Auch wer die freiheitliche Gemein-Schaft wählt, würde nie einem vor 200 Jahren gebauten Auto zutrauen, nur einen Zentimeter noch zu fahren und also niemals der Idee verfallen, so etwas je zu kaufen …

… nur beim Wählen also verhält sich der Wähler und die Wählerin nicht einmal wie ein Konsument und eine Konsumentin, die lange ernsthaft eine größere Anschaffung sich überlegen, ehe sie einen Kauf tätigen, nur beim Wählen stimmen sie für alles, was ihnen nichts bringt, außer Ärger, Enttäuschung, Kosten und so weiter und so fort. Es wäre also schon viel, würden Menschen wenigstens wie sonst als Konsumenten und Konsumentinnen ernsthaft überlegen, ehe sie wählen, zu verlangen, daß sie politisch wählen, ist schon eine zu hohe Forderung, oder, eine Hoffnung, die aufzugeben ist …

In der aktuellen Ausgabe des Zentralorgans der freiheitlichen Gemein-Schaft, der ZZ, schreibt Jan Ackermeier über die Burschenschaft, die in Innsbruck auf der Straße die „Meinungsfreiheit erstreiten muß“ und zitiert ihre Botschaften: „Wir Burschenschafter für Meinungs- und Versammlungsfreiheit seit 1815“ …

„Seit 1815“ also sind Burschenschafter für „Meinungs- und Versammlungsfreiheit. Aber sie schreiben nicht dazu, für welche „Meinungs- und Versammlungsfreiheit“ sie sind. Klug genug sind sie, das nicht zu tun. Denn wie ein 200 Jahre altes Auto heute keine Zulassung mehr erhalten würde, weil es nach 200 Jahren einfach fahruntüchtig, fahruntauglich ist – mit einem Wort: Schrott oder Wrack -, würde die burschenschaftliche „Meinungs- und Versammlungsfreiheit“ keine Zulassung mehr bekommen, weil es nach 200 Jahren einfach … Und nicht anders ist es mit der freiheitlichen Gemein-Schaft, die geschlossen hinter den Burschenschaften stehen, sie verteidigen, aus den Reihen das niedere und hohe freiheitliche Politpersonal in die gewählten Gremien dieses Landes marschieren.

Über burschenschaftliche freiheitiche Gemein-Schaft hat Heine schon alles geschriebenErinnern Sie noch an den letzten Wahlkampf der Freiheitlichen, zur Nationalratswahl am 29. September 2013? Die Freiheitlichen versuchten es mit der „Liebe“. Da gab es Wahlplakate mit der Liebe, da gab es ein He.-Chr.-Strache-Liebeslied und so weiter und so fort. Das Liebeslied gemäß freiheitlichen Könnens ein Plagiat, das nicht einmal mehr auf der Site von He.-Chr. Strache gespielt werden darf … Dieses Plagiat ist wenigstens nicht 200 Jahre alt, wie das freiheitliche Plagiat mit der „Liebe“.

Was aber davon gehalten werden kann, wenn Freiheitliche und Burschenschaften oder freiheitliche Burschenschaften oder burschenschaftliche Freiheitliche von „Liebe“ reden, das wußte Heinrich Heine schon zu genau, und hätte er vor bald 200 Jahren Autos zu überprüfen gehabt, sein Autoüberprüfungsbefund wäre kurz und knapp aber eindeutig ausgefallen: nicht fahrtauglich, aus dem Verkehr zu ziehen.

Ist es nicht erschreckend, daß für viele diese freiheitliche Gemein-Schaft immer noch wählbar erscheint, obgleich vor bald 200 Jahren Heinrich Heine alles sagte, was diese Gemein-Schaft zu einer unwählbaren macht? Heinrich Heine war kein Hellseher. Es ist nur so, diese Gemein-Schaft hat sich nie aus dieser Zeit, in der Heinrich Heine lebte, fortbewegt. Wie denn auch? Schrott fährt nicht.

Was Heinrich Heine wohl heute schreiben würde, über die Wähler und Wählerinnen, die ein Wrack wählen? Was er vor bald 200 Jahren schrieb, kann nachgelesen werden in: „Sämtliche Werke, Band 6, Viertes Buch, ab Seite 522:

„Der Geist der sich auf Hambach aussprach, ist grundverschieden von dem Geiste oder vielmehr von dem Gespenste das auf der Wartburg seinen Spuk trieb. Dort auf Hambach jubelte die moderne Zeit ihre Sonnenaufgangslieder und mit der ganzen Menschheit ward Brüderschaft getrunken, hier aber auf der Wartburg krächzte die Vergangenheit ihren obscuren Rabengesang und bei Fackellicht wurden Dummheiten gesagt und gethan, die des blödsinnigsten Mittelalters würdig waren. Auf Hambach hielt der französische Liberalismus seine trunkensten Bergpredigten und sprach man auch viel unvernünftiges, so ward doch die Vernunft selber anerkannt als jene höchste Autorität die da bindet und löset und den Gesetzen ihre Gesetze vorschreibt. Auf der Wartburg hingegen herrschte jener beschränkte Teutomanismus, der viel von Liebe und Glaube greinte, dessen Liebe aber nichts anders war als Haß des Fremden und dessen Glaube nur in der Unvernunft bestand und der in seiner Unwissenheit nichts Besseres zu ersinnen wußte, als Bücher zu verbrennen. Ich sage Unwissenheit, denn in dieser Beziehung war jene frühere Opposition, die wir unter dem Namen die Altdeutschen kennen noch großartiger als die neuere Opposition, obgleich diese nicht gar besonders durch Gelehrsamkeit glänzt, üben derjenige welcher das Bücherverbrennen auf der Wartburg in Vorschlag brachte, war auch zugleich das unwissendste Geschöpf, das je auf Erden turnte und altdeutsche Lesarten herausgab, wahrhaftig dieses Subjekt hätte auch Bröder’s lateinische Grammatik in’s Feuer werfen sollen. Sonderbar trotz ihrer Unwissenheit hatten die sogenannten Altdeutschen von der deutschen Gelahrtheit einen gewissen Pedantismus, geborgt der ebenso widerwärtig wie lächerlich war. Mit welchem kleinseligen Silbenstechen und Auspünkteln diskutirten sie über die Kennzeichen deutscher Nationalität. wo fängt der Germane an? wo hört er auf? darf ein Deutscher Tabak rauchen? Nein behauptete die Mehrheit. Darf ein Deutscher Handschuhe tragen? Ja, jedoch von Büffelhaut. (Der schmutzige Maßmann wollte ganz sicher gehen und trug gar keine.) Aber Biertrinken darf ein Deutscher und er soll es als ächter Sohn Germanias. denn Taeitus spricht ganz bestimmt von deutscher Cerevisia. Im Bierkeller zu Göttingen mußte ich einst bewundern, mit welcher Gründlichkeit meine altdeutschen Freunde die Proskeriptionslisten anfertigten für den Tag, wo sie zur Herrschaft gelangen würden. Wer nur im siebenten Glied von einem Franzosen. Juden oder Slaven abstammte, ward zum Gril verurteilt. Wer nur im mindesten etwas gegen Jahn oder überhaupt gegen altdeutsche Lächerlichkeiten geschrieben hatte, konnte sich auf den Tod gefaßt machen und zwar auf den Tod durchs Beil, nicht durch die Guillotine, obgleich diese ursprünglich eine deutsche Erfindung und schon im Mittelalter bekannt war unter dem Namen die ‚welsche Falle‘. Ich erinnere mich bei dieser Gelegenheit, daß man ganz ernsthaft debattirte, ob man einen gewissen berliner Schriftsteller, der sich im ersten Bande seines Werkes gegen die Turnkunst ausgesprochen hatte, bereits auf die erwähnte Proseriptionsliste setzen dürfe, denn der letzte Band seines Buches sei noch nicht erschienen und in diesem letzten Bande könne der Autor vielleicht Dinge sagen, die den inkriminirten Aeußerungen des ersten Bandes eine ganz andere Bedeutung ertheilen. Sind diese dunklen Narren, die sogenannten Deutschthümler, ganz vom Schauplatz verschwunden! Nein Sie haben bloß ihre schwarzen Röcke, die Livree ihres Wahnsinns abgelegt. Die meisten entledigten sich sogar ihres weinerlich brutalen Jargons und vermummt in den Farben und Redensarten des Liberalismus. In der That, jene regenerirten Deutschthümler bildeten zwar die Minorität, aber ihr Fanatismus, welcher mehr religiöser Art, überflügelte leicht einen Fanatismus, den nur die Vernunft ausgebrütet hat, ferner stehen ihnen jene mächtigen Formeln zu Gebot, womit man den rohen Pöbel beschwört, die Worte ‚Vaterland, Deutschland, Glauben der Väter u.s.w.‘ elektrisiren die unklaren Volksmassen noch immer weit sicherer als die Worte: Menschheit, Weltbürgerthum, Vernunft der Söhne, Wahrheit. Ich will hiermit andeuten, daß jene Repräsentanten der Nationalität im deutschen Boden weit tiefer wurzeln als die Repräsentanten des Cosmopolitismus und daß letztere im Kampfe mit jenen wahrscheinlich den Kürzern ziehen, wenn sie ihnen nicht schleunigst zuvorkommen.“ (Fettierung B.K.)

Vielleicht ist Martin Pfeiffer, der in der aktuellen freiheitlichen ZZ von der „Verausländerung“ schreibt, darauf stolz, daß manche meinen werden, er habe ein neues Wort erfunden, aber auch dieses Wort ist seit rund 200 Jahren bekannt: aus einem der Grundsätze des Programmes, das nach dem Wartburgfest zusammengefaßt wurde: „Jeder Bursche muß aller […] Ausländerei […] abschwören.“

Und Norbert Hofer schreibt auch wieder in der freiheitlichen ZZ … „Auf Basis des freiheitlichen Handbuches“ … Und auf dem Titelblatt der aktuellen Ausgabe: „Im Zeichen der Kornblume – Freiheitlicher Frühling“ .. Im Zeichen der 

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