„Sonderbehandlung“

Eben erst mußte wieder einmal erzählt werden, wie leicht es Identitarian gemacht wird, etwas zurückzuweisen, etwas zu entkräften, das ist gerade eine halbe Woche her, und schon muß von der Identitarian nächsten Leichtmachung erzählt werden.

Thomas Mayer von der Tageszeitung des österreichischen Qualitätsjournalismus tappt in die Falle, die, das darf vermutet werden, nicht einmal aufgestellt wurde, die Landeshauptmann-Stellvertreterin hat wohl einfach einen ihr gesinnungsgemäß geläufigen Begriff auf ein Plakat schreiben lassen, und schon …

Ja, und schon kann beispielsweise „Report24“, und schon kann sogar dieses Medium, dessen Herausgeber und Chefredakteur Florian Machl, es entkräften, was Thomas Mayer zu „Sonderbehandlung“ …

Und sogar für „Exxpress“ ist es wohl ebenfalls eine rechte Freude, sich einzureihen, in die leichtgemachte Widerlegung

Menschgemäß ist es zu verstehen, daß Thomas Mayer bei dem Wort „Sonderbehandlung“ gleich an die madigen zwölf Jahre des deutschen reiches denkt;

es kommt ja immer darauf an, wer mit welchem Gesinnungsuntergrund welches Wort verwendet.

Jedoch, es sollte endlich aufgehört werden, von, wie eben nun auch von Thomas Mayer, „Nazi-Begriff“ zu sprechen und zu schreiben, die Nazissen haben doch nur geklaut, gestohlen, mißbraucht, und das auch im Fall von „Sonderbehandlung“. So kann doch immer nur von Diebstahl, Mißbrauch, Umdeutung durch die nationalsozialistische Diktatur …

Es ist wohl nicht von ungefähr, daß in der massenmörderischen und massenverbrecherischen nationalsozialistischen Diktatur gerade „Sonderbehandlung“ diese verbrechensverschleiernde Verwendung fand, hat doch bereits im Winter 1917 Kriegsminister von Stein mit seiner Erklärung, das hier noch einmal zu zitieren ist, ein Wort zur gesinnungsgemäßen Umdeutung und zum gesinnungsgemäßen Mißbrauch offeriert:

wie dieser bereits im Kapitel „Von der Sonderbehandlung zu Sonderbehandlung“ zitiert wurde, und es wird nicht überraschen, daß der Anlaß, mit „Sonderbehandlung“ sich zu beschäftigen, schon einmal die Aufregung um einen Parteikameraden der Landeshauptmann-Stellvertreterin …