Kronisch habsburgerische Ergebenheit gebiert vordemokratische Unlösungen

Es war nach dem Schreiben von

„Denkmalschutz in Österreich für Habsburgs schmutzigen Krieg, Geschichtslüge und Nationalsozialismus“

doch verlockend, auch einmal zu schauen, wie sich die Nachfahren zur schmutzigen Geschichte ihrer Familie äußern. Wie sich etwa Karl Habsburg-Lothringen dazu äußerte, ausgerechnet im Jahr 2014, also einhundert Jahre nach Beginn des Krieges von 1914 bis 1918, war erwartungsgemäß:

In an interview with a European group of newspapers including the Guardian, Karl Habsburg-Lothringen, the grandson of the last emperor of the Austro-Hungarian empire, Charles I, said: „If you were to simplify it, you could say that the shooting in Sarajevo started the first world war. But if there hadn’t been the shooting in Sarajevo, it would have kicked off three weeks later somewhere else.“

A descendant of the Archduke Franz Ferdinand, whose assassination in Sarajevo triggered the first world war, has said that his family should not be blamed for causing the war that led to 37 million people killed or wounded.

Habsburg-Lothringen said he believed there was no need for his family to show remorse for the tragedy of the first world war „because that would mean we had been guilty in the first place, and that we would have to redeem ourselves for something“.

 „Many were already in the starting blocks, waiting for the great conflict. If you had to blame someone, then the greatest blame would lie with nationalism itself,“ he said.

Austria-Hungary, an empire of 50 million people, and tsarist Russia had for decades pursued a policy of confrontation over influence in eastern Europe, leading to the 1912 Balkan war that anticipated the larger conflict. But Habsburg-Lothringen said his grandfather, the last emperor, had only „inherited the war“.

„He had nothing to do with it. In addition, he had made several attempts to pacify the situation, which he was criticised for at the time, and he used family contacts to lead peace talks.“

Charles I „clearly saw that a basic problem was the situation of the Slavic people within the Habsburg empire“.

Asked if there was a Volkszorn, a popular anger against the Habsburg family in Austria, he said: „On the contrary, there was always a lot of sympathy for the Kaiser – also because it was recognised how much he engaged himself for peace, for the care of the starving.

Das sind Auszüge aus einem Artikel der englischen Zeitung „The Guardian“ vom 15. Jänner 2014

Karl Beschuldigt nicht uns Habsburg Lothringen„Habsburgs schmutziger Krieg“, aus dem in „Denkmalschutz in Österreich für …“ zitiert wird, gibt klare Antworten auf die Äußerungen des Karl Habsburg-Lothringen. Und es gibt noch ein Buch, das in Österreich nicht dazu verwendet wird, endlich einen anderen Umgang mit dieser Familie zu pflegen: „Schwarzbuch der Habsburger – Die unrühmliche Geschichte eines Herrscherhauses“, obgleich gerade Karl Habsburg-Lothringen dieses Buch in vollem Umfang bestätigt, dieses Abwälzen von Schuld und Verantwortung, diese Selbstdarstellung: „Mir san ja eh die reinen Lamperl“ (dieser Ausspruch eines Hauptmannes im k. u. k. Kriegsministerium in den „Letzten Tagen der Menschheit“ könnte der Hausspruch der Familie Habsburg sein). Der Krieg von 1914 bis 1918 war nicht der einzige schmutzige Krieg, für den die Familie Habsburg keine Schuld auf sich nehmen will, für den sie keine „Reue“ („no need for his family to show remorse for the tragedy“) … Der Krieg von 1914 bis 1918 war nur die letzte Handlung dieser Familie der vielen unrühmlichen und unmenschlichen Handlungen über Jahrhunderte hinweg, wie in diesem Schwarzbuch gebündelt zusammengefaßt gelesen werden kann.

Karl Habsburg Lothringen TwitterAber wie präsentiert sich Karl Habsburg-Lothringen gerade im Gedenkjahr 2014? Dafür ein paar bemerkenswerte Meldungen von ihm auf der Plattform des Unternehmens Twitter: Er spricht davon, daß in Österreich gewählt werden sollte, ob die Menschen eine Monarchie haben wollen oder das, was sie jetzt haben. Er freut sich über die Phrase „Gott schütze den österreichischen König!“ und verbreitet diese auch noch.

Karl Habsburg Lothringen gefällt eine Phrase besondersEr hofft, eines Tages ein neues Österreich errichten zu können. Als ob ein habsburgisches Österreich nicht ausgereicht hätte, ein in den Untergang geführtes …

Karl Habsburg Lothringen möchte was bauenEr glaubt, mehr Legitimation als Kaiser von Österreich-Ungarn zu besitzen als Yanukovich als Präsident der Ukraine …

Karl Habsburg Lothringen träumt weiter von der MonarchieUnd auch damit bestätigt Karl Habsburg-Lothringen das Schwarzbuch in vollem Umfang, mit seiner Wirklichkeitsverweigerung, wenn er davon redet, es hätte immer eine große Sympathie für den Kaiser („sympathy for“) gegeben … „always a lot“:

„Von seiner väterlichen Fürsorge wollte im Donauraum aber kaum mehr jemand etwas wissen. Selbst im ‚heiligen Land Tirol‘, das immer als besonders kaisertreu gegolten hatte, sprachen sich mehr als 90 Prozent der Bevölkerung gegen eine Wiedereinsetzung, eine Restauration, des Erzhauses aus.“

Karl Hahaha Habsburg-LothringenDas kann auch im Schwarzbuch gelesen werden. Karl Habsburg-Lothringen mag seinem Vorfahren ebenfalls mit Vornamen Karl noch so verklären, als einen, der sich für Frieden engagierte und die Versorgung der Hungernden („how much he engaged himself for peace, for the care of the starving„) … Auch nach dem Untergang des Hauses Habsburg blieb sich die Familie treu in ihrer Tradition der Gleichgültigkeit und Auspressung der Menschen, zum eigenen Wohle, um zweimal noch beispielhaft aus dem Schwarzbuch zu zitieren:

„Speziell unter Bundeskanzler Kurt Schuschnigg, einem bekennenden Legitimisten, ging man daran, Verfügungen aus der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg zu revidieren. 1935 wurde die gesetzliche Bestimmung über die Landesverweisung des Hauses Habsburg-Lothringen aus dem Jahr 1919 aufgehoben. Zeitgleich ging man daran, der Dynastie ohne Kenntnis der notleidenden Bevölkerung ein beträchtliches Vermögen zukommen zu lassen. Dass die Sympathiekundgebungen des autoritären Österreich beim ‚angestammten Herrscherhaus‘ auf Gegenliebe stießen, bezeugen zahlreiche Kontakte zwischen Regierung und Familie. Sie mündetenn in Gespräche über eine Wiederherstellung der Monarchie […].“

Die Träume dieser Familie von der Krone sind, wie etwa das Gezwitschere von Karl-Habsburg-Lothringen zeigt, nicht ausgeträumt. Aber nicht nur die Krone, sondern auch Geld, enorm viel Geld dazu, auch das hat sie nicht aufgegeben, es eintreiben zu versuchen, ach wie christlich gut … Nachdem die Familie seinerzeit durch Jahrhunderte so gut auf Kosten der Menschen lebte, bleibt ihr jetzt – „feudale Ausbeutungsmethoden“ stehen ihr nicht mehr zur Verfügung, bloß der Gang zu den Gerichten, nicht ohne ungehörige Vergleiche anzustellen …

„Die Habsburger könnten sich dennoch zufrieden geben. Immerhin blieb den begüterten Familienzweigen die Kaiservilla in Ischl, das Schloss Persenbeug mit zirka 14.000 Hektar Forstgebiet, Wälder in Kärnten und Niederösterreich im Gesamtumfang von mehr als 3000 Hektar sowie Besitzungen der Schwiegersöhne Ottos in Oberösterreich, die ungefähr 4200 Hektar umfassen. Diese Vermögenswerte besänftigen die Dynastie dennoch nicht. Immer wieder wird der Versuch unternommen, den Status quo durch enorme Forderungen zu verändern. Alles in allem beträgt der Streitwert 200 Milliarden Schilling (etwa 14,5 Milliarden Euro), also doppelt soviel, wie das Sparpaket 1996. Neben fünf Häusern in Wien beanspruchen Habsburger in diesem Zusammenhang mit den Gütern Orth-Eckartsau, Mattighofen, Pöggstall-Spitz, Lasxenburg, Mannersdorf, Kleinkrampen und Schönau eine Fläche von rund 27000 Hektar.“

Wer nun meint, es werde hier gegen die heutige Familie Habsburg-Lothringen gewettert, irrt. Denn. Es kann verstanden werden, wenn etwa ein Karl Habsburg-Lothringen derart auftritt und spricht. Wenn dieser Familie auf diese unheilvolle und für sie selbst unheilvolle Weise begegnet wird. Es ist hoch an der Zeit für eine demokratische Gesellschaft, diese Familie in die Normalität einer heutigen Familie zu entlassen. Das Fortschreiben an dem Märchen von der Habsburg-Monarchie als eine …. muß endlich beendet werden, weichen einer breitesten redlichen Geschichtsdarstellung, mit einem klaren und scharfen Blick auf die Wirklichkeit der untergegangenen Monarchie und daraus folgend ein entsprechend angemessener Umgang auf breiter medialer und politischer Ebene …

Der erste Satz dazu könnte lauten: Es war einmal eine Familie, die herrschte in Österreich, und sie herrscht seit fast einhundert Jahren nicht mehr, und heute lebende Mitglieder dieser Familie sind gewöhnliche Leute, die nicht gerade hoch im Ansehen stehen ob ihrer Leistungen und Fähigkeiten, wie beispielsweise Karl Habsburg-Lothringen, über den im Schwarzbuch u.a.m. gelesen werden kann:

„Wenig Freude hatte man in den Reihen der österreichischen Volkspartei auch mit dem Sohn Ottos. Vertraute behaupten, Karl sei liebenswürdig und gutmütig, jedoch ‚unberührt von der Muse der Intelligenz‘, eine Feststellung, die in ähnlicher Weise sogar der Senior des Geschlechtes von sich gegeben haben soll.“

Damit ist auch noch geklärt, wie es zum Titel des heutigen Beitrages gekommen ist, er ist also bloß ein Zitat, und ganz und gar keine Beleidigung von Karl Habsburg-Lothringen.

Habsburg-LothringenOben waren Zitate von Karl-Habsburg-Lothringen aus dem Jahr 2014 zu lesen. Und wie sieht es in diesem Jahr aus? 2015. Weiterhin keine Abkehr von der unseligen Berichterstattung, auch keine von unseligen Feierlichkeiten zum Geburtstag beispielsweise von Franz Josef Habsburg, sogar unter tatkräftigem Mittun eines sozialdemokratischen Bürgermeisters. Wie soll sich so diese Familie je anders sehen und darstellen können, wenn die breite mediale Berichterstattung eine derart wirklichkeitsverweigernde, eine derart beschönigende, eine derart absurde und surreale („Ein Kronprinz“ im Cockpit“) …, eine derart gegen eine demokratische Gesellschaft im Jahr 2015 gerichtete und auch über österreichische Gesetze klagende …

PS Von was einem vordemokratischen Geist der schlechtesten Vergangenheit dieses Landes Anhänger immer noch trunken sind, bezeugt ein Posting einer kronisch habsburgerischen Anhängerin oder eines Anhängers des Karl Habsburg, der oder die am 22. August 2015 den derzeitigen und durch Wahlen zum Bundeskanzler Gewordenen aus der Stadt „jagen“ will, um seinen oder ihren Lösungsfreiherrn zum „Kaiser von Österreich zu machen“, wenn, so die Hoffnung, die „Krone mitspielt“ …Der Geist der Vergangenheit - Habsburg