Die Schuld des rapportierten Justin Minkowitsch, nicht der äbtlichen rechten Partei Glauben verkündet zu haben

Öffentlich politisierende Priester waren in der 2. Republik bisher verpönt – bemühte sich doch die Kirche nach dem engen Verhältnis zu den Christlich-Sozialen der 1. Republik um Äquidistanz zu allen Parteien. Im Wahlkampf der FPÖ ist jetzt auch dieses Tabu gefallen. FPÖ-Chef […] postete auf Facebook stolz ein Video der rechten Plattform „unzensuriert“, das den Auftritt des Zisterzienser-Paters Justin Minkowitsch bei einer Wahlveranstaltung der FPÖ in St. Pölten zeigt.

„Öffentlich politisierende Priester waren in der 2. Republik bisher verpönt“ schreibt „Österreich“ am 10. September 2024 —

Mit dem Gedächtnis ist es in Österreich nicht weit her, und kann es auch nicht sein, regiert doch das Vergessen Österreich.

Die Kirche gibt grundsätzlich keine Wahlempfehlung für irgendeine Partei ab.

Läßt Abt Pius Maurer auf der Website des Stiftes Lilienfeld am 9. September 2024 schreiben.

„Wahlkampfauftritt für FPÖ: Pater musste zum Rapport“, titelt „Österreich“. Sein Angestellter, Justin Minkowitsch, hat wohl einfach vergessen, mit wem wo zu welchem Anlaß er aufzutreten, sich fotographieren zu lassen hat.

[F[eierte Abt Pius am Annaberg die Festmesse anlässlich des Festes der hl. Anna. Hier ist ein Bild mit Abt Pius, Bürgermeisterin Claudia Kubelka und Pfarrer P. Justin Minkowitsch.

Claudia Kubelka ist nicht von der falschen Partei, sondern von der ÖVP —

Was für ein Bild der Vertrautheit von Kirche und ÖVP, das Abt, Pfarrer und Bürgermeisterin präsentieren, in Annaberg, in einer Gemeinde, deren Machtverteilung wohl manche selig an ständestaatliche Machtverhältnisse erinnern und träumen läßt – siebzig Prozent Stimmenanteil für die ÖVP in der letzten Gemeinderatswahl am 26. Jänner 2020 …

Zum Rapport also mußte der Angestellte, weil er mit der falschen Partei Messe feierte, zum Rapport mußte also der Angestellte, zu dem Abt, der, kurz ist es her, durch Verschweigen leugnete, daß Kurt Tucholsky Urheber von „Euer Wille geschehe“ ist, und der, Maurer vom Stifte Lilienfeld, behauptete, „Euer Wille geschehe“ sei ein Spruch von seinem Organisierten Glauben …

Erich Kästner hätte wohl, wäre er je gefragt worden, sofort unumwunden zugegeben, er habe bei seinem Gedicht „Die Maulwürfe oder Euer Wille geschehe“ an Kurt Tucholsky gedacht, sich an ihn erinnert, und ihn, Tucholsky, zitiert

„Im Wahlkampf der [falschen Partei] ist jetzt auch dieses Tabu gefallen“, ist in „Österreich“ zu lesen. So ist es in Österreich um Tabus bestellt, über sie soll nicht gesprochen, aber gebrochen werden. Der Angestellte vom Stifte Lilienfeld ist nicht der erste Angestelle dieses Organisierten Glaubens, der eine „Wahlempfehlung“ für eine Partei abgibt. Nur vergessen will es sein, ein Tabu will es sein in Österreich, daß etwa der hierarchisch weit über den lilienfelderischen Angestellten Stehende eine „Wahlempfehlung“ für diese Parlamentspartei und namentlich für deren Obmann

Armes Österreich, arme Kirche! Gott helfe uns und den Menschen in unserem Land! So, wie das Angebot jetzt ist, kann man nur [FPÖ-Mann H.] wählen und beten für ihn und für Österreich! Wie tief und echt sein Gottesglaube ist, kann ich nicht beurteilen, aber sein Reden gibt mir die Zuversicht, dass er das Naturrecht achtet, das Benedikt XVI. die Grundlage des freiheitlichen Rechtsstaates nennt, und dass er, durch sein Gewissen vermittelt, Gott in den wesentlichen Punkten gehorchen wird

Zum „Rapport“ mußte dieser Kirchenmann wegen seiner Wahlempfehlung nicht, das Vergehen des kleinen lilienfelderischen Angestellten, nur ein Angestellter und kein leitender Angestellter zu sein —

Was für ein gleicher Umgang mit Beschäftigten von Kirche und dieser Partei, in der auch nur die nicht leitenden Mitarbeiterinnen zur Verantwortung, nur die nicht führenden Mitarbeiter Schuld auf sich zu nehmen haben …

Zum „Rapport“ mußte Justin Minkowitsch, weil er vor der Kirche in Wilhelmsburg mit der falschen Partei eine Feldsturmheurigenmesse feierte, der Kardinal aber musste zu keinem Rapport, dieser höchste leitende Angestellte seines Organisierten Glaubens, und das ist kein Wunder, schließlich ging er mit einem Mann aus der für ihn als Gläubigen rechten Partei zu einer Feldmesse in die Stadthalle, um der Segnung des ….

Der Wiener Erzbischof, Kardinal Christoph Schönborn, und Ex-Kanzler Sebastian Kurz haben am Sonntag am christlichen Ökumene-Großevent „Awakening Austria“ in der Wiener Stadthalle teilgenommen. Kardinal Schönborn betete bei der Großveranstaltung, die noch bis Sonntag Abend andauert, für die Einheit aller Christen […] Die offizielle Ökumene gehe im Moment nicht sehr gut voran, eine Großveranstaltung, wie jene in der Wiener Stadthalle, lasse ihn allerdings hoffen. „Dass etwas geht, erleben wir heute hier.“

Und „dass etwas geht“, erlebte der höchste leitende Angestellte in dieser Stadthallenfeldmesse, er wird wohl trunken vor Glauben mit seine Arme ausgestreckt, er wird wohl trunken vor Glauben freudig mit in das Gebet-denen-denen-Gegeben-wird bis zum „Amen“ …

„Ein Segensgebet beten dürfen. Nicht nur jetzt beten für Sebastian. Würdet Ihre Eure Hände ausstrecken. Vater, wir danken dir so sehr. Für diesen Mann. Für die Weisheit, die du ihm gegeben hast. Für das Herz, das du ihm gegeben hast für dein Volk. Wir beten und danken, daß Gerechtigkeit in einer Nation eine Nation aufrichtet. Daß Sünde für alle furchtbar ist. Wir beten zu Gott, daß du ihm gerechte Führung gibst, riesige Weisheit und auch viel Schutz. Ist jeder damit einverstanden? Amen.“

Und noch einen wird an diesem Heute das hoffen gelassen haben, der nach diesem Organisierten Glauben ja noch lebt, geflüchtet von der Erde, als Verfechter der Ökumene,

wird diesem Anhänger im grenzenlosen Himmel der Ökumene die Nachricht, daß mit der Ökumene etwas gehe, sogleich zugebetet worden sein …