Wer der Rede von einem alten, alten, sehr alten Mann an diesem heutigen Tag, 21. Jänner 2026, zuhört, wird bald schon abschweifen … vielleicht zum Roman von Thomas Mann, dessen Schauplatz ein Sanatorium in Davos …
Abschweifen zur Frage, welcher Ort in Davos inspiriert diesen alten, alten, sehr alten Mann zu seinem alten, alten, sehr alten Geschwefel, das morgen vielleicht wieder eines sein wird, wie es ein Geschwefel vorgestern immer schon war.
Vielleicht ist es ein Sanatorium in Davos, in dem der alte, alte, sehr alte Mann losgelöst von allem, so recht losgelassen, sich dazu bringt, wie noch nie zu schwefeln und zu schwefeln, ohne Einspruch zu fürchten, ohne gestoppt zu werden; denn, wem nicht zugehört wird, ist ohne Einspruch und ohne Widerspruch, wird im Geschwefelfluß nicht gestoppt, wird aus diesem nicht herausgezogen, aus dem selbst gewählten Hineinfallen in den Geschwefelstrom. Das ist die Freiheit der Sanatorien. Vielleicht ist es in Davos nicht ein Sanatorium, sondern eine Branntweinschenke, denn, auch bei einem Branntweiner gibt es die Freiheit des uneingeschränkten Geschwefels, die vollkommene Gleichgültigkeit gegenüber dem, wer was wie schwefelt, das von allen absolute Überhören des Geschwefels, die mit ihm, so könnte der alte, alte, sehr alte Mann meinen, in einer spirit bar hocken, und auch wie er selbst im Geschwefel versunken.
Bald jedoch wird der Frage nach dem Geschwefelschauplatz keine Bedeutung mehr zugemessen, denn es kommt zur Erkenntnis, die Orte haben keinen Einfluß darauf, was dieser alte, alte, sehr alte Mann von sich gibt, gleich, auf welchen Platz er gestellt ist, es ist stets nur Geschwefel, zu dem er fähig ist, als ob bei ihm je von Fähigkeiten zu sprechen ist.
Vieles fällt während der Rede, der nicht zuzuhören ist, die zum Abschweifen herausfordert, noch ein, etwa das, ob künftige englische Übersetzungen des Romans nicht mehr mit „The magic Mountain“ getitelt werden, darin einer gewissen Aktualisierung verpflichtet, jetzt, nach dem Auftritt einer solchen Figur in Davos, sondern mit: „Weird Mountain“ … Und auch, ob diesem alten, alten, sehr alten Mann ein sanatorium oder eine brandy hut Heimstatt … Und — so verquer, komisch, verschroben oder gespenstisch es sich anhören mag — auch das, ob dieser alte, alte, sehr alte Mann selbst a sanatorium or a spirit waterhole …
Und dann ist es auch schon wieder vorbei, mit der Rede, von der ein paar Wortfetzen bereits zu Beginn reichten, um sich von dieser zu beurlauben, abzuschweifen, ihr nicht zuzuhören, und manch weiterer Wortfetzen, der in der langen, langen, überlangen Stunde des Geschwefels doch aufgeschnappt, bestätigt bloß immer das eine, das Zuhören lohnt nicht, das Abschweifen ist gerechtfertigt.
Das wird bleiben, wenn es überhaupt bleiben wird können, von diesem 21. Jänner 2026, die Erinnerung an die Bemühung, einer Rede wirklich zugehört haben zu wollen, jedoch, als der alte, alte, sehr alte Mann mit dem Öffnen und Schließen seines Mundes zum Lautausstoß kaum begann, so war es auch schon wieder vorbei mit dem Zuhören, und wenn dieser alte, alte, sehr alte Mann je zu etwas fähig war, dann dazu, einzuladen zum Weghören und zum Abschweifen, das die Gesundheit zwar nicht förderte, zumindest aber nicht gefährdete.

Du muss angemeldet sein, um einen Kommentar zu veröffentlichen.