Erdäpfelschalen statt Butter aufs Brot

Das gaulandsche Gutfinden von Sebastian Kurz hat gesinnungsgemäß etwas mit Flüchtlingen, mit Grenzen zu tun.

Gauland ist ein Kandidat in Deutschland, und er hat für Österreich keine Bedeutung, seiner mit der österreichischen identitären Parlamentspartei in Gesinnung verbundenen Partei sagen Umfragen voraus für den kommenden Wahlsonntag 8, 8 % gibt ihr Gauland auch selbst, also in Deutschland selbst ist er und seine Partei von nicht großer Bedeutung. Und es kann auch nicht anders sein, bei einer Partei mit einem, der

für Schießbefehl und Stolz auf deutsche Soldatenleistungen in Weltkriegen – der FPÖ recht willkommen zur Gesinnungsbereicherung

„Hohen Respekt“ hat Dr. Alexander Gauland vor Sebastian Kurz.

Und der Respekt ist die zentrale Frage.

Welchen Respekt hat Sebastian Kurz und seine Partei vor den Menschen, von denen er mit ihr gewählt werden will.

Ist es Respekt von Sebastian Kurz, Ihnen nicht einmal drei Prozent als Entlastung verkaufen zu wollen, gerade jetzt, in der Zeit, in der Lebensmittel um 4,1% teurer sind als noch vor einem Jahr?

Ist es Respekt von Sebastian Kurz und seiner Partei, Ihnen zu empfehlen, sollten Sie wie so viele von Altersarmut bedroht sein, Wohnungen zu kaufen – als „Vorsorge gegen Altersarmut“?

Es muß nicht noch einmal alles ausgeführt werden. Sie können es aufschlagen und lesen, was die kurzschen Entlastungen für Sie tatsächlich bedeuten: Nichts. Rechnen Sie es anhand Ihres Lohnes durch. Stellen Sie die nicht einmal 3 % weniger von Sebastian Kurz allein den 4,1 % gegenüber, die sie jetzt mehr für Lebensmittel ausgeben müssen, 2017, als noch vor einem Jahr:

Vom Senkungswillen des Sebastian Kurz

Programm von Sebastian Kurz und seiner Kapelle new nemesis („neue gerechtigkeit“): Ich bau dir Kartoffeln an.

Mindestlohn

Sebastian Kurz - Statt Butter Kartoffelschalen aufs BrotSein Parteiurgroßvater meinte vor rund einhundert Jahren, die Menschen sollen halt Kartoffeln und Kraut statt Fleisch …  Butter, heißt es jetzt schon, werde zum Luxus. Den höchsten Respekt vor Ihnen wird Sebastian Kurz nach dem Tag Ihres Kreuzes bezeugen:

Sollen sie doch Brot mit Kartoffelschalen statt Butter essen.

Und die absolute Ihnen entgegengebrachte kurzsche Respektbezeugung in weiterer Folge, wenn es kein Halten mehr gibt:

Wenn sie kein Brot haben, warum essen sie dann nicht mit Kartoffelbrei beschmierte Erdäpfelschalen?

Mit Leopold Kunschak durch das Jahrhundert der Kartoffeln

Gerade jetzt, in der Zeit vor der Nationalratswahl am 15. Oktober 2017 in Österreich, muß stets beim Vorbeikommen am Grab des Parteiurgroßvaters kurz stehengeblieben werden, um sich in Erinnerung zu rufen, was vor über einhundert Jahren Octave Mirbeau so eindrücklich und unmißverständlich …

Der Streik der Wähler und Wählerinnen — —

Schafe wählen nicht ihr Schlachthaus und kollaborieren nicht mit ihren …

 

Fairness in der Übersetzung von zwei Parteien in Österreich: „Blondheit“ und „Kirchtag heit“

Als heute kurz nach sieben Uhr im österreichischen Radio die Frage von Cornelia Vospernik gehört wurde, ob denn der höhere als der geforderte Mindestlohn fair sei, mußte augenblicklich gedacht werden, der Zugang und der Umgang mit dem Begriff „Fairness“ ist in Österreich ein höchst seltsamer, insbesondere von zwei Parteien.

In diesem Interview ging es um die Nachfolgediskussion im ÖGB und im Zusammenhang mit den bevorstehenden Lohnverhandlungen fragte Cornelia Vospernik:

„ihre branche gehört zu den am besten entlohnten. der mindestlohn beträgt da 1785,00 euro. das ist über dem mindestlohn, den die gewerkschaft fordert. ist das fair?“

Ist das fair? Das fragte sie Rainer Wimmer, den Bundesvorsitzenden der Teilgewerkschaft PRO-GE.

Was wäre für Cornelia Vospernik fair? Daß diese Branche ihren Mindestlohn an den geforderten Mindestlohn von 1.500,00 Euro für alle anpasst? Die Arbeitenden in dieser Branche auf ihren Mindestlohn von 1785,00 Euro verzichten, freiwillig ihren Lohn um 285,00 Euro senken? Damit es fair

Ist das fair? Huch, eine Branche hat einen höheren als den geforderten Mindestlohn – oh, wie un…

Eine seltsame Frage von Cornelia Vospernik, jedenfalls. Eigentlich gar nicht zu erwähnen. Journalisten und Journalistinnen stellen oft, zu oft Fragen, bei denen gefragt werden kann, wissen sie eigentlich, was sie fragen?

Aber es ist doch zu erwähnen, als ein kleines, kleines Beispiel zu Zugang und Umgang mit dem Begriff „Fairness“ in Österreich. Es fällt dazu die identitäre Parlamentspartei ein, die nun „Fairness“ plakatiert. Es steht eine Nationalratswahl bevor. Und für wen sie „Fairness“ fordert? Kurz gesagt, Rolex hin und nur hin, nicht für jene, die einen unfairen hohen Mindestlohn von 1785,00 Euro haben, nicht für jene, die nicht einmal den geforderten Mindestlohn von 1.500,00 Euro haben.

Fairness - ÖsterreichDie identitäre Parlamentspartei plakatiert „Fairness“, vielleicht deshalb, weil bereits der christschwarze Gernot Blümel „Gerechtigkeit“ plakatierte: „Gerechtigkeit für die Leistungswilligen“. Gernot Blümel weiß dabei auch ganz genau, wer heutzutage die Ausgebeuteten sind; für ihn die „soziale Frage unserer Zeit“. Und deshalb wohl wurde jetzt ein Programm vorgestellt, um diesen Ausgebeuteten beizustehen. Es steht eine Nationalratswahl bevor. Kurz gesagt, es sind dies nicht die Leistung erbringenden Menschen mit dem Huch-so-unfairen-Mindestlohn und mit dem Nicht-habenden-aber-fair-geforderten-Mindestlohn.

Jedenfalls wird hinkünftig bei „Fairness“ nicht mehr an übliche Übersetzungen gedacht werden, wie „Gerechtigkeit“, „Anständigkeit“, wenn von diesen beiden Parteien Plakate mit dem Begriff „Fairness“ und „Gerechtigkeit“ gesehen werden, oder wenn irgendwer aus diesen beiden Parteien von „Fairness“ und also Gerechtigkeit spricht.

Fairness - Blondheit - identitäre ÜbersetzungBei der identitären Parlamentspartei wird das englische „Fairness“ übersetzt werden mit „Blondheit“, oder freier übersetzt: „Blondes Monster“.

Fairness - Gerechtigkeit - Kirchtag heitUnd bei der blümeligen christschwarzen Partei: „Kirchtag heit“ …

PS Es ist noch gar nicht so lange her, als Cornelia Vospernik eine Autorin nicht fragte, ob es denn von ihr fair sei, als diese gar so fair über Menschen sprach. Es ging nicht um Löhne, aber um Menschen, die, wofür sie wohl täglich zu danken haben, wenn sie zumindest für ihre Leistungen annähernd den geforderten Mindestlohn bekommen.

Tanja Playner und was wirklich wichtig ist – das offene Ohr von Sebastian Kurz

Tanja Playner schreibt, Sebastian Kurz habe ein offenes Ohr … Ob sie sich auch über Kunst unterhalten haben?  Über die Situation von Künstlerinnen und Künstlern? Wie es um sein Programm für Kunst und Kultur? Darüber ist von ihr nichts zu erfahren.

Wahrscheinlich hat Sebastian Kurz gar nicht gewußt, daß er mit einer Künstlerin spricht. Vielleicht hat sich Tanja Playner auch nicht als Künstlerin sich ihm vorgestellt, sondern als

Modern, elegant, luxuriös

Es kann gut verstanden werden, daß Tanja Playner nun Sebastian Kurz unterstützt. Weil auch sie an die „Zukunft unserer Kinder“ … wie Sebastian Kurz, der eben erst präsentiert hat, wie steuerlich gesorgt werden könnte, mit dem „Kinderbonus“ für den Mann …

Da wird auch in Reichenberg das Lachen vergangen sein, vor so viel kurz’schem Können und Wissen …

Vielleicht hat Sebastian Kurz doch gewußt, daß er mit einer Künstlerin spricht. Und das wird ihn wohl besonders gefreut haben können – eine „heterosexuelle Künstlerin … Bezüglich Kunst habe er dann vielleicht, ob von Tanja Playner gefragt oder nicht, auf die Großbauerin verweisen können, die für ihn alles weiß, was zu Kunst … So blieben Playner und Kurz recht viel Zeit, um zu besprechen, was wichtig ist, sein offenes Ohr

Abschließend kann nur einmal mehr festgestellt werden, es finden Menschen zueinander, mit denen Österreich wieder Weltspitze … Zu dieser Aussicht wird in Reichenberg auch nicht gelacht werden.

Tanja Playner und Sebastian Kurz - Was wichtig ist - das offene Ohr von Sebastian Kurz

Sebastian Kurz kann nicht Zukunft.

Stimmzettel sagt was Sie kriegen wenn Sie Kurz wählen - ÖVP

Wie leicht das Wählen am 15. Oktober 2017 fallen wird. Halten Sie sich einfach an die Kurzbezeichnungen auf dem Stimmzettel. Dann wissen Sie sofort und alles, was Sie bekommen, wenn Sie je daran gedacht haben sollten, Sebastian Kurz zu wählen. Sie bekämen: ÖVP.

ÖVP. Es ist das alte Lied, es ist nur das alte Kartoffellied.

Und was Sie sehen würden, mit einer gewählten ÖVP, ist schwarz, auch und vor allem in Ihrer Brieftasche. Aber das ist nicht überraschend. Denn. Was Sebastian Kurz gerade in bezug auf Steuern und Abgaben für Ansagen macht, ist ÖVP, nichts als ÖVP.

Nichts als ÖVP, nichts als Altes. nichts als Vergangenheit. Da mag Sebastian Kurz noch so viel von Neuem sprechen. Neu steht für Zukunft. Aber Sebastian Kurz kann nichts Neues. Sebastian Kurz kann nicht Zukunft. Wie auch? Zukunft ist, schreibt Marcus Steinweg, was der Vergangenheit widerspricht. Es gibt keine aufs Vergangene reduzierbare Zukunft.

Sebastian Kurz hat noch nie der Vergangenheit widersprochen. So kann es mit ihm auch nichts Neues geben. Kann es mit ihm keine Zukunft geben. Sebastian Kurz ist ganz und gar ÖVP, also Vergangenes, Altes, Überholtes. Weltanschaulich ist Sebastian Kurz an das Vergangene gekettet. Und die Ketten des Alten sind bei jeder seiner Ansagen zu hören, sie klimpern stets laut mit zu seinen Ansagen, besonders laut, wenn es um Gesellschaftspolitisches geht, um Frau und Mann, um Formen des Zusammenlebens der Geschlechter.

Gerade was das Soziale, das Ökonomische betrifft, kann noch einmal Marcus Steinweg zitiert zu werden.

Politik ist Tatsachenresistenz. Daher gibt es sie nur als progressive oder linke Politik. Rechte Politik ist keine Politik. Sie ist konservative Verwaltung der Tatsachenordnung unter Umgehung der Einsicht in ihre Apolitizität (und entspricht so in etwa dem, was Jacques Ranciére Polizei nennt). Es gibt kein rechtes Denken. Was sich als rechtes Denken missversteht, ist das aktive Nicht-Denken einer entpolitisierten Akzeptanz der sozio-ökonomischen Aktualität (= politische Stagnation).

Was Sie also bekommen, wenn Sie Sebastian Kurz meinen wählen zu wollen, ist genau das. Und dazu noch eine identitäre Regierungspartei. Zwillinge der Vergangenheit, Zwillinge der Zukunftsverweigerung bekämen Sie: passive Verwaltung und das identitäre Kein-Denken … also die totale Zukunftsverweigerung.

Es ist diesmal leicht zu wählen. Halten Sie sich einfach an die Kurzbezeichnungen auf dem Stimmzettel. Die Kurzbezeichnung ÖVP sagt Ihnen bereits die Wahrheit, offenbart bereits auf demselben Blatt die Täuschung durch die Langbezeichnung Liste Sebastian Kurz – Die neue Volkspartei.

Ein allessagender Moment der Wahrheit auf www.sebastian-kurz.at

Sebastian Kurz ist ein Mann der Wahrheit. Und seine Wahrheit zeigt er jedem Menschen, der seine Website aufruft: gleich zu Beginn ganz offen für einen kurzen Moment sehen Sie in die Tiefe der Wahrheit von Sebastian Kurz:

sebastian-kurz-at

Wenn Sie also seine Website aufrufen, sehen Sie das obige Bild nicht ganz genauso. Es fehlt der türkise Rahmen, der hinzugefügt wurde, damit es Sie nicht gar so erschreckt, in seiner ganzen Schwärze.

Was nach diesem kurzen Moment der Wahrheit kommt, ist die Bestätigung dieses Bildes, das Spiegelbild seiner Ansagen, etwa zur Entlastung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, wie er also seine „neue gerechtigkeit“ von seinen Parteiahnen eingesogen hat und nun ausatmet.

Gerade zu diesen seinen Ansagen zu Steuern und Abgaben hätte wieder etwas hinzugefügt werden können, etwas ganz Aktuelles. Datumsmäßig aktuell, nicht nach der Weltanschauung der kurz’schen Partei. Es hätte etwas geschrieben werden können, wie Alleinerzieherinnen entlastet werden sollen,  mit einem „Kinderbonus“. Der „Kinderbonus“, so schwarz wie kurz, soll an den Vater, also an den Mann ausbezahlt werden, und der Mann soll diesen an die Mutter, also an die Frau weitergeben, so wie es einmal war, als Papi Mami ein Haushaltsgeld gab, damit sie einkauft, was ihm schmeckt. Das Moderne daran? Papi und Mami sind getrennt, und Mami muß nicht mehr für ihn einkaufen. Aber wer weiß, vielleicht gibt Papi noch was drauf, und dann kann Mami auch wieder für ihn einkaufen und es ihm gleich zustellen. Zustelldienste sind doch etwas Modernes. Die soll sich doch jeder Mann leisten können, wenn er sich schon sonst nichts leisten kann, von seinem Lohn, nicht einmal Steuern. Genug. Schon zu viel darüber. Sonst müßte noch geschrieben werden, daß Zehntausende von Frauen nichts von diesem „Kinderbonus“ hätten, nicht einmal dann, wenn Papi wirklich diesen weitergeben würde. Genug.

Es ist ja doch nur wieder ein Spiegelbild …

Jetzt sind Sie genügend vorbereitet, um sich nicht mehr zu erschrecken. Wie es tatsächlich aussieht, in seiner ganzen Schwärze: dann klicken Sie auf www.liste-sebastian-kurz-die-neue-volkspartei at … Sie werden diese Website gar nicht anklicken müssen, Sie können sich die ganze Schwärze bestimmt auch so schon vorstellen.

PS Und was ein Mensch ausatmet, das ist bekannt, u.a. CO2.

Programm von Sebastian Kurz und seiner Kapelle new nemesis („neue gerechtigkeit“): Ich bau dir Kartoffeln an.

Über eine Million Menschen in Österreich sind Sebastian Kurz vollkommen egal.

Das ist auf den Punkt gebracht, das Interview mit Sebastian Kurz am 5. September 2017 in der ZIB 2 mit Armin Wolf.

Wenn Sie damit liebäugeln, am 15. Oktober 2017 Liste Kurz – die neue Volkspartei zu wählen, sollten Sie sich sofort dieses Interview ansehen.

Sebastian Kurz hat für Sie eine glasklare Botschaft. Oder mit seinem christlich-sozialen Hintergrund: ein unmißverständliches, eindeutiges Evangelium: Sie zählen nicht für Sebastian Kurz. Sie kommen im Programm von Sebastian Kurz nicht vor. Na ja, Programm, es sind halt Ansagen.

Und das kurz’sche Ansageevangelium ist für Sie keine frohe Botschaft.

Wenn Sie zu den Menschen in Österreich gehören, die zwar arbeiten, aber so wenig verdienen, daß Sie keine Lohnsteuer zu zahlen haben, oder sehr wenig Lohnsteuer zu zahlen haben.

Armin Wolf: „Könnte man auch andere Maßnahmen finden?“

Sebastian Kurz: „Wie bitte -„

Armin Wolf: „Für die gibt’s gar nichts in Ihrem Programm.“

Sebastian Kurz: „Na ja, Herr Wolf, das ist selbstredend. Unser Ziel ist es, arbeitende Menschen …“

Für Sie hat Sebastian Kurz nur ein schnappiges „Wie bitte“ … Und so wie Kurz es spricht, ist es äußerst fraglich, ob dahinter ein Fragezeichen gesetzt werden kann. Bei Kurz klingt es nach einem Ausrufezeichen:

Wie bitte!

Aber sehen Sie sich das gesamte Interview an. Und dann werden Sie sich wohl auch fragen:

Wie bitte, dieser Mann will gewählt werden? Auch von Ihnen?

Sehen Sie sich das Interview an, nehmen Sie beispielsweise die Modellrechnungen hinzu, die vom fellnerischen Blatt veröffentlicht wurden: „Das bringt die ÖVP-Entlastung für Sie persönlich“.

Dann können Sie Sebastian Kurz nur antworten: Wie bitte!

Um ein Beispiel von diesen drei Kurzentlastungen herauszugreifen. Angenommen, Sie verdienen 1.800,00 Euro im Monat. Das fellnerische Blatt führt, wohl deshalb, damit es nach recht viel klingt, die Jahres-Entlastung mit 526,00 Euro an.

Pro Monat sind das gerade einmal 43,83 Euro.

Nicht einmal drei Prozent von Ihrem monatlichen Bruttogehalt macht die kurz’sche Entlastung für Sie im Monat aus. Denken Sie jetzt auch daran, wie viel Sie seit dem letzten Jahr im Monat mehr ausgeben müssen, allein durch die Anhebung der Umsatzsteuer um drei Prozent von zehn Prozent auf dreizehn Prozent. Dann denken Sie dabei auch daran, wie viel mehr Sie für Ihre Wohnung aufgrund der Indexanpassung vom letzten April zahlen müssen. Und so weiter und so fort.

Bleibt Ihnen noch etwas von diesen 43,83 Euro, oder müssen Sie schon zuzahlen? Und wenn ja, woher nehmen Sie es, wo müssen Sie etwas streichen, wegnehmen, verzichten?

Auch bei den zwei anderen Beispielen, für den Fall, daß Sie so viel verdienen, mit 2.300,00 und 2.800,00 Euro sind es nicht einmal die drei Prozent, die dem Finanzminister seit dem letzten Jahr durch die Erhöhung der Umsatzsteuer … Übrigens, dieser Finanzminister möchte auch der nächsten Regierung als Finanzminister angehören. Und das wird dieser nicht ohne Rücksprache mit Sebastian Kurz verlautbart haben.

Aber sehen Sie sich das Interview an. Es geht um die Ansage von Sebastian Kurz, „kleinere und mittlere Einkommen zu entlasten“ …

Und wenn Sie sich das Interview angesehen haben, Sie sich alles durchgerechnet haben, mit Ihrem Einkommen, mit Ihren Ausgaben, mit Ihrer Steuerleistungen, mit Ihren Sozialversicherungsbeiträgen, mit der für Sie angesagten kurz’schen Entlastung, werden Sie nur eines ausrufen können:

Wie bitte!

Und er, Kurz, redet auch von Eigentum schaffen, Sie sich also Wohnraum leisten sollen können. Mit dieser monatlichen Entlastung von 43,83 Euro? Da werden Sie wohl nicht zu jenen gehören, die „erstmals Eigentum“ schaffen, „wollen“ schon, aber können …

Armin Wolf fragte nach dem Finden von anderen Maßnahmen und Kurz kurz:

Wie bitte!

Andere Maßnahmen beträfen etwa indirekte Steuern, wie die oben erwähnte Umsatzsteuer, die Sie ungleich härter treffen, als einen Menschen mit beispielsweise 17.512,00 Euro brutto im Monat, oder die Sozialversicherungsbeiträge, die alle Menschen mit einem Durchschnittslohn ungleich stärker belasten, als etwa den mit beispielsweise 17.512,00 Euro brutto im Monat.

Sebastian Kurz und Kapelle new nemesis.png

Die beste Voraussetzung, um sich etwas leisten zu können, etwas schaffen zu können, sich etwas anschaffen zu können, sind wesentlich höhere Löhne und wesentlich höhere Gehälter. Aber danach brauchen Sie Sebastian Kurz erst gar nicht zu fragen, ob er sich für höhere Gehälter und höhere Löhne einsetzen würde wollen. Darauf wäre seine Antwort wohl nur ein kurzes:

Wie!

Ohne Bitte. Vielleicht setzte er mit einem Zitat von einer christlich-sozialen Ikone nach:

Sie sollten sich stattdessen an Kraut und Kartoffeln gütlich tun, wenn das Geld für Fleisch nicht reiche.

„Neue Gerechtigkeit“ flötet also Sebastian Kurz. Na ja, „neue Gerechtigkeit“ – was daran das „Neue“ … es ist ein alter christlich-sozialer Schlager, den nun Sebastian Kurz singt und Sie zum Träumen bringen will, daß mit einer Wahl von ihm …

„Ich bau dir ein Schloß, so wie im Märchen.“ Das sang Heintje. Es wird das Bübchen dies ehrlich gemeint haben, als er, Heintje, seiner Mamatschi ein Schloß bauen wollte, so wie im Märchen. Und seine Mutter wird ihm wohl nicht böse gewesen sein, als sich das Bauen eines Sch.., als sich nicht mal das Anschaffen einer Eigentumswohnung ausging, wie ach, wird sie verständnisvoll gesagt haben, mit Eintausendachthundert im Monat, und sie wird wohl glückselig gewesen sein, wie brav und hart arbeitend ihr großer Sohn … und sich gefreut haben, daß ihm ihr Kraut mit Kartoffeln so gut schmeckt, was für einen Appetit er immer noch hat, auf ihre Kartoffeln mit Kraut …

Aber vielleicht hätte er diesen Schlager seiner Mamatschi nie gesungen, hätte er als Bub schon gewußt, wie viel er verdienen, wenn er groß ist, und nie viel mehr verdienen wird, und dazu noch die Preissteigerungen bei Eigentum …

Und damit kein Bübchen seiner Mamatschi ein nie zu erfüllendes Lied mehr zu singen braucht, singen Sie mit der Melodie von diesem alter Schlager diesen Text, dann haben Sie das gesamte Programm – und das ist keine Ansage vor der Nationalratswahl, sondern das permanente alte Programm – von Sebastian Kurz für Sie …

Ich bau dir Kartoffeln an

Ich bau dir Kartoffeln an, so wie im Leben,
die ess‘ ich mit dir, dann ganz allein.
Ich bau dir Kartoffeln an, wenn ich einst gross bin,
dann kannst du satt und glücklich sein.
Der blaue Himmel schaut auf uns herab,
sag dir jeden Tag, wie viele Kartoffeln ich hab.
Und alle Träume zieh’n so schnell vorbei,
an der Wirklichkeit für uns zwei.
Ich bau dir Kraut an, du wirst schon sehen,
bald bin ich schon gross, dann zieh’n wir ein.
Wo Kartoffeln für mich am Herde stehen,
da wird jeder Sonntag ein Tag sein.
Der blaue Himmel schaut auf uns herab,
sag dir jeden Tag, wie viel Kraut ich hab.
Und alle Träume zieh’n so schnell vorbei,
an der Wirklichkeit für uns zwei,
an der Wirklichkeit für uns zwei.

sebastian kurz und seine Kapelle new nemesis - Programm für Sie

 

Vom Senkungswillen des Sebastian Kurz

Nun läuft Sebastian Kurz durch das Land und erzählt allen, die Menschen würden sich nichts aufbauen können, trotz harter Arbeit. Deshalb wolle er, kurz gesagt, die Abgabenquote von 43 % auf 40 % senken.

Drei Prozent weniger an Abgaben, ja, damit kann, will Kurz wohl vermitteln, der Mensch sich mit harter Arbeit etwas aufbauen, sich etwas leisten, etwas schaffen.

Drei Prozent weniger, ja, größer ward ein Senkungswille noch nie gewesen.

Rechnen Sie einmal, was drei Prozent bei Ihrem Gehalt ausmachen würden, wie viele Scheine mehr Sie durch drei Prozent weniger in Ihrer Brieftasche haben würden.

Sie hätten trotz drei Prozent weniger keinen einzigen Geldschein mehr in Ihrer Tasche?

Wie das?

Es verspricht doch Sebastian Kurz eine Abgabensenkung, damit Sie sich etwas aufbauen können.

Sie müssen sich verrechnet haben.

Nein, Sie haben sich nicht verrechnet?

Wie ist dies dann zu erklären?

Ja, es ist doch eine sehr akademische Diskussion über die Abgabenquote. Mit der Abgabenquote läßt es sich vortrefflich theoretisieren. Nur Sebastian Kurz führt keine akademische Diskussion, er theoretisiert nicht. Ganz im Gegenteil. Er tut so, als würde er ganz wirklich an die Abgabenquote herangehen, er tut so, als wäre die Abgabenquote von 43 % eine praktische und keine theoretische Größe, als müßten tatsächlich alle Menschen 43 % von ihrem Lohn abliefern. Und er, Kurz, will ihnen beistehen, damit sich die Menschen etwas aufbauen können, indem er die Abgaben auf 40 % senken will: ganz ehrlich, ganz wirklich.

Aber wie sieht es praktisch, konkret und wirklich um die Abgabenquote für wahlberechtigte Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen aus?

Sie haben es für sich ausgerechnet. Drei Prozent weniger bringen Ihnen keinen Cent mehr in die Brieftasche. Das ist dann nur so zu erklären. Dann gehören Sie zu den vielen, vielen Menschen in Österreich, die so viel verdienen, daß Ihnen nicht dreiundvierzig Prozent von Ihrem Bruttolohn abgezogen werden können.

Vielleicht gehören Sie zu den Menschen in Österreich – Sie glücklicher Mensch –, die monatlich einen Bruttolohn von 3.026,00 Euro für harte Vollzeitarbeit beziehen, dann kommen Sie nach dem Brutto-Netto-Rechner des österreichischen Finanzministeriums auf eine Abgabenquote von rund 33 Prozent. Sie wird Sebastian Kurz also nicht meinen, mit seiner Sorge um die Menschen, die sich nichts aufbauen können, trotz harter Arbeit. Sie können sich also in Österreich gut aufgehoben fühlen, Sie haben jetzt schon eine um rund zehn Prozent niedrigere Abgabenquote. Aber neiden Sie den 86,78 % Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern nicht deren noch niedrigere Abgabenquote, weil Sie weniger verdienen als Sie und sich dadurch noch mehr aufbauen, leisten, schaffen können als Sie.

Weshalb hier mit 3.026,00 Euro Bruttolohn gerechnet wird. Nun, nach der Austria Statistik beträgt das durchschnittliche Bruttojahreseinkommen 42.364,00 Euro für Vollzeitarbeit, allerdings von Männern, Frauen verdienen weniger, die Glücklichen, sie können sich durch ihre dadurch noch niedrigere Abgabenquote noch mehr aufbauen, noch mehr schaffen.

Übrigens und nur nebenbei: wenn Sie wissen möchten, wo Sie mit Ihrem Gehalt auf der Gehaltspyramide in Österreich genau stehen, dafür gibt es ein Berechnungsprogramm.

Was für ein Mann des Durchblicks doch Sebastian Kurz ist. Präzise hat er erkannt, woran es in Österreich hängt, daß Menschen sich trotz harter Arbeit nichts mehr leisten, aufbauen, schaffen können. Es ist die Abgabenquote, über die vortrefflich theoretisiert werden kann, also nicht die konkrete … Wäre diese nicht, ach, was könnten sich alle mit harter Arbeit leisten, aufbauen, schaffen. Denn sonst wäre alles vorzüglich, um sich etwas leisten, aufbauen, schaffen zu können – kurz aufgezählt: seit Jahrzehnten sinken die Baukosten für Eigenheime kontinuierlich um drei Prozent, werden Jahr für Jahr Eigentumswohnungen um drei Prozent billiger, die Mieten für Wohnungen sind schon auf ein Niveau gesunken, daß von Minusmieten gesprochen werden muß, also die Vermieterinnen den Mietern … Und erst die Löhne, oh die Löhne, seit Jahrzehnten wöchentlich um drei Prozent gestiegen, ja, wahrlich, Arbeitgeberinnen sind heutzutage, so hoch sind die Löhne bereits, Mäzene zu nennen.

Maximalbruttolohn für alle Arbeitnehmerinnen bringt allen eine Abgabenquote von 20 Prozent - Da bleibt ordentlich was für den Aufbau wie ihn Sebastian Kurz versteht

Und weil das alles in Österreich so hervorragend ist, bloß bis auf die Abgabenquote, kann es, kurz gesagt, nur eines geben, nach der kurz’schen Sicht jedenfalls, damit Menschen von ihrer harten Arbeit sich etwas leisten, aufbauen, schaffen können, der Maximalbruttolohn für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer darf nicht höher sein als 1.500,00 Euro. Denn. Mit einem Bruttolohn in dieser Höhe ist eine Abgabenquote von rund zwanzig Prozent bereits Wirklichkeit. Oh, und was können sich all jene, die diesen Maximalbruttolohn bereits beziehen, alles leisten, aufbauen, schaffen – ganz schön viel, ordentlich unvorstellbar!

Seit dem letzten Jahr bleibt Ihnen dennoch weniger in der Brieftasche? Wenn Sie sich etwas leisten möchten, wird Ihnen seit dem letzten Jahr immer drei Prozent mehr aus Ihrer Brieftasche … ah, Sie meinen durch die Erhöhung der Umsatzsteuer um drei Prozent von zehn auf dreizehn Prozent durch den Finanzminister aus der kurz’schen Partei …

Nun, seien Sie ohne Sorge, auch bei der Umsatzsteuer will Sebastian Kurz etwas tun, also eine Senkung herbeiführen, aber nicht bei der gesamten Umsatzsteuer, nur bei der Umsatzsteuer für Beherbergung, wie bei der Abgabenquote von 43 % auf 40 %, damit alle Menschen im Land sich etwas leisten, schaffen, aufbauen können …

Sebastian Kurz läuft jetzt vor der Nationalratswahl durch das Land und erzählt allen, er würde die Abgabenquote senken wollen, und wie er es erzählt, klingt es eben danach, als wolle er die Abgabenquote für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer senken, damit sie mit harter Arbeit sich endlich etwas leisten, aufbauen, schaffen können. Von den anderen Werten, aus denen sich die Abgabenquote zusammensetzt, spricht er nicht, aber die betreffen wohl viel zu wenige Wahlberechtigte, die ihm nicht seinen Aufbau schaffen können, wenngleich sie davon ausgehen können, sie, die wenigen, seien tatsächlich unausgesprochen als Nutznießende gemeint, wenn er, kurz gesagt, Senkungen bei der Abgabenquote verspricht … Da geht es um Werte, die Sie vom Hörensagen kennen werden: Kapital, Gewinne, Vermögen …

Generell kann gesagt werden, Sebastian Kurz will überall eine Senkung auf sein Niveau.

Übrigens, Niveau, da fällt unweigerlich sofort ein Mann ein, mit dem er, Kurz, nicht abgeneigt ist, auf einer gemeinsamen Regierungsbank … ein Mann, der auch für alle Menschen steuerlich etwas …

 

Sebastian Kurz - Löhne und Abgabenquote.png

PS Wie es theoretisch um das Senken der Abgabenquote bestellt ist, dazu eine Modellrechnung, die im „Kurier“ gelesen werden konnte:

Und so sieht die Rechnung aus: Als Inflationsrate wird zwei Prozent pro Jahr angenommen, als Realwachstum 1,5 Prozent. Das nominelle Wachstum läge also bei 3,5 Prozent pro Jahr. Somit würde Österreichs Wirtschaftsleistung von derzeit 350 Milliarden Euro auf 415 Milliarden Euro in fünf Jahren zulegen. Die Steuern und Abgaben würden im selben Zeitraum von 151 Milliarden Euro auf 166 Milliarden Euro steigen. Womit die Steuer- und Abgabenquote bei 40,1 Prozent des BIP läge. Und das, obwohl die öffentlichen Ausgaben um etwas mehr als zehn Prozent höher liegen könnten als heute.

Agenda Austria-Chef Franz Schellhorn sagt, die Regierung müsste die Ausgabenbremse nicht einmal in allen Ressorts gleichermaßen anziehen, sie könnte in einem Ressort mehr sparen – etwa bei den von Kurz zitierten Subventionen – und an anderer Stelle, etwa bei der Gesundheit, mehr als die Inflationsrate ausgeben. Schellhorn: „Das ist eine politische Entscheidung.“

Die größten Kostentreiber bei den Bundesausgaben werden laut Schellhorn in den kommenden Jahren die Pensionen sein, vor allem die der Beamten, sowie die Ausgaben für den Arbeitsmarkt (für Arbeitslose, Schulungen etc.)

So also könnte nach einem Beispiel theoretisch die Senkung der Abgabenquote um drei Prozent erreicht werden. Eine Spielerei. In einem Spiel kann viel angenommen werden, etwa, die Inflationsrate zwei Prozent, das Realwachstum eineinhalb Prozent … Wesentlich aber in diesem Theoriespiel: Steuern und Abgaben würden um 15 Milliarden Euro steigen, die Wirtschaftsleistung um 65 Milliarden Euro. Und zu diesem Spiel kann, wie stets, ein alter Schlager gesummt werden: „Wenn ich mir was wünschen dürfte“ …

Wer wird diese angenommenen Steigerungen aber praktisch erbringen? Wer wird für die Entlastung, von der Sebastian Kurz spricht, praktisch sorgen? Da bekommt seine Ansage, „der Löwenanteil der Entlastung solle den Arbeitnehmern zugutekommen“, eine neue Bedeutung, das heißt, eine alte Bedeutung. Die Arbeitnehmerinnen werden es praktisch sein. Sie werden die Wirtschaftsleistung praktisch zu erbringen haben. Sie werden durch Steuern und Abgaben die Einnahmen des Staates praktisch zu erhöhen haben, auf „Sozialleistungen“, die für Sebastian Kurz ohnehin „fehlgeleitete“ sind, praktisch zu verzichten haben.

Von einem konkreten genannten Zeitpunkt, wann die theoretische Abgabenquote von drei Prozent weniger erreicht werden soll, ist von Sebastian Kurz nichts bekannt. Ein vermittelter Eindruck aber ist, das werde sofort, wenn er – Wähler und Wählerinnnen, behüte! – … Dem obigen Modellrechnungsspiel ist ein Zeitraum von fünf Jahren, also in fünf Jahren könnte die Abgabenquote theoretisch eine um drei Prozent gesenkte sein … praktisch aber werden es sofort alle spüren, und das wird kein angenehmes, wohliges Spüren sein, sollte nach dem 15. Oktober 2017 tatsächlich, kurz gesagt, ÖVP und FPÖ auf der Regierungsbank … und das alles wofür? Für eine Zahl auf dem Papier, für eine Zahl, die nicht einmal auf dem Papier etwas hergibt – drei Prozent weniger …