„Jessica und Kevin“ – Eine Autobiographie von Christian Ortner

Christian Ortner hat also seine Autobiographie geschrieben, die fälschlicherweise aber nicht als Autobiographie angeboten und soher auch nicht als Autobiographie rezipiert wird -, es hat jedoch seine Richtigkeit, daß Christian Ortner, der in dieser seiner Autobiographie sich den Namen Kevin gegeben hat, nicht weiß, welcher Textsorte seine „Prolokratie“ zuzuordnen ist, denn das entspricht haarscharf dem Bildungsniveau vom beschriebenen Kevin, und soher kann Christian Ortner ein Vorwurf nicht gemacht werden, daß er keine authentische Autobiographie geschrieben hätte …

Prolokratie - Ortner ChristianWürde diese ortnersche Autobiographie korrekt als Autobiographie in den Medien besprochen werden, müßte hier über diese Autobiographie kein Wort geschrieben werden. Dem ist aber nicht so. Denn es wird medial so getan, als hätte Christian Ortner über die Erzählung seines Lebens hinaus etwas zu sagen, es wird diese Autobiographie zur „Streitschrift“ geadelt, es wird medial so getan, als enthielte diese Autobiographie relevante Thesen zu Wirtschaft und Demokratie, während in Wahrheit diese Autobiographie nichts anderes beschreibt, als das für Dritte marginal von Interesse seiende sattfurzende Leben eines Begünstigten, der auch in das Fernsehen eingeladen wird, wo er nicht über sein Leben befragt wird, nicht darüber, weshalb er eine Autobiographie geschrieben habe, sondern fälschlicherweise zu etwas befragt wird, das Kevin nicht besitzt, nämlich Thesen …

Auf Kevin, das muß zugegeben werden, wurde schon ganz vergessen, aber sein letztwöchiger Auftritt in der Sendung „Erlesen“ rief Erinnerungen hervor. Und noch etwas. Es verleitete dazu, in einer Buchhandlung diese Autobiographie in die Hand zu nehmen. Um die Wartezeit bis zum Filmbeginn zu verkürzen, wurden ein paar Seiten dieser Autobiographie gelesen, vielleicht waren es, wenn überhaupt, zehn oder dreizehn Seiten, aber diese reichen im Grunde schon aus, um erstens für diese Autobiographie niemals Geld auszugeben, zweitens feststellen zu können, als „Streitschrift“ ist diese genauer einzuordnen, nämlich als „Bassenaschrift“.  Kevin hätte also seine Autobiographie betiteln können mit „Jessica und Kevin – Ein Bassena-Tratsch“ …

Kevin hat gerechnet

Das Bundesministerium für Finanzen geht mit Kevin geduldig seine falsch gerechnete Hausaufgabe durch und erklärt Kevin, wie er zu rechnen hat, um beim nächsten Mal vielleicht schon selber zum richtigen Ergebnis zu kommen.

Auf diesen zehn oder dreizehn gelesenen Seiten war nicht nur bald schon ein Rechtschreibfehler zu lesen, war nicht nur bald schon festzustellen, daß Kevin enorme Beobachtungsdefizite besitzt, wenn er etwa davon schreibt, daß seit den 1960er Jahren in den öffentlichen Verkehrsmitteln der Buchlesende nicht mehr anzutreffen ist, sondern bereits auf diesen zehn oder dreizehn Seiten bekennt Kevin, daß er die Grundrechnungsarten ganz und gar nicht beherrscht, wenn er davon schreibt, daß bei einem Gehalt von dreitausend Euro über fünfzig Prozent Abgaben zu leisten wären, in Österreich. Nun, wie hoch die Abgabenquote bei einem Gehalt von dreitausend Euro tatsächlich ist, kann der Abbildung überschlagsmäßig mit einem Blick entnommen werden, es muß also dafür noch nicht einmal genau gerechnet werden, um zu wissen, daß die fünfzig Prozent, die Kevin mühsam errechnet hat, gänzlich falsch …

Sollte wieder einmal die Wartezeit bis zu einem Filmbeginn verkürzt werden müssen, werden vielleicht, aber eher nicht, weitere Seiten von dieser Autobiographie gelesen werden, und hier vielleicht, aber eher nicht, wieder berichtet werden, was auf diesen weiteren zehn oder dreizehn Seiten Kevin von seinem Tratsch mit Jessica …

Auf Kevin war, wie oben geschrieben wurde, bereits ganz vergessen worden, und Kevin fiel vor langer Zeit – das führt zur Frage, wer ist in dieser Autobiographie Jessica? – nur auf in Verbindung mit Andreas Unterberger … Ist Andreas Unterberger die Jessica? Der Genauigkeit willen muß geschrieben werden, Kevin tritt als Nebenfigur noch einmal auf, und das ist noch nicht so lange her, nämlich in der Beschreibung des freiheitlichen Traumes von einem elitären Reich …

Es ist nicht auszuschließen, daß Kevin, überzeugt von seiner Wichtigkeit, noch einen Fortsetzungsband seiner Autobiographie schreiben will, über sich und Jessica … Einige Kapitel sind schon geschrieben. Kevin darf diese kostenlos übernehmen:

Freiheitlicher Traum von einem elitären Reich

Wie Ortner und Unterberger Neoliberalismus buchstabieren

Christian Ortner – der Neoliberale als Zensor

Christian Ortner – der Neoliberale als Zensor besinnt sich

Andreas Unterberger liest den freiheitlichen dankend eine Studie

Andreas Unterberger, der Blocker in alten Zeiten

7 Gedanken zu „„Jessica und Kevin“ – Eine Autobiographie von Christian Ortner

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