„Wir sind daher der wahre österreichische Verfassungsschutz.“ Da ist es ihm zu wenig nur zu applaudieren, dazu muß der zurzeitige Nationalsratspräsident auch lachen – In der Hofburg nicht nur ein Rosenkranz für Kickl

Es haben am 20. Juni 2026 viele in der Hofburg zu Wien in Österreich geredet, das aber, was zwei dabei geredet haben, ist im Ganzen festzuhalten, um das Ausmaß des Erwartbaren von dieser sich selbst zur identitären und patriotischen erklärten Parlamentspartei zu dokumentieren, es ist nichts Überraschendes dabei, nichts, was ohnehin seit Bestehen dieser Partei recht bekannt ist, es ist bloß die Wiedervereidigung, die Wiederverfestigung diesmal in der Hofburg dessen, was von dieser Parlamentspartei je zu erwarten war und vor allem wieder ist, in einem Land jedoch, in dem alles dem Vergessen so gerne und so eilfertig anheimgegeben wird, ist doch zu dokumentieren für den mit Gewißheit wieder nächsten kommenden Tages zur entgegnenden Vorlage der dem Vergessen-Anheimgebenden: jedwede Betätigung dieser Partei wieder und wieder —

Segen der Technik, es muß nicht mehr selbst mühsam transkribiert werden, was in diesem aktuellen Fall die zwei in der Hofburg reden, es gibt dafür Maschinen, die das Geredete automatisch in Geschriebenes übertragen. Und es muß eingestanden werden, die Maschinen machen es erträglich, lustig, da die Maschinen so manches Geredete, im aktuellen Fall auch von diesen beiden, ins Geschriebene anders als geredet übertragen …

Es ist bei der automatischen Übertragung vieles dabei, das harmlos ist, dennoch sollen zwei oder drei Beispiele aufgrund deren Lustigkeitsfaktor zum erleichterten Einstieg in das, was die zwei in der Hofburg am 20. Juni 2026 reden, an den Beginn gesetzt werden.

Heimat, Heimat ist dort, wo man sich nicht erklären muss, hat Herr da so wundervoll und zeitlos richtig formuliert.

„Herr da“, der „da so wundervoll und zeitlos richtig formuliert“, ist Johann Gottfried Herder. Nicht, daß das gewußt werden muß, aber ein Beispiel, für wieviel Heiterkeit Maschinen der automatischen Übertragungen sorgen können.

Unser Nationalratspräsident hat vorher über Philosophen gesprochen. Martin Heidecker, einer der größten Denker des 20. Heideer hat gesagt, Aristoteles wurde geboren. Er arbeitete und er starb und damit zur Sache selbst. Und manche, die das hören, die glauben, dass Heideker […]

„Heidecker, Heideer, Heideker“, das ist Martin Heidegger, über den es auch ohne Übertragungsmaschinen schon viel zu lachen gab, damals aber noch von Menschen selbst geschrieben, etwa von Karl Kraus.

[…] Aufstieg von der kleinen feinen Honorationen Partei zur Partei, die mit Jörg Heider vor nahezu exakt 40 Jahren […] und den vielen Weggefährten Jörkeiders und vielen dazugekommenen jungen Mitstreiterinnen und Mitstreitern, die heute auch hier sitzen.

„Heider“, „Jörkeiders“, das ist Jörg Haider mit seinem System, das weder heiter oder lustig …

Jetzt bin ich, weil heute ein Geburtstag ist, der etwas Freudiges ist, nicht ganz staatstragend toernst geblieben. Tut mir leid. Daher wieder im Ernst zur Frage, ob es eine am Begriff der freiheitorientierte Partei wie die FÖ braucht. Man könnte meinen, dass was wir seit 1848 über die Gründung der ersten Republik und seiner geltenden Verfassung erreicht haben, genügt. Der Verfassungsschöpfer Hans Kelsen konnte übrigens auf Vorarbeiten seines Lehrers, eines genetischen 1848 zurückgreifen. Edmund Berner Zig. Ich traue es mir gar nicht zu sagen im Vertrauen. Burschenschafter,

„Edmund Berner Zig“, Edmund Bernatzik, geboren am 28. September 1854, ist also „genetisches 1848“, der so kann von ihm gelesen werden, trotz gesundheitlicher Beeinträchtigungen mehrere Mensuren ficht, von denen er Schmisse …

Zugegeben, es wäre leicht, das Lustige der Übertragungsmaschine zu korrigieren, aber es wäre ungerecht, das Lustige nicht zu teilen, darüber hinaus müßte dann auch das Lustige, daß die beiden selbst von sich geben, ebenfalls korrigiert werden, korrekt dargestellt werden, das aber erscheint als eine schier nicht zu bewältigende Aufgabe, wie anhand eines einzigen Beispiels gezeigt werden kann.

Hinzu kommt auch das, es wurde nicht angehört, was die beiden reden, zusammen über annähernd achtzig Minuten lang reden , so kann auch nicht gesagt werden, ob das Lustige auch von den beiden oder nur von der Übertragungsmaschine —

[…] Es gab in der Geschichte zwei, man nannte sie Philosophen auf dem Thron. Mark Aurel als römischer Kaiser mit starken Wienbezug und König Friedrich II. Der Große von Preußen. Die Tatsache, dass das dritte […] verdanken wir den Philosophen auf dem Obmannsitz. Herr Bundesparteiobmann und ClubOmann […] Wir alle und ich auch persönlich bin auch zu großem Dank verpflichtet für das Vertrauen, dass du mir und meiner Person schon so oft entgegengebracht hast. Wir alle begleiten und unterstützen dich weiterhin liebend gerne. Auch für das Volk bist du die Nummer ein Kanzler eben ein Volkskanzler.

Was nicht zu berichtigen werden braucht, ist die wahre Aussage von dem einem der beiden:

Übrigens wird es auch nie einen Bevölkerungskanzler geben.

Wo sonst als in der Hofburg, der den Mannen dieser Partei der ihnen ihr rechter Ort der geschichtlichen Umdeutung, soll einer von ihnen von Friedrich Schiller reden

Lieber Mario Kunasek, ich habe gehört auch in der Steiermark wurde angeblich jetzt momentan die heilige Ordnung auch wieder gestört. Aber ich kann beruhigen, sie wird noch nicht hergestellt werden von denen, die es meinen. Monarchen, legitimiert durch das Gottes Gnadentum, regierten wieder absolut. Der Schock der französischen Revolution schien ausgemerzt. Spitzelwesen, Zensur, Repression. Ich spreche von den Jahren nach 1815. Das hat nichts mit dem heute zu tun. Stand an der Tagesordnung. Aber die Ideen der Aufklärung, die nationalen Bewegungen der Befreiungskriege, gestützt auf Philosophie und Literatur, Stichwort Freiheitsdichter Friedrich Schiller, war nicht mehr aufzuhalten. Übrigens Philosophie Geistesgeschichte. Es gereicht absolut zum Vorteil, wenn Spitzenpolitiker, vor allem Parteiobleäute sich in Philosophie gut auskennen. Es erleichtert das Denken in größeren Dimensionen. Lieber Herbert, in Lesehallen und Diskussionszirkeln konnte man sich in der Epoche des Vormärz kulturhistorisch die Epoche des Biedermeier austauschen. Die Universität, Lehrer und Studenten hatten trotz aller Repression durch das System met einen Begriff, wie ein Samenkorn in sich, das langsam reifte.

Er redet von „Lesehallen und Diskussionszirkeln“ der Vergangenheit, nicht von ihren Wärmestuben, in denen heutigentags Lesestoff eingeheizt wird, mit dem sie sich gegenseitig …

[…] verbunden mit dem Stolz und dem Respekt der Leistungen der Kulturnation, der wir angehören, als klare Hinwendung und als Auftrag zu patriotischer Gesinnung. Und jetzt das mit Spannung erwartete apostrophierte zentrale Wort. Es wurden schon Wetten angenommen, Freiheit. Wenn ich diesen Begriff als die Wurzel unserer Politik bezeichne, so ist das Streben nach und die Garantie der Freiheit das Programm, von der sich alle politischen Entscheidungen ableiten. Hand in Hand die Selbstbestimmtheit des Einzelnen und die Freiheit der Völker, der Nationen, der Nazio. Das kommt aus dem Lateinischen. Bedeutet Geburt hineingeboren sein. Volk. Ich sage es dazu, weil Latein als tote Sprache zunehmend aus den Lehrplänen gestrichen werden soll. Da kann man halt dann auch mit dem Begriff Migratio und seinen verschiedenen Vorsilben auch nichts mehr anfangen. Irgendwie schade dieser Wissensverlust, weil wenn man etwas nicht weiß, muss man bekanntlich alles glauben. Wenigstens ist die Ableitung vom lateinischen Diversium in Diversity oder Diversion kein Kampfbegriff oder Freiheit.

Er redet recht viel von der „Freiheit“, besonders von der, „die wir meinen“. Er ist zwar kein „Parteiobleäute“, sondern nur einer aus der Staffel der „Parteiobleäute“, aber auch einem Staffelläufer gereicht es zum Vorteil, sich gut in Philosophie auszukennen, von dem er vor seinem „Parteiobleäute“ Zeugnis legt, wenn er den Titel „Die Freiheit, die wir meinen“ ins sein Gerede einflicht, von dem, es muß zugegeben werden, nicht gewußt wird, ist es Roman, ist es ein Traktat, ein Manifest …

„Freiheit, die wir meinen“, als musischen Manne, der er ist, wird ihm vielleicht auch dieses lyrische Wort zu einem Dichter, der heutigentags noch den besten Ruf bei Frauen und Männern dieser Partei genießt, nicht unbekannt sein, vielleicht aber ist ihm dieses lyrische Wort zu einem Dichter unbewußt in sein Gerede gekommen, heraufgekommen aus den Tiefen der kulturellen Zugerichtetheit der Frauen und Männer dieser Partei, aus der „großen vaterländischen Oper“, die von vielleicht ihnen ersehnt, eines Tages in der Wiener Staatsoper wieder …

In der Wiener Staatsoper einst zu hören diese zu Psalmen erhobenen Verse:

Was Ihr seit sieben Jahren habt ertragen , Bleibt Euer Loos für alle Zeit,

Lüzow. Greift nicht der Bürger endlich selbst zum Schwerte, Wird Deutschland immer Frankreichs Sclave sein. Dritter und anderer Bürger. Ja , er hat Recht ! Damit es besser werde, Muß Jeder sich dem Vaterlande weih’n. Lüzow, Körner und das ganze Volk. „In’s Feld, in’s Feld ! Die Rachegeister mahnen ; Auf , deutsches Volk! Zum Krieg , zum Krieg ! “ Lüzow. Noch herrscht der Fremde überall im Lande. Dies Königswort zeigt uns die rechte Bahn. Körner mit dem Volke. „In’s Feld, in’s Feld ! Hoch flattern unsre Fahnen ! Sie führen uns zum Sieg , zum Sieg ! “ Lüzow.

Uns zu erretten aus der Knechtschaft Schande , Folg ich dem Ruf und geh‘ Euch gern voran , Und Alle, die des Landes Noth mag rühren , Will ich als Freischaar zu dem Heere führen.

Wer hier es mit dem Volke redlich meint , Hat sich mit mir zu einem Bund geeint. Körner. So folg ich Euch ; laß ich auch hier zurück Der Kunst Triumphe und der Liebe Glück. Viele aus dem Volke. Freiwillig folg auch ich den deutschen Fahnen , Die uns den Weg zu der Erlösung bahnen ! (Trommenwirbel.) Lüzow. Horch ! Es nahet die Patrouille ! Verberget Euch vor ihrem Blick. Alle. Nicht lange mehr wird Eure Herrschaft dauern , Es nahet bald der Tag , der alle Leiden rächt. Lüzow. So gehe jetzt ein Jeder zu den Seinen , Abschied zu nehmen und dann seit bereit , Daß wir im Stillen wieder uns vereinen , Um fort zu ziehen in den heil’gen Streit ; Der Losung denkt, der Freiheit , die wir meinen : , Deutschland muß siegen oder untergeh’n ! Alle (mit großer Begeisterung). Deutschland muß siegen oder untergeh’n!“ (Der Vorhang fällt.)

Eine Oper aus der Zeit, die dem Instrumentalisten, der in der Hofburg am 20. Juni 2026 redet, keine unbekannte ist, redet er doch viel von der Zeit nach 1815

Weil wir in einem Spannungsfeld sind. Es gibt nämlich auch andere Ideologien, die die Freiheit, die wir meinen, bedrohen. Da gibt es doch den Ruf nach Gleichheit. Ja, Gleichheit vor dem Gesetz. Natürlich steht das auch im Staatsgrundgesetz, aber um es mit Gote zu halten, ich glaube, sie kennen ihn. Wer Freiheit und Gleichheit zusammen verspricht, ist ein Fantast oder Charlatan. Das bedeutet z.B. für einen Bereich im politischen Handeln, z.B. im Bildungssystem. Was nicht alle können, darf keiner können, ist die Maxime der Gleichmacher mit der Folge eines sinkenden Niveaus. Für mich ist ein Bildungssystem am Wert der Freiheit und nicht der Gleichheit zu orientieren, um erfolgreich die Zukunft der zu bildenden und auszubildenden Jugend zu garantieren. reden wir von anderen Freiheiten, Pressefreiheit. Natürlich darf es niemals Zensur geben, wenn es um Recherchearbeit oder Meinungsfreiheit, Redaktionsgeheimnis und Enthüllung geht, aber wenn Lüge, Diamung und Ideologie Merkmale des Qualitätsjournalismus werden und die, die am lautesten Fake News anbrangen selbst bis zum Hals darin stecken, dann ist das nicht die Freiheit, die wir meinen. oder wenn die garantierte Freiheit der Kunst ebenso für den eigenen Machterhalt politischer Systeme herangezogen und missbraucht wird. Ja, Kunst, Kunst schaffen ist auch politisch, aber die moralische Instanz von Kunstschaffenden in Talkshowformaten herauszuputzutzen oder sich bei Kanzlerfesten mit Künstlern als pseudomoralische Instanzen zu umgeben, nein, danke. Beiden Freiheiten ist es übrigens gemein, dass sie ohne staatliche Subventionen nicht in diesem Maße lebensfähig wären. Es gibt aber kein Grundrecht auf Steuersubventionen. Es es sind auch diese drei Politikfelder Bildungspolitik, Medienpolitik und Kulturpolitik, die am stärksten ideologisiert sind. Wer kontrolliert, was künftige Generationen wissen müssen oder dürfen? Wer kontrolliert, welche Meinungen medial transportiert werden und wer darf z.B. die vorhin angesprochenen Werke dieses Herrn Göte so künstlerisch frei interpretieren und inszenieren, damit auch im heute die richtige Meinung und die richtige Lehre daraus gezogen wird und vor allem dann auch das richtige Wahlverhalten abgeleitet werden kann. Ein klares freiheitliches Jahr zur Freiheit von Wissenschaft und Lehre bis hin zum häuslichen Unterricht, zur Freiheit der Kunst, zur Freiheit der Presse, zur Unverletzlichkeit des Hausrechts, des Briefgeheimnisses, des, wie heißt es dort so schön antiquiert, Fernmeldegeheimnisses, der Religions und Glaubensfreiheit, der Versammlungsfreiheit. Ja, alles ist in unserer Demokratie erlaubt. Ob Landwirte mit Traktoren für gerechtere Milchpreise oder schillernd verkleidete Menschen mit Regenbogenfahnen und lauter Technusik für zick neue Geschlechte eintreten oder Menschen auf die Straße gehen, um für eine strikte Neutralitätspolitik zu kämpfen. All das muss möglich sein. Und wenn ich hier und wenn ich hier in der Hofburg stehe, ja, sogar gegen die Abhaltung eines Balls in diesen Räumlichkeiten darf demonstriert werden. Aber Demonstrationsrecht bedeutet nicht, dass dadurch Körperverletzung, Sachbeschädigung oder das Verhindern selbstbestimmten Handelns anderer entschuldigt und exulpiert wird. Und ich sehe immer deutlicher: Sage mir, wer gegen dich demonstriert. Sage mir, wer dich medial anpatzt. werde ich vor Schülern diskreditiert, werde ich kriminalisiert, werde ich auf einer Theaterbünde durch den Schmutz zieht, vielleicht sogar mit einem amtlichen Ausweis als staatlich geprüfter Satiriker, weil es gibt ja, habe ich gehört, auch satirische Charlatane, an denen sich Wege und Geister der Medienkontrolle scheiden. Wer sogar soweit geht, deine Existenz zu ruinieren, dann sage ich dir, wer du bist und dass du aus deiner freiheitlichen Sicht alles richtig gemacht hast. Wenn man in der Politik und wir feiern den Geburtstag einer politischen Partei in einer liberalen Demokratie, was eine durch Verfassung kontrollierte Regierung, freie Wahlen, Schutz der Grundrechte, Rechtsstaatlichkeit und und bedeutet, dieser Begriff liberal, also das, was unser 1848er Freiheitsgehen bedeutet, alles richtig machen will, so gibt es nur einen Gradmesser. Das Wahlergebnis.Zwischendurch vielleicht eine ganz nette Meinungsumfrage als Momentaufnahme. Die Zeit zwischen Wahlen als echtem Elchtest kann einem Jahr sehr oft sehr lange vorkommen. Dem unzufriedenen Menschen kommt diese Zeit meist besonders lange vor, weil das Souverän der Demokratie, das Volk, das Wahlvolk, nicht die Bevölkerung, es gibt keine Wahlbevölkerung beim Urnengang immer recht hat. Und ich verwarre mich gegen die Unterstellungen. FPÖ Wähler seien vor dem Urnengang gerade quasi erst von den Bäumen heruntergeklettert und so dumm. Eine unheuerliche Unterstellung, ein Hochmutersgleichen. Und wir wissen, Hochmut kommt vor dem Fall. Übrigens wird es auch nie einen Bevölkerungskanzler geben. Und eines kann ich mir nicht verkneifen, weil viele politische Mitbewerber ja Probleme mit manchen Begriffen haben. Seit ich die große Ehre hatte, Abgeordneter zum Nationalrat, natürlich für die FPÖ zu sein, übrigens auch, weil ich Volksanwalt, hat mich auch daavor nicht das Wort national nie gestört. Mich wundert es nur, dass die, die beim Wort national am stärksten zusammenzucken und es verdammen, als Nationalratsabgeordneter bei Eingang des Nationalratsbezuges am Konto offenbar keine Unlustgefühle entwickeln. Jetzt bin ich, weil heute ein Geburtstag ist, der etwas Freudiges ist, nicht ganz staatstragend

„Gote“, Göte“, das ist Goethe, dessen Werk ihnen allenthalben den einen und anderen Vers liefert, sofern er ihnen gesinnungsgemäß …

Nun wurde von dem Instrumentalisten mehr als genug zitiert, was er am 20. Juni 2026 geredet, was die Übertragungsmaschine aus seinem Gerede ins Schriftliche gebracht, viel Lustiges ist darin, nicht alles aber ist harmlos, und läßt, wieder einmal, erahnen, mehr, wissen, was von dieser Partei je zu erwarten ist, das, was sie in Vergangenheit erfüllte, erfüllt sie in der Gegenwart und wird sie auch in der Zukunft wieder erfüllen.

Das Hofburgpult zierten kein „B“ und nicht diese Schleife, als die zwei von diesem aus redeten, aber es schien angebracht, das Hofburgpult mit einem „B“ und dieser Schleife“ zu versehen, jedoch nicht um auf Burschenschaften hinzuweisen, sondern auf das Bundesheer nicht zu vergessen, zu erinnern an die gesinnungsgemäßen Verbandelungen mit dem Bundesheer Österreichs …

Was der eine von der „Freiheit, die wir meinen“ redet, redet auch der zweite von diesem Pult herab …

Freiheit, die wir meinen, natürlich immer auch die Freiheit und die Unabhängigkeit unseres eigenen Landes. Und das betrifft unser Verhältnis zu anderen Staaten, unsere Rolle in internationalen Organisationen und als Mitglied von internationalen Gemeinschaften. Und für diese Freiheit, die genauso wichtig ist wie die vorhergenannte, da gibt es einen eigenen Namen und er lautet Souveränität. Und diese Souveränität ist nur dann gegeben, wenn niemand anderer als unser eigenes Volk, das heißt die Summe unserer Staatsbürger, das letzte Wort hat in allen politischen Entscheidungen.Er ist die höchste demokratische Instanz in unserem Freiheitlichen Denken und über ihm, über diesem Souverän, da steht keine Europäische Union, ob mit ihrer Kommission oder mit ihrem Parlament. Da steht keine WHO, da steht kein Weltklimarat und alles was dergleichen noch daherkmt. und darüber und darüber über diesem souverän, ich sag das auch ganz bewusst an diesem heutigen Tag, da stehen auch keine internationalen Gerichte, weil sie demokratisch nicht legitimiert sind, aber weil sie immer mehr Weichenstellungen einzementieren und damit die Gewaltentrennung als Herzstück der Demokratie attackieren oder außer Kraft setzen. Liebe Freunde, wir sind kein Filialbetrieb einer Brüssler Konzernzentrale, wir sind keine Befehlsempfänger und wir sind niemandes Tributpflichtiger Basal und unsere Gesetze sind nicht weniger wert als irgendwelche Regeln der Europäischen Union. Ganz im Gegenteil. Es ist auch hier so, das Hemd ist uns näher als der Rock. Leider, leider muss ich sagen, ist vieles von dieser Souveränität verloren gegangen. Eigentlich muss man sagen, es ist verspielt worden, es ist verludert worden, es ist bewusst zerstört worden im Namen einer angeblichen Solidarität z.B. oder unter Berufung auf Werte des Westens von denen, die das dauernd im Mund haben, niemand auch nur wirklich definieren könnte. Genauso ist vieles von der Freiheit des Einzelnen schon gestohlen worden, zerstört worden und diese Freiheit des Einzelnen wird weiter bedroht, z.B. im Namen des Schutzes vor angeblichen falsch und Desinformationen. Und wir haben es auch schon gehört, wir erinnern uns alle mit Schrecken daran. Unter dem Vorwand der Bekämpfung einer Pandemie, als man versucht hat, einen totalitären Ausnahmezustand, uns als neue Normalität unterzujubeln. kann ich hier rückblickend nur sagen. Und genau auf dieselbe Art und Weise wird noch etwas Drittes gefährdet und bedroht und zerstört. Und dieses Dritte, das ist für unsere Zukunft genauso wesentlich wie die beiden anderen Dinge, von denen ich gerade gesprochen habe. Und diesmal wird das Zerstörungswerk ausgeführt im Namen der falschen Toleranz und im Namen der Feigheit. Ich rede von der Homogenität unserer Gesellschaft. Ich rede davon, dass die Bürger unseres Staates durch ein gemeinsames Wertefundament und durch eine gemeinsame Sprache verbunden sind. Ich rede davon, dass Sie ein gemeinsames kulturelles Verständnis haben, dass Sie ein gemeinsames Menschen und Gesellschaftsbild teilen, weil ohne diese Homogenität gibt es auch keine Stabilität und ohne Stabilität gibt es keine Sicherheit und ohne Sicherheit gibt es keinen Wohlstand und dann geht sie los. die Kettenreaktion ins Negative und die will ich nicht haben. Und noch etwas ist wichtig, diese Homogenität, ich könnte auch sagen Identität, wann das nicht auch schon ein verbotenes Wort ist, man weiß es ja nicht so genau, aber diese ohne diese Homogenität verliert der Staat seine Seele als Nationalstaat. Er verliert seine so kostbare Unverwechselbarkeit. Er verliert seine Einzigartigkeit und Europa verliert seine Völker. Und das, was dann noch übrig bleibt, das ist eine tote Hülle. Ein zentralistisches, ein bürokratisches, ein undokratisches Gebilde, eine Brüsseler Maschine, die keine Verankerung hat in den Herzen der Menschen und die Menschen bleiben entwurzelt übrig.

Ein „Tributpflichtiger Basal“, das ist leicht zu beantworten, das ist ein „Vasall“, schwer zu beantworten, wessen Vasallen sind beispielsweise die zwei, die auch in der Hofburg am 20. Juni 2026 sind, Gerald Grosz und Peter Westenthaler, und vielleicht doch leicht zu beantworten: Fellnerische …

„Ich rede von Homogenität“, sagt der zweite von den beiden, die am 20. Juni 2026 in der Hofburg, er weiß, ja, er weiß, was sich gehört, von beispielsweise „Rasse“ muß nicht mehr gesprochen werden, es wird verstanden, was gemeint ist mit

Worten, dass mir die Menschen und die Dinge und die Sitten und die Gebäuche und die Traditionen, die mich umgeben, dass sie mir vertraut sind, dass mir nicht alles fremd erscheint, dass ich mich geborgen fühlen kann, dass ich mich aufgehoben fühlen kann, dass ich mich sicher fühlen kann unter meines gleichen. Das ist der Zustand, den wir bewahren und verteidigen wollen. Und das ist der Zustand, den wir dort wieder gewinnen müssen, wo wir ihn bereits verloren haben für unsere Familie Österreich. Und deshalb ist es für uns völlig klar, nur wir selber entscheiden, wer zu uns kommen darf und unter welchen Umständen und Bedingungen er bei uns leben darf und wer eben nicht. Wir selbst und niemand anderer.

„Homogenität“ …

Als der zweite von den beiden am 20. Juni 2026 in der Hofburg sagt

Liebe Freunde, wir Freiheitliche, wir sind daher der wahre österreichische Verfassungsschutz.

Das ist dem Nationalratspräsidenten nicht nur ein weiterer Anlaß dem zu applaudieren, dem er „persönlich zu großem Dank verpflichtet für das Vertrauen“, sondern auch zum Lachen, wie wahr er ihm doch redet, der Schutz ihrer Mitarbeitenden im Parlament ist seiner Parlamentsparei gesinnungsgemäße Verfassung.

Es gibt den „Verfassungsschutz“,

und es gibt die Bundesverfassung Österreichs,

eine Verfassung, die dem aus Österreich vertriebenen „Verfassungsschöpfer Hans Kelsen“ nicht angelastet werden kann, sagte er doch über die

gültige Verfassungsnovelle 1929:

Das Land hat sich nie seiner genuin austrofaschistischen Geschichte gestellt, die vor genau 90 Jahren in den Bürgerkrieg führte. Die damalige Zerstörung der Demokratie war von einer langen Latenzperiode geprägt, die ihren ersten Höhepunkt mit der Verfassungsnovelle von 1929 erreichte. Sie bewirkte eine Machtverschiebung vom Parlament zur Regierung, stattete den Bundespräsidenten mit autoritärer Gewalt aus und entledigte sich durch eine „Umpolitisierung“ der Richterschaft der lästigen Kontrollfunktion des Verfassungsgerichtshofes (VfGH). Hans Kelsen, bis dahin Mitglied des VfGH, bezeichnete die Novelle als „den Beginn einer politischen Evolution, die unweigerlich in den Faschismus führte“.[1] Nach 1945 griff Österreich auf diese Verfassung zurück. Das Amt des Bundespräsidenten ist seither eine „tickende Zeitbombe“[2], deren Explosivität sich die FPÖ bewusst ist.

Stocker sucht Wahl

Eine gesondert für diese Sendung gegründete Produktionsfirma stolzt sich bekanntzugeben, daß es ihr gelungen ist, ein neues Format zu entwickeln, an dem vieles besonders ist, auch in finanzieller Hinsicht, denn es ist gelungen, die Produktionskosten outzusourcen, das Geld für die Produktion fremdzubeschaffen, die Kosten an das Bundeskanzleramt auszulagern, das nicht nur an den Erfolg dieses neuen Formats glaubt, sondern von seinem Erfolg gänzlich überzeugt ist.

Für den garantierten Erfolg spricht, es konnten dafür zwei Moderatorinnen gewonnen werden, mit der derzeit in Österreich höchsten zu habenden Kompetenz für ein derartiges Format, wobei bereits bei der Titelwahl auf höchsten Wiedererkennungswert geachtet wurde – Stocker sucht Wahl. Nicht zuletzt auch dadurch, daß eine der Moderatorinnen seit Jahren erfolgreich die Sendung vom Bauernhofe moderiert, wodurch gewährleistet ist, daß die Zusehenden sich auch bei Stocker sucht Wahl sofort heimisch fühlen werden, sie also nicht fremdeln werden.

Es soll aber nicht verschwiegen werden, daß es möglicherweise zu Kritik kommen könnte, denn die ursprünglich für dieses Format vorgesehene Moderatorin, die in bezug auf Kompetenz für ein derartiges Format die zwei nun ausgesuchten Moderatorinnen zusammen noch bei weitem überragt, mußte aufgrund einer bevorstehenden Operation zum Leidwesen der Produktionsfirma und des kostenaufkommenden Bundeskanzleramtes ihre Moderationsübernahme in der, wie es so schön heißt, letzten Sekunde wieder abgeben. Aber die Produktionsfirma und das Bundeskanzleramt sind zuversichtlich, daß die Kritik daran sich in Grenzen halten wird.

Die erste Staffel von Stocker sucht Wahl wird nun im Sommer 2026 abgedreht werden. Was die Produktionsfirma und auch das die Kosten zur Gänze übernehmende Bundeskanzleramt zuversichtlich macht, Stocker sucht Wahl werde ein durchschlagender Erfolg werden, ist ebenfalls das erfolgreich verlaufene Casting mit dem Darsteller —

Es besteht kein Zweifel am Erfolg von Stocker sucht Wahl, und deshalb wird bereits jetzt mitten in der Produktion der Sommerstaffel 2026 auf Hochtouren eine zweite Staffel vorbereitet, die Winterstaffel …

Nach jetzigem Stande kann den möglichen und wenigen kritischen Stimmen entgegnet werden, zuversichtlich zu sein, daß die Moderation ab der Winterstaffel von einer einzigen und also ursprünglich dafür vorgesehenen Moderatorin mit der höchsten zu habenden Kompetenz für ein derartiges Format wieder übernommen werden kann, das, nebenbei aber nicht unwesentlich, zu einer Kostenersparnis für das Bundeskanzleramt führen könnte, sollte doch eine Moderatorin billiger als zwei Moderatorinnen …

Denkkrankheit

Es gibt einen Musilplatz aber keinen Robert-Musil-Platz in Wien, dafür seit kurzem einen Vuk-Karadžić-Platz direkt vor dem Haus in der Rasumofskygasse, in dem Robert Musil so lange wohnte und schrieb

Es gibt in Wien keine zweite Straße und keinen zweiten Platz und keine zweite Gasse und keinen zweiten Weg, die mit Robert Musil derart unmittelbar und untrennbar verbunden sind, wie es die Rasumofskygasse ist, in der Robert Musil von 1921 an bis zu seiner Emigration im Jahr 1938 lebte und in die er wohl zurückkehren zu können gedachte, da er die Wohnung in der Rasumofskygasse bis zu seinem Tod im schweizerischen Exil im Jahr 1942 zu halten versuchte. Und die Rasumofskygasse ist der Ort in Wien, an dem Robert Musil insbesondere seinen Roman „Der Mann ohne Eigenschaften“, über den Einigkeit herrscht, ein Roman der Weltliteratur zu sein, schrieb.

Seit kurzem, beschlossen im Dezember 2025, heißt der Platz vor dem Haus mit der Wohnung von Robert Musil „Vuk-Karadžić-Platz“, und seit wenigen Wochen prangt nun vor dem Haus mit der Wohnung von Robert Musil die Tafel „Vuk-Karadžić-Platz“, die irgendwann zwischen dem 4. Mai und 9. Juni 2026 aufgestellt wurde.

Reich bedacht in der Rasumofskygasse sind Tochter und Vater Karadžić, die Tochter mit einer Gedenktafel, der Vater mit einer Büste und nun zusätzlich noch mit einem nach ihm benannten Platz vor dem Haus mit der weltberühmten Wohnung von Robert Musil in Wien. Der Platz heißt aber nicht einfach Karadžić-Platz, sondern Vuk-Karadžić-Platz

bei Karadžić allein würde wohl sofort an einen weiteren Karadžić gedacht werden, an einen nationalistischen Führer, der sich als Nachfahre von Vuk Karadžić … Es war keine internationale Bewegung, die sich dafür einsetzte, den Platz vor dem Haus mit der Wohnung von Robert Musil nach einem Karadžić zu benennen, sondern —

Hinter dieser Würdigung steht ein jahrzehntelanges Engagement des Serbischen Bildungs- und Kulturvereins „Prosvjeta“ Österreich. Der Verein hat über mehr als ein Jahrzehnt hinweg systematisch daran gearbeitet, das Erbe Karadzics im öffentlichen Bewusstsein zu verankern.

Kosmo. 3. Dezember 2025.

KOSMO – Nach jahrzehntelangem Kampf: Serbischer Nationalheld bekommt endlich seinen Platz in Wien | Facebook

Ein „Nationalheld“ hat also „endlich seinen Platz in Wien“ bekommen, vor dem Haus, in dem Robert Musil so lange lebte und schrieb, etwa von der bestehenden „Denkkrankheit unseres nationalen Idealismus“ in seinem Essay „Die Nation als Ideal und als Wirklichkeit – Politik in Österreich“ —

„Čuvaćemo ono što nam je Vuk ostavio – naš prelepi srpski jezik“

Aleksandar Vučić je, u besedi na završnoj svečanosti 84. Vukovog sabora u Tršiću, naglasio da Vuk Stefanović Karadžić na osnovu svog celokupnog dela može da se stavi rame uz rame sa Nikolom Teslom, te da je Sabor u Tršiću danas najvažniji skup u Srbiji.

Naveo je da su Vuk Stefanović Karadžić, Nikola Tesla, uz Svetog Savu, Dositeja Obradovića i Njegoša, kao i Ivu Andrića dali najveći doprinos srpskom narodu. Vučić je podsetio da je Vuk bio reformator srpskog jezika, sakupljač narodnih umotvorina, a to što je stekao počasne doktorate dodatno dokazuje da se radilo o velikom i genijalnom umu.

Podvukao je da je nemerljiv Vukov doprinos očuvanju srpskog nacionalnog identiteta kroz sakupljački rad, kojim je sačuvao od zaborava slavna vremena i velike bojeve, navodeći da su jezik i pismo konstitutivni element svakog naroda.

„Deklaracija nema veze ni sa hegemonizmom, ni sa šovinizmom“

Predsednik Aleksandar Vučić poručio je da Deklaracija o zajedničkom objedinjenom nacionalnom delovanju i definisanju nacionalnih minimuma i principa za opstanak srpske nacije i srpskog naroda nema nikakve veze ni sa kakvim hegemonizmom, niti sa šovinizmom.

PTC. 17.09.2017. Izvor: RTS, Tanjug.

Kein zweiter Platz in Wien käme für einen Robert-Musil-Platz derart ideal in Frage wie der in der Rasumofskygasse, direkt vor dem Haus, in dem Robert Musil so lange lebte und u. a. m. an seinem „Mann ohne Eigenschaften“ schrieb, und in dem er sofort zur Emigration sich gezwungen sah, als eine nationalistische Gesinnung

die totale Massenmordherrschaft in Österreich durch einen Österreicher …

Ganz aber wurde auf Robert Musil in der Rasumofskygasse nicht vergessen, um genau zu sein, ein Mensch vergaß nicht auf Robert Musil, der 1960 eine Gedenktafel spendete, allerdings ist unbekannt, wer die Gedenktafel, die Fritz Wotruba gestaltete, für Robert Musil stiftete.

Und dann gibt es selbstverständlich in Wien den Platz in Ottakring, der 1956 auf „Musilplatz“ umbenannt wurde, und wer würde bei „Musilplatz“ sofort an Robert Musil denken, so wie beispielsweise in Hernals sofort an Leopold Kunschak denken, hieße der Platz bloß „Kunschak-Platz“ und nicht „Leopold-Kunschak-Platz“

Freilich gibt es Zusatztafeln, auch eine zum „Musilplatz“, mit der kurzen Angabe: „Robert Musil (1880 – 1942) Schriftsteller“ …

Was aber sagen Zusatztafeln aus? Im besten Fall enthalten diese eine korrekte Information, jedoch ohne etwas zu erklären, im schlimmsten Fall gegen den Menschen, nach dem eine Straße benannt ist; hierzu fällt augenblicklich die Zusatztafel für Angelo Soliman in Wien-Landstraße ein, von der Rasumofskygasse rasch zu Fuß erreichbar.

Zumindest eine weitere Tafel zur Tafel von Fritz Wotruba am Haus, in dem Robert Musil so lange lebte, in der Rasumofskygasse anzubringen, wäre längst überfällig, mit der informiert wird, daß Robert Musil durch die patriotisch gesinnnten nationalsozialistischen Massenmörder und die identitär gesinnten Massenverbrecherinnen zur Flucht aus Österreich gezwungen, gleich 1938 bereits gedrängt zum Verlassen seiner Wohnung in der Rasumofskygasse …

Müllner-Kunschak-Mal im KL-Grätzel

Schon nach dem zweiten Satz — „So steht er da, der Dr. Karl Lueger, und schaut aus 20 Metern Höhe auf Wien.“ — gedacht, nicht weiterlesen. Das Müllner-Kunschak-Mal ist keine zwanzig Meter hoch, das Mal bringt es gerade einmal auf etwas mehr die Hälfte von den wintererischen zwanzig Metern.

Die zwanzig Meter von Matthias Winterer im „Falter“, Ausgabe 25/26, vom 16. Juni 2026 überbietet Annette Gantner am 23. Juni 2026 in den „Oberösterreichischen Nachrichten“ ebenfalls bereits im zweiten Satz: „Die 27 Meter hohe Bronzefigur, die Wiens Ex-Bürgermeister Karl Lueger zeigt, wurde gereinigt, der Sockel um 3,5 Grad geneigt.“

Die Bronzefigur von KL selbst ist um die 4,5 Meter klein.

Der Artikel in den „Oberösterreichischen Nachrichten“ wurde nach den „27 Metern“ nicht weitergelesen, der Artikel im „Falter“ hingegen doch.

Zu dem von Matthias Winterer verwendeten „Standbild“ fällt unweigerlich der Essay „Denkmale“ von Robert Musil ein, in dem es u. v. a. m. heißt:

Es geht vielen Menschen selbst mit überlebensgroßen Standbildern so. Man muß ihnen täglich ausweichen oder kann ihren Sockel als Schutzinsel benutzen, man bedient sich ihrer als Kompaß oder Distanzmesser, wenn man ihrem wohlbekannten Platz zustrebt, man empfindet sie gleich einem Baum als Teil der Straßenkulisse und würde augenblicklich verwirrt stehen bleiben, wenn sie eines Morgens fehlen sollten: aber man sieht sie nie an und besitzt gewöhnlich nicht die leiseste Ahnung davon, wen sie darstellen, außer daß man vielleicht weiß, ob es ein Mann oder eine Frau ist.

Und ehe erzählt wird, was Matthias Winterer noch so dazu schreibt, nur nichts zu Leopold Kunschak, der Hauptfigur schlechthin des Debacles, ist doch noch einmal hervorzuheben, um was für ein recht besonderes Geschichtsgrätzel es sich bei diesem KL-Grätzel vom Ignaz-Seipel-Platz bis zur Weiskirchnerstraße mit dem Karl-Lueger-Platz in seiner Mitte handelt, von dem bereits erzählt wurde.

Und zu den aus Steuergeld bezahlten Kosten allein in den letzten Jahren für dieses Mal kann bloß wiederholt werden, wenn das Ergebnis mit dem finanziellen Aufwand verrechnet wird, dann ist es zusätzlich auch noch ein Steuergelddebakel …

Dafür, daß Matthias Winterer nichts zum „österreichischen Streicher“ zu schreiben weiß, weiß er, Winterer, nur zu genau, unter welchem Bürgermeister das Mal aufgestellt wurde:

[…] Das Denkmal wurde 1926 unter dem roten Bürgermeister Karl Seitz aufgestellt.

Gemacht hat es der Bildhauer […]

Matthias Winterer ist mit diesem Hinweis auf den „roten Bürgermeister“ genauer als Oliver Rathkolb, der auf die nun etwas informativere Zusatztafel als zur vorherigen schreiben ließ, das Mal sei erst 1926 zur Zeit der sozialdemokratischen Alleinregierung aufgestellt worden.

Denke sich, wer kann, warum die Sozialdemokratie im Zusammenhang mit diesem Mal derart betont wird, aber beispielsweise nicht die Hauptbetreibenden, die sich mit diesem Mal ein Demonstrationsdenkmal schufen.

Wenn es eines Tages in etlichen Jahren oder in Jahrzehnten zu einer Auseinandersetzung kommen sollte, ob das Trümmerfrauenmal auf der Mölker Bastei entfernt oder mit einer Zusatztafel versehen werden soll, wird es wohl wieder eine Zusatztafel werden, und vielleicht auch zu einer winzigen künstlerischen Gestaltung, etwa durch eine in den Schoß der Trümmerfrau gelegte Badeente …

Was das Mal im KL-Grätzel und das Mal auf der Mölker Bastei verbindet, eint, sie als Zwillingsmale ausweist, ist, daß es Parteiendenkmale sind, beide aber nicht von der und für die sozialdemokratische Partei … Und was könnte dann auf der Zusatztafel zur mit einer Badeente künstlerisch beschenkten Trümmerfrau geschrieben sein, in etlichen Jahren oder gar Jahrzehnten?

Vielleicht:

… Das Denkmal wurde 2018 unter dem roten Bürgermeister Michael Ludwig aufgestellt …

Gemacht hat es der Bildhauer Magnus Angermeier

Libertas

Was FPÖ-TV am 20. Juni 2026 wohl an den eig’nen Aufnahmen beeindruckte? Es war, darf angenommen werden, der Gruß wie ein Volkskanzlergruß,

an dem verwichenen Samstag, ein Gruß jedoch

ein Übungsgruß vom zurzeitigen Obmann dieser Parlamentspartei,

und doch muß dieser in der Hofburg geübte Gruß FPÖ-TV tief bewegt haben, denn

hätte das FPÖ-TV sonst in sein auf der Konzernplattform patriotisch am 22. Juni 2026 davon verbreiteten Video in der Länge von gerade einmal zwei Minuten und 26 Sekunden

gleich zweimal den Übungsgruß aufgenommen, und zwar in der Sekunde drei und in der Sekunde zehn;

vielleicht ist FPÖ-TV dabei gar ins idealistische Schwärmen gekommen, das sei schon der Gruß eines …

Es ist nicht zu hören, es ist nicht erkenntlich, ob der zurzeitige Obmann dieser Parlamentspartei seinen Gruß mit einem Ausruf verbindet, aber vielleicht ist noch nicht das rechte Wort zur Bewegung gefunden, vielleicht wird es bereits mit

verschiedenen Wörtern probiert, vielleicht darunter: Libertas

Salve zum Armgruß wird vielleicht bereits ausgeschieden worden sein,

denn Salve klänge für eine derart von Idealismus von Beginn an gespeiste Partei doch zu martialisch,

als Grußwort ein Befehl zur Salve …

Was wohl einst in Tagebüchern zu lesen sein wird, zu dem,

was heutigentags vorgeht, vielleicht auch etwas in der Art,

wie einst Jeanie Ebner in ihres schrieb?

„Wieso hat man ihn nicht früher erkannt und verboten?“

S. hatte Zeitungsausschnitte bei sich mit einigen Skizzen aus den Kriegstagebüchern Ernst Jüngers, die mir bestätigten, was ich über seine politische Haltung auch schon früher gedacht habe. Wieso hat man ihn nicht früher erkannt und verboten?

8. August 1949. Jeannie Ebner. Der Genauigkeit zuliebe. Verlag Styria. 1993.

Also Jeannie Ebner ist auch zu Ernst Jünger mehr als bloß sein Name eingefallen …

Zum Österreicher („dt. Diktator“ gemäß „Personenregister“ der veröffentlichten „Tagebücher 1942–1980“) fällt Jeannie Ebner und ihrem Verlag Styria 1993 bloß sein Name ein,

nicht einmal eine solche Frage fällt ihnen zum deutschen Diktator ein,

nicht einmal in das „Personenregister“ wird von dem Österreicher mehr als das aufgenommen, zu „Hilde“ ist beispielsweise im Personenregister mehr Erklärendes notiert: „Dienstmädchen bei Familie Ebner“, zu: „Zutschi, Inder, der im Jahr 1956 einen Fußmarsch an die ungar. Grenze unternommen hat, um für die Revolution zu beten“ —

Was für eine Frage einer Schriftstellerin, nach der Früherkennung und nach dem Verbot eines Schriftstellers, der in eine Frage gelegte Gedanke einer Dichterin, einen Schriftsteller ob seiner politischen Haltung früher erkennen und verbieten, aber kein Gedanke daran, den unschriftstellernden Österreicher mit seiner Haltungsgesinnung früher erkennen und verbieten, nicht einmal ein in eine Frage gelegter Gedanke, den unkünstlerischen Österreicher und seine kunstlose Partei früher und also früh genug dessen und deren Gesinnungshaltung erkennen und verbieten —

Heutigentags, wenn ein Verbot gefordert, was ist das stets für ein Aufschrei, Anlaß für Unterschriftenlisten für Meinungsfreiheit — ach, zuhauf die Schreie, die Erklärungsunterschriftensammelwut zur Meinungsfreiheit

Arno Breker fiel es 1982 nicht ein , der Ehre sich zu entziehen, von für Ernst Jünger eine Büste anzufertigen.

Was wohl Alain de Benoist einfiel, was wohl Alain de Benoist will, daß dazu eingefallen werden soll, wenn er 2022 seinen Buchdeckel „Ernst Jünger – Between the Gods and the Titans“ mit einem Portrait von Ernst Jünger schmückt, das Rudolf Schlichter malte?

Das Bild für sein Buch nimmt, daß einmal auch in der Ausstellung „Entartete Kunst“

Das Bild von Rudolf Schlichter, von einem Maler, der vieles in seinem Leben war, auch in politischer Hinsicht, der unter dem Pseudonym Udor Rétyl pornographische Grafiken, von dem sein Schuhfetischismus, sein Masochismus, dessen Sexualität Strangulation und Gewalt — was soll dazu einfallen, wenn Alain de Benoist für sein Jünger-Buch dieses Bild von Rudolf Schlichter auf seinen Deckel …

Benoist devotes special attention to The Worker, as well as Jünger’s debts to Nietzsche and Spengler, his relationship to the German Conservative Revolutionary movement, and his dialogues with Heidegger, Drieu la Rochelle, and his brother Friedrich Georg Jünger.

Derart wird, ist am 21. Juni 2026 zu lesen, etwa auf der Website von Amazon für das Jüngerbuch des Alain de Benoist geworben.

Hierzu muß nichts mehr eingefallen werden, weder zu seinen Dialogen mit seinem Bruder,

mit Heidegger, zu dem Karl Kraus bereits Abschließendes einfiel,

mit Drieu la Rochelle,

noch die jüngerischen Schulden bei Nietzsche und

Spengler,

noch zum jüngerischen Verhältnis zur konservativen Revolution

Jeannie Ebner fällt zu Hitler nichts ein

Auf Partys kommt es nicht selten dazu, daß wer einwirft, sogar Karl Kraus sei zu Hitler nichts eingefallen; tatsächlich aber ist Jeannie Ebner zu Hitler nichts eingefallen.

Jedenfalls in ihren veröffentlichten Tagebüchern von 1942–1980 unter dem Titel „Der Genauigkeit zuliebe“.

Das wäre nicht weiter erwähnenswert, wenn ihre Tagebucheintragungen vom Verlag Styria nicht erst 1993 veröffentlicht worden wären, sondern bereits etliche Jahre zuvor, beispielsweise also weit vor Waldheim und Heldenplatz und Vranitzky , zwei Namen und ein Titel, die untrennbar mit dem äußerst späten Einsetzen der breiten „Aufarbeitung dieses dunkelsten Kapitels der österreichischen Geschichte“ verbunden sind. Und Jahre danach, 1993, fällt dem Verlag Styria nicht ein, Jeannie Ebner zu fragen, ob ihr nicht doch etwas zu Hitler einfalle, das in ihr „Der Genauigkeit zuliebe“ aufgenommen und also veröffentlicht werden könne.

Jeannie Ebner wird es genügt haben, auch ihrem Verlag wird es 1993 genügt haben, daß ihr doch immerhin der Name Hitler einfiel, und das nicht nur einmal, sondern sogar gleich dreimal:

Der Aufmarsch Hitlers zeigt, daß das Nichtindividuelle, das Massengefühl übermächtig durchbricht: Das ist verboten. „Vereinzelung ist das letzte Boot, das sich noch, mit Eigenverantwortung belastet“, auf den Wogen hält.

März 1965. Seite 96 und Seite 97.

Jeannie Ebner fiel zu Ernst Fischer mehr als bloß sein Name ein …

Als die kämpfenden Arbeiter sich ergeben mußten, befand sich EF bereits mit gefärbtem Schnurrbart und falschem Paß in der damals noch mit einem „S“ zu schreibenden ČSR in Sicherheit. Als Hitler dort einmarschierte, war EF bereits in Moskau, wo er die Jahre des Krieges im Hotel lebte und journalistisch tätig war, indes seine Frau mehrmals tollkühne Reisen nach Deutschland unternahm und sich jeder Gefahr aussetzte, im Kampf gegen Hitler. EF hatte das für seine Zeit und seinen Beruf geradezu sagenhafte Glück (oder die Geschicklichkeit), niemals im Gefängnis, in keinem Lager Sibiriens, in keinem KZ gewesen zu sein.

Gewiß, kein denkender und handelnder Mensch konnte die dreißiger und vierziger Jahre durchleben, ohne schuldig zu werden — so oder so. Wie ich es in dem Zeitroman „Figuren in Schwarz und Weiß“ ausgeführt habe: „Die einen durch Tun, die andern durch Nichttun, die einen durch Wissen, die anderen durch Nichtwissen – oder aber Nichtwissen-Wollen, jenem klassischen Fall von „Apperzeptionsverweigerung, der schuldhaften Form von Dummheit.“

EF’s Bekenntnisbuch ist ein aufrichtiger und ehrenwerter Versuch der Selbstdarstellung. Man kann hierzu kein Mißtrauen anmelden. Erst nach 1945 erscheint mir das Verhalten des Autors, der „kein Politiker“ ist, seiner ständigen politischen Schwenkungen wegen (krassester Stalinismus, Anti-Titoismus, dann wieder Freiheitsslogans, Tauwetter und neuerlicher Frost) fragwürdig, das heißt, einer zumindest ebenso gründlichen, aus psychologischen Gegebenheiten, milieubedingten Reaktionen, Schicksal, Feigheit, Irrtum, Schuld, echten Überzeugungen und verantwortungslosem Gehorsam gemischten Darstellung bedürftig, ich hoffe daher, daß EF diesen weitaus wichtigeren zweiten Band seiner Erinnerungen bereits in Angriff genommen hat; ich hoffe daher, daß EF darin ebenfalls um Aufrichtigkeit bemüht ist und ein „unfrisiertes“ Bekenntnisbuch vorlegen wird. [Dieser von J. Ebner angesprochene zweite Band ist nicht zustande gekommen.]

7. Jänner 1970. Seite 236 und Seite 237.

Als ich zu Anfang des Jahres 1940 aus der Provinz nach Wien kam, um mein Studium an der Bildhauerschule der Akademie zu beginnen, lernte ich den Bildhauer Heinz Leinfellner kennen, der mich in sein Arbeitsatelier in der Böcklinstraße einlud. Dort hatte sich inmitten des öden, konformistischen geistigen Klimas, wie es in jeder Diktatur entsteht, eine Enklave jenes verborgenen intensiven Widerstandes gegen die von den Machthabern anbefohlenen Kunst- und Denkrichtungen gebildet. Werte, die aus dem Bewußtsein der Öffentlichkeit verdrängt worden sind, wurden von den Älteren an die Jüngeren weitergegeben, was gewaltsam aus dem öffentlichen Bewußtsein entfernt worden ist. konnte dort seine kontinuierliche Wirkung ausüben; zwar nur auf einzelne, trotzdem ist das Weiterbestehen solcher geistiger Zentren innerhalb einer ungeistigen Atmosphäre von größter Bedeutung und nicht abschätzbarer Wirkung. Im Zentrum dieses Menschenkreises standen Maria Bilger und Heinz Leinfellner, der zu allen Zeiten seines Lebens bereit war, den jüngeren Kollegen mit seinen Kenntnissen, seinem Rat und nebenbei mit einer den Zeitläufen entsprechend einfachen Mahlzeit — gute Künstler sind meist gute Köche — zu helfen. Prof. Herbert Boeckl kam häufig in dieses Atelier — er durfte damals nicht ausstellen, und es war wohl ein Akt des spontanen Vertrauens, daß er mich als eine aus dem Leinfellnerischen Kollegenkries einmal mitnahm und seine Bilder ansehen ließ.

20. Jänner 1969. Seite 226 und Seite 227.

Jeannie Ebner fiel zu Heinz Leinfellner und Herbert Boeckl mehr als nur ihre Namen ein …

Zum Jahr 1942 mehr als das zu veröffentlichen, genügt dem Verlag, vielleicht fiel Jeannie Ebner zu 1942 und 1943 und 1944 und 1945 nicht mehr ein,

vielleicht für sie nur das notierenswert, nur das für ihr Tagebuch würdig, und ihrem Verlag würdig, es 1993 zu veröffentlichen:

Seit ich in der Zeitung gelesen habe, daß du gefallen bist, steht dein Bild wieder deutlich in meinem Herzen, es sieht mich vorwurfsvoll an und lebt seit Tagen wie ein Schatten neben mir her. Es ist ein erschreckend kalter Gedanke in mir aufgetaucht: Wenn ich gewußt hätte, daß ich so früh wieder frei werden würde, hätte ich dir den Gefallen tun können, dich zu heiraten.

1942. Seite 5.

Betrachtungen zu Blumen.

Das blühende Feld, das sich im Winde wiegt und wandelt wie das Meer, befreit und erweitert den Geist […] Der Blumenstrauß verleitet zur Idylle. […] Der Blumenstrauß kennzeichnet die familiären Feste, Geburtstag und Namenstag. Die einzelne Blume, sorgfältig gewählt, eher die vornehme Intimität einer geistigen Freundschaft.

1943. Seite 7 und Seite 8.

Gedanken zur Kunstbetrachtung.

[…]

Hiezu die in einem Wiener Kaffeehaus flüchtig lautgewordene Vorstellung: „… und dann die alten, russischen Ikonen auf Zigarettenschachteln als Reklame …“ [Das sagte Professor Herbert Boeckl.]

[…]

Wie immer wir uns auch bemühen, mit unserer besonderen Sorte von Intelligenz, die den übrigen Geschöpfen versagt ist, die Ordnung und Regelung dieser Welt selbst in die Hand zu bekommen, es entstehen nur Katastrophen. Alle unsere Versuche zur Verbesserung der Welt sind zum Scheitern verurteilt, alles Positive, das wir schaffen, wird sofort durch etwas Negatives aufgehoben. Am deutlichsten wird mir das, wenn ein Zufall die traurige Lächerlichkeit unserer Bemühungen so recht ins Licht rückt. Ein paar Zeitungsnotizen bringen mich soeben auf diese Überlegungen, sie sind von ungewollter Ironie:
Seite 1: „… Bei dem Fliegerangriff kamen nach vorläufigen Feststellungen 300 Menschen ums Leben …“
Seite 3: „… ist es der medizinischen Wissenschaft gelungen, die Kindersterblichkeit um 0,1 Prozent herabzumindern …“
Seite 1: „… es entstanden erhebliche Schäden an Wohngebäuden und Kulturbauten Wiens. Das Belvedere wurde getroffen …“
Seite 3: „… wurde dem Professor XY verliehen, dem es in jahrelanger, mühevoller Arbeit gelungen war, eine Burgenkarte von Niederösterreich zu schaffen, auf der außer den derzeit noch bestehenden Ruinen auch alle jene Orte eingezeichnet sind, an denen sich früher Burgen befanden haben …“
Hoffen wir, daß derlei bittere Späße auf dem Gesicht Gottes, der aus gehörigem Abstand auf alles blickt, ein Lächeln hervorrufen; ein Lächeln, das ihn unsere katastrophale Dummheit vielleicht verzeihen läßt.

1944. Seite 9, Seite 11 und Seite 12.

Februar.

Seit Jahren kam der Vorfrühling nicht mehr so früh und prächtig. Schon jetzt, Mitte Februar, kann man auf dem trockenen Waldboden in der Sonne liegen. Die Haut wird braun und das Herz ruhig. Man saugt mit allen Poren Sonne ein, läßt sich von der Wärme durchdringen. Da lösen sich die Erstarrungen und Reste des bösen Winters, und man fühlt: Trotz allem – es kann uns nichts geschehen.

In den ersten Tagen war das Grün auf den Hügelkuppen und Waldwiesen noch kaum zu ahnen, jetzt ist es schon wirklich da, saftig und hoffnungsvoll. Plötzlich aber liegt etwas in der Luft wie eine Bedrohung, anfangs kaum zu beeisen, dann wird es stärker, und endlich ist die ganze Luft von einem lauten, bösartigen Summen erfüllt, das bis zur Unerträglichkeit an den Nerven zerrt. Scharen blitzender Stahlvögel fliegen ohne Flügelschlag in großer Höhe. Über der Ebene senken sie sich ein wenig, das Summen gerät einen Augenblick lang in Unordnung, und ein paar Sekunden später zittert die Erde vom Aufschlag der Bomben.

Über Wiener Neustadt, das weit in der strahlenden Ebene eingebettet liegt, wachsen rötliche und graugelbe Pilze, schwarze Wolken ballen sich, wachsen, steigen, Stichflammen schießen auf. Aus der Höhe fiel giftiger Fruchtstaub der Vernichtung und bringt diese unheimliche Vegetation hervor, meistens dort, wo Fabrikschornsteine sich gegen den Himmel richten, um den tödlichen Samen zu empfangen.

Tausend Tote hat die Stadtgemeinde gestern eingestanden, wahrscheinlich werden es zweitausend sein. Wir sind daran gewöhnt, daß man uns, wie Kindern, die gaanze schreckliche Wahrheit nicht sagt.

Am Waldrand fand ich heute die ersten Kuhschellen, sanfte Blumenbabys mit weißlichem Flaum.

[…]

Februar.

Elastisch sein, überall mitkommen, nirgends stehenbleiben, sich nicht besinnen, sich anpassen, sich immerfort ändern – ist das charakterlos? […] Ich liebe das Leben. Nicht nur diese oder jene Form, die einer ethischen oder ästhetischen Vorstellung Genüge tut, sondern jede Form, die nicht erstarrt ist. […] Ich möchte diese Unzeit, in der ich lebe, so gern überleben, darum wandle ich mich, passe mich an, fließe, habe keine bestimmte Form mehr.

Juni, St. Johann in Tirol. Steine.

Heute ging ich anden Ufern der Ache spazieren und sammelte auf einer steinigen Sandbank eine Handvoll Kiesel, denen, der Glätte ihrer Oberfläche, der Form und Abgeschliffenheit alle Kanten nach zu schließen, die jahrelange Arbeit des Wassers ihren Stempel aufgedrückt hatte.

1945. Februar. Juni. Seite 13, Seite 14, Seite 15.

Juni.

Der Springbrunnenteich im Volksgarten sieht ganz verändert aus, seit man den dichten Kranz von Buschrosen rundherum gepflanzt hat.

1946. Seite 17.

Über den Machtrieb. Der Kompromiß, der unvermeidlich wird, sobald einer an die Macht kommt; und in dessen Verstrickungen er allezeit hängenbleibt. (Luegers Appell an die antisemitischen Instinkte, wie bei J. G. Pulzers „Die Entstehung des politischen Antisemitismus in Deutschland und Österreich 1867-1914“.)

1968. 2. Februar. Seite 172.

Humbert Finks neue Gedichte. Ich hab sie noch nicht gelesen, mein Blick fiel gleich auf ein Wort: Vietnam. Heute ein Manuskript eines jungen Wiener Autors erhalten. Titel des ersten Gedichts: Vietnam.

Was für eine billige und konformistische Weise, sich als edel und politisch informiert auszugeben, hier oder in Berlin, jedenfalls sid die Schreiber weit vom Schuß.

Übrigens gab es meines Wissens nicht ein Gedicht über Tibet, seinerzeit, 1956. Sind das keine Menschen, die Tibetaner?

1968. 1. Februar. Seite 171.

„Weiße Burschenschaft Libertas“, das Bundesheer, der Nationalratspräsident, der Parlamentsdirektor und „Antisemitismus“, „Remigration“

Es kam jetzt zur Bestellung von Roland Weinert zum Parlamentsdirektor durch Walter Rosenkranz auch die Burschenschaft Libertas wieder mal ins Gespräch,

der beide angehören, wie Stoppt die Rechten am 28. Mai 2026 nachweisen kann.

Die Parlamentspartei des zurzeitigen Nationalratspräsidenten hat „Remigration“ zum parlamentswürdigen Wort erhoben.

Ein Wort, das aus der Tiefe dieser Parlamentspartei kommt, und dennoch wollen Mandatarinnen von anderen Parlamentsparteien, Angehörige der derzeitigen Bundesregierung nach wie vor nur sehen, sie, die Parlamentspartei des Nationalratspräsidenten hätte bloß „Remigration“ übernommen, als würde sie es nur nachplappern, sie plappert, ja, sie plappert gesinnungsgemäß sich selber nach.

Ein Wort, das versucht wird, nach Deutschland zur breitesten Verbreitung zu tragen.

Es gab schon einmal ein Wort, das versucht wurde nach Deutschland zu tragen, mit dem die Burschenschaft Libertas untrennbar verbunden ist,

Unser Wahlspruch Freiheit-Ehre-Vaterland bildet die Leitlinie unseres Tuns. Als „weiße“ Burschenschaft ist tadellose Haltung in jeder Hinsicht für uns Liberten selbstverständlich.

die Burschenschaft Libertas, die untrennbar auch mit dem österreichischen Bundesheer sich verbunden fühlt und ihrer Verbundenheit nach handelt, wie auf ihrer Website am 17. Juni 2026 zu lesen ist:

Unser Wahlspruch Freiheit – Ehre – Vaterland beinhaltet für uns selbstverständlich die Verpflichtung diese Werte gegebenenfalls auch mit der Waffe zu verteidigen. Zahlreiche unserer Bundesbrüder haben nicht nur den Präsenzdienst beim Bundesheer absolviert, sondern leisten darüber hinaus in  verschiedensten Funktionen teils in der Miliz, teils als Berufssoldaten im Österreichischen Bundesheer ihren Beitrag zur Landesverteidigung. Der folgende Abschnitt ist vor allem für unsere jungen Bundesbrüder gedacht. Gerne unterstützen wir aber auch jeden anderen, der sich über seine kommende Zeit beim Bundesheer informieren möchte: Eignungsprüfung Wels Einjährig-Freiwillig beim ÖBH Fachoffizier Burschenschaft & Militär

Dazu bleibt nur zu wiederholen: Eine umfassende Durchleuchtung der österreichischen Landesverteidigung ist überfällig, dringend geboten …

Das Parlament Österreichs muß nicht mehr durchleuchtet werden, bei diesem wird ohnehin gewußt, wer dort zur Zeit Stühle — beim Parlament sollte daher der Wahlspruch stets ernstgenommen werden: Drum prüfe, wen ins Parlament wählen

Nun aber zum Wort, das wie „Remigration“ aus Österreich nach Deutschland zur breitesten Verbreitung versucht wurde zu exportieren: „Antisemitsmus“. Hierzu genügt es, einen Artikel zu zitieren, der am 6. November 1966 im „Spiegel“, Ausgabe 46, veröffentlicht wurde. Es geht dabei um das Buch von Peter G. J. Pulzer, der 1929 in Wien geboren wurde, dessen Familie 1939 wegen der NS-Totaldiktatur aus Österreich nach Großbritannien emigrieren mußte: „Die Entstehung des politischen Antisemitismus in Deutschland und Österreich 1867-1914“.

ANTISEMITISMUS

Rache für Königgrätz

Daß der politische Antisemitismus des 19. und 20. Jahrhunderts eher von Österreich her auf Norddeutschland einwirkte als umgekehrt, erwies ein britischer Historiker.

Der Oxforder Geschichtsforscher Peter G. J. Pulzer untersuchte in seinem neuen Werk zum erstenmal die Wechselbeziehungen zwischen judenfeindlichen Gruppen in Deutschland und Österreich*.

Im deutschen Kaiserreich hatte, so Pulzer, der politische Antisemitismus nur geringen Einfluß. Die 1878 von dem Berliner Hofprediger Stoecker gegründete antisemitische Christlich-Soziale Arbeiterpartei verkümmerte nach anfänglichen Erfolgen.

Demgegenüber stieg in Österreich zu etwa gleicher Zeit die dortige Christlich -Soziale Partei unter Führung des später von Hitler bewunderten Karl Lueger zur »staatstragenden« (Pulzer) Partei auf.

1897 wurde Lueger Bürgermeister von Wien. Aus den Wahlen für die österreichischen Reichsratssitze im Jahre 1907 gingen die Christlich-Sozialen sogar als stärkste Fraktion des österreichischen Abgeordnetenhauses hervor. Vorher schlossen sich ihnen Österreichs Altkonservative an und tolerierten damit auch Luegers judenfeindliche Demagogie.

Doch Luegers politischer Antisemitismus vermochte die reichsdeutschen Parteien nicht zu infizieren. Die antisemitische Ansteckung ging vielmehr von anderen Herden aus: von Vereinen, Verbänden und Organisationen, die sowohl in Deutschland als auch in Deutsch -Österreich beheimatet waren.

Besonders eindrucksvoll erläutert Pulzer diesen Vorgang am Beispiel der »Deutschen Turnerschaft«, der auch Deutsch-Österreichs Turner als »Turnkreis XV« angehörten. 1901 warfen die 50 000 turnenden Österreicher alle jüdischen Vereine und Einzelmitglieder aus ihrem Turnkreis hinaus und traten – da der deutsche Dachverband die Juden in Schutz nahm – aus der Deutschen Turnerschaft aus.

Ein ähnlicher, wenn auch weniger langwieriger Vorgang spielte sich im »Deutsch-Österreichischen Alpenverein« ab. 1921 führte die österreichische Sektion den »Arierparagraphen« ein. Bereits drei Jahre später hatten die österreichischen Bergsteiger ihre arischen Freunde in Deutschland überzeugt. Die jüdische Sektion Donauland mußte aus dem Alpenverein ausscheiden.

Auch der 1896 gegründete österreichische Wandervogel hatte schon bis 1913 »Slawen, Juden und Welsche« exmittiert, während – so Pulzer – »der rassistische Flügel in Deutschland noch einen harten Kampf auszufechten hatte«. Erst nach dem Ersten Weltkrieg beherrschte der Antisemitismus auch die reichsdeutschen Wandervogel-Gruppen.

Ebenso war der studentische Antisemitismus nach Pulzers Erhebungen »in Österreich stärker«. Als erste Burschenschaft schloß die Wiener »Libertas« 1878 alle jüdischen Mitglieder aus. Bis 1890 wurden alle österreichischen Burschenschaften antisemitisch, und 30 Jahre später war der Judenhaß unter österreichischen Studenten »fast allgemein«.

»In Deutschland«, betonte Pulzer, »wo der deutsch-jüdische Antagonismus nicht durch andere nationale Haßgefühle intensiviert wurde und wo die liberale Tradition stärker war, wurde der Antisemitismus nie allgemein.«

Zwar gründeten antisemitische Studenten des Reiches bereits 1881 den Kyffhäuser-Verband, doch erlangte dieser »Juden ‚raus!«-Verein erst nach 1918 Bedeutung.

Historiker Pulzer resümiert die ideologische »Gleichschaltung“: »Ernst Niekischs … geistvolles Wort, Hitler sei die Rache für Königgrätz … faßte vor allem den Sieg der süddeutschen völkischen Ideologie über den klassischen Nationalismus und Chauvinismus Preußens und des Nordens zusammen.«