Die ÖVP produziert am Menschen vorbei.

Das hat die Wirtschaftsministerin nicht gesagt, daß die ÖVP am Menschen vorbei produziert.

Gesagt hingegen hat sie:

„Die Gymnasien produzieren oft am Markt vorbei.“

Das Gymnasium ist also nach der schramböckschen Aussage eine Fabrik, die zwar produziert, aber am Markt vorbei. Es bleibt Ihnen überlassen, sich vorzustellen, welche Produkte diese Fabrik erzeugt, herstellt, am Markt vorbei, Produkte also, die sich nicht verkaufen lassen.

Ihre auf Wissen basierende bisherige Vorstellung, das Gymnasium ist ein Ort, an dem Menschen Wissen vermittelt wird, kurz gesagt, eine Bildungseinrichtung, können Sie nun aufgeben. Das Gymnasium ist ein Produktionsbetrieb, aber einer, wie die schwarze Ministerin gar kritisch erkennt, der Produkte am Markt vorbei herstellt. Eine Produktionsstätte, die am Markt vorbei erzeugt, also Produkte, die sich nicht verkaufen, ist zugleich eine Friedhofsstätte für ihre Produkte. Ökologisch ist das ein vorbildhafter Betrieb: es fallen Null-Transportwege an.

Löschen Sie nun alle Bilder vom Gymnasium in ihrem Kopf.

Es sind falsche Bilder.

Die rechten Bilder des Gymnasiums sind die schramböckschen Bilder.

Das Gymnasium ist also kein Schulgebäude, in das junge Menschen hineingehen, um, kurz gesagt,  Wissen vermittelt zu bekommen, Bildung sich anzueignen, sondern das Gymnasium ist eine Produktionshalle, in der Produkte hergestellt werden, für die oft kein Absatzmarkt zu finden ist. Vielleicht ist das Gymnasium bereits eine ultramoderne Fabrik, in der die Produkte in vollautomatisierten Erzeugungsprozessen hergestellt und entsorgt werden, eine Fabrik, die ganz ohne Arbeiterinnen und Angestellte auskommt, die nur noch einen Fabriksdirektor hat, um die Roboter, die die Produkte fabrizieren, einmal im Jahr Tag einzuschalten, vielleicht noch eine Aufsichtsratsvorsitzende, die den Direktor kontrolliert, daß er ja auch pünktlich die Roboter in Gang setzt, sie zum flotten Produzieren ölt …

Die ÖVP ist kein robotorisiertes Fabriksgymasium. Dennoch produziert sie. Nun an den Menschen vorbei. Sie produziert zur Zeit an den Menschen vorbei: Konzepte, Programme, Gesetze …

Auf die Frage, ob sie, die Wirtschaftsministerin, zustimme, daß Österreich „überakademisiert“ sei, ist die schramböcksche Antwort:

„Das ist sicher ein Thema. Mit vielen Studienrichtungen fangen die Unternehmen nichts an. Ich glaube auch, dass die Gymnasien oft am Markt vorbei produzieren. Es müsste viel früher aufgezeigt werden, was es in den Betrieben gibt.“

Sie werden es selbst wissen, wie es um die akademische Quote in Österreich bestellt ist, auch und besonders im Vergleich mit anderen Ländern …

Nachdem die Wirtschaftsministerin weiß, daß das Fabriksgymnasium am Markt vorbei produziert, wird sie möglicherweise diesem schon geraten haben, welche Produkte nicht am Markt vorbei hergestellt wären, so ein Produkt wäre beispielsweise ein Vademecum, in dem schlicht wie kurz erklärt wird, wo und wo es nicht Studienrichtungen …

Margarete Schramböck selbst ist vom Gymnasium offenbar zu einer Zeit abgegangen, als das Gymnasium noch keine Fabrik war, die Produkte am Markt vorbei herstellt, sondern eine Bildungseinrichtung, in der auch ihr Wissen vermittelt wurde. Sie behielt davon, was sie konnte. Es wurde ihr also früh genug aufgezeigt, womit die ÖVP etwas anfangen kann, nämlich mit dem, sich als Mensch ins rechte Licht zu rücken, sich also zu produzieren. Und das Sich-Produzieren ist es, was es nun in der ÖVP zuhauf gibt.

ÖVP produziert an den Menschen vorbei

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