WKR-Ball und polizeiliche Denke

Es ist eine abenteuerliche Begründung, alle Demonstrationen zu verbieten. Es habe, wird Polizeisprecher Roman Hahslinger von der „Presse“ zitiert, eine Spontandemo am Donnerstag gegeben, deshalb werden heute am Freitag alle Demonstationen verboten.

Weil irgendwer also irgendwann und irgendwo spontan demonstriert, darf auch niemand sonst mehr irgendwann und irgendwo demonstrieren. Das ist eine bravouröse polizeiliche Denkleistung, die nicht erstaunt, wird bedacht, zu welchen Denkleistungen die Innenministerin fähig ist, vor allem, wenn Maria Fekter Vergleiche anstellt, zwischen Widerstand im Deutschen Reich und kritischen Äußerungen im heutigen Österreich.

Nach dieser polizeilichen Logik, von den entsprechenden demokratischen Rechten, die dabei, gelinge gesagt, ignoriert werden, muß nicht noch einmal geschrieben werden, hätten schon längst, um irgend ein aber zu diesem Land ebenfalls passendes Beispiel zu nehmen, alle katholisch-pädagogischen Einrichtungen geschlossen werden müssen, weil irgendwann und irgendwo katholische Pädagogen die ihnen anvertrauten Kinder zu sexuellen Handlungen nötigten, zwangen und so fort.

Wiener Linien, Polizei und der WKR-Ball 2011

Wer gestern, am 28. Jänner 2011, um 18.00 Uhr der U-Bahn am Schottentor entstieg,lief in eine großangelegte Fahrscheinkontrolle, die just zu dem Zeitpunkt begann. Die Wiener Linien witterten wohl ein Geschäft, gerade am Schottentor und gerade zu dieser Zeit zu kontrollieren. Denn für die Wiener Linien, die vermutet haben werden, daß Demonstranten und Demonstrantinnen mit der U 2 zum Votikpark unterwegs sein könnten, haben mit Sicherheit keinen Fahrschein.

Aber der von ihnen auch kontrollierte Demonstrant hat sogar eine Jahresnetzkarte.

Der von den Wiener Linien kontrolliete Demonstrant mußte bald nach dem Verlassen der U-Bahnstation Schottentor feststellen, daß er kein Demonstrant ist, weil es keine Demonstration gab, in die er sich einreihen konnte. Was er aber sah, war eine Demonstration der Polizei, eine Demonstration der Polizei, die Angst machen kann, aber auch zum Lachen reizte.

Es war lachhaft zu sehen, daß vor der Votivkirche ein Polizist eine Kreuzung hysterisch regelte unter Zuhilfenahme einer Lampe, obwohl diese Kreuzung zugleich ohhnehin durch die Ampel automatisch geregelt wurde. Weit und breit keine Demonstration. Nicht einmal eine Demonstrantin, ein Demonstrant. Dafür zusätzlich das Polizeiauto mit eingeschaltetem Blaulicht verwegen quergestellt, als ob ein Actionfilm gedreht werden würde.

Dann weiter Richtung Alser Straße, keine Demonstration, aber Absperrungen durch die Polizei. Weiter hinein in die Alser Straße, keine Demonstration, aber weitere Absperrungen durch die Polizei. Vielleicht weiß die Polizei nicht, wo die Hofburg ist. Beim Gang durch den Uni-Campus kann nur festgestellt werden, Ruhe und Polizei, aber keine Demonstration. Vorbei beim Narrentum, dahinter wieder auf die Straße, wieder Absperrungen durch die Polizei, aber keine Demonstration. Vielleicht sollte der Polizei ein Stadtplan geschenkt werden, auf dem dick und fett angestrichen ist, daß die Hofburg im ersten Bezirk, nicht im neunten Bezirk ist.

Möglicherweise wurde die Polizei falsch informiert. Vielleicht hat Maria Fekter der Polizei gesagt, wir sind in Kairo. Das würde nicht überraschen, daß Maria Fekter auch in der Geographie ebenso danebengreift, wie sie es bei ihrem historischen Vergleich eben erst tat.

Gegen 20.00 Uhr dann Spaziergang Richtung Hofburg. Keine Demonstration, dafür wieder Polizei, Polizei und abermals Polizei. Vor dem Volkstheater, auf dem Ring, die Tore der Hofburg geschlossen, hinter dem Zaun ab und an ein bis zwei Polizisten verschanzt, auf den Ring starrend. Bei der Staatsoper drei Polizisten in einem Auto mit laufendem Motor, wohl um sich aufzuwärmen, davor eine Polizistin auf dem Fußgängerweg gelangweilt rauchend, beim Window Shopping.

Am Michaelerplatz keine Demonstration, keine Demonstranten und keine Demonstrantinnen. Absperrung der Polizei, aber nur drei oder vier Polizisten. Direkt vor der Hofburg also keine Hundertschaft. Alles ruhig, um 20.30 Uhr etwa. Drei oder vier Passanten, denen erklärt wird, sie müssen Umwege in Kauf nehmen, Platzverbot wegen der Burschenschafter.

Weiter Richtung Stephansplatz. Ruhe. Keine Demonstrantinnen, Demonstranten. Um 20.45 Uhr wird der erste Bezirk mit der U 3 wieder verlassen.

Auch „Unzensuriert“, die Website der politischen Informationen des III. Präsidenten NR, Dr. Martin Graf, ist es diesmal nicht möglich, von großen Krawallen zu berichten.

Was nun wirklich zu klären ist, wer bezahlt diesen absolut überzogenen Polizeieinsatz. Propaganda muß schließlich immer bezahlt werden. Und dieser Polizeieinsatz war nichts anderes als eine Propaganda gegen demokratisch verbriefte Rechte. Wer hat die Wiener Linien dazu gebracht, bei dieser Propaganda mitzutun? Denn die großangelegte Fahrscheinkkontrolle genau zu diesem Zeitpunkt am Schottentor, also am Areal der geplanten und dann ebenfalls verbotenen Standkundgebung, läßt nur den Schluß zu: Demonstranten und Demonstrantinnen sollen als Schwarzfahrer und Schwarzfahrerinnen verunglimpft werden.

Und es war eine Propaganda für die Burschen- und Landsmannschaften, daß diese ja ehrenwerte Bürgerinnen und Bürger seien, die beschützt werden müssen. Und was für eine ehrenwerte Gesellschaft gestern in der Hofburg tanzte, kann auch an den Wünschen abgelesen werden, die auf „Alpen-Donau-Info“ zu lesen sind: die Treiber und Treiberinnen dieser Website wünschen ihren „Kameraden“ einen schönen Ball.

Wiener Linien und WKR-Ball 2011 – Fahrscheinkontrolle

Am Dienstag, 2. Februar 2011 antwortete der Kundendienst der Wiener Linien auf http://scoop.at/Oesterreich/Wiener-Linien-Polizei-und-der-WKR-Ball-2011:

Es tut uns Leid, dass Sie mit der Fahrscheinkontrolle am 28.1.2011 nicht
einverstanden waren.

Wir bitten aber um Verständnis, dass unsere Fahrgäste auch bei Veranstaltungen und
Kundgebungen einen gültigen Fahrausweis vorweisen müssen.

Fahrausweiskontrollen erfolgen ausschließlich im Interesse unserer Fahrgäste. Es
werden von uns an allen Tagen und rund um die Uhr Kontrollen durchgeführt. Leider
sind unsere KontrollorInnen auch an allen Tagen und zu allen Uhrzeiten
‚erfolgreich‘. Auch in der Zeit, zu der viele ArbeitnehmerInnen unterwegs sind,
fahren immer wieder Menschen ohne gültige Fahrkarte mit den Wiener Linien.

Es dürfte schwierig sein, eine Lösung zu finden, mit der alle unsere KundInnen
zufrieden sind.

Worauf dem Kundendienst der Wiener Linien ebenfalls per E-Mail geantwortet wurde:

„Die Frage hat sich nicht gestellt, mit Kontrollen einverstanden zu sein
oder nicht einverstanden zu sein. Gegen Kontrollen an sich wurde auch
keine Kritik geäußert.

Die Frage ist, sehen die Wiener Linien in Demonstrantinnen und
Demonstranten potentiell Fahrgäste ohne Fahrschein. Denn das kann
angenommen werden, daß gerade am 28. Jänner 2011 diese Kontrolle
durchgeführt wurde.

Führen Sie derartige Kontrollen auch durch bei Kenntnis von
Veranstaltungen, wie zum Beispiel dem Opernball? Wurde oder wird beim
Opernball, im Wissen, daß Opernballbesucher und -besucherinnnen
beispielsweise mit der U-Bahn zum Ball fahren, die Station Karlsplatz
derart großangelegt kontrolliert genau zu dem Zeitpunkt, wenn diese zum
Ball aus der U-Bahn steigen?“

Eine weitere Antwort kam bis jetzt nicht mehr von den Wiener Linien.

Vielleicht sollte einmal von den Wiener Linien eine vergleichende großangelegte Fahrscheinkontrolle durchgeführt werden, ob es zum Beispiel mehr Fahrgäste ohne gültigen Fahrschein gibt unter den Besucherinnen und Besuchern des Opernballs, oder, unter den Fahrgästen einer Kundgebung beispielsweise gegen den WKR-Ball (http://scoop.at/Oesterreich/WKR-Ball-Anmeldung-zur-Teilnahme-an-der-Demo).

Telefonische Mitteilung der Wiener Linien

Der Kundendienst der Wiener Linien teilte dann doch noch telefonisch mit, daß keine Unterschiede gemacht werden. Die Kontrolle am 28. Jänner 2011 sei zufällig zusammengefallen, sei nicht auf die Demonstration hin geplant gewesen. Es werden auch Fahrgäste in Anzügen ohne Fahrscheine, gar nicht so selten, angetroffen.

„Der Eckart“-Schriftleiter auf dem WKR-Ball

Am 28. Jänner 2011 und davor am 26. Jänner 2011 beim Vortrag von Richard Melisch in der Österreichischen Landsmannschaft, die, würde es nach Richard Melisch gehen, wohl heißen müßte: „Ostmärkische Landsmannschaft“. Denn Richard Melisch stellt sich schon mal seinem Publikum vor mit: „Bin ein Ostmärker“. Wie in einem Video auf „youtube“ mit dem Titel „Der letzte Akt – Die Kriegserklärung der Globalisierer, Teil I“ vernommen werden darf.

Aber es geht ja nicht nach Richard Melisch. Richard Melisch hält ja nur Vorträge, eingeladen von und für Ballbesucher. Und so heißt die Landsmannschaft eben, wie sie eben heißt.

Und so wird der Chefredakteur Thomas Hüttner von „Der Eckart“ Schriftleiter genannt. Und wer eine E-Mail an dieses Medium schreibt, muß gesagt werden, schicke es unter …

Es ist schon sehr erheiternd zu lesen, die stolzreine Verkündigung dieses Mediums“: „Der Eckart – So weit die deutsche Sprache reicht“. Und dann reicht die deutsche Sprache nicht einmal so weit, um diese eine Zeile ohne Rückgriff auf andere Sprachen zu schreiben: „e-Post: redaktion@dereckart.at“, im „Impressum“.

http://bernhardkraut.wordpress.com/2009/11/25/landsmannschaften-sind-auc…

http://bernhardkraut.wordpress.com/2010/12/05/martin-graf-madelschaft-fr…

27. Jänner 2012: Internationaler Gedenktag und nationaler Ball in der Hofburg

Werden die Schaften auf ihrem WKR-Ball in der Hofburg am 27. Jänner 2012 aus Anlaß des Gedenktages der Befreiung von Auschwitz eine besondere Rede vorbereiten lassen, oder werden sie den Abgeordneten NR Harald Stefan bitten, die Rede, die er bereits einmal in der Hofburg hielt, lediglich zu wiederholen?

http://scoop.at/Oesterreich/Harald-Stefan-in-der-Hofburg-Positive-Leistu…

http://scoop.at/Oesterreich/WKR-Ball-Anmeldung-zur-Teilnahme-an-der-Demo…