Gratis gibt Gott nichts und seine Existenzbehaupter verlangen dafür Wucherpreise, vor allem von „Armen“

Viele geraten in Entzücken über das Schreiben des gegenwärtiges Papstes. Sie würdigen, feiern „Evangelii Gaudium“ als Kapitalismuskritik. Es gibt menschgemäß andere, die sagen, Jorge Mario Bergoglio geht in seiner Kapitalismuskritik fehl.

Das Wort „Kapitalismus“ selbst aber kommt nicht ein einziges Mal in diesem päpstlichen Schreiben vor, auch nicht „Liberalismus“, auch nicht „Neoliberalismus“.

Kruzifix - Arme sind eine theologische KategorieWas aber tatsächlich in diesem päpstlichen Schreiben vorkommt, und nicht nur einmal, sind die Wörter, die „Evangeli“ enthalten, wie „Evangelium“, „Evangelisierung“, „evangelisieren“ … Auf den päpstlichen 256 Seiten kommt es 320-mal vor. Und auf diesen 256 Seiten kommen zusätzlich 110-mal Wörter vor, die „Mission“ enthalten. Das heißt, im Grunde wird auf jeder Seite von nichts anderem gesprochen, zu nichts anderem aufgerufen, als zu missionieren, als zu evangelisieren … Wohin diese Obsession führte, was Menschen durch Jahrhunderte durch diese Obsession zu erleiden hatten, das ist zu leidvoll bekannt.

Um Evangelisierung und Missionierung geht es also im Kern, das Begehren ist das Missionieren, die Begierde, alle Menschen zu Jüngern von Jesus Christus zu wandeln. Und das heißt auf römisch-katholisch: alle Menschen der gesamten Welt, und Frauen zu Männern, um als gehorsame Jünger zu befolgen, was Jesus Christus ihnen gebietet, dessen Gebote auch ein Jorge Maria Bergoglio ihm, der nicht schreiben konnte, schreibt. Das ist der Haupttrieb. Alles andere ist auch in diesem Schreiben bloßes Beiwerk, Ausschmückung zur Mitgliedsköderung.

Denn zu wissen, daß „Wirtschaft tötet“, bedarf es nicht eines päpstlichen Schreibens. Dafür gibt es etliche profundere Diagnostiker und Diagnostikerinnen des Wirtschaftssystems, des Kapitalismus. Zu wissen, daß die Ungerechtigkeit beseitigt werden muß, bedarf es nicht eines päpstlichen Schreibens. Dafür gibt es zuhauf tatsächliche und vor allem konkrete Konzepte, Vorstellungen, Ideen, Visionen. Und wie ein jesuitisch geschulter Populist nur schreiben kann, schreibt Jorge Mario Bergoglio schöne Kirchenreinlockworte, denen alles Konkrete zur Verbesserung der Lage der Menschen fehlt.

Es könnte auf vieles in diesem Schreiben eingegangen werden, auf das Geschwefel über das neue Heidentum, über den Schutz des ungeborenen Menschen, über Soziologie, über Ethik und so weiter und so fort.

Aber es soll auf das Hauptgeschwefel beschränkt bleiben, das über die Armut. Mario Jorge Bergoglio verankert die Armen zentral in seinem Schreiben … Er läßt aber nicht im Ungewissen darüber, worum es tatsächlich geht, wofür die Armen gebraucht werden:

„Für die Kirche ist die Option für die Armen in erster Linie eine theologische Kategorie und erst an zweiter Stelle eine kulturelle, soziologische, politische oder philosophische Frage.“

„Die bevorzugte Option für die Armen muss sich hauptsächlich in einer außerordentlichen und vorrangigen religiösen Zuwendung zeigen.“

Und gerade im Zusammenhang mit den Armen muß gefragt werden, wie erging es denn den Armen in all den Jahrhunderten, in denen der Organisierte Glaube der römisch-katholischen Kirche grenzenlos totalitär regierte, alle menschlichen Belange absolut beherrschte? Waren sie nicht arm? Waren sie beispielsweise in Europa nicht um vieles ärmer, als die Armen es heute in Europa sind? Ist denn diese von Jorge Mario Bergoglio populistisch kritisierte Wirtschaft nicht christlich getauft, gefirmt?

Jorge Mario Bergoglio beruft sich in seinem Schreiben auf eine zweitausendjährige Erfahrung seiner Organisation. Und was hat er aus dieser Geschichte seiner Organisation gelernt? Arme sind eine theologische Kategorie und es müsse ihnen religiöse Zuwendung gezeigt werden …

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