Andreas Mölzer kann durchaus Respekt fordern, auch für andere Parteien, aber es muß schon eine neonazistische sein

„Die rechtsextreme ungarische Partei Jobbik darf nach einem rechtskräftigen Gerichtsurteil als ’neonazistisch‘ bezeichnet werden.“

Wäre Andreas Mölzer der Richter gewesen, das Urteil wäre wohl recht anders ausgefallen, denn ist er nicht ein schollenweit dafür bekannter Mann, vorurteilsfrei und genauer als je wer sonst zu prüfen, ehe er etwas sagt oder schreibt. Wie mit jeder Ausgabe der ZZ der freiheitlichen Gemein-Schaft nicht nur Andreas Mölzer, sondern die gesamte Beleg-Schaft der „Zur Zeit“ die Bestätigung vorlegen, vorurteilsfrei und genauer als je ein Medium sonst zu prüfen, ehe etwas veröffentlicht wird. Und weil sie stets und alles vorurteilsfrei prüfen, ist bei ihnen immer alles ganz anders ist, ob in Ungarn, ob in Oradour, Frankreich, ob …

Andreas Mölzer - Respekt - JobbikVielen und zugleich viel zu wenigen wird es nicht unrecht sein, daß Andreas Mölzer nicht auch noch Richter ist, sondern ein bloßer Wahlkandidat, der aber nicht gewählt werden muß, im Gegensatz zu einer Richterin, die weder von einer angeklagten noch von einer klagenden Partei ausgesucht werden kann. Daher kann hier auch mit keinem mölzerischen Urteil über die Jobbik-Partei aufgewartet werden, aber mit seiner auf der FPÖ-Site veröffentlichten Meinung:

„Zum Abschneiden von Jobbik erklärte der freiheitliche Europa-Abgeordnete, dass diese Partei im neuen ungarischen Parlament ein starkes rechtes Korrektiv sein werde. ‚Jobbik ist demokratisch legitimiert und das ist zu respektieren. Insbesondere wird man sich anschauen müssen, ob die von linken Mainstream-Medien geäußerten Vorwürfe einer genaueren und vorurteilsfreien Überprüfung stand halten. Jedenfalls ist Jobbik ein politischer Faktor geworden, mit dem man in Ungarn rechnen muss‘, schloss Mölzer.“

Andreas Mölzer - FPÖ und Jobbik

“Ja, es besteht die Möglichkeit zur engeren Zusammenarbeit zwischen der FPÖ und Jobbik. Beide Parteien vertreten eine sehr ähnliche Ideologie; besonders was die EU-Skepsis und die Ablehnung der Masseneinwanderung angeht sind wir einer Meinung. Darum hoffe ich, daß Jobbik bei den ungarischen Wahlen im nächsten April erfolgreich abschneiden wird.”

Ein Gerichtsurteil darüber, ob Jobbik eine neonazistische Partei genannt werden dürfe oder nicht, war notwendig geworden, weil Jobbik einen Historiker klagte, der in einer Sendung diese Partei eine „neonazistische“ nannte, „weil sie einen Kult um den mit Hitler verbündeten ‚Reichsverweser‘ Miklos Horthy betreibe.“

Wäre Andreas Mölzer der Richter in dieser Verhandlung gewesen, hätte der Anwalt von Jobbik in einer abschließenden Rede sich direkt an Richter Mölzer wenden können, um eine Verurteilung des Historikers zu erwirken. Vielleicht hätte der Verteidiger geendet mit:

Euer Ehren, ehe Sie Ihr Urteil fällen, rufen Sie sich selbst noch als Zeugen auf. Wenn Miklós Horthy von Jobbik verehrt wird, dann verehrt sie auch im Einklang mit Ihrem Magazin, Euer Ehren, damit bloß den „größten magyarischen Staatsmann des 20. Jahrhunderts“ … Wenn Miklós Horthy in Ihrem Österreich ein derart großes Ansehen genießt, kann Ihr Urteil, Euer Ehren, nur eines gegen den Historiker sein.

Aber Andreas Mölzer war nicht der Richter …

Vizepräsident Andreas Mölzer spricht - Deák térre hiv a Jobbik

Andreas Mölzer, freiheitlicher ZZler, im Ungarn von Jobbik: „Vizepräsident“

So ist der Historiker schlußendlich einer Verurteilung entgangen. Vielleicht wäre László Karsai von einem Richter Mölzer gar nicht verurteilt worden. Ist Andreas Mölzer nicht auch dafür schollenweit bekannt, recht milde zu sein. Möglicherweise hätte Andreas Mölzer dem Historiker einfach ein paar dieser vorurteilsfreien und auf Wahrheitsgehalt hin genau geprüften Schriften der ZZ-Mannschaft der freiheitlichen Gemeinschaft zum Lesen aufgetragen, um László Karsai vor weiteren Verhandlungen zu bewahren, denn Verhandlungen sind doch immer etwas Unangenehmes, Aufwendiges, sogar dann, wenn sie gewonnen werden.

Damit aber László Karsai nicht noch einer anderen Partei, in Ungarn vorhalten kann, eine neonazistische zu sein, nur weil sie sich dem Kult um Horthy möglicherweise noch anschließen könnte, um ihn also davor zu bewahren, je wieder vor ein Gericht gezerrt zu werden, könnte Andreas Mölzer ihm jetzt schnell noch die freiheitlichen Schriften als Beleg des hohen Ansehens, das der Reichsverweser international in Österreich genießt, schicken, vielleicht, für den Anfang einmal jene, die angesprochen sind in:

Freiheitliche „Zur Zeit“ sucht den „größten ungarischen Staatsmann“ und findet im 20. Jahrhundert dafür Miklós Horthy

Freiheitliche rühmen in der Zeit des Gedenkes der Novemberpogrome Miklós Horthy

„Die Presse“ wirbt für eines freiheitlichen ZZlers revisionistische Geschichtsschreibung

Faschistische Partei ist für freiheitlichen ZZler eine sozialistische

„Damit es nicht ein zweites Palästina wird – Ungarn – eine Arier-Kolonie? – den Magyaren“

„Lieber H.“err – Satire, wie sie freiheitliche ZZler lieben

ZZler Erich Körner-Lakatos – Kein Anstand und keine Höflichkeit gegen das deutsche Reich und Adolf Hitler

3 Gedanken zu „Andreas Mölzer kann durchaus Respekt fordern, auch für andere Parteien, aber es muß schon eine neonazistische sein

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