Theodor Körner der FPÖ ist nicht der Theodor Körner der SPÖ

He.-Chr. Strache versucht also sich wieder einmal nach recht bekannter blauer Tradition und blauer Kultur herauszureden und dabei gleich den sozialdemokratischen Theodor Körner für seine identitäre Gemein-Schaft zu vereinnahmen. Aber es muß allen klar sein, wer FPÖ wählt, bekommt nicht den sozialdemokratischen Theodor Körner, sondern

Mit Theodor Körner gingen die Nazis unter, mit ihm beschwört die ZZ den Sieg – Eine Wahlniederlage

den burschenschaftlichen Theodor Körner als geistigen Führer des freiheitlichen Personals.

Armin Wolf sieht sich nach neuen Herren umDieses Gechrähe von He.-Chr. Strache, die FPÖ könne „erstmals seit siebzig Jahren stärkste Kraft“ werden, darf nicht losgelöst von anderen freiheitlichen Aussagen und freiheitlichen Handlungen gesehen werden, und daraus ergibt sich wie von selbst, daß der nunmehrige Bezug auf den sozialdemokratischen Theodor Körner ein bloßes Herausreden ist.

Der Theodor Körner der FPÖ

Das ist der Theodor Körner der identitären Gemein-Schaft vulgo FPÖ.

Dieses Gechrähe von He.-Chr. Strache offenbart aber auch ein weiteres Mal die aberwitzige identitärer gemein-schaftlicher Denkungsart. Nach dieser war also vor siebzig Jahren die FPÖ die SPÖ. Und He.-Chr. Strache wäre damals ein Sozialdemokrat gewesen. Gut. Wenn er wirklich will, daß „wir die stärkste Kraft werden“, dann muß er und alle Wählerinnen und Wähler und alle Funktionäre und Mandatarinnen der FPÖ auch am 11. Oktober 2015 die SPÖ wählen.

Es liegen die Menschen, die bei dieser stracheschen Aussagen meinen, er habe nicht an den sozialdemokratischen Bürgermeister gedacht, nicht falsch. Aber das muß nicht wiederholt werden, wo und wie diese strachesche einzubetten ist:

Wer läutet draußen vor der Tür – und wein nicht, sie sind da

NS Die FPÖ wirbt auch nicht für die Bewegung des sozialdemokratischen Theodor Körner, sondern für die „Bewegung Theodor Körner, 1813 wirbt die FPÖ unzensuriert Mitglieder an, und diese Bewegung hat nichts mit sozialem Gedankengut zu tun, aber sehr viel mit nationalem und zerstörerischem

NNS Ein Wort zu Armin Wolf noch, der als Gebildeter für einen Gebildeten auf gleichem Niveau ein Verteidiger sein will. Die Meinungsumfragen sprechen für die FPÖ, und es scheinen sich viele in diesem Land bereits damit zu beschäftigen, sich jetzt schnell umzubetten, um dann wieder gut gebettet zu liegen, wenn das geistige Gedankengut des Theodor Körner aus dem neunzehnten Jahrhundert Einzug halten sollte, etwa in den Amtsräumen der Stadt Wien. Nachdem aber sogar ein He.-Chr. Strache möchte, daß die stärkste Kraft in Wien jene bleibt, dessen Theodor Körner vor siebzig Jahren Bürgermeister in Wien war, ist es von Armin Wolf doch ein wenig voreilig, sich vor der Wahl schon nach neuen Herren aus längst vergangener und überholter Zeit umzuschauen.