Wochenblickkanzler

Von manchem Menschen wird, um seinen Blick zu beschreiben, aus Erfindungsmangel Zuflucht bei einem Tiervergleich genommen, etwa gesagt, er habe einen Dackelblick. Bei dem zurzeitigen Vizekanzler in Österreich muß nicht – auch wenn sich das aufgrund der recht großen Tierliebe in dieser zu einer recht besonderen Gesinnungsschaft zugehörigen Familie  anböte – auf einen Tiervergleich zurückgegriffen werden, um seinen Blick zu beschreiben.

Der zurzeitige Vizekanzler in Österreich hat den Wochenblick.

Und was sieht der zurzeitige Vizekanzler mit seinem Wochenblick?

Der zurzeitige Vizekanzler, der von sich sagt, er sei „Kanzler“ halt mit einem „Vize“ davor, sieht mit seinem Wochenblick eine Studie, der Wochenblickkanzler sieht also eine Studie, die bereits rund neun Jahre alt ist, eine Studie,  die vor bald neun Jahren veröffentlicht wurde und also seit fast neun Jahren öffentlich bekannt ist.

Aber der Wochenblickkanzler braucht rund zehn Jahre, um auf eine Studie zu reagieren. Und gäbe es Wochenblick nicht, hätte er wohl nie so schnell, also schon nach neun Jahren von der Studie erfahren. Das hätte bedeutet, eine Peinlichkeit für das Land Österreich weniger. Andererseits, auf eine Peinlichkeit mehr der vielen Peinlichkeiten, die das Land Österreich fortwährend ausgesetzt ist, für die jene verantwortlich sind, die ihn zum Vizekanzler machten, kommt es auch nicht mehr an.

Aber es gibt Wochenblick. Und somit bleibt auch diese Peinlichkeit nicht erspart. Nun eine Peinlichkeit für das Land Österreich, vor neun Jahren wäre es nur eine für ihn und seine Partei, nein, da wäre es  – im Grunde wie jetzt auch – nichts gewesen, weil es Wochenblick noch nicht …

„Ohne Worte! Die bisher medial verschwiegene Studie von Migrations-Lobbyisten schockiert: Für die EU wurde berechnet, dass Österreich 75 Millionen und Deutschland sogar mehr als 274 Millionen (!) Menschen möglicherweise beherbergen könnten!

Man ist fassungslos über so einen dokumentierten relalitätsfremden Studien-Wahnsinn, welcher von der EU beauftragt und bezahlt wurde.

Ich empfehle auch jedem die Studie auf der Website der EU-Kommission
nachzulesen und allen Realitätsverweigerern zu schicken:
https://ec.europa.eu/…/final_report_relocation_of_refugees_…“

Es kann die Empfehlung des Wochenblickkanzlers vom 14.12.18 nur bekräftigt werden, diese Studie zu lesen, also wirklich zu lesen, um aus erster Hand zu erfahren, wie auch diesmal eine Studie gesinnungsgemäß mißbraucht, wie eine Studie gesinnungsgemäß absichtlich falsch und zum Teil wohl auch aus Auffassungsmangel gelesen und gesinnungsgemäß mißbräuchlich gedeutet, nicht nur vom Wochenblickkanzler, dem möglicherweise es schon genügt, was Wochenblick darüber schreibt, der mit größter Wahrscheinlichkeit darauf setzt, daß niemand die Studie, trotz seiner Empfehlung, tatsächlich je liest.

Eine rund neun Jahre alte Studie nach ihrem Veröffentlichungsdatum und nach ihrer Entstehungszeit eine rund zehn Jahre alte Studie , das heißt, eine aufgrund ihres Alters veraltete Studie wird vom Wochenblickkanzler zum gesinnungsgemäßen Mißbrauch mit rund zehnjähriger Verspätung — ein flottes Kerlchen dieses Väterchen …

Wochenblick fragt also mit neunjähriger Verspätung nach und bekommt zur Antwort, was ohnehin in der Studie seit ihrer Veröffentlichung vor neun Jahren steht, daß es nicht die „Meinung der EU-Kommission“ …

Wochenblick und Wochenblickkanzler sind wahrlich ebenbürtig. Soher kann es nicht überraschen, daß es nicht das erste Kapitel ist, in dem Wochenblick auch vorkommt …

Einen recht besonderen Wochenblick hat auch der für die zurzeitige identitäre Regierungspartei im Europäischen Parlament seinen Stuhl habenden Mann, dem der Wochenblickkanzler (und wer sonst noch vertraut?), wohl auch bei der Auswahl seiner Lektüre …

Der Wochenblickkanzler scheint auch weiter an seinen Erinnerungen zu arbeiten – das ist auch Arbeit, doch, doch –, wenn er sagt, er sei ja „Kanzler“, halt mit einem „…“ davor … in ein paar Jahren, wenn er längst nicht mehr „…“ und halt auch ohne „…“ davor sein wird, wird er wohl erzählen, er sei „…“ doch gewesen und ehe er das gewesen, sei er „zehn Jahre Sportstadtrat“ in Wien gewesen …

Zehn muß ihm magische Zahl sein. Zehnjährige Verspätung, um auf eine Studie zu reagieren, zehn Jahre etwas gewesen zu sein, das nur ihm seine Erinnerung erzählt — kurz: ein Mann der Realität ganz und gar.

hc strache - wochenblickkanzler mit wochenblick

5 Gedanken zu „Wochenblickkanzler

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