Am 20. April das Buchgeschenk von Peter Sloterdijk: „Der Fürst und seine Nachfolger“

Es kann menschgemäß noch nichts über das — falls davor nicht noch ein anderes erscheint — nächste Buch von Peter Sloterdijk mit dem Titel „Der Fürst und seine Nachfolger“ gesagt werden, da es noch nicht veröffentlicht ist, es erst am 20. April 2026 veröffentlicht werden wird, wie er selbst ankündigt.

Was aber zu diesem am 20. April erscheinenden Buch gesagt werden kann, ist das, was Peter Sloterdijk selbst zu seinem 20.-April-Buch schreibt, jetzt schon am 8. November 2025, genauer, es kann zu diesem Buch nichts gesagt werden, nur, was auffällt, sofort auffällt beim Lesen der sloterdijkschen Werbung für sein Buch.

Alexander habe Achill nachgeahmt und Caesar den Alexander – doch wen haben sich die starken Männer der Gegenwart zum Vorbild genommen? Caligula, Napoleon III., Mao?

Das Buch wird erhellen, ab dem 20. April 2026, wie und warum Peter Sloterdijk gerade auf diese Auswahl — Caligula, Napoleon III., Mao — gekommen ist,

und zusätzlich nicht auf Hitler, der sich doch aufdrängte, wenn das Buch genau am 20. April veröffentlicht werden wird, im nächsten Jahr.

Und der Österreicher drängte sich auch auf, kommt doch Peter Sloterdijk in dieser seiner Werbung auf seiner Website selbst auf Narendra Modi …

Auf der anderen Seite der Erdkugel sammelt der »Überragende Führer«
Xi
Zar
Putin
und Narendra Modi um sich, der einem Vorbild die höchste Statue der Welt errichten ließ.

Unausweichlich in der sloterdijesken Reklame der Verweis auf Machiavelli, genauer, auf das eine Buch von Machiavelli: „Der Fürst“, nachgerade so, als hätte Machiavelli nur dieses eine Buch geschrieben, als hätte Machiavelli beispielsweise nie „Discorsi“ geschrieben, die Wissenschaft von der Politik, als wäre Machiavelli nie auch Verfechter der Republik

Als hätte Machiavelli nichts anderes als „Il Principe“ geschrieben,

niemals etwas anderes, nur den Fürsten, also beispielsweise auch nicht „Das Leben Castruccio Castracanis aus Lucca“ …

Ein Fürst, der sich behaupten wolle, statuierte Machiavelli, müsse lernen, nicht gut zu sein. Diese Lektion haben die neuen Autokraten gelernt. Peter Sloterdijk schwingt sich nicht zu ihrem Berater auf, sondern erweist sich als so kühler wie hellsichtiger Analytiker des neuen Typs Fürst. In ihm reaktualisiert sich für Sloterdijk die Frage, ob die moderne Welt über die im Königtum gefundene Lösung für die Verkörperung der Macht in Einzelpersonen hinausgekommen sei.

„Peter Sloterdijk“, schreibt Peter Sloterdijk, „schwingt sich nicht zu ihrem Berater auf, sondern erweist sich als so kühler wie hellsichtiger Analytiker“, wie es wohl für einen Fürsten der Philosophie ohne Reich geziemet:

»I am the chosen one«,

wusste Donald Trump 2019 über sich zu berichten. Seit Wiederamtsantritt lebt er die Madman-Theorie aus, die ein moderner Machiavelli erdacht haben könnte: Wer als unkalkulierbar gilt, macht die besten Deals. Auf der anderen Seite der Erdkugel sammelt der »Überragende Führer« Xi Zar Putin und Narendra Modi um sich, der einem Vorbild die höchste Statue der Welt errichten ließ.

Es gibt, fällt zum Vorbild ein, einen Lesekreis, der nicht nur

des Machiavellis einzig‘ Buch liest, sondern auch die Moderneren,

zur Nachahme ihre herrschschaftlichen Unternehmungen „Menschenpark“ benennen

Das Geburtstagsgeschenk von Peter Sloterdijk am 20. April des kommenden Jahres wird nicht von der Art sein, wie es etwa Rudolf Hermann Eisenmenger für den mit einem Geschenk zu Huldigenden schuf, eher eines, darf nach der sloterdijkschen Reklame vermutet werden, der hinterlistigen Art, der am 20. April Geborene ist halt aufgrund seiner Zugehörigkeit zu den „gewöhnliche[n] Leute[n] einfach nicht einmal zu erwähnen, aber wer weiß, vielleicht kommt der 20.-April-Geborene doch vor im Buch „Der Fürst und seine Nachfolger“, das noch nicht vorliegt, bloß die Reklame des Fürsten und seine Nachfolger

Wer aber bis zum nächsten 20. April nicht warten will, um das Rätsel gelöst zu bekommen, wie Peter Sloterdijk beispielsweise auf Caligula kommt, kann jetzt schon „Die verdammt blutige Geschichte der Antike“ von Michael Sommer und Stefan von der Lahr lesen, zu der Michael Sommer in seinem am 16. November 2025 veröffentlichten Interview mit Marc von Lüpke u. v. a. m. sagt:

Römische Kaiser wie Nero und Caligula sind berüchtigt, immer wieder werden sie als Beispiele zur Deutung Donald Trumps herangezogen. Wie weit Trump heute Caligula damals ähnelt, weiß Historiker Michael Sommer, der auch eine Lehre aus der Antike für den Umgang mit Trump, Putin und Co. parat hat.

Donald Trump ist ein ausgeprägter Machtmensch, manchmal ist er ein Berserker, manchmal wirkt er wie ein zynischer Stratege. Nach der Demütigung Wolodymyr Selenskyjs im Oval Office im vergangenen Februar unterstellte ihm ein deutscher Journalist ein „Caligula“-Verhalten. Das beschrieb die Lage recht gut. Doch die Frage ist, welchen Caligula haben wir bei Trump erlebt?

Caligula, der dritte römische Kaiser, galt als erratisch und jähzornig. Insofern ist Trump schon ein „Caligula“. Aber es gab auch einen anderen Caligula, den mein Kollege Aloys Winterling beschrieben hat: Demnach war Caligula ein Zyniker allerschlimmster Kategorie, aber ein planmäßig agierender. Er wollte die alte römische Elite, die Senatoren, systematisch demütigen, um seine eigene Stellung zu erhöhen. Auch Trump demütigt und erniedrigt andere mit Leidenschaft. Nun wissen wir weder bei Caligula noch bei Trump, was in ihrem Oberstübchen vor sich ging und geht.

Trump wird niemals einen Psychiater an sich ranlassen, wir können also nur spekulieren. Ebenso wie es bei dem lange verstorbenen Caligula der Fall ist. Wenn wir in Trump den Verrückten sehen, ist der Fall klar: Kopf runter und das Beste hoffen. Wenn er einen Plan haben sollte, müssen wir darauf vorbereitet sein.

Trump plant Berichten zufolge im nächsten Jahr anlässlich seines 80. Geburtstages einen „Käfigkampf“ vor dem Weißen Haus, das er mit seiner Leidenschaft für alles, was golden glänzt, umdekoriert hat. Da werden Erinnerungen an das „Goldene Haus“ des Kaisers Nero wach, oder?

Der Ausdruck „Cäsarenwahn“ kommt nicht von ungefähr. Das passiert Leuten mit ausgeprägtem Narzissmus, bei denen sich niemand traut, ihnen die Meinung zu sagen. Andererseits sind sie oft ohnehin beratungsresistent. Das traf auch auf den einen oder anderen römischen Feldherrn, Konsul und Kaiser zu.