Wenn ein Zentrum, dann dringend eines für einen weltumfassenden sozio-politischen Dialog

Es wird gar nicht mehr gewußt, wie oft hier bereits darüber geschrieben wurde, wie prächtig Organisierte Glauben einander verstehen, wie geschmiert der Dialog zwischen den Religionen abläuft, wenn es gilt, gemeinsam gegen Menschen vorzugehen, dazu angetrieben von unmenschlichen Motiven, deren unhaltbare Rechtfertigungen die Organisierten Glauben aus ihren Schriften ziehen. Diesen Schriften kann wenigstens mildernd nachgesagt werden, bei Berücksichtigung der damaligen Gegebenheiten und Zustände, sie seien Jahrhunderte und beinahe zweitausend Jahre alt. Aber für Menschen der Organisierten Glauben des Jahres 2015, die aus diesen Schriften heute noch ihren Wahn, ihren Aberwitz und ihre Blutrünstigkeit ziehen, kann kein Wort der Nachsicht und des Verstehens gefunden werden.

Und wird nicht gerade im Angesicht der Morde von Paris einmal mehr bewiesen, wie prächtig Organisierte Glauben einander verstehen, wie der eine Organisierte Glaube dem anderen Organisierten Glauben zur Hilfe eilt? Papst Franziskus etwa macht den Mördern von Paris die Mörderleiter, wenn er davon spricht, die Meinungsfreiheit habe ihre Grenzen, wenn religiöse Gefühle … So schwammig sind sonst nur noch die gemeingefährlichsten Gesetze formuliert, mit denen Staaten gegen ihre Bürger und Bürgerinnen vorgehen wollen. So schwammig kann auch nur einer reden, dessen Berufsbücher zweitausend Jahre alt und derart schwammig sind, daß sie für alles verwendbar sind, vor allem für den Einsatz gegen die Menschen. Und zu dieser gemeingefährlichen Schwammigkeit gesellt sich das Dummdreiste eines Machogossenjungen, der an frühzeitigen Samenergüssen leidet. Aber wer durch solche Bücher sozialisiert wurde, kann sich nicht entwickeln und bleibt ein Machogossenjunge, der sich nur mit Gewalt zu wehren weiß.

Um sich die geistige Welt von Papst Franziskus besser vorstellen zu können, dafür kann eine Szene hilfreich sein, die in der Sauluskirche spielt, vor einem Bild der fremdgegangenen Frau mit ihrem unehelichen Sohn:

Machogossenjunge 1: Fickda dei Hurmudda.

Machogossenjunge 2: Wos sogst du? Du sogda, mei Mamma is a Hur‘? Sogst du dos nochamol, kriegsda so a –

Machogossenjunge 1: Dei Mudda is so a Hur‘, de fickda olles.

Machogossenjunge 2: Du ficksda nit mei Mamma! Du nit. Kriegsda so ane von mir –

Und Machogossenjunge 2 schlägt zu, auch wenn er weiß, daß Machogossenjunge 1 seine Mutter gar nicht kennt, streckt Papst Franziskus den Machogossenjungen 1 mit einem Faustschlag nieder.

Und wenn der Machogossenjunge nicht gerade seine Mutter mit Faustschlägen zu verteidigen hat, wie er glaubt, rezitiert Papst Franziskus Léon Bloy, über den in „Unterwerfung“ von Michel Houellebecq gelesen werden kann:

„Er war, schrieb Huysmans, ‚ein Unglücklicher, dessen Hochmut teuflisch und dessen Hass maßlos ist.‘ Tatsächlich war Bloy mir von Beginn an wie der Prototyp des schlechten Katholiken vorgekommen, dessen Glaube und Begeisterung erst in Wallung geraten, wenn seine Gesprächspartner Verdammte sind.“

Und es ist auch bezeichnend, daß mit dem Bloy-Spezialisten in diesem Roman die Identitären ins Spiel kommen. Die Frage gedacht wird: „Sind Sie eher Katholik, eher Faschist oder eine Mischung aus beidem?“

Also auch Papst Franziskus beweist in diesen Tagen, wie einwandfrei die Religionen untereinander sich verstehen, kommunizieren können, wenn es gegen Menschen geht …

Ein Zentrum für einen weltumspannenden sozio-politischen Dialog, das ist es, was dringend gebraucht wird. Aber nicht nur zum Reden, sondern vor allem noch mehr zum Handeln. Denn die Ursachen, die zu Gewalt und Terror führen, sind bekannt, die Konzepte dagegen gibt es. Was aber fehlt, dringend fehlt, ist die weltweite Umsetzung, das weltweite Handeln, die breiteste Bewußtmachung der tatsächlichen Ursachen von Gewalt und Terror, und wie dem tatsächlich mit Erfolg begegnet werden kann. Das Geschrei nach Sicherheit in diesen Tagen als Antwort auf Terror und Gewalt, ist nur populistisches Geschrei.

PS Ein Sprecher des Abdullah-Zentrums hat nun etwas von Ablehnung jedweder Gewalt gesprochen. Ja, mei. Wer spricht sich schon für Gewalt aus? Niemand. Zumindest offen. Die Gewalt ist auch nicht der eigentliche Kern der Problematik in Saudi-Arabien. Das Ungeheuerliche in Saudi-Arabien sind die Gesetze, die nichts anderes als gewalttätige und verbrecherische Gesetze gegen die Menschlichkeit sind. Und gegen diese Terror-Gesetze hat sich der Sprecher des Abdullah-Zentrums nicht ausgesprochen. In diesem Zentrum kann je kein Dialog geführt werden, wenn Beteiligte aus Saud-Arabien die Gesetze ihres Staates fürchten müssen, selbst Opfer dieser Gesetze zu werden, wenn sie es wagen, einen Dialog frei zu führen, und ein tatsächlicher Dialog kann nur geführt werden, ohne Angst vor gesetzlichen Repressalien.

Links, ein paar wenige, dazu:

6 Gedanken zu „Wenn ein Zentrum, dann dringend eines für einen weltumfassenden sozio-politischen Dialog

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