Freiheitliche geben 200 Euro als 200 Schilling aus

Früher hat man 200 Schilling beim Bankomat abgehoben, heute kommt man mit 200 Euro auch nicht länger aus.

Schreibt der freiheitliche Spitzenfunktionär Dr. Martin Graf. Und er erinnert damit an Jean-Jacques Rousseau, der eine Prinzessin sagen ließ:

Wenn sie kein Brot haben, sollen sie doch Kuchen essen.

200 Euro für Freiheitliche 200 Schillling

Freiheitliche geben 200 Euro als 200 Schilling aus.

Dr. Martin Graf erinnert menschgemäß nicht an den Philosophen, sondern an die Prinzessin. Wie die Prinzessin vor weit über zweihundert Jahrhundert weiß auch der Freiheitliche in seinem goldenen Steuergeldbettchen nicht, wie lange Menschen in diesem Land mit zweihundert Euro auskommen können und zu oft auch auskommen müssen, die der Freiheitliche in seinem von den arbeitenden Menschen gut abgeschirmten und von ihnen weit entfernt aufgestellten Steuergeldbettchen ausgibt, als wären es 200 Schilling, für den Steuergeldbettchenfreiheitlichen sind 200 Schilling gerade einmal 200 Euro, die er mir nichts, dir nichts ausgeben kann …

Wieviel 200 Schilling und wieviel 200 Euro für alle anderen, die keine Freiheitlichen sind, bedeuten, ist leicht erklärt und schnell erzählt:

Im Dezember 2001, also ein paar Tage vor der Einführung der Währung Euro in Österreich, reichten 200 Schilling gerade einmal dafür aus, um sich an 2,5 Arbeitstagen ein Menü mit einem Getränk kaufen zu können … Im April 2013 ist glücklicherweise die finanzielle Situation nach wie vor so, weiter zu denen zu gehören, die sich in der Mittagspause ein Menü mit einem Getränk leisten können. Das Menü setzt sich wie 2001 immer noch zusammen aus einer Fritattensuppe, Augsburgern mit Rösti und Dillfisolen, dazu ein Glas Apfelsaft. 2001 konnte dieses Mittagessen mit 200 Schilling an 2,5 Arbeitstagen bestellt werden, es reichten 200 Schilling also nicht einmal für ganze drei Arbeitstage Mittagessen. 2013 kann im selben Wirtshaus ebendieses Menü mit einem Getränk mit 200 Euro an 25 Arbeitstagen gekauft werden, darin enthalten ist sogar an jedem Arbeitstag dieser 25 Arbeitstage ein kleines Trinkgeld

Die Prinzessin meinten viele in der Tochter der Maria Theresia erkannt zu haben, es wurde ihr unterstellt, diesen Brot-und-Kuchen-Satz gesagt zu haben, und diese (wenn auch keine wahre) Unterstellung war dennoch stimmig, denn die Tochter der Maria Theresia lebte im von den anderen Menschen im Staat gut abgeschirmten und von den anderen Menschen im Land weit entfernten goldenen Palast … Aber sie brauchte nicht rechnen zu können, denn sie lebte in für ihresgleichen einem Märchen, für dessen politisches Ende Rousseau den ersten Satz …

NS Aber auch freiheitliche Prinzen sollen nicht von Empfehlungen und guten Ratschlägen ausgeschlossen werden, die sie davor wenigstens persönlich bewahren können, ein finanzielles Desaster zu erleiden. Es wird den freiheitlichen Prinzen daher empfohlen, jetzt schon einen Rechenkurs wenigstens in der Volkshochschule zu besuchen, denn es könnte durchaus sein, daß die freiheitlichen Prinzen bereits nach der Nationalratswahl im Herbst 2013 das Rechnen ebenso dringend im Privaten benötigen werden wie alle anderen arbeitenden Menschen in diesem Land, damit sie spät aber wenigstens für sich selbst nicht zu spät wissen, wie sie dann mit 200 Euro umgehen müssen, um nicht in den Bankrott zu schlittern … Und vielleicht wird ihnen durch so einen Volkshochschulrechenkurs auch klar, wie lange in Österreich ein arbeitender Mensch seinerzeit mit 200 Schilling auskam, wie lange heute ein arbeitender Mensch mit 200 Euro auskommen kann, auskommen muß …

NNS Wähler und Wählerinnen ist aber dringend geraten, ehe sie Freiheitliche wählen, ihnen eine öffentliche Rechenprüfung abzuverlangen und abzunehmen, denn es ist nicht die erste vorgelegte Rechnung, die nicht aufgeht …

2 Gedanken zu „Freiheitliche geben 200 Euro als 200 Schilling aus

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