„Uncle“ stellt am 22. Juni 2026 auf der Konzernplattform der Förderung zur Wiederbetätigung mit dem Filmausschnitt des letzten Massenmörderischen und des letzten Massenverbrecherischen des Österreichers versehen mit einem einzigen onkelhaften Wort „Patriot“ in zwanzig Filmsekunden unmißverständlich klar, wohin Patriotismus in letzter Konsequenz führt — von den Patriotischen an die Wand …
Fest dem Volk an foahrn lossn
Aus Lautsprechern dröhnt in die Kirch‘ vom Platze eine wenderische Stimm‘ hinein:
A Letztes geht noch. Stehts olle auf. Ihr kennts beim Aufstehn olle an foahrn lossn. Woas eh kana, wers woar. Kummts. Stehts olle auf.
„Wieso hat man ihn nicht früher erkannt und verboten?“
S. hatte Zeitungsausschnitte bei sich mit einigen Skizzen aus den Kriegstagebüchern Ernst Jüngers, die mir bestätigten, was ich über seine politische Haltung auch schon früher gedacht habe. Wieso hat man ihn nicht früher erkannt und verboten?
8. August 1949. Jeannie Ebner. Der Genauigkeit zuliebe. Verlag Styria. 1993.
Also Jeannie Ebner ist auch zu Ernst Jünger mehr als bloß sein Name eingefallen …
Zum Österreicher („dt. Diktator“ gemäß „Personenregister“ der veröffentlichten „Tagebücher 1942–1980“) fällt Jeannie Ebner und ihrem Verlag Styria 1993 bloß sein Name ein,
nicht einmal eine solche Frage fällt ihnen zum deutschen Diktator ein,
nicht einmal in das „Personenregister“ wird von dem Österreicher mehr als das aufgenommen, zu „Hilde“ ist beispielsweise im Personenregister mehr Erklärendes notiert: „Dienstmädchen bei Familie Ebner“, zu: „Zutschi, Inder, der im Jahr 1956 einen Fußmarsch an die ungar. Grenze unternommen hat, um für die Revolution zu beten“ —
Heutigentags, wenn ein Verbot gefordert, was ist das stets für ein Aufschrei, Anlaß für Unterschriftenlisten für Meinungsfreiheit — ach, zuhauf die Schreie, die Erklärungsunterschriftensammelwut zur Meinungsfreiheit …
Arno Breker fiel es 1982 nicht ein , der Ehre sich zu entziehen, von für Ernst Jünger eine Büste anzufertigen.
Das Bild für sein Buch nimmt, daß einmal auch in der Ausstellung „Entartete Kunst“ …
Benoist devotes special attention to The Worker, as well as Jünger’s debts to Nietzsche and Spengler, his relationship to the German Conservative Revolutionary movement, and his dialogues with Heidegger, Drieu la Rochelle, and his brother Friedrich Georg Jünger.
Derart wird, ist am 21. Juni 2026 zu lesen, etwa auf der Website von Amazon für das Jüngerbuch des Alain de Benoist geworben.
Hierzu muß nichts mehr eingefallen werden, weder zu seinen Dialogen mit seinem Bruder,
mit Heidegger, zu dem Karl Kraus bereits Abschließendes einfiel,
mit Drieu la Rochelle,
noch die jüngerischen Schulden bei Nietzsche und
noch zum jüngerischen Verhältnis zur konservativen Revolution …
Jeannie Ebner fällt zu Hitler nichts ein
Auf Partys kommt es nicht selten dazu, daß wer einwirft, sogar Karl Kraus sei zu Hitler nichts eingefallen; tatsächlich aber ist Jeannie Ebner zu Hitler nichts eingefallen.
Das wäre nicht weiter erwähnenswert, wenn ihre Tagebucheintragungen vom Verlag Styria nicht erst 1993 veröffentlicht worden wären, sondern bereits etliche Jahre zuvor, beispielsweise also weit vor Waldheim und Heldenplatz und Vranitzky , zwei Namen und ein Titel, die untrennbar mit dem äußerst späten Einsetzen der breiten „Aufarbeitung dieses dunkelsten Kapitels der österreichischen Geschichte“ verbunden sind. Und Jahre danach, 1993, fällt dem Verlag Styria nicht ein, Jeannie Ebner zu fragen, ob ihr nicht doch etwas zu Hitler einfalle, das in ihr „Der Genauigkeit zuliebe“ aufgenommen und also veröffentlicht werden könne.
Jeannie Ebner wird es genügt haben, auch ihrem Verlag wird es 1993 genügt haben, daß ihr doch immerhin der Name Hitler einfiel, und das nicht nur einmal, sondern sogar gleich dreimal:
Der Aufmarsch Hitlers zeigt, daß das Nichtindividuelle, das Massengefühl übermächtig durchbricht: Das ist verboten. „Vereinzelung ist das letzte Boot, das sich noch, mit Eigenverantwortung belastet“, auf den Wogen hält.
März 1965. Seite 96 und Seite 97.
Jeannie Ebner fiel zu Ernst Fischer mehr als bloß sein Name ein …
Als die kämpfenden Arbeiter sich ergeben mußten, befand sich EF bereits mit gefärbtem Schnurrbart und falschem Paß in der damals noch mit einem „S“ zu schreibenden ČSR in Sicherheit. Als Hitler dort einmarschierte, war EF bereits in Moskau, wo er die Jahre des Krieges im Hotel lebte und journalistisch tätig war, indes seine Frau mehrmals tollkühne Reisen nach Deutschland unternahm und sich jeder Gefahr aussetzte, im Kampf gegen Hitler. EF hatte das für seine Zeit und seinen Beruf geradezu sagenhafte Glück (oder die Geschicklichkeit), niemals im Gefängnis, in keinem Lager Sibiriens, in keinem KZ gewesen zu sein.
Gewiß, kein denkender und handelnder Mensch konnte die dreißiger und vierziger Jahre durchleben, ohne schuldig zu werden — so oder so. Wie ich es in dem Zeitroman „Figuren in Schwarz und Weiß“ ausgeführt habe: „Die einen durch Tun, die andern durch Nichttun, die einen durch Wissen, die anderen durch Nichtwissen – oder aber Nichtwissen-Wollen, jenem klassischen Fall von „Apperzeptionsverweigerung, der schuldhaften Form von Dummheit.“
EF’s Bekenntnisbuch ist ein aufrichtiger und ehrenwerter Versuch der Selbstdarstellung. Man kann hierzu kein Mißtrauen anmelden. Erst nach 1945 erscheint mir das Verhalten des Autors, der „kein Politiker“ ist, seiner ständigen politischen Schwenkungen wegen (krassester Stalinismus, Anti-Titoismus, dann wieder Freiheitsslogans, Tauwetter und neuerlicher Frost) fragwürdig, das heißt, einer zumindest ebenso gründlichen, aus psychologischen Gegebenheiten, milieubedingten Reaktionen, Schicksal, Feigheit, Irrtum, Schuld, echten Überzeugungen und verantwortungslosem Gehorsam gemischten Darstellung bedürftig, ich hoffe daher, daß EF diesen weitaus wichtigeren zweiten Band seiner Erinnerungen bereits in Angriff genommen hat; ich hoffe daher, daß EF darin ebenfalls um Aufrichtigkeit bemüht ist und ein „unfrisiertes“ Bekenntnisbuch vorlegen wird. [Dieser von J. Ebner angesprochene zweite Band ist nicht zustande gekommen.]
7. Jänner 1970. Seite 236 und Seite 237.
Als ich zu Anfang des Jahres 1940 aus der Provinz nach Wien kam, um mein Studium an der Bildhauerschule der Akademie zu beginnen, lernte ich den Bildhauer Heinz Leinfellner kennen, der mich in sein Arbeitsatelier in der Böcklinstraße einlud. Dort hatte sich inmitten des öden, konformistischen geistigen Klimas, wie es in jeder Diktatur entsteht, eine Enklave jenes verborgenen intensiven Widerstandes gegen die von den Machthabern anbefohlenen Kunst- und Denkrichtungen gebildet. Werte, die aus dem Bewußtsein der Öffentlichkeit verdrängt worden sind, wurden von den Älteren an die Jüngeren weitergegeben, was gewaltsam aus dem öffentlichen Bewußtsein entfernt worden ist. konnte dort seine kontinuierliche Wirkung ausüben; zwar nur auf einzelne, trotzdem ist das Weiterbestehen solcher geistiger Zentren innerhalb einer ungeistigen Atmosphäre von größter Bedeutung und nicht abschätzbarer Wirkung. Im Zentrum dieses Menschenkreises standen Maria Bilger und Heinz Leinfellner, der zu allen Zeiten seines Lebens bereit war, den jüngeren Kollegen mit seinen Kenntnissen, seinem Rat und nebenbei mit einer den Zeitläufen entsprechend einfachen Mahlzeit — gute Künstler sind meist gute Köche — zu helfen. Prof. Herbert Boeckl kam häufig in dieses Atelier — er durfte damals nicht ausstellen, und es war wohl ein Akt des spontanen Vertrauens, daß er mich als eine aus dem Leinfellnerischen Kollegenkries einmal mitnahm und seine Bilder ansehen ließ.
20. Jänner 1969. Seite 226 und Seite 227.
Jeannie Ebner fiel zu Heinz Leinfellner und Herbert Boeckl mehr als nur ihre Namen ein …
Zum Jahr 1942 mehr als das zu veröffentlichen, genügt dem Verlag, vielleicht fiel Jeannie Ebner zu 1942 und 1943 und 1944 und 1945 nicht mehr ein,
vielleicht für sie nur das notierenswert, nur das für ihr Tagebuch würdig, und ihrem Verlag würdig, es 1993 zu veröffentlichen:
Seit ich in der Zeitung gelesen habe, daß du gefallen bist, steht dein Bild wieder deutlich in meinem Herzen, es sieht mich vorwurfsvoll an und lebt seit Tagen wie ein Schatten neben mir her. Es ist ein erschreckend kalter Gedanke in mir aufgetaucht: Wenn ich gewußt hätte, daß ich so früh wieder frei werden würde, hätte ich dir den Gefallen tun können, dich zu heiraten.
1942. Seite 5.
Betrachtungen zu Blumen.
Das blühende Feld, das sich im Winde wiegt und wandelt wie das Meer, befreit und erweitert den Geist […] Der Blumenstrauß verleitet zur Idylle. […] Der Blumenstrauß kennzeichnet die familiären Feste, Geburtstag und Namenstag. Die einzelne Blume, sorgfältig gewählt, eher die vornehme Intimität einer geistigen Freundschaft.
1943. Seite 7 und Seite 8.
Gedanken zur Kunstbetrachtung.
[…]
Hiezu die in einem Wiener Kaffeehaus flüchtig lautgewordene Vorstellung: „… und dann die alten, russischen Ikonen auf Zigarettenschachteln als Reklame …“ [Das sagte Professor Herbert Boeckl.]
[…]
Wie immer wir uns auch bemühen, mit unserer besonderen Sorte von Intelligenz, die den übrigen Geschöpfen versagt ist, die Ordnung und Regelung dieser Welt selbst in die Hand zu bekommen, es entstehen nur Katastrophen. Alle unsere Versuche zur Verbesserung der Welt sind zum Scheitern verurteilt, alles Positive, das wir schaffen, wird sofort durch etwas Negatives aufgehoben. Am deutlichsten wird mir das, wenn ein Zufall die traurige Lächerlichkeit unserer Bemühungen so recht ins Licht rückt. Ein paar Zeitungsnotizen bringen mich soeben auf diese Überlegungen, sie sind von ungewollter Ironie:
Seite 1: „… Bei dem Fliegerangriff kamen nach vorläufigen Feststellungen 300 Menschen ums Leben …“
Seite 3: „… ist es der medizinischen Wissenschaft gelungen, die Kindersterblichkeit um 0,1 Prozent herabzumindern …“
Seite 1: „… es entstanden erhebliche Schäden an Wohngebäuden und Kulturbauten Wiens. Das Belvedere wurde getroffen …“
Seite 3: „… wurde dem Professor XY verliehen, dem es in jahrelanger, mühevoller Arbeit gelungen war, eine Burgenkarte von Niederösterreich zu schaffen, auf der außer den derzeit noch bestehenden Ruinen auch alle jene Orte eingezeichnet sind, an denen sich früher Burgen befanden haben …“
Hoffen wir, daß derlei bittere Späße auf dem Gesicht Gottes, der aus gehörigem Abstand auf alles blickt, ein Lächeln hervorrufen; ein Lächeln, das ihn unsere katastrophale Dummheit vielleicht verzeihen läßt.
1944. Seite 9, Seite 11 und Seite 12.
Februar.
Seit Jahren kam der Vorfrühling nicht mehr so früh und prächtig. Schon jetzt, Mitte Februar, kann man auf dem trockenen Waldboden in der Sonne liegen. Die Haut wird braun und das Herz ruhig. Man saugt mit allen Poren Sonne ein, läßt sich von der Wärme durchdringen. Da lösen sich die Erstarrungen und Reste des bösen Winters, und man fühlt: Trotz allem – es kann uns nichts geschehen.
In den ersten Tagen war das Grün auf den Hügelkuppen und Waldwiesen noch kaum zu ahnen, jetzt ist es schon wirklich da, saftig und hoffnungsvoll. Plötzlich aber liegt etwas in der Luft wie eine Bedrohung, anfangs kaum zu beeisen, dann wird es stärker, und endlich ist die ganze Luft von einem lauten, bösartigen Summen erfüllt, das bis zur Unerträglichkeit an den Nerven zerrt. Scharen blitzender Stahlvögel fliegen ohne Flügelschlag in großer Höhe. Über der Ebene senken sie sich ein wenig, das Summen gerät einen Augenblick lang in Unordnung, und ein paar Sekunden später zittert die Erde vom Aufschlag der Bomben.
Über Wiener Neustadt, das weit in der strahlenden Ebene eingebettet liegt, wachsen rötliche und graugelbe Pilze, schwarze Wolken ballen sich, wachsen, steigen, Stichflammen schießen auf. Aus der Höhe fiel giftiger Fruchtstaub der Vernichtung und bringt diese unheimliche Vegetation hervor, meistens dort, wo Fabrikschornsteine sich gegen den Himmel richten, um den tödlichen Samen zu empfangen.
Tausend Tote hat die Stadtgemeinde gestern eingestanden, wahrscheinlich werden es zweitausend sein. Wir sind daran gewöhnt, daß man uns, wie Kindern, die gaanze schreckliche Wahrheit nicht sagt.
Am Waldrand fand ich heute die ersten Kuhschellen, sanfte Blumenbabys mit weißlichem Flaum.
[…]
Februar.
Elastisch sein, überall mitkommen, nirgends stehenbleiben, sich nicht besinnen, sich anpassen, sich immerfort ändern – ist das charakterlos? […] Ich liebe das Leben. Nicht nur diese oder jene Form, die einer ethischen oder ästhetischen Vorstellung Genüge tut, sondern jede Form, die nicht erstarrt ist. […] Ich möchte diese Unzeit, in der ich lebe, so gern überleben, darum wandle ich mich, passe mich an, fließe, habe keine bestimmte Form mehr.
Juni, St. Johann in Tirol. Steine.
Heute ging ich anden Ufern der Ache spazieren und sammelte auf einer steinigen Sandbank eine Handvoll Kiesel, denen, der Glätte ihrer Oberfläche, der Form und Abgeschliffenheit alle Kanten nach zu schließen, die jahrelange Arbeit des Wassers ihren Stempel aufgedrückt hatte.
1945. Februar. Juni. Seite 13, Seite 14, Seite 15.
Juni.
Der Springbrunnenteich im Volksgarten sieht ganz verändert aus, seit man den dichten Kranz von Buschrosen rundherum gepflanzt hat.
1946. Seite 17.
Über den Machtrieb. Der Kompromiß, der unvermeidlich wird, sobald einer an die Macht kommt; und in dessen Verstrickungen er allezeit hängenbleibt. (Luegers Appell an die antisemitischen Instinkte, wie bei J. G. Pulzers „Die Entstehung des politischen Antisemitismus in Deutschland und Österreich 1867-1914“.)
1968. 2. Februar. Seite 172.
Humbert Finks neue Gedichte. Ich hab sie noch nicht gelesen, mein Blick fiel gleich auf ein Wort: Vietnam. Heute ein Manuskript eines jungen Wiener Autors erhalten. Titel des ersten Gedichts: Vietnam.
Was für eine billige und konformistische Weise, sich als edel und politisch informiert auszugeben, hier oder in Berlin, jedenfalls sid die Schreiber weit vom Schuß.
Übrigens gab es meines Wissens nicht ein Gedicht über Tibet, seinerzeit, 1956. Sind das keine Menschen, die Tibetaner?
1968. 1. Februar. Seite 171.
„Weiße Burschenschaft Libertas“, das Bundesheer, der Nationalratspräsident, der Parlamentsdirektor und „Antisemitismus“, „Remigration“
Es kam jetzt zur Bestellung von Roland Weinert zum Parlamentsdirektor durch Walter Rosenkranz auch die Burschenschaft Libertas wieder mal ins Gespräch,
der beide angehören, wie Stoppt die Rechten am 28. Mai 2026 nachweisen kann.
Die Parlamentspartei des zurzeitigen Nationalratspräsidenten hat „Remigration“ zum parlamentswürdigen Wort erhoben.
Ein Wort, das versucht wird, nach Deutschland zur breitesten Verbreitung zu tragen.
Es gab schon einmal ein Wort, das versucht wurde nach Deutschland zu tragen, mit dem die Burschenschaft Libertas untrennbar verbunden ist,
Unser Wahlspruch Freiheit-Ehre-Vaterland bildet die Leitlinie unseres Tuns. Als „weiße“ Burschenschaft ist tadellose Haltung in jeder Hinsicht für uns Liberten selbstverständlich.
die Burschenschaft Libertas, die untrennbar auch mit dem österreichischen Bundesheer sich verbunden fühlt und ihrer Verbundenheit nach handelt, wie auf ihrer Website am 17. Juni 2026 zu lesen ist:
Unser Wahlspruch Freiheit – Ehre – Vaterland beinhaltet für uns selbstverständlich die Verpflichtung diese Werte gegebenenfalls auch mit der Waffe zu verteidigen. Zahlreiche unserer Bundesbrüder haben nicht nur den Präsenzdienst beim Bundesheer absolviert, sondern leisten darüber hinaus in verschiedensten Funktionen teils in der Miliz, teils als Berufssoldaten im Österreichischen Bundesheer ihren Beitrag zur Landesverteidigung. Der folgende Abschnitt ist vor allem für unsere jungen Bundesbrüder gedacht. Gerne unterstützen wir aber auch jeden anderen, der sich über seine kommende Zeit beim Bundesheer informieren möchte: Eignungsprüfung Wels Einjährig-Freiwillig beim ÖBH Fachoffizier Burschenschaft & Militär
Nun aber zum Wort, das wie „Remigration“ aus Österreich nach Deutschland zur breitesten Verbreitung versucht wurde zu exportieren: „Antisemitsmus“. Hierzu genügt es, einen Artikel zu zitieren, der am 6. November 1966 im „Spiegel“, Ausgabe 46, veröffentlicht wurde. Es geht dabei um das Buch von Peter G. J. Pulzer, der 1929 in Wien geboren wurde, dessen Familie 1939 wegen der NS-Totaldiktatur aus Österreich nach Großbritannien emigrieren mußte: „Die Entstehung des politischen Antisemitismus in Deutschland und Österreich 1867-1914“.
ANTISEMITISMUS
Rache für Königgrätz
Daß der politische Antisemitismus des 19. und 20. Jahrhunderts eher von Österreich her auf Norddeutschland einwirkte als umgekehrt, erwies ein britischer Historiker.
Der Oxforder Geschichtsforscher Peter G. J. Pulzer untersuchte in seinem neuen Werk zum erstenmal die Wechselbeziehungen zwischen judenfeindlichen Gruppen in Deutschland und Österreich*.
Im deutschen Kaiserreich hatte, so Pulzer, der politische Antisemitismus nur geringen Einfluß. Die 1878 von dem Berliner Hofprediger Stoecker gegründete antisemitische Christlich-Soziale Arbeiterpartei verkümmerte nach anfänglichen Erfolgen.
Demgegenüber stieg in Österreich zu etwa gleicher Zeit die dortige Christlich -Soziale Partei unter Führung des später von Hitler bewunderten Karl Lueger zur »staatstragenden« (Pulzer) Partei auf.
1897 wurde Lueger Bürgermeister von Wien. Aus den Wahlen für die österreichischen Reichsratssitze im Jahre 1907 gingen die Christlich-Sozialen sogar als stärkste Fraktion des österreichischen Abgeordnetenhauses hervor. Vorher schlossen sich ihnen Österreichs Altkonservative an und tolerierten damit auch Luegers judenfeindliche Demagogie.
Doch Luegers politischer Antisemitismus vermochte die reichsdeutschen Parteien nicht zu infizieren. Die antisemitische Ansteckung ging vielmehr von anderen Herden aus: von Vereinen, Verbänden und Organisationen, die sowohl in Deutschland als auch in Deutsch -Österreich beheimatet waren.
Besonders eindrucksvoll erläutert Pulzer diesen Vorgang am Beispiel der »Deutschen Turnerschaft«, der auch Deutsch-Österreichs Turner als »Turnkreis XV« angehörten. 1901 warfen die 50 000 turnenden Österreicher alle jüdischen Vereine und Einzelmitglieder aus ihrem Turnkreis hinaus und traten – da der deutsche Dachverband die Juden in Schutz nahm – aus der Deutschen Turnerschaft aus.
Ein ähnlicher, wenn auch weniger langwieriger Vorgang spielte sich im »Deutsch-Österreichischen Alpenverein« ab. 1921 führte die österreichische Sektion den »Arierparagraphen« ein. Bereits drei Jahre später hatten die österreichischen Bergsteiger ihre arischen Freunde in Deutschland überzeugt. Die jüdische Sektion Donauland mußte aus dem Alpenverein ausscheiden.
Auch der 1896 gegründete österreichische Wandervogel hatte schon bis 1913 »Slawen, Juden und Welsche« exmittiert, während – so Pulzer – »der rassistische Flügel in Deutschland noch einen harten Kampf auszufechten hatte«. Erst nach dem Ersten Weltkrieg beherrschte der Antisemitismus auch die reichsdeutschen Wandervogel-Gruppen.
Ebenso war der studentische Antisemitismus nach Pulzers Erhebungen »in Österreich stärker«. Als erste Burschenschaft schloß die Wiener »Libertas« 1878 alle jüdischen Mitglieder aus. Bis 1890 wurden alle österreichischen Burschenschaften antisemitisch, und 30 Jahre später war der Judenhaß unter österreichischen Studenten »fast allgemein«.
»In Deutschland«, betonte Pulzer, »wo der deutsch-jüdische Antagonismus nicht durch andere nationale Haßgefühle intensiviert wurde und wo die liberale Tradition stärker war, wurde der Antisemitismus nie allgemein.«
Zwar gründeten antisemitische Studenten des Reiches bereits 1881 den Kyffhäuser-Verband, doch erlangte dieser »Juden ‚raus!«-Verein erst nach 1918 Bedeutung.
Historiker Pulzer resümiert die ideologische »Gleichschaltung“: »Ernst Niekischs … geistvolles Wort, Hitler sei die Rache für Königgrätz … faßte vor allem den Sieg der süddeutschen völkischen Ideologie über den klassischen Nationalismus und Chauvinismus Preußens und des Nordens zusammen.«
KL-Grätzel
Auf dem KL seit der zweiten Juni-Woche 2026 mit der Tafel ….
Der Bildhauer Josef Müllner gewann 1913 den Wettbewerb für das Lueger-Denkmal, das erst 1926 zur Zeit der sozialdemokratischen Alleinregierung aufgestellt wurde. Müllner, der viele Ziele des ehemaligen Bürgermeisters teilte, war Mitglied der antisemitischen und deutschnational ausgerichteten schlagenden Burschenschaft Athenaia und trat 1940 in die NSDAP ein.
Text: Univ.-Prof. i. R. DDr. Oliver Rathkolb
Wer dächte bei „Alleinregierung“ nicht sofort an die Bundesregierung Österreichs? Aber Oliver Rathkolb meint nicht die Bundesregierung, er meint den Stadtsenat respektive die Landesregierung Wiens. Die Bundesregierung Österreichs war zu dieser Zeit eine Koalitionsregierung der Christlichsozialen Partei (CSP) mit der Großdeutschen Volkspartei (GDVP) unter Rudolf Ramek. In Wien gab es 1926 eine sozialdemokratische Landesregierung, einen sozialdemokratischen Stadtsenat unter Bürgermeister Karl Seitz. Beschlossen, ein Denkmal für Karl Lueger zu errichten, aber unter dem christlichsozialen Bürgermeister Josef Neumayer bereits im März 1910 — Karl Lueger war gerade einmal eine Woche tot.
Oh, was war das für eine Feier im September 1926. Bald darauf, im Oktober 1926, löste der Prälat Rudolf Ramek als Bundeskanzler ab, wurde der Prälat erneut Bundeskanzler, er führte aber keine sozialdemokratische Alleinregierung, des Prälaten Kampf ging gegen die Sozialdemokratie, diese auszugrenzen, bereits vier davor war er für eine teilweise Entmachtung des Parlaments zu Gunsten eines mit deutlich umfassenderen Befugnissen ausgestatteten Bundespräsidenten —
womit wieder einmal die gültige Verfassung Österreichs in Erinnerung kommt. Aber auch der nach dem Prälaten benannte Platz, unweit vom KL, sozusagen im KL-Grätzel,
der erst 1949 von „Universitätsplatz“ auf des Prälaten Namen umbenannt wurde.
Damit es nicht allzu trocken wird, etwas Lustiges zwischendurch aus 1910, ehe von Richard Weiskirchner erzählt wird, der 1912 Josef Neumayer als Bürgermeister ablöste.
Ehrungen für den toten Biirgermeister.
Für das Andenken des verstorbenen Bürgermeisters wurde in den letzten Tagen viel getan. Da wurde in einer Bezirksvertretung vorgeschlagen, man solle den Bezirksteil. der auf der Schmelz entstehen soll, Lueger-Stadt nennen. Ein anderer Einfall ging dahin, den Bezirk Landstraße Lueger-Stadt, die Hauptstraße dieses Bezirkes Lueger-Straße zu heißen. Man hat auch eine Kirchenglocke mit dem Namen Lueger verquickt und man streitet sich schon um den Platz für ein Lueger-Denkmal. Noch einiges von dem, was in dieser Richtung geplant ist, wird erst jetzt bekannt. Da gibt es eine Strömung, die dahin geht, daß der Name ‚Wien‘ überhaupt abgeschafft werden soll. Es heißt, erscheine für eine Stadt, in der Lueger gelebt hat, lächerlich. Die Stadt Wien soll ‚Bürgermeister Dr. Karl Borromäus Lueger-Stadt‘ getauft werden. Um den Platz für ein Denkmal sich zu streiten wird als lächerlich erklärt und vorgeschlagen, daß am Anfang und am Ende jeder Gasse ein Lueger-Standbild errichtet werde. Die jetzt geltenden Namen für die Eisenbahnstrecken sollen aufgehoben werden. Man wird künftighin sagen „Bürgermeister Dr. Karl Borromäus-Bahn, Südliche Linie“, „Bürgermeister Dr. Karl Borromäus-Bahn, Böhmische Linie“, „Bürgermeister Dr. Karl Borromäus-Bahn, Ungarische Linie“, „Bürgermeister Dr. Karl Borro— und so weiter halt, ach, es geht einem ja der Atem aus ! Der Donaukanal wird umgetauft und wird „Bürgermeister Dr. Karl Borromäus Lueger-Kanal“ heißen. Natürlich werden auch alle Stationsnamen der elektrischen Straßenbahn mit dem Namen Luegers geschmackvoll verbunden. Es wird auch an die Provinzstädte mit der Aufforderung herangetreten werden, sich im Sinne der Verehrung Luegers umtaufen zu lassen. Es wird versichert, daß man diese Reformen als für den Anfang genügend erachtet.
Arbeiter-Zeitung. 3. April 1910.
Das Lueger-Denkmal
(Zeichnung von Heinrich Kastner.)
Mit Rücksicht auf die aus allen Bezirken geäußerten Wünsche nach Aufstellung des Lueger-Denkmals hat der Stadtrat beschlossen, ein transportables Lueger-Denkmal herstellen zu lassen, das sowohl den Sieg des christlichen Gedankens als auch die kommunalen Errungenschaften— Elektrische, Gas, Hochquellenleilung— darstellen wird. Das Denkmal wird mittels Lastenautomobils täglich durch alle 21 Bezirke Wiens geführt werden.
Glühlichter. 9. April 1910.
Über Richard Weiskirchner, der von Jänner 1913 bis Mai 1919 Bürgermeister von Wien war, ist zu erfahren:
Der Druck im sozialen und politischen Gefüge Wiens nahm sichtlich zu. Bürgermeister Weiskirchner verlangte am Deutschen Volkstag im Juni 1918 antislawische Maßnahmen und generell eine Politik, die einbekennt, dass „den Deutschen die führende Rolle im Reich gebührt“. Antisemitische Strömungen hatten Hochkonjunktur: Juden wurden für den Krieg, die Teuerung oder die Spanische Grippe verantwortlich gemacht, und es wurde administrativ viel getan, um ihnen das Leben in der Hauptstadt zu vergällen. Im Wiener Gemeinderat wurde gegen sie gehetzt, jüdische Flüchtlinge aus Galizien sollten zur baldigen Rückkehr in Ihre Heimat bewegt werden.
Die Welt der Habsburger. Gelesen am 15. Juni 2026.
Es fehlte jegliches Verständnis für ihre Anwesenheit, da der Wiener Bevölkerung das militärische Debakel, die Zwangsevakuierungen und Zerstörungen im Frontgebiet verschwiegen worden waren. Die Flüchtlinge waren, außer den schlechten Ernährungs- und Wohnbedingungen sowohl in Wien als auch in den von der Außenwelt isolierten und bewachten »Flüchtlingslagern«, laufend Schikanen der Behörden ausgeliefert. Sie wurden mit dem Vorwurf konfrontiert, sich dem Militärdienst zu entziehen und, ohne zu arbeiten, Fürsorgeunterstützung zu erschleichen. Die perfide Logik rassistischer und fremdenfeindlicher Gesinnungen führte auch dazu, dass man ihnen die Schuld am eigenen Elend und an den hygienischen Verhältnissen, in denen Krankheit und Ungeziefer gediehen, zuschob. So verbot man jüdischen Flüchtlingen »aus hygienischen Gründen« die Benutzung von Straßenbahnen, den Besuch von Badeanstalten und das Verlassen ihrer Aufenthaltsorte. Bei der vorbeugenden Seuchenbekämpfung wurden unwürdige und die religiösen Gefühle verletzende Zwangsmaßnahmen ergriffen, und schon 1915 befürchtete man Pogrome, sollte bekannt werden, dass auch nur ein Flüchtling Träger epidemischer Krankheiten wäre. Als sich die soziale und ökonomische Lage im Hinterland verschlechterte, wurden die Juden nicht mehr nur als Schuldige an ihrer eigenen, sondern auch als Sündenböcke für die allgemeine Not diffamiert.
Der Begriff »Ostjude« wurde bis Kriegsende zum Synonym für »Preistreiber« und »Wucherer«, und das Wort von der »Besetzung Wiens« durch »galizische Eindringlinge« zählte zu den Gemeinplätzen antisemitischer Agitation.46 Mit dem Hinweis auf die drohende Arbeitslosigkeit, die Seuchengefahr und den befürchteten »mitbestimmenden Einfluß auf die Zusammensetzung zahlreicher Körperschaften« betrieb der Wiener Bürgermeister Richard Weiskirchner schon Anfang 1915 die Abschiebung der Flüchtlinge. Diese würden sich zudem »dem Empfinden und der Denkungsweise der Wiener Bevölkerung nicht anpassen« und die Stadt der Gefahr aussetzen, »ihr charakteristisches Gepräge und ihre Eigenart einzubüßen«.47 Nach der Rückeroberung weiter Teile Galiziens und der Bukowina im Herbst 1915 repatriierte man sofort tausende Flüchtlinge. Dadurch sank die Zahl staatlich unterstützter Flüchtlinge in Wien von ursprünglich fast 150.000 bis zum Herbst 1915 auf 77.000 ; im Mai 1916 waren es nur noch 20.000. Wurde ein Ort zur Rückkehr freigegeben, dann verlor der Flüchtling die staatliche Unterstützung, wobei die Bereitschaft zur Heimkehr aufgrund der schlechten Lebensverhältnisse in Wien meist sehr groß war.48
GRUNDLAGEN Thomas Albrich Vom Antijudaismus zum Antisemitismus in Österreich. Von den Anfängen bis Ende der 1920er Jahre. Gelesen 15. Juni 2026.
Die auf den KL mündende Weiskirchnerstraße ist benannt nach Richard Weiskirchner.
Wie zeitgenössisch klingt das vor weit mehr als einhundert Jahren Vorgebrachte zu dem, das heutigentags zu hören und zu lesen verbreitet wird, etwa
Oh, was war das für eine Luegerfeier am KL in 1935
zur Zeit der christlichsozialen Alleinregierung,
der Bundeskanzler legte einen Kranz …
Nun trat Altbundeskanzler Dr. Seipel vor und wandte sich an die Versammelten: Wir gehen heute nicht von diesem Festplatze weg, ohne ein Wort des herzlichen Dankes unserem Freunde Kunschak gesagt zu haben.
Als die letzten Töne verrauscht waren, trat der Obmann des Denkmalkomitees Leopold Kunschak an die Stufen des Standbildes und hielt folgende Festrede: Zwei Ereignisse sind tief eingegraben in die Geschichte der Stadt Wien.
Oh, was war das für eine Pressekonferenz zur Enthüllung wieder einmal im Juni 2026 …
Vielleicht kommt es eines Tages, ist es vorstellbar, es eines Tages noch dazu kommt, daß eine dritte Tafel auf dem KL aufgestellt wird, so wie jetzt die erste durch die zweite Tafel getauscht wurde, auf der dann auch etwas über Leopold Kunschak zu lesen sein wird, auch darüber, zu welchem einzigen Zweck das kunschaksche Standbild geschaffen ward: als Mittel der christlichsozialen Propaganda —
und vielleicht noch einmal von Oliver Rathkolb …
Das nun gesäubert und herausgeputzt erstrahlende aktive NSDAP-Mitglied Josef Müllner für den Nationalsozialismus im Einklang mit dem antisemitischen Täter Balthasar Hubmaier auf dem Karl-Lueger-Platz zu Wien, Österreich
„Wien setzt ein klares Zeichen gegen Antisemitismus. Angesichts global steigenden Antisemitismus und der österreichischen Tätervergangenheit ist es alternativlos, entschieden gegen jede Form des Antisemitismus aufzutreten.“
Vergessen darf dabei auch nicht die überzeugende Klarheit der Erklärtafel zum Kunschak-Müllner-Mal des Oliver Rathkolb, der sich dazu durchgerungen hat, in seine Zusatztafel als Erklärtafel im Gegensatz zu seiner bisherigen Zusatztafel nun doch aufzunehmen, daß Josef Müllner der NSDAP beigetreten sei.
Nun, ab dem Juni 2026 für alle Ewigkeit strahlt gesäubert und herausgeputzt Josef Müllner selbst auf dem KL … Zu Josef Müllner ist mehr zu sagen, als das Lapidare von Oliver Rathkolb, dem, ist am 12. Juni 2026 auf der Website der Stadt Wien „Wien Geschichte Wiki“ zu lesen, widerspricht:
Josef Müllner und seine Werke sind heute wegen seiner Unterstützung des Nationalsozialismus in den Jahren 1938 bis 1945 stark umstritten. Er selbst war aber kein Mitglied der NSDAP.
Damit gewußt wird, wer nun auf dem KL gesäubert und herausgeputzt erstrahlt, soll zitiert werden, was auf der Website der Universität Wien am 12. Juni 2026 zu lesen ist:
Nach dem „Anschluss“ fand die Präsentation der österreichischen Künstler auf der Kunst-Biennale in Venedig 1938 nicht mehr im österreichischen, sondern im deutschen Pavillon statt. Zu den Künstlern, die dem neuen NS-Kunstgeschmack entsprachen, gehörte Josef Müllner, der mit seinen neoklassizistischen Werken neben jenen seines Schülers Josef Thorak (einer von Hitlers Lieblingsbildhauern), Michael Drobils, Rudolf Hermann Eisenmengers, Switberg Lobissers u. a. auf dieser internationalen Bühne NS(-kompatible)-Kunst repräsentierte.
Josef Müllner und seine Werke sind heute wegen seiner Unterstützung des Nationalsozialismus in den Jahren 1938 bis 1945 stark umstritten. Er trat der NSDAP als Anwärter bei, schuf in der NS-Zeit wichtige und programmatische Werke. Seine Hitlerbüste, zentral in der Aula der Akademie der bildenden Künste platziert, wurde im Juli 1940 feierlich in Anwesenheit der Größen von NSDAP, Wehrmacht, Stadt, Staat und Hochschulen eröffnet. Der Völkische Beobachter vom 14. Juli 1940 berichtete: „Der Vertreter des Gauleiters SS-Oberführer Karl Scharitzer umriß die Bedeutung der Kunst in unseren Tagen […] und wies auf das hohe Vorbild des Führers hin, dessen schöpferischem Genius die Neugestaltung der Welt zu danken ist. SS-Oberführer Scharitzer nahm hieran die Enthüllung der Führerbüste vor und überreichte nach diesem feierlichen Akt den Professoren die vom Führer gezeichneten Auszeichnungen. Die Büste des Führers in der Akademie wurde auf Grund eines Staatsauftrages von Bildhauer Professor Josef Müllner aus Laaser Marmor geschaffen.“ Das Foto der Büste wurde prominent mit dem Hitlerzitat „Kunst ist eine erhabene und zum Fanatismus verpflichtende Mission“ als Frontispiz an den Beginn der Publikation Jahresbericht der Akademie 1940 gesetzt. Die Büste selbst wurde zu Kriegsende zerstört. Müllner führt die Plastik nach Kriegsende nicht mehr in seinem Werkkatalog und betont in einer biographischen Aufzeichnung, er hätte die Statue „nur mit Widerwillen“ geschaffen.
In der NS-Zeit erhielt er 1943 eine 4-Zimmer-„Reichsdienstwohnung“ auf Lebenszeit und mehrere wichtige Kunst-Preise. Trotz früherer Anträge wurde er erst 1947 entnazifiziert.
Ehrungen
Josef Müllner wurde in allen politischen Systemen mit Preisen ausgezeichnet, um nur einige zu nennen u.a.
Hofpreis mit Franz Josefs-Goldstipendium (1901)
Reichelkünstlerpreis (1906)
Großes silbernes Ehrenzeichen der Republik Österreich (1926)
Staatspreis der Republik Österreich (1928)
Ehrenkreuz der Republik Österreich (1930)
Ehrenzeichen der Universität Wien (1936)
Preis der Stadt Wien für die Genossenschaft der bildenden Künstler Wiens (1941),
Silbernes Treuedienst-Ehrenzeichen der Akademie der bildenden Künste (1942)
Raphael Donner-Preis der Stadt Wien (1943)
Große goldene Medaille der Künstlergenossenschaft Künstlerhaus (1944)
Ehrenmitglied der Wiener Akademie der bildenden Künste (1948, 2023 widerrufen)
Ehrenbürger der Stadt Wien (1949)
Ehrenbürger von Baden (1949)
Straßenbenennung: Josef-Müllner-Straße in Baden bei Wien (1983)
Verleihung des Ehrenzeichens der Universität Wien wurde vom Akademischen Senat am 27. Juni 1936 beschlossen für „seine Verdienste als Mitglied und Beirat des Kunstausschusses der Universität Wien“ wobei ihm explizit hoch angerechnet wurde, dass er als Schöpfer des Heldendenkmals in der Aula („Siegfriedskopf“) der Universität großzügig finanziell entgegengekommen sei – die Verleihung erfolgte am 10. Juli 1936.
Die Akademie der Bildenden Künste aberkannte die ihm 1948 verliehene Ehrenmitgliedschaft aufgrund seiner NS-Belastung im Frühjahr 2023 wieder (die 1948 bei der Verleihung bereits bekannt war).
Und sogar auf „Wikipedia“ ist am 12. Juni 2026 eine Vorlage zu lesen, die ohne eigene Formulierungsbemühungen Oliver Rathkolb hätte übernehmen können:
Müllner war „Ehrenbursche“[3] der der deutsch-nationalen Verbindung Deutscher Kunstakademiker Athenaia, einer Hauskorporation an der Akademie der bildenden Künste in Wien, der er bis zu ihrer Auflösung als Alter Herr[5] angehörte. Der damalige Rektor der Akademie Alexander Popp würdigte die Verbindung in seiner Rede zum 250-jährigen Bestehen der Akademie als „Keimzelle der nationalsozialistischen Bewegung“. Drei Tage nach dem sogenannten Anschluss Österreichs unterzeichnete Müllner einen Diensteid an Hitler.[6] Im November 1938 wurde Müllner eingeladen dem Reichskultursenat beizutreten, was er aus Zeitgründen und, wie er selbst betonte, nicht aus mangelndem Idealismus ablehnte.[6] Er wolle hingegen durch seine Hände Arbeit „zur Verherrlichung der nationalsozialistischen Idee“ beitragen.[6] 1940 trat Müllner in die NSDAP ein.[7] Im gleichen Jahr schuf er, einem Staatsauftrag folgend, aus Laaser Marmor eine Hitler-Büste.[8] 1944 wurde er in die Gottbegnadeten-Liste des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda aufgenommen.[9] Außerdem gehörte Müllner dem NS-Dozentenbund, dem NS-Altherrenbund und dem Reichsluftschutzbund an.[7] Müllner und seine Werke, insbesondere der Siegfriedskopf und das Karl-Lueger-Ehrenmal sind heute wegen seiner Unterstützung des Nationalsozialismus stark umstritten.
Und zu diesem Josef Müllner schreibt Oliver Rathkolb auf seine Erklärtafel einfach wie kurz, er sei 1940 der NSDAP beigetreten, eine Formulierung wie, 1940 habe er eine neue Dienstwohnung bezogen, eine Formulierung, wäre sie ein Gegenstand, die ein Zierbrunnen … Übrigens, ein schräger Zierbrunnen steht in unweit von dem Müllner-Kunschak-Mal und der Toleranzgedenktafel des antisemitischen Täters …
Das KL-Grätzel ist ein derart besonderes Grätzel, das doch noch
ein eigenes Kapitel verdiente, unter besonderer Berücksichtigung der rathkolbischen Erklärung.
Anläßlich der Präsentation, die ihnen eine Feier, am 11. Juni 2026 sagen
Veronika Kaup-Hasler: Das ehemalige Denkmal Dr. Karl Lueger ist jetzt zu einem Mahnmal geworden, und das durch den Eingriff von Kunst. Ein langer demokratischer Prozeß hat jetzt eine weitere Etappe erreicht, nämlich in der Umsetzung dieser Schrägstellung von Klemens Wihlidal.
Klemens Wihlidal: Es geht darum, daß das Mahmanl um 3,5 Grad geneigt wurde. Ich habe mehrere Neigungswinkel ausprobiert und dann mich irgendwo da eingependelt, wo ich gemerkt habe, hier ist wirklich was ins Wanken geraten, mit 3,5 Grad, hier wird Lueger der Boden unter den Füßen weggezogen.
Veronika Kaup-Hasler: Dieser Mann hat doch auch etwas befeuert, was viel später dann natürlich auch den Boden bereitet hat für das Nazi-Regime, für die Verfolgung und Ermordung von Jüdinnen und Juden aus Wien. Diesen Mann ins Wanken zu bringen, bedeutet, daß wir das nicht aus dem Gesichtsfeld räumen, wir beschäftigen uns mit Geschichte, aber wir wollen uns kritisch auseinandersetzen, und das ist eigentlich, was wir immer anstreben.
Veronika Kaup-Hasler: Das Feiern eines Mahnmals, ich weiß es nicht, also ich muß ehrlich sagen, für mich ist hier das stille Nachdenken darüber und die Verstörung, die das auslöst, was soll man denn dann feiern? Also sie würden uns das wahrscheinlich furchtbar übelnehmen, wenn wir mit Blasmusikkapelle und Militärmarschmusik hier auftauchen, weil dann würden sie sagen, das ist, das wäre eine Verherrlichung des Denkmals. Insofern halte ich die Zurückhaltung für die adäquate und angemessene Reaktion auch auf das Kunstwerk, und jetzt lassen wir das mal wirken im öffentlichen Raum. Und schauen wir, was das mit uns macht.
Klemens Wihlidal: Der Eingriff erscheint schlicht, verändert jedoch die symbolische Wirkung des Denkmals grundlegend. Er irritiert und fordert auf, sich kritisch mit der Person und der Thematik auseinanderzusetzen. Das Denkmal wird so zu einem öffentlich sichtbaren Zeichen gegen Antisemitismus und Rassismus, gegen Ausgrenzung und Hetze.
Was Veronika Kaup-Hasler ein „Mahnmal“, ist Klemens Wihidal weiter ein „Denkmal, genauer, er pendelt zwischen Mahnmal und Denkmal … Was ein Mahnmal auf dem KL wäre, wurde bereits geschrieben.
PS In der Rathauskorrespondenz vom 11. Juni 2026 ist bezüglich des finanzielllen Aufwandes zu lesen:
Die Gesamtkosten des Projekts „Schieflage (Karl Lueger 3,5°)“ belaufen sich im Zeitraum 2022 bis 2026 auf rund 776.000 Euro.
Es darf angenommen, in dieser Summe von 776.000 Euro sind nicht enthalten die wohl auch stattlichen Kosten für den „demokratischen Prozeß“ und die
einhunderttausend Euro für den für eine kurze Zeit auf dem KL gelagerten Bretterverhau. Vielleicht aber kommt es noch zu einer Offenlegung der Steuergeldgesamtkostenabrechnung für das auf dem KL, was jetzt mit einem aus dem Parlament eben erst bekanntgewordenen Spruch, der es noch zu einem geflügelten Wort bringen könnte, deren Saldo: Danke für Nichts.
Ein menschgemäßes Nichts gibt es nicht, menschgemäß entsteht aus allem Menschengemachten etwas, bloß für Martin Heidegger gibt es ein Nichts, das nichtet, wenn aber wer etwas nichtet, dann ist es der Mensch, in dessen Bilanz als Saldo wie in diesem Fall wieder einmal ausgewiesen werden kann:
„Prüfe und behalte das Beste: Berna-Käse“ – Martin Heidegger
Es sind noch gar nicht so viele Kapitel her, daß in einem von einem zeitgenössischen Philosophen erzählt wird, der Martin Heidegger, auch Martin Heidegger bemüht, um seine „neue Politik der Freundschaft“ zu argumentieren.
Diesem Kapitel ist noch anzuhängen, was Karl Kraus vor dreiundneunzig Jahren schrieb:
Betrieb einer Büromantik von Befreiungskriegen zum Zweck der Sklaverei. Gewimmel von Verwendbaren: Belletristen, Gesundbeter und nun auch jene Handlanger ins Transzendente, die sich in Fakultäten und Revuen anstellig zeigen, die deutsche Philosophie als Vorschule für den Hitler-Gedanken einzurichten. Da ist etwa der Denker Heidegger, der seinen blauen Dunst dem braunen gleichgeschaltet hat und klar zu erkennen beginnt, die geistige Welt eines Volkes sei
die Macht der tiefsten Bewahrung seiner erd- und bluthaften Kräfte als Macht der innersten Erregung und weitesten Erschütterung seines Daseins.
Ich habe immer schon gewußt, daß ein böhmischer Schuster dem Sinn des Lebens näherkommt als ein neudeutscher Denker. Warum das Volk durch seine erd- und bluthaften Kräfte erregt und erschüttert sein muß und wie es dadurch auf einen grünen Zweig kommen könnte, das zu sehen ist natürlich mehr Sache des Glaubens als der Beweisführung; immerhin fühlt man sich an den Einwand bei Gogol erinnert, der gegen einen aufgeregten Schulmeister vorgebracht wird: Gewiß, Alexander der Große war ein großer Mann, aber warum gleich Sessel zertrümmern? Heidegger, der zeitgemäß »Wehrdienst des Geistes« traktiert, unterläßt ja keineswegs, zu sagen, wie man handeln soll:
Man muß handeln im Sinne des fragenden, ungedeckten Standhaltens inmitten der Ungewißheit des Seienden im Ganzen.
Zum Glück gibt die Zeitung, die es zitiert, auf der Stelle einen Anhaltspunkt:
Prüfe und behalte das Beste: Berna-Käse.
Gleichwohl tappt man. Das Bekenntnis zu Blut- und Erdverbundenheit, mit dem sich jetzt diese abgründigen Worthelfer der Gewalt beeilen, könnte vielleicht an jene Gefahr der Verbindung denken lassen, die zwar nicht in der Philosophie, aber in der Medizin als Tetanus bekannt ist, und so wäre die Psychose auf einen nationalen Starrkrampfanfall zurückzuführen, dem alles ausgesetzt ist, was exerzieren und dozieren oder beides zugleich kann. Aber was nützte solche Erkenntnis, da die Bewegung nicht geheilt, sondern geheiligt sein will?
Von da ist im Musischen nur noch ein Schritt zu der Feststellung der sogenannten »Dötz«, das Publikum habe dem Komponisten einer Goethe-Symphonie, die dem Führer gewidmet ist, zugejubelt,
denn es grüßte mit dem Meister die großen Geister, denen sein Werk dient: Goethe und Adolf Hitler.
Der Musikkritiker, der es schrieb, heißt Damisch.
So nur kann, so muß es sein
schloß treffend der völkische Kollege, als es die Künstler endlich erfahren hatten.
Karl Kraus meint mit „Dötz“ wohl nicht das, was darunter umgangssprachlich, plattdeutsch verstanden wird: Kopf, Schulanfänger, Schulanfängerin, sondern — da das wohl kaum noch gebräuchliche Wort durchaus einen heiteren Anstrich hat, sollen die Verwendungen von „Dötz“ erinnert sein — eine Zeitung, und zwar die „Deutschösterreichische Tages-Zeitung“, kurz die von 1921 bis 1933 publizierte „Dötz“, die als Nachfolgeblatt der „Ostdeutschen Rundschau“ von Karl Hermann Wolf galt, und mit diesem Namen ist zusätzlich alles zur deren worthelferischen Gesinnung gesagt …
Soll jeder Name noch erinnert werden, zum Beispiel der vom Komponisten der tonhelferischen Musikstücke? Es genügt anzumerken: er war Österreicher, ebenfalls geboren in Braunau am Inn.
Und wenn könnte es wundern, daß auch für diesen tönenden Österreicher es noch bis vor kurzem die 1938 enthüllte Gedenktafel in der Kendlerstraße zu seiner Preisung gab, irgendwann nach dem Resolutionsantrag in der Bezirksvertretung Penzing am 20. März 2024 wurde diese dann doch nach über fünfundachtzig Jahren entfernt — zurückgeblieben von dieser ist ein Fleck auf der Hauswand, wie am Foto vom 11. Juni 2026 gesehen werden kann, ein Gedenkfleck ist nun davon geblieben. Und wen könnte es wundern, daß dieser Braunauer von 1939 bis 2004 für fünfundsechzig Jahren in einem Ehrengrab der Stadt Wien …
Ob nachgesehen werden soll, ob es die Gedenktafel für diesen Österreicher in der Hetzendorfer Straße noch gibt, über die „Das kleine Volksblatt“ am 22. Mai 1938 so heimelig schreibt, ein Herr Karl Borromä. Es ist immer heiter, die automatische Texterkennung von Digitalisaten zu lesen, so auch diese von diesem Artikel, und das will nicht ungeteilt sein:
Sonntag, 22. Müi 1938
Das Klri«e Bokksblatt
Nr. 140— Seite.21
Kauüersiunde mtt tun Meister in seinem Ni euer iseim.
Von Len deutschösterretchlschen Heimkehrern aus dem Altreich sind wohl nicht viele in Wien so herzlich begrüßt worden wie der große Tondichter Josef Reiter. Der Meister des deutschen Männerchores wurde von den Chorvereinigungen, die in der Systemzeit über „höheren“ Befehl seine echt deutschen Lieder nicht singen dursten, dafür um so inniger willkommen geheißen.
Die Stadt Wie» verlieh ihm als ersten, unentwegten natio-nalsozialistischen Künstler den Ehrenring, und die Worte, die aus diesem festlichen Anlaß der Wiener Vizebürgermeister Ing. Blafchke an Joses Reiter richtete, zeichneten das Bild eines wahren deutschen Mannes und Künstlers. So liegt es eigentlich nahe, Josef Reiter zu besuche« und aus feinem Munde die Leide» der Vergangenheit und die Freude» der Gegenwart erzählen zu hören. Der Besucher findet den berühmten Tondichter nicht in einem vornehmen Großstadt-Hotel, wo sonst die Größen der Musil und Kunst abzusteigen pflegen. Auch nicht in einem luxuriös ausgestatteten Heim der lärmum-brausten Inneren Stadt. Nein, draußen, weit weg vom lauten Getriebe des Eroßstadtlebens, nahe dem Hetzendorfer Schlöffe, mitten im Grünen, ist unser Komponist bei seiner ihn gut betreuenden Tochter, Frau Oberlehrer Jngeborg Hollocher, abgestiegen «nb fühlt sich dort heimatlich wohl. In diesen Tage« war es nicht leicht, Josef Reiter .daheim“ anzutresfen. Empfänge und .Ehrungen, Besuche bei guten Freunden, die ihn jahrelang vermisse« mußten, liehen ihn vorerst nicht zur Ruhe kommen. Aber dank der fürsorglichen Einteilung feiner Frau Tochter war es schließlich doch möglich, «ine eindrucksvolle Plauderstunde mit Professor Joses Reiter zu verbringen.
Aeberrascht ist man zunächst, daß man statt eines ermüdeten, älteren, nervöse» Herrn sich einem überaus bewegliche«, munteren, weißhaarigen Künstlerkopf gegenübersieht, der trotz feiner 76 Lebensjahre michts greisenhaft Müdes, sondern beinahe jugendliche Frische zeigt. Herzlich erfreut nimmt er den Glückwunsch des Besuchers entgegen, und bei der Plauderstunde im trauten Salon erzählt der Meister von feinem dornenvollen Lebensweg… daheim in Araunau. Es ist sonderbar, aber wahr: Josef Reiters Geburtshaus steht nahe dem Haus im Braunau, wo der Führer «nd Reichskanzler das Licht der Welt erblickte. Ganz stolz ist Josef Reiter darüber und seine Heimatstadt ist «s auch: eine Gedenktafel bezeichnet heute das Haus. Die Musikalität verdankt er feinem Vater, der als Lehrer und Stadtorganist die holde Kunst liebevoll pflegte. Elf Kinder bevölkerten die Lehrerwohnung und das Singen nahm dort lei« Ende. Mit sechs Jahren singt der kleine Josef am Brauauer Kirchenchor und er« paar Jahre später fitzt er schon auf der Orgelbank und vertritt seinen Water bei den Segenmessen. Die Eltern hatten- oft viele Sorgen, am den Lebensunterhalt für die große Familie herbei-zuschaffen. Bester wurde es, als der Vater die Oberlehrerstelle in Linz-Urfahr bekam. Dort besuchte Josef Reiter das Eym-nastum. Nicht wett davon stand die Realschule, in die einige Jahrzehnte später Adolf Hitler ging. Wieder ein seltsames Zusammentreffen der zwei Lebenswege … Aeh er t en Lehrerberuf Zur Musik. Nach der Matura wird er über Drängen eines geistlichen Onkels nach Kremsmünfter geschickt; aber den jungen Novizen lockt die weltliche Musik. Er entschließt sich, den Lehrerberuf zu ergreifen. In Ober- und Nieder-Lsterreich, und endlich in Wien, pl,.gt er sich als Lehrer. Die Musik ist ihm aber die ganzen Jahre hindurch ob er st er Beruf geblieben und immer wieder klingt und singt seine schaffende Seele über dem Alltag. In Wien vollendet er seine Musikstudien und hier ist er in musikalischen Kreisen bald beheimatet. Dem glühenden Wagnerianer ist sein Kunstweg vorgezeichnet. Ueberaus vielseitig ist Reiters künstlerisches Schaffen die ganze« Jahre hindurch. Eine Menge Lieder, Chöre und Balladen, Kirchenmusik in Mosten und Kantaten, Kammermusik und Opern geben davon Zeugnis. Dian ist überrascht, denn bekannt geworden ist Reiter eigentlich nur als Männerchorkomponist, der über den Liedertafelstil hinausging und hochwertig Neues schuf. „Ja,“ meint der Meister lächelnd, als er über diesen Amstand befragt wird, „das war lange Jahre mein einziges Podium: die Gesangvereine! Wühl hatte ich auch auf der Bühne und im Opernhaus Eingang gefunden. Jch erinnere da nur an meinen ersten musik-dramatischen Erfolg im Linzer Stadttheater, wo das lyrische Spiel ,Klopstock in Zürich‘ von mir aufgeführt wurde. Groß war der künstlerische Erfolg, aber fragen Sie nicht nach dem materiellen! Viele Jahre mußte ich ein Defizit von 1060 Gulden als monatlichen Abzug meiner Pension tragen. Aber trotzdem war ich mit Leib und Seele dem dramatischen Fach verschrieben und t« der Folge schuf ich die Opern ,Tell‘, .Der Totentanz‘ und ,Der Bundschuh‘. Die beiden letzteren erlebten einige Tage vor dem errlichen Umbruch (5. März 1938) in Berlin glänzende Aufführungen. Rn» hat stch auch die Wiener Oper dafür interessiert“ Die Leone teo -Schaffens. „Und was schaffen Sie jetzt, verehrter Meistert“‚ erlaubt sich der Besucher schüchtern zu fragen. „Mit der großen Ev e th e- Symphonie, die ich im Beethoven-Eedächnisjahr 1927 als mein Bekenntnis zu Beethoven be-.- i.%i „- ■ E i.WiW.Sffi.1»-*-.^-.-.- -.I.M. gctttn und zum 100. Todestage Schuberts im Jahre 1828 vollendete. betrachte ich mein Schaffen beendet. Ich war so mit Leib und Seele bei dieser Komposition, daß mein ganzer Organismus nach der Vollendung zusammen-brach und ich von den Merzten bereits auf-gegeben wurde. Aber Gott fei Dank konnte ich wieder gesunde« und den großen Erfolg dieses dem Führer gewidmeten Werkes, das über zweieinhalb Stunden zur Aufführung benötigt, noch erleben.“ Josef Äel ers politischer Meg. Der Meister, dem man die Lebensfreude geradezu ansieht, erzählt nun von feinem politischen Weg und seiner Verbannung: „Ich war schon im Jahre 1929 Wahlkandidat der NSDAP, und machte aus meinem deutscher? Herzen keine Mördergrube. In meinem ständigen Wohnsitz in Eroß-Gmain war ich als Freund der.Illegale«‘ bekannt, und man sagte mir sogar nach, daß in meinem Hause die Flüchtlinge, bevor sie nach Bayrisch-Gmain Über die Grenze flohen, von mir .ausgerüstet‘ worden feien. Zu Ostern 1933 erlebte ich das Glück, bei unserem Führer in Berchtesgaden eingeladen zu werden. So ganz ohne Stolz sprach der Reichskanzler mit mir und war recht herzlich, als ich ihm sagte, daß ich sein -engerer Landsmann sei. Wissen Sie, sagte ich, in Braunau wurde ich wohl geboren, geimpft aber haben sie mich in Simbach. Da muß schon meine Liebe zum großen Deutschen Reich mitgeimpft worden sein!— Wenige Monate später übersiedelte ich nach meinem jetzigen Wohnort Bayrisch-Emain und war wieder ganz in der Nähe von Berchtesgaden bei meinem Führer. Lustig war es, als ich hörte, daß auf der Groß-Emainer und Salzburger Gemeindetasel meine Ausbürgerung stand. Unterschrieben war diese Kundmachung ausgerechnet von einem Bezirkshauptmann Reiter! Weniger lustig war es aller dings, daß ich seit diesem Zeitpunkt keinen Groschen meiner Pensionen erhielt. Obwohl ich Ehrenbürger von Braunau und sogar von Wien war, bürgerte man mich als lästige» Deutschen aus! Mit inniger Anteilnahme verfolgte ich die Entwicklung in Deutschösterreich und vft und oft blickte ich in die Berge meiner Heimat. Ich wußte, der Tag wirb kommen und er kam!“ Es ist inzwischen spät geworden und mit heißem Dank scheidet der Besucher von dem liebenswürdigen Tondichter. Vor dem Wohnhaus« hält er noch einmal inne und fein Blick schweift über die Hügelketten des Wiener Waldes, der sich hier frei bietet. Und dann schreitet er die Hetzendorferstraße entlang zur Stadt. Da fällt ihm vor dem Hause Nr. 89 dieser Straße eine Gedenktafel auf, fie bekundet: „In diesem Hanse schuf der Tonkünstler Josef Reiter tm Jahre 1883 fein« Oper .Klopftock in Zürich‘.“ In einige« Monaten wird dieses Werk in der Wiener Oper zu hören fein und dann werden vielleicht die Wiener zu diesem Hause pilgern und sich wundern, daß fie es nicht schon längst dankbar gefunden haben! Karl Vorromä.
Es will nicht nachgesehen werden, ob es die Gedenktafel in der Hetzendorfer Straße noch gibt oder seit wann nicht mehr, das ist einerlei. Vielleicht ist von dieser inzwischen auch nur ein Fleck zurückgeblieben, wie in der Kendlerstraße. Und sollte es diese noch geben, dann ist es ebenfalls bloß ein Fleck.
Von diesem Buch des Karl Kraus wird sehr vielleicht noch in einem weiteren Kapitel erzählt, dann aber auch unter Bekanntgabe des Buchtitels.
„Schütze lädt Schütz zum Hearing ein“
Das identitäre respektive patriotische „Volksfest“ am 20. Juni 2026 auf dem Stephansplatz wäre wohl der gesinnungsgemäße Feierrahmen für Eva Schütz, sollte sie zur Generaldirektorin des öffentlichen-rechtlichen Rundfunks Österreichs gewählt werden, und gänzlich ist dies nicht auszuschließen, muß sie doch bereits jetzt zumindest erst noch für einen Stiftungsrat eine Ausschreibungskriterienerfüllende sein, wenn er, Gregor Schütze, wie berichtet wird, sie zum „Hearing“ einlädt. Mag. Gregor Schütze, stellvertretender Vorsitzender des Stiftungsrates, der gemäß der Liste für die österreichische Bundesregierung im Stiftungsrat sitzt, um genau zu sein, für eine Partei der Bundesregierung, nämlich für die ÖVP.
Wenn etwa der auf einem identitären Stuhl im Stiftungsrat sitzende Peter Westenthaler sie eingeladen hätte, wäre das keine Überraschung, sondern lediglich gesinnungsgemäß folgerichtig.
Aber es ist Gregor Schütze, der für die derzeitige in der Bundesregierung Österreichs ÖVP, die, kurz ist es her, mit einem Sommerfragebogen …
Vonseiten des Stiftungsrates Gregor Schütze wurden laut „Krone“-Informationen folgende Kandidatinnen und Kandidaten für das Hearing vorgeschlagen: Eva Schütz, Lisa Totzauer, Kathrin Zierhut-Kunz, Robert Altenburger, Clemens Pig, Markus Breitenecker und Johannes Larcher. Eine Findungskommission des ORF-Stiftungsrats ist am Montag zum Schluss gekommen, dass 13 der in Summe 75 Bewerberinnen und Bewerber die Ausschreibungskriterien für den Top-Job erfüllen.
Kronen-Zeitung. 5. Juni 2026.
Die Schlagzeile „Schütze lädt Schütz zum Hearing ein“ ist ein bekanntes Wortspiel. Es bezieht sich auf die Wahl der ORF-Generaldirektion und ein Posting des ORF-Journalisten Armin Wolf auf der Plattform Bluesky. [1, 2] Dahinter stecken diese Personen: Harald Schütze: Der stellvertretende Vorsitzende des ORF-Stiftungsrats. [1] Eva Schütz: Die Herausgeberin der Medienplattform Exxpress. [1] Das Ereignis: Harald Schütze hat die Medienmanagerin Eva Schütz offiziell zu einem Hearing für den Posten der ORF-Generaldirektion eingeladen. [1, 2] Die Aufregung: ORF-Moderator Armin Wolf kritisierte diese Nominierung scharf. Er bezeichnete das Medium von Eva Schütz unter anderem als „rechte, rassistische Fake News-Schleuder“. [1, 2] Die Folge: Der ORF-Generaldirektor ließ daraufhin das Social-Media-Posting von Armin Wolf rechtlich prüfen, da ein Verstoß gegen den ORF-Ethikkodex im Raum stand. [1]
Google. Übersicht mit KI. 9. Juni 2026.
„Schütze lädt Schütz zum Hearing ein“, ist für KI ein „bekanntes Wortspiel“, vielleicht bringt „Schütze lädt Schütz zum Hearing ein“ es gar noch zu einem Volksspruch. Ob Gregor Schütze der KI-Vorname „Harald“ vielleicht sogar besser als Gregor gefiele?
Kein Witz hingegen ist die Aufforderung von EXXpress , ebenfalls am 9. Juni 2026 gelesen:
G exxpress auf Google als bevorzugte Nachrichtenquelle festlegen Aktivieren
Es hätte viel gegeben, das Armin Wolf anführen hätte können, das Eva Schütz nicht zur Empfehlung gereichte, das aufgezeigt hätte, wessen Ausschreibungskriterien Eva Schütz erfüllte, es wären die wohl nicht aufgeschriebenen aber ausgelebten von beispielsweise Peter Westenthaler und seinesgleichen, aber Armin Wolf zog es vor, Kommentarhinterlassende auf Exxpress gegen Eva Schütz —
Die Herausgeberin dieser Website bewirbt sich als ORF-Generaldirektorin.Wenn das irgendwer ernst nehmen sollte, fällt mich echt nix mehr ein.
Armin Wolf. Bluesky. Vor 14 Tagen.
Selbstverständlich, genau und redlich wie er ist, fügt er seinem Kommentar einen Screenshot von den Kommentaren an. Und vor drei Tagen:
Der stv. Vorsitzende des Stiftungsrats ist offenbar der Meinung, dass die Herausgeberin einer rechten, rassistischen Fake News-Schleuder (die praktisch täglich den ORF diffamiert und Millionenverluste produziert) als ORF-Generaldirektorin geeignet ist. Es macht mich ratlos
Armin Wolf. Bluesky. Vor drei Tagen.
Herr Westenthaler und die FPÖ sind sehr entrüstet, dass ich Frau Schütz als Herausgeberin einer „rassistischen“ Website bezeichnet habe.. Offensichtlich haben sie nicht bis zum angehängten Screenshot der groß auf ihrer Website präsentierten „Top Kommentare der letzten Woche“ gelesen.
Armin Wolf. Bluesky. Vor 1 Tag.
Und, wie heute, am 9. Juni 2026, gelesen, hängt Armin Wolf noch einmal den Screenshot der Kommentare vor vierzehn Tagen an, zur Verdeutlichung, als Beweis, explizit vielleicht für Peter Westenthaler und die FPÖ … Es scheint in Österreich das eine Tradition zu sein, nicht direkt gegen wen vorzugehen, Vorwürfe zu erheben, sondern, wie in diesem Fall, gegen Kommentar schreibende Unbekannte, und diese Tradition wird in Österreich sonst vor allem gepflegt, wenn es gegen Angstellte geht, wie jüngst wieder gegen Beschäftigte von Hochgestellten …
Wofür Eva Schütz sich empfiehlt, das wurde bereits in einem Portfolio zusammengestellt, und das ist etwas mehr als ein Monat her, dem nichts mehr hinzuzufügen ist, außer noch, was aus dem ORF werden würde, wenn sie zur Generaldirektorin gewählt werden würde, aus dem ORF würde das werden, wovon Eva Schütz so recht am meisten versteht: eine Anstalt des „Gesinnungsjournalismus“ —
Das ist kein Qualitätsjournalismus […]. Das ist Gesinnungsjournalismus.
Eva Schütz. Herausgeberin. Exxpress.
Und Eva Schütz zur Seite tritt ein Medium, von dem gemeint wurde, da seit langem nichts mehr von diesem vernommen, es existiere gar nicht mehr.
Aber, es existiert, und wie vor Jahren einmal festgestellt wurde, auf eine rechte Art so wohl ganz nach dem Journalismusgeschmacke einer Eva Schütz und ihresgleichen …
Armin Wolf hat die Exxpress-Herausgeberin und ORF-Bewerberin Eva Schütz (nicht zum ersten Mal) als „rassistische Fake-News-Schleuder“ beschimpft.
Herr Wolf stellt sich auf eine Stufe mit irgendwelchen kleinen Postern im Internet (die er allerdings staatlich verfolgt sehen will, wenn sie ähnlich über ihn reden wie er über Frau Schütz).
Wäre er einer von ihnen, wäre ich absolut gegen eine Ahndung seiner Äußerungen gegen Frau Schütz. Er ist aber nun einmal kein einfacher kleiner Internet-Poster, sondern der von der Allgemeinheit bezahlte und gesetzlich zur Ausgewogenheit verpflichtete Anchorman des ORF. Verzichtet er auf seinen ORF-Posten, kann er gerne posten, was er will. Im Gegensatz zu Herrn Wolf bin ich für Meinungsfreiheit im Internet.
fisch+fleisch. Aron Sperber. ORF-Posten oder Posten wichtiger? #orf #Politik. 8. Juni 2026.
Wieder einmal enthüllt die Karl-Lueger-Statuette und verhüllt das Müllner-Kunschak-Mal
Wenn es wieder einmal zu einem Festakt am KL-Platz kommen wird,
und zu dem wird es wohl kommen, vielleicht noch vor Sommerbeginn 2026, aus Anlaß der Säuberung und des Herausputzens und der in der ersten Juni-Woche 2026 erfolgten Wiederhinstellung des kunschak-müllnerischen Mals,
dann darf es in diesem Festakt nicht verabsäumt werden, die wienerische Stadtplanung gerade am Beipiele des KL-Grätzels hervorzuheben.
Und wer könnte den Part zur lobenden Erklärung der Wiener Stadtplanung anhand des Beispiels KL-Grätzel übernehmen? Berufen wohl dafür wie keine zweite der beauftragte Künstler, der die jüngste Schiefe im KL-Grätzel geplant, die eben erst im KL-Grätzel umgesetzt, vollendet ward.
Seine erklärende Lobung könnte er beginnen mit der Tafel hinter oder — je nachdem, von welcher Seite das KL-Grätzel betreten wird — vor dem von ihm in die Schieflage gebrachten Mal, weshalb diese Tafel in keine Schräge gebracht wurde; vorstellbar dabei ist, daß er in seiner Erklärung darauf verweisen würde können, es handle sich dabei eben um eine Tafel der christlichen Toleranz zum Gedenken …
Da seine Ausführungen zu seiner Mal-Schiefe bereits allseits und zur Genüge bekannt sind, wird er diese nicht notwendigerweise im Festakt selbst zu wiederholen brauchen, sondern lediglich gebührend in einer Eröffnungsfestansprache von einer Vertreterin der Stadt Wien selbst noch einmal hören dürfen. So kann er gänzlich auf die Erklärungen der weiteren Schräge im KL-Grätzel sich konzentrieren und also gleich zur Ausführung der zweiten Schräge im KL-Grätzel für das werte Festpublikum voranschreiten — zum Zierbrunnen.
So darf diesem angenommenen vielleicht noch vor den großen Sommerferien 2026 stattfindenden festlichen Wiederenthüllungsakt auf dem KL-PLatz mit Lerngier entgegengesehen werden, also der Wissensvermittlung durch den Künstler für die bis heute fehlende historische Erläuterung der Schiefstellung des Zierbrunnens im KL-Grätzel, und ob dessen Schieflage ihn zu seiner Mal-Schiefe inspirierte,
ob es ihm ein vordringliches Anliegen war, endlich diese Asymmetrie zwischen Mal und Zierbrunnen im KL-Grätzel einer — wie er und mit ihm die Vertretung der Stadt Wien es wohl selbst beloben würden und vielleicht erneut im Festakt verstärkt werden — geglückten Gestaltung …



























Du muss angemeldet sein, um einen Kommentar zu veröffentlichen.