In der Familie Schönborn leben zwei namens Gott, aber der schwarze Schafbock wird geleugnet

Gestern trat Christoph Schönborn, leitender Angestellter des Organisierten Glaubens der römischen katholischen Kirche, auch auf dem Ballhausplatz hin, nahm an einer Veranstaltung also teil, in der es um, wie es heißt, Freiheit, Demokratie und Weltoffenheit gegangen sein soll. Und mit welchem Wort trat er auf? Mit dem Wort „Blasphemie“, also mit dem Wort der Mörderinnen und Henker von Organisierten Glauben durch die Jahrhunderte, mit dem Wort, das auch heute noch Rechtfertigung für Morde ist, wie bitter gewußt wird, und es also auch Christoph Schönborn wissen müßte, oder wenigstens spätestens durch seine Teilnahme an der gestrigen Gedenkveranstaltung hätte erfahren müssen.

Er weiß es selbstverständlich. Aber er hat einen Auftrag. Eine Mission. Das Ansehen seines Gottes zu retten. Und deshalb tritt er mit dem Wort Blasphemie raffiniert auf, indem er sagt:

„Gewalt im Namen Gottes ist für Gläubige gleich welcher Religion die größte Blasphemie.“ Das betonte Kardinal Christoph Schönborn im Blick auf die Pariser Terror-Opfer und die täglichen Schreckensmeldungen über die vom IS-Terror betroffenen Menschen des Nahen Ostens. Man könne als Staatsbürger und Christ nur dankbar dafür sein, dass es in Österreich eine breite Allianz „Gemeinsam gegen den Terror“ gebe, so der Vorsitzende der Bischofskonferenz unter Verweis auf die Gedenkveranstaltung am Ballhausplatz am Sonntagnachmittag. „Die Überwindung von Terror und Gewalt kann nur dann gelingen, wenn sich alle Menschen guten Willens für ein Zusammenleben in Gerechtigkeit und Frieden sowie bedingungslos für Menschenrechte und Religionsfreiheit einsetzen“, sagte der Kardinal gegenüber „Kathpress“ und sprach dabei von einem „Dauerauftrag für Politik, Kirchen, Religionen und die ganze Gesellschaft“.

„Gewalt im Namen Gottes“ sei die größte Blasphemie. Es müssen in seiner Familie, also in seinem Organisierten Glauben, wie sonst wäre das zu erklären, zwei namens Gott leben. Einer (und es soll hier nicht lästerlich gesprochen werden, also keine weibliche Person namens Gott angeführt werden) der zwei männlichen Personen namens Gott ist zum Herzeigen, weil herzensgut und lieb und für Frieden und gegen Gewalt und gegen Terror. Und dann gibt es noch den anderen Mann, den schwarzen Schafbock, den Christoph Schönborn als treues Familienmitglied jetzt nicht mehr kennen will, von dem auch er nicht sprechen will, den auch er zu verleugnen hat. Den grausamen Gott, den barbarischen Gott, den rächenden Gott, den blutrünstigen Gott, den Massenmorde befehlenden Gott …

Christoph Schöborn will den schwarzen Schafbock nicht kennenEs wäre aber Blaugläubigkeit, zu meinen, Christoph Schönborn kenne diesen zweiten oder diesen ersten namens Gott nicht. Er wird die Schriften nicht nur seines Organisierten Glaubens kennen; schließlich waren diese Schriften Bücher seines Studiums. Aber als treues Mitglied seiner Familie verleugnet er den schwarzen Schafbock. Das ist nicht einmal ein Vorwurf an ihn. Er kann verstanden werden. Welches Familienmitglied welcher Familie, die als ehrbar gelten will, erzählt schon gerne von ihren schwarzen Schafen – freiwillig schon gar nicht. Ganz uneigennützig ist es selbstverständlich nicht, er fordert den bedingungslosen Einsatz für „Menschenrechte“ und „Religionsfreiheit“, also für die einen die Menschenrechte und für sich und seine Familie die Sonderrechte. Weiterhin Sonderrechte. Auch das weiß Christoph Schönborn ganz genau, daß die Menschenrechte bereits vollständig die Freiheit und den Schutz für jedwede Weltanschauung enthalten. Aber er möchte weiter Sonderrechte für seine Weltanschauung, die für ihn weiter über den Menschenrechten stehen sollen, wie es beispielweise in Österreich der Fall ist, in dem bestimmte Gesetze seiner Weltanschauung Vorrechte einräumt, Menschen also wegen „Blasphemie“ nach wie vor in den Kerker werfen zu können. Neben einem Spalter auf dem Ballhausplatz gestanden haben zu können, wie gut es doch war, am gestrigen Sonntag mit schwerer Grippe das Bett noch gehütet haben zu müssen …

Und am gestrigen Sonntag sprach Christoph Schönborn bei seinem Ausgang mit seinem Guten weiter:

„Du sollst den Namen Gottes nicht verunehren“, das zweite der zehn Gebote gelte nicht nur für Juden und Christen, sondern sinngemäß für jeden religiösen Menschen, führte der Wiener Erzbischof weiter aus. Dies zeige sich nicht nur in der Weise, „wie wir von und über Gott reden, sondern vor allem darin, wie gläubige Menschen ihr Leben im Angesicht Gottes führen“. Christen, Juden und Muslime verbindet der Wunsch und die Pflicht zu einem „gottgefälligen Leben“, das sich im Einsatz für Frieden, für das Leben und in gelebter Barmherzigkeit zeige.

Die Mörder von Paris mit ihrem blutrünstigen Schlachtruf „Blasphemie“ führten auch ein „gottgefälliges Leben“, das sollte nicht vergessen werden, auch wenn deren „gottgefälliges Leben“ dem schwarzen Schafbock geweiht war, also dem Gott, den Christoph Schönborn als leitender Angestellter vermarktungstechnisch zu verleugnen hat …

3 Gedanken zu „In der Familie Schönborn leben zwei namens Gott, aber der schwarze Schafbock wird geleugnet

  1. Pingback: Verbote und Zensur gemäß Kurt Seinitz der beste und größte Schutz vor Mord und Gewalt | Prono Ever

  2. Pingback: Mit einer Weltanschauung in Österreich schutzlos und vogelfrei – wie in einem Gottesstaat | Prono Ever

  3. Pingback: Kardinal Heinz Fischer und Bundespräsident Christoph Schönborn gegen Schließung des Abdullah-Zentrums | Prono Ever

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s