Nicht für jedes Kapitel läßt so einfach eine Überschrift sich finden. Diesem Kapitel hätte durchaus vorangestellt werden: Heinzlmaiers Gespür für Liedgut … Zu viele jedoch würden meinen, das Kapitel würde in der Hauptsache von Bernhard Heinzlmaier handeln, während Heinzlmaiers als Typologie … aber es kann kein wissenschaftlicher Begriff geschaffen werden, der auf dem Namen von Bernhard Heinzlmaier fußt. Es will nur etwas erzählt werden. Es paßte als Überschrift durchaus „Ohne Titel“, aber manches Kapitel erzählt schon alles, wenn seine Überschrift einfach die Namen der Figuren sind, von denen im Kapitel erzählt wird.
Es will erzählt werden, das versprochen wurde, dieses Kapitel hat seinen Ausgang bei Bernhard Heinzlmaier, der einem Liedgut derart ergeben ist, daß er es der ganzen Welt, also seiner Welt Österreich zeigen muß, das Liedgut der Band „Steinalt“ … Es begann mit einer Pressekonferenz, in der er nicht Lieder von „Steinalt“ zum Besten gab, sondern bloß das Logo dieser Band herzeigte, neben ihm oder er neben ihr Claudia Plakolm, Staatssekretärin für Jugendangelegenheiten, Zivildienst und seit kurzem auch für Digitalisisierung. Hätte Bernhard Heinzlmaier in dieser Pressekonferenz nicht ein T-Shirt getragen, das nur einen Teil des Logos von „Steinalt“ zeigt, also die augenblicklich zur Aufregung gewordenen Runen, sondern das gesamte Logo von „Steinalt“, also auch die Äxte, damit sofort erkennbar als Logo der Kapelle aus dem Niederösterreichischen, es wären die Runen gar nicht sehr aufgefallen …

was für ein Gelächter hätte das gegeben, eine Staatssekretärin für Jugend, Zivildienst und nun auch für Digitalisierung lädt zur Pressekonferenz zum „Bericht der Lage der Jugend“ mit einem alten Mann mit steinalten Äxten auf seiner …
Die kurze Aufregung wie immer in Österreich kurze Aufregung auch um Runen auf der heinzlmaierischen T-Shirtbrust endete nach einer Prüfung aufgrund einer Sachverhaltsdarstellung mit der Bekanntgabe der Staatsanwaltschaft Wien:
„Das ist ein Bandlogo.“
Es würde keinen Anfangsverdacht und keine Ermittlungen geben. Das wurde am 28. Oktober 2023 berichtet. Zu diesem Zeitpunkt war die Aufregung um die Runen längst wieder —
„Steinalt“ — das Liedgut, von dem nicht nur Bernhard Heinzlmaier recht angetan ist, sondern offensichtlich auch Martin Sellner, wie am 19. März 2024 auf der Konzernplattform „Youtube“ zu lesen ist, auf der mit einem Herz zum Danke einbekannt wird: „Martin Sellner brachte mich hier her“ … und „danke für die empfehlung hr. heinzlmaier“ —

Allein die Titel der „Steinalt“-Lieder, ein jeder recht als Shirtdruck: „Schrei gen Norden“ — „Schwert der Ahnen“ — „Wolfskönigin“ — „Der Untergang“ — „Met in den Adern“ … Und wenn die „Steinalt“-Lieder alle zusammen zur selben Zeit abgespielt werden, was für eine —

geboren mit schand und reue sucht man das Herz im land der treue der mond steht hoch und der wille ist stark der wind weht durchs knochenmark so fühlt man sich geborgen im stillen schrei gen norden wohoho, so erzählt man sich yehehe, es geht nördlich wohoho, der ruf erschallt yehehee, stahlkalt mythen, berge, wald und meer heimat im herzen schwer trägt hinfort die reine landschaft die götter, ja, besitzen die kraft man kämpfe für seinen lord doch der weg sei verloren, der weg nach nord entführt, sie waren überall die wölfe sie heulten, die nacht wird ewig sein, instinktiv sütrmen sie nach vorn, das menschenherz pocht schon haben sie verloren. die erste reihe der armseligkeit herben ihre schilde formieren sich. glauben was sie tun das ist ihre pflicht, nein sie stehen vorm gericht. gemetzel geheule köpfe aufgespiesst, der prinz der menschen glaubte doch noch an den sieg. die königin das blut getrunken, die ehre so sagt man von den göttern werde man geführt von jenen töchtern in ein land voller stolz und ehre mut und kraft geben himmel und see im innern so spürt man, die einst vergessene lehre dort thronen die götter, in und um die meere feuer mög‘ man spüren, in brust und bein so wird der gott des krieges mit uns sein die see braust auf, der wind weht übers land ertrage viel zu lang des gottes schand hinter diesem schleier liegt die kraft hoch empor erhoben, erhaben, überall sie wacht eis und feuer wurden geboren so erschallt der hammerschlag der gipfel, der heilige ort den ehren wir, wir halten wort eis und feuer wurden geboren so erschallt der hammerschlag der gipfel, der heilige ort den ehren wir, wir halten wort wohoho, so erzählt man sich yehehe, es geht nördlich wohoho, der ruf erschallt yehehee, stahlkalt mythen, berge, wald und meer heimat im herzen schwer trägt hinfort die reine landschaft die götter, ja, besitzen die kraft in frieden leben sie, in einklang mit der natur. am alten fluss das stehen sie, das wa ein genuss. eine helle nacht es heute ist, der mondschein lässt sie niemals ahnen, das heute das licht sich bricht, durch unheil und blutigen tagen. das wolfsrudel stand vor einer prüfung, das werk ist vollbracht, nieder mit den wölfen eine blutige nacht. sie spürten keine schuld, erkannten keine reue, sie schrien in den wald, unser alles die königin den ansturm sah. es sind die ach so stolzen menschen, reuelos den wald rücken die menschen weiter vor, so verbreitet sich die kunde. die königin erlag an ihren wunden schon, durch spiesst vom speere des hauptmanns. durchbohrt mit dem speer so erlosch ihr licht, das heiligtum das zerbricht. ein feuer ewig heil gebrannt, erloschen durch feige menschenhand. der altar aus stein zerbrach betraten. sie lachten und tobten, der menschen schon versunken. reihen vielen, schädel wolfskönigin tod und enthauptet so starb sie, so erlosch ihr licht! der hauptmann stark vor verwesung rollten, den eigenen tod ist, was sie wollten für die wölfe war die jagt nun aus, so gingen sie in frieden in den wald in ihr zu haus. so gingen sie in den wald in ihr zu haus was bleibt ist der graus, der menschendreck entfernt friede kehrt ein noch lange nicht, blutdurst herrscht zur stunde. so wie eis, den menschen vertrauen, hatte seinen preis! der mensch feierte wohl bald! der hauptmann trank ihr blut zum sieg, der wald er schrie vor trauer! alles zertrampelt menschendreck, so errichteten sie eine mauer. sie litt, sie starb, sie heulte vor todesqualen. schon, sein fluch wird ihn zermalmen. der tod wünscht sich schon sehnlichst her, die gnade, bekommt er nicht. ein feuer, ewig heil gebrannt, erloschen durch feige menschenhand. der altar aus stein zerbrach wie eis, den menschen vertrauen, hatte seinen preis! wie geht es nun weiter zerstört dieser hain, das nennt ihr für gott wie dumm muss man sein. es ist nicht nur unser sondern auch euer heim!

Ein Liedgut von „Steinalt“, das eine Band unverändert übernehmen könnte, die nicht in Pressekonferenzen mit wedelnden Fahnen auftritt, aber auf Veranstaltungen der —
Wie stimmungsreich müssen mit solch einem Liedgut auch die Sommersonnwendfeiern von „Steinalt“ —
„Wir sehen uns am Wödanas dag.“ Ist von „Steinalt“ auf der Konzernplattform X-Twitter zu lesen … wer wohl zum „Wödanas dag“ gekommen ist?

Von Wölfen singt „Steinalt“; welch anderer Gruß als der Wolfsgruß könnte rechter sein, wie auf dem am 8. Februar aktualisierten Titelbild von „Steinalt“ zu sehen ist, am 19. März 2024 —
Eine Band, die nicht nur wegen ihres Liedgutes ein rechter Anlaß einmal sein könnte,
für ein Filosofikum in den Bergen
mit den drei Filosofen …

Das ist ein Kapitel, das endlich sich anbietet, auch einmal schreiben zu können: Und die Moral von der Geschichte — na ja, Geschichte — Die Moral von dem Kapitel ist: „Das ist ein Bandlogo.“
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