FPÖ fordert Geld, Unterlassungs- und Verpflichtungserklärung gegen ein Werk der Literatur – Ein letzter Epilog

Es wurde gedacht, es muß kein Epilog mehr geschrieben werden, es wurde gedacht, die Trilogie der Schmutzromane hat mit dem Epilog über die Werbenden für Hooton und Hellstorm auf einer österreichischen Website eines Mannes, der einmal nicht unwichtige österreichische Zeitungen leitete, endlich ihren endgültigen Schluß gefunden, weil auch Romane der Gegenwart ihr Ende zu finden haben, aber

Großzügigkeit mit Großzügigkeit

vor allem deshalb, weil es, wurde mehr und mehr gedacht, ein Fortschreiben nur noch bloße Wiederholungen wären, es nicht mehr zu erwarten ist, daß die österreichische Gegenwart ein Fortschreiben dieser Trilogie rechtfertigte, die österreichische Gegenwart mit diesen Tausenden von Seiten also erschöpfend dargestellt ist, die den diese Romane der österreichischen Gegenwart schreibenden Menschen gänzlich erschöpft haben.

Aber, weit gefehlt, falsch gedacht, ein weiteres Mal von den Figuren zum Weitermachen …

Ein Roman ist nicht dann zu Ende, auch wenn Epiloge schon geschrieben sind, wenn der den Roman schreibende Mensch meint, er ist zu Ende, sondern ein Roman ist, wie bitter festgestellt werden muß, erst an seinem tatsächlichen und wirklichen Ende angekommen, wenn die Figuren des Romans beschließen, es ist zu Ende, wenn die Figuren schweigen, es ist zu Ende, wenn die Figuren nicht mehr handeln, zu Ende, wenn sie nicht einmal mehr schweigen …

Um den Epilog nicht zu lange geraten zu lassen, ist auf Roman en carte postale zu verweisen, in dem die Poetik dieser Trilogie …

Und soher muß noch ein Epilog geschrieben werden, in dem die FPÖ die Hauptfigur gibt, die von dem diesen Roman schreibenden Menschen nicht nur Geld will, sondern auch eine Unterlassungs- und Verpflichtungserklärung. Von einem FPÖ-NR, nämlich von Gerhard Deimek, durfte in diesem Jahr erfahren werden, daß er für österreichische Literatur kein Geld ausgeben will, und jetzt darf erfahren werden, daß die FPÖ von einem Menschen, der literarisch tätig ist, Geld haben will.

Widerrechtliches Verwenden durch die FPÖ

Widerrechtliches Verwenden durch die FPÖ für parlamentarische Anfrage und Kommentar der FPÖ unzensuriert.

Die FPÖ will also ausgerechnet von dem literarisch tätigen Menschen Geld und eine Unterlassungs- und Verpflichtungserklärung, von dem sie nicht nur ungefragt ein Bild verwendete, sondern von dem sie auch eine Passage aus seinem Roman verwendete, ihrer Gesinnung gemäß ungefragt verwendete, um aus dieser eine ihre parlamentarische Anfrage zu basteln, ohne den geringsten Hinweis darauf, wessen Bild und wessen Text sie ohne Einholung der entsprechenden Erlaubnis verwendete, wie hier nachgelesen werden kann:

Nicht genehmigte Verwendung von Bild und Text durch FPÖ für ihre parlamentarische Anfrage

Nicht genehmigte Verwendung durch FPÖ unzensuriert

Während also die FPÖ das Foto ausschließlich aus parteipolitischen Gründen ungefragt verwendete, will die FPÖ nun Geld, Unterlassungs- und Verpflichtungserklärung haben, weil mit aus dem Internet zu beziehenden Materialien für ein literarisches Werk eine Collage geschaffen wurde, die soher wesentlich dazu beiträgt zu den künstlerischen Intentionen dieses Werks in seinen vielfältigen Ausdrucksformen, die nicht allein auf das Wort beschränkt sind.

Konkret ist es die FPÖ Linz, die mit ihrem Schreiben vom 9. Oktober 2015 Einlaß in diesen Roman begehrt, einen Epilog erzwingt, ohne aber zu wissen, daß sie in einem Roman auftreten will, genauer, die Trilogie der Schmutzromane um einen Epilog verlängern will, aber Figuren eines Romans wissen wenig, oft nicht einmal, wo sie sich befinden, und so geht es auch der FPÖ Linz:

„Sie haben auf Ihrem WordPress-Blog den Beitrag https://pronoever.wordpress.com/koennen-sie-wirklich-wollen-wofuer-die-fpoe-steht-und-sie-will-einen-volkskerker/ und darin auch ein Lichtbildwerk veröffentlicht, dessen Verwertungsrecht bei uns und dessen Urheberrecht bei unserem Fotografen liegt. Wir bieten an, dass Sie zur Vermeidung rechtlicher Schritte sofort (aber längstens binnen 10 Tagen) 1. das Bild vollständig und unwiderruflich entfernen, 2. pauschale mit der widerrechtlichen Nutzung und unserem Aufwand verbundene Kosten in Höhe von € 150,- auf unsere Bankverbindung […] zur Anweisung bringen und 3. uns beiliegende Unterlassungserklärung im Original unterfertigt übermitteln.“

Christian Deutinger FPÖ Büroleiter und GemeinderatAber nur „€ 150,-“ und nur eine „Unterlassungs- und Verpflichtungserklärung“ sind zu wenig. Deshalb sandte am gleichen Tag mit gleichem Postaufgabestempel der Fotograf das wortidente und satzspiegelidente Schreiben mit dem einzigen Unterschied: seines ist in der ersten Person Einzahl gehalten. Der Fotograf will sein Bild, das Detlev Wimmer mit der österreichischen Fahne im Hintergrund, also sofort in der Collage erkannt haben. Übrigens der Name des Mannes, der nun als Fotograf ebenfalls „€ 150,-“ und eine „Unterlassungs- und Verpflichtungserklärung fordert, ist Christian Deutinger, FPÖ, Linz, Büroleiter und „zukünftiger Gemeinderat“ in Kematen …

Kuverts FPÖ - DeutingerEs gab bisher gerade in den Epilogen wenig zum Lachen, aber mit diesem FPÖ-Deutinger-Epilog kommt am Ende doch noch ein wenig Heiteres … Als ob Christian Deutinger nichts mit der FPÖ zu tun hätte, schreibt er handschriftlich auf ein neutrales Kuvert seinen kematischen Absender …

300,00 Euro und zwei Unterlassungs- und Verpflichtungserklärungen möchte die linzerische FPÖ mit ihrem Fotografen also, faßt die Rechtsanwältin es auf den Punkt gebracht zusammen und stellt die Frage, weshalb nicht ebenso großzügig wie die FPÖ sein? Der FPÖ unzensuriert für das unerlaubte Verwenden 150,00 Euro in Rechnung stellen und eine Unterlassungs- und Verpflichtungserklärung unterschreiben lassen und auch die Löschung verlangen. Der FPÖ für das unerlaubte Verwenden von Bild und Text für ihre parlamentarische Anfrage 150,00 Euro in Rechnung stellen, eine Unterlassungs- und Verpflichtungserklärung unterschreiben lassen, und das sofortige Löschen ihrer parlamentarischen Anfrage verlangen … Es könnte auch, da der freiheitliche Entschließungsantrag im Parlament ursächlich damit zusammenhängt, auch eine Aufwandsentschädigung für die fortgesetzte Nutzung des widerrechtlich Verwendeten in Rechnung gestellt werden … Überlegenswert wäre auch das Verlangen einer neuerlichen Presseaussendung durch die FPÖ, mit der klargestellt wird, aus welche Quelle sie ihre Presseaussendung … Es wird menschgemäß darauf ankommen, wie großzügig weiter sich die FPÖ und ihr Fotograf zeigen, ist die Antwort, die der Juristin im Augenblick gegeben werden kann, ohne ihren Vorschlag bereits in der Sekunde gänzlich ablehnen zu können.

Ganz ohne Großzügigkeit kann aber heute, am 17. Oktober 2015, eines doch schon gemacht werden, der FPÖ und ihrem Fotografen dafür zu danken, daß an der Collage, für die sie nun Geld und Erklärungen haben wollen, weitergearbeitet werden konnte, für deren künstlerischen Beitrag darf gedankt werden, der Collage ihre endgültige Fassung zu geben, jetzt also erst mit der Collage einigermaßen zufrieden sein zu können, wenn auch noch nicht gänzlich. Damit hat dieser Epilog, wie gelesen und gesehen werden kann, zweifellos gewonnen. Die Zufriedenheit darüber aber überwiegt, erstmals ein neues künstlerisches Verfahren angewandt haben zu können, nämlich die des Überklebens. Bisher wurden Collagen mit dem üblichen Verfahren des Klebens geschaffen, und nun konnte erstmals das künstlerische Verfahren des Überklebens einer geklebten Collage angewandt werden.

Abschließend kann gesagt werden – das ist aber nicht als Unterlassungs- und Verpflichtungserklärung im eigentlichen Sinn zu verstehen -, das Aufsetzen der Erklärungen durch die FPÖ und ihren Fotografen war eine recht reine Fleißaufgabe, denn Sie können davon ausgehen, es wird, nicht nur weil dies, so wird gehofft, der letzte Epilog in diesem Roman gewesen sein, sondern es nicht zu erwarten ist, daß die linzerische FPÖ mit ihrem Fotografen im besonderen je noch Entscheidendes und für einen Roman der Gegenwart Relevantes liefern wird können, das das Schaffen einer Collage rechtfertigen könnte.

ÖVP - Militärfahrzeug FPÖNS Sollten Sie sich jetzt fragen, wie hat denn nun das Militärfahrzeug ausgesehen, mit dem die FPÖ in den oberösterreichischen Wahlkampf fuhr, so darf auf die Webseite der ÖVP verwiesen werden, auf der das Militärfahrzeug seit dem 2. September 2015 abgebildet zu finden ist. Da diese militaristische Wahlwerbung aber recht starke Verbreitung fand, wird es Ihnen ohnehin bekannt sein. Dennoch. Vor allem aber deshalb, weil die ÖVP mit ihrem Landeshauptmann Pühringer – vor gerade einmal einen Monat noch nicht auf ihrem und seinem Weg zu einer Koalition mit der FPÖ war – unmißverständliche Worte fand, die in diesen Epilog unbedingt gehören, so daß gesagt werden kann, nicht die FPÖ mit ihrem Fotografen erzwingen einen letzten Epilog, sondern die christschwarze Partei in Oberösterreich, die mit einer Partei eine Regierung bilden will, mit einer Partei, die auch meint, noch viel zu wenig steuergeldliche Förderungen zu bekommen, wohl auch meint, daß in Österreich Kunstschaffende viel zu wenig Steuergeld noch abführen müssen, so muß es dieser Partei gesinnungsgemäß rechtens wohl erscheinen, einem kunstschaffenden Menschen zusätzlich Geld abzuverlangen, aber auch dabei wie stets recht bescheiden zu bleiben, dreihundert Euro ist ja nicht viel, bloß die ganze Miete …

„In der ersten TV-Konfrontation der Spitzenkandidaten am Mittwoch, den 2. September, konfrontierte Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer seinen Kontrahenten FP-Chef Manfred Haimbuchner mit einschlägigen Fotos des aktuellen FPÖ-Wahlkampfes. Ein Bild zeigt ein Wahlkampffahrzeug der FPÖ, ein Militärfahrzeug: ‚Es kann nicht sein, dass im Jahr 2015, 60 Jahre nach Unterzeichnung des Staatsvertrages, 70 Jahre nach Ende des 2. Weltkrieges, eine politische Partei mit Militärfahrzeugen in den Wahlkampf zieht‘, so OÖVP-Landesgeschäftsführer Dr. Wolfgang Hattmannsdorfer. Das zweite Foto zeigt einen Teilnehmer der Wahlkampfauftakt-Veranstaltung in Wels mit einem T-Shirt mit dem Aufdruck ‚Vizeweltmeister 1945‘ und einem Reichsadler darunter. ‚Wie auch schon Landeshauptmann Pühringer gestern gesagt hat, erwarten wir uns von der FPÖ eine klare Distanzierung von solchen Aussagen und Aktionen. Solche Bilder haben in Oberösterreich nichts verloren‘, unterstreicht OÖVP-Landesgeschäftsführer Dr. Wolfgang Hattmannsdorfer die  Forderung von Landeshauptmann Josef Pühringer, die Verhetzung und Verunsicherung der Bevölkerung zu unterlassen.“

Trilogie der Schmutzromane mit Epilogen und Appendix