Am 10. März wurde in Erdberg der christlich antisemitische Täter Balthasar Hubmaier — „vor dem Stubentor“ — von Christen öffentlich verbrannt, und am 13. März in zwei Jahren werden es fünfhundert Jahre her sein, daß in Wien seine christliche Ehefrau Elsbeth Hügline Hubmaier von Christinnen in der Donau ertränkt wurde.
Bereits 1516 übernahm er das Amt des Dompredigers in Regensburg. Hier vertrat er eine scharfe antisemitische Haltung, beteiligte sich an einer Judenverfolgung und an der Zerstörung der Synagoge. Aus unserer Sicht ist dies nur schwer verständlich und nicht akzeptabel. Man ist leicht versucht, diesen Punkt unter den Teppich zu kehren – die Redlichkeit gebietet es indes, auch diese Tatsache nicht zu verschweigen. Ob er später seine antijüdische Meinung änderte, ist nicht bekannt.
Babtistengemeinde Waldshut. Gelesen am 12. März 2026
Davon ist nichts auf der Gedenktafel für Balthasar Hubmaier auf dem KL-Platz in Wien zu lesen, davon ist auch nichts auf der Website „Wien Geschichte Wiki“ zu lesen, jedenfalls bis zum heutigen Tag, 13. März 2026 —
der Christinnen von Wien gelebter Toleranzgedanke gegen Schuldige antisemitischer Taten,
zum weiteren Export in alle Welt …
Dr. Balthasar Hubmaier
Am 10. 3. 1528 vor dem Stubentor als Täufer verbrannt
Begründer des religiösen Toleranzgedankens
„Christus ist nicht gekommen,
dass er metzge, morde und brenne“
(Aus „Von Ketzern und ihren Verbrennen“)
die Christen dieser Stadt
An die ermordete Ehefrau erinnern „die Christen dieser Stadt“ jedoch nicht, sie wird wohl nichts übergehabt haben, für den religiösen Toleranzgedanken ihres Mannes, oder vielleicht ist sie einfach mitgemeint, heißt es doch von ihr, sie sei bis zu dieser christlichen Ermordung zu Mann und Bekenntnis gestanden; es wurde ihr ein Mühlstein um den Hals gebunden, und mit dem Mühlstein um den Hals wurde sie 1528 von einer wienerischen Brücke in die Donau geworfen, in der sie ertrank.
Dr. Balthasar Hubmaier, ein antisemitischer Täter, denn er rief nicht nur zur Verfolgung von jüdischen Menschen auf, er forderte nicht nur den Abbruch der Häuser des jüdischen Viertels, er beteiligte sich an der Verfolgung jüdischer Menschen und an der Zerstörung der Synagoge, an deren Stelle die Kapelle „Zur schönen Maria“ errichtet wurde,
in der „schönen Maria“ hatte Balthasar Hubmaier dann seinen Predigtarbeitsplatz, als „begeisteter Marienverehrer“ …
Von einer geplanten „Kontextualisierung“ der Gedenktafel für den antisemitischen Täter Hubmaier vor oder (je nachdem von welcher Seite der KL-Platz betreten wird) hinter dem nun mit reichlicher Verspätung in Angriff genommenen Kontextualisierung des Josef-Müllner-Mals war bis zum heutigen Tag nichts zu vernehmen, aber wer weiß, vielleicht kommt auch dies noch,
so ganz nach der nun passierenden Kontextualisierung durch Schiefstellung als Vorbild, und damit könnte auch gleich wieder der Schiefstellmeister beauftragt werden; eine Ausschreibung wäre dann auch nicht notwendig, was bei soviel Kostenbewußtsein Kosten …
Aber dann nicht mit einer Schiefstellung, sondern mit einer Tieflegung, die Hubmaier-Gedenktafel also zu senken, nach unten zu schieben, so daß diese 3,5 Millimeter über dem Boden …. und das würde doch Menschen erstaunen, sie veranlassen, näher hinzugehen, sie tief, sehr tief bücken lassen, um den Toleranztext der Tafel lesen zu können, sie irritieren, sie fragen lassen, warum nur eine Gedenktafel 3,5 mm über dem Boden …
Freilich, eine Kontextualisierung der Hubmaier-Gedenktafel würde wohl jene grämen, die vielleicht heute schon mehr zur Hubmaier-Tafel und nicht mehr zum Josef-Müllner-Mal auf dem KL-Platz pilgern, denen Tradition und Brauchtum doch nur dann recht schöne, wahre und echte identitäre Brauchtumstradition ist,
wenn diese Jahrhunderte währt, wie es beispielsweise auch ablesbar an ihrem Begehren nach einem Denkmal für einen Mann, der vor 343 Jahren …
NS Seit Jahrhunderten währt auch die begeisterte Marienverehrung, der der antisemitisch christliche Täter Balthasar Hubmaier auch ergeben war, von dieser Marienverehrung wird beispielsweise in einem Buch erzählt, das in der Zeit erstmals veröffentlicht wurde, als auf dem KL der einhunderttausend Euro billige Bretterverschlag vor oder (je nachdem von welcher Seite der Platz betreten wird) hinter dem Josef-Müllner-Mal wieder abgebaut wurde, also vor bald drei Jahren.
Daß dieses Buch als Beispiel herangezogen wird, ist kein Zufall, dies ist Klemens Unger selbst geschuldet, der mit diesem Satz einleitend sein Buch beginnt; Österreich zum Ursprung dieses Buches erklärt:
In einem Vortrag bei der Österreichischen Kulturvereinigung, zu dem mich emeritierte Botschafter der Republik Österreich eingeladen hatten, sollte ich die Beziehungen Wiens zu Regenburg beleuchten. Über die Krönungen im Regensburger Dom wollte ich vorab eingehende Studien anstellen – und gereit in den „Strudel“ der Geschichte des Dreißigjährigen Krieges.
Mein Dank gilt den unterstützenden Institutionen und Persönlichkeiten. Dr. Erhard Busek, PD Dr. Doris Gerstl, Dr. Wilhelm Pfaffel, Dr. Bernhard Lübbers und Prof. Martin Kellhuber. Besonderer Dank für Rat und Unterstützung gebührt Petra Huber, Michaela Fichtl und Lorenz Baibl. Der Vortragscharakter ist im Text grundsätzlich beibehalten.
Über den „Strudel“, in den Klemens Unger geriet, ist am 13. März 2026 auf „Regensburg digital“ u. v. a. m. zu lesen:
20. Okt. 2023
Buch von Ex-Kulturreferent Unger
Aufgewärmte Legende um Kultbild für judenfeindliche Regensburger Wallfahrt
Von Robert Werner in Nachrichten
Bis heute gab es im Bistum Regensburg keine kritische Auseinandersetzung mit dem über Jahrhunderte gepflegten und propagierten antisemitischen Kult um die Schöne Maria. Jüngster Ausfluss: Ein Buch, in dem der frühere Kulturreferent Klemens Unger geschichtsklitternde Propaganda über ein angeblich sensationelles Gnadenbild von Albrecht Altdorfer wiederkäut.
„92 Seiten, durchgehend farbig bebildert“, heißt es im Werbeblatt des Pustet-Verlags für Drei wegbereitende Frauen des Barock, ein kürzlich erschienenes Buch des früheren Kulturreferenten Klemens Unger (Amtszeit 1999 bis 2019). Das ist keinesfalls übertrieben. Tatsächlich enthält das Werk, das für 20 Euro zu haben ist, mehr Bilder als es Seiten hat. Anders als der Untertitel Ein Vierteljahrhundert Regensburger (Kultur-)Geschichte 1630 – 1654 vermuten ließe, handelt es sich dabei auch um keine (kultur-)geschichtliche Abhandlung oder ein wissenschaftliches Werk.
Der Text, der ohne Fußnoten und teils ohne Belege für Zitate auskommt, gleicht eher der schriftlichen Fassung eines Vortrags. Darin bezieht sich Unger auch auf den ehemaligen NS-Multifunktionär und seinen Vorgänger als Kulturreferent Walter Boll, käut dessen Propaganda über die Rettung des angeblichen Gnadenbildes der judenfeindlichen Wallfahrt Zur Schönen Maria wieder, und schreibt sie mit einer (wie er selber anmerkt) „womöglich gewagte These“ über die Rettung des gleichnamigen Tafelbildes fort.
Ein Bilderbuch, gefördert von Bischofshof und der Sparkasse
Erschienen ist das Buch in der Schriftenreihe des „Welterbe Kulturfonds Regensburg – die Förderer e.V.“, dessen Vorstand Unger schon als Kulturreferent war (nach einer beamtenrechtlichen Beschwerde musste er vom Vorstand zurücktreten) und der sich in der Vergangenheit vornehmlich der Versetzung von Denkmälern gewidmet hat. Gefördert wurde das Werk unter anderem auch von der Brauerei Bischofshof, zu der Unger enge Verbindungen pflegt, und der Sparkasse Regensburg.
Inhaltlich präsentiert der pensionierte Kulturreferent eine Aneinanderreihung von Ereignissen und Lebensstationen „dreier bedeutender Frauen, die der barocken Epoche in Regensburg Bahn gebrochen haben“. Er schildert „die wichtigsten Ereignisse um zwei Kaiserinnen und eine Fürstäbtissin“, die in Regensburg gekrönt oder gewirkt haben: die Kaiserinnen Eleonora Gonzaga Montferrat (1598 –1655 und Gemahlin Ferdinands II), Eleonora Gonzaga Nevers (1628 – 1686 und Gemahlin Ferdinands III) und Anna Maria von Salis (1590–1652), die damalige Fürstäbtissin des Klosters Niedermünster. Letztere habe laut Unger „die erste Barockisierung einer Kirche im Welterbe Regensburg“ ermöglicht.
Ein NS-Funktionär als seriöser Wissenschaftler
Da Unger keine konkreten Ergebnisse aus seinen „eingehenden Studien“ formuliert und seine Darstellungen der Ereignisgeschichte (unter Überschriften wie Der liebe Gott rettet das Reich – und Regensburg) durchgängig subjektiv-parteiisch sind, braucht hierauf nicht weiter eingegangen werden. Bemerkenswert ist allerdings Ungers Bezug auf Walter Boll, den er trotz (oder gerade wegen?) dessen längst bekannter NS-Belastung kommentarlos und wie einen seriösen Wissenschaftler anführt.
In Anlehnung an Bolls Kunstführer (Regensburg – Deutsche Lande Deutsche Kunst) will Unger an die Verdienste der Kaiserin Eleonora bei der Rettung des weithin bekannten Tafelbildes Schöne Maria erinnern, das angeblich von Albrecht Altdorfer stammen soll. Doch was hatte der Nazi-Kunstfunktionär Boll mit dem angeblichen Gnadenbild einer katholischen Wallfahrt zu schaffen?
Eine geplante Sensation zur Gedächtnissschau
Als die Generaldirektion der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen 1937 mit konkreten Vorbereitungen einer Gedächtnis-Ausstellung anlässlich des 400. Todestages von Albrecht Altdorfer begann, lud sie Walter Boll schriftlich zur Mitarbeit ein. Man sei dankbar, „wenn Sie uns Ihre besonderen Anregungen mitteilen würden, da selbstverständlich alle Fragen der Albrecht-Altdorfer-Ausstellung nur in enger Zusammenarbeit mit Ihnen erledigt werden können.“
Walter Boll, seinerzeit Direktor des nationalsozialistischen Ostmarkmuseums, nahm die Einladung an. Er wollte sich damals als Altdorfer-Experte profilieren und war wie kein zweiter NS-Kunstfunktionär an den Vorbereitungen der Ausstellung beteiligt. Für diese wurden auch die in Regensburg befindlichen Werke Altdorfers nach München verbracht. Das Tafelbild Schöne Maria wurde eigens dafür restauriert.
Noch während der Restauration gab der Generaldirektor der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen Ernst Buchner vor, das wahre „Gnadenbild“ Die Schöne Maria wiederentdeckt zu haben. Das erst durch diese Zuschreibung international bekannt gewordene Gemälde soll laut Buchner und Boll im Zentrum der judenfeindlichen Marien-Wallfahrt von 1519 gestanden haben, die nach der damaligen Vertreibung der Regensburger Juden einsetzte. 1938 wurde dann auch die sensationelle Neuigkeit verkündet, kein geringerer als Albrecht Altdorfer sei der Urheber dieses Tafelbildes gewesen.
Die angebliche Wiederentdeckung der Schönen Maria wurde damit punktgenau anlässlich der Altdorfer-Gedächtnisausstellung als die Sensation präsentiert und gefeiert. Da die NS-Kunstfunktionäre Boll und Buchner für ihre Propaganda keinen wissenschaftlichen Nachweis liefern konnten, hantierten sie stattdessen mit judenfeindlichen Legenden aus dem 17. Jahrhundert.
Über Jahrhunderte gepflegter antisemitischer Kult
Alter Nazi-Kram, der heute keine nennenswerte Bedeutung mehr hat? Leider nicht, wie Ungers Bilderbuch zeigt. Die Gnadenbildpropaganda und antisemitische Ressentiments existieren ungebrochen. Es gab im Bistum Regensburg bislang keine selbstkritische Auseinandersetzung mit dem über Jahrhunderte gepflegten und propagierten antisemitischen Kult um die Schöne Maria.
Bevor die Altdorfer-Gedächtnisausstellung von 1938 näher eingegangen wird, zunächst zu den historischen Ereignissen um die Vertreibung der Regensburger Juden und der Entstehung der Marienwallfahrten ab 1519.
Die Vertreibung der Regensburger Juden 1519
Die Vertreibung der Juden von 1519 kann man als Endpunkt eines langen Prozesses deuten, der gegen 1450 begann und ab 1470 untrennbar mit massiven Ritualmordbeschuldigungen unterfüttert wurde. Wiederholte judenfeindliche Predigten und fingierte Vorwürfe des Hostienfrevels heizten das gesellschaftliche Klima weiter an, lösten weitere Repressalien und antijüdische städtische Erlasse aus. Das politisch motivierte Verweigern der bisherigen Rechtssicherheit vor städtischen Gerichten, die wiederholte aggressive Hetze der Zünfte gegen die jüdische Gemeinde nährten die latent vorhandene Pogromstimmung gegen Jüdinnen und Juden.
Als ihr Schutzherr, Kaiser Maximilian, am 12. Januar 1519 starb, nutzte der Regensburger Stadtrat die Interimszeit und beschloss am 21. Februar die rechtswidrige Vertreibung der jüdischen Bevölkerung aus der Reichsstadt. Als Begründung wurde vom Rat ein drohender Aufstand angeführt, der eine Gefahr „für Leib, Leben und Eigentum der weltlichen und geistlichen Einwohner sowie – an zweiter Stelle – der Juden“ (Veronika Nickel) bedeutet hätte. Am Platz der zerstörten Synagoge wurde rasch eine Kapelle aufgebaut und der Schönen Maria geweiht.
Altdorfer – als Politiker und Künstler involviert
Politische Unruhen und antijüdische Demonstrationen prägten den Alltag der Stadtgesellschaft bereits, als der Künstler Albrecht Altdorfer im Jahre 1505 Bürger von Regensburg wurde. Als Mitglied des Äußeren Rats unterstützte Altdorfer 1519 den Vertreibungsbeschluss der Stadt. Die Synagoge musste demnach innerhalb von zwei Stunden für die Zerstörung freigegeben werden und die jüdische Bevölkerung die Stadt innerhalb von vier Tagen verlassen.
Unmittelbar nach der Verkündung dieser Beschlüsse durch eine Ratskommission, der Altdorfer angehörte, wurde das jüdische Viertel abgeriegelt. Alle Pfänder, die man zur Absicherung von Darlehen hinterlegte, wurden widerrechtlich beschlagnahmt und verzeichnet. Die Frist für die Zerstörung der Synagoge wurde noch um 24 Stunden verlängert – der Historiker Wilhelm Volkert vermutete bereits in einer der ersten historischen Forschungsarbeiten zu diesem Komplex als Grund: „vielleicht deshalb, daß Altdorfer die Skizzen für seine beiden Radierungen anfertigen konnte.“
Bald nach der Zerstörung des jüdischen Viertel errichtete man am Platz der zerstörten Synagoge eine Wallfahrtskapelle mit einem oder mehreren Bildern und Plastiken der Gottesmutter Maria. Zum Dank für die Vertreibung der angeblichen Kindermörder und für die Rettung eines Steinmetzes, der beim Abbruch der Synagoge abstürzte und durch ein Wunder überlebte – so die Legende. Daraus entstand die judenfeindliche Wallfahrt Zur Schönen Maria (1519 bis 1523), die von der Stadt mit Gewinn organisiert wurde und trotz ihrer kurzen Dauer als die größte des ausgehenden Mittelalter gilt.
Auch der Künstler Albrecht Altdorfer verdiente reichlich an der Wallfahrt. Für sein Haus in der Oberen Bachgasse 7 soll er Grabsteine aus dem 1519 völlig zerstörten jüdischen Friedhof als Pflaster verwendet haben. Profit schlug Altdorfer vor allem aus dem Verkauf der von ihm gestalteten Wallfahrtsandenken, der Drucke und der Bilder, die er anlässlich der judenfeindlichen Wallfahrt „Zur Schönen Maria“ schuf. Auch das Tafelbild Schöne Maria aus St. Johann entstand in diesem Zusammenhang. Dass es tatsächlich von Altdorfer stammt, wie Boll und Buchner 1938 behaupteten, ist allerdings nicht gesichert. Mehr dazu später.
Marien-Kult bis heute
Heutzutage wird Altdorfers angebliche Schöne Maria im Regensburger Diözesanmuseum als Leihgabe verwahrt. Bei passender Gelegenheit wird sie aber wie ein heiliges Bild gezeigt – nicht nur im kirchlichen Kontext. In dem erwähnten historisierenden Holzrahmen, der 1938 für die NS-Schau zu Altdorfer angefertigt wurde, präsentierte die Stadt Regensburg das Tafelbild beispielsweise anlässlich der Furtmeyr-Schau (die 2010/11 unter der Ägide von Kulturreferent Unger gefeiert wurde) im Historischen Museum präsentiert. Ohne in gebotener Weise auf die historischen Hintergründe und die Renovierung und Inszenierung von 1938 einzugehen.
Die Schöne Maria wurde stattdessen im Museum in einer Art sakralen Raum als DAS Gnadenbild präsentiert, so wie es die NS-Funktionäre Boll und Buchner sich ausgedacht hatten. Jürgen Huber, damals noch oppositioneller Grünen-Stadtrat, bescheinigte Unger seinerzeit ein „konservatives, rückwärtsgewandtes und klerikal orientiertes“ Kunstverständnis.
In seinem neulich erschienenen Buch hat Klemens Unger die Story von der Wiederentdeckung der Schönen Maria Altdorfers durch die NS-Kunstfunktionäre Boll und Buchner 1938 wieder einmal aufgewärmt und fortgesponnen.
Aktuelle Untersuchung: Marien-Bild ist nichts Besonderes
Wissenschaftliche Arbeiten stehen dieser Propaganda entgegen. Erneute Untersuchungen der Altdorfer zugeschriebenen Schöne Maria aus St. Johann durch die Restauratorin des Historischen Museum Regensburgs Annette Kurella legen nämlich nahe, dass das besagte Tafelbild kein eigens gefertigtes Unikat ist.
Vielmehr dürfte es sich um die Übermalung eines älteren Bildes mit einem Kreuzigungsmotiv handeln. Sozusagen ein Wiederverwertungsprodukt, das sich wie viele andere im Wallfahrtsgeschehen gut verkaufen ließ und schon deshalb als wahres Gnadenbild ausscheidet.
Kurella veröffentlicht ihre diesbezüglichen Untersuchungsergebnisse in den zum Jahresende erscheinenden Verhandlungen des Historischen Vereins. Im selben Band erscheint ein Aufsatz des Autors dieser Zeilen zum Thema: Die nationalsozialistische Instrumentalisierung von Albrecht Altdorfer – Unter besonderer Berücksichtigung der Rolle Walter Bolls. Ungers Bilderbuch kommt darin nicht vor.




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