Kulturschaffende Untertaninnen verlieren ihren Minister

Österreich ist ein gutes Land, mit braven und treuen Kulturschaffenden, wohl wert, seiner nicht zu vergessen. Wie treu zu ihrem Minister sie standen, bis zum Schluß noch, wohl auch aus Furcht, einen guten Kontakt zu verlieren, vielleicht auch aus Angst, vor neuen Zeiten, gerade sich an einen Mann erst gewöhnt zu haben, und schon muß wieder auf neue Gegebenheiten reagiert werden, ach, so rasch wieder auf etwas Neues sich einstellen müssen, das Alte, in dem gemütliche Ecken mit Pölsterchen hergerichtet wurden zum langen Verweilen, wieder aufzugeben, ach, wie gar nicht mag der kunst- und kulturschaffende Untertan die Veränderung.

Wie mächtig sich Untertaninnen dabei meinten, mit einem Brief ihren Minister halten zu können, und nun mußte er gehen, ja, auf Untertan reimt sich bloß Ohnmacht. Und es ist gut so, denn dieser Minister war nicht nur einfach ein Minister für Untertanen, die nicht über ihren Tellerrand sehen können und wollen, die es mit ihrem Minister kuschelig in der Pölsterchenecke weiter haben wollten, sondern er war so etwas wie der Schlüsselmann dieser glücklosen weil einfallslosen Regierung Faymanns.

Untertaninnen sind nicht nur ohnmächtig, sie sind auch vergeßlich, und werfen diese Vergeßlichkeit gerne Wählenden vor, die nicht wählen, wie sie meinen gewählt werden müsse.

Wie viele haben vor noch nicht allzu langer Zeit etwa gegen die Erhöhung der Umsatzsteuer für kulturelle Leistungen gewettert, von denen jetzt aber noch schnell einige einen offenen Brief verfaßt und unterschrieben haben für den Verbleib eines Ministers, ach, wie österreichisch vergeßlich, der war wohl zur Zeit der Erhöhung kein Mitglied der Regierung

Österreichische Tradition: sich selbst und andere freizusprechen, irgendwo je dabei gewesen zu sein …

Ob sich der neue Minister nun erinnern wird, daß er vor gar nicht allzu langer Zeit gegen diese Steuererhöhung auftrat? Wird er sich jetzt für ein anderes und also kunst- und kulturfreundlicheres Steuerrecht … oder hat er sich bereits daran gewöhnt, es ist ja schließlich inzwischen schon eine alte Erhöhung …

Kulturschaffende Untertaninnen verlieren ihren Minister

 

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