Dorothea Schittenhelm oder von der „Völkerwanderung“ über die „Überfremdung “ zur „Umvolkung“

Es wurde in den letzten Tagen bereits zweimal die Frage gestellt, wie lange wird es noch dauern, bis von dem bereits jetzt von so vielen inflationär gebrauchten Wort „Völkerwanderung“ in Österreich von „Umvolkung“ ebenso breit gesprochen werden wird. Dorothea Schittenhelm von der christschwarzen Partei hat heute, am 24. September 2015, zu einem Zwischenwort Zuflucht genommen: „Überfremdung“, und das gleich im österreichischen Parlament:

„Denn wir müssen schon auch sehen, daß es für die Österreicherinnen und Österreicher eine ungewohnte Situation ist, sie fürchten sich, und das muß man ganz offen eingestehen, vor einer Überfremdung in ihren Gemeinden und Bezirken.“

Harald Kotschy - Johanna Mikl-Leitner - Dorothea SchittenhelmEs wird also nicht mehr lange dauern, bis alle Hauptwörter der identitären Gemein-Schaft zu Hauptwörtern von allen in diesem Land werden, und das ist dann tatsächlich zu fürchten. Von der „Völkerwanderung“ zur „Überfremdung“ zur „Umvolkung“. Dorothea Schittenhelm ist bereits bei der „Überfremdung“ angelangt, und es wird wohl nicht mehr allzu lange gewartet werden müssen, bis österreichische Medien dieses Wort ebenso verbreiten werden, wie sie bereits jetzt „Völkerwanderung“ massiv verbreiten.

Und wer wird es sein, der zuerst von „Umvolkung“ sprechen wird, aber kein Mandatar, keine Funktionärin der identitären Gemein-Schaft ist? Wird es wieder jemand aus der ÖVP sein? Vielleicht Johanna Mikl-Leitner? Es liegt nahe, daß wer aus der ÖVP dieses Rennen machen wird, denn zwischen dem von der ÖVP verlautbarten „Asyltourismus“ und dem von „Ja zum deutschen Reich“-Kotschy in Stellung gebrachte Wort „Asylshopper“ gibt es bereits jetzt keinen Unterschied, der für die ÖVP spräche. Hinzugefügt werden muß aber, daß proporzmäßig auch für die SPÖ nicht die Hand – zumindest nicht die ganze Hand – ins Feuer gelegt werden kann, es könnte durchaus auch wer aus der SPÖ sein, der oder die zuerst mit der „Umvolkung“ … Bei einer Wette, ob es der christschwarze Außenminister sein wird, würde nicht gesetzt werden, denn die Quote fiele dermaßen gering aus … Eine Wette auf den christschwarzen Vizekanzler, der sich seine Aussagen auch schon nach der identitären Karte bestellt, brächte wohl auch nicht viel …

Abschließend muß schon noch festgestellt werden, wie perfide die schittenhelmische Totalvereinnahmung ist: die Österreicherinnen und Österreicher würden sich vor einer „Überfremdung“ fürchten. Die „Überfremdung“ also allen in die Schuhe zu schieben, die Verantwortung für das Verwenden dieses Wortes auf andere und dann gleich sofort auf alle Österreicherinnen und Österreicher abzuschieben. Und es muß auch festgestellt werden, wenn es für wen eine „ungewohnte Situation“ ist, dann ist sie es wohl in erster Linie für die ressortzuständige ÖVP. Ungewohnt an der Situation ist allerdings eines nicht, die sofortige christschwarze Übernahme des identitären Geschwefels.

PS Wenn es Sie interessiert, zu welchen Anlässen die oben angesprochene Frage bereits zweimal gestellt wurde:

„Völkerwanderung“: Die Presse erschrickt vor sich – Christian Ragger nicht

Christa Zöchling auf dem Viktor-Adler-Markt