Es gibt nun in Österreich die große Aufregung um Latein, eine Rettungsaufregung für Latein, sogar Nobelbepreiste finden starke Worte für Latein, aber, was unberücksichtigt bleibt, je weniger Menschen der lateinischen Sprache mächtig, desto weniger können sich etwa durch die Inschrift auf dem Judenplatz in Wien zum Antisemitismus verführen lassen. Das jedoch sei nur nebenher gesagt. Was in dieser bildungsbürgerlichen Lateinrettungsanstrengung zu kurz kommt, überhaupt gar nicht berücksichtigt wird, ist das Positive an dem „Plan Z“ von Christoph Wiederkehr, derzeit österreichischer Bundesminister für Bildung …
Hat es in Österreich je eine Bildungsministerin gegeben, die sich derart stark dafür einsetzte, daß Jugendliche in der Schule endlich lernen, was die „Kosten für Mensch und Umwelt“ sind, wie in diesem Fall: was die „KI Kosten für Mensch und Umwelt“ …
Mit diesem Bildungsminister werden Jugendliche nun endlich über die „KI-Kosten für Mensch und Umwelt“ unterrichtet werden. Christoph Wiederkehr wird in seinen „Plan Z“ vielleicht schon aufgenommen haben, daß beispielsweise die Dokumentation „KI – Kosten für Mensch und Umwelt“ („Weltjournal+“ vom 4. Februar 2026 des öffentlich-rechtlichen Rundfunks von Österreich) in allen Schulen den Jugendlichen zur Auseinandersetzung, zum Hinterfragen gezeigt werden wird, das ist eine Reportage, die auch in der Erwachsenenbildung mehr als berechtigt wäre. Jugendliche und auch Erwachsene könnten bereits aus dieser Sendung sehr viel lernen, und diese Sendung ist nur ein Beispiel aus den vielen für den wiederkehrisch geplanten Unterricht einsetzbaren vorhandenen Materalien zu dem Fall der KI-Kosten für Menschen und Umwelt. Christoph Wiederkehr selbst wird wohl aus diesen bereits sehr viel gelernt haben, wenn er nun darangehen will, die „Mechanismen“, die „Grundlagen“ …
So werden in den Schulen die Jugendlichen bald lernen, was Christoph Wiederkehr bereits wohl gelernt hat, vielleicht auch anhand dieser Sendung „KI – Kosten für Mensch und Umwelt“. Um es etwas konkreter zu veranschaulichen, ein paar Zitate aus dieser Sendung:
Es gibt einen Hype rund um künstliche Intelligenz und ihr Potential, unsere Welt zu verbessern. Statt zu untersuchen, was diese Technologie für unsere Gesellschaft leisten kann, stellen wir in diesem Film die Frage, was eigentlich nötig ist, um sie zu generieren. Zum Beispiel die Milliarden von Daten, die für das Funktionieren der sogenannten künstlichen Intelligenz notwendig sind. Wer erzeugt sie? Wer bereitet sie auf? Und unter welchen Bedingungen? Sind Systeme der künstlichen Intelligenz wirklich künstlich? Oder steckt doch viel harte menschliche Arbeit dahinter? Hinter den Kulissen braucht es tatsächlich Millionen sogenannter Dataworker, also Datenarbeiter, die die KI-Systeme mit Daten versorgen.
„Was ist künstliche Intelligenz? Das ist eine knifflige Frage und auch ein kniffliges Konzept. Allgemein versteht man unter KI intelligente Systeme, die Aufgaben selbständig ohne menschliche Hilfe erledigen sollten. Doch das ist nicht ganz korrekt. Wenn wir über KI und sogenannte intelligente autonome Systeme sprechen, sprechen wir auch über Menschen, die hinter den Kulissen arbeiten. Die meisten Menschen wissen nicht, daß künstliche Intelligenz viel menschliche Arbeit und Ressourcen benötigt, und Energie, um das zu erzielen. Es ist wahrscheinlich Absicht, daß die meisten das nicht wissen, so wird ein bestimmtes Narrativ, ein Mythos um dieses System erschaffen. Ich denke, es ist eine bewußte Entscheidung, die benötigte Arbeit und die Ressourcen vor den Augen der Öffentlichkeit zu verbergen.“
Auch Insassinnen dieses Frauengefängnisses in Finnland gehören zu den Menschen, die KI-Systeme trainieren. Ein Bauunternehmen hat ein KI-Modul entwickelt und sie als Dataworkerin engagiert. Zu ihren Aufgaben gehört es, Feedback zu den Antworten des Systems zu geben. „Ein Text erscheint und wir müssen bestimmen, ob er korrekt ist oder nicht, indem wir auf Ja oder Nein klicken. Dann erklären wir, was sich am Inhalt ändern sollte. Wenn wir anfangen, bekommen wir drei Euro, nach zwei Monaten Arbeit im Gefängnis bekommen wir 4,62 Euro.“ Für einen Tag Arbeit? „Ja.“
Offen über ihre KI-Jobs zu sprechen, birgt Risiken. Während der Dreharbeiten in Kenia hat ein KI-Gigant mit Sitz in Kalifornien viele unserer Interview-Partner unter Druck gesetzt, kein Interview zu geben. Um sie zu schützen, mußten wir neue Datenarbeiter finden, und in einigen Fällen ihre Identitäten anonymisieren. „Unsere wurde gesagt, daß wir nichts von unserer Arbeit in den sozialen Medien veröffenltichen dürfen. Wir dürfen auch unseren Verwandten nichts über unsere Arbeit erzählen. Dort, wo wir arbeiteten, wurden wir völlig abgeschirmt und durften niemanden sehen, der nicht an Projekten beteiligt war. Ich würde sagen, es war sehr abgeschottet, sehr verschwiegen. Die Daten, die wir verarbeitet haben, stammten größtenteils aus dem Internet, andere kamen aus dem dark web, mindestens neunzig Prozent der Daten. Der Prozentsatz der verstörenden Inhalte in den Datensätzen, die von Open AI übermittelt wurden, lag tatsächlich bei fast einhundert Prozent. Die Daten waren tatsächlich sehr verstörend und sehr toxisch.“ In Kenia wurde erst durch Klagen von Betroffenen das volle Ausmaß der Folgen dieser Arbeit bekannt. Im Zug der Gerichtsverfahren wurde öffentlich gemacht, daß bei vielen kenianischen Datenarbeitern schwerwiegende posttraumatische Belastungsstörungen diagnostiziert wurden. Aber warum? Warum beschäftigen die großen Tech-Konzerne Arbeitskräfte in Kenia, um für einen Hungerlohn Inhalte zu prüfen, die fast ausschließlich toxisch sind? Ziel dieser Arbeit ist es, KI-Systeme beizubringen, bestimmte menschliche Verhaltensweisen nicht nachzuahmen, dazu gehören verbale und physische Gewalt, Vergewaltigung, Mord. Um diese Verhaltensmuster zu erkennen, brauchen KI-Modelle Daten, je feiner und präzischer Menschen diese Daten kategorisieren, desto effektiver kann die KI lernen. Daß diese Arbeit vor allem in den Ländern des globalen Südens erledigt wird, bestimmt der Markt. Dort wird die Datenarbeit gemacht, die sonst niemand übernehmen möchte.
„Ich habe entschieden, aus dieser KI-Firma auszusteigen. Die Arbeit hat mich sehr mitgenommen. Ich hatte fast alle meine Team-Mitglieder verloren, an meinem letzten Arbeitstag war aus meinem Team niemand mehr da. Ich war die einzige Person, die zu diesem Zeitpunkt noch gearbeitet hat. Es ging mir nicht gut. Es hat mich psychisch sehr belastet, also habe ich beschlossen, bei dieser KI-Firma zu kündigen. Diese großen Firmen wissen, welche Art von Daten sie uns geben, aber sie ignorieren es, sie wissen, wenn sie uns zwanzig Euro, zwanzig oder zehn Dollar oder wie viel auch immer geben, werden wir die Arbeit annehmen, weil wir keine andere Wahl haben. Wir müssen es tun, weil wir kein Geld haben. Ich denke, sie verstehen und wissen sehr gut, was wir tun und welche Auswirkungen die Inhalte auf uns haben, die sie uns geben. Sie wissen, welche Art von Inhalten wir bekommen, sogar die mächtigen Leute, die Manager wissen es. Ich denke, es ist eine Art Opfer, wir werden geopfert, weil wir ihnen die Software bringen. Aber wir sehen im Fernsehen, daß sie Gewinn machen, es ist ein Milliarden-Dollar-Unternehmen, eine milliardenschwere Software, und was ist mit uns? Was haben wir von dieser Software? Das ist sehr unfair. Wir als Afrikaner werden geopfert, um das zu ermöglichen.“
Die Drecksarbeit hinter den Kulissen der KI wird bewußt in Ländern mit schwachen Arbeitsrechten und wenig Alternativen ausgelagert, um Kosten zu minimieren. Und die schockierenden Arbeitsbedingungen zu verschleiern. Es ist ähnlich wie mit dem Plastikmüll aus westlichen Ländern, der nach Kenia exportiert wird, weil die Entsorgung dort günstig möglich ist.
„Es wird Arbeit nach Kenia gebracht, toxische Arbeit. Große KI-Firmen in den westlichen Ländern werden ihnen sagen, daß sie Supersysteme haben, um Ihnen das Gefühl zu geben, daß KI gut und nicht toxisch ist. Aber ich kann sagen, daß ein Großteil der schmutzigen Arbeit hier in Kenia erledigt wird. Unsere Aufgabe ist es, diese Arbeit möglichst im Verborgenen zu erledigen, damit sie in den westlichen Ländern die Vorteile der KI genießen können. Der Datenmüll, der aus den USA nach Kenia gebracht wird, soll in Kenia gereinigt und sortiert werden. Erst wenn er beschlagwortet und bereit ist für die Verwendung in den USA ist, wird er zurückgebracht.“
„Open AI ist sich bewußt, welche Auswirkung diese Arbeit auf die psychische Gesundheit der Dataworker in Kenia hat. Wir haben die Probleme, mit denen wir zu kämpfen hatten, angesprochen. Es lag an ihnen, die nötigen Maßnahmen zu ergreifen, aber sie haben nichts getan.“
„Die Problematik der Dataworker und der KI-Arbeit in Afrika, nicht nur in Kenia, ist eigentlich eine Fortsetzung der Apartheid oder des Kolonialismus in Afrika. Es ist etwas das zur Rechenschaft gezogen und gestoppt werden muß. Und das eher früher als später.“
Um die Arbeitsbedingungen der Dataworker zu verbessern, wurden mittlerweile erste Gewerkschaften gegründet. „Es wurde uns nicht erlaubt, Teil einer Gewerkschaft zu sein. Die KI-Firma, für die ich gearbeitet habe, sanktionierte jeden Versuch, den jemand machte, einer Gewerkschaft beizutreten. Machte man es trotzdem, wurde man umgehend gekündigt.“
„Es ist nicht legal, Arbeitnehmern zu verbieten, sich gewerkschaftich zu organisieren. Eines der wichtigsten Übereinkommen der internationalen Arbeitsorganisation ist die Freiheit, eine Gewerkschaft zu gründen und im Kollektiv zu verhandeln. Es ist nicht legal, wenn Unternehmen etwas verbieten. Und das beobachten wir nicht nur in Kenia, sondern in vielen anderen Ländern. Arbeitern wird verboten, sich zu organisieren. Zum Teil wurde ihnen nicht gestattet oder sogar verboten, sich über die Art ihrer Aufgaben miteinander auszutauschen. Was versuchen sie zu verbergen? Daß ihre angeblich bahnbrechenden Algorithmen doch nicht so bahnbrechend sind? Oder verstecken sie die Tatsache, daß ihre Technologien auf Ausbeutung basieren? Ich werde jetzt etwas Gewagtes sagen: Ich glaube nicht, daß es einen Weg gibt, neue Technologien zu entwickeln, ohne der Natur und dem Menschen zu schaden. Technologien basieren auf der Ausbeutung von natürlichen Ressourcen und menschlicher Arbeit. So ist es nun mal. Die entscheidende Frage ist, wie viel sind wir bereit, der Erde zu schaden. Wenn man an die Umweltkosten einer einzigen Chatgpt-Anfrage denkt, sollte man sich fragen, ob das wirklich so wichtig war oder hätte man einfach selber denken können.“
Auch die Umwelt zahlt einen hohen Preis, damit KI-Systeme möglich sind. Die Rechenzentren verschlingen gigantische Mengen an Metallen aus den Tiefen der Erde, Kupfer, Gold, Kobalt, Nickel, Lithium, Wolfram, aber auch eine ganze Liste von seltenen Erden.
„Die meisten Menschen verbinden KI nicht mit dem Abbau seltener Erden, da die Infrastruktur der KI im letzten Jahrzehnt unsichtbar gemacht wurde. Ein gutes Beispiel ist die Cloud. Während wir dieses Wolkensymbol auf unserem Laptop sehen, denken wir nicht darüber, daß es eigentlich keine Wolke am Himmel ist, sondern ein Lager mit einer Menge von Servern. Es ist schwer vorstellbar, daß die Cloud einfach ein riesiges Gebäude mit einer Menge von Computern ist. Ich denke, es war Absicht, daß die Infrastruktur, die hinter der künstlichen Intelligenz steckt, zu verbergen. Gäbe es mehr Transparenz in der KI-Lieferkette könnten wir die Umweltauswirkungen dieser Technologie besser berücksichtigen. Wenn wir volle Transparenz darüber haben, wie viele Wasser für den Abbau von Mineralien für die Herstellung von KI-Chips verwendet wird und wie viel Wasser die Stromversorgung der Rechenzentren verbraucht, wüßten wir, wie die KI und ihre Infrastruktur zum Klimawandel beitragen. Dabei geht es nicht nur um Wasser, sondern auch um Strom und Land. Dann könnten wir besser entscheiden, ob wir diese Technologie angesichts der Klimakrise wirklich brauchen. Wird das unsere gesellschaftlichen Probleme im nächsten Jahrzehnt lösen?“
Die großen Unternehmen der KI-Branche denken tatsächlich, daß die künstliche Intelligenz in der Lage sein wird, die Klimakrise und viele andere zukünftige Bedrohungen zu bewältigen. Der Entwicklung dieser Technologie wird alles untergeordnet. Auch die Kosten für Mensch und Umwelt.
„Manchmal muß man ein paar Eier aufschlagen, um ein Omelett zu machen. Das Leid der Menschen im globalen Süden ist schlimm, aber relativ gesehen sind ihre Opfer nur ein Molekül, ein Tropfen im Ozean. Sie sind sehr, sehr unbedeutend, wenn man sie mit den gewaltigen unergründlichen Wohlstand der Zukunft vergleicht. Mit diesem utopischen Aspekt des langfristigen Denkens wird die Ausbeutung der Menschen im globalen Süden moralisch gerechtfertigt. Das ist ein Grund, warum diese sehr langfristig orientierte Ideologie meiner Meinung nach sehr gefährlich ist. TESCREAL steht für eine Gruppe von Ideologien, die in Silicon Valley in den vergangenen zehn Jahren erheblichen Einfluß gewonnen haben. Das T steht für Transhumanismus. Diese Idee besagt, daß wir modernste Technologien einsetzen sollten, um den menschlichen Körper radikal zu verändern, und ein neues menschliches Wesen zu erschaffen, die superintelligent und unsterblich sind und so weiter. Das ist ein zentraler Gedanke des Transhumanismus und des Langfristdenkens oder Longtermismus, also das L in TESCREAL. Es steht für eine Ideologie, die um eine technofuturistische Zukunftsvision herum aufgebaut ist. In dieser Vision kolonisieren wir so viel Zugängliches vom Universum wie möglich. Und erschaffen die größte multigalaktische Zivilisation, die möglich ist.“
„Diese Ideologie hat in Silicon Valley großen Einfluß gewonnen. Elon Musk ist ein begeisterter Anhänger. Er hat gesagt, daß der Longtermismus mit seiner eigenen Philosophie übereinstimmt. Dieser Ansatz hat stark zu dem aktuellen Wettlauf um die Entwicklung von AGI, künstlicher Allgemeinintelligenz, beigetragen. AGI steht für Artificial general intelligence. Man kann AGI so definieren: Es gibt eine Art breite Klasse von künstlicher Intelligenz und AGI ist eine Untergruppe. Künstliche Intelligenz bezieht sich auf jedes künstliches Informationsverarbeitungssystem. Wie beispielsweise ein Taschenrechner. AGI hingegen ist mindestens auf menschlichem Niveau. Und dann gibt es noch eine Untergruppe, die Superintelligenz. Sie wird als ein System definiert, das in jedem kognitiven Bereich menschliche Fähigkeiten erreicht und dabei sogar das Beste übertrifft, das die Menschheit leisten kann. Viele in Silicon Valley, die an AGI arbeiten, wie Open AI, DeepMind, xAI, gegründet von Elon Musik, glauben, daß eine steuerbare küntliche Allgemeinintelligenz uns helfen könnte, eine utopische Zukunft zu gestalten. In dieser Zukunft kolonisieren wir den Weltraum und gestalten den Menschen durch eine fortschrittliche Technologie zu einer postmenschlichen Spezies um. Allerdings könnte eine unkontrollierbare AGI die Menschheit auslöschen. Daher wird AGI als möglicherweise wichtigste Technologie betrachtet, die wir entwickeln können.“
Den Begriff TESCREAL hat Emil P. Torres gemeinsam mit der ehemaligen Google-Mitarbeiterin Timnit Gebru geprägt. Damit wird eine Reihe von Ideologien zusammengefaßt, die die Entwicklung von KI vorantreiben. Das Ziel hinter dieser Ideologien hört sich an wie ein Science-Fiction-Projekt. Technologisch verbesserte unsterbliche Postmenschen sollen das bekannte Universum kolonisieren. Diese postmenschliche Zukunft liegt noch in weiter Ferne, aber die Vertreter der KI-Entwicklung denken in Jahrtausenden. Sie halten ihre Zukunftsvision für so verlockend, daß sie alle Schäden für Mensch und Umwelt rechtfertigt. Die Überzeugung, daß technologischer Fortschritt alle Herausforderungen der Menschheit lösen wird, hält Emil P. Torres für gefährlich.
„Die Technologie wird uns nicht vor den Gefahren retten, die durch vorherige Technologien entstanden sind. Tatsächlich hat das Streben nach künstlicher Intelligenz bereits weltweit Schäden verursacht, wie erhebliche Umweltauswirkungen, die Ausbeutung von Arbeitern im globalen Süden und so weiter. Es gibt keinen Grund zu glauben, daß noch leistungsfähigere Systeme als die derzeitigen KI-Modelle plötzlich alles verbessern und die Menschen von diesen Technologien profitieren, anstatt Schaden zu erleiden. Mehr Technologie bedeutet auch mehr Risiko. Die Vorstellung, daß alle Probleme durch noch fortschrittlichere Technologien gelöst werden, basiert meiner Meinung nach nicht auf historischen Fakten und hat keine Grundlage in der Realität.“
„Das Langfristdenken oder Longtermismus ist eine der einflußreichsten Ideologien unserer Zeit, von denen die meisten Menschen noch nichts gehört haben. Der Ansatz vertritt eine elitäre Zukunftsvision. Und der Drang, diese Vision zu verwirklichen, ist ein zutiefst antidemokratisch. Diese Sichtweise beeinflußt die Handlungen und die Entscheidungen der Menschen in Silicon Valley. Diese Entscheidungen gestalten nicht nur unsere aktuelle Welt, sondern auch die Zukunft unserer Kinder und wahrscheinlich unserer Enkelkinder. Das ist mein Argument, warum es so wichtig ist, dieses Thema zu verstehen.“
„Für den Technologiesektor war die Wiederwahl von Donald Trump ein echter Segen. Elon Musk ist schon im Wahlkampf mit ihm aufgetreten und hat Millionen von Dollar investiert. Wir können davon ausgehen, daß der Technologiesektor von dieser Regierung immens profitieren wird. Ich glaube, wir haben noch ein einzelnes Unternehmen oder eine Gruppe von Unternehmen mit so viel Macht, Geld und Einfluß gesehen wie heute mit den Tech-Unternehmen. Gibt es Wege, das besser zu machen? Ja, sehr einfach. Diese Unternehmen haben genügend Mittel, um ihre Mitarbeiter fair zu bezahlen, sie tun es aber nicht und glauben, damit durchzukommen, weil die Menschen nicht genug informiert sind, um zu verstehen, was wirklich passiert. Angesichts der menschlichen Kosten müssen wir uns fragen, ist das Leid der Arbeiter für ein vermeintlich größeres Wohl der Menschheit gerechtfertigt? Ich würde die Arbeiter selbst fragen.“
„Manchmal denke ich, die Welt ist ungerecht. Die am meisten arbeiten, verdienen am wenigsten. Daran kann man wohl nichts ändern. Man muß einfach weiterarbeiten, jeden Tag aufstehen und arbeiten, das ist alles. Es erfordert viel Energie, harte Arbeit und Opfer. Das kommt nicht von allein.“
Nach diesem Einblick hinter die Kulissen der künstlichen Intelligenz kehren wir zu den Aussagen der großen Tech-Bosse zu Beginn des Films zurück. Haben wir ihre Worte immer noch die gleiche Wirkung?
„Es ist tatsächlich ein Kontinent mit Hundertmilliarden kostenlosen Arbeitskräften entdeckt, für uns.“ Nat Friedman, KI-Labor Meta Superintelligence Labs
„Es ist nicht trivial. KI hat das Potential, unsere Zivilisation zu zerstören. Aber es würde nicht wie in dem Film Terminator ablaufen, weil die Intelligenz in Rechenzentren sitzt, Roboter sind nur Mittel zum Zweck. Elon Musk
„Einige Roboter werden Arbeitsplätze zerstören, einige Roboter werden Menschen töten, doch insgesamt halte ich den Trend für unglaublich positiv.“ Sam Altman, Ceo von Open AI
Diese Unternehmen propagieren eine unglaublich positive Zukunftsvision für die Menschheit dank künstlicher Intelligenz. Doch dieses technologische Paradies basiert auf Leid und Ausbeutung. Alles dreht sich um Optimierung. Optimierung von Prozessen, Optimierung von Dividenden, Ressourcen und die Optimierung von Menschen. Nach den ausgebeuteten Arbeitern im globalen Süden, nach den ausgetrockneten Flüssen, der aufgeheizten Atmosphäre stellt sich die Frage, wer werden die nächsten Opfer im Namen der künstlichen Intelligenz sein.
Das, was oben beispielhaft aus vorhandenen Materialien über KI zitiert wurde, wird wohl nicht auf dem wiederkehrischen Lehrplan zu finden sein, so kann die Ansicht, Christoph Wiederkehr sei ein Kollaborateur der Aufklärung wieder verworfen werden, ihn einen Kollaborateur der string puller behind AI zu nennen, käme wohl einer Überbewertung seiner Bedeutung in diesem Fall gleich, er ist wohl, einfach wie kurz gesagt, eine kostenlose Arbeitskraft, wie Nat Friedman sie nennt, die „für uns“ kostenlos arbeitet, also für Friedman und für alle anderen bros dieser kolonialistischen Branche. Es sind noch nicht „Hundertmilliarden kostenlose Arbeitskräfte“, aber wenn bedacht wird, wie viele, wie viele, gar viele kostenlos für KI werbend arbeiten, sind es weltweit wohl doch schon Millionen von Menschen, die kostenlos das Geschäft durch positive, allzu positive Darstellungen der KI der techbros betreiben, und Christoph Wiederkehr ist eben eine der kostenlosen Arbeitskräfte, freiwillig und unentlohnt freudig tätig im KI-Heer der broligarchs zum unerschöpflichen Füllen von deren Kassen, das menschgemäß kein demokratisches Heer ist, weil Heer und Demokratie einander ausschließen.
Christoph Wiederkehr kann stolz auf seine Freiwilligenarbeit für die Strippenzieherinnen hinter der KI sein, er füllt nicht nur mit seinem bescheidenen Beitrag ihre Taschen, sondern leistet auch seinen unentlohnten Teil zur Ausdehnung ihrer Macht, denn Geld allein reicht ihnen bei weitem nicht, sie träumen von einer staatenlosen Welt, in der ihr Wort Recht, Rechtsstaatlichkeit ausgelöscht ist, alle Menschen ihrer Willkür unterworfen sind, stimmlos und rechtlos wie ihre robots and apps.
Christoph Wiederkehr kann nicht stolz auf seine unentlohnte Freiwiligenarbeit sein, denn er weiß nicht, daß er diese Arbeit leistet, oder, er ist überzeugt davon, eine ganz andere Arbeit zu leisten, Arbeit etwa für Demokratie, Bildung, während er im Fall KI tatsächlich seine kostenlose Arbeitskraft zur Verfügung stellt, in den Dienst von boy gangsters, die ihn mit höchster Wahrscheinlichkeit gar nicht kennen und soher gar nicht zu schätzen wissen werden, was er für sie und ihre KI-Ideologie in Österreich leistet, für sie wird er, einfach wie kurz gesagt, einer der vielen, vielen, vielen namenlosen und ihnen unbekannten menschlichen Arbeitskräfte sein, die ihnen nicht einmal einen Cent kosten, die sie nicht einmal anheuern müssen, denn diese vielen, vielen unentlohnten namenlosen menschlichen Arbeitskräfte heuern sich selbst an, ungefragt, lechzen danach, für die boy bros laufen zu dürfen, um deren Macht- und Geldmaschine KI in der Gesellschaft breitest zu implementieren, für diese kostenlosen Arbeitskräfte brauchen die cons nicht einmal Nummern zu vergeben, nicht einmal als Nummern sind die kostenlosen Arbeitskräfte den tech cons bekannt, und die kostenlosen Arbeitskräfte selbst meinen dabei, keine Nummern zu sein, sondern Menschen mit Namen und gar bedeutenden Aufgaben, wie sie beispielsweise eine Bildungsministerin zu erfüllen hätte, wenn sie nicht gerade ihre ganze Arbeitskraft zum Wohle der KI, genauer, zum Macht- und Geldwohl der string puller …
Jedes Wort, das Christoph Wiederkehr für sich am 3. Februar 2026 in der Tageszeitung „Der Standard“ veröffentlichen ließ, würden die string puller, würde es ihnen je vorgelesen werden, gerührt sich anhören und vorbehaltlos unterschreiben, sähen es ebenso und säten es zur KI-Preisung selbst ebenso aus, sehen sie sich doch selbst ebenso als Humanistinnen wie sich Christoph Wiederkehr als „Humanist“ sieht …
Warum weniger Latein im Gymnasium mehr Humanismus bedeutet
Der Vorschlag, die Lateinstunden im Gymnasium zu reduzieren, um Platz für Informatik, künstliche Intelligenz, Demokratie- und Medienbildung zu machen, hat zu viel Diskussion geführt. Kritisiert wurde dieser Vorschlag insbesondere von Personen, die Sorge um die humanistische Bildung haben. Doch als Humanist, der selbst eine humanistische Bildung genießen durfte, bin ich der festen Überzeugung, dass genau diese Änderungen notwendig sind, um den Humanismus zu retten.
Humanistische Bildung wird in Österreich leider häufig verkürzt mit einer starken Fixierung auf Latein im Gymnasium gleichgesetzt. Im Mittelpunkt des Humanismus steht allerdings die Idee der Humanitas – also die Bildung des Menschen zu einem freien, selbstbestimmten Individuum, das in der Lage ist, seine Welt zu verstehen und vernunftgeleitet zu gestalten. Heutzutage sind die Anforderungen, dieses Ideal zu erfüllen, andere als bei der Gründung des Gymnasiums in seiner jetzigen Form vor über 170 Jahren. Wir müssen die humanistische Bildung und damit auch das Gymnasium an die Anforderungen unserer Zeit anpassen, denn: Tempora mutantur, nos et mutamur in illis – die Zeiten ändern sich, und wir uns in ihnen.
Ein wichtiger Pfeiler humanistischer Bildung ist die Kritikfähigkeit. Früher lernte man vor allem an lateinischen Texten, den eigenen Geist zu schulen. Das ist aus meiner Sicht noch immer wertvoll, aber längst nicht mehr ausreichend. Heute findet der Kampf um die Wahrheit nämlich im digitalen Raum statt. Medienbildung und Informatik-Kompetenz sind daher die logische Fortsetzung der klassischen Philologie. Angesichts von Desinformation, Filterblasen und KI-generierten Inhalten ist die Fähigkeit, Quellen zu prüfen und Informationen einzuordnen, die wichtigste Voraussetzung für eine freie Meinungsbildung. Wer Medienkompetenz lehrt, schützt die Würde des Individuums im 21. Jahrhundert.
Antike Ideale
Zudem ist der Humanismus untrennbar mit der Idee des Bürgers verbunden, der Verantwortung für das Gemeinwesen übernimmt. Die antiken Ideale von Rhetorik und politischer Partizipation sind bis heute aktuell. Doch angesichts globaler Krisen und populistischer Tendenzen reicht es nicht mehr aus, über die römische Republik zu lesen; man muss die Mechanismen der eigenen Demokratie verstehen und praktizieren. Demokratiebildung befähigt zum Diskurs und zur aktiven Rolle in einer Gesellschaft, deren Zusammenhalt fragil geworden ist.
Die Feinde der Freiheit und des Humanismus kommen nicht nur von außen, sie sind vermehrt mitten unter uns. Wir müssen auf der Hut sein, um unsere humanistische Lebensweise zu verteidigen. Die Anpassung der Lehrpläne im Gymnasium ist ein Beitrag zu dieser kulturellen Selbstverteidigung. Wenn wir den Humanismus stärken wollen, müssen wir ihn an die Fragen der Gegenwart heranführen und die Jugendlichen in der Schule auf ein Leben in einer immer komplexeren und unsicheren Welt vorbereiten.
Isabelle Daniel, das Interview mit der politischen Chefredakteurin. Künstliche Intelligenz statt Latein, das ist unter anderem der Plan Z von Bildungsminister Christoph Wiederkehr und warum die NEOS gar nicht erfreut waren über den, wie Sie es nennen, unabgesprochenen Plan von Andreas Babler, dem roten Vizekanzler, ein Social-Media-Verbot für unter 14-Jährige zu machen. Überhaupt die Stimmung so in der Koalition ist. Das möchte ich jetzt den Neosbildungsminister Christoph Wiederkehr fragen. Schönen guten Abend.
Christoph Wiederkehr: Schönen guten Abend.
Äh fangen wir damit an. Ich glaube, es gibt wenige Schüler, die wahrscheinlich jetzt bittere Tränen weinen, weil sie nicht mehr Latein lernen müssen, sondern stattdessen äh künstliche Intelligenz. Aber was heißt das konkret eigentlich? Wie lernt man künstliche Intelligenz?
Es geht hier um eine größere Veränderung, die notwendig ist, weil sich unsere Gesellschaft auch rasant verändert hat. Der Plan ist, neue Themen, die in der Gesellschaft wichtig sind, mehr in die Schule zu bringen, damit die Jugendlichen noch gut auf das Leben vorbereitet sind. Das konkret mehr Medienbildung, das ist Demokratiebildung und das ist mehr Informatik. Informatik soll eine Stunde dazu gewinnen, um dort auch die Themen der künstlichen Intelligenz mehr hineinzubringen. Da geht’s um den kritischen Umgang, da geht’s darum, auch die Grundlagen der künstlichen Intelligenz zu verstehen, um so diese auch besser anwenden und kritisch hinterfragen zu können.
Das stimmt. Und drum ist es auch nicht mehr sinnvoll, eine Programmiersprache zu lernen. Noch vor 5 Jahren hätte man gesagt, Programmiersprachen lernen ist sinnvoll, braucht man mittlerweile nicht mehr, aber die Grundzusammenhänge. Und wir leben in einer informatischen Gesellschaft, das Internet ist überall. Die künstliche Intelligenz wird noch viel wichtiger auch im Berufsleben und es ist wichtig, daß die Jugendlichen qualifiziert lernen, damit umzugehen und auch die Mechanismen der Informatik verstehen, weil nur das, was man versteht, kann man auch hinterfragen und dann anwenden.
Ja, das ist ein guter Punkt. Sie sprechen jetzt auch quasi die kritischen Punkte vielleicht der KI ein bißchen an und die Medienkompetenz, die man aber auch in dem Bereich an Schüler weitergeben muß Jetzt sehe ich das fast tagtäglich, daß selbst Erwachsene sich sehr schwer tun mittlerweile auf Instagram oder TikTok oder ich weiß nicht wo, äh den Unterschied zwischen KI generierten Content und echten Content zu erkennen und wir wissen, daß die KI rasante Fortschritte machen wird. Wie wollen Sie das denn in den Schülern äh in den Schulen wirklich kompetent rüberbringen? Weil sind Sie sicher, dass die Lehrer Experten sind?
Sie sprechen einen sehr wichtigen Punkt an. Es wird immer schwieriger auch wahr von falsch zu unterscheiden. Geht mir manchmal so auf manchen Social-Media-Plattformen, wo nicht gekennzeichnet ist, daß es KI generiert ist und es unglaublich gefährlich ist für unsere Demokratie und deshalb müssen wir genau diesen kritischen Umgang mit Medien, mit Social Media beispielsweise, mit der KI in der Schule viel mehr etablieren.
Sind jetzt schon alle Lehrpersonen dafür super geschult? Sicher nicht, weil sich auch alles so schnell verändert. Es gibt aber eine große Bereitschaft auch des Lehrpersonals sich hier vorzubilden, weiterzubilden und es geht auch um einen gemeinsamen Austausch in der Klasse. Man kann sich z. B. Interviewsendung, man kann sich unsere Sendung anschauen und kritisch hinterfragen, wie wurden die Fragen gestellt, wie hat der Politiker geantwortet. Das soll auch in der Schule vorkommen und dafür werden wir in Zukunft ein Raum schaffen.
Mhm. Äh jetzt haben Sie ja haben wir schon über die Social Media geredet und wie heikel das ist. Jetzt ist in Frankreich ein Gesetz beschlossen worden schon, also und da gibt es nicht einmal eine Regierungsmehrheit für den Präsidenten Emmanuel Macron, äh ein Social Media Verbot unter 15. Das ist auch das, was schon Australien gemacht hat, sehr viele andere andenken. Jetzt ist der Medienminister, sagen wir mal so, und der rote Vizekanzler rausgegangen vor wenigen Tagen und hat gesagt, er bereitet jetzt auch einen Gesetzesentwurf für ein Socia-Media-Verbot für unter 14-Jährige vor. Das ist auch etwas, das zu Digitalisierungsminister Alexander Pröll z. B. Interviews bei mir wiederholt gesagt hat, ähm sie scheinen davon mäßig erfreut zu sein, auch weil es nicht abgesprochen war. Was heißt das?
Es gibt die gleiche Problemanalyse, nämlich daß wir bei unter 14-Jährigen zu wenig Kinderschutz im Netz haben. Da sehen Kinder auf Social Media brutalste Kriegsverbrechen oder pornografischen Inhalt. Vor dem müssen wir Kinder schützen. So oder extremistischen auch das ja massiv. Extremistische Influencer sind ganz stark und es gibt einen Jugendschutz im öffentlichen Raum, nämlich wie lange dürfen Kinder ausgehen und sowas braucht man auch im digitalen Raum.


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