Ohne Vernunft gewählt, nach der Wahl gequält

Die Vernunft sagt, es ist grundgescheit, vor einer Wahl sich wirklich umfassend zu informieren, dann die Informationen tatsächlich sorgfältig abzuwägen und schließlich sorgsam zu überlegen, welche Partei denn gewählt  werden könnte, aber auch, welche Kandidaten und Kandidatinnen nicht. Ohne diese vor der Wahl gemachten Schritte zur Wahl zu gehen, bloß um mit heißem Atem bei irgendeiner Partei das Kreuz zu machen, ist keine Wahl, sondern nur das Zustimmen zur Ansicht, es ist wichtig, zu wählen.

Eine vernunftlose Wahl aber ist ohne Sinn, die Stimme bloß ein Hauch, verschleudert wie ein ausgestoßener Atem im Winter, der bereits in der Sekunde in der Wahlkabine, für einen Augenblick bloß sichtbar, sich verflüchtigt. So eine Wahl ist bloß heiße Luft. Im besten Fall passiert nichts, im schlimmsten Fall aber verbrennt sie alles.

Es heißt, es gibt schon viel zu viele Informationen. Es heißt, es gibt noch viel zu wenige Informationen. Vielleicht sind Ihnen die hier zur Verfügung gestellten Informationen bereits zu viel, vielleicht sind Ihnen diese Informationen noch zu wenig, durchaus aber brauchbar, um weitere Informationen einzuholen, aber ebenso durchaus schon lästig, weil Sie meinen, besonders Ihre Partei werde beleidigt. Vielleicht wollen Sie ohne Vernunft wählen, weil für Sie das Höchste im Leben ist, Ihre Quälende sich selbst zu erwählen.

Wie immer es um Ihre Informationssättigung bestellt sein mag, es soll einst nicht heißen, wieder von Ihnen nicht heißen, es hat zu wenige oder gar keine Informationen gegeben, nicht wieder, es konnte gar nichts gewußt werden.

Es werden Ihnen aber nicht alle Informationen noch einmal bereitgestellt, sondern bloß auf die Epiloge, die Sie alle mit einem Klick auf die abgebildete Wahlurne aufschlagen können,

Überlegt wählen

von „Stets bäuchlings, geschrieben in Österreich“ noch einmal eindringlich hingewiesen. Es ist, wird gedacht, diese allein sind bereits mehr als ausreichend, immerhin umfassen diese mehr als vierhundert Seiten schlagende Argumente, die alle zu lesen Ihnen gar nicht abverlangt werden will.

Ohne Vernunft gewählt - Nach der Wahl gequältSie können anhand der Überschriften schon auswählen, was Ihnen zum Lesen interessant erscheint. Wie Sie damit aber letztlich umgehen, das obliegt menschgemäß Ihnen allein. Aber kommen Sie, vor allem Sie als Wähler und Sie als Wählerin, wenn Sie besonders eine gewisse Partei mit heißem Atem gewählt haben werden, nicht mit dem Vorwurf, wenn ebendiese Partei dann Sie auf mannigfache Weise quälen wird, kommen Sie dann nicht mit dem Vorwurf, Sie wären nicht informiert worden, Sie hätten das alles nicht gewußt. Das Abschieben der Verantwortung, die Sie als Wähler und Wählerin haben, funktioniert nicht und heutzutage noch weniger denn je, die Ausrede, nicht informiert gewesen zu sein, die Ausrede, nichts gewußt zu haben, ist in einer Informationsgesellschaft, zu der Sie gehören, in der Sie leben, aus der Sie nicht flüchten können, die Sie sonst auch extensiv nutzen, nichts weiter als heiße Luft.