Mit „wir brauchen mehr“ schließt Conny Bischofberger am 27. Dezember 2025 „Entchristlichung“ in der tageszeitunglichen Krone des österreichischen Qualitätsjournalismus …
Wenn wir das eine nicht wollen, dann sollten wir das andere umso intensiver pflegen. Weihnachtsevangelium, Herbergsuche, das Kind in der Krippe, Christ sein. Wir brauchen nicht weniger Weihnachten, wir brauchen mehr.
Unter der Schlagzeile „Entchristlichung“ also die Fürsprache für eine Verchristlichung, unter der Schlagzeile „Wehrhaftes Christentum“ führt Andreas Mölzer in ebendieser Krone am 28. Dezember 2025 sein „Andererseits und Einerseits“ aus, in Glauben und Hoffnung „möglicherweise formiert sich aber damit doch wieder so etwas wie ein wehrhaftes Christentum“.
Was ein „wehrhaftes Christentum“, was eine Verchristlichung, was eine Christianisierung bedeutet, wohin ein Christsein-Mehrbrauchen führt, wohin ein wehrhaftes Christentum führt, belegen Jahrhunderte des Leidens der Menschen, die gestraft für die Schuld eines Menschen, der wie ein jeder Mensch unschuldig geboren ward, dessen Vergehen seit nahezu zwei Jahrtausenden gebraucht zur Propagandisierung der Christianisierung und der Wiederchristianisierung …
Es braucht die Vergangenheit nicht bemüht zu werden, um zu veranschaulichen, was mit Verchristlichung und wehrhaftem Christentum einhergeht, die Gegenwart veranschaulicht es allein überreich — derart überreich, daß eine Veranschaulichung nur unvollständig sein kann, stellvertretend, exemplarisch aber können für die vielen Gegenwartsbeispiele …
Womit beginnen, was Verchristlichung bedeutet, was es heißt, mehr wieder christlich sich zu betätigen. Vielleicht damit: Entdemokratisierung.
An die Spitze dieses Organisierten Glaubens wurde im Jahr 2025
von nicht ganz zwölf Dutzend Männern ein Augustiner gewählt, der bald nach seiner Wahl der christlichen Einsicht öffentlich Ausdruck verlieh:
„Demokratien seien nicht für alles die beste Lösung.“
Womit beginnen, was Verchristlichung bedeutet, was es heißt, wieder mehr christlich sich zu betätigen. Vielleicht damit: Entdemokratisierung. Die Entdemokratisierung, die Verhinderung von Demokratie ist wohl die Ikone von allen Organisierten Glauben, auch von diesem Organisierten Glauben, dessen Abwehr Andreas Mölzer durch ein wehrhaftes Christentum und
Conny Bischofberger in einer umso intensiveren Pflege des Christseins, „wenn wir das eine nicht wollen“, also diesen scheinbar so gegensätzlichen Organisierten Glauben zum christlich Organisierten Glauben „nicht wollen, dann sollten wir das andere umso intensiver“ …
Den Unterschied zwischen diesen Organisierten Glauben möchten wohl Conny Bischofberger und Andreas Mölzer Klavierspielen können, aber sie können noch
so die Unterschiede spielen, zu Pianistinnen wird es ihnen nicht …
Es könnten jetzt alle mit der Demokratie untrennbar verbundenen Werte, alle Werte, die der Demokratie wesenhaft sind, alle Rechte, die der Demokratie Fundament sind, angeführt werden, es sind Werte und Rechte, die jedweder Spielart Organisierten Glaubens zuwider sind, aber das ist nicht notwendig, denn die Rechte und Werte sind bekannt. Und alle diese Werte und alle diese Rechte werden in der Überzahl von Männern vom Tisch gewischt, wie, kurz ist her, von einem nunmehrigen Kardinalsrentner ein demokratischer Wert und ein demokratisches Recht vom Tisch, der ihm zum Altar bereitet,
wischte mit „ob das jetzt wirklich der Wille Gottes ist“ … Er verzichtete dabei darauf, all die schönen Namen des Herrn aufzuzählen, aber es sind dermaßen schöne, daß diese zur Erbauung einmal alle angeführt sein sollen:
Der Barmherzige Der König Der Heilige Der Frieden Der Wahrer der Sicherheit Der Beschützer Der Bewahrer Der Erhabene Der Ehrwürdige Der Unterwerfende Der Vornehme Der Stolze Der Schöpfer Der Erschaffer Der Gestalter Der stets Verzeihende Der Allbezwingende Der Geber Der Verleiher Der Versorgende Der Öffnende Der Allwissende Der Zurückhaltende Der Gewährende Der Erdniedrigende Der Erhöhende Der Verleiher von Ansehen Der Demütigende Der Allhörende Der Allsehende Der Richter Der Gerechte Der Feinfühlige Der Kundige Der Sanfte Der Nachsichtige Der Erhabene Der Großartige Der Allvergebende Der Dankbare Der Allerhöchste Der Große Der Bewahrer Der Erhalter Der Ernährende Der Berechnende Der Majestätische Der absolut Großzügige Der Beobachtende Der Wachsame Der Erhörer der Gebete Der Allumfassende Der Allweise Der Sich liebevoll Zuwendende Der Glorreiche Der Erwecker Der Zeuge Der Wahrhaftige Der Sachverwalter Der Starke Der Kraftvolle Der Standhafte Der Schutzherr Der Preiswürdige Der Lobenswerte Der alles Aufzeichnende Der Beginnende Der die Schöpfung Zurückbringende Der Lebensspendende Der das Sterben Bestimmende Der Lebendige Der Ewiglebende Der Beständige Der Findende Der Ruhmvolle Der Eine Der Einzige Der von allem und jedem Unabhängige Der Mächtige Der absolut Fähige Der Beförderer Der Aufschiebende Der Erste (ohne Beginn) Der Letzte (ohne Ende) Der Offenbare Der Verborgene Der absolute Herrscher Der Erhabene über jeglichen Mangel Der Gute der Rechtschaffene Der Reue Annehmende Der gerechte Vergelter Der Vergeber der Sünden Der Mitleidige Inhaber der (königlichen) Macht/Souveränität Derjenige dem Majestät und Ehre gebühren Der unparteiisch Richtende Der Versammelnde (am jüngsten Tag) Der Reiche Der Unabhängige Der Verleiher der Reichtümer Der Zurückhaltende Der Hindernde Der Schaden Zufügende Der Wohltäter Das Licht Der Führende Der Schöpfer des Neuen Der ewig Bleibende Der einzige Erbe Der Rechtleitende Der Geduldige
Gleich welchen Glauben sie spielen, für die Demokratie ist es stets verheerend, mögen sie beispielsweise dem Calvinismus anhängen, wie jener Mann aus dem Nachbarland, für leitende Angestellte der Kirche ist er der „Erlöser“, der „Erretter“ … Und
wohl auch, unausgesprochen, ungewürdigt: Beschützer christlich pädagogischer Betätigungen —
Der für Wiederverchristlichung stehende Magapatriot beweist einmal mehr, gerade wieder in den ersten Tagen des Jahres 2026,
‚Donald Trump, amerikanischer Patriot‘ tut genau das und legt in Bildern und Worten dar, wie Gott durch diesen bemerkenswerten Mann gewirkt hat.“ sorgfältig ausgearbeitet, um die Aufmerksamkeit junger Denker zu fesseln
Zu Organisierten Glauben gehört das Spirituelle, und das verkörpert des christlichen Magapatrioten christlicher Kriegsminister weithin sichtbar, trägt das Zeichen der „Kreuzritter“, eingeritzt in seine Brusthaut, offen zur Mahnung und Drohung,
daß er ständig bereit zum „spirituellen Krieg“ …
Es bedeutet nicht nur Entdemokratisierung, Verhinderung von Demokratie, sondern auch Zerstörung der Demokratie, Errichtung eines autoritären Regimes, es bedeutet Elend, Tod, Leid, massenweises Morden, wie beispielhaft ein weiterer gläubiger Patriot seit etlichen Jahren gesegnet von seiner Kirche …
Nach der feierlichen Vereidigung zur fünften Amtszeit von Präsident Putin am 7. Mai gab es nun ein theologiepolitisch aufschlussreiches liturgisches Nachspiel. In der Mariä-Verkündigungs-Kathedrale hielt Patriarch Kyrill eine Dankandacht ab. Das Oberhaupt der russisch-orthodoxen Kirche würdigte den russischen Präsidenten als von Gott erwählten politischen Führer. Wörtlich sagte er: „Gott helfe Ihnen, den Dienst, den Gott selbst Ihnen anvertraut hat, weiterhin mit Liebe zum Vaterland und mit Mut fortzusetzen.“ Diese theologische Legitimation der politischen Macht fand in einem Segen zeremoniellen Ausdruck. Sie wirft die Frage auf, ob die russisch-orthodoxe Kirche sich als Magd der Politik andient – oder ob sie vielleicht sogar die heimliche Herrin der politischen Agenda ist. Drei Wangenküsse zwischen dem Patriarchen und dem Präsidenten und die Übergabe einer Marien-Ikone an Putin waren das sichtbare Symbol der engen Symbiose von Kirche und Staat.
Das sperrige Motiv des „Katechon“ ist jüngst wieder aufgenommen worden. In einem Strategiepapier der russisch-orthodoxen Kirche kommt es vor, um der neoimperialen Kriegspolitik des Kreml theologische Weihen zu geben. Russland sei ein Bollwerk gegen die westliche Dekadenz. Schon der umstrittene Staatsrechtler Carl Schmitt hatte in der Weimarer Krisenzeit ein Interesse an politischen Ordnungsmächten entwickelt. Der autoritäre Staat könne als „Katechon“ fungieren und das Chaos aufhalten.
Unter Rückgriff auf Schmitt hat der politische Philosoph und neurechte Denker Alexander Dugin, Mitglied des Moskauer Thinktanks „Katehon“, Russland die Rolle des Aufhalters zugeschrieben und die geopolitische Expansion ausdrücklich begrüßt.
In einem Strategiepapier der russisch-orthodoxen Kirche wird das militärische Vorgehen Russlands in der Ukraine als „Heiliger Krieg“ gegen den satanischen Westen eingestuft.
Dem russischen Staat wird die Rolle des „Katechon“ zugeschrieben, der das Kommen des Antichrist aufhalte
Heiliger Krieg. Jan-Heiner Tück. Communio. Politik, Gesellschaft und Ethik, 20.5.2024
Ja, Gott Der Allah ist groß, arbeitssam, ständig eifrig, kein Land ist Gott zu gering, für jedes Land, mag es noch so klein und noch kleiner, das kleinste sein, erwählt Gott eine Führerin, vertraut ihr Gottes Dienst an, und so kam es, daß Gott auch nach Österreich eine sandte, und dies in Österreich verkünden ließ, durch einen Mann, der Gottes Sprache versteht, spricht …
„Ein Segensgebet beten dürfen. Würdet Ihre Eure Hände ausstrecken. Vater, wir danken dir so sehr. Für diesen Mann. Für die Weisheit, die du ihm gegeben hast. Für das Herz, das du ihm gegeben hast für dein Volk. Wir beten und danken, daß Gerechtigkeit in einer Nation eine Nation aufrichtet. Daß Sünde für alle furchtbar ist. Wir beten zu Gott, daß du ihm gerechte Führung gibst, riesige Weisheit und auch viel Schutz. Ist jeder damit einverstanden? Amen.“
Bei solch einem Wunder in Österreich, und es war ein Wunder, wenn auch Österreich einmal ein Führer herabgesandt ward, durfte einer nicht fehlen, der nunmehrige Kardinalsrentner, der sich vielleicht an dieses Wunder, dem er beiwohnen durfte, gar vielleicht von Gott heimlich auserkoren als Apostel des Wunders, mit Rührung und Gottesdankgebeten allenthalben erinnern wird, an dieses Wunder, das Österreich, was für eine Gottes Gnade, traf …
„Ihr seid der Chef – Ich Euer Werkzeug“ …
Darum, und eigentlich wollte nur dies festgehalten werden, ist diese Tageszeitung die Krone des Qualitätsjournalismus, die derart Anregendes zu veröffentlichen weiß, und mögen andere Medien Edelfedern beschäftigen, aber
nur diese Tageszeitung hat Kronenfedern in ihrer Schreibstaffel, mußte am 27. und am 28. Dezember 2025 gedacht werden, beim Lesen des kronengefederten Geschriebenen von Conny Bischofberger und Andreas Mölzer, das wieder so eindrücklich …


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