In Maiernigg erweitert Dertnig ihre bisherige Arbeit um eine historische Ebene und verknüpft sie mit der Kriegsprostitution. Während des Ersten Weltkriegs wurden Militärbordelle für Soldaten eingerichtet. Dabei gab es eine hierarchische Ordnung nach militärischen Rängen, die sich in den Farben der Strümpfe widerspiegelte. Nach Dertnigs Recherchen wurden einfachen Soldaten Frauen mit roten Baumwollstrümpfen zugewiesen, während Frauen für die höchsten Ränge schwarze Seiden- oder Nylonstrümpfe trugen.
Wer dieser Tage von Maiernigg aus zum Komponierhäuschen von Gustav Mahler wandert, wird Rot sehen — und zwar in allen möglichen Farbschattierungen. Drei Baumkletterer bringen derzeit für die Installation „Symphony in Nylon“ der Künstlerin Carola Dertnig rund fünfzig Strumpfhosen in den Wipfeln der Waldbäume an.
Ein Wald aus Bäumen und Strumpfhosen
Die Künstlerin Carola Dertnig Zeichen des Widerstands gegen historische Gewaltstrukturen setzen
Kleine Zeitung. Marianne Fischer. 9. Juli 2026.
Nylonstrümpfe. Im „Ersten Weltkrieg“. Nach der „Recherche“ von Carola Dertnig hätte mit dem Beginn des „Ersten Weltkriegs“ auf die Erfindung der Nylonfaser und vor allem auf den Verkauf von Nylonstrümpfen gewartet werden müssen. Wann wäre mit dem Krieg von 1914 bis 1918 begonnen worden, wäre auf die Nylonstrümpfe zu warten gewesen? Frühestens 1940, denn ab Mai 1940 wurden Nylonstrümpfe aber erst in ausgewählten Kaufhäusen in amerikanischen Großstädten verkauft; für einen Bürgerkrieg in den USA hätten 1940 die verkauften Nylonstrümpfe vielleicht schon gereicht, aber für einen Weltkrieg wohl erst dann, wenn Nylonstrümpfe weltweit —
Es ist eine Kleinigkeit, eine bloße Schlampigkeit, zugegeben, und doch wieder keine Kleinigkeit, wenn auf sogenannte klassische Medien nicht mehr Verlaß ist, korrekte Informationen zu erhalten, denn die Vernachlässigung einer sorgsamen Recherche nimmt zu, auch — das sind nur Beispiele allein aus zwei Monaten — im Juni 2026 waren Berichte von zwei anderen Medien zu erwähnen, mit nachlässig weitergebenen Informationen.
Die Sorgfalt nimmt, einfach wie kurz gesagt, ab, freilich ohne, daß dahinter, wie die hier angeführten Beispiele allein aus Juni und Juli 2026 zeigen, eine Absicht stünde, es tun sich keine Abgründe auf, wie bei den Verbreitungen und Auslassungen in den sogenannten sozialen Medien, aber es wird den sogenannten klassischen Medien nicht dienlich sein, wenn immer mehr Menschen zum Schluß kommen, auf sie sei kein Verlaß mehr, und sich von ihnen mehr und mehr abwenden, sich in den Abgrund der sogenannten sozialen Medien stürzen.
Marianne Fischer hat sich wohl darauf verlassen, daß Carola Dertnig ordentlich recherchiert hat, aber „Nylonstrümpfe“ im „Ersten Weltkrieg“ sind eine Unmöglichkeit, und um das wissen, bedarf es nicht einmal eine Recherche …

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