Von der Bedeutungslosigkeit des Terrors anhand des Beispiels Österreich

Es vergeht kein Tag mehr, daß in Österreich nicht hysterisch Gefahr durch Terror gekreischt wird. Aber kalt besehen, gibt es viel dazu und noch mehr dagegen zu sagen.

Im letzten Jahr, um ein Beispiel herauszugreifen, starben in den österreichischen Bergen allein im Sommer 115 Menschen, an die 2400 Menschen verletzten sich in den Bergen.

Wie viele kamen seit dem letzten Sommer in Österreich durch einen Terroranschlag um?

Kein einziger Mensch.

Wie viele wurden, um nur bei diesem Zeitraum zu bleiben, seit dem letzten Sommer in Österreich durch einen Terroranschlag verletzt?

Kein einziger Mensch.

Wie viele Terroranschläge gab es seit dem letzten Sommer?

Sie kennen die Antwort.

Von all den Menschen, die in die Berge gehen, sich selbst der Gefahr aussetzen, sich selbst zu Tode bringen, sich selbst verletzen, wird, davon darf ausgegangen werden, ein sehr hoher Prozentsatz hysterisch von der Gefahr durch Terror kreischen.

Beim Hören und Lesen des Wortes Terror werden – angetrieben durch verantwortungslose, nicht differenzierende, furchteinflößende, ihre eigenen Geschäfte und die Geschäfte ihrer Herren besorgende Medien – Menschen zu hyperventilierenden, kreischenden, in Ohnmacht fallende, kopflose Groupies … Terror: Titel für ein Permagesamtlandkonzert einer Boytrachtenblasband.

Das Gekreische um den Terror dient wohl auch dem sich selbst nicht einzustehenden Bedürfnis, das auszuleben zu können, was doch – noch – nicht unbreit abgelehnt wird: das Fremdenfeindliche, das Rassistische … Ohne aber die Gefahr, dafür gesellschaftlich geächtet zu werden. Denn es werden ja bloß Ängste, Sorgen, Befürchtungen, Mitleid mit Terroropfern geäußert. Plötzlich können sogar Menschen in Österreich mit durch Terroranschlägen ermordeten Menschen Mitleid haben und um sie und für sie trauern, um Menschen etwa in Frankreich, über die sie sonst nicht das Beste sprechen.

Was für ein schäbiges Mitleid. Mitleidslos wird seit Jahrzehnten zugesehen, mitleidslos profitiert wie etwa in Afrika … Mitleidslos wurde beispielsweise der Massenmord in Ruanda, nein, nicht einmal mitleidslos, er wurde gar nicht zur Kenntnis genommen. Wo in Europa brannte wenigstens ein erbärmliches Kerzlein um 0,30 Cent für diese ermordeten Menschen? Wo in Europa gingen Aberhunderttausende für jene, die etwa im Mittelmeer ertrinken, auf die Straße?

Befürchtungen. Sie haben keine Befürchtungen in die Berge zu gehen, sorglos gekleidet, mit der schlechtesten oder gar keiner Ausrüstung in die Berge zu steigen, angstlos in die Berge zu gehen, auch wenn schon ein gefährlicher Wetterumschwung vorhergesagt.

Es ist unbestreitbar, daß derzeit das Hauptbuch des glaubensgetriebenen Terrors der Koran ist, aber die anderen Bücher der Organsierten Glauben sind deshalb nicht zugeschlagen. Und sie üben ihren Terror aus, der gefährlicher ist, weil er sich der Strukturen eines Staates bedienen kann, das heißt durch die Macht der Beschließung von Gesetzen, durch die Macht der Verhinderung von Gesetzen, durch die Macht der Rücknahme von Gesetzen.

Theresa May  bejahte erst kürzlich, kaum war sie Premierministerin geworden, die Frage, ob sie einhunderttausend tote Menschen in Kauf nehmen würde durch das Zünden einer Atombombe.

Theresa May will massiv aufrüsten, will für die atomare Bewaffnung Abermillionen ausgeben. Als Argument dafür muß auch Nordkorea herhalten. Was für ein Argument. Der Mensch in seiner Einfalt klebt an dieser Vorstellung, was einmal geschah, kann wieder geschehen. Wenn Nordkorea je Europa, Großbritannien bombardiert hätte, wäre das noch zu verstehen. Aber …

Donald Trump fragt nun schon gebetsartig, weshalb Atombomben, die die Vereinigten Staaten doch besitzen, nicht eingesetzt werden. Menschen in den Vereinigten Staaten fürchten sich auch vor der Gefahr durch Terror, aber unter Umständen einen solchen Mann zum Präsidenten zu wählen, davor haben sie keine Angst und vereinigen sich durch die Wahl eines solchen Mann zu einem einzigen Terroristen. Vor dem terroristischen Einzeltäter – da dies fast nur Männer sind, könnte beinahe darauf verzichtet werden, die Frauen hierbei zu erwähnen – und vor der terroristischen Einzeltäterin jedoch fürchten sie sich, aber nicht vor sich selbst, wenn sie durch ihre Wahl zu einem einzigen überdimensionalen und staatstotalitären Terroristen drohen zu werden.

Und in Österreich, keine Märsche gegen die atomare Weiteraufrüstung, sondern den Erdapfelsalat einpacken, Sandalen anziehen, den Wetterbericht ignorieren und hinauf in die Berge, und in der Almhütte dann bei viel Schnaps und Bier und feschen Jodlern jeden Menschen, der ihnen unheimisch aussieht, verdächtigen, im Rucksack eine Bombe zu haben und sich ängstigen – oh, Herrgott sei Dank, der ißt ja Kasspatzn, ah, gibt a solche, der Sultan ißt Kasspatzn und weggelacht die Angst und die Furcht … und beim Abstieg dann zu …

Teresa May will also Abermillionen für die weitere atomare Aufrüstung ausgeben, weil Nordkorea bereits in Schlauchbooten vor den Küsten Großbritanniens … und wo wird das Geld dann abgehen, noch mehr abgehen, beispielsweise im Gesundheitssystem? Wenn daran gedacht, wie viele wegen des ohnehin schon schlechten Gesundheitssystems in Großbritannien für den sogenannten Brexit gestimmt haben, weil versprochen wurde, das Geld, das bislang an die EU überwiesen wurde, werde für das Gesundheitssystem fortan ausgegeben werden, kann ermessen, was wahrer Terrorismus ist.

In Österreich profitiert von diesem Gekreische eine einzige Partei. Und das ist wohl unter authentisch zu verstehen: Gekreische wählt Gekreische.

Welche Schäden wurden in Österreich bislang durch Terror angerichtet?

Sie kennen die Antwort.

Welche Schäden wurden in Österreich durch Ihre Wahl angerichtet?

Sie kennen die Antwort.

Obgleich Sie Antwort kennen, wollen Sie weiter ohne Angst, ohne Sorge, ohne Befürchtungen, ohne Mitleid diese Partei wählen. Dabei muß heute noch, über ein Jahrzehnt später, so viel aufgearbeitet werden, was damals unter Regierungsbeteiligung dieser Partei auf Bundesebene angerichtet wurde.

In einem Kriminalfilm würde das personifizierte Angerichtete sich wohl wie folgt vorstellen: My name is Grasser, Gorbach Grasser. Auf dem Weg in die Rente. Und dann die Vorstellung seines Nachfolgers: His Name is Hofer, Strache Hofer …

Es ist wieder einmal Zeit für ein Buch, aus dem ebenfalls nicht zu zitieren, sondern das gesamte zu lesen ist: „Freiheit oder Tod. Über Terror und Terrorismus“ von Sophie Wahnich.

Terror ist nichts gegen Staatenterror.

Opfer durch Gesetze gegen die Menschlichkeit.

Diese unheilige mediale und auch politische Verknüpfung von Migration und Terror gebiert auch die ungeheuerlichsten Ideen, wie mit Menschen umgegangen werden soll. Wie etwa die von dem derzeitigen Außenminister ins Spiel gebrachte Idee, das „australische Modell“ …  Wer die aktuellen Berichte über dieses „australische Modell“ kennt, kann nur sagen: christlich ja, aber kein Mitleid.

Wer schon einmal versucht hat, in Australien einzuwandern, die Mühe all der Behördenwege auf sich genommen hat, wird wissen, daß Austrialien daran auch gut verdient. Aber zum Bescheid, nicht in Austrialien einwandern zu dürfen, gibt es kein Danke dafür, zweitausend Euro dafür bezahlt zu haben, nicht nach Austrailien einwandern zu dürfen.

6 Gedanken zu „Von der Bedeutungslosigkeit des Terrors anhand des Beispiels Österreich

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