Im Geiste Hofers: „Frauen sich bessern, widrigenfalls sie auf unbeliebige Art bedecket werden.“

Es gibt einen Kandidaten in Österreich, der nicht nur recht gern die Kornblume hat, wegen der es in ferner Zeit schon einmal einen Erlaß wegen antiösterreichischer Gesinnung gab, sondern der auch erfüllt ist vom Geiste Hofers, und am 22. Mai 2016 sollten sich gerade Frauen fragen, ehe sie zur Wahl gehen, was das für das Heute heißt, im Geiste Hofers zu leben.

Es wurde von diesem Kandidaten bereits einiges zu Frauen gehört, vor allem wie er ein Gesetz in Österreich geändert wissen möchte, und zwar in der Art, daß Frauen, ehe sie selbst eine Entscheidung treffen, sich verpflichtend beraten lassen müssen. Ist das auch im Geiste Hofers? So tief versunken scheint der Kandidat doch zu sein im Geiste Hofers, daß er etwa eine Kameradenrede hält in Italien, und dabei gar nicht weiß, daß er in Italien ist, sondern in einem fernen, fernen Land in einer fernen, fernen Zeit

Wenn der Kandidat derart recht erfüllt davon ist, für das Heute zu fragen, wie würde Hofer heute handeln, dann sollen sich vor allem Frauen den hoferischen Erlaß um so mehr in Erinnerung rufen, ehe Sie am kommenden Sonntag zur Urne schreiten:

„Viele meiner guten Waffenbrüder und Landesvertheidiger haben
sich geärgert, daß die Frauenzimmer von allerhand Gattungen ihre
Brust und Armfleisch zu wenig, oder mit durchsichtigen Hudern be-
decken, und also zu sündhaften Reizungen Anlaß geben, welches Gott
und jedem christlich denkenden höchst mißfallen muß.

Man hoffet, daß sie sich zu Hintanhaltung der Strafe Gottes
bessern, widrigenfalls aber sich selbst zuschreiben werden, wenn sie auf
eine unbeliebige Art mit — — — bedecket werden.“

Der Hofer hat in seinem Erlaß nicht geschrieben, wie oben zu lesen ist, womit er Frauen bedecken lassen will, aber die drei Bindestriche lassen schaudern. Und wenn die Frauenzimmer, schreibt Hofer, sich nicht bessern, um der Strafe des gottesfürchtigen Mannes zu entgehen, dann müsssen sie eben vom Manne, erfüllt von seiner Gottespflicht, bedecket werden, auch wenn es dem Manne nicht freut, aber die Frauenzimmer mit ihren sündhaften Reizungen auferlegen ihm diese keine Freude bereitende Pflicht zum Wohlgefallen Gottes.

Wer heutzutage diese Pflicht der Frauenbedeckung gierig erfüllt, ist bekannt, es sind Männer, die auf den ersten Blick mit einem Hofer nichts gemein haben, aber wenn genau hingesehen wird, kann gesehen werden, wie sie über die Jahrhunderte einander die Hände als Geistesbrüder reichen, die Fahne der Pflicht an der Stange hochziehen.

Der Punisher an der Tastatur im Wahlkampf für den Kandidaten im Geiste Hofers und immer wieder einer im Geiste Hofers nennt sich nicht Der Hofer, dafür aber, wie gelesen werden kann, nach einem anderen Kandidaten, der erst vor kurzem zum Präsidenten gewählt wurde, nach einem Kandidaten, von dem auch einiges zu Frauen zu hören war, wie:

„Ich war wütend, dass sie vergewaltigt wurde. Das ist die eine Sache. Doch sie war so schön. Ich dachte, der Bürgermeister hätte der Erste sein sollen.“

Und wie in diesem Abschnitt auch gelesen werden kann, ruft Diederich Heßling dazu auf, alle sollen jetzt in der Gestalt des Kandidaten Hofer werden, mehr noch, er ist zuversichtlich, daß alle jetzt Hofer in der Gestalt des Kandidaten werden.

Frauen werden, das ist beruhigend, keine Hofer in der Gestalt des Kandidaten werden können, denn es wächst Ihnen kein Bart, wie etwa dem Mann aus dem fernen, fernen Land und der fernen, fernen Zeit…

Amtsverständnis im Geiste Hofers.jpg

5 Gedanken zu „Im Geiste Hofers: „Frauen sich bessern, widrigenfalls sie auf unbeliebige Art bedecket werden.“

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