Norbert Nemeth, allen „ein guter Kamerad“

Es wurde von Norbert Nemeth viel erzählt, und es gehört sich wohl, auch zu erzählen, warum von Norbert Nemeth hinkünftig nichts mehr zu erzählen geben wird, denn Norbert Nemeth ist gestorben. Damit soll auch einem möglichen Vorwurf begegnet werden, es sei ein schlechter Roman, wenn von seinen Figuren plötzlich nichts mehr zu erfahren ist, auf Figuren, einfach wie kurz gesagt, schlicht vergessen wird, von ihnen nichts mehr erzählt wird, Figuren nicht mehr vorkommen, nicht mehr zu erfahren ist, wie es mit ihnen weitergeht, was aus ihnen geworden ist.

Es ist ein schlechter Roman, denn mit den Inhalten, die seine Figuren verkörpern, kann dieser nur ein schlechter Roman genannt werden.

Norbert Nemeth ein Nachrufkapitel zu schreiben, ist jedoch nicht notwendig, all die Kapitel, in denen diese Figur vorkommt, sind Quelle für Nachrufe genug, und darüber hinaus wird er, Norbert Nemeth, nun ohnehin ehrenreich gewürdigt, nicht nur von seinem ihn führenden Bergkameraden am 4. November 2026 auf der Konzernplattform zur Förderung von …

Dies also ist kein weiteres Kapitel zu Norbert Nemeth, wie auch, von einem Toten kann nichts erzählt werden, so ist ein Kapitel der Nachrufe auf Norbert Nemeth, vorgebracht von Menschen, die es als ihre Pflicht ansehen, vielleicht sogar als ihre österreichische Pflicht ansehen, einem Toten das Gute nachzusagen, mit ihren Beileidsbekundigungen zu bekräftigen, was von diesem Toten allein in Erinnerung bleiben soll und zu bleiben hat.

„Als Präsident des Nationalrates erfülle ich die traurige Pflicht, das plötzliche Ableben des freiheitlichen Abgeordneten Mag. Norbert Nemeth, stellvertretender Klubobmann und langjähriger Klubdirektor des Freiheitlichen Nationalratsklubs bekanntzugeben“, informierte heute Nationalratspräsident Walter Rosenkranz. „Als langjähriger Freund und Weggefährte fehlen mir aber die Worte, dieser Tod lässt viele fassungslos zurück. Unser aller Beileid und Mitgefühl gilt in dieser Stunde seiner Familie, die dieses bittere Schicksal so grausam und unerwartet getroffen hat“, zeigte sich der Nationalratspräsident tief betroffen.

Auch Zweiter Nationalratspräsident Peter Haubner bekundete seine Betroffenheit. „Ich habe Norbert Nemeth über zwei Jahrzehnte hinweg als politischen Verantwortungsträger erlebt“, so Haubner. „Gerade in seiner Funktion als Klubdirektor der FPÖ hat er über viele Jahre konstruktive Beiträge für einen gelungenen österreichischen Parlamentarismus geleistet. In den Stunden der Trauer stehen nicht politische Unterschiede und Positionen im Vordergrund, sondern allein das Menschliche und der Respekt vor Norbert Nemeth. Mein aufrichtiges Mitgefühl gilt seiner Familie“, betonte der Zweite Nationalratspräsident.

Dritte Nationalratspräsidentin Doris Bures drückte ebenfalls ihr Mitgefühl aus. „Über viele Jahre hinweg durfte ich Magister Nemeth in seiner Funktion als Klubdirektor kennenlernen. Trotz weltanschaulicher und politischer Unterschiede habe ich ihn stets als einen profunden Kenner des parlamentarischen Geschehens und als einen Menschen geschätzt, dessen Verbundenheit mit dem Parlamentarismus immer spürbar war. Mein Mitgefühl gilt in dieser schweren Stunde vor allem seiner Familie“, so die Dritte Nationalratspräsidentin Doris Bures.

Er war unter anderem Mitglied im Geschäftsordnungsausschuss, im Immunitätsausschuss und im Hauptausschuss. Seit 2017 war Nemeth außerdem Präsident des Atterseekreises.

Parlament Österreich. News. 4. November 2026.

Anteilnahme aus allen Fraktionen

Von einem traurigen Tag für das Parlament sprach SPÖ-Klubchef Philip Kucher. Über die Parteigrenzen hinweg habe man Nemeth als Parlamentarier mit guter Gesprächsebene zu allen Parteien sowie mit Handschlagqualität und großer juristischer Expertise gekannt.

NEOS-Klubobmann Yannick Shetty meinte, Nemeth habe die Arbeit des Parlaments über viele Jahre mitgeprägt und sich mit großer Leidenschaft eingebracht. Trotz unbestreitbar großer politischer Differenzen sei die Zusammenarbeit auf der operativen Ebene im Parlament von großer juristischer Kenntnis und im persönlichen Umgang von Fairness geprägt gewesen, schrieb die stellvertretende Grünen-Klubobfrau Sigrid Maurer in einer Aussendung.

Zentrale Rolle bei Koalitionsverhandlungen mit ÖVP

Bei der vergangenen Wahl zog Nemeth als Abgeordneter in den Nationalrat ein und war einer der Stellvertreter von Kickl, den er des Öfteren auch in der Präsidialkonferenz vertrat. Eine zentrale Rolle seitens der FPÖ hatte er auch bei den letztlich gescheiterten Koalitionsverhandlungen mit der ÖVP.

Der gebürtige Wiener gehörte zum nationalen Flügel der Freiheitlichen und war schlagender Burschenschafter. Unter einem Pseudonym veröffentlichte er mehrere historische Romane.

red, ORF.at/Agenturen. 4. November 2026

Wenn ein derart hochgradiger Kamerad nicht nur von seiner eigenen identitär patriotischen Partei gewürdigt wird, sondern sofort auch von allen anderen im österreichischen Parlament vertretenen Parteien, ist das nicht auch eine indirekte Belobigung seiner Partei? Welche Argumente kann es dann noch geben, wenn es wieder um eine Koalition gehen wird, warum eine solche Partei weder regierungsfähig noch regierungwürdig —

NS Welches Lied, und es darf angenommen werden, daß wieder gesungen werden wird, wird ihm, Norbert Nemeth, seine Parteikameraderie am Grabe singen, vielleicht eines, das ihr recht in treuer Erinnerung, recht im Ohr noch, von dem Begräbnis, an dem Norbert Nemeth selbst noch teilnahm …