Michael Spindelegger richtet sich die Hetzenden zurecht

Es wäre beinahe verlockend, über Anders Behrend Breivik, der u.v.a.m. auch ein Ritter sein will, wie es sie gab, diese massenmordenden Kreuzchristler, und Michael Spindelegger, der Ritter und Obmann einer Partei ist, die vor 77 Jahren für ihre tödlichen Schüsse ebenfalls als Ziel sozialdemokratische …

Allerdings, zu Anders Behrend Breivik will hier nichts geschrieben werden, weder unmittelbar noch mittelbar, sondern, wieder einmal, zu Michael Spindelegger, der schließlich dafür verantwortlich ist, daß hier überhaupt Anders Behrend Breivik genannt wird, der nicht dem Graborden von Michael Spindelegger angehört, in dem es noch gewagt wird, von Frauen als Damen zu sprechen (Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26. Juli 2011, Hans Hütt: „Ein Kind unserer Welt“) … Dieser Titel brachte sofort die Verharmlosung von Werner Fasslabend ins Gedächntnis zurück, Leopold Kunschak sei ein Kind seiner Zeit …

Michael Spindelegger, Ritter, christlichsozialer Obmann und zusätzlich Vizekanzler und Außenminister verlangte in einer ersten Reaktion auf das blutige Verbrechen in Norwegen eine Abrüstung der Worte, wie auch in dem Doppel-Interview von ihm und Werner Faymann im Kurier vom 27. Juli 2011 erneut zu lesen war …

Menschgemäß wird verstanden, was mit Abrüstung der Worte gesagt werden will, jedoch wie können Worte abgerüstet werden? Etwa durch Herausstreichen von Buchstaben aus allen Wörtern, oder nur aus bestimmten Wörtern, so daß beispielsweise aus Hetze eine Hetz wird? Im Gegenteil, es ist ein Mehr an Sprache notwendig, ein Mehr an einer Sprache, die glaubhaft vermitteln kann, daß das durch sie Geäußerte auch einem tatsächlichen Denken entspringt, und nicht nur ein sozio-parteipolitisch geschulter Reflex, wie es bei Michael Spindelegger mehr …

Wenn Michael Spindelegger denkt, wie er spricht, dann ist sein Denken zum einen, von seinem Sprachgebrauch her, ein ärmliches Denken, und zum anderen, vom Inhaltlichen her, ein falsches Denken, wobei bei falsch die Betonung vor allem auf Falschheit liegt. Und es ist ein gemeines Denken, von dem Michael Spindelegger …

Es ist falsch, auf ein Verbrechen in Norwegen in Österreich zu reagieren, mit der Forderung nach einem Grundsatzübereinkommenalle fünf Parteien gemeinsam sollen vereinbaren, nicht gegen gewisse Gruppen zu hetzen, denn es sind nicht alle Parteien, die hetzen. Und diese Forderung an alle Parteien ist eine Niedertracht, weil Michael Spindelegger, wenn er es nicht weiß, so ist er doch bestens informiert, wer in diesem Land hetzt, und wer nicht. Die Gemeinheit und die Falschheit von Michael Spindelegger ist also, Parteien, die nicht hetzen, in den Dreck zu den Hetzenden zu ziehen, um dann, bei Bedarf, die Hetzenden rechtfertigend herausziehen zu können, um mit diesen eine Regierung …

Es wird dieses Verbrechen in Norwegen, dieser Hinweis darf nicht unerwähnt bleiben, in Österreich noch für weitere sträfliche Ideen augenblicklich mißbräuchlich instrumentalisiert, die Zeugnis geben von dem falschen Denken, daß in diesem Land in bezug auf gesetzliche Verschärfungen zulasten von Demokratie und Offenheit vor allem ein falsches Regierungsdenken ist, wobei sich besonders hervotun die christ…

Allerdings, heute steht Michael Spindelegger im Mittelpunkt … In diesem Doppel-Interview spricht also Michael Spindelegger von dieser seiner Forderung nach einer Vereinbarung … Und zugleich muß Michael Spindelegger sofort von  Parallelgesellschaft, Burka-Verbot … Ritter Michael Spindelegger will den Aufbau einer Parallelgesellschaft nicht sehenden Auges unterstützen … Michael Spindelegger, der Ritter eines Ordens mit dem Bannerspruch, das Fabelwesen wolle es … Immerhin gesteht Michael Spindelegger Frauen zu, die Burka zu Hause … Vielleicht ist diese Großzügigkeit von Michael Spindelegger dem Umstand geschuldet, daß seine Gemahlin im trauten spindeleggerschen Heime als Dame selbst den schwarzen Umhang mit rotem Kreuz und Schleier seines Grabordens …

Möglicherweise, um zu einem Schluß kommen, ist diesen Sätzen der Widerwille anzumerken, etwas, wieder etwas zu Michael Spindelegger zu schreiben … Aber Michael Spindelegger ist immerhin auch Vizekanzler und Außenminister, und nicht nur ein Parallelgesellschafter, dem menschgemäß seine Meinungen herzlich vergönnt sind, in seinen eigenen vier Wänden, wenn er im weißen Umhang mit roten Kreuz und seine Dame im schwarzen … Wenn Michael Spindelegger also nicht als Regierungsbänkler seine Meinungen kundtut, zum Beispiel zur Bundeshymne:

ÖVP-Bundesparteiobmann Michael Spindelegger hat kein Problem damit, auch die Töchter in der Bundeshymne zu besingen. Im ORF-„Report“ zeigte sich Spindelegger am Dienstagabend einer diesbezüglichen Änderung des Textes der Hymne gegenüber „aufgeschlossen“. Wenn es ein Zeichen der Wertschätzung der Frauen und ihrer Leistungen sei, dann sei er dafür, sagte der Vizekanzler.

Wofür wurden Männer bisher allein besungen? Es ist dieses Parelleldenken von Michael Spindelegger, das ein derartiges Weltbildprodukt mit weit überschrittenem Ablaufdatum zurückstellt in die Verkaufsregale … Es kann bei einer Landeshymne nicht um Wertschätzung und Leistung gehen, wer mit dieser besungen wird, sondern nur darum, daß Mann und Frau, die zu gleichen Teilen ein Land zu einem Land machen, in einer Hymne …

In diesem Kurier-Doppel-Interview hat das letzte Wort Michael Spindelegger:

Ich glaube, wenn man persönlich gut zusammenarbeitet als Bundeskanzler und als Vizekanzler ist das auch eine gute Voraussetzung, damit für Österreich eine gute Arbeit herauskommt. Das ist letztlich für die Bevölkerung das Entscheidende.

Eine gute Arbeit, für wen? Für Österreich, sagt Michael Spindelegger …  Wer ist Österreich für Michael Spindelegger? Bezieht sich das spindeleggersche Begehren, gute Arbeit zu leisten bemühen sich zu wollen, auf … gute Arbeit für Berge und Flüsse … Leben denn in diesem spindeleggerschen Österreich auch Menschen? Zum Beispiel jene, die für ihre gute Arbeit keinen guten Lohn … Jedoch, die Frage nach entsprechender Bezahlung ist für Michael Spindelegger keine zu beantwortende, er sieht ja zufriedene … Wer zu Kunden freundlich ist, ist gut bezahlt … Oder Michael Spindelegger fehlen einfach viele Wörter in seinem Vokabelheft, um eine schlichte Frage zu verstehen, wie diese ihm von der Kleinen Zeitung am 29. Juli 2011 gestellt wurde:

Die Billa-Kassiererin, die 40 Stunden arbeitet und 1000 Euro bekommt, hat nicht den Eindruck, für ihre Leistung entsprechend entlohnt zu werden.

SPINDELEGGER: Das lasse ich so nicht gelten. Ich komme aus der Hinterbrühl, wo an der Billa-Kassa viele aus der Steiermark sitzen, die täglich mit dem Autobus hin und her geführt werden, weil es sonst niemanden gibt, der eine solche Arbeit macht. Ich habe nicht den Eindruck, dass diese Damen völlig unzufrieden sind. Das zeigt sich ja auch daran, wie man dem Kunden gegenüber auftritt. Da gibt es nicht den Frust.

Das letzte Wort aber werden tatsächlich, so ist zu hoffen,  die Wähler und Wählerinnen haben, damit nicht weiter eine spindeleggersche Parallelgesellschaft …

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