Kuwait ist, freuen Sie sich, Martin Mosebach, bald das Tor zum Paradies für absolut große Kunst

Nur der hingerichtete Künstler ist der Schöpfer von absolut großer Kunst.

Aber noch mehr, Martin Mosebach, werden sich Allah und Gott freuen und Sie werden kehlig Hosianna rufen, wenn Sie, bald, wie ungeduldig müssen Sie jetzt schon sein, zusammen bei den Frauen der Propheten nicht mehr ohne große Kunst zu liegen … Unter denen auch Ihre Mutter erfüllt aber doch auf nur klägliche Kunst, nein auf leere wolkige Wände zu blicken hat, denn Gott und Allah haben Ihr Museum entleert in Erwartung kommender großer Kunst, noch mehr also werden sich Allah und Gott freuen, wenn Sie, bald, ach bald, Mohammed dabei beobachten werden, wie dieser durch das Tor Kuwait die ersten Künstler geleiten wird, es werden allah-  und gottgemäß selbstverständlich ausschließlich Männer sein, die in Ihr Museum mit höchstem dienerischen Respekt gebeten werden, zu ihren bereitliegenden Pinseln, um sofort die Arbeit daran aufnehmen zu können, die Kunst zu schaffen, zu der sie auf Erden nicht imstande waren, weil sie zu ihrem Unglück etwa in Deutschland lebten, in einem Land, das zum größten Schaden der Kunst keine Strafen kennt, das niederträchtig für den Ruin der großen Kunst verantwortlich ist, das Kunst in Fiasko wandelte, weil es sich weigert, den Künstler für Blasphemie mit dem Tod zu belohnen …

Ein wenig werden Allah und Gott aber noch warten müssen, denn, so ist zu hören, Emir Sabah IV. habe dieses Gesetz bis jetzt nicht unterschreiben wollen, jedoch Gott und Allah können mit Zuversicht, denn die Abgeordneten -, wünschen Sie, Martin Mosebach, diesen Abgeordneten Kraft, mit einer zwei Drittelmehrheit doch noch dieses Gesetz zur Preisung der Kunst und zur Freude und zum Wohlergehen von Allah und Gott durchzubringen … Wie langweilig muß es doch Gott und Allah schon sein, bei den keusch gekleideten Frauen nackt zu liegen, ohne von großer Kunst umgeben zu sein, nichts anderes als schmachtende Frauenblicke zu sehen und dabei immer nur Ihre Texte von Mohammed vorgelesen zu bekommen -, ah, wie wird es dann anders sein, paradiesisch wird es sein, wenn gar viele Dichter auch durch das Tor Kuwait kommen werden, um Ihre Texte den Engeln zu diktieren, die sogleich anheben werden zu einem Choral von nie ausgehenden absoluten Texten, während die Maler fortwährend absolut malen, die Bildhauer fortwährend absolut bildhauern, die Filmemacher fortwährend absolut filmen, die Videokünstler fortwährend absolut visualisieren, einfach und kurz, sie werden fortwährend absolute Kunst in jedweder Form schaffen …

Gott und Allah, die Mäzene der wahrlich großen Kunst und der wahrlich großen Texte, werden möglicherweise bald noch mehr niedriges Personal auch benötigen … Denn es soll bald auch ein Tor Saudi-Arabien geben -, allerdings wird nicht gewußt, wie weit sie in Saudi-Arabien gehen werden wollen, in ihrem Willen der Kunst zu dienen … Vielleicht weiß darüber etwas mehr bereits die ehemalige Justiministerin Claudia Bandion-Ortner oder ihr sie entlohnender Arbeitgeber, der österreichische Staat

Es stehen große Umbauten also bevor, im Museum von Allah und Gott, denn auch in Tunesien will ein Tor zu Ihrem Museum geschlagen werden, und es werden noch viele kommen, die da sagen werden, lasset sie gehen durch viele und viele Tore und bezeugt durch eure Taten und Schriften, es ist wahr gesprochen: dies ist das Museum der Tore …

PS Eine derart stringente Gedankenführung, Martin Mosebach -, ach, wie sind Sie doch darum zu beneiden, so tief gesegnet zu sein, soviel Geist ist nur einem Menschen gegeben, der in der Gnade lebt, einen Altar als seinen Schreibtisch von Gott geschenkt bekommen zu haben und dem die Hand beim Schreiben von Allah geführt wird … In der Tat, wie klar muß Ihnen etwa der Satz

Die Bundesrepublik hat im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern neben der Garantie der Meinungs- und Pressefreiheit in dem Grundgesetz auch eine „Freiheit der Kunst“ verankern wollen – eine Garantie, die vielen Juristen fragwürdig erscheint, weil diese Freiheit durch Meinungs- und Pressefreiheit eigentlich genügend abgesichert sei[.]

von Ihrem Schreibtisch herauf in Ihr Gesicht leuchten, wie einfältig und schlicht hingegen die Frage, die darauf folgen muß: die „Freiheit der Religion“ ist verankert, weil diese eigentlich nicht und schon gar nicht genügend abgesichert ist, durch …?

2 Gedanken zu „Kuwait ist, freuen Sie sich, Martin Mosebach, bald das Tor zum Paradies für absolut große Kunst

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