Orbáns Division

Lieber Viktor!

Das ist für Österreich nicht nur ein Bekenntnis zur Freundschaft, sondern es ist auch ein Bekenntnis zu den guten wirtschaftlichen Beziehungen zwischen unseren beiden Ländern.

So am 28. Juli ´22 Karl Nehammer zu Viktor Orbán. Dann spricht der österreichische christgrünschwarze Bundeskanzler gleich über Nationalsozialismus, Rassismus und gar Antisemitismus, was er mit dem ungarischen Ministerpräsidenten alles in Freundschaft, Offenheit und Klarheit aufgelöst

Unmittelbar nach Auflösung in aller Freundschaft, Offenheit und Klarheit von Nationalsozialismus, Rassismus und gar Antisemitismus, im unmittelbaren Anschluß daran spricht der österreichische Bundeskanzler von den für Österreich ganz wichtigen geostrategischen Partnern:

Ungarn ist für uns ein ganz wichtiger geostrategischer Partner, wenn es um die Frage der Sicherheit geht. Ungarn grenzt unmittelbar an die Ukraine an. Es wird in der Ukraine Krieg geführt. Ungarn war sehr rasch eines der Länder, das auch massiv belastet war, gleich durch die ersten Fluchtbewegungen, genauso wie unser Nachbarland die Slowakei oder auch Polen. Österreic hat von Vornherein darauf geachtet, daß wir in guter Zusammenarbeit hier zueinander stehen und einander helfen. Ich darf das als österreichischer Bundeskanzler sagen, ich bin sehr beeindruckt von der Solidarität und Hilfsbereitschaft der Österreicherinnen und Österreicher. Wir haben mittlerweile mehr als 80 Tausend Ukrainerinnen und Ukrainer und ihre Kinder aufgenommen, sie versorgt und auch dafür gesorgt, daß die Kinder am Schulunterricht teilhaben können. Das ist nur deshalb möglich, weil die Menschen in Österreich und die Zivilgesellschaft zusammengeholfen haben.

Was aber dazukommt, Ungarn für uns ein noch wichtigerer Partner in dieser Frage ist, Österreich ist, so wie Ungarn auch, massiv von einer Welle irregulärer Migration betroffen. Mit dem Unterschied, daß die Welle in Ungarn aufschlägt, aber sich dann weiter ausstreckt, zum Teil eben auch in Österreich dann zum Erliegen kommt, was heißt, daß wir mittlerweile 31 Tausend Asylanträge haben, und wir sind nur bei der Hälfte des Jahres. Das heißt, 80 Tausend Ukrainerinnen und Ukrainer, 31 Tausend Asylanträge von Menschen aus Afghanistan, Syrien, Irak, Pakistan, Indien, Bangladesh. Das sind die Herausforderungen, mit denen Österreich tatsächlich jetzt, neben der Energiekrise, neben der Inflation, neben der Teuerung, neben der Pandemie, auch zu kämpfen hat.

In so einer Zeit braucht es Partnerschaft und auch Freundschaft, wenn es darum geht, diese Probleme zu lösen. Wir kooperieren schon seit längerem in polizeilichen Fragen. Das Innenministerium führt mit dem ungarischen Innenministerium, sprich mit der Polizei, gemeinsame Streifen durch an der österreichisch-ungarischen Grenze, genauso aber auch sind 50 Polizistinnen und Polizisten eingesetzt an der ungarischen-serbischen Grenze, um hier die ungarische Polizei zu unterstützen.

Aber wir beide sehen und wissen und spüren, daß das nicht genug ist. Und auch da brauchen wir gemeinsam einen weiteren wichtigen geostrategischen Partner, und das ist Serbien. Deswegen nehme ich den Vorschlag des ungarischen Premierministers sehr gerne an, daß wir gemeinsam eine Konferenz machen, zwischen Ungarn, Serbien und Österreich, um genau diese Frage, nämlich der Eindämmung der irregulären Migration, beginnend schon am Westbalkan über Serbien, Montenegro, Nordmazedonien, all diese Fluchtrouten identifizierend, daß wir hier Lösungen finden, um den Druck vor allem auch schon zu beginnen von der ungarischen Grenze wegzunehmen, aber natürlich auch von der serbischen Grenze.

Große Herausforderungen, aber mit der Entschlossenheit, der Klarheit und der Ehrlichkeit zueinander bin ich zuversichtlich, daß Österreich und Ungarn gemeinsam diese Herausforderungen gut bewältigen werden.

Viktor Orbán dividiert für seine „Schlacht“ auseinander, was nach seiner Gesinnung nicht zusammengehört, und stellt dafür seine Division auf. Eine Aufnahme der „Armee von George Soros“ wird von ihm gesinnungsgemäß abgelehnt, denn, die „Sorrosschen Truppen“ sind zu bekämpfen.

Wer aber zu seiner Division zugehörig, läßt Rekommandeur Orbán als Oberbefehlshaberstratege der Eindämmung der gesamten „Überflutung“ seinen Deichkommandeur, befohlen zur Eindämmung der „Wellen“, rapportieren. Deichkommandeur Nehammer sieht und weiß und spürt, wie er immer, schaut er in die Augen der Schlachtmeister, viel und tief spürt, moderne Zeiten fordern moderne Wörter. Deshalb spricht er in seinem Rapport an seinen Rekommandeur nicht von „Kameraden“, sondern von „Partnern“. Und er ist dabei seiner Sprachbodenheimat tief verhaftet, er spricht also nicht von „Playern“, wie sein Vorvorgänger.

Er nennt die „ganz wichtigen Partner“, unmittelbar im Anschluß an seine Ausführung von Verantwortung in bezug auf Rassismus und gar Antisemitismus, zuerst, wie es sich für einen Rapportierenden geziemt, Ungarn, und dann Serbien

Ungarn – Serbien – Österreich werden, so der rapportierende Deichkommandeur, „Lösungen finden“, „Herausforderungen gut bewältigen“.

Das kann Deichkommandeur „zuversichtlich“ sein lassen, hat doch in diesem Juli `22 Serbien mit seinem schwarzgewandeten Innenminister eindrücklich wieder einmal bewiesen, wie „Lösungen“ auszusehen haben, wie zu „bewältigen“ ist —

„Die Bilder der serbischen Polizeieinsätze vom 14. Juli im Grenzgebiet zu Ungarn wecken Erinnerungen an schreckliche Zeiten und Geschehnisse“, heißt es in einer Stellungnahme der Wiener NGO „SOS Balkanroute“ zu verstörenden Fotos, die das serbische Innenministerium aussandte. „Hunderte Männer mussten – wie auf den Fotos zu sehen ist – auf Befehl die Arme über den Kopf halten, gebeugt gehen und schlussendlich vor dem serbischen Innenminister Aleksandar Vulin, der den Einsatz in einer schwarzen Uniform begleitete, auch noch knien“, werden die verstörenden Szenen an der Grenze zwischen Serbien und Ungarn beschrieben.

„Serbien ist kein Parkplatz für Abschaum aus Asien“. Diese höchst umstrittene Aussage tätigte anlässlich der Polizeiaktion Innenminister Aleksandar Vulin vor versammelten Medienleuten. Serbien werde nicht zulassen, dass seine Lebensweise durch Kriminelle gefährdet werde, die mit dem Leid und der Armut von Menschen Geschäfte machten, ließ er wissen. 

„Mit solchen rassistischen Aussagen rechtfertigt also Innenminister Vulin das skandalöse Vorgehen seiner Einheiten. Dabei ist Vulin, der erst Anfang Juni von seinem Amtskollegen Gerhard Karner in Wien empfangen wurde, am Balkan als extremer Nationalist, Verfechter eines ‚Groß-Serbien‘ und auch für das notorische Leugnen des Völkermords in Srebrenica 1995 bekannt“, kritisiert „SOS Balkanroute“ die Aussage Vulins, aber auch den österreichischen Innenminister scharf. „Karner und Vulin haben gemeinsam im Juni eine Pressekonferenz in Wien abgehalten und ihre ‚enge Zusammenarbeit‘ im Kampf gegen ‚illegale Migration‘ hervorgehoben.

Nowadays, Austria and Hungary are two countries recombined by one language

Die Rede von Viktor Orbán vom 23. Juli ´22 gibt auch darüber tiefe Einblicke, weshalb „wir immer gern kommen“, weshalb „ein Ungar sich in Wien immer zuhause fühlt“, wie er in seiner „Erklärung nach dem Treffen mit dem österreichischen Bundeskanzler“ am 28. Juli ´22 Karl Nehammer schmeichelt.

Beide Reden sind auf der ungarischen Regierungsseite gleichrangig auf ein und derselben Seite zur Lektüre und zur Weiterverbreitung zur Verfügung gestellt, und es sind keine Wetten darauf abzuschließen, welche von den beiden Reden massive Verbreitung finden wird; es wird die vom 23. Juli 22 sein, aufgrund ihrer Klarheit, Offenheit und Nichtverklauselierung

Es ist die Sprache, die heutzutage Österreich und Ungarn wieder verbindet, zwei Länder zwar, aber vereint durch eine Sprache. So ist es allzu verständlich, daß Orbáns immer gern kommen, sich in Wien immer zuhause fühlen, sie müssen nichts übersetzen, sie können darauf vertrauen, ohne Übersetzung verstanden zu werden, wie sie auch darauf vertrauen können, ohne Übersetzung zu verstehen,

wenn sie beispielsweise von Oswald Spengler und seinem „Untergang des Abendlandes“ reden,

wenn sie von „Bevölkerungsaustausch“ reden,

wenn sie von „Überflutung“ reden,

Es sind die Zeiten der Überflutung Europas mit Migrantenmassen endgül­tig vorbei, wir brauchen keine neuen Wege der Migration! Das brauchen wir nicht! Wir brauchen mehr Schutz für unsere Bürger! (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)

beispielsweise im österreichischen Parlament, dann verstehen sie jedes Wort,

wenn sie „Das Heerlager der Heiligen“ nicht mehr zum Lesen empfehlen müssen, weil es hier in Wien, Österreich längst schon empfohlen, gelesen, sie sich so recht gleich gesinnungsreich darüber austauschen können,

wenn sie von jenen reden, „die in der Lage sind, sich selbst biologisch zu erhalten“, sie wissen, daß sie nicht nur ohne Übersetzung verstanden, sondern

„Die Geschichte habe gezeigt, daß nur diejenigen Nationen überleben können, die sich biologisch selbst erhalten können.“ „Was diejenigen anlangt, die faul und ungewaschen in der Hängematte des Sozialstaates dösen, so betont Orbán, er werde von der bisherigen Beschäftigungspolitikk nicht abrücken.“

auch zitiert werden,

wenn sie von „Sorrosschen Truppen“ reden,

wenn sie von der „Armee des George Soros“ reden,

wenn sie von „Gender“ reden,

wenn sie von „Migration“ reden,

wenn sie von der „großen historischen Schlacht, die wir ausfechten, Demografie, Migration, Gender“ reden,

wenn sie von den „Visegráder“ reden,

wenn sie ebenso voller Vertrauen von Donald Trump reden,

wenn sie vom „armen Salvini“ reden,

darum wissen sie, weshalb sie sich immer zuhause fühlen, in Wien, Österreich —

Nicht aber die Sprache allein verbindet sie, sondern insgesamt das „bildungsbürgerliche“ Milieu, in dem etwa die Literatur generell einen recht, recht großen Platz einnimmt. Sie können zitieren und lernen von beispielsweise Hölderlin, den auch Orbáns, das darf mit Gewißheit angenommen werden, zitieren können, diesmal aber hat ein Orbán seine Liebe zur Literatur mit Ferenc Molnár in Baile Tusnad (Tusnádfürdő) gestanden, von ihm gelernt zu haben.

Ich öffne eine Klammer, um auch über die europäischen Werte sprechen zu können. Da ist z.B. der neueste Vorschlag der Kommission der Europäischen Union, der sagt, jeder müsse obligatorisch seinen Gasverbrauch um 15% senken. Ich sehe nicht, wie sie das erzwingen wollen, obwohl es dafür ein deutsches Know-how von früher gibt, so meine ich das, und hinzu kommt noch, wenn auch dies zu keinem Ergebnis führen sollte und jemand nicht genug Gas hat, dann nimmt man es von denen weg, die es haben. Also die Europäische Kommission handelt nicht so, dass sie die Deutschen auffordern würden, ihre letzten zwei-drei noch arbeitenden Atomkraftwerke nicht zu schließen, da diese billige Energie produzieren würden, sondern lässt zu, dass diese geschlossen werden, und wenn die Energie ausgeht, werden sie von uns, die sie haben, weil wir sie angespeichert haben, werden sie von uns das Gas mit irgendeiner Methode wegnehmen. Ungarisch nennt man das „Einstand“ (im Ung. ‘das Eigentum des Schwächeren durch drohenden Auftritt wegnehmen‘), wie wir das aus dem Roman „Die Jungen von der Paulstraße“ von Ferenc Molnár gelernt haben, darauf können wir uns vorbereiten.

So sehr ist Wien Budapest und Budapest Wien, daß auf „Die Jungen von der Paulstraße von Ferenc Molnár“ in Österreich einem Orbán sofort mit dem Bewunderungsausruf „Liliom!“ —

Ferenc Molnár, so heimisch in Wien, daß sein, als wäre er aus Wien gebürtig, eingeheimischt: Franz Molnar. Liliom, in Budapest ein Rekommandeur im Stadtwäldchen, Liliom, in Wien ein Ausrufer, ein Anpreiser im Wiener Prater. Liliom, eine Paraderolle für jeden Schauspieler in Österreich, der sich – wenn sonst nur berühmt für seinen Bubengrußspruch – zu den Großen zählen will, vom Burgtheater bis zu den Salzburger …

Jeder hat schon einmal eine Schießbude im Stadtwäldchen [Wiener Prater] gesehen. Erinnern Sie sich daran, wie kindisch, wie komisch alle Figuren dargestellt sind? Arme, schlechte Schildermaler malen diese Figuren so, wie sie sich das Leben vorstellen. Ich wollte das Stück auch in solcher Weise schreiben. Mit den Gedanken eines armen Schaukelgesellen im Stadtwäldchen, mit seiner Phantasie und seiner Ungehobeltheit.

Die gemalten Schilder, die ihm aufgefallen sind, haben also Ferenc Molnár darauf gebracht, wie es einem Programmheft des Burgtheaters zu entnehmen ist, ein „Stück auch in solcher Weise schreiben“ zu wollen. Seit damals, als es die „armen, schlechten Schildermaler“ zuhauf noch gab, hat sich doch eines geändert, die „Figuren“ malen sich jetzt selber, aber wie „kindisch, komisch alle Figuren“ sich darstellen, das wird so wie damals nicht, das will so will damals nicht —

Viktor Orbán erklärt Karl Nehammer das „Gemischtrassige“: „immer nach einem kulturellen Konzept zu interpretieren“

Auf der Staatswebsite Ungarns sind, ist am 31. Juli 2022 zu lesen, die Reden Viktor Orbáns in zeitlicher Reihenfolge auf ein und derselben Seite aufgeführt, zuerst die Rede über das „Gemischtrassige“ und über „ein deutsches Gas-Know-how von früher“, darauf die Rede, mit der Viktor Orbán dem österreichischen Bundeskanzler öffentlich erklärt, das „immer nach einem kulturellen Konzept zu interpretieren“

Ehe aber Viktor Orbán Karl Nehammer das „Interpretieren“ erklären kann, ist noch auf einem roten Teppich beim Abhören militärischer Blasmusik zu marschieren. Das aber ist schnell erledigt. Denn es ist ein recht kurzer Weg vom Deserteursdenkmal bis zum Bundeskanzleramtstor.

In „aller Freundschaft, Offenheit und Klarheit“ wird nach diesem kurzen Marsch Karl Nehammer erklärt, er, Viktor Orbán, gehe „immer nach einem kulturellen Konzept“ vor.

So wissend, was denn ein „kulturelles Konzept“ sei, steht am 28. Juli ´22 Karl Nehammer neben Viktor Orbán, daß er, der ungarische Ministerpräsident, sein „kulturelles Konzept“ nicht erläutern muß, zumal er in seiner Rede, auch in seiner Rede vom 23. Juli ´22 in aller „Freundschaft, Offenheit und Klarheit“ auf sein „kulturelles Konzept“ ausführlich eingeht, er am 28. Juli annehmen darf, Karl Nehammer kenne sein „kulturelles Konzept“.

[Der Rede in Tusnádfürdő (Baile Tusnad) scheint Viktor Orbán wohl wegen ihrer Klarheit seines „kulturellen Konzepts“ den größten Wert beizumessen, ist doch auf der ungarischen Staatswebsite diese mit einem Bild von seinem Auftritt gekrönt, während ein Foto aus Wien mit dem ihn doch erst in allem zu unterrichtenden österreichischen Bundeskanzler als nicht der Rede wert –]

Sollte das „kulturelle Konzept“ dem österreichischen Bundeskanzler doch nicht umfassend geläufig sein, so hat Karl Nehammer die Gelegenheit, so transparent ist die ungarische Regierung des Viktor Orbán, das „kulturelle Konzept“ nachzulesen, wie es Viktor Orbán in seiner Rede vom 23. Juli wieder einmal deutlich vorgestellt, und so hilfsbereit ist die ungarische Regierung, es ist leicht zu finden, gleich auf derselben Seite unter der „Erklärung von Viktor Orbán nach seinem Treffen mit dem österreichischen Bundeskanzler Karl Nehammer“

Viktor Orbán antwortet am 28. Juli ´22 in Wien Karl Nehammer mit seiner Rede vom 23. Juli ´22 in Bálványos (Quelle der zitierten Rede: „Cabinet Office of the Prime Minister“, 30. Juli 2022)

Am 28. Juli 2022 wird in Wien, Österreich, Viktor Orbán mit dem höchsten Ehren, die gesinnungsgemäß militärische sind, empfangen, von einem österreichischen Bundeskanzler, der einer christschwarzgrünen Bundesregierung vorsteht. Auf dem roten Teppich schreitet Karl Nehammer Seite an Seite mit Viktor Orbán. Und es schreiten noch welche mit, so jedenfalls können sie es empfinden, daß auch für sie die christschwarzgrüne Bundesregierung den roten Teppich ausrollt, daß auch ihnen die höchsten Ehren, die gesinnungsgemäß militärische sind, zuteil werden. Sie aber sind nicht zu sehen. Zu sehen ist bloß der Körper von Viktor Orbán. In seinem Körper aber haben sie mehr als genügend Platz. Der Körper von Viktor Orbán ist ihr Transporter, von dem aus sie bequem die höchsten Ehren, die gesinnungsgemäß militärische sind, die ihnen die österreichische christschwarzgrüne Bundesregierung je zuteil werden lassen kann, empfangen können. Im Körper von Viktor Orbán steckend beim durch den christschwarzgrünen Bundeskanzler geleiteten höchsten Staatsempfang mit dabei: Anders Breivik, Andreas Mölzer, Brenton Tarrant

Am 23. Juli 2022 spricht Viktor Orbán in Baile Tusnad, von der „Rasse“. Es ist nur sein Mund zu sehen. Es sprechen noch welche mit, so jedenfalls können sie es empfinden, daß auch ihre Münder sprechen, ihre Münder vereint zu dem einem Mund von Viktor Orbàn: Tarrant Brenton, Mölzer Andreas, Breivik Anders —

„Rasse“, ein Wort, das die österreichische Bundesverfassung zur schönsten, zur elegantesten Verfassung eines Landes macht, wohl wert, zehntausendfaches Echo im österreichischen Gesetzeswerk —

Am 28. Juli 2022 findet Karl Nehammer, Vorstehender der christgrünschwarzen Bundesregierung, in Wien die rechten Worte darauf, die er Viktor Orbán in sein dreifaltiges Mundgesicht sagt, in einer Pressekonferenz, in der „zwei Fragen“ von Journalistinnen zugelassen, Journalisten zwei Fragen zu stellen großzügig erlaubt:

Lieber Viktor!

Jetzt habe ich viel über Freundschaft gesprochen. Freundschaft heißt aber auch, daß man Ehrlichkeit untereinander walten läßt, also die Kraft und die Fähigkeit hat, über die Unterschiede oder unterschiedliche Auffassungen auch auf Augenhöhe und in Wertschätzung, aber trotzdem in aller Klarheit zu sprechen. Und auf der anderen Seite natürlich auch über die letzten Vorkommnisse, die Ihnen allen bekannt sind, aus der Rede des Premierministers, wo es mir wichtig war, die österreichische Position klarzustellen, mir wichtig war, daß wir in Österreich jede Form von Verharmlosung oder Relativierung, von Rassismus oder gar Antisemitismus auf das Schärfste zurückweisen, verurteilen. Warum? Weil Österreich hier eine besondere Verantwortung hat aufgrund seiner eigenen Geschichte. Sie wissen, es war für uns ein langer Weg, als Österreich zu erkennen, welche Verantwortung wir tragen, auch in dem Bekenntnis, daß wir Teil dieses verbrecherischen Systems des Nationalsozialismus waren. Und daher sind die Fragen für uns besonders sensibel. Und gleichzeitig aber auch, sage ich hier, haben wir es in aller Freundschaft, Offenheit und Klarheit auch aufgelöst.

In aller Freundschaft, Offenheit und Klarheit antwortet Viktor Orbán direkt ins das einfaltige Mundgesicht von Karl Nehammer:

Es gibt hier eine ideologische Finte, über die es sich in so einer multiethnischen Umwelt zu sprechen und auch auf sie zu achten lohnt. Die internationalistische Linke benutzt eine Finte, eine ideologische List, jene Behauptung, in Europa würden an sich schon gemischtrassige Völker leben. Das ist ein historisches und semantisches Blendwerk, denn es werden verschiedene Dinge miteinander vermischt, denn es gibt die Welt, in der sich die europäischen Völker mit den von außerhalb Europas Kommenden vermischen. Na, das ist die gemischtrassige Welt. Und es gibt uns, wo sich die innerhalb Europas lebenden Völker vermischen, sich bewegen, arbeiten und umziehen. Deshalb sind z.B. wir im Karpatenbecken nicht gemischtrassig, sondern ganz einfach das Gemisch der in ihrem eigenen europäischen Zuhause lebenden Völker. Und wenn die Konstellation der Sterne eine glückliche ist und der Wind günstig weht, dann verschmelzen sich diese Völker auch in so einer hungaro-pannonischen Soße und erschaffen eine eigentümlich neue europäische Kultur. Dafür haben wir immer gekämpft, wir sind bereit, uns miteinander zu vermischen, aber wir wollen nicht gemischtrassig werden.

So ausführlich spricht der vierfaltige Mund von Viktor Orbán nicht zu Karl Nehammer. Er muß in Wien das alles nicht wiederholen, zumal seine gesamte „Rassenrede“ auf der offiziellen ungarischen Website nachgelesen werden kann: „Cabinet Office of the Prime Minister“.

Eine Rede, die nicht nur heute, am 30. Juli 2022, auf dieser Website zu lesen ist, sondern eine, so mächtig stolz wird er auf diese sein, noch lange, lange staatliche Verbreitung finden wird. So genügt es Viktor Orbán in Wien vollauf, lediglich von „Kultur“ statt von „Rasse“ zu sprechen, genauso wie beispielsweise Andreas Mölzer irgendwann nicht mehr von „Umvolkung“ sprach, sondern von „Ethnomorphose“ —

Für Rassismus, für Geschichte, für intellektuelle Fragen ist auch Zeit übriggeblieben. Als Zusammenfassung der Gespräche: daß wir eine positive Antwort bekommen haben. Ich kann vor Freude den Bürgern Ungarns verkünden, daß wir auf Österreich auch in den kommenden Jahren zählen können. Und wir können auf die Zusammenarbeit mit Österreich zählen. Und natürlich ist die Lage andersrum ebenfalls so. Ich habe mich auch davon überzeugt, daß in den wichtigsten Fragen, also Antisemitismus und Rassismus, das einfach vollständig ist, was der österreichische Bundeskanzler denkt, das denke ich auch. Und noch dazu denkt das Ungarn nicht nur, sondern ist auch stolz auf seine Leistung. Ungarn hat fantastische Ergebnisse erzielt hinsichtlich der Bekämpfung von Antisemitismus und Rassismus. Und unsere Regierung war diesbezüglich ganz besonders ein Spitzenreiter. Deshalb habe ich Herrn Bundeskanzler gebeten, wenn sensible, historische oder geistige intellektuelle Fragen zutage gefördert werden sollten und Zweifel bestehen, dann sollte stets gemäß einem kulturellen Konzept das analysiert werden, was aus Ungarn kommt. Eine biologische Betrachtungsweise ist bei keiner politischen Frage möglich in Ungarn. Was möglich ist, das ist die Betrachtungsweise gemäß einer kulturellen Grundlage. Ich möchte nicht herumfuxen, ich weise nicht hin, ich rede nicht drumrum, ich habe eine sehr deutliche Stellung. Ich definiere mich als Politiker gegen die Einwanderung. Ich möchte nicht, daß Ungarn zu einem Einwanderungsland wird, und ich möchte nicht, daß die Migration in Ungarn stärker wird. Diesen Standpunkt habe ich stets vertreten und das werde ich auch künftig tun, das hat keine biologischen Grundlagen, das ist keine rassistische Frage für uns. Das ist eine Frage der Kultur, ganz einfach, unsere Zivilisation soll so erhalten werden, wie das jetzt der Fall ist.

So also wiederholt Viktor Orbán am 28. Juli 2022 in Wien im Beisein seines österreichischen Empfangsvorstehers gesinnungsgemäß seine Rede vom 23. Juli 2022 einfach wie kurz. Für einen „Philosophen“ wie Viktor Orbán, als der er sich, so oft spricht er das Philosophische, das Geistige, das Intellektuelle in dieser Pressekonferenz an, in Wien zu erkennen gibt, ist es ein Rechtleichtes, verschiedene Begriffe für seinen gleichen Inhalt zu verwenden, in Wien also die Begriffe aus der Sommeruniversitätsrede gegen Begriffe, die ihm bloße Synonyme sind, einzutauschen, die zwar nichts am Gesinnungsinhalt ändern, aber in Wien, in Österreich so süßlich klingen wie ein Strauß-Walzer – „Kultur“ …

Da ich manchmal mißverständlich formuliere, das kommt vor. Ich habe Herrn Bundeskanzler gebeten, jede damit zusammenhängende Information im kulturellen Kontext zu betrachten, weil in Ungarn diese Ausdrücke, diese Sätze oder die Position, die von mir vertreten wird, eine kulturelle, zivilisatorische Position ist. Ich möchte wiederholen, ich bin stolz auf die Resultate, die von Ungarn hinsichtlich der Bekämpfung von Rassismus in den vergangenen Jahren zu verzeichnen waren.

Es gibt noch allerhand zu erzählen, das aber im nächsten Kapitel, zu dem die „Rasserede“ aus dem „Cabinet Office of the Prime Minister“, wie sie zwei Tage nach dem für ihn in Österreich gegebenen Staatsempfang offiziell verbreitet, heranzuziehen ist, die auch verstehbar macht, weshalb, wie der „Prime Minister“ in der Pressekonferenz am 28. Juli 2022 betont, „wir immer gern kommen, ein Ungar sich in Wien immer zuhause fühlt, und ich denke, sehr viele, vielleicht jeder Österreicher kann sich in Budapest zuhause fühlen“. Es gibt diese Männer aus Österreich, die sich im orbánschen Ungarn so zuhause fühlen, daß sie es sogar als ihren Sterbeheimatland erwählten. Mit einem Zitat aus der „Rasserede“, deren Quelle das „Cabinet Office of the Prime Minister“ ist, wird das nächste Kapitel beginnen, vielleicht mit diesem:

Ich bitte Sie also, dass wir es nicht verwechseln, wir uns nicht täuschen lassen, es gibt Krieg, es gibt eine Energiekrise, eine wirtschaftliche Krise und Kriegsinflation, und all das verdeckt vor unseren Augen wie ein Paravent, steht wie ein Paravent zwischen uns und der Frage von Gender und Migration, dabei entscheidet sich die Zukunft in diesen Fragen. Das ist die große historische Schlacht, die wir ausfechten, Demografie, Migration, Gender.

Der Wert des „Bundespräsidenten“ in Österreich spiegelt sich in den Kandidaturen wider

Kurz, sehr kurz ist es her, daß Staatsoberhaupt meinte, es brauche ihn, den „Bundespräsidenten“.

Was gebraucht wird, so die allgemeine Ansicht, hat einen Wert. Das Gebrauchte hat einen Wert. Was nicht gebraucht wird, hat keinen Wert.

Was verbraucht, ist ohne Wert. Was aufgebraucht, was aufgetragen, besitzt höchstens noch einen Restwert.

Den Wert des Amtes des „Bundespräsidenten“ in Österreich spiegeln die sehr vielen Kandidaten und die sehr wenigen Kandidatinnen wider, mittlerweile sind es achtzehn Männer und drei Frauen, die für Unterstützungserklärungen, um zur Wahl zugelassen zu werden, werben, für die das Amt des „Bundespräsidenten“ einen Wert hat, wie für Menschen mit besonderen Vorlieben und persönlichen Interessen weggegebene, nicht mehr gebrauchte Gegenstände eben immer noch einen Wert haben, sie in diesen weiter einen Wert zu erkennen vermögen, im Ausüben ihrer Liebhaberei, sie bereit sind, auf Trödelmärkten Unsummen dafür auszugeben, für Dinge, die andere zum Verkauf in der Hoffnung auf Flohmärkten anbieten, doch noch etwas für das zu bekommen, was sie selbst nicht mehr brauchen, in ihren Heimen ihnen nur noch benötigten Platz wegnehmen, für sie nur noch wertlose Last —

Aber auch in diesem Jahr, in Österreich im Herbst, mit der Wahl am 9. Oktober ’22, wird und will der Blick in den Spiegel der Werbenden nicht getan werden, dabei offenbaren gerade heuer die Kandidatinnen recht besonders den Wert des „Bundespräsidenten“ wie nie zuvor.

Es wird zwar allenthalben von „Clownkandidaten“, von „Spaßkandidaten“ gesprochen, geschrieben, aber daß nur noch „Spaßkandidaten“, „Clownkandidaten“ sich bewerben, nur noch „Clownkandidaten“, nur noch „Spaßkandidaten“ das Amt des „Bundespräsidenten begehren, und die damit einhergehende Frage, weshalb nur noch „Spaßkandidaten, „Clownkandidaten“ das Amt des „Bundespräsidenten“ besetzen wollen, wird nicht gestellt, dabei sagt es doch alles über das Amt aus, wenn es nur noch „Spaßkandidaten“, „Clownkandidaten“ sind, die bereit dafür sind und, vor allem, die einzig willlig noch dafür bereitstehen, den „Bundespräsidenten“ zu geben.

Der eine oder andere Werber wird Freunde, Bekannte, Nachbarinnen, seinen Stammtisch im Dorfwirtshaus wohl dazu ermuntern können, ihn in seiner Liebhaberei zu unterstützen, ob es aber für jeden Werber reichen wird, um zugelassen zu werden, kann noch nicht gesagt werden, etwa für den Werber, der zum

Impfen: klares Nein, weil ich Augenzeuge bei den Untersuchungen der C-Impfstoffe war und laut Aussage des Physiker es sich NICHT um eine Schutzimpfung handle, sondern um ein Gen-veränderndes Waffensystem! (Die Bibel bestätigt dieses in konkreten Versen,666-Offenbarung 13.16-18 die Vorbereitung für das Mahlzeichen). Wichtiges :Bibel, lesen (Keine Kirche)

oder etwa für die Werberin, um wenigstens hier gleichberechtigt und gleichgestellt eine Frau und einen Mann beispielhaft aus der Riege der „Clownkandidaten“ und „Spaßkandidaten“ für die Wahl in Österreich im Herbst auftreten zu lassen, für die

Denn Österreich hat bis heute keinen Friedensvertrag und ist somit noch alliierte Besetzungsmacht. Es muss endlich ein Friedensvertrag her!

So stellen sie sich auf einer Website vor, die von einem Mann betrieben wird, der selbst kandidiert, und dennoch allen Werbenden eine Plattform zum Präsentieren bietet, ganz im Gegensatz etwa zur Website, die eine Enzyklopädie vorgibt zu sein, und der als Werbender sich keiner Diskussion mit seinen Mitwerbenden verweigerte

Der Tageszeitung Standard

Der Krieg hat sie in ihrer rechten Einstellung nicht extremer oder radikaler gemacht. Eher im Gegenteil. Beispiel: Ganz der typische Hipster, produziert Kusja T-Shirts mit seinem eigenen Logo: einem eingerahmten Totenkopf. Der erinnert zwar an eine SS-Division, ist angeblich aber nur ein Piratenlogo.

Was in der „taz“ am 23. Juli 2022 ein „Artikel“, was in der Tageszeitung „Der Standard“ am 23. Juli 2022 eine „Reportage“, eines ist gewiß, beide Produkte, Artikel, der eine Reportage oder Reportage, die ein Artikel, sind von Philip Malzahn. Als der Artikel als Reportage oder die Reportage als Artikel gelesen ward, mußte gedacht werden, wie lieblich das geschrieben ist, wie einnehmend für die Dargestellten es geschrieben ist, wie nachsichtig es geschrieben ist, wenn etwa von „Runen“, wenn von „Hakenkreuz“ geschrieben wird, was im Grunde, so wie es geschrieben ist, das doch für recht feine Jungs sind, die bloß „alle Patrioten natürlich. Nationalisten, ja. Keine Nazis.“

Als die Reportage, die ein Artikel, als der Artikel, der eine Reportage, oder kurzum: der „Lokalaugenschein“ gelesen ward, mußte gedacht werden, wer würde beispielsweise in Österreich mit so viel Güte, mit so viel Wärme schreiberisch ihnen begegnen? Dafür muß nicht lange nachgedacht werden, bei diesen Verbindungen zwischen Menschen aus Österreich und Menschen aus der Ukraine —

Auch dafür muß nicht lange nachgedacht werden, wer beispielsweise in Österreich aufschreien würde, schreiberisch aufschreien würde, wenn von Männern zu erfahren ist, daß auf ihren Leibern „Hakenkreuze“, „Runen“, sie „T-Shirts“ herstellen mit Zeichen, zu all dem sie erklären, oh, das seien so doch so uralte Symbole, alt wie die Welt …

Aber. Das ist, wenn dieser Artikel oder diese Reportage oder dieser Lokalaugenschein etwas Interessantes aufzuweisen hat, dann sind es die Unterschiede, die Unterschiede in den Fassungen für die „taz“ und für „Der Standard“.

Das an den Beginn gestellte Zitat ist aus der Fassung für die Tageszeitung des medialen österreichischen Standards, aus der „Reportage“, aus dem „Lokalaugenschein“. In der „taz“ kommt dieses Zitat nicht vor, diese Beweisführung zu ihren Gunsten, der Krieg habe „sie in ihrer rechten Einstellung nicht extremer oder radikaler gemacht. Eher im Gegenteil. Ganz der typische Hipster […]“ Ein „Hipster“ ist doch der rechtbeste Beweis, ein „Hipster“ könne weder extrem noch radikal – das haben „Hipster“ schon, auch ohne Krieg, zur Genüge schon bewiesen, die proud boys, denen Donald Trump das Ständchen „Stand by“

Kusja führt die kleine Einheit an, Punf feuert die Geschosse ab. Ihr Auftreten ist ungewöhnlich für den Krieg: wie Hipster. In westlichen Großstädten würde sich keiner nach ihnen umdrehen. Kusja trägt einen gepflegten Schnauzer, nimmt seine silberne Analogkamera immer mit.

So steht es in der Reportage für Österreich. Im Artikel für Deutschland:

Kuzya führt die kleine Einheit an, Punf zieht die Schnur. Ihr Auftreten ist ungewöhnlich für den Krieg, zu hipsterig. In Berlin-Kreuzberg würde sich keiner nach ihnen umdrehen. Kuzya trägt einen gepflegten Schnauzer, nimmt seine silberne Analogkamera immer mit.

Im Artikel für Deutschland treten „Hipster“ nicht auf, nur einmal die vorsichtige Wendung: „zu hipsterig“. Dazu fällt ein Wort ein, das erst vor kurzem im Zusammenhang mit einem Kandidaten für die „Bundespräsidentenwahl in Österreich im Herbst verwendet wurde, mit dem gefragt werden könnte, da wie dort.

„Hipster“, ein „Paria“? „Hipster, kein „Paria“?

Lohnt es, darüber nachzudenken, warum in Deutschland die „Hipster“ nicht und in Österreich die „Hipster“ schon in diesem „zwielichtigen“ Milieu, warum in Deutschland „Hipster“ nicht in einem Atemzug, warum in Österreich „Patrioten“ Hipster … Das in Deutschland so mutig von Philip Malzahn geschriebene „zu hipsterig“, das werden Hipster ihm wohl großzügig nachsehen, vielleicht sogar schmunzelnd aufnehmen, so extrem oder radikal wie sie, im Gegenteil — Und stolz wird vielleicht auch dabei sein – Berlin-Kreuzberg, nicht nur ein Stadtteil, sondern: westliche Großstädte

Die zwielichtige Vergangenheit Asows, sie scheint keine Rolle zu spielen. Dabei gibt es sie: Vorwürfe von Menschenrechtsverletzungen, Misshandlung von Kriegsgefangenen, Angriffe auf Sinti und Roma. Die USA wollten die Gruppe einst auf die Terrorliste setzen.

Das steht geschrieben im Artikel und in der Reportage als Lokalaugenschein. Menschgemäß sind „Agriffe“ keine friedlichen Handlungen, und doch scheint „Angriffe“ im Zusammenhang mit „Sinti und Roma“ ein zu schwacher Ausdruck dafür zu sein, was diese „Angriffe“ tatsächlich sind. Es sind „Pogrome“. Auch in der Ukraine. Wie verhamlosend „Angriffe“ hingegen bei dieser gegen diese Menschen in und außerhalb der Ukraine fortwährenden Geschichte, „Angriffe“ nahezu beschönigend —

Lohnt es, all den Unterschieden zwischen diesen zwei Fassungen, die eine für Deutschland, die andere für Österreich, nachzugehen?

Es ist Sommer. Es ist Urlaub. Warum also nicht.

Österreich ’22, Schule der Patriarchen – „Bundespräsidentenwahl“: Gegen die „Verzweiflung“ Rosenkranz und Van der Bellen

Walter Rosenkranz redet von „Verzweiflung“. Alexander Van der Bellen redet von „Verzweiflung“. Was aber gegen „Verzweiflung“ wirklich hülfe, dafür handeln sie nicht.

Sie reden von Verzweiflung. Das Reden, das gegen Verzweiflung so viel hilft, wie der Rosenkranz fünfmal am Tag, wie das Bellen einmal in fünf Jahren – gar nicht.

Aber sie reden nicht vom Zweifel. Wogegen sie, auch dagegen nicht handeln, ist die Auflösung des Zweifels, des Zweifels, daß es in Österreich je noch eine Entwicklung —

Die „Bundespräsidentenwahl“ in Österreich im Herbst macht es wieder einmal mehr als kenntlich. Staatsoberhaupts

Absage an ein TV-Duell mit Rosenkranz. Die Wählerschaft kenne Van der Bellen nun ja schon, „wozu also Politik-Show?“, die die Würde des Amtes beschädigen könnte, fragte der Bundespräsident in der Tiroler Tageszeitung. Aus dem Mund des Staatsoberhaupts ist das starker Tobak. Natürlich sind TV-Debatten keine tiefsinnigen Diskussionen, für viele sind sie aber die einzige Möglichkeit, einen eingehenderen Blick auf die Kandidaten […]

Staatsoberhaupt kommt aus einer Partei, die, so geht die Legende, für Überwindung, Entwicklung … und nun, Staatsoberhaupt redet wie die vor Jahrzehnten der Wiederwahl sich stellenden „Bundespräsidenten“ auch in der Absage … „die Würde des Amtes“ —

Es ist pure Wiederholung. Dieses Kapitel könnte auch so geschrieben werden, wie es vor zwölf Jahren geschrieben wurde, auch eine Wiederholung, aber die Wiederholung kann nicht dem Roman vorgeworfen werden, ein Wirklichkeitsroman kann nur enthalten, was die Wirklichkeit enthält, und die österreichische Wirklichkeit enthält nichts als Wiederholungen.

Wer andere Romane lesen will, muß für andere Wirklichkeiten sorgen.

„Bundespräsidentenwahl absagen“, wie vor zwölf Jahren ein Kapitel genannt, dazu könnte, mit Schaudern, gefragt werden, aber dann bliebe ja — Nein, dazu gehörte untrennbar ein zusätzliches Gesetz, mit dem das Ende der jetzigen Amtsperiode mit dem vorgesehenen Datum beschlossen ist, und ab dem 26. Jänner 2023 das Amt des „Bundespräsidenten“ unbesetzt bleibt, bis entschieden ist, ob es je wieder und vor allem wie dieses Amt geben soll. Nur weil Staatsoberhaupt meint, „es braucht ihn“, heißt das bloß, das Vorstellungsvermögen, wie die Amtsgeschäfte sonst erledigt werden könnten, hält nicht mit, mit dem Politikvermögen, daß dieses würdige Amt erfordert.

Und dazu gehört unweigerlich, Sie ahnen es, eine Wiederholung, wenn es denn das Amt weitergeben soll, eine umfassende und tiefgreifende Reformierung auch und zuerst des „Bundespräsidentenwahlgesetzes“

(und ja, es sind leider nur Männer) zu werfen.

Es sind (in Klammern gesetzt, wie alles, was wichtig ist, je in Klammern), „und ja, es sind leider nur Männer“, so klagt ein Kommentator einer Tageszeitung des medialen Standards in Österreich. Und die „Leider-nur-Männer“ haben alle schon die Zulassung zur Wahl, die „Leider-nur-Männer“ haben nach Fabian Schmid alle schon die sechstausend Unterstützungserklärungen als Ticket, um in „TV-Debatten“ eingelassen zu werden, nur die drei Frauen, die ihre Kandidaturen ebenfalls bekanntgegeben haben, ach, nur die drei Frauen, leider, leider, leider haben die sechstausend Unterstützungserklärungen nicht und leider nicht zusammengebracht —

Aber die Frauen brauchen darüber gar nicht zu verzweifeln, den Männern geht es ja auch nicht besser, der Kommentator dieser Tageszeitung des österreichischen Standards des Qualitätsjournalismus findet nicht die Absage von Staatsoberhaupt an alle Männer unverständlich, bloß die „Absage an ein TV-Duell mit Rosenkranz“. Es sind schlagende Argumente, die der Kommentator dafür vorbringt.

Rosenkranz kommt aus dem rechten Eck, ein Paria kann er aber nicht sein – hat ihn doch Van der Bellen selbst als Volksanwalt angelobt. Eine Debatte würde es Van der Bellen erlauben, Rosenkranz’ Positionen sachlich zu widerlegen. Damit könnte er womöglich jene erreichen, die diese blauen Ansichten teilen. Sich dem nicht zu stellen und Diskussionen zu verweigern – das ist es, was tatsächlich die Würde des Amtes beschädigen könnte.

Staatsoberhaupt würde dem Kommentator wohl zurufen, er solle Geschichte lernen, Denn.

„Rechte“ würde es in Österreich gar nicht geben, so sensibel wird in Österreich, um auch das zu wiederholen, damit umgegangen, so Staatsoberhaupt —

Und ein „Paria“? Gesinnungsgemäß gewiß nicht, aber schon gar nicht in Österreich, und auch nach den Ansichten etwa von Max Weber oder Hannah Arendt ebenfalls nicht, aus dem Volk, im Gegenteil.

Und ob die Männer die sechstausend Unterstützungserkärungen zusammenbekommen werden, das wird erst am 29. August zu erfahren sein, zwanzig Tage nach dem Sticktag 9. August. Und vielleicht ist dann doch eine Frau mit sechstausend Unterstützungserklärungen mit dabei, die „sachlich zu widerlegen“ keines Menschen demokratische Pflicht sein wird, aber diskutierte recht besonders die eine Werberin, wie könnte der Mann, von dem Fabian Schmid meint, er hätte schon die sechstausend …, dann vor dem Fernsehapparat immer wieder ausrufen, ja, die sagt genau was auch …

Eine Eröffnungsrede, nach der nichts mehr sein wird, wie es war, in Österreich

Meine Damen und Herren, das wird jetzt vielleicht ein wenig ungewohnt für eine Festspieleröffnungsrede, aber Sie werden mir verzeihen, wenn ich diese Gelegenheit nutze.

Ungewohnt ist daran nichts. Nicht einmal die Vergeßlichkeit. Die gehört in diesem Land dazu. Eröffnungsreden werden dafür genutzt. Wie seit langem gewußt wird, spätestens seit der Landwirtschaftsmesseeröffnungsrede eines Bundespräsidenten, mit dem gefragt werden kann, was war die Leistung von Staatsoberhaupt als Bundespräsident?

„Die Sümpfe“ wurden seit damals nicht trockengelegt, „die sauren Wiesen“ wurden seit damals noch saurer. Das ist, einfach wie kurz gesagt, die Antwort.

*

Zweiundvierzig Jahre später glaubt also ein Bundespräsident, diesmal in einem Juli und nicht in einem August, eine „ungewohnte“ Rede zu halten, während sie doch nur eine gewöhnliche, die gewöhnlichste —

Er sagt: „Wenn wir uns nicht in die eigene Tasche lügen wollen, dann müssen wir etwas zur Kenntnis nehmen, nämlich […]“

Und dann beginnt der Kandidat, der um die Zulassung zur Wahl für das Amt der Bundespräsidentin wirbt, mit der Aufzählung, mit der er alles einem „Diktator“ in die Schuhe schiebt, geradeso, als wäre vor dem 24. Februar 2022 in Österreich alles zum Besten bestellt gewesen, als wäre bis zum 24. Februar 2022 Österreich mehr als eine „Insel der Seligen“ gewesen – das Paradies schlechthin.

Er redet davon, „daß wir in einer Gesellschaft leben wollen, in der jeder Mensch gleich viel wert ist“. So sehr ist diese seine österreichische Gesellschaft beseelt davon, daß jeder Mensch gleich viel wert ist, daß der Wert der Menschen in Österreich von der Staatsspitze höchstselbst penibel mit dem Zirkel —

Er redet von „dramatisch ansteigenden Preisen“, er redet von den „Hunderttausenden Menschen in diesem Land“, die „Angst haben, die am Rande der Verzweiflung sind“, er redet von „alleinstehenden Müttern, alleinerziehenden Mütter, Mindestpensionisten“ … einfach wie kurz gesagt, er redet von der Armut.

Von der Armut, die es in Österreich bis zum 24. Februar 2022 nicht gegeben hat, weil vor allem die Regierung, die für ihn auch ein Hort stabiler Verhältnisse war, alles dagegen unternahm, was nur zu unternehmen war, und dabei besonders an die Kinder dachte, Gesetze verabschiedete, die nun dieser „Diktator“ zu Fall brachte.

Gerade für junge Menschen war bis zum 24. Februar 2022 nur das Beste gut genug, in diesem, wie er es nennt, „wunderschönen“ …

Kein schöneres Land auf der Welt bis zum 24. Februar 2022, gerade auch für Familien —

Einfach wie kurz: wahrlich ein Paradies, in dessen Wörterbuch es bis zum 24. Februar 2022 nicht die Vokabeln, nicht die Phrasen gab: „schwer leiden“, in akuter Armutsgefahr“ … sondern ausschließlich Honigundmilchworte wie „Friede, Wohlstand, Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Freiheit“ …

Ein Paradies, in dem bis zum 24. Februar 2022 gewußt wurde, was gut, was „gar nicht“ gut, wem dafür die Stange …

Er erklärt, warum dieser „Diktator einen Krieg begonnen hat“, er zählt auf, was alles der „Diktator“ verachtet und nicht erträgt, und darum hat der „Diktator“, der bis zum 24. Februar 2022 nur Friede und nichts als Friede war, einen „Krieg begonnen“.

Er redet von der „unerträglichen Abhängigkeit“. Und auch unerträglich sei es, so redet er zur Eröffnung der Landwirtschaftsmesse auf dem Bodensee, „sich zum unterwürfigen Verbündeten eines Diktators zu machen, zu all dem Unrecht zu schweigen, wir“ seien nicht „Vasallen“ — Ein wahrhaftig reitender Bote gegen das Schweigen, gegen das Unrecht, und wie weit er dafür schon geritten ist, bis Teheran, USA —

Er, so redet er selbstkritisch, „selbst habe mich auch täuschen lassen“, aber, das müsse er betonen, „vergangene Regierungen in halb Europa“ hätten sich ebenfalls … einfach wie kurz ein Mann, der frank und frei in die Reihe der Getäuschten sich stellt

Wie muß vor neunzehn Jahren in Bregenz einem sehr alten Mann zugerufen worden sein, wie muß dieser Greis in Bregenz bekniet worden sein, er solle sich nicht täuschen lassen.

„Politik und“, das betont er besonders, „Wirtschaft haben Fehler gemacht“. Als ob das, was die Wirtschaft macht, Fehler sein könnten, wenn die Wirtschaft macht, was der Wirtschaft „Grundelemente“ sind —

Das ist die Last dieses Landes Österreich, voll Vertrauen und Liebe zu sein, und deshalb stets Opfer derer zu werden, die täuschen, heute und auch wie beispielsweise vor siebenundsiebzig Jahren, stets alles Vertrauen und alle Liebe fremden und eigenen „Diktatoren“ entgegenzubringen, sie stets glaubensselig „anders einzuschätzen“, weil eben ihr alles Tun nie Zweifel aufkommen ließen, es könnte Täuschung sein, bis dann, eines Tages, das ruinierte Land die Wahrheit über sie — Aber wer könnte Liebenden und Vertrauenden gram sein, vor allem dann, wenn sie ihren Schmerz, getäuscht worden zu sein, selbst einbekennen —

Staatsoberhaupt, ein Bundespräsident, der so offen und so ehrlich spricht, der weiß, daß er den Menschen nichts geben kann, die „jetzt“ und seit je immer „arbeiten“ und dennoch „nicht mehr wissen, wie sie heizen oder essen sollen“, das wäre der Bundespräsident für 1945 gewesen, in seiner Demut, einzugestehen, nichts zu haben, das er den Menschen geben kann, nicht wie jene damals

… ein Segen, in diesem „Jetzt“ zwei Männer an der Staatsspitze zu wissen, die wissen was zu tun ist, ein geeichter 45er Bundespräsident, der weiß, wer an der Regierung gehalten werden muß, schließlich weiß dieser, er war dabei, was in harten Wintern zu tun ist —

Nicht nur er weiß, was in harten Wintern zu tun ist, sondern auch alle die mit ihm sind —

*

Und deshalb kann eines bloß noch geben, nur einen Schluß.

Seine Rede zum Schluß für ihn sprechen zu lassen. Nach dieser seiner Rede wird nichts mehr so sein wie es war.

Es ist kein Zufall, daß die Eröffnung […] schon zum festen Programmpunkt meiner Amtsvorgänger im Amt des Bundespräsidenten gehört hat. Auch für mich ist sie ein Auftakt der Herbstarbeit, bei dem die Erfüllung einer staatspolitischen Pflicht mit dem Erlebnis persönlicher Freude zusammenfällt. (…)

[…] ist heuer zudem in einer guten Situation: Sie wird nicht unmittelbar von jenen bösen Schatten beeinflußt, die gegenwärtig jene sogenannten Wirtschaftspraktiken werfen, die am Beispiel einzelner Auftragserteilungen für das Allgemeine Krankenhaus in unserer Bundeshauptstadt zutage getreten sind und für die das harte Wort „Korruption“ nicht vorschnell gewählt ist. Trotzdem ist für Schadenfreude darüber, was woanders passieren kann, ebenso wenig Platz wie auch für eine in manchen Mitbürgern aufkommende Angst, daß der demokratische Rechtsstaat vielleicht doch nicht in der Lage sei, der Korruption Herr zu werden. Denn ehrlich müssen wir gestehen, das, womit sich das zuständige Gericht und der Parlamentarische Untersuchungsausschuß in diesen Wochen beschäftigt, ist nicht die erste Korruption in unserer Zweiten Republik. Und dort und da wird im Zusammenhang mit dieser bösen Erfahrung auch wieder ein Ruf nach einem „starken Mann“ vernehmbar.

Meine sehr geschätzten Mitbürger! Viele von uns haben es an sich selbst erfahren, wohin das Regiment eines „starken Mannes“, führt. Was wir brauchen ist nicht ein starker Mann. Der Rechtsstaat ist stark genug, auch mit diesen verabscheuungswürdigen Mißbräuchen fertig zu werden. Was wir aber brauchen, sind charakterlich starke Demokraten mit einem hohen Berufsethos, und zwar in jedem Bereich, im wirtschaftlichen ebenso wie im politischen. Wir brauchen diese charakterlich starken Demokraten überall, oben und unten, in den Funktionen mit großer und in den Funktionen mit kleiner Verantwortung, und auch im privaten, im persönlichen Leben.

Jeder von uns, wo immer er als freier und verantwortlicher Mensch steht, muß seine Pflicht so erfüllen, daß er damit nicht nur vor den Gesetzen – dies scheint mir eine selbstverständliche Voraussetzung -, sondern auch vor seinem Gewissen bestehen kann. Wir haben in einer für den moralischen Zustand unseres Volkes gefährlichen Weise uns daran gewöhnt, manchen Delikten das Wort „Kavalier“ voranzusetzen und haben damit vergessen gemacht, daß sie trotzdem Delikte bleiben. Dies hat von der Wurzel her den Blick für die Grenze dessen, was zu tun ehrenhaft ist und was nicht ehrenhaft ist, getrübt. Und zwar ganz gleichgültig, ob es sich um eine Überschreitung der Höchstgeschwindigkeit auf den Straßen oder um das Fahren unter Alkoholeinfluß handelt, wodurch Menschen an ihrem Körper, ja an ihrem Leben einen nicht wieder gutzumachenden Schaden erleiden können oder um ein Steuer-, Devisen- oder Zolldelikt, oder schließlich um das Verlangen oder Anbieten einer Bestechung für eine Vorzugsbehandlung, wobei – wir wissen es alle – es für diese Bestechung sehr höflich anmutende Formen gibt; die Überweisung eines Betrages auf ein ausländisches Konto ist ja erst die letzte, die verabscheuungswürdigste Variante in der Stufenleiter der vielen kleinen Versuche, etwas zu erreichen oder früher zu erreichen, was anderen verwehrt ist.

All das, was jetzt die täglichen Nachrichten erfüllt, und bis zur vollständigen und absoluten Klarstellung und Offenlegung aller Sachverhalte auch erfüllen muß, kann zu einer heilsamen Kur für unsere Republik und für unser Volk werden, wenn wir bereit sind, uns nicht nur daran zu ergötzen, daß eine Anzahl von Menschen eingesperrt oder an den Pranger gestellt werden, sondern wenn wir auch für uns persönlich die Art unserer Pflichterfüllung und die Gewohnheiten unseres täglichen Lebens vom Gesichtspunkt der Ehrlichkeit, der Aufrichtigkeit, der Treue gegen die übernommenen Pflichten, kurz gesagt vom Gesichtspunkt der Moral überdenken.

Vielleicht erwarten manche von Ihnen von mir mehr konkrete verurteilende Aussagen. Ich glaube an die Qualität der österreichischen Rechtsprechung und ich glaube auch an das ehrliche Bemühen des Parlamentarischen Untersuchungsausschusses, die Wahrheit zu finden. Ich weiß, wie schwer diese Aufgabe ist; sie zu präjudizieren, steht mir nicht zu.

Vielleicht mag das, was ich gesagt habe, manchen auch altmodisch klingen, aber meine Lebenserfahrung geht eben dahin, daß Sumpfblüten unauffällig nur in einem Sumpfe wachsen können.

Beginnen wir also überall mit dem Trockenlegen der Sümpfe und nehmen wir […] auch gleich die sauren Wiesen dazu! Mir scheint dies die beste Voraussetzung dafür, daß schon Versuche zu ähnlichem Tun, wie es sich gegenwärtig zeigt, in Hinkunft am trockenen Boden der Ehrlichkeit, der Unbestechlichkeit, am Hindernis einer allgemeinen Grundeinstellung des ganzen Volkes scheitern. Wir müssen, wollen wir für die Zukunft bauen, unsere Demokratie im politischen ebenso wie im wirtschaftlichen Handeln glaubwürdig machen, dann wird auch die Zukunft unserer Demokratie als Denk- und Lebensform gehören.

Wiki, Pedia für starke Männer, und Gesinnungen, Positionierungen in der „Bundespräsidenten“-Wahl Österreich

Ein Argument, nicht breit von den Frauen, die nun für ihre Zulassung zur Wahl des Amtes der Bundespräsidentin werben, zu berichten, nicht breit zu sprechen, ihre Bewerbungen für die Kandidatur breit zu verschweigen, könnten ihre Gesinnungen, ihre inhaltlichen Positionierungen sein.

Es sind gesinnungsgemäße Positionierungen, über die breit zu berichten, über die breit zu sprechen, die breit zu besprechen, einer aufgeklärten Gesellschaft zuwider sein müssen, ihre Gesinnungen, ihre Positionierungen ließen es verstehen, daß deren massive Verbreitung nicht gefördert werden will, es sind Positionierungen, Gesinnungen, denen eine massenmediale Plattform zu bieten, jedem aufgeklärt denkenden Menschen widerstreben muß.

Das ist, wenn es je ein Argument ist, aber auch ein Argument gegen die Männer, die nun für ihre Zulassung zur Wahl des Amtes der Bundespräsidentin werben. Es sind Positionierungen, Gesinnungen, über die breit zu berichten, über die breit zu sprechen, die breit zu besprechen, einer aufgeklärten Gesellschaft zuwider sein müßte, ihre Gesinnungen, ihre Positionierungen lassen es nicht verstehen, daß deren massive Verbreitung gefördert wird, es sind Positionierungen, Gesinnungen, denen, ohne mit der Wimper zu zucken, eine massenmediale Plattform von einem ungeheuren Ausmaß skrupellos geboten wird.

Die Gesinnungen, Positionierungen der Männer gleichen derart den Positionierungen, Gesinnungen der Frauen, daß zu fragen ist, weshalb sich überhaupt so viele Männer noch um die Zulassung zur Wahl bewerben, wenn ihre Gesinnungen, Positionierungen ohnehin bereits von den sich bewerbenden Frauen abgedeckt werden.

Es könnten jetzt die Gesinnungen, Positionierungen der sich um eine Kandidatur bewerbenden Männer einzeln durchgegangen, mit den Positionierungen, Gesinnungen der Frauen verglichen werden, aber es soll ihnen nicht weiter Bedeutung zugemessen werden, das ihnen noch schmeicheln würde, auch dann, wenn es ein kritisches Vergleichen ihrer Gesinnungen, Positionierungen wäre.

Einer der Männer aber könnte beispielhaft herausgegriffen werden, auch deshalb weil er als letzter, am 12. Juli ´22, seine Werbung zur Zulassung als Kandidat zur Wahl der Bundespräsidentin bekanntgab.

Das ist aber nur dann die ganze Wahrheit, wenn dem Eintrag auf „Wikipedia“ – „Diese Seite wurde zuletzt am 22. Juli 2022 um 00:27 Uhr bearbeitet.“- vertraut wird. Am 12. Juli ´22 hat ebenfalls eine Frau ihre Kandidatur bekanntgegeben, aber für „Wikipedia“ ist es wohl eine Zumutung, alle kandidierenden Frauen zu nennen; eine Kandidatin gerade noch zu nennen, bitterer Tribut an —

Vielleicht hätte dieser Mann seine Bewerbung für die Zulassung zur Wahl gar nicht abgegeben, hätte er rechtzeitig erfahren können, wäre er breit informiert worden, daß seine gesinnungsgemäßen Positionierungen ohnehin von einer Werberin, um eine beispielhaft zu nennen, die ihre Kandidatur schon am 7. April 2022 abgab, recht voll vertreten werden, sie für ihn eine zu unterstützende und dann eine zu wählende ist, er soher sich gar nicht selbst bewerben hätte müssen, seine Befürchtung, seine Gesinnung, Positionierung würden in dieser Wahl keine Vertretung finden – sie sind überreich verteten, im Kern, mit graduellen Abstufungen von vielen Werbern und Werberinnen —

Nicht nur, um bei der einen Werberin, die in einem Österreich „ohne Friedensvertrag“, in einer „alliierten Besetzungsmacht“ ihr Leben abzusitzen hat, zu bleiben, weil sie wie er eine „Corona-Demonstrantin“, sondern auch sie wie er „berechtigte Kritik“ an George Soros … und worauf diese fußt, das ist nicht ein weiteres Mal auszuführen

Bei einem Kaffeetratsch mit Volksmann Herbert etwas mehr als ein Jahr später sagt dieser Werber, der die Kandidatin, statt selbst für das zu kandidieren, was ohnehin von ihr für ihn vertreten wird, mit Vertrauen wählen könnte, da, noch einmal einfach wie kurz gesagt, sie seine Gesinnung, Positionierungen ohnehin umfassend auch für ihn vertritt, er möchte der Polizei nicht ankreiden —

Österreich ´22 – „Bundespräsidentenwahl“ im Herbst der Patriarchen mit deren galanten „Bundespräsidentenwahlgesetz“

Noch sind in diesem Juli ´22 alle bloße Werber um Zulassung. Alle Werber brauchen vor allem sechstausend Unterstützungserklärungen, um es überhaupt auf den Stimmzettel zu schaffen, um also überhaupt je Kandidaten werden zu können, und dann vielleicht je gewählt zu werden. Breit gesprochen aber, breit geschrieben aber wird lediglich von einer Bundespräsidentenwahl, breit jedoch nicht gesprochen, breit jedoch nicht geschrieben wird, daß es auch eine Bundespräsidentinwahl ist.

Denn.

Frauen haben ebenfalls ihre Absicht kundgetan, kandidieren zu wollen.

Bis jetzt sind es drei Werberinnen. Worin die drei Bewerberinnen den sechzehn Bewerbern gleichgestellt sind, ist u. a. in der Anforderung, sechstausend Unterstützungserklärungen beibringen zu müssen, um die Kandidatur, es auf den Stimmzettel zu schaffen, und dann vielleicht gewählt zu werden.

Damit endet die Gleichstellung, mit der zugleich die Ungleichstellung beginnt. Von den drei Frauen – Barbara Rieger, Martina Essl und Helga Egger – wird nicht breit gesprochen, wird nicht breit geschrieben, sie werden nicht breit besprochen, sie werden nicht in Fernsehstudios eingeladen, schon gar nicht ständig, sie werden nicht fortwährend um Interviews angefragt. Die Kandidaturwerberinnen sind Frauen, sie sind nicht gefragt.

Ihre Chancen, je sechstausend Unterstützungserklärungen zu erhalten, sind soher keine Chancen. Wer so breit verschwiegen wird, hat keine Chance. Sie haben keine Chance, aber nutzen sie.

Die Ungleichbehandlung beginnt bereits mit dem „Bundespräsidentenwahlgesetz“. Sie werden im gesamten Gesetz nicht „Bundespräsidentin“ finden, dafür sechsundzwanzigmal „Bundespräsidenten“ und einmal „Bundespräsident“ — Das „Bundespräsidentenwahlgesetz“ wurde 2011 reformiert, nein, geändert, ein Satz wurde gestrichen, und zwar dieser:

Durch eine Änderung des B-VG und des Bundespräsidentenwahlgesetzes 1971 wurde
der Wegfall des Wahlausschließungsgrundes „Mitglied regierender Häuser oder solcher Familien, die
ehemals regiert haben“ bei Bundespräsidentenwahlen erreicht.

Das wird als Novellierung wohl wie eine historische Reform empfunden worden sein, vielleicht sogar gefeiert, gerühmt worden sein, diese Änderung des Gesetzes, dessen Einschätzung wohl so sein wird, daß es sonst ebenfalls ein dermaßen modernes, schönes und elegantes, mehr, auch ein galantes Gesetz in diesem an solchen durchdachten Gesetzen überreichen Land ist, läßt es doch die Frauen ohnehin nicht unberücksichtigt.

„Weiblich kommt gar dreimal vor in diesem Gesetz.

§ 11
(1) Bei der Wahl des Bundespräsidenten werden amtliche Stimmzettel verwendet.
(2) Der amtliche Stimmzettel hat die Vor- und Familiennamen der Wahlwerber der behördlich veröffentlichten Wahlvorschläge in der nach § 9 Abs. 1 bestimmten Reihenfolge sowie Rubriken mit einem Kreis, im übrigen aber die aus dem Muster der Anlage 2 ersichtlichen Angaben zu enthalten. Hat die Bundeswahlbehörde die Namen von weiblichen Wahlwerbern veröffentlicht, so ist der amtliche Stimmzettel hinsichtlich der weiblichen Form der Funktionsbezeichnung „Bundespräsident“ anzupassen. Der amtliche Stimmzettel darf nur auf Anordnung der Bundeswahlbehörde hergestellt werden.
(3) Der amtliche Stimmzettel für eine Stimmabgabe im Weg der Briefwahl im zweiten Wahlgang hat eine Rubrik für die Eintragung des Familiennamens des Wahlwerbers sowie allenfalls weitere Unterscheidungsmerkmale, den frühest möglichen Zeitpunkt der Stimmabgabe sowie im Übrigen die aus dem Muster der Anlage 6 ersichtlichen Angaben, insbesondere den Hinweis, wie der Wähler im Ausland in Erfahrung bringen kann, ob ein zweiter Wahlgang stattfindet und welche Wahlwerber in die engere Wahl gekommen sind, zu enthalten. Hat die Bundeswahlbehörde die Namen von weiblichen Wahlwerbern veröffentlicht, so ist der durch Anlage 6 vorgegebene Text des Stimmzettels entsprechend anzupassen.

Die dem Gesetz als Anlagen 2 und 6 angefügten Muster sind Muster für einen „Bundespräsidenten“ —

Was im Gesetz nicht vorgesehen ist, ist die Anpassung des Stimmzettels (Muster Anlage 3) „hinsichtlich der weiblichen Form der Funktionsbezeichnung „Bundespräsident“, wenn „nur ein Wahlwerber um das Amt des Bundespräsidenten“ —

(4) Stellt die Bundeswahlbehörde am einunddreißigsten Tag vor dem Wahltag fest, daß sich nur ein Wahlwerber um das Amt des Bundespräsidenten bewirbt, so hat der amtliche Stimmzettel die Fragen „Soll NN das Amt des Bundespräsidenten bekleiden?“ oder „Soll NN für eine weitere Funktionsperiode das Amt des Bundespräsidenten bekleiden?“ und darunter die Worte „ja“ und „nein“, jedes mit einem Kreis, im übrigen aber die aus dem Muster der Anlage 3 ersichtlichen Angaben zu enthalten.

Wie weise doch das Gesetz, seit altersher zum Handeln sein Leitspruch:

Eher gelangt ein „Mit-Glied regierender Häuser oder solcher Familien, die ehemals regiert haben“, auf den Stimmzettel, als daß es nur eine Wahlwerberin gibt —

Im Übrigen, alle dem „Bundespräsidentenwahlgesetz“ beigefügten Muster sind auf die Wahl eines „Bundespräsidenten“ ausgelegt, ausgeschrieben.

Es könnte allerdings Argumente geben, weshalb von den Bewerberinnen für die Kandidatur für das Amt der Bundespräsidentin nicht breit gesprochen, nicht breit geschrieben wird, weshalb die sie nicht breit zu Interviews etwa und so weiter eingeladen werden.

Aber von diesem Argument ist in einem eigenen Kapitel zu sprechen.