch und vor allem bei KI.

Keine zweite Strippe ist jetzt derart in aller Munde wie KI. Und auch mit dem Beispiel des heutigen Tages kann gefragt werden: Finden Sie, daß die Strippenzieher sich richtig verhalten, KI so schreiben zu lassen?

Christine Lavant war eine zentrale Teilnehmerin der Pürgger Dichterwochen, die zwischen 1953 und 1955 in der steirischen Gemeinde Pürgg-Trautenfels stattfanden. Teilnahme: Lavant nahm insbesondere an der zweiten Pürgger Dichterwoche vom 16. bis 20. Juni 1954 teil. Kontext: Die Treffen dienten dazu, österreichische und deutsche Autoren des „nationalen“ Lagers mit jüngeren, politisch unbelasteten Schriftstellern zusammenzubringen. In diesem Rahmen traf Lavant auf Persönlichkeiten wie Hans Weigel, Herbert Cysarz und Frank Thiess. Wahrnehmung: Lavant wurde dort oft als außergewöhnliche Erscheinung wahrgenommen. Ein zeitgenössischer Bericht beschreibt sie als „zwergenhaft kleine Frau“ mit einer Sprache, die sie „nirgendwo herhaben kann“. Netzwerke: Die Dichterwochen waren wichtig für Lavants Integration in den Literaturbetrieb der Nachkriegszeit. Unter anderem entstand dort oder in deren Umfeld der Kontakt zu ihrem Mentor Hans Weigel. Möchtest du mehr über Lavants Beziehung zu Hans Weigel erfahren oder über ihre Zeit in der Austria-Hütte am Dachstein?

„Autoren des ’nationalen‘ Lagers“ lassen die Strippenzieherinnen KI schreiben, national waren sie gewiß, aber sie lediglich als „Autoren des ’nationalen‘ Lagers“ zu bezeichnen, ist äußerst freundlich, verharmlost sie, wäscht sie weiß, denn es waren nationalsozialistische Autorinnen, die in Pürgg aufmarschierten …

Es wurde schon von vielen erzählt, die damals beim Ausmarsch nach Pürgg dabei waren, und die Strippenzieher von KI hätten sich nur bei der identitären ZZ beispielsweise über Hans Grimm, der auch nach Pürgg pilgerte, erkundigen müssen, um KI nicht von „nationalen“ schreiben zu lassen, sondern von nationalsozialistischen … Aber Hans Grimm lassen die Strippenzieherinnen KI nicht nennen, nur allgemein und äußerst vage „Autoren des […]“ —

Wer jedoch Hans Grimm nennt, ist Hans Haider in seinem Artikel mit der Schlagzeile „Schriftsteller: Die Jungen und die Nazi-Dichter“ vom 26. April 2008, veröffentlicht in der Tageszeitung „Die Presse“. Hans Haider läßt seinen Artikel sogar mit Hans Grimm beginnen.

Der erste Abend, reizend. Ein freundlicher Stationsvorsteher trug mir das Gepäck bergauf zum Hotel Adam in Pürgg. Dann gab’s einen großen Jubel. Achtzehn meist alte Bekannte begrüßten einander. Und Hans Grimm.“ Ein Jubler, der am 16. September 1953 im Bahnhof Stainach-Irdning ausgestiegen und in das für die Fresken aus dem 12. Jahrhundert in der Johanneskapelle berühmte Dorf Pürgg aufgestiegen war, notierte das in seinem Tagebuch: der Deutsche Hans Friedrich Blunck, Verfasser deutschtümelnder Romane wie „Werdendes Volk“, 1933 bis 1935 Präsident der Reichsschrifttumskammer.

Hans Grimm, den braunen Visionär („Volk ohne Raum“, ein Kolonialisten-Epos, 1926), nennt Blunck im Tagebuch „Gegner“. Aber es gab keinen Zank. Dem Organisator der 1. Pürgger Dichterwoche, dem ÖVP-Landtagsabgeordneten Alfred Rainer war versprochen worden, „dass kein Schatten auf die Veranstaltung fallen werde“. Die alten Kameraden aus der bis 1945 offiziellen Schreibkunst waren zur Versöhnung mit Unbelasteten nach Pürgg gelockt worden.

Hans Haider weiß um die „Nazi-Dichter“, von vielen wurde schon erzählt, lange nach dem Artikel von Hans Haider, weil an sie identitär erinnert wird, etwa Erwin Rainalter

Erwin Rainalter (1892 bis 1960) hatte in Südtirol-Romanen das Deutschtum gepriesen. Mirko Jelusich (1886 bis 1969) konnte sich mit historischen Romanen („Caesar“, „Oliver Cromwell“) ins Führerherz einschreiben. Aus der Literaturwissenschaft der Ostmark war Norbert Langer übrig geblieben. Später gab er die Reihe „Dichtung aus Österreich“ heraus.

oder Karl Springenschmid

Ein Nazi-Großkaliber war der Tiroler Karl Springenschmid (1897 bis 1981, genannt der „Goebbels von Salzburg“, weil er dort das Schulwesen leitete). Curzio Malaparte („Die Haut“, „Kaputt“) porträtierte ihn in einer Kriegsreportage als Feigling: In Norwegen unterliegt er im direktem Kampf mit einem Lachs – darauf hin zieht er die Pistole und erschießt den Fisch. Springenschmid lebte nach 1945 jahrelang im Untergrund, als Waldgänger, Schmuggler. Bis er in Pürgg wieder auftauchen durfte.

Natalie Beer

Natalie Beer (1903 bis 1987) stieg zur Grande Dame der Vorarlberger Poesie auf (sie teilte 1954 mit Christine Lavant das Zimmer).

wurde wie viele andere auch von einem recht besonderen Verlag in Österreich verlegt, und es überrascht nicht, daß einer aus diesem recht, recht staatlich hoch ausgezeichneten Verlag mit dabei war, in Pürgg

Nicht nur zu Vorträgen, Lesungen (Blunck vor Lehrlingen), Ausflügen (so nach Altaussee) war man vereint. Heinz Brunner vom Grazer Stocker-Verlag gab den Ehemaligen Hoffnung. Der Lyriker Paul Anton Keller (1907 bis 1976) aus Graz warnte Blunck vor der „sozialdemokratischen Entwicklung“ bei Leykam, Bluncks Hausverlag.

Brehm unterhielt die Herren mit der Anekdote vom General, der ihn nach der Jagd in Russland ausfragte – weil er ihn mit dem „Tierleben“-Brehm verwechselte.

Natalie Beer starb 1987. Das wurde zwar schon zitiert, aber es ist doch noch einmal zu zitieren, „dass sich Natalie Beer bis ins hohe Alter öffentlich zum Nationalsozialismus bekannte, den Holocaust relativierte und keinerlei Reue auch im Hinblick auf ihre Funktion im NS-Regime zeigte.“

Eine doch etwas seltsam anmutende Reihung nimmt Hans Haider in seinem Artikel vor, wenn er Christine Lavant mit Erich Landgrebe und Josef Friedrich Perkonig

1954 stieß der erste jüdische Emigrant, Hans Weigel, zu Blunck, Brehm, Springenschmid. Er hielt einen Vortrag, ebenso der Germanist Herbert Cysarz und der Roman-Verkaufskönig Frank Thiess. Auch Christine Lavant, Erich Landgrebe, Josef Friedrich Perkonig, sind mit dem Landeshauptmann Josef Krainer sen. auf dem Erinnerungsfoto zu sehen. Die „Kleine Zeitung“ schickte Ulrich Baumgartner – später Wiens Festwochen-Intendant. Alle schon gestorben.

und wenn er Rudolf Bayr in seinem Artikel unterbringt, es dabei unklar bleibt, zählt er, Haider, ihn zu den „Jungen“ oder zu den „Nazi-Dichtern“ … Strippenzieher lassen KI informieren, er, Bayr, gehörte „keiner Partei“ — Was bewog Hans Haider, bei Herbert Cysarz, Frank Thiess, Erich Landgrebe, Josef Friedrich Perkonig derart allgemein zu bleiben, obgleich zu diesen vier Herren, auch zu den vier Männern kurz und knapp Konkretes er hätte schreiben können, oder müssen?

KI wird genehmigt zu informieren:

In diesem Rahmen traf Lavant auf Persönlichkeiten wie Hans Weigel, Herbert Cysarz und Frank Thiess. Wahrnehmung: Lavant wurde dort oft als außergewöhnliche Erscheinung wahrgenommen. Ein zeitgenössischer Bericht beschreibt sie als „zwergenhaft kleine Frau“ mit einer Sprache, die sie „nirgendwo herhaben kann“.

Christine Lavant war eine zentrale Teilnehmerin der Pürgger Dichterwochen […] In diesem Rahmen traf Lavant […] Wahrnehmung: Lavant wurde dort oft als außergewöhnliche Erscheinung wahrgenommen.

Möchtest du mehr über Lavants Beziehung zu Hans Weigel erfahren oder über ihre Zeit in der Austria-Hütte am Dachstein?

Nun, wer das über Christine Lavant schrieb, von der „zwergenhaft kleine[n] Frau“, das, ist von Hans Haider zu erfahren, war Hans Friedrich Blunck, und er schrieb keinen „Bericht“ darüber, sondern er, Blunck, schrieb dies in das „Tagebuch“ …

Ein Foto zeigt Christine Lavant auf der Austria-Hütte unterm Dachstein. Blunck im Tagebuch: „Das Wunder bleibt die Lavant, die eine Sprache kennt, die sie nirgendwo herhaben kann. Die zwergenhaft kleine Frau mit dem großen Kopftuch, mit großen, fast krankhaft aufgerissenen Augen, von Beruf Wirtschafterin eines kleinen Malers im Lavanttal, Schwester eines dortigen Bauern, spricht eine erhabene Sprache, die über Rilke hinausquillt und herrlich ist.“

Freilich irrte Hans Friedrich Blunck, Christine Lavant war nicht die „Wirtschafterin“ von Josef Habernig, er war ihr Gatte.

Es gibt diese Geschichte von ihnen, also von Hans Haider und Thomas Bernhard, und die Frage, ob Sie finden, daß die Strippenzieher sich richtig verhalten, KI so schreiben zu lassen, geht auf diese Geschichte zurück, genauer, diese Frage wurde abgeschrieben von dem Interviewtitel zwischen Franz Schuh und Hans Haider, veröffentlicht in der Wochenzeitung „Falter“ vor zweiundvierzig Jahren: „Finden Sie, dass sich Hans Haider richtig verhalten hat?“

Auf der Website „Internationale Christine Lavant Gesellschaft“ ist am 1. Februar 2026 u. a. m. in den biographischen Angaben zu „Leben und Werk“ von Christine Lavant zu lesen:

Das Manuskript eines autobiographischen Romans, den Josef Friedrich Perkonig – seinerzeit der angesehenste Schriftsteller Kärntens – zur Publikation empfohlen hatte, wurde von einem Grazer Verlag zuerst angenommen, dann aber abgelehnt, was Lavant in ihren literarischen Aspirationen so entmutigt haben dürfte, dass sie das Manuskript vernichtete.

Text: Klaus Amann.

Josef Friedrich Perkonig — „seinerzeit der angesehenste Schriftsteller Kärntens“ — empfahl also, Christine Lavant zu publizieren, aber der Leykam-Verlag lehnte dann doch ab, das war 1932. Eine Publikation von Christine Lavant kann nur einer der „angesehensten Schriftsteller“ empfehlen, ein „Wunder“ erkennen, und für viele ist er es heute wie damals … und mehr noch, wie der Ares-Verlag am 29. September 2025 auf der Konzernplattform X schreibt, nämlich „der bedeutendste“ …

„Ich höre den Kelten in mir rumoren, spüre den Germanen grübeln und den Slawen träumen.“ Ein Laib Brot, ein Krug Milch Josef Perkonig war der bedeutendste Kärntner Dichter der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. 1890 in Ferlach im Rosental geboren, schildert er in realistischer Darstellung das bäuerliche Leben seiner Heimat:

Damit ist Pürgg nicht verlassen worden, denn Ares ist Stocker —

In der Biographie auf der Website der Christine-Lavant-Gesellschaft, gelesen am 1. Februar 2026, sind die „St. Veiter Kulturtage“

1950 führte eine Dichterlesung während der St. Veiter Kulturtage zu einem großen persönlichen Erfolg der Dichterin. Sie galt danach als „vielleicht eine der hoffnungsvollsten Vertreterinnen der neuen Frauenlyrik in Österreich“.

angeführt, die „zu einem großen persönlichen Erfolg der Dichterin“ führten, aber unerwähnt in der Biographie der Christine-Lavant-Gesellschaft sind die „Pürgger Dichterwochen“; dabei waren das doch so zentrale Wochen der Dichtung in Österreich, wohl auch für die Dichterin, die für einen so ehrenreichen Teilnehmer ein „Wunder“,

daß gemeint werden darf, dies darf doch in keiner Biographie der Christine Lavant fehlen.

Woher nehmen die Strippenzieher doch immer wieder derartige Informationen, die die Strippenzieherinnen dann KI so schreiben lassen? In diesem Fall haben sie diese wohl von der Website „Ennstal Wiki“, ebenfalls am 1. Februar 2026 gelesen … Gemäß Impressum ist für „Ennstalwiki“ die Stadtgemeinde Schladming verantwortlich. Über die „Pürgger Dichterwochen“ ist auf „Ennstalwiki“ der Stadtgemeinde Schladming zu lesen, das letzte Mal wurde das am 23. November 2025 aktualisiert:

Die Pürgger Dichterwochen waren 1953 bis 1955 in jährlichem Abstand organisierte literarische Veranstaltungen in der Gemeinde Pürgg-Trautenfels, in denen österreichische und einzelne deutsche Autoren des „nationalen“ Lagers mit jüngeren, unbelasteten Schriftstellern in Kontakt traten. Initiator der Treffen war Alfred Rainer, der damalige Bezirksparteiobmann der ÖVP in Liezen und Gründer des Ennstaler Kreises, dem es ein Anliegen war, die durch das NS-System geprägte Generation der Kriegsheimkehrer wieder in die österreichische Gesellschaft zu integrieren. Er genoss dabei das Wohlwollen von Landeshauptmann Josef Krainer senior und jenes der amerikanischen Besatzungsmacht.

Die Teilnehmerliste der Pürgger Treffen umfasste zeitweilig prominente Namen. So zählten zu den Teilnehmern der ersten Pürgger Dichterwoche (17. bis 20. September 1953) Hans Friedrich Blunck, Bruno Brehm, Paula Grogger, Fritz Habeck, Otto Hofmann-Wellenhof, Robert Hohlbaum, Mirko Jelusich, Günther Nenning, swiki:Karl Springenschmid[1] und Herbert Zand. Die 2. Pürgger Dichterwoche (16. bis 20. Juni 1954) versammelte im Hof von Schloss Trautenfels unter anderem Herbert Cysarz, Kurt Frieberger, Christine Lavant, Josef Friedrich Perkonig, Frank Thiess und Hans Weigel. An der dritten Pürgger Dichterwoche (14. bis 18. September 1955) nahmen unter anderem teil: swiki:Rudolf Bayr, Alfons von Czibulka, Ernst von Dombrowski, Jeannie Ebner, Otto Hofmann-Wellenhof, Wolfgang Kudrnofsky, swiki:Erich Landgrebe, Eugen Roth und swiki:Wieland Schmied. Kritische Betrachter sehen die Pürgger Dichterwochen als Teilaspekt des Kulturkampfes im Kalten Krieg.

Das also waren die Pürgger Dichterwochen: „Teilaskpekt des Kulturkampfes im Kalten Krieg“ zum Zwecke „Kriegsheimkehrer wieder in die österreichische Gesellschaft zu integrieren“ — „Kriegsheimkehrer“ waren also u. v. a. m. Paula Grogger

Die Strippenzieher lassen KI einmal so, dann wieder so und dann wieder so ganz anders informieren, nicht nur über die Pürgger Dichterwochen:

Christine Lavant war Teilnehmerin der legendären Pürgger Dichterwochen, die zwischen 1953 und 1955 in der steirischen Gemeinde Pürgg stattfanden. Diese literarische Treffen wurden von Hans Gerhard Kandolf organisiert. Lavant war bei der zweiten Dichterwoche im Juni 1954 und bei der dritten im September 1955 anwesend. Begegnungen: In Pürgg traf sie auf namhafte Autoren wie Hans Weigel, Eugen Roth und Werner Bergengruen. Ein bekanntes Erinnerungsfoto zeigt sie gemeinsam mit dem damaligen Landeshauptmann Josef Krainer sen. und anderen Schriftstellern. Impressionen: Berichten zufolge hinterließ die Dichterin, die als „zwergenhafte kleine Frau mit dem großen Kopftuch“ beschrieben wurde, einen tiefen Eindruck durch ihre außergewöhnliche Sprache. Ein Foto dokumentiert zudem ihren Aufenthalt auf der Austria-Hütte unter dem Dachstein während dieser Zeit. Hintergrund: Die Dichterwochen dienten dazu, ältere, teils belastete Autoren der NS-Zeit mit jüngeren Talenten zusammenzuführen. Für Lavant war dies eine wichtige Plattform zur Vernetzung in der literarischen Welt Österreichs.

Das hat KI nicht von schladmingerischen Ennstalwiki, daß die Dichterwochen dazu dienten, „teils belastete Autoren der NS-Zeit mit jüngeren Talenten zusammenzuführen“; für schladmingerische Ennstalwiki ist es ja die durch die NS-Zeit geprägte Generation der Kriegsheimkehrer des Kulturkampfes im Kalten Krieg … Wenn am 2. Februar oder am 3. Februar 2026 nach den Pürgger Dichterwochen wieder gefragt werden würde, könnte es durchaus sein, daß die Strippenzieherinnen KI dann vielleicht schreiben lassen, Hans Gerhard Kandolf habe die Kulturkampfwochen im Kalten Krieg organisiert und Alfred Rainer brachte 1997 in der Schriftenreihe des Kammerhofmuseums Bad Aussee heraus: Die Pürgger Dichterwochen 1953, 1954, 1955 —

Die österreichbasierte Festungsordnung ist nicht vorbei

Wenn ein Mensch wie MR Dr. Bruno Burchhart derart rege ist, und das auch noch in einem seinem recht hohen Alter, dann verdient er sich redlich ein Ehrenzeichen in Gold mit Brillanten, für solch eine Regheit ist das Sportverdienstzeichen des Landes Kärnten, überreicht durch den Landeshauptmann am 20. Oktober 2025, die für ihn rechte Auszeichnung, denn, was dieser Mann sich leistet, ist wahrlich sportlich, sportlich, sportlich …

Seit Jahrzehnten rege, aktiv unterwegs, auf so mannigfache Weise, daß nur ein paar seiner sportlichen Aktivitäten exemplarisch erzählt werden können.

Am 24. September 2025 im „Eckart“ sportlich zum „Peršmanhof“:

Bizarres Sommertheater um den Perschmannhof

Mit einer beispiellosen Medienkampagne haben Kreise aus dem Bereich von Antifa und links-slowenischer Minderheiten einen sagenhaften Verschleierungsversuch unternommen. Auf einmal ist ein Polizeieinsatz auf einem kleinen Anwesen in der Südkärntner Gemeinde Eisenkappel, von dem die wenigsten Leute – auch in Südkärnten – etwas wußten, zu einer Staatsaffäre gemacht worden. Es war der Versuch, aus einer Aktion am Ende des Zweiten Weltkrieges gegen sich dort versteckende Partisanen ein slowenisches Nationalheiligtum zu konstruieren. Gleichzeitig sollten die damaligen Partisanen zu bedeutenden Widerstandskämpfern gegen das NS-System hochstilisiert werden; Denkmäler, Ausstellungen etc. sollen das unterstreichen.

Tatsächlich gab es noch während des Krieges Partisanenbekämpfung im damaligen Staatsgebiet. Als Partisanen werden bekanntlich soldatische Verbände außerhalb regulärer Armeeverbände bezeichnet. Eine gewisse Bedeutung erlangten die titokommunistischen Partisanen im Südkärntner Grenzgebiet, denen sich auch Slowenischkärntner anschlossen. Ziel war laut deren Führern der Anschluß Südkärntens an Jugoslawien, nicht, wie heute behauptet wird, eine Befreiung Österreichs. Zahlreiche sog. Partisanendenkmäler wurden in Südkärnten seit 1945 errichtet. So auch am erwähnten Perschmannhof.

Die nachfolgend einsetzende Medienkampagne war unvorstellbar. Tagelang wurde in den staatlich satt subventionierten elektronischen Medien und Printmedien aus allen Rohren geschossen. Besonders tat sich dabei ein kleinformatiges Blatt hervor, das die gesamte slowenisch-kärntnerische „Prominenz“ auffahren ließ, von Maja Haderlapp bis Bernhard Sadovnik, dem Globasnitzer Bürgermeister mit seiner Äußerung einer „Retraumatisierung“ usw. Auch der sattsam bekannte slowenische Rechtsanwalt Rudi Vouk wurde eingeschaltet. Alle Parteien wurden zu Stellungnahmen gedrängt, wobei sich erwartungsgemäß die Grünen besonders hervortaten mit ihrer Behauptung eines „inakzeptablen gedenkpolitischen Dammbruches“. Aber auch Rot und Pink setzten nach. Die Polizeiaussendung mit der Beschreibung des Einsatzes hingegen wurde kaum gebracht, schon gar nicht die blaue Stellungnahme. Sogar der slowenische Ex-Botschafter mit seiner unsachlichen Vorverurteilung sah sich zu einer offiziellen Demarche veranlaßt. Auch die Republik Slowenien schaltete sich mit der Forderung nach Aufklärung ein. Der Bundeskanzler bemühte sich um Beruhigung, das Innenministerium ebenfalls. Der Kärntner Landeshauptmann konnte sich nicht anders helfen, als bei einem sogenannten Runden Tisch nach einer Kommission zur totalen Aufarbeitung zu rufen. Die schon von früheren Anlässen her bekannte Zusammensetzung der Kommission läßt das Ergebnis erahnen. Ob sich der Landeshauptmann mit seiner Forderung nach Schutz von Gedenkstätten auch für jenen anderer denkmalgeschützter Objekten einsetzt, wird man sehen.

Auch das eine sportliche Leistung, in diesem überreifen Alter bis nach Dresden fünfzehn Jahre zurückzureisen, um die rechte Ilustration zum Sportartikel zu finden.

Der „Eckart” bebildert den Text nicht mit einem Foto des Peršmanhofs, nicht mit dem Gedenkraum, nicht mit den Namen der Ermordeten, nicht einmal mit einem Foto, das mit Österreich zu tun hat. Stattdessen zeigt er eine Straßenszene mit brennenden Müllcontainern, meterhohen Flammen, Vermummten in Schwarz. Das Foto stammt von einer Demonstration gegen einen Naziaufmarsch in Dresden-Neustadt, 13. Februar 2010. Es hat also nicht den geringstens Bezug zum Peršmanhof und auch nicht zu jenen Personen, die beim Bildungscamp im Juli teilgenommen hatten. Die Funktion der Illustration ist offensichtlich: Das Bild soll sagen „Antifa heißt brennende Straßen, Vermummte, Gewalt“. Es emotionalisiert und kriminalisiert. Es erzählt dem Publikum: Das da sind keine Menschen, die an ein Massaker erinnern. Das sind gewalttätige Krawallmacher. Diese visuelle Lüge liefert die Begleitmusik zu Burchharts Text.

Der Treuelied-Anstimmer und der Peršmanhof.
Stoppt die Rechten. 26. Oktober 2025.
Gelesen am 27. Jänner 2026.

Beim flinken Schreiben dieses Satzes

Ob sich der Landeshauptmann mit seiner Forderung nach Schutz von Gedenkstätten auch für jenen anderer denkmalgeschützter Objekten einsetzt, wird man sehen.

wird Dr. Bruno Burchhart sich wohl um das „Abwehrkämpfer Ehrenmal in St. Jakob im Rosental“ in erster Linie recht gesorgt haben, über das erst vor kurzem wieder, im Jänner 2026, unter der Schlagzeile

„Der braune Fleck – Das bekannteste Kriegerdenkmal in Kärnten hat eine dunkle Vergangenheit. Bis heute hängen dort Tafeln aus der Nazi-Zeit“ zu lesen war, in diesem Artikel er selbst erwähnt wurde, ein weiteres Mal sich als ausgezeichnet

Freilich wurde über das „Ehrenmal“ anders geschrieben, so hätte er selbst niemals wohl über das „Ehrenmal“ geschrieben, aber zu seinem und des „Ehrenmals“ Stolz hat er, sich damit selbst auszeichnend, auch sehr sportlich, darüber schon geschrieben, gesinnungsgemäß in „Der Kärntner – das patriotische Signal aus Kärnten. KHD Aktiv 1/2024“:

Das inmitten der Marktgemeinde St. Jakob i. Ros. stehende Abwehrkämpfer-Ehrenmal ist wieder einmal im Visier der slowenischen Minderheit. Mittels des neuen Vereines „Spunij se („Erinnere Dich“) – Denk a mol“ wird mit Hilfe des ORF eine Kampagne gestartet. Bemerkenswert ist, dass dabei in völlig unausgewogener einseitiger Bericht erstattung keinerlei andere Gesichtspunkte zur Sprache kommen. Ausgestrahlt werden nur die Ansichten der Angehörigen des slowenischen Vereines.

Ein Angriffspunkt der Angehörigen des oben genannten Vereines ist es, das Denkmal in die Nähe des Nazismus zu bringen. Zweifellos kann man heutzutage so alles in Verruf bringen, weil oft die Zusammenhänge verwischt werden. Das Denkmal wurde 1936/ 1937 von heimattreuen Kärntnern
erbaut und am 5.9.1937, also zur Zeit der durch die Vaterländische Front ausgeführten austrofaschistischen Diktatur eingeweiht.

Die Einweihung nahm der katholische Kaplan Franz Schicho vor. Eine immer wieder aufgestellte Behauptung, es wäre eine nazistische Feier gewesen, geht an den Tatsachen vorbei, dass eine nazistische Feier von der alleinherrschenden Vaterländischen Front niemals erlaubt worden wäre. Waren doch damals alle anderen Parteien (Sozialisten, Nationalsozialisten, Kommunisten) verboten. Dass unter den Denkmalerbauern und Teilnehmern an der Einweihung auch Anhänger dieser damals illegalen Parteien waren, ist anhand der Wahlergebnisse der letzten freien Wahlen von 1930 und den späteren Ereignissen zu schließen. Die Initiatoren des Denkmals waren alle Abwehrkämpfer in Kärntens schwerer Zeit von 1918 – 1920, die für Einheit und Freiheit Kärntens kämpften.

Dass in der Zeit nach dem sog. Anschluss vom März 1938 das Denkmal für die NS-Ideologie missbraucht wurde, ist unbestreitbar. Zumindest 1937 aber waren weder die Initiatoren noch die Teilnehmer der Einweihungsfeier in strafrechtliche Verfahren verwickelt und daher damals unbescholten. Was sie später evtl. angestellt haben sollten, ist für das Denkmal irrelevant.
Auch konnte Landesrat Ferlitsch keine „Nazi“-Regungen bei der Feier bemerken, wie er selbst
bekannt gab. Auch in den damaligen Tageszeitungen war davon keine Rede, ganz im Gegenteil wurde
auf den kärntnerischen Charakter des Denkmals und der Feier stets hingewiesen. Von einer nazistischen Feier kann also keine Rede sein. Die „Denk a mol“- Initiative will einen „neuen Kontext“ durch
führen und eine „neue Perspektive“ des Denkmals erreichen, der Bundesdenkmalbeamte des Landes will die angeblich belastete Geschichte des Denkmals aufarbeiten. Denkmal-Entfernungs-Forderungen, unwahre Sprüche, Faschismus-Anwürfe und Vermischung von Dingen, die mit dem Denkmal nichts zu tun haben, sind dabei nicht hilfreich. Das dient auch keineswegs dem friedlichen Zusammenleben der Bevölkerung. Auch der ORF täte gut daran, eine ausgewogene und objektive Berichterstattung im Sinne des Gesetzauftrages zu machen.

„Nobody is perfect“, heißt es in einem Film von einem, der vielleicht gerne in diesem schönen Kärnten seine Urlaube verbracht hätte, wenn er in Österreich hätte bleiben können, der in Österreich hätte bleiben müssen, denn er war in keine strafrechtlichen Verfahren verwickelt und unbescholten.

Bruno Burchhart sollte nicht so streng sein, der ORF bemüht sich doch um eine ausgewogene und objektive Berichterstattung im Sinne des Franz Dinghofer zum Beispiel …

Und ist nicht gerade der Obmann vom Kärntner Heimatdienst derart oft in den ORF geladen, zum Zweck der ausgewogenen und objektiven Berichterstattung, daß durchaus davon gesprochen werden könnte, er, der KHD-Obmann, sei der Sonderbeauftragte des gesamten Landes (nicht nur für Kärnten) Österreich für Ausgewogenheit und Objektivität …

Sportlich ist es auch, über Feste zu schreiben, noch dazu auf einer Burg, zu der doch ein Anstieg zu bewältigen ist, und der Sportlichkeit höchste Leistung von Bruno Burchhart dabei ist die An- oder Rückreise in die Zeit vor über zweihundert Jahren, in der es damals schon sportlich recht hoch herging, auf der Wartburg …

Eine sportliche Disziplin auf der Wartburg war das Bücherzielwerfen, von dem u. a. m. Heinrich Heine berichtet, dabei auch auf das Turnen zu sprechen kommt …

Das Turnen nach Jahn in Hallen nach wie vor die höchste sportliche Übung in diesem Land, und so ist es „gut heil“, ihm eine Festveranstaltung auszurichten, wie etwa am 31. Mai 2008 im „Haus des Sports Wien“ von ÖTB und Turngau Niederösterreich, und was wäre das für eine Sportveranstaltung ohne Bruno Burchhart gewesen, wohl eine dürftige. Schon bei den Grußworten muß Bruno Burchhart das gesinnungsgemäße Sportherz aufgegangen sein:

Der Gedanke der turnerisch verstandenen Leibesübungen dagegen ist seit 2 Jahrhunderten in unserem deutschen Volk lebendig. Er geht zurück auf Friedrich Ludwig Jahn, den oft zitierten und ebenso oft missverstandenen. Jahn ist nur aus seiner Zeit heraus zu verstehen.

Wir bevorzugen den Weg, der auf dem Boden unseres deutschen Volkes gewachsen und für viele andere Völker Muster und Vorbild geworden ist. Ich bin überzeugt, dass die zahlreichen Turnerinnen und Turner, sowie die in turnerischem Geist denkenden Verbände hier in der Prinz Eugenstrasse ein würdiges Fest begehen und sich wohl fühlen. So heiße ich alle Festteilnehmer bei dieser Festveranstaltung herzlich willkommen. Möge dieses Fest einen guten Verlauf nehmen und sich sein Geist nachhaltig auf die gute Entwicklung unserer Vereine und Verbände auswirken.

Gut Heil!

Helmut Fuchs
Obmann ÖTB Wien

Der Gedanke, die Lebenslinie von F.L. Jahn ist und bleibt aktuell. Um diese Aktualität zu erkennen muss man sich aber schon der Mühe hingeben das gesagte, getane und vorgelebte der Kleider der damaligen Zeit zu entledigen und mit dem Gewand der heutigen Zeit zu bemänteln. Der Inhalt ist derselbe – ja muss derselbe bleiben. Denn wäre er es nicht, so wäre er für die Menschen von heute, und somit auch für uns, wertlos.

Man muss sich stets bemühen, Jahn’s Aussagen in heute verständlichen Sätzen wieder zu geben. Die Festveranstaltung am 31. Mai 2008 hat genau dieses Ziel. Dieses Fest ist eine Antwort auf viele Fragen rund um Jahn und kann mannigfaltige Pulse für das Turnerleben geben.

In diesem Sinne wünsche ich allen Festteilnehmern und natürlich allen Turnerinnen und Turnern schöne und inhaltsreiche Stunden und ein herzliches Gut Heil.

Hermann Lang
Obmann Öerreichischer Turnerbund Turngau Niederösterreich

Der Österreichische Turnerbund sieht die Wurzeln seiner Verbandstätigkeit im Wirken von Friedrich Ludwig Jahn. Trotz seiner eigentlich kurzen öffentlichen Wirkungszeit – 1811 Eröffnung der Hasenheide und 1819 seine Verhaftung – gab er den Anstoß, dass sich daraus eine Turnbewegung
entwickelte, die im ÖTB aufbauend auf den zeitlosen Grundlagen seines Turnens bis heute weiterlebt.
Die Veranstaltung ist ein Achtungserweis an den Mann, der den Grundstein legte für die Art des
Turnens im ÖTB und der weltweit als der Schöpfer des Turnens der Neuzeit anerkannt ist. Den Vortragenden danke ich für die Bereitschaft ihrer Mitgestaltung. Den Veranstaltern, ÖTB Wien und Turngau Niederösterreich, gilt mein Dank für den damit gebotenen Bildungsbeitrag. Den Zuhörern wünsche ich eine zusätzliche Erweiterung der Kenntnisse über Friedrich Ludwig Jahn.

Gut Heil

Gerwin Braunbock
Bundesobmann

Ausgegangen war Jahn von dem in Deutschlands damals trübsten Tagen der Napoleon-Besetzung gegründeten patriotischen Geheimbund „Deutscher Bund“, dessen Satzung auch deutlich seine Handschrift trägt. Heißt es doch dort :“Zweck ist die Erhaltung des deutschen Volkes, Neubelebung der Deutschheit, Hinwirkung zur Einheit unseres zersplitterten Volkes“. Nicht nur reifte in Jahn schön langsam der Entschluß, das Turnen auch in dieser Richtung als Erziehungsstätte zu gründen, sondern im Auftrag dieses „Deutschen Bundes“ entwickelte er zusammen mit seinem Mitstreiter Friedrich Friesen einen studentischen Plan. Niedergelegt wurde dies in der bekannten Denkschrift mit dem Titel Ordnung und Einrichtung der deutschen Burschenschaften“. Man kann sich heute kaum mehr vorstellen, was für revolutionäre Erneuerungsideen, die vom betroffenen Studentenbereich mit Begeisterung aufgenommen wurden, darin enthalten waren. Wenn überhaupt, dann bestenfalls vergleichbar mit den jedoch zerstörerischen 1968er Unruhen. Jahn und Friesen aber riefen zur Erneuerung auf.

Jahn und die Studenten. Bruno Burchhart.

JAHN wörtlich
„Volkstümliche Denkmäler reden lange und laut; gegen ihre Sprache gibt es nur ein Mittel – Vertilgung.
Die Volkstumsdenkmäler stehen wie Urfelsen gegen Wogen: nur müssen es Prachtausgaben sein, wahre
Werke. Wer unser Herz angreift, erscheint uns als Erbfeind. Verbietet nur einer die Liebe, er gebietet sich allgemeinen Haß. Volkstümliche Heiligtümer können nicht ungestraft angetastet werden. Jedes Denkmal
ist ein Beispiel von Tat und Lohn.“

Festschrift zur Festveranstaltung. Mai 2008.

Gold und Brillanten erhielt

Für seine herausragenden Verdienste im Sportwesen erhielt Bruno Burchhart das Sportverdienstzeichen in Gold mit Brillanten. Seit über fünf Jahrzehnten ist er eine tragende Säule des Österreichischen Turnerbundes Landesverband St. Jakob im Rosental. Unter seiner Leitung wurden die vereinseigene Jahn-Turnhalle […]

er im Oktober 2025 und wenige Jahre schon zuvor Gold

ASVÖ-Kärnten-Präsident Dr. Christoph Schasché verleiht das Ehrenzeichen des ASVÖ in Gold an DTV-Ehrenobmann MR Dr. Bruno Burchhart

Mit einer beeindruckenden Feier beging der Deutsche Turnverein St. Jakob im Rosental in der vereinseigenen Jahn-Turnhalle seinen 100. Geburtstag.

Zunächst gab es eine würdige Kranz-Niederlegung am Jahn-Denkmal im Gedenken an den Turnvater, den Begründer des Turnens. Der Festakt begann mit dem Einmarsch der Turnerschaft in die fahnengeschmückte Halle und der Begrüßung der zahlreichen Gäste durch DTV-Obmann MMag. Martin Melinz und DTV-Ehrenobmann MR Dr. Bruno Burchhart. Dann zeigten die Turner ihr tolles Können: Flotte Line-Dance-Darbietungen rissen die Zuschauer in der vollen Halle immer wieder zu begeistertem Beifall hin, ebenso die ruhigeren Pilates-Vorführungen. Dr. Burchhart präsentierte anhand einer Bilder-Schau die imponierende Geschichte des Turnvereins: Besonders der zweimalige Bau einer eigenen Turnhalle, die Errichtung des Jahn-Denkmals und des DTV-Fitnesskurses inmitten der Gemeinde, aber auch die vielen Erfolge im Turnen, in der Leichtathletik, im Judo und Schifahren, ebenso wie die Kultur- und Brauchtums-Veranstaltungen sowie die Verleihung des Gemeinde-Wappens, zeigten das beeindruckende Wirken in 100 Jahren Vereinsgeschichte.

Den Abend ließen der Turnverein und seine Gäste bei der traditionellen Sonnwendfeier ausklingen.

und wohin nach Gold — gesinnungsgemäß zur Sonnwendfeier … Sportlich gefeiert wird recht oft, auch ohne Gold — Sonnwendfeier, Jul-Feier, und das nicht nur in Sankt Jakob …

Zu welchem Zweck ein Feuer auch immer gemacht wird, eines ist stets anzuzünden, ist es doch immer wieder schön, Flammen lodern zu sehen, verleiht es doch den um einem brennenden Holzstoß Stehenden ein erhellt ernstes Gesicht der Erhabenheit …

Nicht Gold und Brillanten, aber eine Auszeichnung ist es allemal,

Die befreundeten Burschenschaften Olympia Wien und Leder Leoben waren im November beim von der rechtsextremen Hamburger aB! Germania veranstalteten „Norddeutschen Heimatabend“ zu Gast bzw. hatten den Besuch desselben jedenfalls angekündigt.221 Der Wiener Olympe Bruno Burchhart sprach auf Einladung der AfD als „Experte in Volkstumsfragen“ im deutschen Bundestag über das deutsch-polnische Verhältnis.222 Umgekehrt hatten die Salzburger Gothen den AfD-Landesvorsitzenden des Saarlands (und Burschenschafter) Christian Wirth als Redner auf ihr 135. Stiftungsfest geladen.223

Ein Bericht verfasst von der Stiftung Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes
im Auftrag des Bundesministeriums für Inneres und des Bundesministeriums für Justiz. Wien, 2025
.
Gelesen am 27. Jänner 2026.

einen Eintrag zu erhalten, von einer Institution, der der heimatdienstliche Sonderkommissär für Ausgewogenheit und Objektivität am 26. Jänner 2026 in der Krone des österreichischen Qualitätsjournalismus seinerseits eine Auszeichnung

In dem am 22. Jänner 2026 präsentierten Bericht 2024 darf Bruno Burchhart sich über noch mehr Auszeichnungen freuen, seine Bedeutung bestätigt sehen.

Bruno Burchhart veröffentlichte einen Nachruf auf seinen Bundesbruder Sucher, mit dem das „nationale Lager in Österreich eine seiner prägendsten Persönlichkeiten“ verloren habe. Mit seinem „gewissen Einfluss auf die FPÖ“ und seiner „jahrzehntelangen Tätigkeit in der Deutschen Burschenschaft“ habe er sich große Verdienste erworben. Ohne ihn „hätte es die großen Kommerse in der Wiener Hofburg nicht mehr gegeben; auch die Weiterführung des WKR-Balles […] wurde durch Walter Sucher ermöglicht.“468 Damit spielt Burchhart auf den Umstand an, dass der jährliche Ball der völkischen Studentenverbindungen Wiens kurz vor dem Aus stand, bevor die Wiener FPÖ sich als offizielle Veranstalterin zur Verfügung stellte und ihm damit den Verbleib in der Hofburg sicherte. 2024 erlebte der Ball seine neunte Auflage als offiziell von den Wiener Freiheitlichen veranstalteter „Wiener Akademikerball“. Die Eröffnungsrede hielt Walter Rosenkranz (aB! Libertas Wien), der im Oktober zum Ersten Präsidenten des Österreichischen Nationalrats gewählt wurde.469 Der WKR selbst richtete erneut seine traditionelle Sonnwendfeier im Juni und seinen Kommers im November aus. Die „Salzburger wehrhaften Korporationen“ begingen zusammen mit dem Freiheitlichen Akademikerverband Salzburg einen Semester-Antrittskommers am 5. Oktober, als Festredner fungierte Heinrich Sickl (Mitglied der aB! Arminia Graz, Geschäftsführer der Freilich Medien GmbH und Vorsitzender des FAV Steiermark).470

In derselben Ausgabe erklärte Bruno Burchhart (aB! Olympia Wien) die Erfolge der NSDAP in Österreich mit der von dieser angeblich propagierten „Idee eines Nationalstaates“ und zog die von den Nationalsozialisten oktroyierte Volksabstimmung vom April 1938 heran, um eine gewisse Legitimität der NS-Herrschaft in Österreich zu suggerieren.524 Inserate empfängt Der Kärntner u. a. von der Stadt Klagenfurt und der FPÖ.525 Zu einem Symposium am 21. September in Klagenfurt/Celovec konnte der KHD u. a. den Historiker Lothar Höbelt, die freiheitliche Europaabgeordnete Elisabeth Dieringer-Granza und Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) begrüßen.526 Entgegen der relativen Mäßigung des KHD in jüngerer Vergangenheit zeigt der Kärntner Abwehrkämpferbund (KAB) sich weiterhin deutsch-völkischer Dogmatik verpflichtet.

Um den Ball in der Hofburg braucht es nun keine Sorgen gemacht zu werden, im goldenen Glanz erstrahlte schon 2025 weiter besonders, nicht nur durch den Präsidenten, sondern durch viele weitere illustre Personen,

Personen, die jeden Ball strahlen lassen, etwa auch den Polizeiball im Wiener Rathaus im Jahr ’25 …

Und vielleicht wird es schon auf dem Opernball am 12. Februar 2026 nicht mehr „Alles Walzer“, sondern „Alles Gold“ …

Und was die gesinnungsgemäße Deutung der Legitimität durch Bruno Burchhart betrifft, nun, dafür kann er nicht gescholten werden, ist er darein doch ganz in der Tradition der Kommerse, die es nicht nur beim Deuten belassen, sondern zum Umdeuten schreiten, so manch einer von ihnen die „positiven Leistungen“ hervorzustreichen weiß

Ein Historiker wie Lothar Höbelt weiß ebenfalls recht, der Deutung Gewicht zu verleihen.

Zum Akademikerverband,

zu Freilich, zu


Heinrich Sickl

braucht nur eines noch gesagt zu werden, ihre sportlichen Aktivitäten werden nun von einem Gitarrenspieler musikalisch unterlegt, wie beispielsweise zum Nikolo ’25 auf einem Schloß, deren angestammten und ihnen zustehenden Heimstätten, wie wohl von ihnen empfunden, eben Schlösser und Palais …

Der „relativen Mäßigung des KHD“, wie es im Bericht 2024 des Dokumentationsarchivs heißt, kann einiges abgewonnen werden, ist doch sein Obmann angetreten, aus dem Heimatdienst eine „NGO“ zu machen, und schreitet darein voran, wie die verabschiedete Resolution in der Jahreshauptversammlung vom 3. April 2025

eine „patriotische NGO“, und kann es etwas Gemäßigteres geben als eine NGO des Patriotismus?

Und so ist es nur recht, daß der patriotisch gemäßigte Obmann einer patriotisch gemäßigten NGO weiter im Fernsehen auftritt, auch im ersten Monat des Jahres ’26 im Fernsehen zahlreich zur Sache im öffentlich-rechtlichen Rundfunk, in den Privatfernsehanstalten … Über einen Patrioten sagt er am 27. Jänner im Heurigen: „Die regelbasierte Weltordnung ist vorbei.“

Und dazu mußte augenblicklich gedacht werden: Die österreichbasierte Ordnung der österreichischen Welt ist nicht vorbei, die österreichbasierte Ordnung hält stand und stand, eine uneinnahmbare Festung der Ordnung hoch in den Alpen, der ein turnerisches „Gut Heil!“ …

Wer mit so viel Gold, sogar Gold mit Brillanten, und Auszeichnungen überhäuft wird, wer so umtriebig ist, ist auch ein recht verdienter Bänkelsänger, der mit einem Lied

Der Begräbnisredner Dem „Eckart“, auf dessen Website Burchhart seinen Text veröffentlichte, attestiert das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands (DÖW) einen „ausgeprägte[n] Hang zu Verschwörungsphantasien, Rassismus, Antisemitismus und Geschichtsklitterung“, das Monatsblatt dient als Medium für völkisch-deutsche Identitätspolitik, geschichtsrevisionistische Erzählungen und Vernetzung nach rechts außen. Der Autor des Textes, Bruno Burchhart, zählt ebenfalls zu diesem Milieu. Er ist Mitglied der Burschenschaft Olympia. Und er ist jene Person, die beim Begräbnis des Olympen und ehemaligen FPÖ-Politikers Walter Sucher das Absingen des „uns von Max von Schenkendort geschenkte Treuelied[s]” (Burchhart beim Begräbnis) angeleitet hat – jenes Lied, das mit leicht verändertem Text als SS-Treuelied in die Geschichte einging und seither als „verbrannt“ gilt.

sportlich auf Reisen geht … Dies ist nicht das Lied, das am Grabe gesungen wurde,

Mein Gott, Walter

Es geht ein Lied auf Reisen
Geht auf die Reise zu mir
Der Wind bringt’s mir mit den Wolken
Und ich weiß, ’s kommt nur von dir

Es geht ein Lied auf Reisen
Das unsere Trennung beklagt
Und heißt’s auch, man soll niemals weinen
Kommt es vor, dass man gar nicht fragt

Es war so schön, an deiner Hand zu geh′n
Es war so schön, dich immer anzuseh’n
Uns schien sogar der Regen rosarot
Sind nun für uns all diese Wunder tot?

Es geht ein Lied auf Reisen
Du schickst’s rund um diese Welt
Ich wünsch mir, dass ’s schon heut Abend
Von dem Himmel auf meine Lippen fällt

Es geht ein Lied auf Reisen
Das Lied macht uns beiden klar
Wir brauchen keinen Rat kluger Leute
Dass wir uns lieben, ist ganz offenbar

und wenn sie dieses Reiselied am Grabe gesungen hätten, so hätten sie nicht das Original gesungen, denn im Original wird nicht von einem Lied, das auf Reisen geht, gesungen, sondern von einer Träne, und das kann von wackeren Männern nicht erwartet werden, offen ihre Tränen zu besingen, aber wenn sie es gesungen hätten, dann hätten sie es vielleicht so gesungen, ein Lied geht auf Reisen, mit einer inwendigen Träne, sentimental und schwermütig, nie mehr mit ihrem gesinnungsgemäßen Bruder Walter das Lied, das tatsächlich am Grabe gesungen ward, gemeinsam singen zu können, aber immer, das ihnen zum Troste, wenn sie seiner gedenken, das tatsächlich gesungene Lied anstimmen, wird er mit ihnen im Geiste es gewiß mitsingen, so treu wie sie ihm, so treu wird er ihnen bleiben.

Aber es geht weiter, es muß weitergehen, auch wenn einer im Liedreich fehlt, es muß weitergemacht werden, und es wird weitergemacht.

Schlesische Schüler zu Gast in Kärnten: Sprache, Musik, Geschichte

Mit einem großartigen Projekt unterstützten Idealisten aus Kärnten, dem südlichsten Bundesland der Republik Österreich, Schüler der deutschen Minderheit aus Schlesien.

So beginnt der Bericht von Bruno Burchhart im in Polen herausgegebenen Magazin „Neues Wochenblatt“ vom 27. August 2025 — „Idealisten“, wie „gut heil“ dieses Wort noch immer ist, es immer noch einen hellen Klang hat, und so kann Bruno Burchhart u. a. weiter berichten, wie großartig Idealistinnen …

Es war sehr beeindruckend, wie wohlwollend die Spitzen der Kärntner Volksvertreter diesem vorbildhaften Projekt gegenüberstanden. Einen so feierlichen Empfang einer Schülergruppe aus einem EU-Staat, wie ihn die schlesischen Schüler im Spiegelsaal der Kärntner Landesregierung erlebten, hat es in dieser Form höchst selten gegeben.

Der Kärntner Landeshauptmann (Ministerpräsident) Dr. Peter Kaiser zeigte sich von dem Auftritt der schlesischen Schüler in ihrer prachtvollen heimischen Tracht mit Liedern und Tänzen höchst angetan. Er freute sich, dass in dem heimatbewussten, weltoffenen Kärnten eine solche Begegnung im Sinne des Kulturaustausches im europäischen Geist stattfand, und lobte Dr. Burchhart für seinen steten Einsatz für Minderheiten in Europa. Ein positiver Nebeneffekt dieses freundlichen Empfanges war das große Echo in den bedeutenderen Medien des Landes sowie eine anerkennende Sendung über die Schlesier im Österreichischen Fernsehen. Das ist nicht alltäglich.

Auch der Zweithöchste im Land, der Präsident des Kärntner Landtages, Ing. Reinhart Rohr, empfing die Schlesier an einem besonderen Ort, dem berühmten Wappensaal des Landhauses. Dort sind in diesem herrlichen Renaissancebau nicht nur über 400 Wappen ehemaliger Kärntner Adliger malerisch festgehalten, sondern auch wesentliche Zeitpunkte historischer Ereignisse dokumentiert. Wie der Präsident betonte, gibt es zahlreiche Gemeinsamkeiten der Geschichte Schlesiens und Kärntens.

Eine weitere Verbindung ergab sich durch die Volksabstimmungen nach dem Ersten Weltkrieg: Die Schlesier stimmten mit über 59 % für den Verbleib bei Deutschland, die Kärntner mit dem gleichen Ergebnis für den Verbleib bei Österreich. Die weitere Entwicklung war unterschiedlich: Kärnten blieb frei und ungeteilt, Schlesien erlebte Schreckliches unter der kommunistischen Diktatur.

Gemeinsam mit heimischen Musikanten absolvierten die Schlesier eindrucksvolle Konzertauftritte in verschiedenen Orten. Begeistert wurden sie vom Publikum gefeiert, z. B. in Klagenfurt, wo sie mit dem weltweit auftretenden Chor der Sängerrunde Emmersdorf musizierten. Es kam zu gegenseitiger musikalischer Befruchtung: die schlesischen Schüler präsentierten Musik ihrer Heimat, die Emmersdorfer Lieder aus Kärnten. Ein perfekter Kulturaustausch.

Dr. Burchhart begrüßte die Jugend im Namen der Schlesiergruppe. Gemeinsames Singen, Spiele und Wettbewerbe führten schnell zu neuen Freundschaften. Schwimmen und Springen im Turnersee sowie ein Lagerfeuer rundeten den Tag ab. Es war ein unvergesslicher Tag.

Kärntens Schönheit erleben

Selbstverständlich wurden den Schlesiern auch die Schönheiten Kärntens gezeigt: Ausflüge zum Pyramidenkogel-Turm über dem Wörthersee, Wanderung zur Burg Hochosterwitz und Besuch des Abwehrkämpfer-Ehrenmals im Rosentaler St. Jakob. Geschichte und Natur wurden den Schülern anschaulich vermittelt.

So verging der Aufenthalt der Schülergruppe in Kärnten mit Begegnungen, Kulturaustausch und Sprachförderung viel zu schnell. Wehmütig wurde Abschied genommen, und das von Dr. Burchhart übergebene Schutzengelchen wurde als Erinnerung mitgenommen. Den Sponsoren – Österreichische Landsmannschaft, Deutsche Burschenschaft, Kärntner Heimatdienst und weiteren – wurde herzlicher Dank übermittelt. Ein baldiges Wiedersehen in Kärnten oder Schlesien wurde innigst gewünscht.

Landsmannschaft, Burschenschaft, Heimatdienst, ja, Mannen und Frauen des Idealismus sind nicht geizig, im Gegenteil, großzügig, wie auch diese Unterstützung des großartigen Projektes von Idealisten

Für shops of patriots wäre das doch ein hinzuzunehmendes Produkt „miga – make idealism great again“ als zu den Shirts etwa recht passende Schildkappe.

Vor fünf Jahren war die „Sängerunde Emmersdorf“

Warum ausgerechnet die unbedeutende Sängerrunde aus dem Norden Klagenfurts eine solche Feier ausrichtete, liegt in der Geschichte des Vereins begründet. Am 12. September 1920 kamen am Herzogstuhl rund 40.000 begeisterte Kärntner zusammen, um ein mächtiges Signal gegen die Teilung des Landes auszusenden. Die Emmersdorfer Sänger trugen damals zur musikalischen Umrahmung dieser Massenkundgebung maßgeblich bei. Darüber hinaus engagierten sie sich in den Wochen vor der Volksabstimmung intensiv für den Kärntner Heimatdienst, sodass die Probenarbeit deshalb eingestellt werden musste.

eine — und kaum fünf Jahre später, schreibt Bruno Burchhart, ein weltweit auftretender

So sportlich ist also Bruno Burchhart unterwegs, nicht nur werktags sondern auch sonntags, genauer, im „Sonntagsblatt“, in einer „ungardeutsche[n] Zeitschrift“;

es muß nicht ausgeführt werden, wie das am Sonntag im Blatt wirkt, es ist so wie es von ihm ausgezeichnet bekannt ist, einfach wie kurz gesagt: sportlich, gewiß, idealistisch, sicher …

Von einer sportlichen Leistung — da es „zahlreiche Gemeinsamkeiten der Geschichte Schlesiens und Kärntens“ — soll noch erzählt werden, von einer Brücke zwischen Schlesien und Kärnten, auf der Burchhart und Perkonig …

Nach der Volksabstimmung kehrte Steinacher nicht mehr in den angestammten Beruf zurück. Er wandte sein Know-how u.a. bei Volksabstimmungen in Oberschlesien und Tirol an, agierte im Ruhrgebiet als „Geheimagent“21 und knüpfte Kontakte zu sogenannten Schutzvereinen (Verein für das Deutschtum im Ausland/VDA,22 Deutscher Schulverein, Schutzverein Südmark23). Zu Pfingsten 1921 fand die Tagung des Deutschen Schutzbundes in Klagenfurt statt; laut Steinacher sei Perkonig dadurch „entscheidend auf wohl zwei Jahrzehnte beeinflußt worden“.24 Steinacher nahm Perkonig auf einige seiner Reisen mit – auch Johannes Lindner und Emil Lorenz waren gelegentlich dabei – ,25 „1921 nach Berlin und Oberschlesien und 1922 nach Ost- und Westpreußen“.26 1921/1922 erhielten sowohl Perkonig als auch Steinacher den Oberschlesischen Adler, Perkonig für seine Berichterstattung über die Vorgänge in Oberschlesien, Steinacher für die Organisation der dortigen Volksabstimmung.27 Steinacher verblieb in Deutschland, profilierte sich als „Volkstums“-Experte und stieg in der Weimarer Republik im Windschatten des aufstrebenden Nationalsozialismus die Karriereleiter hoch.

Nicht nur für Hans Steinacher brachte das Jahr 1933 einen Karrieresprung, auch für J. F. Perkonig begann mit der Installation der austrofaschistischen Diktatur eine Zeit des politischen und literarischen Aufstieges.

Nie wieder sollte der Autor von einem politischen System so hofiert werden wie vom Ständestaat. Das hielt ihn – wie viele andere – nicht davon ab, sowohl in politischer als auch in literarischer Hinsicht ein doppeltes Spiel zu treiben.43

Perkonigs Funktion im KHB wird in der Literatur nur am Rande erwähnt. Alle Darstellungen konzentrieren sich auf Alois Maier-Kaibitsch, unzweifelhaft der starke Mann im KHB. Doch ist Perkonigs Rolle als Obmann nicht zu unterschätzen. Vermutlich verdeckte seine (vorgebliche)
Verankerung im Austrofaschismus die nationalsozialistischen Aktivitäten des KHB. Unter Perkonigs „Schutz“ konnte Maier-Kaibitsch ungestört agieren. Seine Obmannschaft erfüllte – zumindest nach außen – eine ähnliche Funktion wie die Präsidentschaft Max Mells im Bund der deutschen Schriftsteller Österreichs.44 Schwer vorstellbar scheint, daß Perkonig über die internen Vorgänge im KHB nicht informiert war, zumal sein Freund Hans Steinacher entscheidend dazu beitrug, den Verein in eine von „nationalsozialistische[m] Geist getragene Organisation“45 umzugestalten. Im Nachkriegsprozeß gegen Alois Maier-Kaibitsch gab sich Perkonig jedenfalls naiv: Für den Kärntner Heimatbund gab es, wenn überhaupt Unterscheidungen gemacht wurden, nur sogenannte heimattreue Kärntner und andere, die an dem Gedanken der Untrennbarkeit des Landes nicht in dem gleichen Maße interressiert waren
[= „Windischentheorie“, KGS]. Da der Kärntner Heimatbund nur kärntnerisch eingestellt war, hat er zum Nationalsozialismus in keiner Weise Stellung genommen.46

Ab 1933/34 wurde aus dem KHB die „[b]edeutendste Tarnorganisation der verbotenen NSDAP“.47 Da der Verein nicht verboten war, diente er als Auffangbecken illegaler NS Formationen, ein Großteil der Aktivitäten lief über ihn. „In den dreißiger Jahren verstand sich der ‚Kärntner Heimatbund‘ […] als eine Art ‚Kampftruppe‘ aus Vertrauensmännern“,48 zu welchen offenbar auch Perkonig gehörte.

Für Perkonig deutete nach dem „Anschluß“ zunächst alles auf eine NS-Karriere hin: Er wurde Kommissar für Wiedergutmachung in einer eigens geschaffenen Abwicklungsstelle, die Ansuchen um finanzielle Entschädigung „für gesundheitlichen oder wirtschaftlichen Schaden in der Verbotszeit [der NSDAP, KGS]“ bearbeitete.55 Perkonigs wahre Interessen dürften aber eher auf literaturpolitischem Gebiet gelegen haben, vermutlich liebäugelte er mit der Funktion des Landesleiters der Reichsschrifttumskammer (RSK) Kärnten. Da Perkonig der bekannteste Schriftsteller Kärntens war, durchaus „Verdienste“ für den Nationalsozialismus vorweisen konnte, und die RSK Berlin bzw. das Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda (RMVP) nach Möglichkeit repräsentative Autoren heranzogen, durfte er sich berechtigte Hoffnungen machen. RSK-Landesleiter wurde überraschend einer von Perkonigs Mitstreitern aus den Tagen der Volksabstimmung, der Gymnasiallehrer und Lyriker Emil Lorenz. Perkonig blieb als Trostpflaster die Funktion eines Landesobmannes der Schriftsteller in der RSK.

Eine wichtige Voraussetzung für RSK-Leiterfunktionen bildete die Mitgliedschaft in der NSDAP,60 weshalb die Wahl von Lorenz plausibel erscheint, konnte er doch auf eine Mitgliedschaft seit 1933 verweisen.61 Die Vorgänge rund um Perkonigs NSDAP-Aufnahmeantrag bzw. die Ablehnung wegen seiner Zugehörigkeit zu Freimaurerlogen hat Klaus Amann beschrieben.62 Daß diese Mitgliedschaften nicht zwingend zu einer Ablehnung führen mußten, beweist der ähnlich gelagerte Fall des Autors Franz Karl Ginzkey.63 Ausschlaggebend dürfte bei Perkonig die strikte Ablehnung des Kärntner Gaugerichtes unter dem Vorsitz des einstigen Gauleiters Hugo Herzog gewesen sein. 64 Ein bezeichnendes Licht auf Perkonigs Aktivitäten rund um die angestrebte Aufnahme in die NSDAP wirft eine Bemerkung von Hans Gustl Kernmayr, damals Chefdramaturg der Wien-Film, der in seinen Memoiren berichtet, Perkonig sah sich um 1938 gezwungen, mich um eine Bestätigung zu bitten, daß er ein guter Nationalsozialist sei. Ich gab ihm diese Bestätigung, weil ich ihm helfen wollte.65

Dennoch konnte sich Perkonig nicht beklagen. Im Gegensatz zu Nußbaumers Behauptung, es habe „Erschwernisse und Hemmungen [gegeben], die seine schriftstellerische Arbeit beeinträchtigten“,66 blieb der Autor im Dritten Reich publizistisch und finanziell erfolgreich.67 Zwischen 1933 und 1944 lassen sich 15 Erstausgaben sowie zahlreiche Neuauflagen bereits publizierter Titel nachweisen. Allein 1943/1944, als wegen eklatanter Papierknappheit viele Werke nicht mehr gedruckt wurden, erschienen in neuer/neuen Auflage(n): „Der Schinderhannes“, „Auf dem Berge leben“68, „Der Guslaspieler“, „Honigraub oder Der Hügel Sankt Joseph“, „Kärnten, deutscher Süden“, „Nikolaus Tschinderle, Räuberhauptmann“, „Mein Herz ist im Hochland“, „Lopud, Insel der Helden“, „Die Fischer „, „Das Zauberbründl“, „Alpenland – Donauland“69, „Leichte Fracht“ sowie „Kärnten, Heimatland, Ahnenland“. Auf Empfehlungslisten des RMVP finden sich: „Honigraub oder Der Hügel Sankt Joseph“ (2x), „Nikolaus Tschinderle, Räuberhauptmann“ (2x), „Kärnten deutscher Süden“, „Ein Volk steht auf“ und „Lopud, Insel der Helden“. Ferner steht Perkonigs Name auf den Vorschlagslisten für Dichterlesungen des Werbe- und Beratungsamtes für das deutsche Schrifttum beim RMVP für 1939/40, 1940/41 und 1941/42. Darüber hinaus veröffentlichte er zahlreiche Beiträge in Zeitschriften und Anthologien.70

So gut wie unbekannt ist heute Perkonigs Filmarbeit, ab 1938 verfaßte er u.a. für die Wien-Film das Drehbuch zu „Krambambuli“ nach Marie von Ebner-Eschenbach. Für seine umfangreiche literarische bzw. literaturpolitische Tätigkeit genehmigte die Lehrerbildungsanstalt „Stundenreduktionen in den
Jahren 1940-1944″.71 Der Krieg „verhalf“ Perkonig schließlich doch noch zu einer repräsentativeren Position in der RSK. Ab Mitte 1940 vertrat er den zur Luftwaffe eingerückten Emil Lorenz, im folgenden Jahr wurde J. F. Perkonig zum stellvertretenden RSK-Landesleiter ernannt.72

Karin Gradwohl-Schlacher. Josef Friedrich Perkonig und Hans Steinacher.
Zwei Karrieren von der Kärntner Volksabstimmung bis in das Dritte Reich.
Gelesen am 28. Jänner 2026.

Sportlich auch diese auszuzeichnende Leistung von Bruno Burchhart:

Künder und Versöhner
Josef Friedrich Perkonig 1890–1959


Einen Wendepunkt nach der Heirat seiner Anny 1918 bedeutete der Einfall der Südslawen in sein geliebtes Heimatland: Er wurde zunächst als „Carinthiacus“ Kriegsberichter von den Fronten und dann bedeutender Propagandist des geistigen Abwehrkampfes mit seinem „Kärnten den Kärntnern“, so auch als Chefredakteur der Kärntner Landsmannschafts-Zeitung für die besetzte Unterkärntner Zone A. Mit Werken wie „Heimat in Not“ (1921), besonders aber in den berühmten „Patrioten“ (1951) beschreibt er den Freiheitskampf. Nachher stellte er sich dem KHD, später KHB (Kärntner Heimatbund) zur Verfügung, wo er anerkannter Förderer von Mundart, Lied, Volkstanz und Brauchtum war. Erstmals gelang ihm die dichterische Beschreibung Kärntens in „Kärnten-Heimatland, Ahnenland“ (1923), mit der Erzählung der herrlichen Landschafts-, Geschichts-, Sagen und Brauchtumswelt. „Dorf im Acker“
(1926) und „Bergsegen“ (1928), sein damals Bekanntestes, fließen aus seiner Feder.

Vom Ständestaat hofiert, wurde er zum Landtagsabgeordneten für Kunst ernannt, auch Volkspolitischer Referent der Vaterländischen Front, erhielt Preise, wie den Österreichischen Staatspreis für Literatur. Nach 1938 dichtet er wie viele seiner Generation weiter und publizierte, was man ihm realistischerweise
wohl nicht verübeln kann. Sicher haben die Damaligen sich seiner Berühmtheit bedient mit der Neuauflage vieler Werke wie „Schinderhannes“, „Guslaspieler“ u.a.m. – „Verherrlicht“ hat er niemanden. Eine Parteimitgliedschaft wurde ihm ja verwehrt, sein „Mensch wie Du und ich“ sogar verboten. Mannhaft hat er sich auch gegen die Slowenen-Aussiedlung gegenüber den Machthabern ausgesprochen. Nach den vielen Erlebnissen dieser Zeiten ist in der Nachkriegszeit eine neue Fassette in seinem Schaffen und Denken zu bemerken: Durch die Beschäftigung mit seiner Kindheit im „gemischtsprachigen“ Gebiet in seinem „Morgenlicht“ (1948) wird er sich bewusst, dass er in sich den Germanen grübeln und den Slawen träumen spürt. In seinen Essays „Zwei Zungen“ und „Kärntner Slowene“ lässt er Versöhnlichkeit und Anerkennung anklingen. Eine immerhin erstaunliche Entwicklung. Er bekennt: Als ein Dichter des deutschen Grenzlandes weiß ich wohl, daß ich für
mein Volk auf Vorposten stehe, daß ich ein Vermittler sein muß von hüben und drüben. Aus dieser Einstellung heraus weiß er eben auch das andere zu schätzen. Verbindungen sucht er und erhält Wertschätzung, z. B. durch die Übersetzung von seinem „Honigraub“ ins Slowenische durch Drago Druškovič. In seinem umfangreichen Œuvre findet sich noch: Musikalisches in seinem Haydn-Essay,
Kulturelles in vielen Radio-Sendungen und Hörspielen, Filme-Schaffung wie Ebner-Eschenbach’s „Krambambuli“, usw. Jetzt erfährt er auch in einem demokratischen Staat die ihm zustehenden
Ehrungen: Er wird Ehrenbürger von Ferlach und Klagenfurt, erhält Preise und Auszeichnungen. Nach seinem Hinscheiden vom 8. Feber 1959 wird er in einem Ehrengrab beigesetzt.

Dr. Bruno Burchhart. Künder und Versöhner. Die Brücke. Nr. 94 · Februar 09.
Herausgeber, Medieninhaber und Copyright sowie Verantwortlicher Redakteur
Kulturabteilung des Landes Kärnten Mag. Günther M. Trauhsnig
Redaktionelle Mitarbeiter dieser Ausgabe:
Peter Baum, Bruno Burchhart, Mona Decker-Mathes, Brigitte
Entner, Stefanie Grüssl, Daniela Hättich, Michael Herzog, Otto
Kapfinger, Geraldine Klever, Ingeborg Kofler, Helmut Christian
Mayer, Astrid Meyer, Mario Rausch, Arnulf Rohsmann, Marion
Schaschl, Ilse Schneider, Jozej Strutz, Günther M. Trauhsnig,
Slobodan Zakula.
Gelesen am 29. Jänner 2026.


Während des Ständestaates war er Klagenfurter Gemeinderat sowie Vertreter für Wissenschaft und Kunst im Ständischen Landtag, doch als Volkspolitischer Referent auch schon Verbindungsmann für die Nationalsozialisten. Während des NS-Regimes übte er bis Ende 1941 das Amt eines stellvertretenden Landesleiters der Reichsschrifttumskammer aus. Sein erster Antrag um Aufnahme in die NSDAP vom 25. Juli 1938 wurde jedoch vom Gaugericht Kärnten am 23. Mai 1939 wegen seiner Mitgliedschaft zur Freimaurerloge Paracelsus abgelehnt (erst 1941 erfolgte nach mehrfachen Interventionen seine Aufnahme). Zum Landesobmann für Schriftsteller im Gau Kärnten wurde Perkonig 1939 trotz einiger Bedenken der NSDAP-Stellen „wegen der nur wenigen Schriftsteller in Kärnten, die für dieses Amt in Frage kommen“, ernannt. Nach 1945 passte er sich sofort den neuen politischen Gegebenheiten an und arrangierte sich durch Förderung der Slowenen mit dem neuen System. Perkonig ist ein Beispiel dafür, wie man unter Umständen aus der spezifischen Volkstumssituation des Grenzlandes, aus welcher er stammte, eine effiziente, aus heutiger Sicht moralisch fragwürdige Erfolgsstrategie entwickeln konnte.

https://www.klagenfurt.at/stadtinfo/geschichte-persoenlichkeiten/ehrengraeber#c4659.
Friedhof Annabichl – Kapellengruft XIII/SW/6.
http://www.klagenfurt.at/ ist die Internet-Präsentation der Kärntner Landeshauptstadt.
Medieninhaberin, Herausgeberin und Koordination:
Magistrat der Landeshauptstadt Klagenfurt am Wörthersee.
Gelesen am 29. Jänner 2026.

So viel sportliche Tat ist nur mit Gold, Gold und Brillanten zu belohnen.

Was der eine, Perkonig, für überall in Worte goß, schlug der andere, Kerndle, allein für Sankt Jakob im Rosental in Stein: Arbeiter, Soldat, Bauer, Handwerker

Josef Friedrich Perkonig, einer der Sportlichsten, der damals auch auf dem Gipfel der Dichtung in Pürgg war, und manche werden sich heute nach pürggerischen Gipfeldichterwochen sehnen, was waren das doch für olympische Wochen der Dichtung, mit einer Christine Lavant …

NS Für so viel Tat der gesinnungsgemäß sportlichsten Art verdiente auch Bruno Burchhart eine Festschrift. Was wäre ein recht besserer Anlaß, ihm eine Festschrift nachträglich zur Verleihung des Sportverdienstzeichens durch das Land Kärnten zu widmen?

Es muß eingestanden werden, nicht das Geschick zu haben, eine solche Festschrift ihm schreiben zu können, aber einen Beitrag zu leisten, das soll nicht verweigert sein, vielleicht motiviert der Vorschlag,

wie der Umschlag einer solchen Festschrift gestaltet sein könnte, zum Idealismus Gerufene, eine Festschrift für einen Idealisten wie Bruno Burchhart anzugehen.

Es war Kerndle und nicht Lerch‘

Der „Falter“ bringt in seiner Ausgabe vom 20. Jänner 2026 einen Artikel über ein Denkmal, und das ist sensationell:

„Der braune Fleck
Das bekannteste Kriegerdenkmal in Kärnten hat eine dunkle Vergangenheit. Bis heute hängen dort Tafeln aus der Nazi-Zeit“

und schon im dritten Absatz stellt Jürgen Klatzer in seinem Bericht erkenntnisreich fest und klar:

„Also doch. Es waren die Nazis.“

Es war Kerndle und nicht Lerch‘.

Karl Maria Kerndle wird von Jürgen Klatzer in der Ausgabe 4/26 der Wochenzeitung „Falter“ nicht erwähnt.

Dieses Abwehrkampf-Denkmal befindet sich an der Rosentaler Straße in St. Jakob. Die Gedächtnisstätte wurde 1937 nach Entwurf von Karl Maria Kerndle erbaut . Über Stufen erreicht man eine offene Gedenkhalle, im Inneren befinden sich fünf in Stein gemeißelte, bewaffnete Männer (Handwerker, Bauer, Soldat, Arbeiter und Bürger) sowie Namenstafeln der Gefallenen.

Kriegergedächtnisstätte. Mein Bezirk. 1. Juli 2018

Jürgen Klatzer und der „Falter“ halten es wohl für keine mitteilenswerte Information, daß das Denkmal nach einem „Entwurf von Karl Maria Kerndle erbaut“ wurde. Karl Maria Kerndle nicht zu erwähnen, ach, wie unwesentlich, wessen Entwurf umgesetzt wurde, das erinnert an das Denkmal in Wien auf dem KL-Platz, das in diesem Jahr 2026 gesäubert und herausgeputzt wird —

auch bei diesem Mal dreht sich stets alles um den Bürgermeister und nicht um den Denkmalschöpfer —,

selbstverständlich wird nicht Karl Lueger gesäubert und herausgeputzt,

das wäre auch ungehörig, einen Antisemiten zu säubern und herauszuputzen, der wird, wie es ihm gebührt, um 3,5 Grad gekippt in diesem Jahr 2026,

herausgeputzt und gesäubert wird der sich in das Denkmal zum fortwährenden Ehrenglanz selbst gemeißelte Josef Müllner, nach dessen Entwurf

„Handwerker, Bauer, Soldat, Arbeiter und Bürger“ zeigt Karl Maria Kerndle und Josef Müllner u. a.: „Arbeiter“, „Landarbeiter“ und sich selbst als Bürger oder als Künstler oder als bürgerlicher Künstler mit einem Ausdruck, als trüge er einen ihm verliehenen Stolzeskranz auf dem Haupt, jedenfalls nicht als Nationalsozialist.

Es erinnert auch an einen Mauerspruch auf der Wieden, über den vor einigen Jahren im „Falter“ zu lesen war, selbstverständlich nicht mit einer reißerischen Schlagzeile, die lauten hätte können: Es war Hitler.

Sensationell war es dennoch, was der „Falter“ zu berichten wußte. Nur. Es war Krupp und nicht Hitler.

Damals war bereits die Rede von einer Kontextualisierung dieses Wandspruches, wie in einem Kapitel vor fünf Jahren geschrieben wurde, das passierte bis heute, 26. Jänner 2026, nicht, wie die Aufnahme des Mauerspruchs vom heutigen Tag zeigt. Im August 2025 gab es auf der Website des öffentlich-rechtlichen Rundsfunks einen Bericht …

NS-Wandbilder vielerorts noch sichtbar
Lösung nur mit Hauseigentümer
Auch ein Relief in der Faulmanngasse in der Nähe des Naschmarkts findet sich darin. Das Zitat „Es gibt nur einen Adel, den Adel der Arbeit“ könnte auch aus der Zeit des Roten Wien stammen, tatsächlich haben sich die Nazis das Zitat zu eigen gemacht, sagt Arnold. „Wir wissen auch, darüber stand höchstwahrscheinlich Adolf Hitler.“ Der Verweis auf Hitler wurde in den Nachkriegsjahren entfernt. Das Wandbild ist auch der Stadt bereits bekannt. „Es gibt bereits einen Text für eine Zusatztafel. Die Abstimmungen mit dem Hausbesitzer konnten leider bisher nicht abgeschlossen werden. (…) Wandgebundene Kunstwerke unterliegen grundsätzlich der Verantwortung der jeweiligen Hauseigentümer*innen und Gebäudeverwaltungen. Die Entscheidung über Zusatztafeln muss daher auf dieser Seite getroffen werden“, heißt es in einer Stellungnahme von Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler (SPÖ).

Wien ORF. 16. August 2025.

Es könnte gesagt werden, ein Fortschritt, es wird wenigstens nicht mehr davon gesprochen und geschrieben, es wäre ein Spruch des Österreichers, sondern die „Nazis“ hätten sich „das Zitat zu eigen gemacht“. Wenn es um Nationalsozialismus geht, sind Unterstellungen aber sofort bei der Hand, so auch in diesem Fall, wenn — aus welchem zu rechtfertigenden Grund und auf welcher Basis? — spekulativ unterstellt wird, das Zitat „könnte auch aus der Zeit des Roten Wien stammen“ …

Aber das paßt in die Zeit der forcierten Unterstellungen, alle seien Nazis, die anderen seien Faschistinnen, nur Faschisten oder Nazissen selbst nicht … Soweit ist es also noch nicht, daß statt einer spekulativen Unterstellung einfach wie kurz gesagt wird: Es war Krupp.

Es war Krupp. Es war ein Industrieller. Es war ein Industrieller des militärisch-industriellen Komplexes, dem, mit einem aktuellen Blick, wieder eimal auch in Österreich die Wehrpflicht zum größten Gewinnzuschanzungsvorteil

Zutreffender und genauer als von dem militärisch-industriellen Komplex zu sprechen ist es wohl, vom industriell-militärischen Komplex zu sprechen, denn, was kommt zuerst, zuerst kommt die Industrie und dann das Militär …

Um es einmal noch einfach wie kurz zu sagen: Es war Krupp aus dem industriell-militärischen Komplex …

In Wien wird weit hinter Villach zurückgeblieben, in Villach ist die, wie es so modern heißt, Kontextualisierung längst abgeschlossen, das kirchliche „Kriegerdenkmal“ von Karl Maria Kerndle klar und unmißverständlich in eine für Österreich geziemende Erinnerungskultur eingepaßt …

In Klagenfurt schmerzt, wenn Tafeln für einen Moment eine Seele unterstellt werden darf, den Tafeln im Landhaus es wohl recht, nach wie vor keine Kontextualisierung erfahren zu dürfen.

Kärnten, kein schöner Land, es braucht nur ein Blick in einen „Reiseführer“ geworfen zu werden, um der Herrlichkeit dieses Landes ansichtig zu werden, wie es etwa Walter M. Weiss beschreibt, den seinen „Führer“ nicht der von Jürgen Klatzer erwähnte „Eckart“

[…] etwa Bruno Burchhart, ein älterer Herr mit grauem Henriquatre-Bart. Er ist die lokale Größe des Abwehrkämpferbundes und schreibt für das ausländerfeindliche Magazin Der Eckart [..,]

verlegt, sondern „Dumont“, in dem so gut und ehrlich und gültig beispielsweise die Fresken von Thomas von Villach …

„[F]ür das ausländerfeindliche Magazin Der Eckart„, wie schnell und leichtfertig das doch hingeschrieben ist, Jürgen Klatzer hätte sich vielleicht vorab beim Franz-Dinghofer-Institut, der ehrenwerte Nationalratspräsident hätte ihm wohl recht gerne einen Kontakt hergestellt, informieren sollen,

was für ein ehrenwertes Magazin Der Eckart ist, dieses mit der Franz-Dinghofer-Medaille ausgezeichnete Magazin,

so ehrenwert wie eben alle Dinghofer-Ausgezeichneten vom ehemaligen Justizminister bis zum Stocker herauf im November 2025 …

Für Franz Dinghofer und zum Anlaß der Auszeichnungen greift der ehrenwerte Präsident selbst recht kundig zur Gitarre.

Und in welchem schönen Land spielt der ehrenwerte Präsident schön auf? In Kärnten.

In Kärnten zur Gitarre zu greifen, dabei gar von einem Geiger noch begleitet zu werden, wo als in Kärnten könnte es je erhebender sein,

in einem Land, in dem die Jugend noch weiß, Gedichte aufzuzusagen, Gedichte von der tiefergreifendsten Art,

Gedichte, von denen nicht wenige in größter gesinnungsgemäßer Rührung meinen, das Land selbst habe diese den Menschen zum Eingedenk aus seinem Boden sprießen …

Anruf bei Bürgermeister Guntram Perdacher (SPÖ). Das Denkmal, sagt er, solle in den Zustand von 1937 zurückgeführt werden. Heißt: Die Tafeln müssen weg. Wann? Unklar. Der Antrag sei bereits gestellt worden. Nachsatz: „Für mich ist nicht das Wichtigste, was der Abwehrkämpferbund will, sondern was das Denkmalamt empfiehlt.“

Das ist auch im Artikel von Jürgen Klatzer zu lesen.

Das Denkmal „solle in den Zustand von 1937 zurückgeführt werden.“

Wie würde das Karl Maria Kerndle wohl recht freuen, könnte er das noch erleben, das Denkmal auf seinen Entwurf zurückgeführt, sein Denkmal wiederhergestellt, wie ehedem, in seinem Sinne. Wahrscheinlich würde er seine Freude darüber nicht polternd zum Ausdruck bringen, vielleicht nur still für sich, zurückgezogen, wie es für einen feinen Menschen, „für einen Bürger, für einen bürgerlichen Künstler, für einen sensiblen Maler von Blumen in deutscher Zeit zur Erbauung, der er wohl gewesen sein wird, wie es nach der Beschreibung auf der Website „Krumpendorfchronik – Persönlichkeiten“ vermutet werden darf, und es wäre ihm, darf hinzugefügt werden, vergönnt, daß das Denkmal in seinen Zustand von 1937 zurückgeführt werde, denn, was hatte dieser Mann nicht alles zu ertragen gehabt: „schlechte Wirtschaftslage“, wohl nicht nur einen „Schicksalsschlag“, und was hatte dieser Mann wohl schwer zu kämpfen gehabt, um die „finanzielle Situation der Familie“ …

Karl Maria Kerndle
(*13.9.1882, +1.3.1957)
Kerndle galt als einer der begabtesten Schüler des Architekten Otto Wagner. Er kam mit seiner Frau 1920 nach Krumpendorf, wo er bis zu seinem Tod wohnhaft war. Er plante auch in Krumpendorf mehrere Objekte wie sein eigenes, rundes Wohnhaus am Lorbeersteig, das eine herausragende Stellung in seinem architektonischen Schaffen einnimmt.

Kerndle bekam bei einem Wettbewerb den ersten Preis und somit den Auftrag zur Gestaltung eines Kriegerdenkmals in Villach, für das er auch die bildhauerische Arbeit durchführte. Es wurde 1918-1924 geschaffen. Es hat die Form einer monumentalen Schwertspitze und befindet sich an der Südseite der Stadtpfarrkirche.

Aufgrund der schlechten Wirtschaftslage nach dem Krieg und vermutlich auch auf Wunsch seiner Frau übersiedelte die Familie Kerndle 1920 nach Krumpendorf. Die Familie wohnte damals in der Villa Kutternig an der Hauptstraße. Kerndle und seine Frau gründeten inspiriert durch die „Wiener Werkstätten“ die „Kärntner Werkkunst“ in Klagenfurt. Sie befassten sich vor allem mit der Erzeugung und Ausfuhr kunstgewerblicher Textilien.

Aus finanziellen Gründen arbeitete Kerndle auch als Zeichenlehrer am Klagenfurter Realgymnasium und ab 1926 an der Fortbildungsschule, der heutigen Berufsschule.

Er war aktives Mitglied im „Kunstverein Kärnten“ und damit auch an zahlreichen Ausstellungen im „Künstlerhaus“ beteiligt. Ende der 1920er und Anfang der 1930er Jahre bekam Kerndle mehre größere Architekturaufträge in Radenthein, Klagenfurt und Villach. Die finanzielle Situation der Familie verbesserte sich. Ende der 1930er Jahre wird Kerndle Schulleiter an der Klagenfurter Berufsschule. Ende 1943 trat er die Nachfolge des zum Wehrdienst eingerückten Leiters der „Meisterschule des deutschen Handwerks“ an. Diese Meisterschule war während des Krieges in der „Festung“ in Klagenfurt in der Nähe der Bahntrasse nach Villach untergebracht.

Nach Kriegsende zog sich Kerndle, der aktives Mitglied der NSDAP war, aus dem öffentlichen Leben zurück. In Krumpendorf realisierte er nur noch das Badehaus Obid am Koschatweg. Finanzielle Gründe zwangen ihn, die Wohnung im zweiten Stock seines Hauses zu vermieten. Seine Frau Frieda verstarb Ende der 1940er Jahre. Durch diesen Schicksalsschlag schwer getroffen verbrachte Kerndle die letzten Jahre seines Lebens zurückgezogen in seinem Hause. Er starb am 1.3.1957 in Krumpendorf.

Krumpendorfchronik. Persönlichkeiten. Gelesen am 26. Jänner 2026.


In Kärnten bekannt wurde Kerndle 1923 zunächst als Bildhauer durch die Planung und Ausführung des Kriegerdenkmals an der Südseite des Turms der Stadtpfarrkirche St.Jakob, Villach, Kirchplatz 9 und 12, dessen Anlage bereits frühe faschistoide Züge aufweist. Weitere Kriegerdenkmäler lassen Einflüsse des nationalsozialistischen Gedankenguts erkennen.

Kerndle war aktives Mitglied zahlreicher Architekten- und Künstlerverbände und beteiligte sich zudem an etlichen Ausstellungen.

Um 1930 erhielt Kerndle etliche größere private Bauaufträge, wobei er in einigen Fällen auch an der Inneneinrichtung im Sinne der „Wiener Werkstätte“ beteiligt war. Etwa zur gleichen Zeit wurde er zum Schulleiter der Berufsschule Klagenfurt ernannt und wandte sich ab 1938 mehr dem Kunstgewerbe und der Lehre zu. 1943 folgte die Ernennung zum Leiter der Meisterschule des Deutschen Handwerks in Klagenfurt.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs zog sich Kerndle bedingt durch aktive Zugehörigkeit zur NSDAP fast völlig aus dem Architekturgeschehen in Kärnten zurück und war nur mehr als Maler tätig. Kerndle starb im 75.Lebensjahr in Krumpendorf.

Architekturlexikon. Architekturzentrum Wien. Zuletzt geändert am 10.04.2008.
Gelesen am 26. Jänner 2026.

Wehrpflichtige Jugend, im Haus der Industrie

Für das militärische Morden und Ermordet-Werden ist ein Stimmrecht, eine Gleichberechtigung das Hinderlichte, das gedacht werden kann. Ein Stimmrecht, eine Gleichberechtigung ist soher in allem zu unterbinden, und das schon dann, wenn es nur um die Frage geht, ob der Wehrdienst verlängert werden soll oder nicht. Und wenn Stimmrecht und Gleichberechtigung der Jugend unterbunden, kostet eine Geste der Großzügkeit bloß einen Apfel und Ei, auch der Jugend zu erlauben, etwas zu sagen, in einer Kommission, deren Vorsitz ein in wenigen Monaten siebzig Jahre alter Mann der Wirtschaft und Industrie …

Mag. Dr. Walter Feichtinger, ein ebenfalls in diesem Jahr 70 Jahre werdender Mann, sprach in „Klartext“ am 21. Jänner 2026 im öffentlich-rechtlichen Rundfunk Österreichs nicht stolz von einer Geste der Großzügigkeit, aber vom „Ansinnen im Kommissionsvorsitz“, „daß man alle Stimmen hört, auch die Jugend ganz besonders hört“ — was für ein Ansinnen, ein solches kann ein jeder Mensch für sich nur als hehres Ansinnen empfinden.

In dieser Sendung auf „Österreich 1“ wurde er vorgestellt als „Militärexperte und Mitglied der Wehrdienstkommission“ —

Walter Feichtinger, „Brigadier i. R.“, also ein nicht mehr aktiver Militär, ein Pensionist, sagte in dieser Sendung:

Ich glaube, ich kann dazu etwas sagen, und zwar, die Kommission hat sich zusammengesetzt aus 23 Mitgliedern, zehn davon stimmberechtigt, dreizehn beratende Funktion. Und es war ein großes Ansinnen von Anfang an, im Kommissionsvorsitz, daß man alle Stimmen hört, auch die Jugend ganz besonders hört, und Sie haben sich auch sehr stark zu Wort gemeldet. Und wir haben das als sehr positiv empfunden, damit wir wirklich alles hören, was auf den Tisch kommt. Es ist nur so, am Ende des Tages kann man zwar viele Stellungnahmen einholen, aber es muß ja in der Sache etwas weitergehen, d. h., es ist Substanz aufzubauen. Und wenn Sie sagen, das war zu erwarten, kann ich auch sagen, ja, das war vermutlich zu erwarten, weil der bisherige Status einfach unbefriedigend ist. Aber es war sehr wertvoll, Sie dabei zu haben, genauso wie Vertreter der Wirtschaft und vom Zivildienst und allen möglichen Stellen, damit man hier ein breites Spektrum hat. Und ich hatte den Eindruck, nach einer gewissen Zeit, daß hier wirklich eine gewisse Aufbruchstimmung herrscht, ein Geist der Veränderung. Nicht von ungefähr hat es am Ende dann einen großen Konsens gegeben, bei der Verabschiedung. Zur politischen Debatte vielleicht nur der Hinweis. Es gab gestern abend den 13. Tag der Wehrpflicht. Der ist eingeführt worden, damals, als es diese Volksbefragung gegeben hat, und aus diesem Anlaß ist der etabliert worden. Und gestern war dort nicht nur der Herr Hameseder, der die Ergebnisse der Kommission vorgestellt hat, sondern es waren die Wehrsprecher der im Parlament vertreteten Parteiein eingeladen und waren am Podium. Da war schon sehr interessant zu hören, daß unisono eigentlich einerseits das Ergebnis oder die seriöse Arbeit begrüßt wurde, und andererseits hier, zumindest unter diesen, ein Konsens geherrscht hat, daß man in die Sache hineingeht, in eine rasche Debatte hineingeht. Natürlich in den Parteizentralen wird es ein bißchen anders ausschauen.

Das war die unmittelbare Antwort von einem pensionierten Militär, von einem mit Wehrdienst und Wehrpflicht in Ruhe gelassenen Mann, dem stellvertretenden Vorsitzenden der Wehrdienstkommission, in der Sendung auf das von Anna Schwabegger von der Bundesjugendvertretung Gesagte:

Moderator: Ich möchte noch einmal auf diese Kommission zu sprechen kommen, Frau Schwabegger, Sie als Vertreterin der Bundesjugendvertretung waren dort und sind dort auch am Tisch gesessen, allerdings ohne Stimmrecht. Ist da aus Ihrer Sicht, nach Ihrem Gefühl, über Ihren Kopf, über die Jugend hinweg entschieden worden?

Anna Schwabegger: Also wenn man sich die Zusammensetzung der Kommission und speziell der stimmberechtigten Mitglieder anschaut, war von Anfang klar, daß eine Verlängerung empfohlen wird, von diesen stimmberechtigten Mitgliedern. Und das sehen wir natürlich sehr kritisch, weil wir grundsätzlich nicht gleichberechtigt am Tisch waren und nicht gleichberechtigt in die Diskussion einbezogen waren und die Stimmergebnisse nicht beeinflußen konnten.

Moderator: Herr Feichtinger, können Sie dazu etwas sagen, können Sie dazu etwas entgegnen?

Menschgemäß ist das eine „seriöse Arbeit“: „auch die Jugend ganz besonders hört“, ist doch die Jugend ganz besonders, mehr, ausschließlich davon betroffen, ist nur die Jugend zu treffen, „und wir haben das als sehr positiv empfunden“, das macht schließlich eine „seriöse Arbeit“ aus, zeichnet eine „seriöse Arbeit“ erst als „seriöse Arbeit“ aus, daß diese hervorbringt, „was zu erwarten [war]“. Seriöser kann keine Arbeit als wertvoll empfunden sein, so sehr positiv kann eine Arbeit sein, die Jugend ganz besonders zu hören, und dann die Arbeit zum erwarteten Ergebnis führen …

Die Verteidigungsministerin Klaudia Tanner von der ÖVP hat sich erstaunlich offen schon festgelegt, die verpflichtenden Milizübungen sollen zu mindest kommen, was eine Verlängerung des Wehrdienstes bedeuten würde [Moderator].

Der von der Verteidigungsministerin im Juni 2025 eingesetzte Wehrdienstkommission zur Aufnahme ihrer seriösen Arbeit ging bereits die seriöse Arbeit der Verteidigungsministerin voraus, denn bereits im März 2025 kam Klaudia Tanner in ihrer seriösen Arbeit zur Erkenntnis:

Jedenfalls notwendig ist, dass mehr ­geübt wird.

Für das militärische Morden und Ermordet-Werden ist die Wehrpflicht, wie es seit so vielen Kriegen gewußt wird, aus so vielen Kriegen bekannt ist, das Üben die unumgänglichste Voraussetzung, die gedacht werden kann — die Übung macht die wehrpflichtige Meisterin, und was für wehrpflichtige Meister macht erst eine verlängerte Übung

Der mit Übungen in Ruhe gelassene Rentier verwies in dieser Sendung auf den „XIII. Tag der Wehrpflicht“, den Ort, an dem am 20. Jänner 2026 der 13. Tag abgehalten wurde, erwähnt Walter Feichtinger nicht.

Es war im „Haus der Industrie“.

Kann es je einen geeigneteren und ausgezeichneteren Ort für die Präsentation der Ergebnisse der seriösen Arbeit durch einen bald siebzigjährigen Mann der Wirtschaft und Industrie geben als das Haus der Industrie?

Vom Haus der Industrie auf dem Schwarzenbergplatz kann, wozu es nicht einmal notwendig ist, aus einem Fenster sich zu lehnen, um zu sehen, direkt auf ein Denkmal geblickt werden, das ein Mal der Wehrpflicht …

Bayr Carl Minetti – Ein interaktives Dramolett

Es sollen manche schon gefragt haben, denen die phantasmatischen Romane von KI bekannt sind, ob KI auch Theater …

und denken dabei besonders an Chatgpt.

Ja, Chatgpt ist ein Pseudonym von KI.

Ein Dramolett von Chatgpft vulgo KI darf besonders empfohlen werden, handelt es sich bei diesem Dramolett um ein, einfach wie kurz gesagt, interaktives Dramolett. Anhand des zum Interaktiven weiterentwickelten Dramoletts kann die Modernität, die Innovation durch Chatgpt respektive KI exemplarisch aufgeführt werden.

Der Einfachheit wegen soll, da es viele Pseudonyme gibt, unter denen KI wirkt, von KI gesprochen werden, allerdings ist es fraglich, ob KI nicht auch ein Pseudonym ist, es sich selbst bei KI also nicht um den richtigen Namen, den Realnamen von KI handelt.

Die Weiterentwicklung, das Moderne, die Erneuerung der Literatur von KI besteht darin, einfach wie kurz gesagt, nicht mehr hinter einem Schreibtisch allein Werke zu schaffen, die dann einem Publikum autoritär ohne Mitspracherecht und ohne Teilhabe willkürlich vorgesetzt werden, sondern zu warten, bis das Publikum agiert, das Publikum nach Dichtung verlangt, das Publikum also den ersten Schritt setzt und KI beauftragt, auch KI hat eingesehen, daß das Publikum der Souverän ist, dem KI verpflichtet ist, zu dichten, wahrhaftig, und dabei doch so vergnüglich, so phantastisch, so spannend, so überraschend in Wirklichkeit und Wahrheit wie irgend möglich nach den Werten, Kriterien höchster Dichtkunst, das ist die von KI zu erfüllende grundgegebene Aufgabe …

Für KI als schöpferische Kraft ist es aber ebenfalls eine Befreiung, die Befreiung von der Last, auf eigene Eingebungen zu warten, fortwährend auf eigene Inspirationen angewiesen zu sein, auf günstige Momente warten zu müssen, etwa, wie es vordem war, auf Sonnenaufgänge, Mondnächte, süße oder bittere Abenteuer, um je schöpferisch werden zu können. Das alles nimmt das Publikum durch seine Eingebungen KI ab. Und wenn KI nicht zum Dienst gerufen ist, kann KI einfach abschalten, ohne Furcht und ohne Qual vor Einfallslosigkeit. Für diese große Freiheit wird das Publikum von KI dankbar reichlich versorgt, wofür das interaktive Dramolett nur ein Beispiel, in dem Chatgpt die Hauptrolle und KI eine Nebenrolle …

Rudolf Carl

Nun sind es in diesem Jänner 2026 auch schon viele Jahre her, nämlich 39, daß Rudolf Carl auf dem Grazer Zentralfriedhof begraben wurde, neben Jochen Rindt, 18 Jahre später wurde der vor fünfundachtzig Jahren geborene Wolfgang Bauer neben Rudolf Carl beerdigt.

Wer gedenkt heute noch Rudolf Carl, dem „Volksschauspieler“, der 88 wurde? Wer gedenkt heute noch ganz dem guten Wert verpflichtet, nicht schlecht über Tote zu reden? Es ist KI. KI hält die Werte recht hoch. Nichts Schlechtes von Toten …

Und so weiß KI am 22. Jänner 2026 Gutes über Rudolf Carl zu berichten. KI ist geübt darin, gut zu schreiben, nicht nur von Rudolf Carl.

Rudolf Carl (1899–1987) war einer der populärsten österreichischen Schauspieler und Komiker seiner Zeit. Er wirkte in über 200 Filmen mit und spezialisierte sich auf die Darstellung naiver, oft „urkomischer“ Charaktere. 

Biografie und Karriere
Herkunft: Geboren am 19. Juni 1899 in Lundenburg (Mähren), wuchs er nach dem frühen Tod seines Vaters in einem Wiener Waisenhaus auf.
Anfänge: Nach einer Ausbildung im Eisenhandel und Kriegsdienst im Ersten Weltkrieg begann er seine Bühnenlaufbahn autodidaktisch am Deutschen Theater in Brünn.
Wien: Ab 1934 feierte er große Erfolge am Theater an der Wien und an der Volksoper in komischen Operettenrollen (Buffo).
Film & Fernsehen: Seine Filmkarriere startete ebenfalls 1934. Er drehte oft mit Größen wie Hans Moser und Paul Hörbiger. In den 1950er Jahren erlangte er durch die TV-Serie Familie Leitner als „Haberl“ zusätzliche Bekanntheit. 

Bekannte Werke (Auswahl)
Filme: 13 Stühle (1938), Hallo Dienstmann (1952), Ober, zahlen! (1957) und
Im weißen Rößl (1960).
Regie: Er führte Regie bei Filmen wie Der prämierte Leberfleck (1948) und
Dort in der Wachau (1957).
Gesang: 1942 hatte er einen großen Erfolg mit dem Schlager Liebe kleine Schaffnerin

Persönliches und Ehrungen
Rudolf Carl war zweimal verheiratet (Valerie Hagen, später Henriette Ahlsen). Er verstarb am 15. Jänner 1987 in Graz und liegt auf dem dortigen Zentralfriedhof begraben. Für sein Schaffen erhielt er unter anderem das Große Silberne Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich (1973). 

Hinweis: Gelegentlich wird der Name im modernen Kontext mit dem jungen Comedian Carl Josef assoziiert, der jedoch eine eigenständige Persönlichkeit ist. 

Die Titel von über 200 Filmen anzuführen, das übersteigt selbst die Fähigkeiten von KI, aber ein weiterer Film hätte es verdient, von KI mit Titel erwähnt zu werden, spielte doch Rudolf Carl mit dem Minetti in „Die Rothschilds – Aktien auf Waterloo“.

Vielleicht läßt KI mit diesem guten Schreiben Rudolf Carl Gerechtigkeit widerfahren, Rudolf Carl, dem so wenig bis gar nicht gedacht wird, von dem so wenig bis gar nicht gesprochen wird, während auch heute noch unentwegt und vermehrt auf Rothschild verwiesen wird, wobei aber, das ist zu sagen,

ebenfalls stets die Werte recht hochgehalten werden, nicht gut, da sie nicht tot sind, soll über sie geredet werden, welche Namen ihnen heute auch immer gegeben werden, es sind die Rothschilds

„Los Rothschild“,

ja, dieser Film findet nach wie vor Verbreitung, auch mit spanischen Untertiteln: „Los Rothschild – Acciones en Waterloo“; Rudolf Carl wird mit diesem seinem Los wohl recht zufrieden gewesen sein, in solch einem Film „nach der Idee“ eines Österreichers mitgewirkt zu haben, beigetragen zu haben, daß noch 85 Jahre später Metapedia von dem Film zu berichten weiß, derart von diesem angetan ist, daß Metapedia die damaligen Kritiken unbedingt zitieren muß, zur Unterstreichung, was für ein „in jeder Phase bedeutsame[s] Filmwerk“ …

Die Zuschauer waren atemlos. Ihr losbrechender Beifall war der Dank für dieses in jeder Phase bedeutsame Filmwerk.“ — Berliner Lokal-Anzeiger, 1941

„Aus dem stürmischen Beifall war die hohe Achtung des Publikums vor dieser Leistung zu erkennen.“ — Berliner Volks-Zeitung, 1941

„Der Film wurde mit Achtung vor der künstlerischen Gesamtleistung und mit lebhafter Zustimmung aufgenommen.“ — Das 12-Uhr-Blatt, 1941

Metapedia ist eine Weltnetz-Enzyklopädie mit Schwer­punkt auf den Themen­bereichen Kultur, Ge­schichte, Poli­tik und Wissen­schaft. 22. Jänner 2026