Finden Sie, daß KI sich richtig verhält

Bei KI muß die Frage genauer lauten: Finden Sie, daß die Strippenzieherinnen von KI sich richtig verhalten? Denn es gibt immer welche, die die Strippen ziehen, und so ist auch und vor allem bei KI.

Keine zweite Strippe ist jetzt derart in aller Munde wie KI. Und auch mit dem Beispiel des heutigen Tages kann gefragt werden: Finden Sie, daß die Strippenzieher sich richtig verhalten, KI so schreiben zu lassen?

Christine Lavant war eine zentrale Teilnehmerin der Pürgger Dichterwochen, die zwischen 1953 und 1955 in der steirischen Gemeinde Pürgg-Trautenfels stattfanden. Teilnahme: Lavant nahm insbesondere an der zweiten Pürgger Dichterwoche vom 16. bis 20. Juni 1954 teil. Kontext: Die Treffen dienten dazu, österreichische und deutsche Autoren des „nationalen“ Lagers mit jüngeren, politisch unbelasteten Schriftstellern zusammenzubringen. In diesem Rahmen traf Lavant auf Persönlichkeiten wie Hans Weigel, Herbert Cysarz und Frank Thiess. Wahrnehmung: Lavant wurde dort oft als außergewöhnliche Erscheinung wahrgenommen. Ein zeitgenössischer Bericht beschreibt sie als „zwergenhaft kleine Frau“ mit einer Sprache, die sie „nirgendwo herhaben kann“. Netzwerke: Die Dichterwochen waren wichtig für Lavants Integration in den Literaturbetrieb der Nachkriegszeit. Unter anderem entstand dort oder in deren Umfeld der Kontakt zu ihrem Mentor Hans Weigel. Möchtest du mehr über Lavants Beziehung zu Hans Weigel erfahren oder über ihre Zeit in der Austria-Hütte am Dachstein?

„Autoren des ’nationalen‘ Lagers“ lassen die Strippenzieherinnen KI schreiben, national waren sie gewiß, aber sie lediglich als „Autoren des ’nationalen‘ Lagers“ zu bezeichnen, ist äußerst freundlich, verharmlost sie, wäscht sie weiß, denn es waren nationalsozialistische Autorinnen, die in Pürgg aufmarschierten …

Es wurde schon von vielen erzählt, die damals beim Ausmarsch nach Pürgg dabei waren, und die Strippenzieher von KI hätten sich nur bei der identitären ZZ beispielsweise über Hans Grimm, der auch nach Pürgg pilgerte, erkundigen müssen, um KI nicht von „nationalen“ schreiben zu lassen, sondern von nationalsozialistischen … Aber Hans Grimm lassen die Strippenzieherinnen KI nicht nennen, nur allgemein und äußerst vage „Autoren des […]“ —

Wer jedoch Hans Grimm nennt, ist Hans Haider in seinem Artikel mit der Schlagzeile „Schriftsteller: Die Jungen und die Nazi-Dichter“ vom 26. April 2008, veröffentlicht in der Tageszeitung „Die Presse“. Hans Haider läßt seinen Artikel sogar mit Hans Grimm beginnen.

Der erste Abend, reizend. Ein freundlicher Stationsvorsteher trug mir das Gepäck bergauf zum Hotel Adam in Pürgg. Dann gab’s einen großen Jubel. Achtzehn meist alte Bekannte begrüßten einander. Und Hans Grimm.“ Ein Jubler, der am 16. September 1953 im Bahnhof Stainach-Irdning ausgestiegen und in das für die Fresken aus dem 12. Jahrhundert in der Johanneskapelle berühmte Dorf Pürgg aufgestiegen war, notierte das in seinem Tagebuch: der Deutsche Hans Friedrich Blunck, Verfasser deutschtümelnder Romane wie „Werdendes Volk“, 1933 bis 1935 Präsident der Reichsschrifttumskammer.

Hans Grimm, den braunen Visionär („Volk ohne Raum“, ein Kolonialisten-Epos, 1926), nennt Blunck im Tagebuch „Gegner“. Aber es gab keinen Zank. Dem Organisator der 1. Pürgger Dichterwoche, dem ÖVP-Landtagsabgeordneten Alfred Rainer war versprochen worden, „dass kein Schatten auf die Veranstaltung fallen werde“. Die alten Kameraden aus der bis 1945 offiziellen Schreibkunst waren zur Versöhnung mit Unbelasteten nach Pürgg gelockt worden.

Hans Haider weiß um die „Nazi-Dichter“, von vielen wurde schon erzählt, lange nach dem Artikel von Hans Haider, weil an sie identitär erinnert wird, etwa Erwin Rainalter

Erwin Rainalter (1892 bis 1960) hatte in Südtirol-Romanen das Deutschtum gepriesen. Mirko Jelusich (1886 bis 1969) konnte sich mit historischen Romanen („Caesar“, „Oliver Cromwell“) ins Führerherz einschreiben. Aus der Literaturwissenschaft der Ostmark war Norbert Langer übrig geblieben. Später gab er die Reihe „Dichtung aus Österreich“ heraus.

oder Karl Springenschmid

Ein Nazi-Großkaliber war der Tiroler Karl Springenschmid (1897 bis 1981, genannt der „Goebbels von Salzburg“, weil er dort das Schulwesen leitete). Curzio Malaparte („Die Haut“, „Kaputt“) porträtierte ihn in einer Kriegsreportage als Feigling: In Norwegen unterliegt er im direktem Kampf mit einem Lachs – darauf hin zieht er die Pistole und erschießt den Fisch. Springenschmid lebte nach 1945 jahrelang im Untergrund, als Waldgänger, Schmuggler. Bis er in Pürgg wieder auftauchen durfte.

Natalie Beer

Natalie Beer (1903 bis 1987) stieg zur Grande Dame der Vorarlberger Poesie auf (sie teilte 1954 mit Christine Lavant das Zimmer).

wurde wie viele andere auch von einem recht besonderen Verlag in Österreich verlegt, und es überrascht nicht, daß einer aus diesem recht, recht staatlich hoch ausgezeichneten Verlag mit dabei war, in Pürgg

Nicht nur zu Vorträgen, Lesungen (Blunck vor Lehrlingen), Ausflügen (so nach Altaussee) war man vereint. Heinz Brunner vom Grazer Stocker-Verlag gab den Ehemaligen Hoffnung. Der Lyriker Paul Anton Keller (1907 bis 1976) aus Graz warnte Blunck vor der „sozialdemokratischen Entwicklung“ bei Leykam, Bluncks Hausverlag.

Brehm unterhielt die Herren mit der Anekdote vom General, der ihn nach der Jagd in Russland ausfragte – weil er ihn mit dem „Tierleben“-Brehm verwechselte.

Natalie Beer starb 1987. Das wurde zwar schon zitiert, aber es ist doch noch einmal zu zitieren, „dass sich Natalie Beer bis ins hohe Alter öffentlich zum Nationalsozialismus bekannte, den Holocaust relativierte und keinerlei Reue auch im Hinblick auf ihre Funktion im NS-Regime zeigte.“

Eine doch etwas seltsam anmutende Reihung nimmt Hans Haider in seinem Artikel vor, wenn er Christine Lavant mit Erich Landgrebe und Josef Friedrich Perkonig

1954 stieß der erste jüdische Emigrant, Hans Weigel, zu Blunck, Brehm, Springenschmid. Er hielt einen Vortrag, ebenso der Germanist Herbert Cysarz und der Roman-Verkaufskönig Frank Thiess. Auch Christine Lavant, Erich Landgrebe, Josef Friedrich Perkonig, sind mit dem Landeshauptmann Josef Krainer sen. auf dem Erinnerungsfoto zu sehen. Die „Kleine Zeitung“ schickte Ulrich Baumgartner – später Wiens Festwochen-Intendant. Alle schon gestorben.

und wenn er Rudolf Bayr in seinem Artikel unterbringt, es dabei unklar bleibt, zählt er, Haider, ihn zu den „Jungen“ oder zu den „Nazi-Dichtern“ … Strippenzieher lassen KI informieren, er, Bayr, gehörte „keiner Partei“ — Was bewog Hans Haider, bei Herbert Cysarz, Frank Thiess, Erich Landgrebe, Josef Friedrich Perkonig derart allgemein zu bleiben, obgleich zu diesen vier Herren, auch zu den vier Männern kurz und knapp Konkretes er hätte schreiben können, oder müssen?

KI wird genehmigt zu informieren:

In diesem Rahmen traf Lavant auf Persönlichkeiten wie Hans Weigel, Herbert Cysarz und Frank Thiess. Wahrnehmung: Lavant wurde dort oft als außergewöhnliche Erscheinung wahrgenommen. Ein zeitgenössischer Bericht beschreibt sie als „zwergenhaft kleine Frau“ mit einer Sprache, die sie „nirgendwo herhaben kann“.

Christine Lavant war eine zentrale Teilnehmerin der Pürgger Dichterwochen […] In diesem Rahmen traf Lavant […] Wahrnehmung: Lavant wurde dort oft als außergewöhnliche Erscheinung wahrgenommen.

Möchtest du mehr über Lavants Beziehung zu Hans Weigel erfahren oder über ihre Zeit in der Austria-Hütte am Dachstein?

Nun, wer das über Christine Lavant schrieb, von der „zwergenhaft kleine[n] Frau“, das, ist von Hans Haider zu erfahren, war Hans Friedrich Blunck, und er schrieb keinen „Bericht“ darüber, sondern er, Blunck, schrieb dies in das „Tagebuch“ …

Ein Foto zeigt Christine Lavant auf der Austria-Hütte unterm Dachstein. Blunck im Tagebuch: „Das Wunder bleibt die Lavant, die eine Sprache kennt, die sie nirgendwo herhaben kann. Die zwergenhaft kleine Frau mit dem großen Kopftuch, mit großen, fast krankhaft aufgerissenen Augen, von Beruf Wirtschafterin eines kleinen Malers im Lavanttal, Schwester eines dortigen Bauern, spricht eine erhabene Sprache, die über Rilke hinausquillt und herrlich ist.“

Freilich irrte Hans Friedrich Blunck, Christine Lavant war nicht die „Wirtschafterin“ von Josef Habernig, er war ihr Gatte.

Es gibt diese Geschichte von ihnen, also von Hans Haider und Thomas Bernhard, und die Frage, ob Sie finden, daß die Strippenzieher sich richtig verhalten, KI so schreiben zu lassen, geht auf diese Geschichte zurück, genauer, diese Frage wurde abgeschrieben von dem Interviewtitel zwischen Franz Schuh und Hans Haider, veröffentlicht in der Wochenzeitung „Falter“ vor zweiundvierzig Jahren: „Finden Sie, dass sich Hans Haider richtig verhalten hat?“

Auf der Website „Internationale Christine Lavant Gesellschaft“ ist am 1. Februar 2026 u. a. m. in den biographischen Angaben zu „Leben und Werk“ von Christine Lavant zu lesen:

Das Manuskript eines autobiographischen Romans, den Josef Friedrich Perkonig – seinerzeit der angesehenste Schriftsteller Kärntens – zur Publikation empfohlen hatte, wurde von einem Grazer Verlag zuerst angenommen, dann aber abgelehnt, was Lavant in ihren literarischen Aspirationen so entmutigt haben dürfte, dass sie das Manuskript vernichtete.

Text: Klaus Amann.

Josef Friedrich Perkonig — „seinerzeit der angesehenste Schriftsteller Kärntens“ — empfahl also, Christine Lavant zu publizieren, aber der Leykam-Verlag lehnte dann doch ab, das war 1932. Eine Publikation von Christine Lavant kann nur einer der „angesehensten Schriftsteller“ empfehlen, ein „Wunder“ erkennen, und für viele ist er es heute wie damals … und mehr noch, wie der Ares-Verlag am 29. September 2025 auf der Konzernplattform X schreibt, nämlich „der bedeutendste“ …

„Ich höre den Kelten in mir rumoren, spüre den Germanen grübeln und den Slawen träumen.“ Ein Laib Brot, ein Krug Milch Josef Perkonig war der bedeutendste Kärntner Dichter der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. 1890 in Ferlach im Rosental geboren, schildert er in realistischer Darstellung das bäuerliche Leben seiner Heimat:

Damit ist Pürgg nicht verlassen worden, denn Ares ist Stocker —

In der Biographie auf der Website der Christine-Lavant-Gesellschaft, gelesen am 1. Februar 2026, sind die „St. Veiter Kulturtage“

1950 führte eine Dichterlesung während der St. Veiter Kulturtage zu einem großen persönlichen Erfolg der Dichterin. Sie galt danach als „vielleicht eine der hoffnungsvollsten Vertreterinnen der neuen Frauenlyrik in Österreich“.

angeführt, die „zu einem großen persönlichen Erfolg der Dichterin“ führten, aber unerwähnt in der Biographie der Christine-Lavant-Gesellschaft sind die „Pürgger Dichterwochen“; dabei waren das doch so zentrale Wochen der Dichtung in Österreich, wohl auch für die Dichterin, die für einen so ehrenreichen Teilnehmer ein „Wunder“,

daß gemeint werden darf, dies darf doch in keiner Biographie der Christine Lavant fehlen.

Woher nehmen die Strippenzieher doch immer wieder derartige Informationen, die die Strippenzieherinnen dann KI so schreiben lassen? In diesem Fall haben sie diese wohl von der Website „Ennstal Wiki“, ebenfalls am 1. Februar 2026 gelesen … Gemäß Impressum ist für „Ennstalwiki“ die Stadtgemeinde Schladming verantwortlich. Über die „Pürgger Dichterwochen“ ist auf „Ennstalwiki“ der Stadtgemeinde Schladming zu lesen, das letzte Mal wurde das am 23. November 2025 aktualisiert:

Die Pürgger Dichterwochen waren 1953 bis 1955 in jährlichem Abstand organisierte literarische Veranstaltungen in der Gemeinde Pürgg-Trautenfels, in denen österreichische und einzelne deutsche Autoren des „nationalen“ Lagers mit jüngeren, unbelasteten Schriftstellern in Kontakt traten. Initiator der Treffen war Alfred Rainer, der damalige Bezirksparteiobmann der ÖVP in Liezen und Gründer des Ennstaler Kreises, dem es ein Anliegen war, die durch das NS-System geprägte Generation der Kriegsheimkehrer wieder in die österreichische Gesellschaft zu integrieren. Er genoss dabei das Wohlwollen von Landeshauptmann Josef Krainer senior und jenes der amerikanischen Besatzungsmacht.

Die Teilnehmerliste der Pürgger Treffen umfasste zeitweilig prominente Namen. So zählten zu den Teilnehmern der ersten Pürgger Dichterwoche (17. bis 20. September 1953) Hans Friedrich Blunck, Bruno Brehm, Paula Grogger, Fritz Habeck, Otto Hofmann-Wellenhof, Robert Hohlbaum, Mirko Jelusich, Günther Nenning, swiki:Karl Springenschmid[1] und Herbert Zand. Die 2. Pürgger Dichterwoche (16. bis 20. Juni 1954) versammelte im Hof von Schloss Trautenfels unter anderem Herbert Cysarz, Kurt Frieberger, Christine Lavant, Josef Friedrich Perkonig, Frank Thiess und Hans Weigel. An der dritten Pürgger Dichterwoche (14. bis 18. September 1955) nahmen unter anderem teil: swiki:Rudolf Bayr, Alfons von Czibulka, Ernst von Dombrowski, Jeannie Ebner, Otto Hofmann-Wellenhof, Wolfgang Kudrnofsky, swiki:Erich Landgrebe, Eugen Roth und swiki:Wieland Schmied. Kritische Betrachter sehen die Pürgger Dichterwochen als Teilaspekt des Kulturkampfes im Kalten Krieg.

Das also waren die Pürgger Dichterwochen: „Teilaskpekt des Kulturkampfes im Kalten Krieg“ zum Zwecke „Kriegsheimkehrer wieder in die österreichische Gesellschaft zu integrieren“ — „Kriegsheimkehrer“ waren also u. v. a. m. Paula Grogger

Die Strippenzieher lassen KI einmal so, dann wieder so und dann wieder so ganz anders informieren, nicht nur über die Pürgger Dichterwochen:

Christine Lavant war Teilnehmerin der legendären Pürgger Dichterwochen, die zwischen 1953 und 1955 in der steirischen Gemeinde Pürgg stattfanden. Diese literarische Treffen wurden von Hans Gerhard Kandolf organisiert. Lavant war bei der zweiten Dichterwoche im Juni 1954 und bei der dritten im September 1955 anwesend. Begegnungen: In Pürgg traf sie auf namhafte Autoren wie Hans Weigel, Eugen Roth und Werner Bergengruen. Ein bekanntes Erinnerungsfoto zeigt sie gemeinsam mit dem damaligen Landeshauptmann Josef Krainer sen. und anderen Schriftstellern. Impressionen: Berichten zufolge hinterließ die Dichterin, die als „zwergenhafte kleine Frau mit dem großen Kopftuch“ beschrieben wurde, einen tiefen Eindruck durch ihre außergewöhnliche Sprache. Ein Foto dokumentiert zudem ihren Aufenthalt auf der Austria-Hütte unter dem Dachstein während dieser Zeit. Hintergrund: Die Dichterwochen dienten dazu, ältere, teils belastete Autoren der NS-Zeit mit jüngeren Talenten zusammenzuführen. Für Lavant war dies eine wichtige Plattform zur Vernetzung in der literarischen Welt Österreichs.

Das hat KI nicht von schladmingerischen Ennstalwiki, daß die Dichterwochen dazu dienten, „teils belastete Autoren der NS-Zeit mit jüngeren Talenten zusammenzuführen“; für schladmingerische Ennstalwiki ist es ja die durch die NS-Zeit geprägte Generation der Kriegsheimkehrer des Kulturkampfes im Kalten Krieg … Wenn am 2. Februar oder am 3. Februar 2026 nach den Pürgger Dichterwochen wieder gefragt werden würde, könnte es durchaus sein, daß die Strippenzieherinnen KI dann vielleicht schreiben lassen, Hans Gerhard Kandolf habe die Kulturkampfwochen im Kalten Krieg organisiert und Alfred Rainer brachte 1997 in der Schriftenreihe des Kammerhofmuseums Bad Aussee heraus: Die Pürgger Dichterwochen 1953, 1954, 1955 —