„Unsere Macht zuerst“ – Und für alle unsere Schäden und Schulden sofort

Deutlicher, unmißverständlicher als mit dieser SMS kann der zurzeitige Vizekanzler den Menschen in Österreich nicht mitteilen, worum es seiner identitären Gesinnungsregierungspartei ausschließlich geht: „Unsere Macht zuerst“.

Und wo kommen in diesem Zuerst die Menschen vor, von denen sie gewählt? Wo bleibt da in diesem identitären Zuerst für die Menschen noch ein Platz? Wenn je, dann weit, weit, recht weit hinten, dort, im absoluten Finsteren, wo, wie es in einem alten Sprichwort heißt: alles grau ist, auch das Braune.

Kurz gesagt, im … das unflätige Wort muß nicht wiederholt werden, die magnetmodischen Dreieckstücher haben es eingestickt …

Selbstverständlich hat der zurzeitige Vizekanzler nach diesem unfreiwilligen Offenbarungseid eine Erklärung nachgereicht, die das relativieren und verharmlosen soll, worum es seiner Partei von ihm aufwärts geht: „unsere Macht“.

SMS Strache - Unsere Macht

Fortan ist ein jeder Mensch gut beraten, diese SMS „Unsere Macht“ als Kleingedrucktes zu jeder Rede, zu jeder Schreibe von allen in dieser Partei hinunter bis zum Vizekanzler mitzudenken. Denn „Unsere Macht“ ist ihnen, wenn sie unter sich sind, ihr Großgedrucktes, und wenn sie aus ihren Buden hinausgehen, wird es zum Kleingedruckten, damit Sie es nicht mitbekommen, weil Ihre Stimme als Wähler und als Wählerin gebraucht wird.

Aber das wissen Sie ohnehin, im Kleingedruckten lauert der Hund, der Ihnen alles wegschnappt, Ihnen alles wegbeißt, Sie bis auf den Knochen abnagt …

Es ist kein schlechter Rat, diese SMS „Unsere Macht“ auch bei der zurzeitigen zweiten Regierungspartei als Kleingedrucktes stets mitzudenken …

Es geht bei „Unsere Macht“ nie nur um Immaterielles, um Symbolisches, um Abstraktes, um weltanschauliche Ausrichtungen, um Gesinnungshinwendungen. es geht immer um Handfestes, um Materielles. Es geht ums Geld. Um Ihr Geld. Es geht um Zuwendungen im großen Stil, mit Ihrem Geld.

Und zu dieser SMS „Unsere Macht“ gibt es eben ein aktuelles Beispiel, einer aus der vizekanzlerischen Partei ist so eben zu einer auch zum Teil unbedingten Haftstrafe verurteilt worden. In Kärnten. Eine Verurteilung als Aufarbeitung der Vergangenheit. Das ist alles hypogut bekannt. Die verursachten enormen Schäden sind hypogut bekannt und von allen zu beheben, angerichtet von jenen, die vereidigt auf „Unsere Macht“ …

Auch, das ist stets mitzudenken. Wie schlecht es solche Parteien in der Vergangenheit trieben, und da können Sie weit in die Vergangenheit zurückgehen, so schlecht treiben es solche Parteien in der Gegenwart weiter, in der Zukunft weiter. Das ist ihre Tradition, aus der sie nicht herauskommen, gesinnungsgemäß zugerichtet zu schaden.

Was von solchen Parteien bleibt, das hat eben erst auch die Partei des Innenministers vorgezeigt, auf dessen Freundschaft so stolz und ehrenreich gebaut wird …

Was von solchen Parteien bleibt: Schäden, Schulden und Verurteilungen.

Macht statt Österreich zuerstUnd auch passend, recht aktuell, die Machenschaften ebenfalls einer Gesinnungskameradin der vizekanzlerischen Partei …

Kurz zusammengefaßt: „Zuerst unsere Macht“, dann die Schäden und Schulden für alle.

Ja, wahrlich, was für ein serienehrliches Umfeld des zurzeitigen Vizekanzlers in Österreich …

Dagegen ist es wohl tatsächlich eine akademische Frage, ob ein Odin-Wiesinger-Medaillenträger die ideale Besetzung für die Nationalbank in Österreich … ach, beinahe vergessen, er ist die Idealbesetzung, jedenfalls nach österreichischer Art …

„Im Oasch daham“

Stefan Magnet schreibt wieder mal einen Kommentar für die gesinnungsgemäß zensurierte Website der identitären Regierungspartei in Österreich.

Das ist nichts Besonderes. Auch der Inhalt ist nichts Besonderes. Es ist das Üb(e)liche. Ein Lobkommentar, ein Hurrakommentar auf Wochenblick, Info-Direkt und die Zensurierte.

Und auch die Kommentare der Schreibstaffel zu diesem magnetischen Kommentar nichts Besonderes. Wie stets, nichts Freundliches. Vor allem gegen die Abgeordnete, etwa von einem Herwig Seidelmann. Es ist derart das Üb(e)liche, das es weder angeführt werden muß, noch in die Collage aufgenommen werden muß.

Stefan Magnet, das ist der Mann, der Vertreiber von Heimatmode. Das nur zur Erinnerung. Wie sauber es beim Vertreiben der Magnetmode zugeht, das muß nicht noch einmal erzählt werden.

Es muß auch nicht ein weiteres Mal erzählt werden, mit welchen Symbolen bei der Magnetmode gespielt …

Ab und an gab es über die Magnetmode einen medialen Bericht, in dem davon gesprochen wird, es würde mit „rechten Codes“ — wie harmlos, wie verharmlosend das doch klingt.

Magnet - Mode

Diese „Codes“ ebenfalls nichts Neues. Nichts Besonders, Das halt gesinnungsgemäß Erwartbare von solch einer Magnetmode. Klüger ist es wohl, statt zu schauen, welche „Codes“ verwendet werden, einmal nachzusehen, welche Statements werden durch die Magnetmode zu Österreich abgegeben. Und dazu fällt ein angebotenes Strickdreieckstuch auf: das österreichische Wappen am Po. Was für ein Statement! Was für ein Bekenntnis! Was von Österreich wirklich gehalten wird in diesen Gesinnungskreisen! Würden sie dieses ihr Bekenntnis, was sie von Österreich wirklich halten, von Qualtinger und Heller singen lassen, dann wäre es augenblicklich und drastisch klar, was sie von Österreich halten: „Bei uns is Österreich im Oasch daham!“

„Bei uns is Österreich im Oasch daham!“

Das ist ihr Bekenntnis mit diesem Dreieckstuch …

NS Zum Hurrakommentar des Stefan Magnet patzt die Zensurierte ein Foto vom Wochenblick, das die Abgeordnete mit einem nicht zu ihr passenden Hintergrund zeigt, weil es deren eigener Hintergrund ist und nicht nur von ihr der gesinnungsgemäße Hintergrund ist, es ist auch beispielsweise der Untergrund eines kleinzarten Mannes, der aus diesem Untergrund zum Minister aufgestiegen ist, eines Mannes, der sich selbst vielleicht als zu kurz geraten empfindet, nun aber zufrieden sein kann, so mitfühlend gestreckt worden zu sein, zwar hat das an seiner Körpergröße nichts geändert, durch die amtsmäßige Streckung, und das war eine enorme Streckung, nun reicht er aus diesem Untergrund bis an die Oberfläche, und das kann einem Menschen schon empfinden lassen, auch körperlich gewachsen zu sein.

Ach, und wieder …

Magnetmode - Bei uns is Österreich im Oach daham.png

 

Wenn die Vernunft schläft, werden Ungeheuer geboren.

Wenn die Vernunft schläft, werden Ungeheuer geboren. Um Goya ein wenig variiert zu zitieren.

Wenn die Vernunft schläft, werden Ungeheuer geboren.

Die schrecklichste Bestätigung dieser Behauptung, ach, wäre es nur eine Behauptung, liefert Österreich, das Hitler gebar, als die Vernunft schlief.

Und Österreich gebiert weiter Ungeheuer.

Die Vernunft schläft wieder oder weiter oder wieder so fest, wie zu der Zeit, als alle mit dem Ungeheuer Hitler in den Wehen lagen. Hitler, dieses Ungeheuer, das trotz all seiner Massenmorde und Massenverbrechen im Rückblick nur ihn als kleine Person sehend als eine Karikatur erscheint, das gefragt werden kann, wie konnte je irgendwer diese als Kanzler gebären wollen.

Mit größter Wahrscheinlichkeit kann nur eine Karikatur eine Karikatur gebären. Die Gebärende war Österreich, der Geburtshelfer Deutschland. Und Österreich gebiert weiter Karikaturen, aber Deutschland ist kein Geburtshelfer mehr.

Zur Zeit gebiert die Karikatur Karikatur um Karikatur um Karikatur …

Der Nagelschüler Wilhelm Brauneder, der an diesem Tag, 14.11.18, auf 18 in der Fuhrmanngasse seinen „Umsturz“ vorstellen wird und zur Zeit eine „Historikerkommission“ – auch eine Karikatur – leitet, ist verantwortlich dafür, dazu noch ein weiteres Kapitel zu schreiben.

Er, der Schüler, und sein Meisterdenker, wie ausgeführt, schreiben vom „Umsturz“ vor einhundert Jahren, als die Jahreszahl auch auf 18 endete …

„Umsturz“ klingt nach etwas Ungehörigem. Nach einer Frechheit. „Umsturz“ klingt nach zu verurteilender Gewalt. Für die Absetzung eines Regimes aber war es nahezu friedlich, eine nahezu gewaltfreie Ausrufung der Republik Österreich. Es war kein „Umsturz“, es war die berechtigte und längst überfällige Absetzung eines Verbrechensregimes, das eben erst mit dem Krieg von 14 bis 18 wieder einmal seine Verbrechensgier befriedigte, seinen Blutdurst stillte. Und wäre dieses Blutregime nicht abgesetzt worden, es hätte nicht lange gedauert, bis es wieder seinem Heißhunger auf Massenopfer und seinem Blutdurst den Menschen die nächste Katastrophe …

Dennoch schreibt der Meisternagel für den Eckart der österreichischen Landsmanschaft ein Buch, das derart beworben wird:

„Der Brennpunkt der in diesem Werk dargelegten Betrachtungen liegt auf der Zeit ab dem Umsturz […] Dies kann man als den ‚hundertjährigen Kampf um Österreich‘ bezeichnen, denn das Ende der Monarchie bedeutete einen seitdem fast ungebrochenen Siegeszug des Liberalismus, der nach wie vor ohne Halt vieles zersetzt, umdeutet und schlichtweg auslöscht, was uns auszeichnet und einst groß gemacht hat.“

Eine monarchische Familie ist ein Clan. Um das Ausmaß dieser Ungeheuerlichkeit zu erfassen, reicht eine Gegenprobe. Wer priese je beispielsweise ein Buch über eine Mafia-Familie

„Was uns auszeichnet und einst groß gemacht hat.“

derart an?

Was von solchen Familien je zu erwarten ist, sind ausschließlich Ungeheuerlichkeiten, und es reicht, den Nachgeborenen aus diesen Familien zuzuhören, ihnen zuzusehen, wo und mit wem sie auftreten, um zu wissen, was sie sind, Karikaturen, ja, und die Aufgabe der Generationen der Gegenwart ist es, dafür zu sorgen, daß sie ihre Leben als Karikaturen angenehm leben, aber nie wieder Ungeheuer werden können.

Österreich - Land mit Autoritarismusuntergrund

 

Umsturz

Ende November 18,  „da wird es eine Präsentation mit Vizekanzler Heinz-Christian Strache und mir geben, sagt Kommissionsleiter Wilhelm Brauneder zum Kurier“ …

Davor allerdings, am 14.11.18, wird der Kommissionsleiter im Schulvereinshaus seinen „Umsturz“ vorstellen, in der Fuhrmanngasse 18, in das Menschen als einfache Vortragende hineingehen und als Minister wieder herauskommen …

Ehe Wilhelm Brauneder mit dem zurzeitigen Vizekanzler präsentieren wird, den Weisenbericht, stellt er seinen „Umsturz“ vor, in der Fuhrmanngasse 18, in das „Ostmärker hineingehen und als Hofburgballtänzer heraus …

„Sieben Historiker (manche FPÖ-Mitglied) wurden vor dem Sommer beauftragt, Licht ins braune Dunkel der Partei zu bringen. ‚Bisher habe ich eine Reihe von Beiträgen bekommen, es sind aber noch welche ausständig‘, sagt Brauneder.“

Schreibt die oben zitierte Tageszeitung, am 04.11.18.

Wer die „sieben Historiker“ sind, ein Geheimnis. Ob der kleingewachsene I. Nagel einer der sieben … das kann nicht gesagt werden, es wäre, kurz gesagt, Spekulation.

Was aber gesagt werden kann, auf Ebene der Textanalyse, es darf angenommen werden, Wilhelm Brauneder ist ein Schüler von Nagel, der geschichtlich zwei geistesschwere Vornamen hat: Georg und Immanuel …

Beide veröffentlichen in der Fuhrmanngasse 18. Dem Schüler vorangeht sein Meisterdenker mit seinem „Zug der Geschichte“ …

„Der Brennpunkt der in diesem Werk dargelegten Betrachtungen liegt auf der Zeit ab dem Umsturz […] Dies kann man als den ‚hundertjährigen Kampf um Österreich‘ bezeichnen, denn das Ende der Monarchie bedeutete einen seitdem fast ungebrochenen Siegeszug des Liberalismus, der nach wie vor ohne Halt vieles zersetzt, umdeutet und schlichtweg auslöscht, was uns auszeichnet und einst groß gemacht hat.“

Wie kann ein Schüler anders seinem Meisterdenker danken, als damit, sein Wort aufzugreifen, und sein eigen Buch nach dem meisterdenkerlichen Wort zu nennen: „Umsturz“ … eine zarte, schamhafte Widmung, eine diskrete, schüchterne Liebeserklärung.

Wird der Schüler es gewagt haben, seinen Meisterdenker zu fragen, ob er einer sein will, von den sieben … Und wird der Meisterdenker seinem Schüler geantwortet haben, recht gerne erfülle er seinem Lieblingsschüler den Herzenswunsch, zu sein im Bunde, der siebente …

Vielleicht bittet, wenn sein Meisterdenker der siebente sein sollte, der Kommissionsleitungsschüler seinen Meisterdenker hinzu, wenn er Ende November 18 mit dem zurzeitigen Vizekanzler den Weisenbericht …

Historikerkommission - Meisterdenker im Gesinnungskreise seiner Schüler

Und wo wird die Präsentation sein, Ende November? Kein besserer Platz auf der Scholle dafür als auf 18 in der Fuhrmanngasse, in diesem Haus mit dem Banner „So weit die deutsche Sprache reicht“ …

Oh, und wie die deutsche Sprache reicht, das hat des Schülers Meisterdenker, der vielleicht sein siebenter ist, eben erst bewiesen, am Nationalfeiertag, am 26.10.18, von der 18 in der Fuhrmanngasse bis an die Baumgrenze im Michaelerural, wo die Holzfäller allein unter sich, die Frauen vielleicht in den Hütten beim Bereiten der Einbrenn, anstimmten „Deutschland über alles“ …

Und was noch dafür spräche, daß Georg Immanuel … der siebente sein könnte, ist der Umstand, daß der zurzeitige Vizekanzler in Österreich es so recht versteht, die Rechtbesten um sich scharen …

Vielleicht hat auch der Innenminister dem Schüler einen Mann aus dem Michaelerural empfohlen, der historisch recht bewandert und darüber hinaus es versteht, der zurzeitigen Regierung in Österreich „Paragraphe“ zu schreiben …

Ein „Spezial-Jurist“, der mehr ist, als nur ein historisch Bewanderter, und das würde ihn auszeichnen zu sein der sechste …. er ist auch ein „Zeitzeuge“, wie er am Nationalfeiertag im Michaelerural …

Ist es soher verwunderlich, daß die gesinnungsgemäß zensurierte Website der identitären Regierungspartei einen Text als Kommentar aus der 18 in der Fuhrmanngasse übernimmt? Nein. Wer für Meisterdenker ist, hat auch etwas für seine Schüler übrig …

Wieder erlegen …

FPÖ Historikerkommission Eckart Landsmannschaft.png

Antiziganismus hat keinen Platz. Eine Wette, die kein Wettbüro annimmt

An diesem Montag im November 18, der offiziöse Akt in der Staatsoper in Wien ist vorbei, es kann Bilanz gezogen werden.

Wie schon ausgeführt in Österreich – Jahrhunderte des Antiziganismus und des Antisemitismus will darüber keine Wette abgeschlossen werden, und es wäre, realistisch kurz gesagt, vergeblich.

Niemand ginge eine solche je Wette ein, bei der es, um zu gewinnen, nur eine sichere Antwort zu tippen gibt, die Wettanbietende selbst wählen müßten, um nicht zu verlieren, kein Buchmacher nähme eine solche Wette je an, jede Buchmacherin wüßte sofort, sie könne nur sicher verlieren, setzte sie auf ein Ja und überließe das Nein allen Wettenden.

Die Wette, wenn es doch wer versuchen möchte, diese irgendwo unterzubringen, könnte lauten:

Wird je ein Vertreter, eine Vertreterin des offiziösen Österreichs den Satz an einem prominenten Ort zu einer prominenten Zeit laut und unmißverständlich und klar aussprechen: Antiziganismus hat keinen Platz in Österreich. 

Der Akt in der Staatsoper ist vorbei. Wieder ein glorreicher Montag, an Montagen wird in diesem Land ja stets das Beste …

In der Staatsoper, was für ein Prachtbau. Wie viele erbauliche Aufführungen von Richard Wagner, diesem Meister aus Deutschland ohne Antisemitismus in seinen Zeilen, wie es die Gesinnungskameradarie des zurzeitigen Vizekanzlers recht genau wissen …

Wer wohl zu diesem Akt in die Staatsoper eingeladen war? Auch Opernsängerinnen? Vielleicht sogar die größte unter ihnen, die Meistersängerin … eine Einladung hätte sie sich wohl allemal verdient …

Ob „Herwig-ist-wieder-da“ auch zum Akt in die Staatsoper …

100jähriger Akt in der Staatsoper Republik ÖsterreichDieser Montagsakt in der Staatsoper: ein Triumph der Bildung. Der zurzeitige Vizekanzler zitiert gar Friedrich Hebbel. Ja, Hebbel, mehr Bildung geht nicht. Er greift zum Zitat über Österreich und die Welt und die Bühne … er, der zurzeitige Vizekanzler, greift nicht zum Hebbel-Wort Geschichtsverfälschung …

Das wäre für einen Akt wohl zu viel Gesinnungsbildung gewesen, es hätten das nicht alle verstanden, jedenfalls so wie jene Bildungsburschen in der Strozzigasse — na ja, ein NR, falls er an diesem Montag beim Akt anwesend war, auf jeden Fall …

Mehr Bildung geht nicht. Das ist nicht wahr.

Was hätten diese Gesinnungszitatmeister, vielleicht auch die eine oder andere Gesinnungszitatmeisterin, noch für Zitate bringen können, hätte dieser Montagsakt nur einen Akt länger gedauert, hätten also noch weitere vor- und hintreten können … SiloneJohann Wolfgang von  … den „Feige-Gesellen“-Lyriker

Ehe also der Satz in Österreich je gesprochen wird – Antiziganismus hat keinen Platz –, wird einer oder eine aus dem Gesinnungskreise des zurzeitigen offiziösen Österreichs die Frage eines Innenministers zitieren.

Und diese Wette nimmt jedes Wettbüro an. Denn. Zitiert wird er werden. Die Frage ist nur, wann. Wird der Innenminister noch in 18 oder erst in drei, fünf Monaten zitiert …

100 Jahre Republik Österreich

Österreich – Jahrhunderte des Antiziganismus und des Antisemitismus

Die Morgennachrichten im österreichischen Rundfunk beginnen mit der Erzählung über Franz Dinghofer, der 18 hinaustrat … über einen Mann also, der im nächsten 18 nach wie vor Vorbild ist, sich nach ihm zu benennen, um nicht „friedlich mit Untermenschen“ …

Franz Dinghofer, die Ikone der zurzeitigen identitären Regierungspartei, deren Blume für „antiösterreichische Umtriebe“ symbolreich ist, und das seit weit mehr als einhundert Jahren …

Ein paar Tage zuvor, in diesem November 18, moderiert ein Schriftsteller im Fernsehen eine Diskussion über Antisemitismus zum Anlaß des Gedenkens an die Reichspogromnacht und erinnert, daß der zurzeitige Vizekanzler erst dieses Jahr sagte, Antisemitismus habe keinen Platz in …

Es könnte dem zurzeitigen Vizekanzler das – Antisemitismus hat keinen Platz – vielleicht geglaubt werden, wenn er auch sagte, je sagte, Antiziganismus habe keinen Platz, und darüber hinaus das Geschwefel von „Ehre, Freiheit, Vaterland“ ließe, statt die Gültigkeit dieses Schlachtrufes in die absoluten Katastrophen jedweder Art zu erneuern, in ein und derselben Rede, mit der er aus durchsichtigen Gründen davon spricht, Antisemitismus habe keinen …

Aber es stellt sich beim zurzeitigen Vizekanzler gar nicht die Frage der Glaubwürdigkeit. Diese ist von ihm, so seltsam das klingen mag, glaubwürdig beantwortet. Auch im Hinblick auf den Antisemitismus. Er kann recht leicht sagen, Antisemitismus habe keinen Platz … ist doch der Antisemitismus durch einen anderen Namen längst ersetzt, ohne aber den Inhalt dadurch im geringsten zu ändern, der mit dem Namen Antisemitismus seit Jahrhunderten …

Es gibt an diesem Montag im November 18 einen Festakt zu einhundert Jahre … Und es sind, wie den Morgennachrichten zu entnehmen war, „Überlebende des Holocaust“ zu diesem eingeladen. Es gibt Wetten, die nicht gewonnen wollen werden, nein, es will diese Wette gar nicht abgeschlossen werden, ob zu diesem Festakt einhundert Jahre Reichsnacht auch Menschen eingeladen sind, die den Holocaust überlebten, aber keine Juden und Jüdinnen sind, Menschen, die weiter Pogromen ausgesetzt, die weiter getötet werden, in Europa …

Es wird auch an diesem Montag mit diesen Menschen nicht anders umgegangen werden, als eben erst in Kemeten. Wien ist auch nur ein Kemeten, Kemeten nur ein Wien …

Wird der Bundespräsident an diesem Montag wenigstens, wie zu erwarten ist, die Uneingeladenen zumindest erwähnen, oder ist es auch für ihn ein zu dreckiges Wort für diesen feierlichen Akt?

Weiß auch er, der Bundespräsident, ganz österreichischer Tradition verpflichtet, wo diese hingehören, wo diese erwähnt werden dürfen, wo ihre Plätze sind, an denen sie unter sich gedenken dürfen …

Ein ehemaliger Landeshauptmann weiß viel darüber, einen Innenminister beschäftigt die Frage recht …

Österreich - 100 Jahre Antiromaismus und Antisemitismus.png

 

Türkis-blauer Miststreuer. Eine Verlockung.

In „Nichtrechthabenwollen“ spielt Martin Seel „Gedankenspiele“.

Das verleitet, es ihm nachzutun. Ebenfalls ein Gedankenspiel zu spielen.

Aber es ist kein Spiel.

Jedenfalls, keines im strengen Sinn von Martin Seel.

Es ist eine Überlegung.

Zu überlegen, wie wohl der eine oder andere Absatz von Leserinnen aufgenommen wird, was zum Beispiel einem Leser in Ungarn dazu einfällt, oder, woran eine Leserin in Italien denkt, welches Bild Lesende in den Vereinigten Staaten von Amerika … kurz gesagt, werden Absätze von Lesern in allen Staaten auf die gleiche Weise verstanden.

Zum Beispiel diese Absätze:

„In bestimmten Perioden meines Lebens habe ich vorwiegend Fassaden gestrichen – Wände, Türen, Tore, Fensterrahmen, Dachgebälk. Als mein Meisterwerk galt die Restaurierung eines Miststreuers und des dazugehörigen Krans, die den einen türkis, den anderen blau zum Leuchten brachte. Allerdings hatte ich bei meiner Malerarbeit unbekümmert über Rost und Dreck hinweg gestrichen, weil mir eine akkurate Ausführung bald zu mühselig wurde. Das fiel aber keinem auf, wie es meistens der Fall ist, wenn eine kleine oder große Menge sich an Glänzendem erfreut.

Der Geruch von Mist und der Geruch der Farbe, mit dem wir jenen zu übertünchen versuchen, sind zwei Grundstoffe des Dufts der Welt. Heimatliche Gefühle verschaffen mir beide.“ 

Ist das „Ich“ für alle Lesenden in allen Ländern das „Ich“ von Martin Seel, oder, spricht diese Absätze zum Beispiel in Ungarn oder in Italien ein „Ich“ zum Leser, das ihm bekannter ist, das er oder sie, die Leserin in den Vereinigten Staaten von Amerika, in diesem „Ich“ erkennt, dieses Rost und Dreck anstreichendes „Ich“ bis zur Kenntlichkeit, wie es kurz gesagt wird, sich selbst preisgibt.

Türkis - Blau