So — Das bisher schlechteste Parteitagsergebnis fuhr Andreas Babler mit 52,7 Prozent im Jahr 2023 ein. — könnte über das „Parteitagsergebnis“ im Jahr 2026 geschrieben werden, wenn es ebenso beschrieben werden würde, wie „Falter“ darüber „redet“, nicht gehört, aber gelesen in der Ausgabe 11/26, also derart ungenau, wobei sich die Frage stellt, ist es schlicht ungenau, ist es einfach fehlendes historisches Wissen oder ist diese eingesetzte Ungenauigkeit, dieses vorgegebene historische Fehlwissen ein Mittel zum Zweck?
Es ist wahr, daß Pamela Rendi-Wagner, wie Falter redet, „das bisher schlechteste Parteitagsergebnis mit 75 Prozent im Jahr 2021“ einfuhr, allerdings bei ihrer Wiederwahl, bei ihrer ersten Wahl im Jahr 2018 wurde sie mit 97,8 Prozent zur neuen Parteivorsitzenden der SPÖ gewählt, bekam damit bei ihrer Erstwahl mehr Stimmen als Christian Kern, Alfred Gusenbauer, Viktor Klima Franz Vranitzky, Adolf Schärf, Bruno Kreisky.
So wie Falter darüber redet, könnte geschrieben werden, also ohne Hinweis darauf, daß es seine Wiederwahl war, daß Andreas Babler das bisher schlechteste Parteitagsergebnis mit 52,7 Prozent im Jahr 2023 einfuhr, am Sonderparteitag am 3. Juni 2023, allerdings gab es bei seiner Erstwahl einen zweiten Kandidaten, bei der Erstwahl von Pamela Rendi-Wagner am 23. November 2018 hingegen gab es keine zweite Kandidatin, als sie mit 97,8 Prozent gewählt wurde, womit sie um ein 28 Prozent besseres Ergebnis erzielte als Bruno Kreisky am 1. Februar 1967, er, Bruno Kreisky, fuhr damals als einziger Kandidat 69,8 Prozent ein.
Bei seiner Wiederwahl am 7. März 2026 fuhr Andreas Babler mit 81,51 Prozent gerade einmal 6,17 Prozent mehr als Pamela Rendi-Wagner bei ihrer Wiederwahl mit 75,34 Prozent ein.
Wenn also, so wie es Falter in der Ausgabe 11/26 beredet, alles weggelassen wird, also Wiederwahl, Erstwahl, mehr als eine Kandidatur, und nur von Parteitag geredet wird, kann gesagt werden, das bisher schlechteste Parteitagsergebnis fuhr Andreas Babler mit 52,7 Prozent ein, und Bruno Kreisky mit 69,8 Prozent das zweitschlechteste Parteitagsergebnis …
[Abseits davon fällt dazu ein, weil aktuell in Österreich wieder einmal eine Frau eine hohe und höchste Position übernehmen darf, wenn ein Mann fehlt, war es doch auch in der SPÖ so, als Christian Kern im Jahr 2018 nicht mehr wollte, weil ihm wohl seine Position, nur mehr Abgeordneter im österreichischen Parlament sein zu sollen, für ihn zu gering erschien, so durfte eine Frau, also Pamela Rendi-Wagner, es werden, um das zu tun, auch sie, was Frauen in Österreich dürfen, wenn Männer fehlgegangen: die Kohlen aus dem Feuer holen …]
Worüber …
… redet
Der rote Parteitag
Andreas Babler hat es nicht leicht. Die Umfragewerte sind im Keller, der Boulevard kampagnisiert gegen ihn wegen einer Medienreform, und die Parteigranden in den Ländern wetzten wieder die Messer. Nun aber hat der Medienminister die feindliche Übernahme auf dem SPÖ-Parteitag abgewehrt. Der Vizekanzler erzielte 81,51 Prozent bei 600 abgegebenen Delegiertenstimmen. Die Wahlbeteiligung auf dem Parteitag lag bei 98,5 Prozent. Im Jahr 2023 erhielt Babler 88,8 Prozent. Das bisher schlechteste Parteitagsergebnis fuhr Pamela Rendi-Wagner mit 75 Prozent im Jahr 2021 ein.
Falter. 11/26.
Zur schlichten Ungenauigkeit, zum einfach fehlenden historischen Wissen kommt noch eine Formulierungsakrobatik hinzu, wenn „feindliche Übernahme“ geschrieben wird, als wäre Andreas Babler ein Firmlein, das von einem Konzern geschluckt werden will — ist doch „feindliche Übernahme“ ein sonst aus der Wirtschaft berüchtigter Begriff —, aber, Falter zum Glück, das Firmlein wehrte es ab, und das ganz ohne gegen eine zweite Kandidatin antreten zu müssen; sonderlich, „feindliche Übernahme“ zu schreiben, als handelte es sich bei einer demokratischen Partei nicht um eine selbstverständliche demokratische Gepflogenheit, wenn es zu einem Parteivorsitzwechsel von einem Parteimitglied zu einem anderen Parteimitglied in einer Parteitagswahl kommt; von einer „feindlichen Übernahme“ zu schreiben, das wäre wohl angebracht, wenn eine zu rasch großgewordene und extrem expandierungswillige Partei eine kleingewordene und dadurch leicht zu schluckende Partei …
„Feindliche Übernahme“, es machte beinahe neugierig, wer das geschrieben haben könnte, eine Autorin wird nicht genannt; ob es wer war, die ihren Freund-Feind-Einteiler-Schmitt genau gelesen hat?
Es ist nun soviel von Prozenten die Rede gewesen, daß es nicht ohne Prozente von Umfragen enden kann. Welche Prozente erreichte Pamela Rendi-Wagner außerhalb von Parteitagen und welche Prozente erreicht Andreas Babler außerhalb von Parteitagen?
Menschgemäß können nicht alle Umfrageergebnisse aus der Zeit des Parteivorsitzes von Pamela Rendi-Wagner angeführt werden, auch nicht alle aus der bisherigen Zeit des Parteivorsitzes von Andreas Babler gelistet werden. Aber als Momentaufnahme und das scheint passend, sind doch Umfragen über deren grundsätzliche Fragwürdigkeit hinaus nichts anderes als Momentaufnahmen, eine Umfragemomentaufnahme aus der Zeit des Parteivorsitzes von Pamela Rendi-Wagner:
Pamela Rendi-Wagner und die SPÖ gewinnen immer mehr Vertrauen in der Bevölkerung. Das zeigt eine aktuelle Umfrage im Kurier: SPÖ-Chefin Rendi-Wagner ist erstmals in Kanzlerfrage Nr. 1. Die SPÖ führt in Sonntagsfrage mit 26 %.
SPÖ. 28. November 2021.


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