Wenn ein Mensch wie MR Dr. Bruno Burchhart derart rege ist, und das auch noch in einem seinem recht hohen Alter, dann verdient er sich redlich ein Ehrenzeichen in Gold mit Brillanten, für solch eine Regheit ist das Sportverdienstzeichen des Landes Kärnten, überreicht durch den Landeshauptmann am 20. Oktober 2025, die für ihn rechte Auszeichnung, denn, was dieser Mann sich leistet, ist wahrlich sportlich, sportlich, sportlich …
Seit Jahrzehnten rege, aktiv unterwegs, auf so mannigfache Weise, daß nur ein paar seiner sportlichen Aktivitäten exemplarisch erzählt werden können.
Am 24. September 2025 im „Eckart“ sportlich zum „Peršmanhof“:
Bizarres Sommertheater um den Perschmannhof
Mit einer beispiellosen Medienkampagne haben Kreise aus dem Bereich von Antifa und links-slowenischer Minderheiten einen sagenhaften Verschleierungsversuch unternommen. Auf einmal ist ein Polizeieinsatz auf einem kleinen Anwesen in der Südkärntner Gemeinde Eisenkappel, von dem die wenigsten Leute – auch in Südkärnten – etwas wußten, zu einer Staatsaffäre gemacht worden. Es war der Versuch, aus einer Aktion am Ende des Zweiten Weltkrieges gegen sich dort versteckende Partisanen ein slowenisches Nationalheiligtum zu konstruieren. Gleichzeitig sollten die damaligen Partisanen zu bedeutenden Widerstandskämpfern gegen das NS-System hochstilisiert werden; Denkmäler, Ausstellungen etc. sollen das unterstreichen.
Tatsächlich gab es noch während des Krieges Partisanenbekämpfung im damaligen Staatsgebiet. Als Partisanen werden bekanntlich soldatische Verbände außerhalb regulärer Armeeverbände bezeichnet. Eine gewisse Bedeutung erlangten die titokommunistischen Partisanen im Südkärntner Grenzgebiet, denen sich auch Slowenischkärntner anschlossen. Ziel war laut deren Führern der Anschluß Südkärntens an Jugoslawien, nicht, wie heute behauptet wird, eine Befreiung Österreichs. Zahlreiche sog. Partisanendenkmäler wurden in Südkärnten seit 1945 errichtet. So auch am erwähnten Perschmannhof.
Die nachfolgend einsetzende Medienkampagne war unvorstellbar. Tagelang wurde in den staatlich satt subventionierten elektronischen Medien und Printmedien aus allen Rohren geschossen. Besonders tat sich dabei ein kleinformatiges Blatt hervor, das die gesamte slowenisch-kärntnerische „Prominenz“ auffahren ließ, von Maja Haderlapp bis Bernhard Sadovnik, dem Globasnitzer Bürgermeister mit seiner Äußerung einer „Retraumatisierung“ usw. Auch der sattsam bekannte slowenische Rechtsanwalt Rudi Vouk wurde eingeschaltet. Alle Parteien wurden zu Stellungnahmen gedrängt, wobei sich erwartungsgemäß die Grünen besonders hervortaten mit ihrer Behauptung eines „inakzeptablen gedenkpolitischen Dammbruches“. Aber auch Rot und Pink setzten nach. Die Polizeiaussendung mit der Beschreibung des Einsatzes hingegen wurde kaum gebracht, schon gar nicht die blaue Stellungnahme. Sogar der slowenische Ex-Botschafter mit seiner unsachlichen Vorverurteilung sah sich zu einer offiziellen Demarche veranlaßt. Auch die Republik Slowenien schaltete sich mit der Forderung nach Aufklärung ein. Der Bundeskanzler bemühte sich um Beruhigung, das Innenministerium ebenfalls. Der Kärntner Landeshauptmann konnte sich nicht anders helfen, als bei einem sogenannten Runden Tisch nach einer Kommission zur totalen Aufarbeitung zu rufen. Die schon von früheren Anlässen her bekannte Zusammensetzung der Kommission läßt das Ergebnis erahnen. Ob sich der Landeshauptmann mit seiner Forderung nach Schutz von Gedenkstätten auch für jenen anderer denkmalgeschützter Objekten einsetzt, wird man sehen.
Auch das eine sportliche Leistung, in diesem überreifen Alter bis nach Dresden fünfzehn Jahre zurückzureisen, um die rechte Ilustration zum Sportartikel zu finden.
Der „Eckart” bebildert den Text nicht mit einem Foto des Peršmanhofs, nicht mit dem Gedenkraum, nicht mit den Namen der Ermordeten, nicht einmal mit einem Foto, das mit Österreich zu tun hat. Stattdessen zeigt er eine Straßenszene mit brennenden Müllcontainern, meterhohen Flammen, Vermummten in Schwarz. Das Foto stammt von einer Demonstration gegen einen Naziaufmarsch in Dresden-Neustadt, 13. Februar 2010. Es hat also nicht den geringstens Bezug zum Peršmanhof und auch nicht zu jenen Personen, die beim Bildungscamp im Juli teilgenommen hatten. Die Funktion der Illustration ist offensichtlich: Das Bild soll sagen „Antifa heißt brennende Straßen, Vermummte, Gewalt“. Es emotionalisiert und kriminalisiert. Es erzählt dem Publikum: Das da sind keine Menschen, die an ein Massaker erinnern. Das sind gewalttätige Krawallmacher. Diese visuelle Lüge liefert die Begleitmusik zu Burchharts Text.
Der Treuelied-Anstimmer und der Peršmanhof.
Stoppt die Rechten. 26. Oktober 2025.
Gelesen am 27. Jänner 2026.
Beim flinken Schreiben dieses Satzes
Ob sich der Landeshauptmann mit seiner Forderung nach Schutz von Gedenkstätten auch für jenen anderer denkmalgeschützter Objekten einsetzt, wird man sehen.
wird Dr. Bruno Burchhart sich wohl um das „Abwehrkämpfer Ehrenmal in St. Jakob im Rosental“ in erster Linie recht gesorgt haben, über das erst vor kurzem wieder, im Jänner 2026, unter der Schlagzeile
„Der braune Fleck – Das bekannteste Kriegerdenkmal in Kärnten hat eine dunkle Vergangenheit. Bis heute hängen dort Tafeln aus der Nazi-Zeit“ zu lesen war, in diesem Artikel er selbst erwähnt wurde, ein weiteres Mal sich als ausgezeichnet …
Freilich wurde über das „Ehrenmal“ anders geschrieben, so hätte er selbst niemals wohl über das „Ehrenmal“ geschrieben, aber zu seinem und des „Ehrenmals“ Stolz hat er, sich damit selbst auszeichnend, auch sehr sportlich, darüber schon geschrieben, gesinnungsgemäß in „Der Kärntner – das patriotische Signal aus Kärnten. KHD Aktiv 1/2024“:
Das inmitten der Marktgemeinde St. Jakob i. Ros. stehende Abwehrkämpfer-Ehrenmal ist wieder einmal im Visier der slowenischen Minderheit. Mittels des neuen Vereines „Spunij se („Erinnere Dich“) – Denk a mol“ wird mit Hilfe des ORF eine Kampagne gestartet. Bemerkenswert ist, dass dabei in völlig unausgewogener einseitiger Bericht erstattung keinerlei andere Gesichtspunkte zur Sprache kommen. Ausgestrahlt werden nur die Ansichten der Angehörigen des slowenischen Vereines.
Ein Angriffspunkt der Angehörigen des oben genannten Vereines ist es, das Denkmal in die Nähe des Nazismus zu bringen. Zweifellos kann man heutzutage so alles in Verruf bringen, weil oft die Zusammenhänge verwischt werden. Das Denkmal wurde 1936/ 1937 von heimattreuen Kärntnern
erbaut und am 5.9.1937, also zur Zeit der durch die Vaterländische Front ausgeführten austrofaschistischen Diktatur eingeweiht.
Die Einweihung nahm der katholische Kaplan Franz Schicho vor. Eine immer wieder aufgestellte Behauptung, es wäre eine nazistische Feier gewesen, geht an den Tatsachen vorbei, dass eine nazistische Feier von der alleinherrschenden Vaterländischen Front niemals erlaubt worden wäre. Waren doch damals alle anderen Parteien (Sozialisten, Nationalsozialisten, Kommunisten) verboten. Dass unter den Denkmalerbauern und Teilnehmern an der Einweihung auch Anhänger dieser damals illegalen Parteien waren, ist anhand der Wahlergebnisse der letzten freien Wahlen von 1930 und den späteren Ereignissen zu schließen. Die Initiatoren des Denkmals waren alle Abwehrkämpfer in Kärntens schwerer Zeit von 1918 – 1920, die für Einheit und Freiheit Kärntens kämpften.
Dass in der Zeit nach dem sog. Anschluss vom März 1938 das Denkmal für die NS-Ideologie missbraucht wurde, ist unbestreitbar. Zumindest 1937 aber waren weder die Initiatoren noch die Teilnehmer der Einweihungsfeier in strafrechtliche Verfahren verwickelt und daher damals unbescholten. Was sie später evtl. angestellt haben sollten, ist für das Denkmal irrelevant.
Auch konnte Landesrat Ferlitsch keine „Nazi“-Regungen bei der Feier bemerken, wie er selbst
bekannt gab. Auch in den damaligen Tageszeitungen war davon keine Rede, ganz im Gegenteil wurde
auf den kärntnerischen Charakter des Denkmals und der Feier stets hingewiesen. Von einer nazistischen Feier kann also keine Rede sein. Die „Denk a mol“- Initiative will einen „neuen Kontext“ durch
führen und eine „neue Perspektive“ des Denkmals erreichen, der Bundesdenkmalbeamte des Landes will die angeblich belastete Geschichte des Denkmals aufarbeiten. Denkmal-Entfernungs-Forderungen, unwahre Sprüche, Faschismus-Anwürfe und Vermischung von Dingen, die mit dem Denkmal nichts zu tun haben, sind dabei nicht hilfreich. Das dient auch keineswegs dem friedlichen Zusammenleben der Bevölkerung. Auch der ORF täte gut daran, eine ausgewogene und objektive Berichterstattung im Sinne des Gesetzauftrages zu machen.
„Nobody is perfect“, heißt es in einem Film von einem, der vielleicht gerne in diesem schönen Kärnten seine Urlaube verbracht hätte, wenn er in Österreich hätte bleiben können, der in Österreich hätte bleiben müssen, denn er war in keine strafrechtlichen Verfahren verwickelt und unbescholten.
Bruno Burchhart sollte nicht so streng sein, der ORF bemüht sich doch um eine ausgewogene und objektive Berichterstattung im Sinne des Franz Dinghofer zum Beispiel …
Das Turnen nach Jahn in Hallen nach wie vor die höchste sportliche Übung in diesem Land, und so ist es „gut heil“, ihm eine Festveranstaltung auszurichten, wie etwa am 31. Mai 2008 im „Haus des Sports Wien“ von ÖTB und Turngau Niederösterreich, und was wäre das für eine Sportveranstaltung ohne Bruno Burchhart gewesen, wohl eine dürftige. Schon bei den Grußworten muß Bruno Burchhart das gesinnungsgemäße Sportherz aufgegangen sein:
Der Gedanke der turnerisch verstandenen Leibesübungen dagegen ist seit 2 Jahrhunderten in unserem deutschen Volk lebendig. Er geht zurück auf Friedrich Ludwig Jahn, den oft zitierten und ebenso oft missverstandenen. Jahn ist nur aus seiner Zeit heraus zu verstehen.
Wir bevorzugen den Weg, der auf dem Boden unseres deutschen Volkes gewachsen und für viele andere Völker Muster und Vorbild geworden ist. Ich bin überzeugt, dass die zahlreichen Turnerinnen und Turner, sowie die in turnerischem Geist denkenden Verbände hier in der Prinz Eugenstrasse ein würdiges Fest begehen und sich wohl fühlen. So heiße ich alle Festteilnehmer bei dieser Festveranstaltung herzlich willkommen. Möge dieses Fest einen guten Verlauf nehmen und sich sein Geist nachhaltig auf die gute Entwicklung unserer Vereine und Verbände auswirken.
Gut Heil!
Helmut Fuchs
Obmann ÖTB Wien
Der Gedanke, die Lebenslinie von F.L. Jahn ist und bleibt aktuell. Um diese Aktualität zu erkennen muss man sich aber schon der Mühe hingeben das gesagte, getane und vorgelebte der Kleider der damaligen Zeit zu entledigen und mit dem Gewand der heutigen Zeit zu bemänteln. Der Inhalt ist derselbe – ja muss derselbe bleiben. Denn wäre er es nicht, so wäre er für die Menschen von heute, und somit auch für uns, wertlos.
Man muss sich stets bemühen, Jahn’s Aussagen in heute verständlichen Sätzen wieder zu geben. Die Festveranstaltung am 31. Mai 2008 hat genau dieses Ziel. Dieses Fest ist eine Antwort auf viele Fragen rund um Jahn und kann mannigfaltige Pulse für das Turnerleben geben.
In diesem Sinne wünsche ich allen Festteilnehmern und natürlich allen Turnerinnen und Turnern schöne und inhaltsreiche Stunden und ein herzliches Gut Heil.
Hermann Lang
Obmann Öerreichischer Turnerbund Turngau Niederösterreich
Der Österreichische Turnerbund sieht die Wurzeln seiner Verbandstätigkeit im Wirken von Friedrich Ludwig Jahn. Trotz seiner eigentlich kurzen öffentlichen Wirkungszeit – 1811 Eröffnung der Hasenheide und 1819 seine Verhaftung – gab er den Anstoß, dass sich daraus eine Turnbewegung
entwickelte, die im ÖTB aufbauend auf den zeitlosen Grundlagen seines Turnens bis heute weiterlebt.
Die Veranstaltung ist ein Achtungserweis an den Mann, der den Grundstein legte für die Art des
Turnens im ÖTB und der weltweit als der Schöpfer des Turnens der Neuzeit anerkannt ist. Den Vortragenden danke ich für die Bereitschaft ihrer Mitgestaltung. Den Veranstaltern, ÖTB Wien und Turngau Niederösterreich, gilt mein Dank für den damit gebotenen Bildungsbeitrag. Den Zuhörern wünsche ich eine zusätzliche Erweiterung der Kenntnisse über Friedrich Ludwig Jahn.
Gut Heil
Gerwin Braunbock
Bundesobmann
Ausgegangen war Jahn von dem in Deutschlands damals trübsten Tagen der Napoleon-Besetzung gegründeten patriotischen Geheimbund „Deutscher Bund“, dessen Satzung auch deutlich seine Handschrift trägt. Heißt es doch dort :“Zweck ist die Erhaltung des deutschen Volkes, Neubelebung der Deutschheit, Hinwirkung zur Einheit unseres zersplitterten Volkes“. Nicht nur reifte in Jahn schön langsam der Entschluß, das Turnen auch in dieser Richtung als Erziehungsstätte zu gründen, sondern im Auftrag dieses „Deutschen Bundes“ entwickelte er zusammen mit seinem Mitstreiter Friedrich Friesen einen studentischen Plan. Niedergelegt wurde dies in der bekannten Denkschrift mit dem Titel Ordnung und Einrichtung der deutschen Burschenschaften“. Man kann sich heute kaum mehr vorstellen, was für revolutionäre Erneuerungsideen, die vom betroffenen Studentenbereich mit Begeisterung aufgenommen wurden, darin enthalten waren. Wenn überhaupt, dann bestenfalls vergleichbar mit den jedoch zerstörerischen 1968er Unruhen. Jahn und Friesen aber riefen zur Erneuerung auf.
Jahn und die Studenten. Bruno Burchhart.
JAHN wörtlich
„Volkstümliche Denkmäler reden lange und laut; gegen ihre Sprache gibt es nur ein Mittel – Vertilgung.
Die Volkstumsdenkmäler stehen wie Urfelsen gegen Wogen: nur müssen es Prachtausgaben sein, wahre
Werke. Wer unser Herz angreift, erscheint uns als Erbfeind. Verbietet nur einer die Liebe, er gebietet sich allgemeinen Haß. Volkstümliche Heiligtümer können nicht ungestraft angetastet werden. Jedes Denkmal ist ein Beispiel von Tat und Lohn.“
Festschrift zur Festveranstaltung. Mai 2008.
Gold und Brillanten erhielt
er im Oktober 2025 und wenige Jahre schon zuvor Gold
ASVÖ-Kärnten-Präsident Dr. Christoph Schasché verleiht das Ehrenzeichen des ASVÖ in Gold an DTV-Ehrenobmann MR Dr. Bruno Burchhart
Mit einer beeindruckenden Feier beging der Deutsche Turnverein St. Jakob im Rosental in der vereinseigenen Jahn-Turnhalle seinen 100. Geburtstag.
Zunächst gab es eine würdige Kranz-Niederlegung am Jahn-Denkmal im Gedenken an den Turnvater, den Begründer des Turnens. Der Festakt begann mit dem Einmarsch der Turnerschaft in die fahnengeschmückte Halle und der Begrüßung der zahlreichen Gäste durch DTV-Obmann MMag. Martin Melinz und DTV-Ehrenobmann MR Dr. Bruno Burchhart. Dann zeigten die Turner ihr tolles Können: Flotte Line-Dance-Darbietungen rissen die Zuschauer in der vollen Halle immer wieder zu begeistertem Beifall hin, ebenso die ruhigeren Pilates-Vorführungen. Dr. Burchhart präsentierte anhand einer Bilder-Schau die imponierende Geschichte des Turnvereins: Besonders der zweimalige Bau einer eigenen Turnhalle, die Errichtung des Jahn-Denkmals und des DTV-Fitnesskurses inmitten der Gemeinde, aber auch die vielen Erfolge im Turnen, in der Leichtathletik, im Judo und Schifahren, ebenso wie die Kultur- und Brauchtums-Veranstaltungen sowie die Verleihung des Gemeinde-Wappens, zeigten das beeindruckende Wirken in 100 Jahren Vereinsgeschichte.
Den Abend ließen der Turnverein und seine Gäste bei der traditionellen Sonnwendfeier ausklingen.
und wohin nach Gold — gesinnungsgemäß zur Sonnwendfeier … Sportlich gefeiert wird recht oft, auch ohne Gold — Sonnwendfeier, Jul-Feier, und das nicht nur in Sankt Jakob …
Zu welchem Zweck ein Feuer auch immer gemacht wird, eines ist stets anzuzünden, ist es doch immer wieder schön, Flammen lodern zu sehen, verleiht es doch den um einem brennenden Holzstoß Stehenden ein erhellt ernstes Gesicht der Erhabenheit …
Nicht Gold und Brillanten, aber eine Auszeichnung ist es allemal,
Die befreundeten Burschenschaften Olympia Wien und Leder Leoben waren im November beim von der rechtsextremen Hamburger aB! Germania veranstalteten „Norddeutschen Heimatabend“ zu Gast bzw. hatten den Besuch desselben jedenfalls angekündigt.221 Der Wiener Olympe Bruno Burchhart sprach auf Einladung der AfD als „Experte in Volkstumsfragen“ im deutschen Bundestag über das deutsch-polnische Verhältnis.222 Umgekehrt hatten die Salzburger Gothen den AfD-Landesvorsitzenden des Saarlands (und Burschenschafter) Christian Wirth als Redner auf ihr 135. Stiftungsfest geladen.223
Ein Bericht verfasst von der Stiftung Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes
im Auftrag des Bundesministeriums für Inneres und des Bundesministeriums für Justiz. Wien, 2025.
Gelesen am 27. Jänner 2026.
einen Eintrag zu erhalten, von einer Institution, der der heimatdienstliche Sonderkommissär für Ausgewogenheit und Objektivität am 26. Jänner 2026 in der Krone des österreichischen Qualitätsjournalismus seinerseits eine Auszeichnung …
In dem am 22. Jänner 2026 präsentierten Bericht 2024 darf Bruno Burchhart sich über noch mehr Auszeichnungen freuen, seine Bedeutung bestätigt sehen.
Bruno Burchhart veröffentlichte einen Nachruf auf seinen Bundesbruder Sucher, mit dem das „nationale Lager in Österreich eine seiner prägendsten Persönlichkeiten“ verloren habe. Mit seinem „gewissen Einfluss auf die FPÖ“ und seiner „jahrzehntelangen Tätigkeit in der Deutschen Burschenschaft“ habe er sich große Verdienste erworben. Ohne ihn „hätte es die großen Kommerse in der Wiener Hofburg nicht mehr gegeben; auch die Weiterführung des WKR-Balles […] wurde durch Walter Sucher ermöglicht.“468 Damit spielt Burchhart auf den Umstand an, dass der jährliche Ball der völkischen Studentenverbindungen Wiens kurz vor dem Aus stand, bevor die Wiener FPÖ sich als offizielle Veranstalterin zur Verfügung stellte und ihm damit den Verbleib in der Hofburg sicherte. 2024 erlebte der Ball seine neunte Auflage als offiziell von den Wiener Freiheitlichen veranstalteter „Wiener Akademikerball“. Die Eröffnungsrede hielt Walter Rosenkranz (aB! Libertas Wien), der im Oktober zum Ersten Präsidenten des Österreichischen Nationalrats gewählt wurde.469 Der WKR selbst richtete erneut seine traditionelle Sonnwendfeier im Juni und seinen Kommers im November aus. Die „Salzburger wehrhaften Korporationen“ begingen zusammen mit dem Freiheitlichen Akademikerverband Salzburg einen Semester-Antrittskommers am 5. Oktober, als Festredner fungierte Heinrich Sickl (Mitglied der aB! Arminia Graz, Geschäftsführer der Freilich Medien GmbH und Vorsitzender des FAV Steiermark).470
In derselben Ausgabe erklärte Bruno Burchhart (aB! Olympia Wien) die Erfolge der NSDAP in Österreich mit der von dieser angeblich propagierten „Idee eines Nationalstaates“ und zog die von den Nationalsozialisten oktroyierte Volksabstimmung vom April 1938 heran, um eine gewisse Legitimität der NS-Herrschaft in Österreich zu suggerieren.524 Inserate empfängt Der Kärntner u. a. von der Stadt Klagenfurt und der FPÖ.525 Zu einem Symposium am 21. September in Klagenfurt/Celovec konnte der KHD u. a. den Historiker Lothar Höbelt, die freiheitliche Europaabgeordnete Elisabeth Dieringer-Granza und Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) begrüßen.526 Entgegen der relativen Mäßigung des KHD in jüngerer Vergangenheit zeigt der Kärntner Abwehrkämpferbund (KAB) sich weiterhin deutsch-völkischer Dogmatik verpflichtet.
Personen, die jeden Ball strahlen lassen, etwa auch den Polizeiball im Wiener Rathaus im Jahr ’25 …
Und vielleicht wird es schon auf dem Opernball am 12. Februar 2026 nicht mehr „Alles Walzer“, sondern „Alles Gold“ …
Und was die gesinnungsgemäße Deutung der Legitimität durch Bruno Burchhart betrifft, nun, dafür kann er nicht gescholten werden, ist er darein doch ganz in der Tradition der Kommerse, die es nicht nur beim Deuten belassen, sondern zum Umdeuten schreiten, so manch einer von ihnen die „positiven Leistungen“ hervorzustreichen weiß …
Ein Historiker wie Lothar Höbelt weiß ebenfalls recht, der Deutung Gewicht zu verleihen.
Zum Akademikerverband,
zu Freilich, zu
braucht nur eines noch gesagt zu werden, ihre sportlichen Aktivitäten werden nun von einem Gitarrenspieler musikalisch unterlegt, wie beispielsweise zum Nikolo ’25 auf einem Schloß, deren angestammten und ihnen zustehenden Heimstätten, wie wohl von ihnen empfunden, eben Schlösser und Palais …
eine „patriotische NGO“, und kann es etwas Gemäßigteres geben als eine NGO des Patriotismus?
Und so ist es nur recht, daß der patriotisch gemäßigte Obmann einer patriotisch gemäßigten NGO weiter im Fernsehen auftritt, auch im ersten Monat des Jahres ’26 im Fernsehen zahlreich zur Sache im öffentlich-rechtlichen Rundfunk, in den Privatfernsehanstalten … Über einen Patrioten sagt er am 27. Jänner im Heurigen: „Die regelbasierte Weltordnung ist vorbei.“
Wer mit so viel Gold, sogar Gold mit Brillanten, und Auszeichnungen überhäuft wird, wer so umtriebig ist, ist auch ein recht verdienter Bänkelsänger, der mit einem Lied
Der Begräbnisredner Dem „Eckart“, auf dessen Website Burchhart seinen Text veröffentlichte, attestiert das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands (DÖW) einen „ausgeprägte[n] Hang zu Verschwörungsphantasien, Rassismus, Antisemitismus und Geschichtsklitterung“, das Monatsblatt dient als Medium für völkisch-deutsche Identitätspolitik, geschichtsrevisionistische Erzählungen und Vernetzung nach rechts außen. Der Autor des Textes, Bruno Burchhart, zählt ebenfalls zu diesem Milieu. Er ist Mitglied der Burschenschaft Olympia. Und er ist jene Person, die beim Begräbnis des Olympen und ehemaligen FPÖ-Politikers Walter Sucher das Absingen des „uns von Max von Schenkendort geschenkte Treuelied[s]” (Burchhart beim Begräbnis) angeleitet hat – jenes Lied, das mit leicht verändertem Text als SS-Treuelied in die Geschichte einging und seither als „verbrannt“ gilt.
sportlich auf Reisen geht … Dies ist nicht das Lied, das am Grabe gesungen wurde,
Mein Gott, Walter
Es geht ein Lied auf Reisen
Geht auf die Reise zu mir
Der Wind bringt’s mir mit den Wolken
Und ich weiß, ’s kommt nur von dir
Es geht ein Lied auf Reisen
Das unsere Trennung beklagt
Und heißt’s auch, man soll niemals weinen
Kommt es vor, dass man gar nicht fragt
Es war so schön, an deiner Hand zu geh′n
Es war so schön, dich immer anzuseh’n
Uns schien sogar der Regen rosarot
Sind nun für uns all diese Wunder tot?
Es geht ein Lied auf Reisen
Du schickst’s rund um diese Welt
Ich wünsch mir, dass ’s schon heut Abend
Von dem Himmel auf meine Lippen fällt
Es geht ein Lied auf Reisen
Das Lied macht uns beiden klar
Wir brauchen keinen Rat kluger Leute
Dass wir uns lieben, ist ganz offenbar
und wenn sie dieses Reiselied am Grabe gesungen hätten, so hätten sie nicht das Original gesungen, denn im Original wird nicht von einem Lied, das auf Reisen geht, gesungen, sondern von einer Träne, und das kann von wackeren Männern nicht erwartet werden, offen ihre Tränen zu besingen, aber wenn sie es gesungen hätten, dann hätten sie es vielleicht so gesungen, ein Lied geht auf Reisen, mit einer inwendigen Träne, sentimental und schwermütig, nie mehr mit ihrem gesinnungsgemäßen Bruder Walter das Lied, das tatsächlich am Grabe gesungen ward, gemeinsam singen zu können, aber immer, das ihnen zum Troste, wenn sie seiner gedenken, das tatsächlich gesungene Lied anstimmen, wird er mit ihnen im Geiste es gewiß mitsingen, so treu wie sie ihm, so treu wird er ihnen bleiben.
Aber es geht weiter, es muß weitergehen, auch wenn einer im Liedreich fehlt, es muß weitergemacht werden, und es wird weitergemacht.
Schlesische Schüler zu Gast in Kärnten: Sprache, Musik, Geschichte
Mit einem großartigen Projekt unterstützten Idealisten aus Kärnten, dem südlichsten Bundesland der Republik Österreich, Schüler der deutschen Minderheit aus Schlesien.
So beginnt der Bericht von Bruno Burchhart im in Polen herausgegebenen Magazin „Neues Wochenblatt“ vom 27. August 2025 — „Idealisten“, wie „gut heil“ dieses Wort noch immer ist, es immer noch einen hellen Klang hat, und so kann Bruno Burchhart u. a. weiter berichten, wie großartig Idealistinnen …
Es war sehr beeindruckend, wie wohlwollend die Spitzen der Kärntner Volksvertreter diesem vorbildhaften Projekt gegenüberstanden. Einen so feierlichen Empfang einer Schülergruppe aus einem EU-Staat, wie ihn die schlesischen Schüler im Spiegelsaal der Kärntner Landesregierung erlebten, hat es in dieser Form höchst selten gegeben.
Der Kärntner Landeshauptmann (Ministerpräsident) Dr. Peter Kaiser zeigte sich von dem Auftritt der schlesischen Schüler in ihrer prachtvollen heimischen Tracht mit Liedern und Tänzen höchst angetan. Er freute sich, dass in dem heimatbewussten, weltoffenen Kärnten eine solche Begegnung im Sinne des Kulturaustausches im europäischen Geist stattfand, und lobte Dr. Burchhart für seinen steten Einsatz für Minderheiten in Europa. Ein positiver Nebeneffekt dieses freundlichen Empfanges war das große Echo in den bedeutenderen Medien des Landes sowie eine anerkennende Sendung über die Schlesier im Österreichischen Fernsehen. Das ist nicht alltäglich.
Auch der Zweithöchste im Land, der Präsident des Kärntner Landtages, Ing. Reinhart Rohr, empfing die Schlesier an einem besonderen Ort, dem berühmten Wappensaal des Landhauses. Dort sind in diesem herrlichen Renaissancebau nicht nur über 400 Wappen ehemaliger Kärntner Adliger malerisch festgehalten, sondern auch wesentliche Zeitpunkte historischer Ereignisse dokumentiert. Wie der Präsident betonte, gibt es zahlreiche Gemeinsamkeiten der Geschichte Schlesiens und Kärntens.
Eine weitere Verbindung ergab sich durch die Volksabstimmungen nach dem Ersten Weltkrieg: Die Schlesier stimmten mit über 59 % für den Verbleib bei Deutschland, die Kärntner mit dem gleichen Ergebnis für den Verbleib bei Österreich. Die weitere Entwicklung war unterschiedlich: Kärnten blieb frei und ungeteilt, Schlesien erlebte Schreckliches unter der kommunistischen Diktatur.
Gemeinsam mit heimischen Musikanten absolvierten die Schlesier eindrucksvolle Konzertauftritte in verschiedenen Orten. Begeistert wurden sie vom Publikum gefeiert, z. B. in Klagenfurt, wo sie mit dem weltweit auftretenden Chor der Sängerrunde Emmersdorf musizierten. Es kam zu gegenseitiger musikalischer Befruchtung: die schlesischen Schüler präsentierten Musik ihrer Heimat, die Emmersdorfer Lieder aus Kärnten. Ein perfekter Kulturaustausch.
Dr. Burchhart begrüßte die Jugend im Namen der Schlesiergruppe. Gemeinsames Singen, Spiele und Wettbewerbe führten schnell zu neuen Freundschaften. Schwimmen und Springen im Turnersee sowie ein Lagerfeuer rundeten den Tag ab. Es war ein unvergesslicher Tag.
Kärntens Schönheit erleben
Selbstverständlich wurden den Schlesiern auch die Schönheiten Kärntens gezeigt: Ausflüge zum Pyramidenkogel-Turm über dem Wörthersee, Wanderung zur Burg Hochosterwitz und Besuch des Abwehrkämpfer-Ehrenmals im Rosentaler St. Jakob. Geschichte und Natur wurden den Schülern anschaulich vermittelt.
So verging der Aufenthalt der Schülergruppe in Kärnten mit Begegnungen, Kulturaustausch und Sprachförderung viel zu schnell. Wehmütig wurde Abschied genommen, und das von Dr. Burchhart übergebene Schutzengelchen wurde als Erinnerung mitgenommen. Den Sponsoren – Österreichische Landsmannschaft, Deutsche Burschenschaft, Kärntner Heimatdienst und weiteren – wurde herzlicher Dank übermittelt. Ein baldiges Wiedersehen in Kärnten oder Schlesien wurde innigst gewünscht.
Landsmannschaft, Burschenschaft, Heimatdienst, ja, Mannen und Frauen des Idealismus sind nicht geizig, im Gegenteil, großzügig, wie auch diese Unterstützung des großartigen Projektes von Idealisten …
Für shops of patriots wäre das doch ein hinzuzunehmendes Produkt „miga – make idealism great again“ als zu den Shirts etwa recht passende Schildkappe.
Vor fünf Jahren war die „Sängerunde Emmersdorf“
eine — und kaum fünf Jahre später, schreibt Bruno Burchhart, ein weltweit auftretender …
So sportlich ist also Bruno Burchhart unterwegs, nicht nur werktags sondern auch sonntags, genauer, im „Sonntagsblatt“, in einer „ungardeutsche[n] Zeitschrift“;
es muß nicht ausgeführt werden, wie das am Sonntag im Blatt wirkt, es ist so wie es von ihm ausgezeichnet bekannt ist, einfach wie kurz gesagt: sportlich, gewiß, idealistisch, sicher …
Von einer sportlichen Leistung — da es „zahlreiche Gemeinsamkeiten der Geschichte Schlesiens und Kärntens“ — soll noch erzählt werden, von einer Brücke zwischen Schlesien und Kärnten, auf der Burchhart und Perkonig …
Nach der Volksabstimmung kehrte Steinacher nicht mehr in den angestammten Beruf zurück. Er wandte sein Know-how u.a. bei Volksabstimmungen in Oberschlesien und Tirol an, agierte im Ruhrgebiet als „Geheimagent“21 und knüpfte Kontakte zu sogenannten Schutzvereinen (Verein für das Deutschtum im Ausland/VDA,22 Deutscher Schulverein, Schutzverein Südmark23). Zu Pfingsten 1921 fand die Tagung des Deutschen Schutzbundes in Klagenfurt statt; laut Steinacher sei Perkonig dadurch „entscheidend auf wohl zwei Jahrzehnte beeinflußt worden“.24 Steinacher nahm Perkonig auf einige seiner Reisen mit – auch Johannes Lindner und Emil Lorenz waren gelegentlich dabei – ,25 „1921 nach Berlin und Oberschlesien und 1922 nach Ost- und Westpreußen“.26 1921/1922 erhielten sowohl Perkonig als auch Steinacher den Oberschlesischen Adler, Perkonig für seine Berichterstattung über die Vorgänge in Oberschlesien, Steinacher für die Organisation der dortigen Volksabstimmung.27 Steinacher verblieb in Deutschland, profilierte sich als „Volkstums“-Experte und stieg in der Weimarer Republik im Windschatten des aufstrebenden Nationalsozialismus die Karriereleiter hoch.
Nicht nur für Hans Steinacher brachte das Jahr 1933 einen Karrieresprung, auch für J. F. Perkonig begann mit der Installation der austrofaschistischen Diktatur eine Zeit des politischen und literarischen Aufstieges.
Nie wieder sollte der Autor von einem politischen System so hofiert werden wie vom Ständestaat. Das hielt ihn – wie viele andere – nicht davon ab, sowohl in politischer als auch in literarischer Hinsicht ein doppeltes Spiel zu treiben.43
Perkonigs Funktion im KHB wird in der Literatur nur am Rande erwähnt. Alle Darstellungen konzentrieren sich auf Alois Maier-Kaibitsch, unzweifelhaft der starke Mann im KHB. Doch ist Perkonigs Rolle als Obmann nicht zu unterschätzen. Vermutlich verdeckte seine (vorgebliche)
Verankerung im Austrofaschismus die nationalsozialistischen Aktivitäten des KHB. Unter Perkonigs „Schutz“ konnte Maier-Kaibitsch ungestört agieren. Seine Obmannschaft erfüllte – zumindest nach außen – eine ähnliche Funktion wie die Präsidentschaft Max Mells im Bund der deutschen Schriftsteller Österreichs.44 Schwer vorstellbar scheint, daß Perkonig über die internen Vorgänge im KHB nicht informiert war, zumal sein Freund Hans Steinacher entscheidend dazu beitrug, den Verein in eine von „nationalsozialistische[m] Geist getragene Organisation“45 umzugestalten. Im Nachkriegsprozeß gegen Alois Maier-Kaibitsch gab sich Perkonig jedenfalls naiv: Für den Kärntner Heimatbund gab es, wenn überhaupt Unterscheidungen gemacht wurden, nur sogenannte heimattreue Kärntner und andere, die an dem Gedanken der Untrennbarkeit des Landes nicht in dem gleichen Maße interressiert waren
[= „Windischentheorie“, KGS]. Da der Kärntner Heimatbund nur kärntnerisch eingestellt war, hat er zum Nationalsozialismus in keiner Weise Stellung genommen.46
Ab 1933/34 wurde aus dem KHB die „[b]edeutendste Tarnorganisation der verbotenen NSDAP“.47 Da der Verein nicht verboten war, diente er als Auffangbecken illegaler NS Formationen, ein Großteil der Aktivitäten lief über ihn. „In den dreißiger Jahren verstand sich der ‚Kärntner Heimatbund‘ […] als eine Art ‚Kampftruppe‘ aus Vertrauensmännern“,48 zu welchen offenbar auch Perkonig gehörte.
Für Perkonig deutete nach dem „Anschluß“ zunächst alles auf eine NS-Karriere hin: Er wurde Kommissar für Wiedergutmachung in einer eigens geschaffenen Abwicklungsstelle, die Ansuchen um finanzielle Entschädigung „für gesundheitlichen oder wirtschaftlichen Schaden in der Verbotszeit [der NSDAP, KGS]“ bearbeitete.55 Perkonigs wahre Interessen dürften aber eher auf literaturpolitischem Gebiet gelegen haben, vermutlich liebäugelte er mit der Funktion des Landesleiters der Reichsschrifttumskammer (RSK) Kärnten. Da Perkonig der bekannteste Schriftsteller Kärntens war, durchaus „Verdienste“ für den Nationalsozialismus vorweisen konnte, und die RSK Berlin bzw. das Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda (RMVP) nach Möglichkeit repräsentative Autoren heranzogen, durfte er sich berechtigte Hoffnungen machen. RSK-Landesleiter wurde überraschend einer von Perkonigs Mitstreitern aus den Tagen der Volksabstimmung, der Gymnasiallehrer und Lyriker Emil Lorenz. Perkonig blieb als Trostpflaster die Funktion eines Landesobmannes der Schriftsteller in der RSK.
Eine wichtige Voraussetzung für RSK-Leiterfunktionen bildete die Mitgliedschaft in der NSDAP,60 weshalb die Wahl von Lorenz plausibel erscheint, konnte er doch auf eine Mitgliedschaft seit 1933 verweisen.61 Die Vorgänge rund um Perkonigs NSDAP-Aufnahmeantrag bzw. die Ablehnung wegen seiner Zugehörigkeit zu Freimaurerlogen hat Klaus Amann beschrieben.62 Daß diese Mitgliedschaften nicht zwingend zu einer Ablehnung führen mußten, beweist der ähnlich gelagerte Fall des Autors Franz Karl Ginzkey.63 Ausschlaggebend dürfte bei Perkonig die strikte Ablehnung des Kärntner Gaugerichtes unter dem Vorsitz des einstigen Gauleiters Hugo Herzog gewesen sein. 64 Ein bezeichnendes Licht auf Perkonigs Aktivitäten rund um die angestrebte Aufnahme in die NSDAP wirft eine Bemerkung von Hans Gustl Kernmayr, damals Chefdramaturg der Wien-Film, der in seinen Memoiren berichtet, Perkonig sah sich um 1938 gezwungen, mich um eine Bestätigung zu bitten, daß er ein guter Nationalsozialist sei. Ich gab ihm diese Bestätigung, weil ich ihm helfen wollte.65
Dennoch konnte sich Perkonig nicht beklagen. Im Gegensatz zu Nußbaumers Behauptung, es habe „Erschwernisse und Hemmungen [gegeben], die seine schriftstellerische Arbeit beeinträchtigten“,66 blieb der Autor im Dritten Reich publizistisch und finanziell erfolgreich.67 Zwischen 1933 und 1944 lassen sich 15 Erstausgaben sowie zahlreiche Neuauflagen bereits publizierter Titel nachweisen. Allein 1943/1944, als wegen eklatanter Papierknappheit viele Werke nicht mehr gedruckt wurden, erschienen in neuer/neuen Auflage(n): „Der Schinderhannes“, „Auf dem Berge leben“68, „Der Guslaspieler“, „Honigraub oder Der Hügel Sankt Joseph“, „Kärnten, deutscher Süden“, „Nikolaus Tschinderle, Räuberhauptmann“, „Mein Herz ist im Hochland“, „Lopud, Insel der Helden“, „Die Fischer „, „Das Zauberbründl“, „Alpenland – Donauland“69, „Leichte Fracht“ sowie „Kärnten, Heimatland, Ahnenland“. Auf Empfehlungslisten des RMVP finden sich: „Honigraub oder Der Hügel Sankt Joseph“ (2x), „Nikolaus Tschinderle, Räuberhauptmann“ (2x), „Kärnten deutscher Süden“, „Ein Volk steht auf“ und „Lopud, Insel der Helden“. Ferner steht Perkonigs Name auf den Vorschlagslisten für Dichterlesungen des Werbe- und Beratungsamtes für das deutsche Schrifttum beim RMVP für 1939/40, 1940/41 und 1941/42. Darüber hinaus veröffentlichte er zahlreiche Beiträge in Zeitschriften und Anthologien.70
So gut wie unbekannt ist heute Perkonigs Filmarbeit, ab 1938 verfaßte er u.a. für die Wien-Film das Drehbuch zu „Krambambuli“ nach Marie von Ebner-Eschenbach. Für seine umfangreiche literarische bzw. literaturpolitische Tätigkeit genehmigte die Lehrerbildungsanstalt „Stundenreduktionen in den
Jahren 1940-1944″.71 Der Krieg „verhalf“ Perkonig schließlich doch noch zu einer repräsentativeren Position in der RSK. Ab Mitte 1940 vertrat er den zur Luftwaffe eingerückten Emil Lorenz, im folgenden Jahr wurde J. F. Perkonig zum stellvertretenden RSK-Landesleiter ernannt.72
Karin Gradwohl-Schlacher. Josef Friedrich Perkonig und Hans Steinacher.
Zwei Karrieren von der Kärntner Volksabstimmung bis in das Dritte Reich.
Gelesen am 28. Jänner 2026.
Sportlich auch diese auszuzeichnende Leistung von Bruno Burchhart:
Künder und Versöhner
Josef Friedrich Perkonig 1890–1959
Einen Wendepunkt nach der Heirat seiner Anny 1918 bedeutete der Einfall der Südslawen in sein geliebtes Heimatland: Er wurde zunächst als „Carinthiacus“ Kriegsberichter von den Fronten und dann bedeutender Propagandist des geistigen Abwehrkampfes mit seinem „Kärnten den Kärntnern“, so auch als Chefredakteur der Kärntner Landsmannschafts-Zeitung für die besetzte Unterkärntner Zone A. Mit Werken wie „Heimat in Not“ (1921), besonders aber in den berühmten „Patrioten“ (1951) beschreibt er den Freiheitskampf. Nachher stellte er sich dem KHD, später KHB (Kärntner Heimatbund) zur Verfügung, wo er anerkannter Förderer von Mundart, Lied, Volkstanz und Brauchtum war. Erstmals gelang ihm die dichterische Beschreibung Kärntens in „Kärnten-Heimatland, Ahnenland“ (1923), mit der Erzählung der herrlichen Landschafts-, Geschichts-, Sagen und Brauchtumswelt. „Dorf im Acker“
(1926) und „Bergsegen“ (1928), sein damals Bekanntestes, fließen aus seiner Feder.
Vom Ständestaat hofiert, wurde er zum Landtagsabgeordneten für Kunst ernannt, auch Volkspolitischer Referent der Vaterländischen Front, erhielt Preise, wie den Österreichischen Staatspreis für Literatur. Nach 1938 dichtet er wie viele seiner Generation weiter und publizierte, was man ihm realistischerweise
wohl nicht verübeln kann. Sicher haben die Damaligen sich seiner Berühmtheit bedient mit der Neuauflage vieler Werke wie „Schinderhannes“, „Guslaspieler“ u.a.m. – „Verherrlicht“ hat er niemanden. Eine Parteimitgliedschaft wurde ihm ja verwehrt, sein „Mensch wie Du und ich“ sogar verboten. Mannhaft hat er sich auch gegen die Slowenen-Aussiedlung gegenüber den Machthabern ausgesprochen. Nach den vielen Erlebnissen dieser Zeiten ist in der Nachkriegszeit eine neue Fassette in seinem Schaffen und Denken zu bemerken: Durch die Beschäftigung mit seiner Kindheit im „gemischtsprachigen“ Gebiet in seinem „Morgenlicht“ (1948) wird er sich bewusst, dass er in sich den Germanen grübeln und den Slawen träumen spürt. In seinen Essays „Zwei Zungen“ und „Kärntner Slowene“ lässt er Versöhnlichkeit und Anerkennung anklingen. Eine immerhin erstaunliche Entwicklung. Er bekennt: Als ein Dichter des deutschen Grenzlandes weiß ich wohl, daß ich für
mein Volk auf Vorposten stehe, daß ich ein Vermittler sein muß von hüben und drüben. Aus dieser Einstellung heraus weiß er eben auch das andere zu schätzen. Verbindungen sucht er und erhält Wertschätzung, z. B. durch die Übersetzung von seinem „Honigraub“ ins Slowenische durch Drago Druškovič. In seinem umfangreichen Œuvre findet sich noch: Musikalisches in seinem Haydn-Essay,
Kulturelles in vielen Radio-Sendungen und Hörspielen, Filme-Schaffung wie Ebner-Eschenbach’s „Krambambuli“, usw. Jetzt erfährt er auch in einem demokratischen Staat die ihm zustehenden
Ehrungen: Er wird Ehrenbürger von Ferlach und Klagenfurt, erhält Preise und Auszeichnungen. Nach seinem Hinscheiden vom 8. Feber 1959 wird er in einem Ehrengrab beigesetzt.
Dr. Bruno Burchhart. Künder und Versöhner. Die Brücke. Nr. 94 · Februar 09.
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Entner, Stefanie Grüssl, Daniela Hättich, Michael Herzog, Otto
Kapfinger, Geraldine Klever, Ingeborg Kofler, Helmut Christian
Mayer, Astrid Meyer, Mario Rausch, Arnulf Rohsmann, Marion
Schaschl, Ilse Schneider, Jozej Strutz, Günther M. Trauhsnig,
Slobodan Zakula.
Gelesen am 29. Jänner 2026.
Während des Ständestaates war er Klagenfurter Gemeinderat sowie Vertreter für Wissenschaft und Kunst im Ständischen Landtag, doch als Volkspolitischer Referent auch schon Verbindungsmann für die Nationalsozialisten. Während des NS-Regimes übte er bis Ende 1941 das Amt eines stellvertretenden Landesleiters der Reichsschrifttumskammer aus. Sein erster Antrag um Aufnahme in die NSDAP vom 25. Juli 1938 wurde jedoch vom Gaugericht Kärnten am 23. Mai 1939 wegen seiner Mitgliedschaft zur Freimaurerloge Paracelsus abgelehnt (erst 1941 erfolgte nach mehrfachen Interventionen seine Aufnahme). Zum Landesobmann für Schriftsteller im Gau Kärnten wurde Perkonig 1939 trotz einiger Bedenken der NSDAP-Stellen „wegen der nur wenigen Schriftsteller in Kärnten, die für dieses Amt in Frage kommen“, ernannt. Nach 1945 passte er sich sofort den neuen politischen Gegebenheiten an und arrangierte sich durch Förderung der Slowenen mit dem neuen System. Perkonig ist ein Beispiel dafür, wie man unter Umständen aus der spezifischen Volkstumssituation des Grenzlandes, aus welcher er stammte, eine effiziente, aus heutiger Sicht moralisch fragwürdige Erfolgsstrategie entwickeln konnte.
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Friedhof Annabichl – Kapellengruft XIII/SW/6.
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Gelesen am 29. Jänner 2026.
So viel sportliche Tat ist nur mit Gold, Gold und Brillanten zu belohnen.
Was der eine, Perkonig, für überall in Worte goß, schlug der andere, Kerndle, allein für Sankt Jakob im Rosental in Stein: Arbeiter, Soldat, Bauer, Handwerker —
NS Für so viel Tat der gesinnungsgemäß sportlichsten Art verdiente auch Bruno Burchhart eine Festschrift. Was wäre ein recht besserer Anlaß, ihm eine Festschrift nachträglich zur Verleihung des Sportverdienstzeichens durch das Land Kärnten zu widmen?
Es muß eingestanden werden, nicht das Geschick zu haben, eine solche Festschrift ihm schreiben zu können, aber einen Beitrag zu leisten, das soll nicht verweigert sein, vielleicht motiviert der Vorschlag,
wie der Umschlag einer solchen Festschrift gestaltet sein könnte, zum Idealismus Gerufene, eine Festschrift für einen Idealisten wie Bruno Burchhart anzugehen.













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