Criminalis Mariä Theresiä

Weil es nicht notiert wurde, wurde es wieder vergessen, etwas zu den vor ein paar Wochen geäußerten Wünschen eines von-Losen zu schreiben. Der trübe Tag von heute aber taugt zu nichts anderem, als die Bilder vom letzten und außerhalb von Österreich verbrachten Urlaub zu betrachten. Und beim Photo der Streckleiter fällt es wieder ein, es sollte etwas geschrieben werden zu den Begehren des Ulrich Habsburg-Lothringen …

Daher werden jetzt die Photographien wegen der Streckleiter doch zur Seite gelegt, um ein paar Sätze zu den Tagträumen des Ulrich Habsburg-Lothringen zu schreiben, es wird also wegen der Streckleiter nachgeholt, was vor Wochen bereits getan werden wollte, aber dann doch gleich wieder vergessen wurde zu tun, wohl deshalb, weil es eines der nebensächlichsten Themen ist, über das je nur geschrieben werden kann …

Aber dieser habsburgische Tagtraum löste vor ein paar Wochen eine breite mediale Berichterstattung aus, sogar Umfragen wurden gestartet, vor allem die Art und Weise, wie darüber berichtet wurde, rechtfertigt es, nun, ein paar Wochen später, doch dazu ein paar Sätze zu schreiben. Der Tagtraum, der Wunsch, der Vorschlag von Ulrich Habsburg-Lothringen, in Österreich wieder Adelstitel einzuführen, wurde medial gewandelt in: Habsburg-Lothringen will, verlangt, fordert … Medien reagierten also mit einem Untertanenreflex augenblicklich auf den Tagtraum eines Angehörigen dieser Familie und setzten lakaienhaft eine breite öffentliche Debatte darüber in Gang, ob denn die österreichische Verfassung, wie Ulrich Habsburg-Lothringen träumt, dafür geändert werden sollte, daß er wieder als Erzherzog über die Felder …

Dieser mediale Untertanenreflex ist ausschlaggebend und letztlich dafür hauptverantwortlich, nun doch noch etwas zu diesem Tagtraum des Ulrich-Habsburg-Lothringen zu schreiben, nachdem so viele österreichische Medien es verabsäumt haben, es nicht mit der auf einen derartigen Tagtraum einzigen angemessenen Reaktion zu behandeln, den Tagtraum schlicht und einfach unerwähnt zu lassen …

„Und ordnen Wir, daß eines solch vorsetzlichen Selbstmörders sein Körper gleich einem Viehe vertilget, sein ganzes Vermögen Uns verfallen …“

Aber es blieb nicht breit unerwähnt. Es gesellten sich Dummheiten zu den Argumenten von Ulrich Habsburg-Lothringen hinzu, wobei seine Argumente nicht als dumm einzustufen sind, weil Argumente eines Tagtraumes der Logik und Wirklichkeit des Träumens verpflichtet sind, im Tagtraum eine ganz eigene und besondere Realität geschaffen wird, in der alles seine Richtigkeit hat, die aber nicht berichtenswert ist. Eine Dummheit, die mehr als einmal medial vorgebracht wurde, war, Ulrich Habsburg-Lothringen wäre dann ein direkter Nachkomme von Maria Theresia Habsburg. Er ist es ohnehin, auch ohne Adelstitel. Wie viele bäuerliche Familien haben an einer Wand einen Stammbaum hängen und verweisen stolz ihre Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Großmutter, von der sie abstammen … Mit einer Penetranz wurde medial auf Maria Theresia Habsburg verwiesen, als ob es eine Auszeichnung wäre, mit dieser Frau verwandt zu sein, als ob sie ein Argument dafür wäre, die österreichische Verfassung dafür zu ändern, daß ein Ur-Keine-Ahnung-wie-oft-Ur-Enkel wieder ein Voner sich nennen darf … Das taggeträumte zentrale Argument von Ulrich Habsburg-Lothringen für die Wiedereinführung der Adelstitel war der Hinweis, diese seien „ein wichtiger Teil der Geschichte“. Das klingt harmlos, das klingt gut, das klingt verlockend, Maria Theresia war auch eine Adelige, ja, her mit dem Adel, wenn sogar die gute Maria Theresia eine Adelige war, dann kann es doch dem Enkel nicht hartherzig verwehrt werden, als Voner und Zuer „ein wichtiger Teil der Geschichte“ …

„Ein wichtiger Teil der Geschichte“ -, was aber für einer Geschichte? Gerade von einem heutzutage für die Grünen in einem dörflichen Gemeinderat Sitzenden könnte angenommen werden, er würde sich mehr dafür schämen, ein Verwandter dieser Familie zu sein, ein Verwandter u.v.a.m. von Maria Theresia … In die Collage wurden u.a. einige Ausschnitte aus der „peinlichen Gerichtsordnung“ seiner Großmutter aufgenommen, die nicht nur rassistisch und antisemitisch sind, sondern auch zeigen, wie Maria Theresia für sich zusätzliche Einnahmeqmöglichkeiten durch Verabschiedung krimineller Gesetzes sicherte … Seitens der Familie Habsburg-Lothringen kommen allenthalben Forderungen nach Rückgabe des Vermögens, auch eines geraubten Vermögens, die Hinterbliebenen eines Selbstmörders per Gesetz um ihr Erbe zu bringen, die Hinterbliebenen in Sippenhaftung zu bestrafen und zugleich sich an ihnen auch noch zu bereichern -, was für eine edle Geschichte!

An ein paar Sätze dazu war lediglich gedacht -, das sind jetzt schon zu viele, deshalb Schluß jetzt, mit ein paar Verlinkungen:

Eine Reliquie von Karl Habsburg beim österreichischen Bundesheer zum Anbeten

Die Vulgär-Vergleiche der Monarchie-Süchtigen

Einerlei, ob ein Habsburg lebt, stirbt, Geistesgrimassen wie von Otto werden immer geschnitten

2 Gedanken zu „Criminalis Mariä Theresiä

  1. Pingback: Freiheitliche mit der Monarchie auf harmlos gegen bettelnde Menschen | Prono Ever

  2. Pingback: Karl Habsburg oder wann fragt der ORF das Enkelchen von Mao Hitlerstalin, ob er Diktator werden wolle | Prono Ever

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