Wessen Leiber hinzugeben, wessen Blut zu vergießen

Last supper is the opening supper

Nehmet den Leib und gebet ihn hin, den Euren und den der Anderen. Lasset das Blut fließen, das Eure und das der Anderen.

 

 

 

 

 

 

 

Wer kennt nicht die Einleitungsworte, wer war nicht dazu verdammt, diese hören zu müssen, wieder und wieder, und wer war nicht versucht, dabei abzuschweifen, darüber nachzudenken, wie es wohl gekommen wäre, wozu es nie kommen hätte müssen, wären diese Einleitungsworte, die von einem vielleicht so gesprochen wurden, möglicherweise aber von diesem auch gar nicht gesprochen wurden, sondern von anderen erfunden wurden, dazu bestimmt, alle zu richten, wären diese Einleitungsworte so gesprochen, so erfunden worden, wie im Rückblick auf zweitausend Jahre diese nicht symbolisch, sondern realistisch offenbaren, was in ihnen angelegt ist, hätten diese Einleitungsworte den Menschen klar und unmißverständlich dargelegt, was von ihnen gefordert wird, ihren Leib hingeben zu müssen, was ihnen abverlangt wird, ihr Blut vergießen müssen, wie viele hätten diesen aber nicht nur diesen Organisierten Glauben keine Aufmerksamkeit geschenkt, diese abgetan als für den Menschen nicht gangbare Wege, ihre Schriften und Reden im Archiv der Absurditäten und potentiellen Grausamkeiten abgelegt zur Erheiterung aber auch zur Warnung, je nicht wirklich werden zu lassen,  was blutigste Wirklichkeit …

Aber wie falsch wäre es nun zu sagen, es gehe hier wieder um Kritik an dem Organisierten Glauben der römisch-katholischen Kirche, an den Organisierten Glauben. Darum geht es nicht. Der Organisierte Glauben der römisch-katholischen Kirche hat sich selbst gerichtet, die Organisierten Glauben richten sich selbst, deren Geschichte und deren Weiterbetätigung erwirken keine Freisprüche …

Es geht, wenn es noch um etwas geht, um das Zuhören, um das Hinhören, darum, nichts auszublenden …

Und Jesus Christus ist dafür ein Beispielgeber, einer aber nicht zwingend der einzige für Organisierte Glauben, es will bis zum heutigen Tage heraus nicht gehört werden, was er auch sagte, ihm sagen gelassen wird, seine Reden über die Schwerter, die zu kaufen sind, sein Wille, die Welt in Brand zu setzen, bis sein Reich komme, keinen Frieden zu bringen, Zwistigkeit zu säen, wo fünf beieinander sind, sollen, so sein Wille, drei gegen zwei sein …

Ebenso falsch wäre es nun zu sagen, es gehe hier wieder allein nur um die Organisierten Glauben, aber in ihren Reihen stehen so viele Beispielgeber, denen unverständlicherweise Beachtung geschenkt wird, deren Reden und Schriften einzig zu ihrem Vorteil selektiv wahrgenommen werden … Nach Jesus kam Paulus, und mit ihm die Befreiung, selbst das formulieren zu müssen, was beispielsweise E. M. Cioran

Niemals genug werden wir ihm vorwerfen, daß er aus dem Christentum eine unvornehme Religion gemacht hat, er hat es zu den verabscheuungswürdigsten Traditionen des Alten Testaments zurückgeführt: Intoleranz, Brutalität, Provinzialismus. Seine Betrachtungen über die Jungfräulichkeit, die Enthaltsamkeit und die Ehe sind einfach widerwärtig. Für unsere Vorurteile in Religion und Moral ist er verantwortlich, er hat die Normen der Stupidität festgelegt und die Beschränkungen vervielfacht, die immer noch unsere Instinkte lähmen. Am heftigsten interessieren ihn die Sitten. Kaum spricht er davon, schon zittert er vor Bosheit. Man braucht nur einmal die berühmten Briefe näher zu betrachten: In ihnen wird man keine Anwandlung von Entspanntheit und Feingefühl, keinen Moment innerer Sammlung und Vornehmheit wahrnehmen können, da gibt es nichts als keuchende Wut, Hysterie gemeiner Art. Überall nur Mittelspersonen, Verwandschaftsbande, Familiengesinnung: Vater, Mutter, Sohn, Engel, Heilige, keine Spur von Intellektualität, kein genau bestimmter Begriff, niemand, der begreifen möchte. Sünden, Belohnungen, Buchführung der Laster und der Tugenden. Eine Religion ohne Wißbegier: eine Orgie des Anthropormorphismus.

Und nach Paulus kam …

Und nun mit Papst Franziskus die Weiterführung dessen, was Cioran über Paulus und damit nicht nur über Paulus … Jorge Mario Bergoglio warnt vor dem Teufel, und damit, ohne es zu wollen oder zu verstehen, auch vor Gott, denn der Teufel könnte, das fragte sich bereits vor Jahrhunderten Martin Luther, schließlich auch Gott sein … Was für ein erster Beweis der Logik von Papst Franziskus, wer nicht zu Gott bete, bete zu … Gott, freilich zu einem gemäß Kirchentradition mit einem Pseudonym …

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