Koste es, was wolle, die Wahrheit!

Nun wurde also das „Budget“ im Parlament beschlossen. Ein Beschluss, zu dem viele Fehler führten. Kurz gesagt,, ein „Budget“ der Fehler, oder, die Fehler als Budget …

Die Fehler müssen nicht aufgelistet werden, nicht wiederholt werden, die sind bereits weithin bekannt und berühmt und werden in Erinnerung bleiben, als der schon nach so kurzer Zeit als Bundesregierung erreichte Höhepunkt an Leistung dieser zwei Parteien.

Was, am 29. Mai ’20, daran aufmerkenswert ist: „20 Milliarden zusätzliche Ausgaben für Corona-Hilfsmaßnahmen.“

„20 Miliarden“ also zusätzlich. Was für eine große Inszenierung noch im März ’20, als am 18. Seb. Kurz verkündete: „Wir werden daher bis zu zu 38 Milliarden Euro in die Hand nehmen.“ Und nun im „Fehler“ 18 Milliarden Euro weniger.

Wenn nun seit Wochen von so vielen Seiten in Österreich aufgezeigt wird, wer noch immer nichts bekommen, wem immer noch nicht geholfen wurde, wer immer noch auf eine Unterstützung warten muß, scheint der Fehler im Abänderungsantrag des Finanzministers die Wirklichkeit richtig abzubilden: Zwanzig Tausend Euro zusätzliche Ausgaben für Corona-Hilfsmaßnahmen …

Am 18. März ’20 hat Seb. Kurz vor seinem Satz mit den 38 Milliarden Euro pompös verkündet: „Koste es, was es wolle!“

Koste es, was es wolle! Was? Kurz gesagt: die Wahrheit.

Der Fehler wurde beschlossen. Mit Einnahmen von 81,8 Milliarden Euro. Kurz ist es her, daß der Finanzminister an die EU Einnahmen von nur mehr 69 Milliarden Euro meldete für das Jahr ’20. 12,8 Milliarden Euro weniger an Einnahmen, erzählt der Finanzminister der EU, bei unveränderten Ausgaben von 82,4 Milliarden Euro. Unveränderte Einnahmen von 81,8 Milliarden Euro erzählt der Finanzminister dem Parlament in Österreich, zuerst mit ebenfalls unveränderten Ausgaben von 82,4 Milliarden Euro und erst nach viel Druck durch die Opposition und nach vielen Fehlern die Erhöhung der Ausgaben auf 102 Milliarden Euro.Ganz gleich welche Geschichte er wem erzählt, was es stets kostet, das ist die Wahrheit.

Koste es, was es wolle – die Wahrheit.

Und wie hat sich der Klubobmann der türkis getupften schwarzen Partei über die Opposition im Parlament aufgeregt, dies alles sei „Oppositionstheater“ und mutig verkündet, der Fehler werde beschlossen werden, ungeachtet auch der verfassungsrechtlichen Bedenken. Und wie lieb hat die Klubobfrau von der zweiten Regierungspartei gesprochen, im Parlament, am Donnerstag, es solle doch zur Debatte zurückgekehrt werden, das „Budget beschlossen … Das also versteht mittlerweile eine Klubobfrau der grünen Partei unter „Debatte“ – einen Fehler zu beschließen. Zu debattieren heißt, zu sprechen, debattieren heißt nicht, stramm im Parlament zu stehen als Zeichen der Zustimmung zu einem Fehler …

Bei der Gelegenheit fällt der Ärger des Klubobmannes der türkis getupften schwarzen Partei über die Kinder ein, die nach Wien studieren gehen und dann als Grüne … Wie kurz doch von ihm gedacht. Wenn die Kinder zum Beispiel aus Rum nach Wien studieren gehen und dann grüne Funktionärinnen werden, da kann doch ein schwarzer Vater wie der Klubobmann nur stolz auf seine Kinder sein, wenn sie als grüne Funktionäre zurückkommen und dem Vater alles nur recht machen wollen, und auch recht machen …

Die Vier von der nationalen Tränke

„Die starke Zunahme antisemitischer Vorfälle muss eine Warnung sein. Es gilt jetzt als Gesellschaft geschlossen & noch entschiedener gegen jede Form von antisemitischen Tendenzen anzukämpfen. Der aktuelle Antisemitismus-Bericht der IKG zeigt, dass wir viel Arbeit vor uns haben.“

Das wird Benjamin Netanjahu gefallen. Was Seb. Kurz gestrig, am 27. Mai ’20, als Tweet in die Welt schickt. Denen zu gefallen, die es mit den Gerichten haben, auch wenn es diesen nicht gefällt, daß sich die Gerichte um sie kümmern müssen, scheint eine Vorliebe von …

Und parteigemäß wird es seinen eigenen Leuten gefallen, etwa der Ministerin, die, kurz ist es her, gar weit reiste, um ebenfalls Worte von solch einem Gewichte in einem Tweet — Wachs am Wort sein …

Wenn etwas aus all den Gedenkveranstaltungen zu lernen ist, dann ist es das, die Erinnerung und vor allem das Handeln muß früher einsetzen, je bereits in der jeweiligen Gegenwart.

Was etwa den Antisemitimus betrifft. Nun. Es darf erinnert werden. Was den Antisemitismus betrifft, hat Sebastian Kurz vollkommen recht, die Gesellschaft habe hier noch viel Arbeit vor sich … er selbst nicht mehr, denn in bezug auf den Antisemitismus hat er seine ganze Arbeit bereits hinter sich … kurz ist es her, daß er mit einer Partei in einer Regierung saß, die wie keine andere dafür bekannt ist, gegen Antisemitismus anzukämpfen.

„Je konkreter der Zeitplan für die Annexion wird, desto lauter regt sich international der Widerstand. Sowohl die UN als auch mehrere EU-Staaten haben Benjamin Netanjahu vor Sanktionen gewarnt. Österreich und Ungarn halten zu Netanjahu.“ 

Es muß nicht so pauschaliert formuliert werden. Genauer formuliert muß es heißen: Seb. Kurz und Viktor Orbán halten zu Netanjahu. …

Da gefallen einander drei Männer.

Das Triumvirat des Nationalen.

Seb. Kurz fehlt oft die Zeit, nachzudenken, etwa wie ist es um die Demokratie bestellt, aber nie fehlt es ihm an Zeit, sich schützend vor Männer zu stellen, auf die andere herabschauen, wie er meint, etwa auch auf den ehemaligen Innenminister …

Auch einer mit seiner Partei, der die Gerichte …

Ein Quartett des Nationalistischen.

Wo Seb. Kurz keine Warnung auszugeben für notwendig erachtet, es jetzt auch nicht als notwendig erachtet, es für ihn nicht gelte, als Gesellschaft geschlossen und noch entschiedener gegen jede Form anzukämpfen, Arbeit vor uns haben, er selbst nie dafür eine Arbeit vor sich haben wird, ist, gegen jedwede Form von Antiziganismus auf- und einzutreten.

Überall möchte er ein Vorreiter sein, nur beim Antiziganismus möchte er nicht einmal in die Nähe eines Ponys kommen, um wenigstens einmal aufzusitzen …

Dabei müsste gerade im Portschyland längst eine Kavallerie …

Aber diese Menschen, die europaweit schlimmsten menschlichen Verhaltens ausgesetzt sind, mangelt es wohl an einem Mann, der ein sogenannter Staatschef ist und Gerichte beschäftigt, dem Seb. Kurz gefallen möchte können, ja, ach, hätten sie nur so einen, er ritte für sie an der Spitze der Kavallerie als Fahnenträger der Warnung …

Und der „Zentralrat deutscher Roma und Sinti“ bekäme mehr als eine Antwort auf die Frage:

„Much remains to be done to advance research, recognition, remembrance and education about the #Holocaust of Sinti and Roma. Will you @sebastiankurz commit for for a national memorial in Vienna also for Roma and Sinti Holocaust victims? @EU2018AT

Der Zentralrat könnte Seb. Kurz zusehen, wie er selbst mit dem Bau einer Gedenkstätte in Wien begänne, selbst alle Namen der Opfer in Stein meißelte …

Aber so, ohne einem sogenannten Staatschef, dem zu gefallen, wird es vielleicht, irgendwann, ein Denkmal mit allen Namen geben, zu deren Einweihung wohl Benjamin Netanjahu gerne nach Wien reisen wird, falls bis dahin die Gerichte ihm nicht das Reisen …

Es ist aber Seb. Kurz kein Vorwurf zu machen. Eines Tages wird irgendwer über ihn sagen, was etwa Werner Fasslabend über den „österreichischen Streicher“, der in bezug auf Antisemitismus viel Arbeit hinter sich brachte, sagte, er sei halt ein Kind seiner Zeit gewesen …

Nun, ein Kind seiner Zeit, das war immer schon zu ungenau gesagt, Seit jeher gibt es in jeder Zeit viele Zeiten. Er wird halt ein Kind der Zeit geworden sein, die abgelesen wird von diesem seltsamen Ziffernblatt mit Buchstaben statt Zahlen, die im Gesamten ergeben, die Parole Aus: Verantwortung — —

Die Prädikatlose

Es kann nicht gesagt werden, Sigrid Maurer sei in ihrer kurzen Zeit nicht aufgefallen, als Klubobfrau der zweiten Regierungspartei, sie ist aufgefallen, unangenehm …

In ihrer kurzen Zeit als Klubobfrau hat sie sich bereits ein Prädikat verdient. Die Unangenehme. Denn, wann immer etwas von ihr gehört wurde in dieser kurzen Zeit als Klubobfrau, war es etwas, das unangenehm auffiel.

Oder doch eher das Prädikat Die Auffällige?

Oder. Doch gar kein Prädikat?

Bei einem Mann würden menschgemäß andere Prädikate einfallen, zum Beispiel das Prädikat Der Kettenhund, und es würden sich daran so leichthin wie kurze Fragen anschließen lassen, wie, wessen …

Auf die unangenehmste Art und Weise ist Sigrid Maurer, es soll aber für sie einfach mit dem Prädikat Die Prädikatlose beschieden sein, mit ihrer Hinrichtung eines parlamentarischen Vorgangs, der in einer Demokratie der selbstverständlichste, der in einer Demokratie der lebensnotwendigste Vorgang ist, daß eben nicht alle Parteien im Parlament wie die Regierungsparteien abzustimmen haben, als einen „Sabotageakt“.

Und ihre nunmehrige Verteidigung des Budgetvoranschlages, um noch ein Beispiel anzuführen für ihr unangenehmes Auffallen, eines Budgetvoranschlages, der bereits vor rund zwei Monaten, wie der erst für kurz im Amt befindliche und für den Budgetvoranschlag verantwortliche Minister selbst vor Wochen sagte, „in den Mistkübel geworfen“ …

Es gibt, um ein Beispiel der heiteren Art noch anzuführen, diese Geschichte von ihnen, von der Prädikatlosen und der KJÖ Eisenstadt, es geht dabei um „ihr Zeug versetzen“ und … ob diese schon zu einem sogenannten Burgenlandwitz geworden ist, nun, um 23.00 Uhr als Fluchtwitzerl erzählt wird, damit die Sperrstunde um einen Brüller hinausgezögert werden kann?

Als ihre Partei vor kurzem zur Regierungspartei wurde, gab es eine Sekunde, in der sich eine Frage für eine Antwort anstellte, ob diese Partei nun auch den Weg einschlagen wird, den ihr einstiger Obmann schon …

Wie seltsam es doch anmutet, daß bereits nach so kurzer Zeit eine Partei in Österreich als Verteidigerin der „Freiheit“, der „Bürgerrechte“ auftreten, demonstrieren kann, damit auch gegen die Regierungspartei der Prädikatlosen, dabei auch sie, die Klubobfrau, selbst nicht ausnimmt, wenn es etwa um „Überwachung“ …

Und von dem Mann aus ihrer Regierungspartei wurde schon erzählt, der ist bis jetzt nicht aufgefallen als Minister für den Geschäftsbereich, für den er eigentlich zuständig, hauptverantwortlich ist — nicht aufzufallen, kann auch als äußerst unangenehm …

Es gab einmal eine große Aufregung um ein Bild von der Prädikatlosen. Zum Abschied. Von ihr ein Geschenk. Es steht noch aus, ein Gegengeschenk. Ebenfalls ein Bild, das die Menschen ihr zahlreich schenken werden, als einen späten Dank, höflich wie sie sind, wird es, wenn sie und ihre Partei weiter auf diesem Wege bleiben, ein Bild mit keinem Finger sein, sondern mit einem kreuzlosen Kreis …

Schließlich gibt es noch andere Parteien als die zwei, die ihr einstiger Obmann mit so viel Güte und Herzenswärme angelobte …

The prayer in times of the trumps of wars – Machiavelli, help!

Worunter Donald J. Trump noch zu leiden, worauf er noch mit fiebrigem Hirn zu warten hat, ist, auf das Öffnen der Gotteshäuser, und das, was Amerika nun brauche, seien mehr Gebete, meint er, dabei würde es ausreichen, ein wirkliches und tatsächliches Gebet

Und wieder einmal, oh, glückliches Österreich, du kirchengeöffnetes Land, bete, und bete, tu karl austria, gar modern, wo Gebete ultramodern Arbeitsgespräche auf höchster Ebene genannt …

Donald J. Trump spricht recht gerne auch von Krieg, wenn er von dem aktuellen Virus spricht, von dem zu einhundert Prozent die Berichterstattung infiziert ist. Er ist aber bei weitem nicht der einzige, der von einer Infektionskrankheit als Krieg faselt. Wer Krieg und Krankheit nicht zu unterscheiden vermag, ist, um ein in Österreich recht beliebtes Wort zu verwenden, einfach wie kurz gesagt, nur ein Trampel.

Jedwede Krankheit ist kein Krieg. Und Krieg ist nicht, wie nach vor gerne trampelhaft zitiert wird, die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln. Krieg ist die Abwesenheit von Politik. Krieg ist die Ausrottung von Politik.

Das Geschwefel etwa von dem Trump paßte vielleicht in der Zeit vor fünfhundert Jahren, aber es darf angenommen werden, auch vor fünfhundert Jahren wäre sein Geschwefel nur Geschwefel gewesen.

Vor fünfhundert Jahren … Seit fünfhundert Jahrhundert ist auch weiter unentwegt zu hören, dieser oder jener habe seinen Machiavelli – nicht zu hören ist jedoch, diese oder jene habe ihren Machiavelli gelesen …

Es wäre wohl an der Zeit, nach fünfhundert Jahren, daß nicht einzelnen Männern unterstellt werde, sie hätten ihren Machiavelli gelesen. Dem Tramp aus Amerika kann das aus bekannten Gründen ohnehin nicht unterstellt werden.

Es wäre wohl an der Zeit, nach fünfhundert Jahren, daß tatsächlich alle Machiavelli lesen, um etwa zu erfahren, wie ein „Fürst“ wieder abgesetzt werden kann, entmachten werden kann. Zugegeben, ein alte, von Brutus abgeschaute Anleitung aus Discorsi, nachdem aber die Welt nicht so neu ist, fünfhundert Jahre später, wie sie vorgibt zu sein, wohl immer noch ein erfolgreich anzuwendendes Rezept, vielleicht in der technischen Ausführung ein wenig zu adaptieren, von den wesentlichen Zutaten her aber nicht durch neue zu ersetzen …

„Aus seinem Beispiel müssen alle lernen, die mit ihrem Fürsten unzufrieden sind. Sie müssen zunächst ihre Kräfte wägen und messen, und wenn sie stark genug sind, sich als seine Feinde zu erklären und ihn öffentlich zu bekriegen, diesen Weg als den minder gefährlichen und ehrenvolleren einzuschlagen. Reichen aber ihre Kräfte zum offenen Kriege nicht aus, so müssen sie sich befleißigen, seine Freundschaft zu erlangen, und zu diesem Zweck alle Wege einschlagen, die ihnen nötig scheinen, sich seinen Neigungen anbequemen und sich an allem ergötzen, was ihm Vergnügen macht. Diese Vertrautheit verschafft dir zunächst Sicherheit, sodann läßt sie das Glück des Fürsten ohne alle Gefahr mitgenießen und gibt dir zugleich bequeme Gelegenheit, dein Gelüst zu befriedigen. Allerdings sagen einige, man dürfe den Fürsten nie so nahe stehen, daß ihr Sturz dich mit begraben kann, noch so fern, daß du dich bei ihrem Sturze nicht zeitig genug auf ihren Trümmern erheben kannst, und dieser Mittelweg wäre auch der richtigste, wenn man ihn immer einhalten könnte. Da er mir aber unmöglich scheint, muß man sich zu einem von beiden entschließen, nämlich sich ganz von ihnen fernzuhalten oder sich ihnen eng anschließen.“

Bundesministerin für …tion

Als er sah, daß einer sich über sein Haus in lateinischen Buchstaben geschrieben hatte, daß alle im Hause freudig willkommen seien, die zu helfen und zu unterstützen kommen mögen, sagte er: „Dann muß das Tor fest verschlossen bleiben.“

An diese Worte von Castruccio Castracani, aufgeschrieben von Niccolò Machiavelli, mußte augenblicklich gedacht werden, als gelesen wurde, Susanne Raab, seit kurzem Bundesministerin für Frauen und Integration, wolle unterstützen und helfen

Darein, ganz wie ihr strenger Glaubensbruder …

Wenn aber allein an Tweets gedacht wird, die sie seit dieser kurzen Zeit als Ministerin verbreitet hat, könnte gemeint werden, sie sei Bundesministerin für Transsubstantiation. Denn. Weit mehr zu Kirchen, Glauben, Messen hat sie von sich zu geben, als zu Integration

Wie wenig sie zu Integration zu schreiben weiß, und vor allem auf welche Art und Weise, wie viel hingegen zu Glauben, Messen und Kirchen, und vor allem mit welcher Hingabe und Leidenschaft, darf angenommen werden, wovon sie tatsächlich etwas versteht, ist die Transsubstantiation, die Wandlung, also von der Hauptszene der Kirchenaufführung, zu der sie nun endlich wieder eilen kann, die sie so lange zu entbehren hatte, wenn es tatsächlich auch nur für kurz war, aber wer überzeugt davon ist, daß gewandelt eine Scheibe aus Weizenmehl und Wasser in einen Leib, Wein in Blut, kann aus kurz auch lang …

Es kann ein jeder Mensch selbst ein Bild sich davon machen, was hier oberflächlich wie kurz ausgeführt ist, durch das Nachlesen der Tweets der Bundesministerin für …tion, als einen kleinen Einstieg hierzu nur einige von ihr beispielhaft zum Kreuze in einer Collage …

Abschließend soll nicht verheimlicht werden, nun doch ein wenig unsicher geworden zu sein, ob Machiavelli die oben zitierte Begebenheit tatsächlich mit diesen Worten erzählte, sie könnte auch so erzählt worden sein.

Als er sah, daß einer sich über sein Haus in lateinischen Buchstaben geschrieben hatte, daß Gott es vor bösen Menschen bewahren möge, sagte er: „Dann darf er es selbst nicht betreten.“

The austrian wave. A serious evening in the cabaret – after a real event.

Der Angestellte von der Werbeagentur Team Österreich, von dem bis vor kurzem nicht gewußt wurde, ob er die zweite Prüfung inzwischen doch bestanden hat, um von seiner Arbeitgeberin, der Werbeagentur Team Österreich, die Erlaubnis für seine Nebenbeschäftigung im Innenministerium schriftlich zu bekommen, redet unentwegt in erlaubter oder nicht erlaubter Ausübung seiner Nebenbeschäftigung mit Eifer von der zweiten Welle, die es zu verhindern gelte, wofür er Wellenbrecher …

Oh, wie viele Wellen es gibt!

Es gibt „Die Welle“. Als Film. „Nach einer wahren Begebenheit.“ Die Geschichte eines Experiments, ob eine, kurz gesagt, Diktatur wieder …

Es gibt „The third wave“. Als Roman. Auch als Roman. Es ist die Geschichte dieses Experiments, oben schon kurz gesagt …

Ach, nicht zu vergessen, naturgemäß auch die Wasserwellen

Dann gibt es ein Buch von Samuel P. Huntington, auch mit dem Titel: „The third wave“ – aus ’91. Es geht ihm darin um die Tendenz der Demokratisierung in der Welt. Wenn zurückgeblickt wird auf die Entwicklung seitdem, kann gesagt werden, gerade diesen Titel genommen zu haben, bei der Wahl seines Titels hat er sich nicht geirrt. In Österreich ist Huntington recht bekannt. Bloß. „The third wave“ würde in Österreich nicht Huntington zugeordnet werden, mehr noch, bestritten werden, daß „The third wave“ je ein Buch von ihm ist. Aber alle würden sofort ein Buch von ihm nennen können: „The Clash of Civilizations“, genauer, den deutschen Titel würden alle in der Sekunde herausschreien: „Kampf der Kulturen“ … Das sagt wohl auch viel über das Vorherrschende in Österreich, ein Buch zum angenommenen Trend der Demokratisierung unbekannt, aber ein Buch vom selben Autor zum Zusammenprall, bildlich gesprochen, auf jedem Nachtkästchen, gleich, wörtlich gesprochen, neben der Bibel …

Es gibt auch die zweite Welle. „The second wave“. Als Roman. von Tom Reynolds.

Summer’s over and Connor Connolly is headed back to school to start junior year. But with metabands falling from the sky, the world has changed overnight, and now there are thousands of new metahumans. Just like regular humans, not all metahumans are using their new powers for good. Now, Connor’s not only dealing with the pressures of being a super-human and training with his mentor, Midnight, he also has to balance relationships with the people he cares for most. People who find themselves on different sides of the fence when it comes to their feelings about the new metahumans and the impact they’re having on everyone else’s lives. As the world struggles to adjust to the events of the past few months, Connor’s alter ego, Omni, works with The Agency to apprehend law breaking metahumans, and detain them at the Silver Island Meta Detention Facility. When he’s recruited for a job assisting the government agency with disarming one of the most powerful and secretive metas in Bay View City, he never expects the devastation of that mission or the affect it will have on both humans and metas. Is Connor capable of becoming the hero he wants to be?

Der Angestellte der Werbeagentur Team Österreich soll mittlerweile die zweite Prüfung abgebrochen haben, zu unentschieden soll er … welche der zwei vorgegebenen Antworten die richtige …. so habe er lieber keine angekreuzt … seiner Arbeitgeberin, der Werbeagentur Team Österreich, soll er dafür als Deal vorgeschlagen haben, er könne, wenn ihm die Nebenbeschäftigung im Innenministerium erlaubt werde, der Werbeagentur Team Österreich einen fetten Auftragsfisch aus dem Innenministerium angeln, und er habe dem Innenministerium bereits einen Entwurf für eine Plakatwelle im Namen seiner Arbeitgeberin gezeigt, von dem das Innenministerium ganz angetan gewesen sein soll, es habe das Innenministerium ihm gegenüber auch schon durchblicken lassen, es werde keine Ausschreibung für die geplante Plakatwelle mehr nötig sein, denn dieser sein Entwurf sei unschlagbar und es komme keine andere Werbeagentur als eben die Team Österreich …

Es wäre menschgemäß nur folgerichtig, wenn es irgendwann auch einen österreichischen Ableger von der Welle, der zweiten Welle, der dritten Welle, oder einfach wie kurz zusammengefaßt, von allen Wellen geben würde, in, so international ist Österreich, in englischer Sprache: The austrian wave of corona, oder einfach wie kurz: The austrian wave

Als Kabarett.

The austrian wave.

Ein ernster Abend im Kabarett, nach einer wahren Begebenheit.

„Deshalb muß ein Mensch mit richtigem Urteil die schätzen, welche einen Staat zu regieren verstehen, nicht die, welche regieren, ohne es zu verstehen.“

Auch 507 Jahre nach der Niederschrift seines Fürsten wird gerne und oft, bei jeder sich nur irgendwie auftuenden Gelegenheit, sofort gesagt, er habe seinen Machiavelli gelesen …

Der Mann habe seinen Machiavelli gelesen, und die Frau? Nie davon gehört, nie davon gelesen, sie habe ihren Machiavelli gelesen …

Kaum betritt also ein Mann die Bühne, der sich verhält, als hätte er seinen Machiavelli gelesen, wird von ihm gesagt, er habe seinen Machiavelli gelesen.

Gemeint ist damit nie das gesamte Werk von Machiavelli, sondern stets nur das eine Buch von ihm, das bekannt ist unter dem Titel Der Fürst – Machiavelli selbst nannte es anders: „Über Fürstenherrschaft“ …

Er habe seinen Machiavelli gelesen … Auch 507 Jahre später wird das immer noch so leichthin gesagt, wie auch immer noch gesagt wird, die Sonne gehe auf, auch wenn schon lange gewußt wird, daß das Aufgehen und das Untergehen der Sonne eine täglich gewollte und dem Menschen liebe Täuschung ist, es nicht die Wirklichkeit ist, daß die Sonne aufgehe und untergehe, und so verhält es sich auch mit dem, er habe seinen Machiavelli gelesen, es verhält sich auch mit ihm ganz anders, um das zu erkennen, würde es reichen, wenn der sogenannte gesamte Machiavelli gelesen werden würde, wenn die Zeit der Niederschrift „Über Fürstenherrschaft“ gänzlich einbezogen werden würde, wenn die persönlichen Umstände von Machiavelli berücksichtigt werden würden, die ihn veranlassten, dieses Buch zu schreiben, was er sich wohl erhoffte durch die „Zueignung an den erlauchten Lorenzo Sohn des Piero von Medici“ – eine Erlösung von diesem Zustand, „wie sehr zu Unrecht ich ein großes und andauerndes Mißgeschick ertragen muß“?

Wie die Technik der Macht einzusetzen ist, nun, das war schon davor bekannt, und war auch Machiavelli bekannt, er bringt es auch reichlich durch die geschichtliche Verweise, bis hinunter zum untergegangenen Rom. Das wäre also auch ohne „Über Fürstenherrschaft“ bekannt geblieben, durch die fünfhundertundsieben Jahre, die seitdem vergangen sind. Das aber in einem Buch zu lesen, das einst als „Fürstenspiegel“ eingereiht, wird eine Überraschung gewesen sein, so wie es beispielsweise vor einem Jahr eine Überraschung gewesen sein wird, kurz gesagt, ein Video …

1520 beschäftigt sich Machiavelli noch einmal mit „Fürstenherrschaft“, und schreibt vor fünfhundert Jahren die Novelle „Das Leben Castruccio Castracanis aus Lucca“. Auffällig daran bereits die Zueignung. Die Novelle ist nicht einem „erlauchten Sohn“ zugeeignet, sondern seinen „besten Freunden“ …

Darin führt Machiavelli aus, es ist Fortuna, die Herrschaft gibt und nimmt. Ohne Fortuna also keine Herrschaft. Mag ein Mann noch so viel seinen Machiavelli lesen, ja, täglich lesen, ein Leben lang, in der Frühe, wenn die Sonne, am Abend, wenn die Sonne …

„Ich bin überzeugt, der ganze Sachverhalt rührt daher, daß Fortuna, indem sie der Welt beweisen will, daß sie es ist, die die großen Männer macht und nicht deren eigene Klugheit, zu einer Zeit ihre Kräfte spielen läßt, zu der die Klugheit auf uns noch keinen Einfluß haben kann, so daß alles ihr zu danken sein.

Castruccio Castracani aus Lucca war ein solcher Fall; und er, gemäß den Zeiten, in denen er lebte, wie auch der Stadt, in der er zur Welt kam, bewerkstelligte Größtes und war, gleich den anderen, weder glücklicherer noch bekannterer Herkunft: wie man der Betrachtung seines Lebenslaufes entnehmen wird. Dieses Leben wollte ich den Menschen in Erinnerung bringen, da ich in ihm vieles gefunden zu haben glaube, das für Tugend und Fortuna gleichermaßen ein vollkommenes Beispiel bietet. Und ich wolle es euch widmen, die ihr mehr als andere meiner Bekannten Taten von großer Tüchtigkeit zu schätzen wißt.“

Im Gegensatz von Castruccio Castrancani aus Lucca, wie von Machiavelli beschrieben, muß ein Mann fünfhundert Jahre später nichts mehr einbringen, nichts Größtes mehr bewerkstelligen, fünfhundert Jahre später braucht er nur mehr groß tüchtig in der Werbung sein, braucht er nur mehr die Tugend des Scheins vollends zu bedienen, fünfhundert Jahre später braucht er nicht nur für seine Zeit und auch hinsichtlich vergangener Epochen keine Ausnahme mehr zu sein, um …

„Auch war er bewundernswert in Antwort und Kritik, entweder scharfsinnig oder von urbaner Gewandtheit. So finden sich viele Dinge von ihm scharfsinnig formuliert.

Versäumte Castruccio nicht, sich Freunde zu machen, wann immer es ihm möglich war, indem er alle Mittel beobachtete, die nötig sind, um Menschen für sich einzunehmen.

Wie er in kürzester Zeit all die Tugenden und Umgangsformen entwickelte, die sich in einem wahren Edelmann finden müssen.

Castruccio wurde römischer Senator, und viele weitere Ehren wurden ihm durch das römische Volk zuteil. Dieses Amt nahm Castruccio unter Aufbringung größten Pompes entgegen und legte eine Toga aus Brokat an, die vorne eine Aufschrift trug, welche lautete: Er ist der, den Gott will; und auf dem Rücken: Er wird der sein, den Gott wollen wird.

Es ließen sich noch viele andere Dinge berichten, die er gesagt hat, in denen allen man Geist und Würde erkennen könnte; mir aber sollen diese als Zeugnis seiner hervorragenden Eigenschaften genügen. Er lebte 44 Jahre und war Principe, was auch Fortuna ihm beschied.“

Fünfhundert Jahre später wäre es mehr als an der Zeit, sich nicht mehr damit zu beschäftigen, das nicht mehr nachzureden, daß irgendein tüchtiger Mann der Werbung mit ihrer einzigen Tugend des Scheins seinen Machiavelli gelesen habe, sondern die Menschen sollten fünfhundert Jahre später endlich selbst den gesamten Machiavelli lesen, um zu erkennen, mit wie wenig sie sich fünfhundert Jahre später zufriedengeben, fünfhundert Jahre später sie sich eigentlich mit einem Nichts begnügen. Für das, kurz gesagt, der Name eines Mannes wie kein anderer Name beispielhaft steht.

Wären in diesem Frühjahr ’20 die Buchhandlungen nicht für Wochen geschlossen gewesen, wäre nicht in diesem Frühjahr ’20 immer wieder auch das Nachgerede gehört worden, er – und wieder keine sie – habe seinen Machiavelli gelesen, es wäre wohl nicht das seit Jahrzehnten im Bücherregal abgestellte Leben Castruccio Castracanis aus Lucca genommen wurden, nur, um dann von der Polizei aus dem Park vertrieben zu werden …

Gerade in diesem Frühjahr ’20 mit seinen Fieberreden kann nicht darauf verzichtet werden, abschließend zu berichten, wie Fortuna die Herrschaft von Castruccio Castracanis aus Lucca wieder beendete, ihm wieder nahm, was sie ihm gegeben.

„Aber Fortuna, Feindin seines Ruhmes, nahm ihm das Leben gerade, als die Zeit gekommen war, es ihm zu gewähren, und machte den Plänen ein ende, die jener seit langem verwirklichen wollte, und die niemand anders als der Tod verhindern konnte. Castruccio hatte sich der den ganzen Tag währenden Schlacht verausgabt, als er an ihrem Ende, ganz erschöpft und schweißüberströmt, oberhalb des Tores von Fucecchio anhielt, um auf seine Leute zu warten, die aus dem siegreichen Kampf zurückkehrten, sie persönlich zu empfangen und zu danken, und sofort wieder bereit zu sein einzugreifen, wenn bei den Feinden irgend etwas geschehe, das sie irgendwo hätten neuerlichen Widerstand leisten lassen; hielt er es doch für die Pflicht eines guten Kapitäns, als erster aufzusitzen und als letzter aus dem Sattel zu gehen. So daß er, einem Wind ausgesetzt, der meist um Mittag vom Arno her aufkommt und gemeinhin der Gesundheit abträglich ist, völlig durchgefroren war; was er nicht weiter beachtete, war er doch ähnliche Strapazen gewöhnt, wurde Ursache seines Todes. Denn in der folgenden Nacht befiehl ihm ein extrem hohes Fieber; es stieg immer weiter, und da es von allen Ärzten als eine todbringende Erkrankung diagnostiziert wurde und er selber es spürte, rief er Pagolo Guinigi und sprach zu ihm mit den Worten: Wenn ich geglaubt hätte, mein Sohn, daß mir Fortuna inmitten der Lebensbahn den Weg zu jenem Ruhm abschneiden wollte, den ich mir bei so vielen glücklichen Erfolgen versprochen hätte, hätte ich mich weniger angestrengt und dir, wenn auch einen kleineren Staat,“ …

Fünfhundert Jahre später muß Fortuna nicht mehr so dramatisch auftreten, um einem Mann das wieder zu nehmen, was sie ihm gab. Es reicht vollauf, ihm ein wenig die Kraft für die Werbung zu nehmen, ihn ein bißchen weniger angestrengt werben zu lassen, und schon steht er ohne Toga in Brokat wieder da, nicht mehr als Kapitän, sitzt wieder als Ruderer im Boot …. Und das Getöse des Pompes? Das, was es im Grunde immer war: Wasserlärm durch Ruderschläge