Können Sie wirklich noch wählen wollen, wofür die FPÖ steht und was sie will?

Es darf nicht weiter interessieren, was die FPÖ will; denn ihr Wille ist der Wille zum Unbrauchbaren. Was jedoch zu interessieren hat, sind Ideen, Vorschläge und Konzepte für Verbesserungen für die Menschen in diesem Land. Also alles das, was die FPÖ nicht zu bieten hat, allein schon aufgrund ihrer Gesinnung je nicht bieten kann.

Um aber zu diesen Ideen, Vorschlägen und Konzepten zu kommen und, wichtiger noch, nach diesen zu handeln und diese umzusetzen, sind Sie als Wähler und Wählerin gefordert, durch Ihre Stimme das auch zu ermöglichen. Eine Stimme für die FPÖ ist eine Stimme für das Verhindern von all dem und in keiner Weise das Schaffen von notwendigen Voraussetzungen für lebensverbessernde Veränderungen.

Möglicherweise wollen Sie es durch Ihr Wahlverhalten sogar verhindern. Oder es ist Ihnen noch nicht klar geworden, wofür die FPÖ steht und was die FPÖ will. Wenn dem so ist, dann ist es hoch an der Zeit, daß es Ihnen vor allem als Wähler und Ihnen als Wählerin endlich klar wird, was Sie wirklich wollen und vor allem, ob Sie das tatsächlich können wollen, wofür die FPÖ steht und was die FPÖ will.

Sie könnten sagen, das ist bloßes Gerede. Aber das Gerede ist stets der Anfang, wie die Geschichte es eindrücklich zeigt. Sie könnten auch sagen, nicht jedes Versprechen wird dann auch umgesetzt. Das wäre mit Blick auf die FPÖ beinahe eine Beruhigung. Kaum wird von einem freiheitlichen Funktionär oder einer freiheitlichen Funktionärin, also von He.-Chr. Strache aufwärts, etwas versprochen, wird es auch schon gebrochen. Erinnern Sie sich an das Sommergespräch vom 17. August 2015, in dem der zurzeitige freiheitliche Obmann verneinte, Grenzzäune errichten zu wollen. Ein Versprechen (großzügig gerechnet), das gerade einmal zwei Wochen hielt. Aber dieses gebrochene Versprechen wurde nicht durch einen konstruktiven Vorschlag ersetzt, weil ihm und seiner Partei eine bessere und also für Menschen gute Lösung eingefallen wäre. Das schon nach zwei Wochen gebrochene Versprechen wurde schlicht und einfach von einem schlimmeren Versprechen abgelöst: Stacheldrahtzäune – wird der zurzeitige freiheitliche Obmann von den Oberösterreichischen Nachrichten am 30. August 2015 zitiert – seien auch in Österreich …

An den österreichischen Grenzen also Stacheldrahtzäune hochzuziehen, ist das aktuelle und schlimme Versprechen. Es wird, davon darf ausgegangen werden, dieses Versprechen nicht lange halten. Bange darf aber wie immer bei der FPÖ gefragt werden, für welch ein noch schlimmeres Versprechen wird dann dieses Versprechen gebrochen werden.

Österreichs Grenzen mit hochgezogenen Stacheldrahtzäunen. Sie werden vielleicht sagen, diese sollen ja bloß gegen das Außen … Aber Zäune schließen auch ein, schließen Sie ein. Sollte es Ihnen eines Tages, aus welchen Gründen auch immer, nicht mehr möglich sein, auf legalem Wege Österreich verlassen zu können, aber Sie keine andere Wahl haben, als Österreich verlassen zu müssen, dann rennen Sie gegen den Stacheldrahtzaun an, sind Sie eingeschlossen, in Österreich eingeschlossen, in einem zum Kerker gewordenen Österreich.

Das bedeuten Stacheldrahtzäune auch, wie die Geschichte als Zeugin aussagen kann, nämlich Kerkerzäune für Sie zu sein, ein ganzes Land als Kerker für alle Menschen dieses Staates, oder um eine recht bemühte Phrase der Freiheitlichen ausnahmsweise zu verwenden: ein Kerker für das eigene Volk, ein Volkskerker.

Lebt es sich angenehm in einem Volkskerker?

Zunächst einmal durchaus, selbstverständlich ist von Beginn an nicht für alle ein angenehmes Leben vorgesehen, aber für jene, die sorglos, unbekümmert die Wirklichkeit still für sich zurechtbiegen und sich den Verhältnissen ergeben anpassen, und vor allem für all jene, die sich eifrig andienen – kurz und schlecht: für alle Mitläufer und Mitläuferinnen, die viel dazu tun und wissen, sie müssen vieles tun, um als hundertprozentige …

Wie lange lebt es sich angenehm in einem Volkskerker?

Nicht sehr lange. Auch davon berichtet bereits die Geschichte ausführlich. Und am Ende, im Untergang trifft es letztendlich alle. Hypogut ist Aufstieg und Fall solcher Parteien aus der Geschichte nur allzu bekannt.

Und wie geht es in einem solchen Volkskerker zu?

Oh, es ist zu viel, um das alles hier aufzuzählen, wieder anzuführen, was jetzt noch als Gerede gehandelt wird. Dafür kann Ihnen auch empfohlen werden, ein wenig zu lesen in Stets bäuchlings, geschrieben in Österreich. Es reicht aber im Grunde dafür schon aus, um eine Vorstellung zu bekommen, wie das Leben in einem Volkskerker sein könnte, die 

Epiloge
Bereits beim Überfliegen des Inhaltverzeichnisses könnte es bereits dazu kommen, daß Sie Ihre Antwort auf Ihre selbst gestellte Frage haben wollen, ob Sie denn tatsächlich eine derartige Partei je noch wählen können wollen. Wenn von “Steinbrüchen”, von “Arbeitslagern”, von “totalem Krieg”, von grauslichsten Unterstellungen und Diffamierungen, von „Gesetzesbrecherin belangen“, und “richtig bewaffnen und richtig wählen” und „seits schon bewaffnet“, vom “Wiederbeleben des Faschismus” und so weiter und so fort. Und wie die hohen und höchsten, also von He.-Chr. Strache aufwärts, freiheitlichen Funktionären und Mandatarinnen darauf …

Prono ever written in Austria Epilogues - BKdazu lesen.

Sie könnten jetzt vielleicht sagen, es gibt doch ehrbare Bürgerinnen, die die FPÖ für wählbar halten, die jetzt erst recht zur FPÖ stehen, sich ihr als Kandidatinnen … Das ist wohl wahr, daß es sie gibt, die eifrigen Bürger und Bürgerinnen, die für das eigene Fortkommen immer genau wissen, wann es Zeit ist, sich umzuschauen für das eigene angenehme Leben. Und sie wissen genau, es ist immer günstig, schon davor oder spätestens kurz davor, sich einer Partei zu verschreiben, der eine große Zukunft vorausgesagt wird. Und solche Parteien, wieder mit Hinweis auf die Geschichte, brauchen wie der Pfarrer den Messwein solche der Parteigesinnung unverdächtige Bürgerinnen und Bürger, die ihnen einen Persilschein ausstellen, der dann vielen als glaubwürdig …

Ach, und die groß vorausgesagten großen Zukünfte halten, sagt die Geschichte, stets nie eine Ewigkeit, oft nicht einmal einhundert Jahre. Solche Parteien steigen, in geschichtlicher Dimension gemessen, für ein Augenblickchen auf und gehen rasch wieder unter, reißen aber dann stets alle mit in den Niedergang.

Ein Land als Volkskerker, um einen Aspekt abschließend noch anzusprechen, ist nicht nur ein Land der verordneten Tracht und Niedertracht, sondern auch ein militarisiertes Land. Eine Ahnung davon gibt beispielsweise Detlef Wimmer aus dem Oberösterreichischen, der sich bereits jetzt uniformiert präsentiert, und das nicht nur im Digitalen auf den Plattformen der Unternehmen Facebook und Twitter, wie die Collage zeigt, sondern auch auf der Straße mit einem Militärfahrzeug.

FPÖ verlangt Geld und Erklärungen - Überklebte Collage

An dieser Stelle befand sich eine andere Collage. Genauer. Die ursprüngliche und also noch nicht fertige Collage – ein Mensch der Kunst und Literatur ist, wie es weithin bekannt ist, selten mit dem ersten Entwurf zufrieden – konnte mit Unterstützung der FPÖ und ihrem Fotografen in ihre nun endgültig fertiggesellt werden, wie unter http://www.pronoever.wordpress.com/fpoe-fordert-geld-unterlassungs-und-verpflichtungserklaerung-gegen-ein-werk-der-literatur-ein-letzter-epilog/ gelesen werden kann. Auch an dieser Stelle noch einmal ein Danke, nämlich dafür, eine neue Technik ausprobiert haben zu können: Das künstlerische Verfahren einer Collage ist das Kleben. Es konnte nun erstmals eine geklebte Collage mit dem künstlerischen Verfahrens des Überklebens geschaffen werden.

Sie könnten vielleicht mit Verweis auf sein Aussehen sagen, daß sei halt ein Bub, der Uniform und Militärfahrzeug braucht, um sich ein männliches Gesicht zu geben. Die Geschichte wird Ihnen sagen, seien Sie nicht ohne Sorge darüber, seien Sie auf der Hut vor allem vor Kandidaten und Kandidatinnen in demokratischen Ländern, die sich militaristisch zeigen und militaristisch um Ihre Wahlstimme werben. Wohinein ein Land mit solch Uniformierten stets geführt wird und worin es stets endet, ist bekannt. Es bleibt aber nicht nur bei Uniform und Militärfahrzeug. Es geht auch um das Tragen von Waffen außerhalb des Dienstes, wie es etwa ein Polizist, der dieser identitären Gesinnungsgemein-Schaft angehört (wie in Stets bäuchlings nachgelesen werden kann) auch schon …

Vieles also gilt es zu überlegen, ehe eine Wahlkabine betreten wird.

Und sollten Sie vor allem als Wähler und Sie als Wählerin bereits am 27. September 2015, also in fünfundzwanzig Tagen, in Oberösterreich wahlberechtigt sein, haben Sie bald schon die Gelegenheit zu entscheiden, ob Sie das wirklich wollen, eine Partei zu wählen, die bereits jetzt militaristisch auftritt. Gibt es denn mit Blick auf die Geschichte zusätzlich zu dem Gerede ein Zeichen, das noch mehr Warnung sein könnte, als das militaristische Auftreten in einem demokratischen Land für die Gesinnung dieser Partei?