Bundespräsident Alexander Van der Bellen sprach in einer Videobotschaft zu Frau und Herrn Österreicher.
Das malerische Hallstatt (oben), Volks-Rock’n’Roller Andreas Gabalier (li.), die Verteidigungsfähigkeit des Landes (u.) und auch prunkvolle Bauten wie der Wiener Stephansdom (u. re.) sind Aushängeschilder für das ganze Land.
Das schreibt am Donnerstag, 2. Jänner 2025, die Tageszeitung „Neue Kronen Zeitung“, und viele, nein, alle, werden es so lesen, als hätte Bundespräsident Alexander Van der Bellen genau das gesagt, in seiner Neujahrsansprache am 1. Jänner 2025, das wird bleiben, er, Alexander Van der Bellen, würde in einem Land leben wollen, dessen „Aushängeschlilder
Wiener Stephansdom,
Verteidigungsfähigkeit,
Volks-Rock’n’Roller Andreas Gabalier,
Hallstatt“,
so geschickt meint die „Krone“ es montiert zu haben …

Aber er, Alexander Van der Bellen, hat es so nicht gesagt, er hat nicht von „Aushängeschilder“ gesprochen, Hallstatt kam in seiner Rede vor, das ist wahr, der Wiener Stephansdom kam in seiner Rede nicht vor, das ist wahr, Andreas Gabalier kam vor, ohne den Zusatz „Volks-Rock’n’Roller“, das ist wahr, er, Andreas Gabalier, kam vor in einer Aufzählung der Vielfalt, obgleich die Frage bleibt, ob Andreas Gabalier ein berechtigter Vertreter für Vielfalt ist und nicht mehr ein Vertreter der „Verzwergung“, von der Alexander Van der Bellen auch sprach, ist …
Was Alexander Van der Bellen am 1. Jänner 2025 sagt, ist dies:
Eines ist mir jetzt sehr, sehr wichtig, daß wir diese Zeit nutzen, um über eine ganz grundlegende Frage nachzudenken, nämlich, in welchem Land wollen wir leben? Wa soll Österreich in Zukunft sein, nicht nur im nächsten Jahr, sondern in den kommenden Jahrzehnten? Was sollen die Menschen in dreißig, in hundert Jahren über das Österreich von heute denken? Ich weiß, vieles ist ungewiß, unklar, mitunter verwirrend. Aber wir brauchen ein gemeinsames Bild davon, wie unser Land aussehen soll. Eine Vorstellung von Österreich und den Willen, dieses Österreich zu gestalten. Woran glauben wir im Kern, was können wir mitnehmen? Was wird uns helfen, was brauchen wir nicht mehr, wie wecken wir Begeisterung, wie bringen wir unser Land zum erblühen? Kurz, in welchem Land wollen wir leben? Ich hätte da ein paar Ideen. Ich glaube an ein kulturell reiches Österreich. Das Land Mozart und Lassnig und Jelinek, Falco, Wanda, Gabalier, ein Land der Künste, des Theaters, der Oper, das Land einer reichen Volkskultur, das Vielfalt schätzt, ein Land der Lebenskunst. […] In so einem Österreich will ich leben. […] Ich glaube an ein Österreich, das einen unfaßbaren Reichtum an Naturschätzen besitzt, nicht Gold oder Erdöl, aber unsere Berge, Seen, Wälder, aber auch unsere wunderbaren Städte sind einzigartig. Gibt es ein schöneres Kompliment, als daß man andernorts Plätze wie das oberösterreichische Hallstatt so magisch findet, daß man sogar versucht, sie nachzubauen?
In „dreißig“, in „hundert Jahren“ wird, wenn wer von Andreas Gabalier eine Schellack auf einem Trödelmarkt finden sollte, was gar nicht so unwahrscheinlich ist, denn auf Flohmärkten wird alles abgeladen, was von Müllhalden zurückgeschmissen wird, und auch sonst nirgendwo umweltbewußt weggeschmissen werden will, wird die Schellackplatte kurz in die Hand nehmen, fragen, who the f is gaba-what, und sie wieder auf den Haufen zurückwerfen, zu den ausgelatschten Haferltretern, zu den hosenbodendurchgewetzten Trachtenspecklederhosen …
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