Heinz Mayer bestätigt die Notwendigkeit der Binnen-I-Schreibung – Teil 4 der Komödie in Fortsetzung

Ist es denn eine Komödie, die heute gegeben wird?

Noch ist es eine Komödie. Ein zu großes Wort.

Es ist eine Posse, in der auch ein Brief die unsägliche Handlung vorantreibt. Eine Posse, die auf der Bühne – ein Theater, das etwas auf sich hält, aber nicht spielte – gegeben, in Tracht im Hochgebirge zu spielen ist. Denn die Agierenden tragen geistig längst schon die mehr und mehr zum Hauptstaatsgewand werdende Tracht der Hochgebirgsschluchtprovinz, sie steigen mehr und mehr in das Hochgebirge hinab, richten sich dort mehr und mehr ein, in der engsten Schlucht, die bis jetzt zu finden war, aber sie suchen weiter, und es ist zu befürchten, sie werden eine noch engere und schließlich eine von außen gar nicht mehr erreichbare Schlucht finden, eine Schlucht, aus der sie selbst auch nicht mehr herauskommen werden können, schlimmer, aus der sie nur mit einem Sturz in den Abgrund …

Bereits jetzt, in der noch nicht denkbar engsten Schlucht, verständigen sie sich mehr und mehr darauf, mehr und mehr nur noch für jene erreichbar zu sein, mehr und mehr nur noch das Wort von jenen hören zu wollen, die „Bevölkerung“ bloß verkrampft auszusprechen vermögen, denn das Wort, daß sie stolz und frei hersagen könnten, wäre es nicht – noch – derart beschmutzt, ist „Volksgemeinschaft“ …

Bis ihre Sehnsucht, der „Volksgemeinschaft“ die Ehre wieder gegeben zu haben, es offen sagen zu können, erfüllt ist, denken sie still „Volksgemeinschaft“, wenn sie „Bevölkerung“ sagen müssen, um unverfänglich zu erscheinen. Aber sie wissen, und das treibt sie an, mehr und mehr sehen das Heil im Hören auf die „Bevölkerung“, mehr und mehr propagieren das Hören auf die „Bevölkerung“, mehr und mehr tragen dazu bei, daß aus der „Bevölkerung“ wieder eine ihre „Volksgemeinschaft“ …

Und die von der „Volksgemeinschaft“ Durchdrungenen schaffen es mehr und mehr, ihre Gesinnung von Menschen verbreiten zu lassen, die unverdächtig erscheinen, deren Namen einen guten Klang haben, die zu den sogenannten Meinungsmachern und Meinungsmacherinnen in diesem Land zu zählen sind, auf die, weil sie eben nicht einschlägig amtsbekannt sind und eben nicht einschlägig je auffällig geworden sind, eben darum ist zu befürchten, daß auf diese gehört wird, trotz der Tatsache, daß das, was sie vertreten, nicht zu vertreten ist.

Wie anfällig die sogenannte geistige Elite in diesem Land ist, für das Dumpfe, für das Billigste, für das Einfachste, für Nicht-Lösungen. Das zeigt wieder einmal – auch dieser „Brief der 800“ …

Heinz Mayer bestätigt Gender Mainstreaming - Fortsetzungskomödie Teil 4

Fortsetzung folgt.

Ein Brief, in dem die „Bevölkerung“ als Zeugin geführt wird, für die ihre Parole „Rückkehr“ … Rückkehr, ach, Rückkehr, wohin? Zum Denken? Aber zu was für einem Denken? Jedenfalls zu keinem, das Gleichberechtigung in ihrer Gesamtheit zu fassen vermag … Rückkehr zum Heil im Hören auf die „Bevölkerung“, aber das aus der „Bevölkerung“ von ihnen Gehörte ist das der „Bevölkerung“ Vorgesagte, das also, was die Unterzeichner und Unterzeichnerinnen hören, wenn sie sich selbst bei ihren Reden, bei dem keine „Bevölkerung aber anwesend ist, belauschen, und das von ihnen selbst und ihnen Vorgesagte als Gehörtes in einen Brief schreiben …

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