Der Preis

Es begann in 18, angestimmt durch ein Lied, das zu einem Bericht führte.

Nach jahrelangem Herumliegen wurde der Bericht nun Tat.

Dieser Bericht, der Partei ein Kreuzweg der Wahrheit, ward nun Tat.

Es soll nicht verschwiegen werden, daß es Meinungen gab, zu diesem Bericht, ehe dieser noch geschrieben ward, es werde bloß ein weiterer nutzloser Bericht …

Aber der Bericht straft sie Lügen.

Wahrlich ein Umsturz von allen bis dahin angenommenen Erkenntnissen.

Nach jahrelangem Herumliegen also wurde der Bericht nun doch noch Tat, wurde aus dem rohen Bericht eine recht gar zubereitete Anleitung zum Handeln.

Der Franz-Dinghofer-Preis wurde aufgegeben, das dazugehörige Institut geschlossen, auch das dazugehörige Symposium aufgegeben, das stets recht festlicher Rahmen für den Preisgabe. In diesem Jahr, das Ihnen Ihr Kalender zeigt.

Für viele Jahre schien es, als würde sich zum Preis auch noch ein Staatsfeiertag gesellen. Genoß doch Franz Dinghofer beim damaligen Vizekanzler, der nun als Rentner auf einer Insel seine Digibeete hegt, höchste Reputation.

Aber nicht nur bei ihm, auch, um nur einen noch aus dieser Kameraderie zu nennen, bei seinem Nachfolger, der für kurz Minister war, und zur Zeit, so wird erzählt, in der Rente seine Tage damit zubringe, im letzten Rauchwirtshaus Österreichs nahe der ungarischen Grenze seinen Spezln immer wieder zu erzählen, wie das alles bei ihm begonnen habe, bevor er habe wechseln können, aus seiner Arbeit bei einem Kreisverkehrflieger …

Es soll nicht verschwiegen werden. Es gab nicht nur diesen, aber vor allem diesen Mann, der zur Zeit im Expedit eines Verlages in Gröz sich ein Zubrot zur Rente verdient, der gegen die Aufgabe des Franz-Dinghofer-Preises, des Symposiums, gegen die Schließung des Institutes war, bis zum Ende leistete er harten Widerstand.

Nun, im Expedit des Verlags, wird erzählt, soll er unentwegt ein Lied von dem Mann aus den Bergen nur abspielen, das vom Edelweiß und seinem Schützer, der hart wie Gletsche- reis.

Seine Kameraderie war zwar gesinnungsgemäß seiner Meinung. Auch sie hätte es recht gesehen, malten sich das schon aus, wie das sein wird, die Feierlichkeiten zu einhundertfünfzig Jahre Österreich in der Kornblumenblüte.

Es soll, dies nur kurz eingeschoben, von noch einem Mann berichtet werden, nämlich von dem Hauptverantwortlichen dieses Berichts. Er soll einmal auf die Frage, ob er davon wisse, daß neben diesem Bericht es noch einen Bericht gäbe, der täglich erscheine, verneint haben, davon Kenntnis zu haben. Aber er stehe immer recht bereit, sollte er beauftragt werden, auch das zu untersuchen. Was aus ihm geworden ist, was er zur Zeit macht, ist nicht bekannt. Vielleicht hat er den Auftrag doch noch erhalten und untersucht nachträglich nun den täglich erscheinenden Bericht.

Bis ihm, also dem im Expedit sich ein Zubrot verdienenden Rentner, und seiner Kameraderie allerdings der Gedanke kam, den Preis, das Symposium und das Institut umzubenennen, war es zu spät. Der neue Namensgeber war zwar schnell gefunden, aber zu spät. Dabei hätte der neue Pate, ach, doch alle Kriterien erfüllt, die der Partei wesentlich. Wesentlich wäre ihr gewesen, mit der Umbenennung ein Zeichen ihres Bekenntnisses zur Übernationalität zu setzen, aber auch ein Zeichen ihrer uneingeschränkten Bejahung Europas. So wäre ihr, kaum war der Name gefunden, klar gewesen, mit dem neuen Namensgeber für Dinghofer-Preis und Dinghofer-Institut und Dinghofer-Symposium dürfe nicht dem Nationalen gehuldigt werden, somit es keiner aus dem Österreichischen sein, der neue Namensgeber als Ausdruck des Übernationalen, also einer aus einem Lande am Meer. Die Einigung auf ein übernationales Kind seiner Zeit als neuen Preispaten wäre rasch zu erzielen gewesen, einen kurzen Vormittag nur nähme dies in Anspruch.

Es käme ihr als Pate für Preis und Institut und Symposium nur einer in Frage.

Ein ehemaliger Ministro dell’Interno, der in 18 erstmals auf diesem seinem Stuhl …

Eine Agentur wurde sogar gleich beauftragt, Drucksorten hierfür zu entwerfen, für die Einladungskarte und so weiter. Dem Maler ein neuer Auftrag der Gestaltung der nächsten Medaille in Aussicht gestellt. Aber es war zu spät, der Pate bereits zum Paten geworden für …

… dabei so recht zufrieden mit dieser raschen Einigung auf den neuen Namensgeber wäre sie, die Partei, gewesen, und auf den Gesellschaftsseiten desselben Tages noch wäre berichtet worden, nach einem Festgottesdient in lateinischer Sprache als Bildungsbekenntnis ein international zusammengestelltes Festmahl, dessen erster Gang Borschtsch …

Aber es war zu spät. Die Partei, die einst in guten Zeiten ihr eine recht zuverlässige Partnerin war, schnappte ihr um eine Stocklänge den Namen für ihre Preisumbenennung weg. Und so kam es, wie es in Geschichtsbüchern zu lesen ist, daß nicht aus Dinghofer, sondern aus Kunschak Salvini wurde.

Zum Abschluss noch eine rührende Geschichte von einem Mann, der einmal Gouverneur war (aber nicht von Kalifornien). Er soll gar unter der Aufgabe gelitten hatten. Besonders soll er sich um den Wert seiner Münze gesorgt haben. So soll er, als er von der Schließung des Instituts und von der Aufgabe des Preises und des Symposiums gehört hat, auf dem von Italien bis ins Burgenland neu geschaffenen Andreas-Hofer-Weg zu Fuß gegangen sein, um von dem Rentner in der Rauchstubn persönlich zu erfahren, ob denn damit jetzt seine ihm verliehene Medaille, die doch so recht schön gestaltet, völlig wertlos geworden sei. Da er aber die Antwort fürchtete, wollte er den Erhalt dieser so lange wie möglich hinauszögern, daher beschloss er, wird erzählt, den Andreas-Hofer-Weg von seinem Beginn in Italien bis zu seinem Ende im Burgenland zu Fuß zu gehen. Zu seiner Erleichterung konnte ihm der Rauchstubnhocker aber keine eindeutige Antwort darauf geben. Er versprach ihm, dem seinerzeitigen Gouverneur, jedoch auf Ehr‘ und Treu‘, er werde bei seinem nächsten Inselaufenthalt den ehemaligen Vizekanzler danach fragen, es werde sich dafür bestimmt eine rechte Gelegenheit finden, beim gemeinsamen Jäten der Digibeete.

NS Für das Symposium ist dann doch ein Ersatz gefunden worden, ein Ersatz, von dem viele meinen, das entspräche ihr viel mehr, sei sozusagen ihr wahres Symposium, und so ziehen sie alljährlich über die Dörfer bis nach Ried. Geändert hat sich dabei im Grunde nichts, voran nur jetzt Burschen und Mädchen in festlicher Tracht.

Ach, doch eine Neuerung: mit einem Halt auf der Melker Bastei, um darzubringen der Mutter in Stein Schleifen zu ihrer Ehre.

Der Preis

Es begann im Jahr 18 die Diskussion um den Leopold-Kunschak-Preis, angestoßen von dem damaligen Nationalratspräsidenten.

Nun fand die jahrelange Diskussion ein Ende. Der Leopold-Kunschak-Preis wurde umbenannt. In diesem Jahr, das Ihnen Ihr Kalender zeigt. Für viele Jahre schien es, als würde die Umbenennung besonders an zwei Männern scheitern.

Der eine, einst auch ein Minister, war für die Beibehaltung, das Gedenken an das „Kind seiner Zeit“ nicht aufzugeben.

Der zweite, einst ein Arbeitsrechtsprofessor im Sold der schwarzen Partei, als deren Ausmallogo mit einer zweiten Farbe an manchen Randstellen zu tünchen war, war gegen eine Umbenennung, empfahl allen, leiser zu treten.

Schließlich aber setzten sich nach etlichen Jahren doch die Veränderungswilligen, die Modernisierungswilligen, also die Kinder ihrer Zeit, mit ihrem damaligen Obmann als deren Spitze, durch.

Wesentlich war ihnen mit der Umbenennung ein Zeichen ihres Bekenntnisses zu Internationalität zu setzen, aber auch ein Zeichen ihrer uneingeschränkten Bejahung der Europäischen Union. So war ihnen, kaum ward die Umbenennung beschlossen, klar, mit dem neuen Namensgeber für den Kunschak-Preis darf nicht dem Nationalen gehuldigt werden, somit es keiner aus dem Österreichischen sein, der neue Namensgeber als Ausdruck des Übernationalen, also einer aus einem Lande am Meer. Die Einigung auf ein übernationales Kind seiner Zeit als neuen Preispaten war rasch erzielt, einen kurzen Vormittag nur nahm dies in Anspruch.

Es kam ihnen als Pate für ihre Preise nur einer in Frage.

Ein ehemaliger Ministro dell’Interno, der in 18 erstmals auf diesem seinem Stuhl …

So recht zufrieden mit dieser raschen Einigung auf den neuen Namensgeber soll es, so jedenfalls die Berichte auf den Gesellschaftsseiten desselben Tages, nach einem Festgottesdient in lateinischer Sprache als Bildungsbekenntnis ein international zusammengestelltes Festmahl, dessen erster Gang Borschtsch …

Was Österreich ohne Ibizkaja immer noch hätte: eine Bundesregierung mit diesem Innenminister und seinem Kurz

„Herbert Kickl keinen Platz in einer Regierung haben sollte. Er hat sich als Innenminister in verschiedenen Bereichen durch sein Verhalten eigentlich schon disqualifiziert, er hat dann am Höhepunkt der Ibizakrise in einer sehr sensiblen Phase für die Regierung und auch für die Republik aus meiner Sicht nicht richtig reagiert und das führt dazu, daß er mein Vertrauen für eine Regierungsfunktion nicht hätte.“

„Ich habe keine guten Erfahrungen gemacht mit Herbert Kickl als Innenminister.“

Das sagt in der gestrigen Nacht im Fernsehen Sebastian Kurz. Am 30. Juli 19 zu Armin Wolf.

Das heißt, ohne Ibizkaja würde es diesen Innenminister immer noch geben, auch heute noch, am 31. Juli 19, und Sebastian Kurz wäre immer noch und weiter …

Was wäre Sebastian Kurz immer noch und weiter? Einer, der siebzehn Monate lang nicht handelt, nichts tut, bloß zusieht, obgleich er weiß, daß vor allem einer stellvertretend namentlich genannt in dieser Bundesregierung sich in diesen siebzehn Monaten „disqualifiziert“ hat …

Was heißt das, sich zu disqualifizieren? Manchmal ist es gut und wichtig und notwendig, die vielen Bedeutungen von einem Wort anzuführen – Disqualifikation: Untauglichkeit, sich einer Sache unwürdig erweisen, sich unmöglich machen

Er, Kurz, hat also siebzehn Monate gebraucht, um eines zu lernen, den Stoff wenigstens soweit zu begreifen, daß einer untauglich, unwürdig, unmöglich ist.

Es gibt eine alte Wahrheit, daß jeder Mensch seine eigene Zeit nach seinen eigenen Fähigkeiten braucht, um etwas zu lernen, etwas zu verstehen, etwas zu begreifen. Auch ihm, Kurz, ist diese Zeit zuzugestehen, aber nicht in solchen verantwortungsvollen Positionen, dafür sind die Risiken zu hoch, die negativen Auswirkungen auf Menschen nicht in Kauf zu nehmen.

Ohne Ibizkaja hätte es Sebastian Kurz im Fortbestehen dieser Koalition vielleicht auch noch gelernt, in zwei oder drei Jahren endlich den Stoff, aus dem die FPÖ ist, erfaßt, nämlich daß nicht nur einer aus dieser Partei untauglich, unwürdig … also in einem halben Regierungsjahrzehnt das begriffen, was sonst in Österreich seit Jahrzehnten gewußt wird: die Unwürdigkeit der identitären Parlamentspartei zum Regieren …

… und dafür ist er nicht zu schelten, ist er, Kurz, doch mit dieser Lernschwäche gesegnet, die er mit gar so vielen Wählern teilt, mit der Lernschwäche gesegnet, die gar so viele Wählerinnen seit Jahrzehnten bestimmt, immer wieder diese Partei zu wählen.

Ohne Ibizkaja also hätte Sebastian Kurz den Menschen in Österreich weiter einen Innenminister zugemutet, der untauglich, unwürdig, unmöglich …

Ohne Ibizkaja also hätte Sebastian Kurz noch auf Jahre hinaus, zumindest bis zur nächsten regulären Nationalratswahl, den Menschen in Österreich zugemutet, daß sie mit diesem Innenminister weiter „schlechte Erfahrungen“ machen, so wie er, Kurz, in diesen siebzehn Monaten schon „schlechte Erfahrungen“ gemacht hat, freilich, mit einem wesentlichen Unterschied, die „schlechten Erfahrungen“ hatten und haben auf ihn, Kurz, im Gegensatz zu allen Menschen in Österreich keine Auswirkungen, vor allem keine schlechten; er, Kurz, würde nur irgendwann das Büro im Bundeskanzleramt für immer verlassen müssen, vom geistigen Alter her mit einer sofortigen Pensionsantrittsberechtigung.

Und wer einmal damit begonnen hat, Menschen dem auszusetzen, mit ihm schlechte Erfahrungen zu machen, hört damit je nicht auf, im Gegenteil, er muß die Dosis erhöhen und erhöhen, die Auswirkungen auf die Menschen durch diesen Innenminister, hätte es Ibizkaja nicht gegeben, hätten nur die Steigerung auf diesem begonnenen Weg erfahren: schlecht, schlechter, schlechteste, total schlechteste …

Von Sebastian Kurz kann nicht von einem Wiederholungstäter gesprochen werden, denn das setzte voraus, daß er Taten setzt, handelt, und wer, wie Kurz, siebzehn Monate lang einen Untauglichen, Unwürdigen, Unmöglichen gewähren und vorführen läßt, sich siebzehn Monate lang dem aussetzt, mit einem solchen Mann schlechte Erfahrungen zu machen, kann schwerlich, ist unmöglich ein Mensch der Tat zu nennen, oder eigentlich schlimmer noch, auf diesem sonderlichen Weg doch ein Wiederholungstäter, ein Wiederholungstäter der Untätigkeit.

Aber wer einmal diesen stellvertretend namentlich genannten Untauglichen, Unwürdigen, Unmöglichen machen ließ, ihn recht gerne weitermachen gelassen hätte, wäre ihm, Kurz, nicht Ibizkaja in die Parade gefahren, kann von den Untauglichen, Unwürdigen, Unmöglichen nie mehr lassen, und so ist keine Überraschung, daß er sich schon dem nächsten Innenminister zugewandt …

Es war in der gestrigen Nacht keine Überraschung, daß er, Kurz, ein weiteres Mal die Gültigkeit seines ihn einzig vollauf getroffenen Porträts bestätigte, vor allem mit seiner Antwort auf die Frage von Armin Wolf, was denn der Unterschied zwischen dem Disqualizierten und — „in den öffentlichen Stellungnahmen gibt’s keinen Unterschied“ …

„In den Gesprächen, die ich mit FPÖ-Vertretern gehabt hab, wo Sie bekanntermaßen nicht dabei waren. Nein, aber wir hatten ja Vier-Augen-Gespräche, wir hatten Telefonate. Ich glaub, das wissen Sie, daß Sie nicht dabei waren, glaub ich, daß ist keine Überraschung für Sie. Als das Ibiza-Video veröffentlicht worden ist, gab es natürlich einen Austausch […] einige Telefonate mit Norbert Hofer und da gab’s natürlich aus meiner Sicht unterschiedlichste Überlegungen und eine davon war, gemeinsam mit Norbert Hofer die Frage zu stellen […] die Koalition fortzusetzen.“

Armin Wolf wird in der gestrigen Nacht erleichtert das Studio verlassen haben, jetzt mit Sicherheit zu wissen, daß er, Wolf, „nicht dabei war“, als Kurz mit Hofer … Vielleicht war bei Armin Wolf ein wenig Überraschung dabei, von Sebastian Kurz zu erfahren, was er selbst wissen sollte, also wo er, Wolf, wann wo dabei und wann wo er, Wolf, nicht dabei …

Exposition

Nutzen Sie die Gelegenheit, das Kurz-Zimmer im Bundeskanzleramt am Ballhausplatz in Wien zu besichtigen, die Revue passieren zu lassen, was ihn ausmacht.

Sie werden überrascht sein, was alles in einem Büro sich ansammeln kann, schon nach kürzestem Betrieb.

Angesammeltes kann nicht einfach entsorgt werden, zum Beispiel deshalb, weil die Entsorgungsinsel wegen Überfüllung gesperrt.

So bleibt vieles einfach liegen, auch Akte von Partnerinnen, all das liegt zuhauf im Zimmer herum, Fallengelassenes von Verbündeten.

Wenn Sie sich aber mehr dafür interessieren, welche Mittel, Stoffe, Gerüche Menschen zur Inspiration nutzen, um beispielsweise Sozialprogramme zu schreiben, Wirtschaftspläne zu entwerfen, Ökologiekonzepte zu verfassen, Clouds zu digitalisieren, dann ist Ihnen ein Besuch des Kurz-Zimmers mit den Kunschak-Kartoffeln in der Schublade unbedingt zu empfehlen.

Aber auch für den kunstinteressierten Menschen ist der Besuch des Kurz-Zimmers mit Sicherheit ein Genuß. Es kann mit einer Sensation aufgewartet werden. Zum ersten Mal wird sein ultimatives Porträt öffentlich gezeigt. Zu danken ist das dem Kunstsammler Karl Pferdinger, der sich freundlicherweise dazu bereit erklärte, es als Leihgabe für die Dauer der Ausstellung zur Verfügung zu stellen.

Selbstkritisch muß aber zu dieser Exposition angemerkt werden. Ein Manko gibt es allerdings. Auch wenn unverschuldet und dafür nicht verantwortlich, es nicht selbst verschlampt. Es ist keine Multimedia-Ausstellung.

Im Bewußtsein, daß erst das Multimediale in der heutigen Zeit eine Ausstellung zu einer modernen macht, kann dennoch mit gutem Gewissen die Besichtigung des Kurz-Zimmers im Bundeskanzleramt nur wärmstens empfohlen werden.

Und mit einem höflichen Rat zum Schluß. Warten Sie mit dem Besuch nicht mehr allzu lange. Kurz sind zwei Monate. Dann wird das Zimmer entrümpelt, einer neuen Nutzung zugeführt, nichts mehr wird dann je noch daran erinnern, was für ein Zimmer es war, für kurz … der letzte Besichtigungstag ist der 29. September 19. Nach den Plänen nämlich ist vorgesehen, bereits am 30. September 2019 mit dem völligen Umbau des Bundeskanzleramts am Ballhausplatz, mit seiner Gesamtsanierung, mit seiner absoluten Neugestaltung nach modernsten Standards der Gegenwart zu beginnen. Nostalgische Menschen werden es wohl bedauern, daß es dann das Kurz-Zimmer in seiner bisherigen dunklen Ausgestaltung, mit seiner erdrückenden Täfelung und mit seiner schweren Möblierung nicht mehr geben wird.

Doch nun es gibt das Bekenntnis zum überfällig landesweiten Umsetzen des Leitspruchs: „Das Alte hat dem Neuen zu weichen“.

Eine Besichtigung des Kurz-Zimmers im Bundeskanzleramt ist somit besonders für sentimentale Menschen auch eine letzte Möglichkeit der Verabschiedung von der bisherigen Tradition mit ihrem Leitsatz, für den das Kurz-Zimmer raumgewordenes Symbol wie kein anderes ist: „Das Alte hat dem Alten zu weichen.“

„Liste Sebastian Kurz – die neue Volkspartei“ wurde gelöscht.

Die nun im Zuge der Löschung von allen sogenannten Social-Media-Accounts eines beurlaubten türkisen Teammitglieds ebenfalls gelöschte Website „Liste Sebastian Kurz – die neue Volkspartei“ war eine, die mit in einem Bild absolut kenntlich macht, was Sebastian Kurz …

Das aber ist noch zu viel. Damit wurde, mußte eingestanden werden, ihm mit seiner Partei noch zu viel …

Darum jetzt die einzige richtige Entscheidung. Liste Sebastian Kurz – die neue Volkspartei löschen zu lassen.

Nichts erzählt deutlicher von Sebastian Kurz mit seiner türkisgetupften schwarzen Partei als die Mitteilung zur Suche nach der Liste Sebastian Kurz – die neue Volkspartei: „Die Seite ist nicht erreichbar.“ Nichts kennzeichnet Sebastian Kurz deutlicher als die leere Sprechblase und die leere Denkblase

Sprechblasen und Denkblasen sind seit jeher Symbol für das inhaltsleere Sprechen und das inhaltsleere Denken. Leere Sprechblasen und leere Denkblasen aber sind absolute Zeichen vor allem für jene, die bereits daran scheitern, es bis zur ersten Stufe zu schaffen, zum Inhaltsleeren, unfähig also sogar dazu, eine Sprechblase, eine Denkblase zu füllen.

Bloße Leeren.

Nichts ist absurder als die Wirklichkeit

Bis zum gestrigen Tage 15. Juli 19 wäre es absurd vorgekommen, zu fragen, ob die Aufrufe auf FPÖ unzensuriert erfolgreich waren, die Aufrufe, für die Anschaffung von „Torpedos“ zu spenden, für eine „crowdfunding aktion“.

Nachdem jetzt aber bei einem „Neonazi“ eine „Rakete“ gefunden wurde, die ebenfalls bestimmt nicht billig ist, die sich vor allem der berühmte „Mann aus dem Volke“ nicht so leicht wie eine Glock leisten kann, erscheint es ganz und gar nicht mehr absurd, nachzufragen, ob der Spendenaufruf auf FPÖ unzensuriert für „Torpedos“ erfolgreich war.

„Der 60-Jährige, der vor Jahren für eine neofaschistische Partei kandidiert haben soll, habe die Rakete an Extremisten“, ist in der „Bild“ zu lesen, also in Italien für eine „neofaschistische Partei“ … in Österreich hat eben erst, muß kurz, weil Österreich in der Disziplin Vergessen Serienweltmeister und unangefochten ständig, um ein Wort des gewesenen Ibizakanzlers zu verwenden, „Spitze“ ist, erinnert werden, ein einstiger Kandidat für das österreichische Parlament es bedauert …

… ein Kandidat für das Parlament in Österreich eben erst bedauert, daß zwei Menschen nicht mit Kugeln, daß zwei Menschen nicht mit 29 Kugeln …

Die „Bild“ empfiehlt, auch zu lesen, wie in der Collage gelesen werden kann, wie ein Innenminister „Zwietracht“

… und wie einer, der einst auch für eine Partei kandidierte, aus dem fahrenden Auto …

Es wäre im Grunde, dies kurz zum Schluß, gar nicht absurd gewesen, einmal nachzufragen, auch ohne den Fund einer Rakete bei einem „Neonazi“, wie viele Spenden für „Torpedos“ nach einem Jahr eingegangen sind, waren die Aufrufe hierzu doch auf einer Website, auf der vieles beklagt wird, nur eines nicht, rechten Zuspruch zu haben, zumal nichts absurder – als die Wirklichkeit …