In Berlin steht in unmittelbarer Nähe zum Reichstag ein Denkmal zum Gedenken an die im deutschen reich ermordeten Menschen, die heutigentags noch, wenn von ihnen auf Brauchtumsart gesprochen und geschrieben wird, besonders in Österreich weiter als „Zigeuner“ —
In Berlin in unmittelbarer Nähe zum Bundestag ist zu lesen, was ein deutscher Bundespräsident bereits vor neunundzwanzig Jahren sagte:
Der Völkermord an den Sinti und Roma ist aus dem gleichen Motiv des Rassenwahns, mit dem gleichen Vorsatz und dem gleichen Willen zur planmäßigen und endgültigen Vernichtung durchgeführt worden, wie der an den Juden. Sie wurden im gesamten Einflussbreeich der Nationalsozialisten systematisch und familienweise vom Kleinkind bis zum Greis ermordet.
Bundespräsident Roman Herzog, 16. März 1997
Und auch das, bereits am 17. März 1982 sagte Bundeskanzler Helmut Schmidt:
Den Sinti und Roma ist durch die NS-Diktatur schweres Unrecht zugefügt worden. Sie wurden aus rassischen Gründen verfolgt […]. Diese Verbrechen haben den Tatbestand des Völkermords erfüllt.“
[…] Juden, Zigeuner, körperlich oder geistig Behinderte, Homosexuelle, Angehörige von Minderheiten, politisch oder religiös Andersdenkende – sie alle wurden Opfer. […] Dennoch haben auch viele Österreicher den „Anschluss“ begrüßt, haben das nationalsozialistische Regime gestützt.
Der österreichische Bundeskanzler sagte nicht „Roma und Sinti“, er sagte „Zigeuner“, so wird er in diesem Schulbuch zitiert — Zigeuner im Gegensatz aber zu Anschluß ohne Anführungszeichen —
In Österreich hingegen, in Österreich, im Portschyland, gab es einen Bundespräsidenten, dem auch nach Jahrzehnten diese Klarstellungen durch einen Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland und durch einen deutschen Bundeskanzler nicht einmal der Begriff „Antiziganismus“ ein auszusprechender war, dafür aber konnte dieser österreichische Bundespräsident klare Worte an Eltern in Österreich richten, muß jetzt, im Sommer 2026, die Klarstellung eines Bundespräsidenten in Berlin lesend, gedacht werden, ihren Kindern zu erlauben, länger aufzubleiben, weil in den trumpisch regierten Vereinigten Staaten von Amerika Österreich ein Fußballspiel …
Was in Berlin in diesem Sommer 2026 in zentraler Lage, in unmittelbarer Nähe zum Bundestag gelesen werden kann, ist beispielsweise auch das:
Adam Ujvary wird am 23. Juli 1941 im burgenländischen Halbturn geboren. Sein Vater Stefan arbeitet als Taglöhner und unterstützt seine Frau Katharina, eine Marktfahrerin, bei der Ausübung ihres Gewerbes. Im Sommer 1941 wird die Familie mit dem neugeborenen Adam und seinem Bruder Walter nach Lackenbach, ein Zwangslager für Roma, verschleppt. Die Eheleute Ujvary wenden sich in einem Brief an den Bürgermeister ihres Heimatdorfes: ‚[…] wir haben uns das nicht verdient, wo wir immer in der Arbeit gewesen sind und 6 Jahre gedient haben in der Gemeinde keine Schulden weder sonst nichts ankommen lassen haben.‘ Sie bitten darum, zurückkehren zu dürfen. Der Bürgermeister vermerkt „unbeantwortet lassen“ und lässt das Haus der Familie Ujvary veräußern. Die Eltern und Adams einjähriger Bruder Walter sterben im Dezember 1941 an Typhus. Seine drei Schwestern werden im April 1943 in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert und ermordet. Weil Adam Ujvary als ‚Zigeunerstämmiger‘ nicht in einem Waisenhaus untergebracht werden darf, wird das fünf Monate alte Baby in das Wiener Spital Am Spiegelgrund gebracht. Das Krankenhaus ist eine „Euthanasie“-Einrichtung, in der medizinische Versuche und gezielte Tötungen an Kindern vorgenommen werden. Adam Ujvary wird hier als vermeintlich ‚erbkrank‘ eingestuft und am 30. März 1944 im Alter von zweieinhalb Jahren ermordet.
In Berlin also kann das über ein im Burgenland geborenes und im „Wiener Spital Am Spiegelgrund“ ermordetes Kind unter Nennung seines Namens gelesen werden, in Österreich hingegen,
in Österreich, im Portschyland, kann auch etwas gelesen werden: „[…] starben nur weil sie anders waren […] Zigeunerlager […] Zigeuner“ —
Jahrzehnte nach diesem namentlich genannten auch ermordeten Kind in einem wienerischen Spital wird in der Berichterstattung von so manchem österreichischen Medium der „Zigeuner“ weiter ebenfalls recht besonders gedacht, wird ihnen, den „Zigeunern“ ein recht besonderer Platz zugedacht, nicht nur von diesen, sondern auch von politisch Aktiven …
Es wird den „Zigeunern“ auch Jahrzehnte später immer noch eine recht besondere Aufmerksmakeit zuteil, und das nicht nur in Österreich, sondern in so vielen Ländern in Europa …
Ach, wie gut es doch für „Zigeuner“ in Europa und somit auch in Österreich geworden ist, es wird nicht mehr von einer „Zigeuner-Frage“ gesprochen, sondern von einer „Roma-Frage“ …
Wurde je mehr, kann ja mehr als heutigentags aus der Geschichte gelernt werden?
Eine Landeshauptmann-Stellvertreterin in Österreich beweist gerade eindrücklich in diesem August 2026, wieviel aus der Geschichte zu lernen ist, sie findet blind aus ihrer Geschichtsbelehrung die rechten Begriffe — „Sonderbehandlung“ …
Nicht nur sie ist eine, die sich von der Geschichte belehren läßt, sondern so viele, so viele aus ihrer Partei sind willige und eifrige Wiedergängerinnen der Lehre aus der Geschichte, wie beispielsweise dieser Aktivist, der sogar ins Burgenland fährt, um …
Ja, die Geschichte lehrt sie, welchen „Leistungen der Vorfahren“ mit „Stolz“ zu gedenken ist, wer einer „positiven kollektiven Erinnerung“ würdig, aber auch, daß das „wesentliche Element“ der „Geschichte“ deren „Umdeutung“ —
Denkmalisch, das ist positiv zu vermerken, wird auch in Österreich nicht haltgemacht, eben erst, in diesem Jahr 2026, erfuhr in Wien ein Mal eine bedeutend kenntlichmachende Aufwertung,







Du muss angemeldet sein, um einen Kommentar zu veröffentlichen.