Wie liefen damals – um die letzten 1960er und frühen 1970er Jahre herum – die Kinder armer Eltern im Dorf zusammen, um einen roten Straßenkreuzer zu bestaunen, mit dem der Arzt vorfuhr, und wie sehr hofften die armen Kinder stets, wenn der rote Straßenkreuzer ihr Dorf wieder verließ, daß bald wer krank würde, um wieder den roten Straßenkreuzer bestaunen zu können. Denn der Arzt kam aus einem anderen Ort. Und in ihrem Dorf hatte niemand einen zum Freund, der mit einem Straßenkreuzer einfach zu Besuch kommen konnte, höchstens in einem Puch 500, in einem Auto, das sogar bei armen Kindern kein Erstaunen mehr hervorrief, vielleicht auch, weil sie den Namen aussprechen konnten, ohne dabei zu stottern.
Aber der Name des Straßenkreuzers … Sie wußten nicht die Marke, nicht die Type, für die armen Kinder war es eben ein amerikanischer Straßenkreuzer – zu der Zeit das vorherrschende Wort für Wunder … Wie überhaupt damals die armen Kinder wenig wußten, sie wußten nicht einmal, wer noch alles mit keinem goldenen Löffel aufwuchs, sie wußten nicht, wie gut es ihnen eigentlich ging, denn sie mußten nicht mit Eltern und Geschwistern zu fünft in einem Zimmer mit tausenden Medikamenten schlafen. Sie hofften nur, bald wieder das Wunder sehen zu dürfen.
Die Kinder von damals, viele von ihnen heute wohl schon in Pension, sagten, würden sie gefragt werden, wahrscheinlich, das Wunder sei ein Cadillac gewesen, und manche von ihnen würden immer noch verlegen und unsicher darüber, ob sie das Wunder richtig aussprechen, rasch murmeln: es könnte ein Kadilack …