Alles ist Strom – Das Ende des Überwachungsstaates

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Am 24. Juni wird in einer konzentrierten Aktion die gesamte Stromversorgung des ganzen Landes nachhaltig unterbrochen. Um die Menschen darüber zu informieren, schicken die Energiegesellschaften ihre Angestellten von Haus zu Haus: Mit einer Herstellung der Stromversorgung ist in absehbarer Zeit nicht zu rechnen. Die Bevölkerung muß sich darauf einstellen, für eine sehr lange Zeit ohne Strom auskommen zu müssen.

Polizisten und Polizistinnen müssen in den Dörfern und Städten des gesamtes Landes die Verlautbarung des Innenministeriums auf zentralen Plätzen laut verlesen: eine Gruppe mit dem Namen „Svoboda“ hat sich zu diesem terroristischen Anschlag bekannt. 

In einem zweiten Bekennerschreiben – zur massenhaften Verteilung vervielfältigt mit einem Matritzendrucker – erläutert Svoboda ihre Motive eingehender.

Entgegen der Darstellung durch das Innenministerium war es kein Terroranschlag, sondern ein Akt der menschenrechtlichen und grundrechtlichen Notwehr.

Sie haben die Nacht des Mittsommerfestes bewußt dafür gewählt, damit die Bevölkerung in der durch Feuerschein erhellten Nacht sehen, wie sehr sie von den Regierungsverantwortlichen hinter das Licht geführt wurde, um ihr falsche und im Grunde terroristische Gesetze schmackhaft zu machen.

Die Verantwortung trägt daher einzig die Regierung. Schuldig ist zu einhundert Prozent die Regierung. Die daraus entstehenden Folgeschäden jedweder Art sind der Regierung anzulasten. Für den durch die Stromabschaltung verursachten wirtschaftlichen Niedergang gibt es keine andere Verantwortliche als die Regierung.

Nur durch die nachhaltige Stromabschaltung ist der totale Überwachungsstaat noch zu stoppen gewesen. Nachdem die Regierung in ihrer Radikalisierung bereits derart immunisiert war, gegen alle stichhaltigen Argumente, gegen alle fundierten Konzepte zur Beibehaltung der ohnehin hohen Sicherheitsstandards im Land. Nachdem alle rechtsstaatlichen Versuche zur Abwehr eines totalen Überwachungsstaates gescheitert, abgeschmettert waren.

Da der in den letzten Monaten gegen alle und breiteste Bedenken zu einem totalen Überwachungsstaat ausgebaute Überwachungsstaat nur mittels Strom funktioniert, war es naheliegend, die gesamte Stromversorgung des ganzen Landes nachhaltig zu unterbrechen, das gesamte Stromnetz des Landes nachhaltig zu zerstören.

Das war die einzig noch verbliebene Antwort gegen eine Regierung, deren vor allem männlichen Mitglieder mehr und mehr gegen die gesamte Bevölkerung sich radikalisierte, mehr und mehr extreme und terroristische Gesetze gegen alle Menschen, gegen alle bislang geltenden Grundrechte dekretierte und sich von allen bislang geltenden Grundrechten verabschiedete.

Svoboda schließt ihr Bekennerschreiben mit: Wer ohne Freiheit lebt, braucht kein Licht! Wofür auch?

Das könnte der Beginn eines Romanes sein, der in der Zukunft spielt, nicht unbedingt in einer sehr fernen. Aber zu einem Zukunftsroman paßt kein Überwachungsstaat mehr. Auch dann, wenn er vom Ende des Überwachungsstaates erzählt. In zu vielen Zukunftsromanen wurde von Überwachungsgesellschaften erzählt, die später Wirklichkeit wurden. Sogar in Romanen, die heutzutage noch unverständlicherweise als utopische Entwürfe bejubelt werden.

Das könnte auch der Beginn eines Romanes sein, der in der Vergangenheit spielt, nicht unbedingt in einer sehr fernen. Ein Roman in der Vergangenheit paßte auch besser zu einem Überwachungsstaat. Denn. Ein Überwachungsstaat ist Vergangenheit. Das kann also nur ein Roman sein, der in der Vergangenheit spielt, wenn er vom endlichen und endgültigen Ende des Überwachungsstaates erzählt.

Beim Blick auf die Wirklichkeit der Gegenwart aber werde es wohl der Beginn eines historischen Buches sein, in dem irgendwann darüber berichtet werden wird, wie es dazu kam, wer radikalisiert war, wer in der Notwehr den letzten Ausweg sah, wie es war, als in einem ganzen Staat es für lange Zeit keine Stromversorgung mehr gab.

Was es nicht sein kann, ist ein Zeitungsartikel am nächsten Tag über die totale Stromabschaltung in der Nacht davor. Es kann auch kein noch in derselben Nacht oder am nächsten Morgen ausgestrahlte Fernsehnachricht sein. Denn. Zu allem wird Strom gebraucht.

Ein Gedanke zu „Alles ist Strom – Das Ende des Überwachungsstaates

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